Indiana Tribüne, Volume 28, Number 275, Indianapolis, Marion County, 13 July 1905 — Page 6

Indianer Tribüne, 13. Juli 1903

6

Warum nicht $ $ sparen beim Einkaufe Ihrer M . . .und. . . . chpiche . . . sowie. . . . ....Garland Oefen.... und ... bei WILLIG'S ...Mbel-Handlnng... 141 West Washington Straße. Ho. 449 vft Washington Str. Gtrmn U0 Offi: 3333 Vt. Ccntc tUc. Neues Televhon 6485. Wrn. Stoeff ler .Sctloon... ?!o. 202 Nord Noble SW NmeS TlkKo 001. 1 "!? Ctalllxi 18S3, nim. jederzeit Cngas srratl mtgege. Irgendwelche Orcheft. sf.! sd rrzmd eine Anzahl von Musiken fcrtrt geliefert. Neue Ausstattung ud neu NntZsrVen. R. A. Miller, Dirett.r Henry Sregpseil, SeschSZtSführ, 1103 Maiison Avenue. elePhon Neu4S. GETITRAL COLLEGE OF kMIL, 550 Nord Meridian Str. .Schule jetzt eröffnet.... Xaa-Cchttl soie auswärtige Schüler reiche hier i College völlige Aufnah, IsSe, Unnep tt jeder Zeit eintreten. S!, sdne gut auSaerüßeteS Institut, voll, kündig in allen Abtheilungen deö Lernen! bn künftdn Musik und den verisandt fünften, ataloz frei. Edwerd Taylor, Direktor. Aerzte. Dr. J. A. Sutclifife, Wund -Arzt, Iksch!scht5., Urin nnl&ectnjn Arankheiten. OfZce z 155 Ost Market Stt. Tel. 943 VZKkSt : I lil 19 Ut Bm. : I Hl Nh,. Dr. Carl Q.Winter Deutscher Arzt. QtsaHli a2 akute und chronische ran!, xitrn. vedurtSMse speziaiuat. Ofpee: 14 Qeft Ohio Ctx. Cbutt! BoBassa:iU0!lablI.ViN u Brau sd : 7 8 d . -isc. eoxtaai : 64 wannt, II IShuua Televio,, : .n .n C3L t. ZU : . Ra u.

Cjs Auswahl von ..GraMeiiCL ' .'.MMM.. M Auffi Diener

HL"

ZZerSoUeriegewinn. Humoreske von Käthe Helmar. Ernst Seidel saß im Wohnzimmer am Klavier und war mit der Kritik eines neu erschienenen Musikwerkes beschäftigt. als seine Frau, noch mit Hut und Jacke, hineinstürmte. Du, Ernst, störe ich Dich?" Er war diese Unterbrechungen bei seinen Arbeiten gewöhnt und zog das Portemonnaie aus der Tasche. Wieviel Kleingeld brauchst Du?" Nein," winkte sie ab. heute brauche ich nichts mehr. Ich will Dir bloß sagen, daß wir ein Viertel gekauft haben. Preußische Staatslotterie natürlich!" Wir? Wer denn?" Das Lesekränzchen." antwortete sie athemlos; von den Strafgeldern ist so viel zusammengekommen; jede kriegt

ein Zehntel vom gewinn. Also. Ihr gewinnt ganz qtii fragte er lachend. Ja! Hanst soll morgen beim uoi lekteur das Los ziehen. Kinder bringen Glück." Damit verschwand sie und begab sick, m ibrem kleinen Mädel, um sie für ihr wichtiges Amt gut vorzubereiten. Beim Abendbrot war nur von oem bevorstehenden Lotteriegewinn die Rede. Frau Martha fand die Gardinen schon sehr ramponirt, entdeckte in ihrem Muff zwei fehlerhafte Stellen und erhob nicht einmal Widerspruch, als Ernst von einigen Partituren sprach, die er nothwendig brauchte, während sie sonst seine Manie, Noten zu kaufen, stets bekämpft hatte. Am nächsten Tage war Regenwetter. Hanst, das dreijährige Baby von Seidels. weigerte sich, den Wintermantel anzuziehen, und kam sehr schlechter Laune zum Lotteriecollekteur. Sie faßte das Los, das sie ihm aus den Händen zog, so energisch an, daß sie es beinahe zerrissen hätte. Aber Martha brachte es gleich in Sicherheit. Das Kind holte sich zwar bei dem schlechten Wetter einen starken Schnupfen, doch Frau Seidel war ko hoffnungsfreudig. daß sie keine Aengstlichkeit aufkommen ließ. Eine siebenstellige Nummer, in der sogar eine Sieben vorkommt, muß gewinnen," sagte sie beim Nachhausegehen zu ihrem Mann. Seit die fünfte Klasse begonnen hatte. wurde Martha nervös. Jeden Abend lauerte sie an der Entreethür auf die Zeitungsfrau und controllirte hastig die Gewinnummern, ehe sie das Abendblatt ihrem Manne aushändigte. Früh schalt sie nicht mehr die AufWartefrau, wenn der Kaffee zu spät fertig wurde; denn sie hatte vor allem die Ziehungsliste durchzusehen und behandelte das Frühstück nebensächlich. Endlich aber kam die große Stunde. Feierlich stellte sich Martha Hand in Hand mit Hansi vor ihren Mann und wies triumphirend auf eine Stelle in der Zeitung. Da ist unser Glückskind," sagte sie. Er ließ sich in seiner Arbeit nicht stören. Erst als Hansi ein paar heftige Dissonanzen auf das Klavier hieb,- sah er ärgerlich auf. Wir haben nun gewonnen." Martha sagte das so selbstverständlich, als ob es wirklich nicht anders möglich gewesen wäre. Donnerwetter." rief er erstaunt. Hansi ist wirklich ein tüchtiger Kerl." Vater und Mutter blicken stolz auf das Kind. Aber wieviel denn?" fragte er neugierig. Sie nahm ihm den Bleistift aus der Hand und begann zu rechnen. 21 Mark und 13 Pfennige werden auf unseren Theil kommen." In ihrer Freude schlang sie beide Arme um den Hals ihres Mannes und gab ihm einen herzhaften Kuß. Und weißt Du, was wir damit machen? Das soll das erste Geld sein, das wir für Hansi auf die Sparkasse bringen." Da haben wir gerade was davon." Er machte kein Hehl daraus, daß ihm dies höchst unsympathisch gewesen wäre. So? Und was schlägst Du denn vor?" Sie erhob sich kampfbereit. Du willst natürlich doch wieder Noten dafür kaufen!" Sie hatte thatsächlich seinen Wunsch errathen. Aber er leugnete. Keine Ahnung! Ich dachte bloß an die Gardinen." Einen Augenblick stutzte sie; dann schüttelte sie sehr energisch das Köpfchen. Die müssen ausgebessert werden." Aber Dein Muff?" Der hält noch bis zum Frühjahr." Ja ", er wurde nachdenklich. Was wäre denn wohl das Praktischste?" Daß Ihr unpraktischen Männer immer das Wort praktisch" im Munde führt," rief sie ärgerlich. Er überhörte das vollständig. Die Partitur von Wolfs .Penthesilia" das wäre etwas!" Das Wort Partitur" wirkte auf sie wie ein rothes Tuch auf den Stier. Für die verwünschten Noten brauchte Ernst Gelder, die mit seinem geringen Einkommen absolut nicht harmonirten. Aber rege Dich doch nicht gleich wieder so auf," sagte er beruhigend. Sieh mal, wenn ich die Partitur hätte, könnte ich mein Buch über Wolf schreiben, das ich schon so lange plane. Und da bringt das Geld wirklich mehr

Zinsen, als die Leute auf der Sparkasse Dir geben." Wenn Du schon mit Zinsrechnungen beginnst, wird mir schwindelig," sagte Martha wüthend, nahm Hansi an die Hand und klappte die Thür so laut hinter sich zu, daß das Glückskind ängstlich zu schreien ansing und bis zum Schlafengehen weiterkrähte. An den nächsten Tagen begegneten sich Ernst und Martha mit kühler Höflichkeit. Sie vermieden jedes Gespräch über den Lotteriegewinn. Aber sie waren zu jung und lebensfroh, um lange schmollen zu können. Als Martha in der darauf folgenden Woche vom Lesekränzchen zurückkam, ging sie leise ins Wohnzimmer und legte ein großes Packet auf den Schreibtisch. Von Hansi für ihren lieben Papa,stand darauf. Ueberrascht packte Ernst es aus; der Inhalt war die Partitur, die er sich gewünscht. Martha!" rief er gerührt, legte den

Arm um ihre Taille und führte sie vor den Kleiderschrank, aus dem eine hohe Muffschachtel stand. Während Du fort warst stotterte er, dachte ich um Dir eine kleine Freude zu machen " Sie war starr. Nun hatte auch sie ihre Ueberraschung. Der Muff paßte zwar nicht zu ihrem Kostüm und hatte auch eine ganz altmodische Form, aber Martha fiel doch ihrem lieben alten Ernst um den Hals und war sehr glücklich. Natürlich tauschte sie später den Muff um. Da erfuhr sie zu ihrem Schrecken, daß Ernst baare 25 Mark dafür erlegt hatte. Wenn sie den Preis der Partitur dazu addirte, bekam sie eine ganz schöne Spesenrechnung für den Lotteriegewinn heraus. Daß sie nie mchr ein Los kaufte, wird ihr wohl niemand verdenken. kNeik Zjabersack's Zchreibebrief. fr 0. 400. Oeöhrker Mister Editborl Well, Moßjiceh, kommanfawah, trehfchollie kommangwuportugal' kommang? Was sage Se da derzu? Das is nämlich der schenjuein Ahrtickel in Frensch. Denke Se nit, daß ich arig impruhft hen? Wei ich kann hardlie ebbes sage, mitaus daß ich's'mit französche Eckspreschens uffmickse d".hn. Ich denke, das kommt mich später emol arig händig. Awwer do fällt mich ein, ich hn Jhne ja von sellen Obend, wie ich dieAecktersch un die Aeckterschlehdies zu en Sopper inweitet hen, verzähle wolle. Ich sin nach den Hotel un hen e feines Sopper geordert un hen auch off Kohrs die Drinks nit vergesse. Dann sin ich zu den Varbjier könne Se die Pronaunziehschen nohtisse? un hen mich en eh nomber wonn Schehf gewwe losse un ei tell juh, der TkUtt bot denk ick e aarnes Veint VerJ f W I sjuhm an mich gesprenkelt, so daß ich geschmellt hen, als wann se mich vier un zwanzig Stunde in e Bad von Ohdemillflör gefohlt hätte. Ich hen mich auch e neue Necktei gekauft un ich hen geguckt Me en rehgeller Sport. Off Kohrs iZtt ich auch am Obend in's Tiejehter. J$ h?n cn Siet in die Frontroh gehabt.' Do hen ich awwer den Geschwollene gespielt! Ich hen alle paar Minnits mei goldene Watsch erausaeholt un hen dabei immer e Neus gemacht, daß die Piebels uff zehn ittoys Wljtenz nach mich geguckt hen. Ich sin en rehgeller Spohrt gewese. In den zweite Aeckt sin meine Fremde an die Stehtsch komme. Die Gehrls hen mich gleich genohtißt un Se hätte nur emol sehn solle, was se Guaub-Eis zu mich gemacht hen un geschmeilt h:n se tubketdieband. Sell Hot mich off Kohrs praut fühle mache un ich hen genohtißt, wie die Schentelmänner in meine Nehberhutt ganz grien und gelb for Tschellusie geworde sin. Die Hulda Hot mich sogar emol e Kußhändche zugeworfe un das war doch keinder emkxrressing zu mich, awwer was hen ich duhn könne? Ennihau is es aria schön gewese, daß die Hulda so neis zu mich sewese ,s. Well, wie das Pleh puttinier iwwer gewese is.'do sin ich fort nach den Hotel un ich ben reitewea den Garsong, das meint uff deitsch den Weyter, geruse un hen mit ihn noch emol alles lwweraetaykt. bikabs ick den doch hawwe wolle, daß alles schmuht aehn sollt. Dann hen ich mich hingehockt un hen mich e Battel Wein aeordert, for daß ich in gute Juhmer sein sollt, wann die Pahrt komme deht. Während dem ben die Webtersck den ganze Stoff eingebracht un hen en eyvel gesetzt, das war auteseit fitt for en King. Dann hen ich so en Eidie krregt, daß das Blßneß mehbie mehr Geld koste deht. als wie ich erfordern kann un do hen ich den Hettwehter emol so angpassang gefragt, waS se tschartsche dehte un do Hot er gesagt.

zehn Franke for das Miehl das war

all, mitaus den Wem un m Fackt mitaus all die Drinks. Do hen ich die Schills kriegt. Bei Galle, hen ich gedenkt, es komme mehbie dreißig Piebels, das sin drei Hunnert Franke un ich sin schuhr, se drinke auch noch for drei Hunnert Franke, bikahs ich weiß gut genug, in Fränz do drinke die Lehdies kein braune Papp un auch keine Lemmenehd. Dann muß ich auch noch die Wehters tippe un das sin auch noch emol suszig Franke un dann hen mer noch keine Sickahrs ei tell juh, wann ich die Geschicht mit zwei Hunnert Wähler mache, dann duhn ich verdollt gut. Awwer was war zu duhn? Jetzt hen ich emo A gesagt un do muß ich auch Zelt sage. - Awwer ich hen gar nit sehn könne, warum die Piebels nit komme sin'- Ich hen gewart wie alles, awwer es is niemand komme, bis' schließlich e alte Lehdie un zwei Schentelmänner komme sin. Die Lehdie Hot gesagt, sie wär die Hulda ihre Ma un se deht bloß komme, for sie zu ecksjuhse. Die Hulda hätt ihr sick Hettehk un hätt gleich in's Bett gehn müsse. Wann ich nicks dagege hätt, dann deht sie mit die zwei junge Männer, wo ihre Buwe wäre, e wenig da stehn, die annere Gäscht dehte schuhr gleich komme. Ich hen mich ganz schrecklich geärgert; in die erschte Lein hätt ich gegliche, die Hulda da zu hen, un dann noch e anneres Ding, hen ich jetzt auch noch zwei Piebels mehr gehabt, als wie ich gesickert gehabt hen. Well, nach e kleine Weil sin noch siwwe von die Schentelmänner komme un drei Lehdies un das is dieganze Pahrtie gewese. Wie ich e wenig liebenswürdig zu eine von die Gehrls hen sein wolle, do Hot se mich gleich mit ein von die junge Männer ekwehntet gemacht un Hot gesagt: Moßjöh Habersack, diß is mein Hoßband." Well, Se könne immatschinne, wie mich das mähd gemacht Hot. Wie das e paar mol so gehäppend is, do hen ich gesagt: Nau lissen, ob Sie das Work Hosband mit en Acksang Gras odder Baron odder Zirkusflecks empfeseise, das is mich ganz tuttmemmschohs. Sie brauche nit esfrehd zu sein, daß ich Jhne am End en Heirathsantrag mche. Wann ich emol mit so selbstmörderische Gedanke umgehn, dann pick ich mich doch Jemand an nerschter aus, als Leut, wo alle Obend von die Stehtsch Mit Strehnschers schmeile un sie Kisses zuwerfe. Bei den Weg. heut Obend Hot mich eine von die Lehdies ein zugeworfe. Ihr besser geht emol hin un pickt ihn uff, ich denke nit, daß ihn Jemand annerschter uffgepickt Hot. So, wann Ihr jetzt noch Eppeteit habt, dann eßt ruhig weiter, awwer mt mehr an met Eckspenzes.' Dann hen ich mit den Wehter for hun ner! Dahler gesettelt un sin heim gange un Se könne dran diepende, daß ich verdollt froh gewese sin, wie ich das Kraut los gewese sin. O ei tell juh, Stehtschpiebel gucke an die Stehtsch inteierlie different, als von die Stehtsch un das is e gutes Ding, sonst deht manches häppie Hohm uffgebroche wer'n. Wann ich mich mit Pehnt un e Wut un Katten Bätten ufffickse deyt, dann könnt ich auch en Hitt mache, awwer jedes deht doch denke, daß ich en alter Esel wär. Mit bste Riegahrds Juhrs trulie, Meik Habersack, Eskweier un Scheriff von Apple Jack, Holie Terrer Kauntie. Ein sensationeller Prozeß ist vor dem Distriktsgericht in Jamestown, N. D., anhängig. Frau Marie Bender von Fried, N. D., hat einen jungen Farmer aus der Nähe auf 52200 Schadenersatz verklagt, weil er sie nach der Trauung mit ihremMann in der polnischen Kirche vor dem Altar umarmt und geküßt habe. Die junge Frau fühlt sich dadurch so an ihrer Ehre gekränkt, daß sie sich nicht zufrieden geben will, bis ihr der freche Schwerenöther ein tüchtiges Geldpflaster auf ihr verwundetes Zartgefühl gelegt hat. Man ist auf den Ausgang des Prozesses gespannt. Eine chinesische militärische Organisation besteht jetzt in New Fork und hat ihr Hauptquartier in der Mott Str.; ihr Eapitän ist Wm. Lee aus der Mott Str.; auch erfreut sie sich eines bezopften Leutnants, Feldwebels und auch eines Feldkaplans. Als Ezcerciermeisier wirkt MajorGeo. McVickar vom 69. Miliz-Regiment. Zunächst soll diese chinesische Compagnie, welche fleißig exerciert, als Ehrengarde für den bevorstehenden Besuch Kang Yu Wei's, des Präsidenten der Chinese Empire Reform Assocrn tion", dienen. New Forker Behörden zerbrechen sich den Kopf darüber, ob die Compagnie geduldet werden dürfe. Passende Partie. Hei raihskandidat: Ich muß Ihnen aber sagen, ich mache große Ansprüche. Vermittler: Was sind Sie denn? Her rathskandidat: Pferdehändler. Ver mittler: Dann habe ich was für Sie, und zwar: Eine Wittwe, die ist ganz verschimmelt und kann mit Goldfuch sen berappen! Ueberflüssia. Verschuldeter Lebemann:- Lassen Sie mich doch endlich einmal die Photographie 'ehen von der Dame mit den 200,000 Mark!" Heirathsvermittler: Das ist vollkommen überflüssig! Wenn die Dame mit den 200.000 Mark Sie nehmen will, können Sie sich doch den ken, wie sie ausschaut!"

Europäische Nachrichten.

Frovinz KcsseN'?laflau. Kassel. Aus Anlaß seines 50j'ahrigen Dicnstjubiläums ist der Präsident des hiesigen Oberlandesgerichts, der Geheime Oöerjustizrath Prof. Dr. Eccius, zum Wirklichen Geheimen Rath mit dem Prädikat Exzellenz" ernannt worden. Altenbauna. Nach einer reichgesegneten '48jährigen Lehramtsthätigkeit trat kürzlich Kantor Wiegand in den wohlverdienten Ruhestand. Bü dingen. Der Pächter deö Steinbruchs, Gall, war mit Sprengarbeiten beschäftigt und wollte, als eine Ladung nicht losging, nachsehen. In diesem Augenblicke erfolgte die Explosion und Gall wurde einige Meter hoch in die Luft geschleudert und getödtet. E s ch w e g e. Der Metzgerlehrlinz Karl Kirchner, der ein kleines Mädchen vom Tode des Ertrinkens errettete, erhielt als Anerkennung dieser wackeren That vom Regierungspräsidenten eine Belohnung von 30 Mark bewilligt. Frankfurt. Am Nadelwehr oberhalb der Eisenbahnbrücke wurde die Leiche des vermißten Droschkenkutschers Georg Vuhr gelandet. In ihrer Wohnung Schifferstraße 22. wurde die 36 Jahre alte Wittwe des Schneidermeisters Romeis erhängt aufgefunden. H a n a u. Im benachbarten hessischen Dorfe erschoß sich der dortige bekannte Gastwirth Müller, nachdem er schon kurz vorher einen mißglückten Selbstmordversuch gemacht hatte. Im Walde bei Ostheim (Kreis Hanau) wurde der 36 Jahre alte Forstaufseher Dülfer erschossen aufgefunden. Es liegt Selbstmord vor. Witzenhausen. Von einem jahen Tode wurde Lehrer Gebauer aus Wendershausen betroffen. Vollauf gefund hatte er seine Gattin verlassen, um die Bezirkslehrerconferenz zu besuchen. Da er nicht zurückkehrte, machte man sich, nichts Gutes ahnend, auf die Suche. Nicht weit vom Walburgthore fand man den alten Herrn an der Straße todt liegen. Ein Herzschlag hatte sein Leben schnell beendet. Zierender g. Kürzlich brach in dem Hause des Ackermanns Rose hier Feuer aus. Das entfesselte Element verbreitete sich mit rasender Schnelligkeit über den ganzen Dachstuhl, in welchem beträchtliche Stroh- und Heuvorräthe aufgespeichert waren. Das Haus brannte etwa zur Hälfte nieder und die Nachbarhäuser blieben verschont. MtterdeuiscSe Staaten. Arnstadt. Letztens hat stch aus unbekannten Gründen der Briefträger Kästner ertränkt. Er hinterläßt eine Frau und drei unerzogene Kinder. Bernburg. In Wiesbaden verstarb der Geheime Commerzienrath Theodor Brumme von hier, welcher 43 Jahre lang dem Aufsichtsrath der Anhalt-Dessauischen Landesbank angehörte und in demselben während der letztvergangenen vier Jahre den Borsitz führte. Braunschweig. Letztens stießen auf dem Madamenwcge zweiRadfahrer zusammen und kamen zu Fall. Einer der Radfahrer, der 17jährige Installateur Otto Unverhau, erlitt schwere innere Verletzungen und eine Wunde am rechten Auge und blieb besinnungslos liegen. Unverhau wurde in seine Wohnung gebracht, wo ihm sofort ärztliche Hilfe zutheil wurde. Seinen Verletzungen erlegen ist der Arbeiter Michael Wrona aus Galizien, der aus dem Zuge zwischen Königslutter und Frellstedt gefallen und schwerverwundet m das herzogl.Krankenhaus gebracht worden war. Wrona wollte nach Amerika auswandern und führte mehrere hundert Mark bei sich. Eisenberg. Kürzlich machte dfe Ehefrau des Bäckermeisters Alfred Fränkel von hie: ihrem Leben durch Erhängen im Nassen Walde" ein Ende. Die aus dem Leben Geschiedene ist Mutter dreier Kinder; häuslicher Zwist soll der Grund zur That sein. K o s w i g. Im benachbarten Büro fand der dreijährige Sohn des Kutschers Molf in Abwesenbeit der Mutter, die sich 'mit ihrem jüngsten Kiyde in einer Leipziger Klinik befindet, den Tod durch Ertrinken. Er hatte ' mit mehreren Kindern hinter dem Dorfe gespielt und war dabei, mit dem Gesicht nach unten, in einen mit Wasser gefüllten Graben gefallen. Als er herausgezogen wurde, war er bereits eine Leiche. Schwarzwald. Das ca. Zy jährige Töchterchen des Schneidemüllers August Hopf stürzte in den Gewerksgraben und ertrank. W e i m a r. Im Alter von 93 Iahren ist Oberlehrer a. D. Stötzer gesiorben. Er war ein trefflicher Kenner der klassischen Literaturperiode und bewahte zahllose persönliche Erinnerungen aus der großen Zeit unserer Stadt. Er hatte Goethe noch gesehen und aelvrochen. Sachten. Dresden. Ihr 25jahrige8 Seschäftsjubiläum begingen Oscar Gebauer, Webergasse 22, als Inhaber des seit etwa 60 Jahren bestehenden Uhrmachergeschäfts des verstorbenen Mühlberg, frühe? Dippoldiswaldaer Platz, und der Tapezierermeister und Dekorateur Neinh. Haubold, Trompeterstraße. Nach 40jähriger Lehrthä-

tigkeit' an der 7. Bezlrksschule, hier, trat Robert Walther in den wohlverdienten Ruhestand. Das Cultusminisierium verlieh ihm den Titel Oberlehrer. Der von der Albertbrücke in die Elbe gesprungene Baugewerke Friedrich Hermann Stephan von hier wurde letztens am Elbufer in Zadel als Leiche gelandet. Altmittweida. Vor einiger Zeit ist der Bahnwärter Findeisen zwischen hier und Ottendorf auf der Chemnitz Riefaer Strecke von einem Personenzuge überfahren und getödtet worden. Chemnitz. Dieser Tage konnte der Senior der hiesigen Lehrerschaft, Vllrgerschullehrer Robert Petzold. auf eine 50jährige reichgesegnete Wirksamkeit zurückblicken. E i b a u. In dem zur Hofmannschen Bleiche in den Kottmarh'äusern gehörigen Teiche hat sich der 39 Jahre alte Armenhausbewohner Kühnel voa hier ertränkt. - F r e i b e r g. Letztens beging der Rentier, vormaliger Bäckermeister August Thümmel sein 50jähriges Bür-ger-Jubiläum und gleichzeitig sein 50jähriges Meisterjubiläum und wird demnächst auch sein 50jähriges Jubiläum als Mitglied der Schützengilde feiern können. Ottendorf. Letztens brach hier ein Schadenfeuer aus. Abgebrannt ist das der Gastwirthin Punte gehörige. unbewohnte Wirthschafts -Ge-bäude mit angebauter Scheune. Sankt Egidien. Auf dem hiesigen Bahnhof ist beim Abtransport eines KünstlerwagenS der Vater des Besitzers Zinnicker infolge Scheuwerdens der Pferde tödtlich überfahren und der bei der Abfuhr mitbeschäftigte Gutsbesitzer Iahn qji rechten Fuße

verletzt worden. Zittau. Der hiesige Pastor Primarius Schmeißer tritt, nachdem er über 25 Jahre hier amtirt hat, am 1 Oktober in den Ruhestand. Die Neubesetzung der ersten evangelischen Pfarrsielle erfolgt auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung. Zwickau. Tödtlich verunglückt ist in einem hiesigen Schacht der Bergzimmerling GustavAdolf Punkt aus Planitz. Kesfen'Zarmstadt. D a r m st a d t. 25' Jahre waren kürzlich verflossen, seit Schutzmann Heinrich Kirchner in städtischen Diensten steht. Der Taglöhner Jean Walther von hier wurde in seiner Wohnung Große Kaplaneigasse No. 14 plötzlich von zwei unbekannten Personen überfallen und mit gefährlichen Instrumenten derart mißhandelt, daß er alsbald in das städtische Krankenhaus verbracht werden mußte. Walther hat außer einigen Rippenbrü- -chen auch an Kopf und Rücken noch schwere Verletzungen erlitten. Bayerseich. Der Großherzog hat dem Forstwart der hiesigen Forstwartei, Förster Heinrich Geisel, aus" Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand das silberne Kreuz des Verdiensiordens Philipps des Großmüthigen verliehen. Gießen. Im Alter von 83 Iahren ist der Senior der medizinischen Fakultät der hiesigen Universität, Physiologieprofessor. Geh. Medizinalrath Dr. med. et phil. Konrad Eckhard gestorben. Mainz. Privatier Lippmann, Vater des Stadtverordneten, erlitt, als er am Rhein spazieren ging, einen Schlaganfall, fiel dabei in den Rhein und ertrank. Nauheim (Bad.) Kürzlich waren es fünfzig Jahre, daß der Fried-rich-Wilhelm - Sprudel, im Volksmund der große Sprudel genannt, erbohrt wurde.. Aus diesem Anlaß wurde ein großes Volksfest mit Fackelzug veranstaltet. Raun he im. Das Ehrenzeichen sür Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Entschließung des Großherzogs dem Mitgliede der hiesigen freiwilligen Feuerwehr Heinrich Karl Schäfer. Bayern. München. In einem Atelier der Akademie- der bildenden Künste' verübte der Akademiker Geza Tisamer aus Ungarn Selbstmord. Bemerkenswerth ist die Energie, mit der der junge Mann seine Absicht durchführte. Beim ersten Schuß brach ihn anscheinend der Hahn an seinem Revolver; der Schuß versagte. Nun legte Tisamer die Waffe auf den Tisch vor sich hin und brachte die Patrone mittels eines spitzen Nagels und eines Hammers zur Entladung. Er erreichte seine Absicht nur zu ut; die Kugel drang ihm in's Herz und hatte seinen augenblicklichen Tod zur Folge. Was den jungen Kunstler zu dem traurigen Schritte trieb, ist. nicht bekannt. Weichenwärter Aloys Heigl im Dienstbezirke deö hiesigen Hauptbahnhofes versuchte auf einen rückwärts fahrenden Rangierzug auf der vom Rangirleiter abgewendeten Seite aufzusteigen, glitt jedoch unter die Räder, wobei ihm beide Füße oberhalb deö Knöchels abgefahren wurden. JknSwangen. DaS gefammte Anwefen des Bäckermeisters Gerstmayer, bestehend aus Wohnhaus, Stall und mehreren Stadeln, ist niedergebrannt. Burghausen. GymnasialProfessor Kammerer hier ist im Alter j von 50 Jahren am Herzschlag gestorven.