Indiana Tribüne, Volume 28, Number 274, Indianapolis, Marion County, 12 July 1905 — Page 6

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Europaische Nachrichten, Provinz Vosett. y S s e n. Letztens kam auf dem Ce'ntralbahnhof der 23sährige unver heirathete Rangirer Gustav Stenzel beim Rangiren zwischen die Puffer zweier Eisenbahnwagen. Ihm wurde der Brustkasten eingedrückt, so daß der Tod sofort eintrat. Vromberg. Dieser Tage feinte die Ostdeutsche Maschinenfabrik" die 33jährige Thätigkeit deö Pflugmeisteig Reh in Gegenwart eines Aufsichtsrathsmitaliedes. des Vorstandes, der Angestellten und sämmtlicher Arbeiter. K o l m a r. In der Sägemühle des Zimmermeisters Retzlaff ist der Ardeiter Ignatz Drobnik tödtlich verunglückt. Er wurde von einem Treibriemen ersaht und um die Riemenscheibe herumgezogen. Drobnik hinterläßt eine Wittwe mit zwei unversorgten Kindern. KostsckZn.. Beim biestaen Tisch-

lermeister Kawetzki jun. brach ein grokes Sckadenteuer aus. Was aus owie die Remisen mit vollständigem Waarenlager wurden gänzlich ein Raub der Flammen. Der Schaden ist sehr groß. O st roto o. Die Untersuchung gegen den Wirth Walczak aus 'Ehrzan tstatn Ermorduna des 64Z'abriaen Ausgedingers Filipiak hat weitere Momente dafür ergeben, oaß Walczak der Mörder sei, da nach der Festste! luna des Gericktschemners Dr. Je t rich in Berlin sich an den Kleidern des Walczak wesentliche Spuren vonMenschenblut vorgefunden haben. Jnzwlscben m aua die Mordwas e. ein am: Vfund schwerer Hammer. Eigenthum des Walczak. unter dessen Scheunendach vorgefunden worden. Die )lstz Handlung gegen ihn, sowie gegen oen Mörder des Försters Michalik soll im Mai in einer besonderen Schwurgerichtsperiode geführt werden. Noaowo. Der Knecht ??olaron. bei einem hiesigen Maurermeister in S elluna. bat e ttck von Der Po t eine Invalidenrente abaebolt und darauf einige Einkäufe besorgt. Später machte er einen Besuch bei Bekannten uno sang dort ein geistliches Lied. Mitten in der Strovbe siel der fast VOiahrlge Mann, von einem Herzschlag getroffen. todt zu Boden. Sckneidemllbl. Die Werksiattsarbeiter Hertzer und Müller geriethen in einen streit, cei weitem Hertzer den Gegner mit einer Latte über den Kopf schlug, so daß Müller besinnungslos zusammenbrach und an der erhaltenen Verletzung verstarb. Hertzer wurde verhaftet. Frovinz Sachsen. Maadebura. Die Firma Alb. Lüddecke & Co., Speditions-, . Lagerungs- und Schiffahrtsgeschäft (InHaber Friedrich Kratzenstein), feierte vor einiger Zeit ihr 50jähriges Bestehen. Die Firma Kraft & Schulze, landwirths chaftliche Samenhandlung, blickte kürzlich auf ein 25jähriges Bestehen zurück. Das Geschäft wurde April 1880 in dem Hause Gr. Münzstraße No. 2 von den Herren Kraft und Schulze eröffnet, die bis jetzt Inhaber geblieben sind. E f f e l d e r. Dieser Tage wurde hier der Arbeiter Demmler von den beiden Brüdern Götz ermordet. Sie lauerten Demmler auf und der jüngere Bruder des Maurers Götz stürzte sich auf den Nichtsahnenden, um ihm von hinten um den Körper die Arme festzuhalten; indessen schnitt der ältere Götz mit einem Taschenmesser dem Demmler den Hals bis auf den Wirbelknochen durch. Die entsetzliche Wunde führte auf der Stelle den Tod herbei. Beide Mörder sind festgenommcn. Sie sind die Neffen des RaubMörders Malter aus Meschenbach. der seinerzeit hier einen Fuhrmann umbrachte und beraubte. Genthin. Der 15jährige Sohn des Ackermanns Wilhelm Voigt in dem nahen Dorfe Sydow wurde vor einiger Zeit beim Absträngen der Pferde von dem einen der Thiere, das sonst als gutartig bekannt war, so schwer am Kopfe verletzt, daß er schleunigst in das hiesige Johanniter krankenhaus übergeführt werden muß te. Kurze Zeit darauf starb er an den Folgen der Verletzungen. - . . L i e be n w e r d a. Schncidermei ster Urban konnte mit seiner Gattin das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Schleusingen. Zwei in der Glashütte Friedrichswerth beschäftigte jugendliche Arbeiter Namens August Mauhofer und Bruno Bruckner aerie then aus geringfügiger Ursache in Streit, m dessem Verlause der 16iah rige Mauhöfcr zum Messer griff und seinen gleichalterigen Collegen nieder stach. Ehe der Arzt herbeikam, hatte sich der junge Mann verblutet. Durch die sofort erfolgte Verhaftung des Mörders ist dieser einer Lynchjustiz von Seiten der erregten Volksmenge entgangen. Sund Hausen. Ein doppeltes Jubiläum feierte der Gemeindeschäfer August Backbaus. Mit seiner Frau be ging der Genannte die goldene Hoch zeit und 25 Jahre ist Backhaus alö Schäfer für die Gemeinde thätig. Wolmirstedt. Der hiesige Allg. Anzeiger" beging dasJubiläum femes d0mhr:gen Bestehens. Frovtnz Kannover. Hannover. AuK dem Fenster

estllrzt hat sich die Frau des Arbeiters

connecker. Knockenbauerstrane 60. Dieselbe war an der Kopfrose schwer erkrankt und benutzte in ihrem FieberWahn einen Augenblick, wo sie unbewacht war, um ihren Leiden ein Ende zu machen. Die Unglückliche war sofort todt. Ihr 50jähriges Arbeitsjubiläum bei der Firma Günther Wagner konnte die Arbeiterin Friederike Nettelmann begehen, aus welchem Anlaß der Jubilarin von der Kaiserin eine goldene Brosche verliehen wurde. Barnstorf. Die von hier stammende Tochter des Anbauers Kümmel, auf einem Hofe in der Nähe bedienstet, ist dieser Tage auf schreckliche Weise um's Leben gekommen. Sie war zum Torsstechen im Wletlngsmoor. Dort wollte sie Wasser aus einer Moorkuhle holen und gerieth in dieselbe hinein. Da keine Hilfe vorhanden war, mußte sie elendiglich ertrinken. Blekede. Sem dmahriges Berufsjubiläum als Musiker feierte der Musiker Heinrich Konrad Burmester Hierselbst. Edemissen. Der colkereidesitzer Laumann wurde in einem hiesigen Gasthause ohnmächtig und mußte ärztliche Hilfe m Anspruch nehmen: er starb indeß schon nach kurzer Zeit. Man vermuthet Vergiftung durch Wurstgenuß. Friedeburg. Letztens stürzte sich hier die Frau des Landgebräuchers Diedr. Fr. Remmers in den bei ihrem Hause befindlichen Brunnen. Das Motiv der unseligen That ,st unbekonnt. Groß - Schnee n. Der 24jährige Haussohn Bode wollte mit einer alten Flinte Vögel schießen. Die Flinte wurde mittels Ladesuzck geladen; beim Herunterstoßen desselben entlud sich der Schuß und ging dem ungluauchen Schützen in den Kopf. Der Tod trat auf der Stelle ein. Osnabrück. Pianofortefabrikant Hermann Rohlfing. Inhaber der alten gleichnamigen Firma, ist hier gestorben. S e h l d e. Vor einiger Zeit feierte das Jörn'sche Ehepaar das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Der 81jährige Jubilar ist ein alter Krieger, von dem Kaiser wurde ikrnt ein Geldgeschenk uoerwiesen, der Herzog von Cumberland sandte eine Prachtbibel. Twistringen. In dem Hause des Schlächters Heinrich Hucht brach Feuer aus.' Das Haus brannte bis auf den Grund nieder. Auch der anliegende Stall wurde ein Raub der Flammen. Das abgebrannte HauS ist erst vor zwei Jahren gänzlich umgebaut worden. Westrhauderfehn. Vor einiger Zeit starb hier plötzlich Pfarrer und Jubilarpriester Wilhelm Broker, im Alter von fast 79 Jahren. Frovinz Westfalen. Münster. Der 65jährige katholische Pfarrer Hüsing-Geschen, der auch schriftstellerisch hervorgetreten ist, wurde auf der Kanzel vom Schlage getroffen und war sofort todt. Dortmund. Die Eheleute Ed. Schmidt Hierselbst feierten ihre goldene Hochzeit. G e l s e n k i r ch e n. Es erschoß sich in einem Hause an der Kniestraße der Bergmann Schwegeler. Das Motiv zu der That ist unbekannt. Hagen. Dieser Tage konnte die Firma Funke und Hueck ihr 60jahn ges Bestehen feiern. Sämmtliche im Werke Thatigen erhielten reich bemes sene Jubiläumsgeschenke, berechnet nach der Zahl der Arbeitsmhre. Hohenlimburg. Am Gehirn schlag verstarb plötzlich der im besten Manuesalter stehende Prokurist der Firma Ribbert. M. Ribbert. 30 Jahre wirkte er unermüdlich und sehr erfolg reich für genannte Firma und mehrere Jahre auch als Stadtvergrdneter von Hohenlimburg. Lünen an derLZppe. Jneiner Stadtverordnetensitzung wurde mitgetheilt, daß die Eheleute Rentner Friedrich Quitmann die Stadt als Erbin eingesetzt haben. Nach dem Tode der jetzt noch lebenden, betagten Wittwe kommt die Stadt in den Besitz des nicht unbeträchtlichen Baarvermögens, welches nach dem Willen der Erblasser in den ersten 50 Jahren nicht verringert werden darf, nur die Zinsen sollen alljährlich an unterstützungsbedürftige Kranke und bedürftige Arbeitslose vertheilt werken. L ü n e r n bei Unna. Der seit dem Jahre 1880 in unserer Schule thätige Hauptlehrer Herr Boeckemann beging die Feier seines 25jahrigen Dienstjubiläums. Soest. Beim Motorwettfahren Bielefeld - Soest - Arnsberg war der Gemeindevorsteher Schulte in KellingHausen überfahren worden. Er ist an den Verletzungen gestorben. W e d d i n g h o b e n. Die Eheleute Wilhelm Grundmann und Jsabella, geb. Kemna. hier feierten das Fest der goldenen Hochzeit. Wen gern. Zn der Lind'schen Waldung wurde die Leiche des Schuhmachers Karl Münzel aus Mitten aufgefunden.. Wittbränke. Die Pferde deZ Berginvaliden August Stork gingen mit dem Gefährt durch. Stork wurde überfahren und wurden ihm drei Rippen gebrochen. Vtzeinprovinz. B a r m e n. Die Wittwe deö Commercienraths Karl Blanke stiftete 100,000 Mark zu wohlthätigen Zwe-cken.

Bonn. Dem Privatdottnten für

Handels-, See- und Wechselrecht an der hiesigen Universität, Dr. jur. Rudolf Müller - Erzbach. ist dds Commissorium, sich an den Uebungen deö Seminars für Berstcherungswissenschaft in Göttingen zu betheili gen, für das Sommersemester 1905 verlängert worden. Dusseldorf. Dieser Tage verunglückte hier durch Sturz aus der vierten Etaae der Anstreicheraebilfe Heer im Alter von 23 Jahren, Sohn des Anstaltspslegers Heer zu Niedermarsbera. Das Gesims brach und der junge Mann stürzte in die Tiefe. Er hatte eben feine Dienstzeit als Zwei jährig - Freiwilliger beendet und war sehr beliebt bei Jung und Alt. E s ch w e i l e r. Tödtlich verunglückt ist der in Jülich stationirte Schaffner Lulsdorf aus Stetternich auf der Fahrt zwischen Eschweiler-Au und Eschweiler - Thal. Der Verunglückte wurde erst vermißt, als die Reisenden eines Wagens des m Eschwetler - Thal eintreffenden Zuges sich auf letzterer Station zwecks Oeffnens der Abtheile dem Stationspersonal bemerkbar machen mußten. Zwei alsbald auf die Suche entsandte Arbeiter fanden die Leiche mit zerschmettertem Kopfe an der Eisenbahnbrücke am soqenannten Hohenstein im Jndeflusse. Wie das Unglück entstanden, ist nicht aufgeklärt. Koblenz. Die Persönlichkeiten eines Liebespaares, das sich vor einiger Zeit hier an den Rheinanlagen im Rhein ertränkt hat. sind jetzt festgestellt. Das Mädchen heißt Beresina Mennwig aus Harlem in Holland. Es war mit einer Schwester in Neuwied in Stellung; dort hat es sich entfernt unter Hinterlassung eines Zettels: Ich kann nicht mehr leben!" Das Mädchen war 18 Jahre alt. Der Mann heißt F. Olgen und wohnte in Wiesbaden, er war 32 Jahre alt. M ü l h e i m. Einen schrecklichen Tod erlitt auf der Zeche .Rosenblumendelle" des hiesigen Bergwerksvereins der Reparaturhauer Hermann Tinnefeld vom Nachbarort Fulerum. Tinnefeld wollte auf dem Bremsbock Rohre aufsetzen, schlug jedoch infolge Losgehens der Bremse- mit dem Kopf yegen den Felsen. Dabei wurde ihm der Schädel zertrümmert. Der Tod trat auf der Stelle ein. Wald. Ein recht trauriger Unglücksfall ereignete sich in der Königs schen Schleiferei m Stübben. Der Scherenschleifer F. Kaiser von hier hatte seine Arbeitsstelle in die genannte Schleiferei verlegt und aus diesem Anlaß mit einigen Collegen eine kleine Feier veranstaltet, bei der dem Schnaps recht wacker zugesprochen wurde. Als Kaiser sich aus der Schleiferei entfernen wollte, stürzte er so unglücklich die Treppe hinunter, daß er einen Schädelbruch erlitt. Der Verunglückte, welcher bereits auf dem Transport zu seiner Wohnung starb, hinterläßt Frau und 3 kleine Kinder. 2j Ein Schillerfeier Abenteuer, das vor dem Kriegsgericht zu Landau i. Pfalz ein Nachspiel fand, hat für einen Pionier vom zweiten bayerischen Pionier - Bataillon schwere Folgen gehabt. Der Angeklagte hatte im betrunkenen Zustande bei der letzten Schillerfeier einem Unteroffizier feiner Compagnie einen Stoß vor die Brust versetzt und ihn auch mit dem dort üblichen Schimpfnamen Scheerenschleifer" belegt. Das Urtheil lautete auf drei Jahre Zuchthaus. D i e R u e d e R i v o l i i n Paris, in welcher das Attentat auf Alfons von Spanien und den Präsidenten Loubet verübt wurde, war schon einmal der Schauplatz eines Bombenattentats; sie hieß damals aber noch nicht Rue de Rivoli, sondern Rue Saint-Nicaise. Das Attentat fand am 24. Dezember 1800 statt und galt dem Ersten Consul Bonaparte, der sich auf dem Wege zur Oper befand. Er blieb unverletzt, aber von seinen Begleitern erlitten mehrere schwere Verletzungen. An einem Sonntag hat kürzlich der Rhein fünf Opfer gefordert. Wie berichtet wird, fiel ein auf dem Rheindampfer Neptun" bediensteter Kellner in der Nähe des Kaiserdenkmals bei Koblenz in diesen Strom. Bei Weißenthurm ertrank beim Baden ein 21jähriger Schreinergeselle, desgleichen in Niederlahnstein ein zwölfjähriger Knabe, während bei St. Goar ein Schiffer, unterhalb Remagen das Kind eines Schiffers vor den Augen der Eltern den Tod in den Fluthen fanden. Ein nobel ausstaffirtes Pärchen erschien dieser Tage, mit den Trauzeugen auf dem Lichtenderger Standesamt, um m den heiligen Stand der Ehe zu treten. Als das Brautpaar aufgerufen wurde, bat der Bräutigam plötzlich um einen kleinen Aufschub des Trauaktes. Er fühle sich nicht wohl und wolle sich nur in den Rathhauskeller begeben, um sich zu stärken. Seinen Cylinder ließ er stehen. Im Standesamt aber harrten die Braut und die Trauzeugen veraeblich der . Wiederkehr des Braut: gams. Als man nach einer halben Stunde im Rathhauskeller anfragte, war der Jüngling dort überhaupt nicht erschienen. Die weinende Braut packte den Cylinder des Widerspenstigen schließlich in Papier und zog allein nach Hause.

Oettlerzufrtedenoeit.

Von F. Bansemer. ' Ich hab kein Haus und hab kein Geld, Mein Schuh der hat ein Loch, Ein Bettler bin ich in der Welt, Und es gefällt mir doch! Am ersten küßt die Sonne mich. Wärmt mick ocr Morgenstrahl; Wie singt die Lerche meisterlich. UZruht mich und Berg uns .hal. Ich wandre, wie cS mir gefällt. e gcyr kernen etwa anl Und Satz und Liebe in der Welt Hab längst ich abgethan. Die bösen Menschen fürcht ich nicht! Und wenn s ocr Rcickne sei. Bück' ich mich drum vor keinem Wicht, Hab meme Meinung frei. Und spricht dereinst der Tod zu mir: Tu stchft an Temcm Grabt Ich lasse meine Armuth hier Und steige leicht yrnav. Dort unten find ich endlich Nub Im stillen Todtcnrcich, Auch mich deckt kühler Rasen zu. Bin dann dem Kaiser gleich. Drum, hab ich auch kein HauS und Geld, Bin arm wie keiner noch Und zieh als Bettler durch die Welt Tausch ich mit niemand doch l Moppcl. Humoreske von Adolf Thiele. Was in der menschlichen Gesellschaft der Name Müller oder Schulze, das ist in der Gesellschaft der Möpse der Name Moppel: es heißen viele so. Auch der Held dieser Geschichte heißt Moppel. Moppel befand sich in angenehmer Lebensstellung" bei einem Manne, der eigentlich gar nichts war. Für emen Geschäftsmann arbeitete er nämlich zu wenig und für einen Rentier zu viel. Trotzdem befand sich Herr Aeppelchen recht wohl: er schlief gut und erfreute sich eines prächtigen universellen Appetits. ' Frau Aeppelchen besaß Neigung zur Rundlichkeit und repräsentirte, wenn auch nicht die Reize, so doch das Gewicht zweier Grazien. Der Herr des Hauses hatte die Gewohnheit, auf seinem vormittäglichen behaglichen Geschäftsbummel seinen Freund Moppel mitzunehmen. Dem friedlichen Pärchen, dessen Anblick selbst den grilligen Höllenhund Cerberus versöhnlich gestimmt hatte, schaute dänn Frau Aeppelchen stets gewissenhaft aus dem Fesiener nach, bis sich beide gemächlich um die Straßenecke getrollt hatten, doch stets vermischte sich mit dem erleichternden Gedanken der damit verbundenen Motion das unbefriedigende Gefühl, daß ihr Mann nun ganz sich selbst überlassen sei. Lautete doch auch bei ihr das erste Gcbot: Du sollst nicht andere Götter haben neben mir! Eines Tages nun kehrte Herr Aeppelchen sehr bald zurück, um einen eiligen Brief zu schreiben. Seine Frau entschloß sich daher, dem Hunde die nöthige Bewegung angedeihen zu lassen und ihn zu einem zweiten Spaziergange zu animiren. Moppel hatte nichts dagegen einzuwenden und ging mit. Nach längerer Wanderung gelangten beide vor das Schauspielhaus. Hier bemerkte Frau Aeppelchen eine Anzahl Personen, die auf etwas zu warten schienen, und da sie nichts zu versäumen hatte, so stellte sie sich ebenfalls auf und wartete. Bald öffneten sich die Thüren des Theaters, und plaudernd und lachend erschienen die zahlreichen Künstler und Künstlerinnen, die soeben eine Probe beendet hatten. Mit ruhiger Würde, wie es einem manierlichen Mopse ziemt, hatte sich Moppel zu. den Füßen seiner Herrin niedergelassen und blickte die herausströmende Schaar etwas blasirt an, als wenn er sagen wollte: Ganz hübsche Leutchen das; können mir jedoch nicht imponiren." Plötzlich erhob er sich aber so eilig, als dies sein Embonpoint gestattete, und sprang mit dem Ausdrurk lebhaften Entzückens auf eine junge Dame zu. Trotz der größten Mühe vermochte ihn die hübsche Schauspielerin nicht abzuwehren, endlich aber gelang es ihr durch schnelles Weitergehen, den Hund abzuschütteln, der mit lustigen Sprüngen an ihr emporstrebte und dabei auf ihren zarten hellgrauen Mantel nicht die gebührende Rücksicht nahm. Frau Aeppelchen stand gleich der weiland Frau Niobe zum Felsen erstarrt. Woher kam die Vertraulichkeit dieser sonst so unzugänglichen Hundeseele? .Dies ging nicht mit rechten Dingen zu, o, da lag viel dahinter: Moppel hatte diese Bekanntschaft nicht allein gemacht,. sondern in Gesellschaft seines Herrn. Doch die resolute Dame faßte sich. Rasch trat sie auf eine der Schauspielennnen zu. Darf ich Sie bitten, mir zu fagen. wie die Dame dort in dem hellgrauen Mantel heißt?" Es ist Fräulein Emmy Lieblich lautete die Antwort. Und wo wohnt sie. bitte?" In der Murkserstraße." Und nun eiligst nach Haus! Ich weiß alles! O, es ist schreck lich!" Diese Worte waren es, die zuerst öerrn Aevvelchens Ohr trafen. Er hatte den eiligen Brief geschrieben und fortgesandt und widmete sich

nun einer seiner Lleblingsbeschaftigungen, er trommelte auf den Tisch' und

sah dabei mit zufriedener Miene einen dicken runden Aschbecher an. Es ist aräßlich!" fuhr die Dame des Hauses eifrig fort. Du bist entlarvt. der Moppel hat Dich verrathen." Was saast Du?" fragte Herr Aeppelchen etwas erstaunt und hielt im Trommeln inne. Ja, was sagst Du imitirte die Erzürnte. Kennst Du die Murkserstraße?" Freilich! Da wohnt ja mein Freund, der Cigarrenhändler Hohlauge, der mir neulich die schlechten Clgarren ausgehängt hat." Deine Verstellung hilft Dir Nichts. Ich frage Dich," und dabei stellte sich die aufgebrachte Dame vor ihren Gatten und betonte jede Silbe: Ich frage Dich: Kennst Du Emmy Lieblich?" Nee!" Wie? Du wagst noch zu leugnen?" Vergeblich protestirte Herr Aeppelchen. Alle Gründe der Billigkeit, der Wahrscheinlichkeit, der Vernunft führte er ins Treffen natürlich umsonst. Immer gewaltiger schwoll der Redeström der entrüsteten Dame. Frau Aeppelchen eute dann davon, um ihren Zorn an der Verführerin ihres Gatten" auszulassen. Fräulein Emmy Lieblich war zu Hause. Einem ungestümen Klopfen folgte ein wohlklingendes Herein, und die lebende Brandgranate schoß ins Zimmer. Fräulein Lieblich, wenn ich nicht irre?" rief die entrüstete Dame ihrer gehaßten Nebenbuhlerin entgegen. Ich werde die Gerichte anrufen. Wie konnten Sie sich erlauben, meinen Mann zu entführen?" Die hübsche Schauspielerin war zuerst etwas verblüfft, dann faßte sie sich und fragte höflich und kühl: Mit wem habe ich denn das Vergnügen?" Mein Name ist Aeppelchen, Frau Aeppelchen," Frau de Kaufmanns, Aeppelchen. Ich wiederhole Ihnen, daß ich die Gerichte anrufen werde. Recht schön, Frau Aeppelchen! Doch muß ich Ihnen noch eins bemerken: ich gehöre noch zu denen, welchen man Fallstricke legt, und bin, gottlob. noch nicht gezwungen gewesen, selbst Netze auszuwerfen. Was nun Ihren Herrn Gemahl betrifft, so habe ich gar nicht das Vergnügen, ihn zu kennen." Wie. Sie leuanen, ihn zu kennen? Nun, bitte, erklären Sie mir folgendes! Wie kam es, daß Sie vorhin beim Verlassen des Theaters mem Hund, ein Mops, so freundlich begrüßte? Erklaren Sie mir dies! Ach, Ihnen gehört der Hund?" rief die junge Dame lebhaft aus. Das freut mich, da weiß ich doch, wer mir meinen neuen englischen Mantel bezahlt, den mir der Mops so arg beschmutzt hat. Sehen Sie her!" Dabei nahm sie den allerdings nicht glimpflich behandelten Mantel von der Wand. Das ist Nebensache, den Mantel bezahle ich," sagte Frau Aeppelchen mit der Würde einer tiefgekränkten Frau. Aber der Hund muß Sie doch kennen?" Plötzlich brach Fräulein Lieblich in lautes Gelächter aus. Hier sehen Sie." rief sie. was den Hund zu seinen Freundschaftsbezeugungen veranlaßt hat!" Dabei öffnete sie ein Körbchen, das sie auf der Straße getragen hatte, und Frau Aeppelchen erblickte darin ein appetitliches Schinkenbrötchen. Zu gleicher Zeit entfann sie sich, daß der biedere Moppel wieder eine unfreiwillige Fastenkur durchmachte und seit gestern Mittag nichts zu fressen bekommen hatte. Frau Aeppelchen wurde feuerrotb, bat vielmals um Entschuldigung, .versprach die Angelegenheit mit dem Mantel heute noch zu ordnen und ging, viel langsamer als sie gekommen, davon. Beschämt, aber doch im Stillen glücklich, daß ihr Verdacht unbegründet gewesen, beichtete sie ihrem Gatten. Es folgte nun eine jener großartigen Versöhnungsscenen, die nach dem Ürtheile von Kennern eine der schmackhaftesten Würzen des ehelichen Lebens stnd. Im Dämmern. Von Albcrt Kocrth. m Dämmern crwachl i..i Herzen wieder Die heisre Tehnsucdt der Jugendzeit; Da klingen die alten frohen Licdcr, Die einst mir sang eine holde Maid. Im Dämmern fließen so still die Thränen. Die bange Frage ertönt aufs neu: Warum darf ich nur mein Haupt nicht lehnen An eine Brust, wo ein Herz schlägt treu?" Im Dämmern zieht in das Herz der Frieden, Man findet sich mit dem Leben ab; Entsagen ist unser Theil himcdcn. Vom Glück zu träumen bis an das Grab. Kathederblüthe. L:hrer: Wenn Sie etwa denken, daß Sie mir hinter meinem Rücken auf der Nase herumtanzen können, so täuschen Sie sich!Steter Wechsel. Baron: Johann, soll ich den Schirm mitnehmen? Diener: Ja, Herr Baron, ich weiß selbst nicht. Das ist heut' so ein komisches Wetter: fünf Minuten beständig und dann wieder fünf Min ten unbeständig.