Indiana Tribüne, Volume 28, Number 273, Indianapolis, Marion County, 11 July 1905 — Page 5
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fcWWIWAÄWWWWID 1 Das scidcnc KlcZd. f d Erzählung von B. NittwkAcr. I?
i? . o;; (Schluß.) Damit wendet sichrer Chef nach der Treppe des alten, winkeligen, weitläufig gebauten Patrizierhauses. Hans Werder hat schon die Hausthür erreicht, als ihm einfällt, daß er einen wichtigen Brief, der zur Post muß, vergessen hat. Rasch kehrt er nochmals in das Komp toir zurück, ergreift im Dunkeln den Brief, und dann dann findet er sich, von einem unwiderstehlichen Antrieb be herrscht, in der Thür, die zum Privatkomptoir des Chefs führt. Mit raschem Blick übersteht er alles, den Fünfhundertmarkschein dort auf dem schwarzen Pult neben dem Geldbriefumschlag, das weit geöffnete Fenster Herr Stark liebt die frische Luft draußen weht heftiger Sturmwind, und unterm Fen ster fließt das Wasser! Jch bin eben dabei, meinem Jungen einen Ertrazusäuft u sckicken." Diese Worte des Chefs klingen in ihm nach, und dann hört er sich selbst halblaut sprechen: 5lch was, er empfindet's nicht was sind ihm fünfhundert Mark? Ein Nichts, und ich mir bleibt dadurch die Liebe meines Weibes erhalten!" Sekunden nur sind vergangen, seit Hans Werder den Raum betreten hat, und schon findet er sich auf der Straße, und in seiner Brusttasche knistert ein Fünfhundertmarkschein. Hans Werder ist jetzt ganz ruhig und kalt. Nun kann Lissy das seidene Kleid haben, auch was sie sonst noch braucht.- Und ste wird strahlen vor Freude und so lieb zu ihm sein. Und es ist ja nicht, schlimm, für Stark kein Verlust, -für ihn ein unermeßlicher Reichthum! Und Verdacht? Nicht mögliche gar nicht daran zu denUn. Wie kann man auch so unvorsichtig sein, den Schein am offenen Fenster liegen zu laf;ült rne ihn zübeschweren? Da isi's leiifi&imber, wenn der Wind ihn hinausfegt! Es ist alles gut alles. Nur, ein Dieb bist Du, Hans Werder, ein gemeiner Dieb, ein ganz gemeiner Dieb! Wer ruft das nur immer? Ach so, kein Mensch, nur da drinnen klinat's, in seinem Innern, 'und der Wind braust's und unter seinen Schritten knarrt's immer, das eine Wort: Dieb-Dicb Dieb! Hans Werder verlebt die folgenden Tage wie im Fieber. Um keinen Argwohn in ihr aufkommen zu lassen, eröffnet er es erst am. dritten Abend seiner Frau, daß er nunmehr in der Lage sei, ihr eine passende Toilette zu dem Fest ZU beschaffen. Er habe sich vor längerer Zeit an einer Spekulation betheiligt, die Sache habe sich wider Erwarten schnell zu seinen Gunsten entschieden und ihm einen Gewinn von fünfhundert Mark gebracht. Sie möge nun ihre Zurüstungen treffen. Doch müsse sie über die ganze Sache strenges Schweigen beobachten. Der Chef liebe es nicht, wenn seine Angestellten sich auf Spekulationen einließen. Frau Lissy. die bisher ihrer tiefen Verstimmung noch nicht Herr geworden war. ist selig. In ihrer Herzensfreude forscht sie gar nicht weiter nach; sie versteht ja doch nichts von geschäftlichen Dingen. So voll Hingebung und Zärtlichkeit ist sie nun, daß . Hans, berauscht von diesem Glück, es wirklich fertig bringt, alle inneren Vorwürfe und schweren Gedanken zurückzudrängen. Unter eifrigen Vorbereitungen vergehen der jungen Frau die Tage bis zum Fest, und dabei kommt die ganze Liebenswürdigkeit ihrer Natur zum Vorschein; sie überhäuft den Gatten und das Kind mit Zärtlichkeiten und sieht alles im rosigsten Licht. Und dann führt HansWerder, der in einem ganz seltsamen Zustand, fast wie im Traum die letzte Zeit verbracht hat, sein schönes Weib in einer dieser Schönheit würdigen Toilette in das Haus seines Chefs, den er bestohlen hat! Und von diesem Augenblick an beginnt es. Die Reue, die quälende, nagende Reue packt ihn. In die Erde hätte er sinken mögen, als die ernst-freund-lichen Augen des bejahrten Mannes wohlgefällig auf der Erscheinung der jungen Frau seines Buchhalters ruhen, als Frau Stark Lissy 'mit herzlichen Worten willkommen heißt und ihr ein Kompliment über ihre geschmackvolle, kleidsame Toilette macht. Es ist ihm, als müsse er wahnsinnig werden. Das Blut strömt ihm zum Herzen, und er hätte laut aufschreien mögen, seine Schuld mnausschreien, um sich zu be freien. Lissy ahnt nichts von dem Zustand ihres Mannes. Sie schwimmt in Wonne, gefeiert, umschwärmt von Jung und Alt. Sie fühlt sich als Mittel Punkt des Festes in ihrer sieghaften Schönheit, zum ersten Mal an dem Platz, der :hr gebührt. AIs sie noch, ein armes Mädchen, in abhängiger Stellung lebte, da war wohl auch ab und zu rhrer Schönheit gehuldrgt wor den, aber in einer ihren Stolz verletzenden Weise. Kecke Schmeicheleien waren ihr hinter dem Rücken der Frau, bet Tochter des Hauses gesagt worden. Sie hatte darunter unbeschreiblich ae litten. Hans war der einzige, der es aufrichtig mit ihr meinte, und das hatte ihm ihr Herz gewonnen. Aber doch meint sie, ihn nie o innig geliebt zu haben. wie heute. tote jetzt, wo sie es ihm zu danken hat, daß ihre Persönlichkeit zum ersten Mal so recht zur Geltung kommt.
Voll befriedigt, noch strahlend vor
Glück, findet sie sich, nachdem die Stunden lauter Lust verrauscht sind, im Wagen an der Seite ihres Gatten. Ihre Lippen lächeln noch, ihr Herz klopft in eitler Wonne, und zärtlich schmiegt sie
sich an Hans: vJltm Liebster, Dank, tausend Dank, daß Du mir dies ermöglicht hast." Ein Aechzen kommt aus des Mannes Brust, und erschrocken forscht Lissy nach der Ursache. Nichts, nichts, laß mich ich habe Kopfschmerzen, ich muß mich erkältet haben verzeih, wenn ich mich nicht mit Dir begeistern kann laß nur, morgen ist alles wieder gut." Die erhöhte Stimmung, in der Frau Lissy stch vor dem Fest befunden hat, und die sie s? gern noch festhalten möchte, muß bald ernstlicher Sorge weichen. Hans ist mcht ausgesprochen krank, er geht täglich zur bestimmten Stunde in's Geschäft, er spricht und lacht, aber so ganz anders als früher. Kaum ein paar Bissen ißt er bei den' Mahlzeiten, und er steht nach kurzer Zeit ganz verfallen aus. Ihren besorgten Fragen weicht er aus, oder er weist sie schroff zurück, ebenso ihre Bitten, nach dem Arzt schicken zu dürfen. Für das Kind, sonst seine ganze Lust, hat er kaum noa einen Blick, und deö Abends geht er fast taglich aus. Er müsse Zerstreuung haben, Menschen sehen, er könne nicht immer zu Hause sitzen. Nachts quälen ihn schwere Träume, und morgens forscht er ängstlich, öb er etwa im Schlaf gesprachen habe. O ja, er hat gesprochen, wirre, unzusammenhängende Worte und Zahlen. Frau Lissy hat mchts davon verstanden, nur daß es sich um fünfhundert mazt gedreht hat. Kein Wunder, wo er so viel mit Zahlen zu thun hat. Der arme Mann! So versucht sie, seine Angst hmwegzuscherzen. Als der Zustand ihr immer bedenklicher erscheint, bittet, sie hinter des Gatten Rücken ihren Hausarzt, einmal scheinbar zufällig' zu kommen zu einer Zeit, da Hans sicher zu Hause ist. Aber der erfahrene Mann kann nichts feststellen als hochgradige Nervosität. Das Uebel unserer Zeit," so meint er achselzuckend und räth zu reichlicher Bewegung in frischer Luft. Am besten ein Rad anschaffen, um dem Bereiche der Großstadt so oft als möglich entfliehen zu können." - .Ach Schatz, wie gut. daß Du noch von dem gewonnenen Geld hast!" So spricht Lissy, nachdem der Sanitätsrath gegangen ist. Nicht wahr, nun kaufst Du Dir ein Rad, und dann bist Du bald wieder ganz gesund." Ich mir ein Rad? Von dem Geld? Bist Du von Sinnen für mich von dem Geld?" So schreit Hans auf, und seine Stirn röthet sich, und die Augen flackern in fieberischem Glanz. , Aber Hans, Liebster, was hast Du nur? Wie kann Dich der Vorschlag so erregen? Ach nichts, nichts ich meine, das Geld, hm, es könnten Fälle eintreten das Geld, es ist für. Dich ich will nichts davon, ich ja, und nun muß ich gehen unter Menschen, ich brauche Zerstreuung, das ist alles. Damit verläßt er hastig das Zimmer, und gleich darauf hört Lissy. wie er die Vorsaalthür hinter sich , schließt. Die iunge Frau seufzt tief und schmerzlich. vn o o t 1 1 .1 X. il oas iyr Zgans, iyr qeucier, geld mäßiger Hans, der sonst mit so viel Liebe und Geduld ihre Launen und Schwächen aetraaen hat? Nun ist's umgekehrt. Aber in der Sorge um ihn wächst und erstarkt ihre Liebe, fällt die Selbstsucht von ihr ab. Nur noch für Mann und Kind lebt sie jetzt. Das seidene Kleid hängt vergessen im Schrank. Frau Lissy denkt mcht mehr an Feste. Dann kommt eine furchtbare Stunde! , Die Frau des Prokuristen, die erst, seit Werders beim Chef eingeladen waren, Frau Lissy ihrer Beachtung für werth hält, macht ihr einen Besuch. Von dem und jenem schwatzen die beiden grauen, auch von dem herrlichen Feste chwärmt der Besuch noch, und Lissy eufzt im Stillen bei dem Gedanken daran, daß dieses Fest ihr letzter froher Tag gewesen ist. Seit dem Fest ist ihr Hans so traurig verändert. Gott,es ist ja schließlich keineKunst, so 'was zu arrangiren," so plaudert die lebhafte Frau, wenn man Geld genug hat, wenn es auf eln paar hundert Mark mehr oder weniger nicht ankommt. Denken Sie nur, gerade emen Tag, nachdem Starks die Einladungen er lassen hatten, warten Sie 'mal ja, am Montag da ist Herrn Stark aus seinem Privatkomptoir ein Fünfhundertmarkschein zum Fenster hinaus m s Wasser geflogen. Es kann nicht anders sein. Er wollte das Geld seinem Sohn zum Geburtstag schicken und ging nur noch einmal nach oben, um einen Brief seiner Frau zu holen. Als er herunter kam. war der Schein verschwunden. Her? Stark hat's selbst meinem Mann erzählt, aber ihm den Münd verboten. Er wollte sich wohl nicht auslachen las sen, denn der Schein kann nur zum Fenster hinausgeflogen sein. Es war unten gar Niemand mehr um den Weg; Ihr Mann, Frau Werder, ging eben als letzter nach Hause. Herr Stark hat mit ihm noch über seinen theuren Sohn gescherzt und ihn gebeten, die Korridor thür aufzulassen. Ja so, eigentlich hätt' ich's Ihnen auch nicht erzählen sollen. Herr Stark meint, es würde so leicht ein falscher Verdacht ausgesprochen. und das wolle er um die Welt nicht. Der alte Portier, der allein unten geWesen ist, könne es als Kränkung empfmden. Gott la, Herr Stark m wirk lich ein nobler Mensch, aber, wie gesagt. Kunststück m solchen Verhältnissen! Unsereiner thut gut, -keine Fünfhundertmarkscheine herumliegen zu lassen, I nickt wahr? So leicht wär' em solcher
Verlust schon nicht zu verschmerzen." Damit schließt die Erzählerin ihren
Bericht, und nach einer Weile bricht sie auf, denn sie glaubt zu bemerken, daß ie stört. Lissy ist ein paar Mal ausgesprungen, um nach dem Kleinen zu sehen, wie sie sagt, und sie hat ihr gar eine rechte Antwort mehr gegeben. Sie' cheint eine übertrieben ängstliche Mutter zu sein. So überlegend nimmt die Besucherin Abschied; sie ahnt nicht, in welcher Verzweiflung sie die jungeFrau j zurückläßt. . Lissy weiß nun all:s. sie sieht mit einem Mal ganz klar. Aechzend bricht sie am Bettchen ihres Kmdes zusammen. Qualen leidet sie bei dem Gedanken: Du hast Deinen Gatten zum Dieb gemacht! Kein Zweifel kommt ihr mehr. Fünfhundert Mark! Gerade die Summe, die in Hans' wirren Träumen eine Rolle spielt, die Summe, die er bei einer Spekulation gewonnen haben will, ein paar Tage nachdem sie ihn um em seidenes Kleid aequalt hat! Nun versteht sie sein Entsetzen bei ihrem Vorschlag, sich von dem Geld ein Rad anzuschaffen. Nun ist alles aus. Ehre und Glück dahin auf ewig! Scheu wird sie nun, da sie alles weiß, ihrem Manne dieses Wissen verbergen mussen, denn es würde ihn tödten, hätte er eine Ahnung davon. Der arme, arme Mann! Keinen Vorwurf hat sie für ihn, auch nicht in Gedanken. Sie allein trägt die Schuld. O. könnte sie sühnen. den Geliebten befreien von seiner Last! Aber wie? Ihr Hans wird zu Grunde gehen an dieser Schuld, sie fühlt es. Und sie kann nichts thun. Doch einen Versuch wenigstens macht sie. Sie erzahlt eines Abends, nachdem wieder ein paar trübe Tage marternd langsam vorbeigeschlichen sind, ihrem Manne von einer Geschichte, die sie ae lesen haben will. Ein Mensch hat eine schwere Schuld auf sich geladen und findet erst dann Ruhe, als er ein offenes Bekenntniß abgelegt hat. Nicht wahr, Hans." so schließt sie die geschickt ersonnene Erzählung, nur ein offenes Bekenntniß der Schuld kann einen Menschen von seiner Last befreien?. Es ist das einzige, was bleibt, wenn man etwas sehr Schlimmes gethan hat, es offen einzugestehen." Hans zögert eine Weile mit der Antwort, dann stößt er heraus: Wenn er nur für sich einzugestehen braucht, dann mag es ein Leichtes sein, Lissy. Aber bedenke, er könnte Weib und Kind haben. Besitzt er das Recht, deren ganzes Dasein zu zerstören? Nein, dann ist's schon besser, er versucht, vurch untaoeliges Leben seine Schuld zu sühnen oder, wenn er es nicht mehr tragen kann, dann mag er em Ende machen und so wenigstens den Seinen einen reinen Namen hinterlassen." Frau LlUY findet keine Entgegnung. Sie sorgt sich von Tag zu Tag mehr, Sie sieht, wie Hans leidet, wie er sich aufreibt in Gewissensaual. Und das Gefühl ihrer Schuld wächst in's Ungeheuere. Und sie, das schwache Weib, erstarkt an dieser Schuld und rafft sick auf zur That. Sie erkennt, es muß sein, und bald. Hans hat jetzt oft einen so eigenen, wirren Blick in den Augen, und seine Worte: Wenn er es Nicht mehr tragen kann, dann mag. er ein Ende machen," verfolgen sie unaufhörlich. Wie gern, o, wie gern möchte sie sich mit ihm aus sprechen, möchte ihm rathen: Geh hin zu Deinem Chef, gesteh ihm alles, ohne Rücksicht auf mich und das Kind. Nimm die Strafe auf Dich, und laß uns nachher drüben, jenseit des Meeres ein neues Leben beginnen. Aber sie weiß, das würde ihn in den' Tod treiben. Aus Liebe zu ihr ist er zum Dieb geworden, aus Liebe zu ihr würde er sterben. Also muß sie allem han deln. Sie muß es auf sich nehmen, das Ungeheuere, selbst den Gatten der Schuld anzuklagen. Sie muß die Last des Schweigens von ihm nehmen, und dann, wenn er sieht, daß nichts mehr zu ändern ist, wird er die Folgen tragen wie ein Mann. Und so geht ste denn eines Tages den schwersten Gang ihres Lebens, nachdem sie am Bettchen ihres Knaben um Muth und Kraft gebetet hat. Hinreißend in ihrer jetzt durch Leid und Schmerz ver geistigten Schönheit, ein rührendes Bild, so steht sie vor dem alten Herrn, der sie gung, wie immer, auffordert, iym lyr 5annea.cn vorzuiragen. Sie berichtet ihm alles; sie schildert die tiefe Liebe ihre Gatten zu ihr, dem armen Mädchen, das er, ohne nach außeren Gütern zu fragen, zu der Seinen gemacht hat. Sie findet für sein Bild die hellsten Farbentöne, für ihr eigenes nur Schatten. Jre Unzufriedenheit, ihre Sucht, eine glanzende Rolle in der Welt zu spielen, all das malt sie in ihrer Erregung lebhaft aus. und vx letzt, kaum noch verständlich, bringt sie es heraus, das Ungeheuere, die Schuld TJ 11 cvrt. . s in i lyres vaiien. noer es i rnaji oie seine, es ist die meine. Aus Liebe, aus übergroßer Liebe zu seinem schwachen, eiteln Weibe hat er es gethan in einem Augenblick der Schwäche. Und deshalb mußt' ich sprechen, muß ich, ihn zu befreien suchen von der unerträglichen Gewiss enöqual. Lieber Herr Stark, ich fühl's, er kann nicht eher wieder Frieden finden, als bis er von der Last des Verschweigens befreit ist. Ich will ihm beistehen, so viel ich kann. Alles will ich für ihn thun, alles. .Ich will c? rjc v . i - dz scyanoe, icu n?iu junger uno ycoiy ertragen, nur daß er Fneden nnden soll. Wollen Sie, lieber Herr Stark. wollen Sie morgen mit ihm sprechen? Ich werde ihn dann erwarten an der 2hur, damlt er keinen Verzweiflunos schritt thut, damit er gleich meine Hand
fassen kann, damit er fühlt, er bat viel
verloren, aber nicht meine Liebe!" - Martin Stark hat die Erregte ausreden lassen, ohne ihr ein einziges Mal in's Wort zu fallen, weil er fühlt, daß er ihr damit die größte Wohlthat erzeigt. Nun streicht er der jungen Frau nv. . : v t. muu vcruyigeno uoer oie ziiiernoen dnoe. Haben Sie Dank für Ihre 'ffenheit. steh will mir alles in Rube überlegen. Aber eins sage ich Ihnen schon jetzt: Sie sind eine brave Frau, in Ihrer früheren Sckwäcke und in Ihrer jetzigen Größe ein ganzes Weib. und ,ch denke nicht Heiner vom Weibe nach dieser Stunde! Sr, nun gehen Sie. und bolen Sie moraen Mittaa um ein Uhr Ihren Gatten hier ab." Am folgenden Mittaa wandert ein glückliches Menschenpaar Arm in Arm die Promenade entlang: der Mann. Hans Werder, noch mit etwas wankenden Schritten und müden Bewegungen, Frau Lissy strahlend in reiner heiliger Freude. Ihr Opfer ist weit über Er-, warten gelohnt worden. Martin Stark hat wie ein Vater mit seinem jungen Buchhalter gesprochen und ihm volle Verzeihung gewavrt. Am nachNW Ersten soll er an die m ner Mitteldeutschen Stadt befindliche Filiale deS A.f jtuu I 5 r.- i iejcgayis uoerneoem, um in anoerer Umgebung den Nachhall des Erlebten leichter zu überwinden. Die fünfhundert Mark sollen ihm, so weit sie nicht noch vorhanden sind, aus seine dnngende Bitte nach und nach vom Gehalt abgezogen werden. Herr Stark suhlt, daß er darein willigen muß, beschließt aber im Stillen. Hans Werders Gehalt statt erst in zwei Jahren schon jetzt zu erhöhen. Gehen Sie mit Gott, lieber Werder," so lauteten des gütigen Mannes Abschiedsworte, und genießen Sie Ihr wiedergewonnenes Gluck. Sie danken es Ihrer. Frau, dieser Frau, in der weibliche Schwache und weibliche Liebeskraft so ausaepraat sind, wie es vielleicht selten derFallist. Doch die Krast hat gesiegt über die Schwäche, und so prophezeie ich Ihnen Beiden eine glückliche Zukunft." ... Hans Werder bringt es durch Fleiß, Eifer -und glückliche Begabung zu großen Erfolgen in seinem Beruf. Sein Chef, der das in den jungen Mann gesetzte ' Vertrauen nicht zu bereuen braucht, übergibt .ihm im Laufe der Zeit die Oberleitung der sich' immer bedeutender entwickelnden Filiale und gewährt ihm einen Antheil am Gewinn. Im besten Männesalter ist Hans Werder ein wohlsituirter' Mann. Frau Lissy. immer noch eine schöne. stattliche Erscheinung- die 'glückliche Mutter zweier wohlgerathenen Kinder, steht dem Hause ihres eine angesehene Stellung in der Stadt einnehmenden Gatten in passendster Weise vor. Nur emeSchrulle hat sie, über die ihre Bekannten, manchmal die Köpfe schütteln: sie tragt niemals Seide. Diebstahlsentdeckung du'rch Zufall. Im Seidenenzrosbause von Alexander Rosenau in. .Berlin machte man seit längerer Zelt die unliebsame Entdeckung, daß trotz alle? Vorsichtsmaßregeln das Seidenlager von unbekannten Personen geplündert wurde. Eine Inventuraufnähme ergab, daß Waaren . zum Werthe von 40.000 Mark gestohlen waren Vei der Nachforschung nach den Dieben kam der Firma ein Zufall zu Hilfe. Ein türkischer Geschäftsmann, der fchon seit Jahren mit der bestohlenen Firma in lebhaftem Geschäftsverkehr stand, erschien, um neue Einkäufe zu machen. Bei der Auswahl der Stoffe nahm der Türke Anstoß an den ' Verkaufspreisen und behauptete, daß er die gleichen Desstns, die mit 2.75 Mark pro Meter ausgezeichnet waren, in einem Partiewaarenlager der Kaiser Wilhelmstraße für die Hälfte dieses Preises erstanden habe. Ohne über den Diebstahl etwas verlauten zulassen, ersuchte der Bestohlene den Türken, doch einmal Proben der so billig gekauften Seidenstoffe mitzubringen. Der ausländische Geschäftsfreund erschien euch bald mit den Proben, und nun stellte Rosenau fest, daß er hier Theile seiner gestohlenen Waaren vor sich habe. Er benachrichtigte die Kriminalpolizei, die bei dem Händler in der Kaiser WilHelmstraße eine Haussuchung vornahm und dort noch Reste der gestohlenen Seidenwaaren im Werthe von 13.000 iar! beschlagnahmte. Der Händler und einige andere verdächtige Personen wurden in Untersuchungshaft gebracht. Bindebriefe. Eine alte Sitte ist in Nordschleswig im Gebrauch, die sich bis in die heutige Zeit erhalten hat; es ist dies die Aussendung der Bindebriefe. Anonym stellt 'sie der junge Bursche seinem Madchen zu, und dieses hat aus Handschrift und anderen Umständen den Verfasser zu errathen und sich durch Einladung zu einem Gastmahl zu lösen." Der Bindebrief war und ist stets poetisch abgefaßt und tragt oft äußerlich das Zeichen des Bindens, indem zwischen, zwei Siegeln ein Goldfaden, ein Vastfaden oder ein Haar gespannt ist. Die Vielumworbene erhält oft zahlreiche solcher ..Bindebriefe." die am Namenstage überfandt werden. Maknng. Herr: Jst der Herr zu Hause? D i e n st m S d ch e n : Pst; bei unS darf man nur nach der Frau fra-genl-' " '
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