Indiana Tribüne, Volume 28, Number 273, Indianapolis, Marion County, 11 July 1905 — Page 4
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Jndtana Tribüne, II. Juli 1005.
Indiana Tribüne. Vnauatgeden von der ut,rg s. Indianapolis, Ind. gsrry O.Tjudinm Präsident. VeschäftSloealt Zo. 31 Süd Delaware Straße. Telephone sss. Entcred t the Pott Office ol Indianapolis as accond claa matter.
Der Zar und die Garden. (Berliner Vossische Zeitung 20. Juni.) In seinen Aufzeichnungen über den russischen Dezemberausftand vom Jahre 1325 erzählt Prinz Eugen von Württemberg, auf seiner Reise nach Peters bürg habe er in Warschau den Groß sürften Konstantin gesprochen, der ein schreckenerregendeö Bild von dem fco lutionären Geist im Heere, besonders unter den Garden entwarft Ein Zun der in 'das PreobrafchenSki'Regiment geworfen, und alles steht in Flammen." Gegen den 22. Dezember unterhält sich der Prinz in Petersburg mit dem Mi' litärgouverneur Grafen Miloradowltsch über die Thronentsagung des Groß sürften Konstantin und die Berufung seines Bruders Nikolaus zur Krone. Ich fürchte für den Erfolg,- flüftelt ihm der General zu, denn die Garden lieben Nikolaus nicht.- MaS für einen Erfolg meinen Sie? Ich kenne nichts anderes, als daß der Thronord nung nach der jüngere Bruder dem Öl teren folgt, wenn dieser kinderlos ab dankt; was haben da die Garden mit -zusprechen?- Ganz recht", erwidert Miloradowitsch, sie sollten nicht mit sprechen; haben sie es aber. bei Katharina II. und bei Alexander I. nicht ge than? Die Lust dazu fehlt diesen Präto. rianern nie.- , ES kam denn auch zu einer Militärrevolte, die aber von Nikolaus I. blutig niedergeschlagen wurde. Eine Reihe Gardeofsiziere wurde durch Pulver und Blei in das bessere Jenseits befördert, eine Anzahl wanderte in die ttafemat ten der Peter.PaulS'Festung oder in die Bergwerke von Sibirien. ES er ging ihnen schlimmer als ihren Käme raden, die unter OrlowS Führung Peter 111. erdrosselt und unter Pahlen, Subow und Bennigsen Paul I. zur Abdankung gezwungen und mit seiner eigenen Säbelschärpe erwürgt hatten. Wenn man die Geschichte dieser Palast, revolutionen studirt, so erstaunt man über die Offenheit, womit eine große Menge Ossiziere in die Anschlüge aus das Staatsoberhaupt eingeweiht wur den, über die Bereitwilligkeit, womit sie sich der Verschwörung anschlössen. Hunderte wußten um das Vorhaben: derAegillsentSsührer vergewisserte sich seiner Offiziere, die Offiziere ihrer Mannschaften; in der Thut, die Gar den haben eine bedeutende Rolle in der russischen Politik gespielt, ganz gleich, ob sie siegten oder unterlagen. Jetzt hört man wieder, daß Ver. sammlungen russischer Gardeossiziere stattgefunden haben. Vielleicht ist diese Nachricht nicht minder wichtig als alle Mittheilungen über den Empfang der .Semstwo Abordnung durch den Zaren. Gewiß, der unnfchütterliche" Zar ist durch das, was er zu hören bekam, erschüttert worden. Aber et was Neues hat man von ihm kaum ver nommen. Daß er -so etwas wie eine Volksvertretung einberufen will, wußte man längst. Aber wie sie aussehen, und welche Zuständigkeit sie haben, ob sie nur rathen oder beschließen, ob sie über Krieg oder Frieden befinden, ob endlich persönliche Freiheit gewährlei stet, ob Preßfreiheit verkündet werden soll, davon und von anderen Dingen, die in der SemftwoAdresse freimüthig behandelt wurden, sagt der Zar kein Wort. Er spricht von seinem souve rünen Willen- und von russischen Grundsätzen-, und darunter kann sich jeder denken, was er will. Woraus erfolgt, daß so ziemlich alle? ist wie zu vor. Ihrem Worte ist bisher die Ausführung nicht gefolgt", so hieß eZ in der Semftwo.Adresse, und so heißt eZ auch nach dem Empfang von PeterHof. Neu aber ist, daß einige hundert" GardeOfsiziere im KraZnoje Selo zusammenkamen, um über die Lage zu berathen, die gegenwärtig die Armee in der Gesellschaft einnimmt. Man wird nicht fehlgehen, wenn man meint, daß die offiziöse Meldung, die Gnade vor den Augen der Depeschenzensur ge funden hatte, die Dinge im glimpflich ften Lichte darstellt. Aber schon diese Darstellung muß Aufsehm erregen. Sonst allenthalben gilt der Satz: oie
Armee hat zu gehorchen, nicht zu'räson niren. In' Rußland ist es ander. Da glauden dle Garden, was sie wieder holt gethan haben, könnten fis zur Noth auch wieder thun. . Und eS ist ein Zeichen der Zeit, daß sie nicht auf die Anweisung deS OberbesehlhaberS Groß fürst Wlademir, die sein Gehilfe über bringt, still und sorgsam auseinander gehen, sondern lebhaften Einspruch er beben. Sie wollen sich nicht zu Poll zeischergen erniedrigen, wollen nicht eine Art Hinterrolle" spielen. Und was geschah daraus? Der Draht meldet nur, daß General Rehbinder für die nächste Zukunft die Einberufung einer gesetzmüßigen Versammlung- zuge sagt habe. Ob in der Zwischenzeit eine Anzahl der politistrenden Offiziere nächtlicher weile aufgegriffen und hinter Schloß und Riegel gebracht wird, wie eö jetzt in Rußland anderen Revolutionären" gegenüber Mode zu fein scheint, bleibt abzuwarten. Jedenfalls beweisen diese Vorgänge, daß die russischen Macht Hader nicht einmal mehr deS Offizier korps unbedingt sicher find. ES geht schon lange daS Gerücht, daß sich die Garde in zwei Parteien spalte, daß eS Regimenter giebt, die zu der KaiseriN'Mutter, und Regimenter, die zu der jetzigen Zaritza halten, daß be absichtigt werde, den Selbstherrscher zur Abdankung zu zwingen, nur daß die einen seinen Bruder Michael, die an deren seinen Oheim Wladimir auf den Thron erheben wollen. Daß ei nige hundert" Offiziere geheime, gesetz w'drige Versammlungen abhatten kön nen, zeigt von der fortschreitenden Anarchie im Zarenreich. Während aber die Gefahr drohender wird, be wendet eS in der Regierung immer noch bei Worten, ohne daß man Thaten sieht. ES wird kein Friede, und eS giebt noch immer keine volkstümliche Verfassung, sondern nur Mahnungen zum Vertrauen auf den unerschütterlichen und souveränen Willen deS Zaren. Und doch thäte Eile noth; die rus fische Geschichte ist lehrreich. Und Ni kolauS 11. sollte längst erkannt haben, daß eS besser ist, wenn die Monarchie durch Verfassung und Volksvertretung beschränkt wird als durch Palaftrevolu tionen und Prätorianeraufftände.
Die Japaner würden ein weiteres Stück Kulturgeschichte schreiben, wenn sie die politischen Verbannten, welche das russische Väterchen nach Sachalin schickte, befreien würden. Hoffentlich thun fie'S. Die einleitenden Schritte zur Be gehung unseres Deutschen TageS am 13. August sind gemacht. Die Aus führung ist in bewährte Händi gelegt und eS bleibt nichts weiter übrig, als um Gut Wetter" zu bitten. Die Good CitizenS League" von Brazil, Ind., ist entrüstet über den Polize'lchefder Stadt. Derselbe hatte auf Ansuchen der Liga vom Staats Oberhaupt die Weifung erhalten, auf strenge Durchführung der Gesetze zu achten. Der brave Mann that seine Pflicht, er ließ Sonntag alle Wirth schasten schließen und die Good CitizenS League jubelte ihm zu. Als es später sich herausstellte, daß er dem Gesetze zufolge die Schließung aller Geschäfte erzwäng und eö weder Milch noch Zuckerwerk zu kaufen gab, machten die SonntagLheiligen einen Bombenspektakel. Der brave Beamte sollte Schule machen. Die Herren von der Polizei er klären, die vergeblichen Anstrengungen, die sie machen um der Straßenräuber die ihr Unwesen nun in der Stadt treiben, habhaft zu werden damit, daß die vertrackten Kerle bei jedem Ueberfalle eine neue Methode in An Wendung bringen. Dadurch sei es un möglich ihnen auf die Spur zu kom men. Freilich dachten die Herren von der Polizei nicht daran, daß es an der Zeit wäre, auch ihrerseits vom gewohnten Wege abzuweichen und selbst neue Methoden einzuschlagen. Wie die Sache jetzt steht, kennt jedes Mitglied der Verdrecherzunft den Po lizeikatechiSmuö. Die Einbrecher und Straßenräuber wissen, daß die Poll zisten mit graben Nummern jede Stunde, die mit ungraden Nummern jede halbe Stunde den Weg zum Tele phonkaften antreten müssen um dem wachthabenden Sergeanten im Hauptquartier Meldung zu machen. Die Gauner wissen also, daß sie um die und die Stunde an von dem Telephon kästen entfernten Stellen des Patroulle
Gebietes vor jsder ' polizeilichen Ein Mischung sicher sind. Der Gauner weiß also ganz genau, wo der SicherheitSwächter zu einer be stimmten Zeit ist. ES ist deßhalb rath sam, daß die Polizei dieS veraltete Sy stem über den Häufen wirft und ihre veraltete Methode noch häufiger wech selt, wie der Gauner die seine.
Henne kostete $200. L a f a y e t t e, 10. Juli. Ein GerichtZfall, durch den eine Henne im Werthe von etwa 50 Cents im Werth zu $200 stieg, hat den Einwohnern des hiesigen County Grund zu vielen Ge fprächSftoffen geliefert. Tom O'Con nor von Gilboa, beschuldigte seine Nach darin, Frau Bud Moore, eine seiner Hennen im Besitze zu haben. Beschworene Aussage wurde ange fertigt und die Sache beim Gericht ein gereicht. Der anfängliche Scherz, denn als solcher war e3 betrachtet worden, verwandelte sich in bitteren Ernst. Ge schworene wurden ausgewählt. An wälte engagirt und die ganze Maschi nerie des Gerichtes in Bewegung gesetzt. In den Verhandlungen stellte sich heraus, daß Frau Moore eine Henne verkauft hatte, von der O'Connor be hauptete, daß sie fein Eigenthum fei. Der öffentliche Ankläger suchte nachzu weisen, daß die Henne gezeichnet gewe sm sei durch besondere Art und Weise in der Beschneidung der Flügel, außer dem hätte eine Zehe am linken Fuß gefehlt. Die Geschworenen brachten schließlich daS Verdikt unschuldig" ein und Frau Moore ging mit ihrem Manne stegreich heim. Die Geschworenenen kosteten dem County gegen S25, circa ein Dutzend Zeugen mußten bezahlt werden, die Anwälte heimsten ihre Gebühren ein und die Totalsumme belief sich auf $200, ein reichlich hoher Preis für eine Henne. Ein Dammstrrit und dessen -Jolgm. Als am 17. Mai des ares .1421 in London Lady Rüssel mit ihrem Gemahle zur Kirche ging und nach der Ankunft in derselben ihren gewöhnlichen Platz einnehmen wollte, fand sie zu ihrem nicht geringen Erstaunen und Verdruß denselben bereits von der Gemahlin des Lords Philipp Strange besetzt. Beide Damen waren jung, reich und schön, aber miteinander arg verfeindet, denn Lady Strange hatte bei irgend einer Gelegenheit irgend etwas Böses über Lady Rüssel gesagt, und letztere zur Vergeltung es dann an ähnlichen, schlimmen Verleumdungen und spitzigen Bosheiten wohl auch nicht fehlen lassen. Das ist mein Platz," sagte Lady Rüssel. Da ich darauf sitze, gehört der Platz mir zu," versetzte Lady Strange svöttisch. ' Das gute Recht . ist auf meiner Seite." y - ' Dcs bestreite ich." ' Unverschämte Person!" Alberne Närrin!" Lady Rüssel wollte nunmehr, im Gefühle ihres guten Rechtes, ihre, eigenfinnige Feindin von dem Platze wegdrängen, diese sträubte sich aber eneraisch dagegen. Jetzt mischten sich die beiden Ehemänner in den Streit, der. immer heftiger wurde und den die Kirchendiener nicht zu beschwichtigen vermochten. Beide streitende Parteien hatten gute Freunde und Anhänger in der Kirche. Es entstand ein allgemeiner Tumult; ehe man sich dessen versah, blitzten Schwerter, blinkten Dolche und es kam zu einem blutigen Gefecht, bei welchem mehrere Menschen verwundet wurden. Eine Untersuchung fand statt, welche ergab, daß Lady Rüssel mit ihrem Anspruch an den betreffenden Sitzplatz unzweifelhaft im Rechte gewesen sei. Also wurden nicht sie und ihr Gemahl, sondern Lady und Lord Strange als oes geschehenen Frevels schuldig erkannt und deshalb nach dem Brauche und der Sitte jener Zeit zur Kirchenbüße verurtheilt. Barfuß, in. langen Weißen Bußgewändern, mit brennenden Wachskerzen in den Händen, mußten sie durch die Straßen nach dem Kirchenportal gehen und knieend dort Abbitte leisten. Von einem Balkon aus schaute Lady Rüssel frohlockend dieser Demüthigung ihrer Feindin zu. Dies besonders vermochte Lady Strange nicht zu ertragen und sie starb bald nachher, weil Gram und Wuth an ihrem Herzen nagten. Ihr Gemahl, den der Verlust seiner jungen und schönen Gattin tief betrüb:e, brütete deshalb Rache, suchte neuen Streit mit Lord Rüssel und tödtete ihn im Zweikampfe. Das nahm wieder Lad Rüssel sich so zu Herzen, daß sie in finstere Melancholie und schließlich in völligen Wahnsinn verfiel und in solchem Zustande in einem unbewachten Augenblicke in die Themse sprang und ertrank. DieUrwahlen zum baye rischen Landtag sind auf den 10. Ju li, die Abgeordnetenwahlm auf den 17. Juli anberaumt worden.
Bleiben veutsty. Mit gewaltiger Mehrheit- hat W Detroiter Synode der deutsch-lutheri-schen Kirche unseres Westens einen Antrag, wonach in den Synodalrer sammlungen und Synodasverhandlun gen neben der deutschen die englische Sprache benutzt werden dürfe, verwzr fen. Es bleibt bei der bisherigen Besiimmung, daß auch die Verhandlung gen der deut'ch-lutherischen Synoden Amerika's in deutscher, und nur in deutscher Sprache geführt werden. " Die deutsch-amerikanische Luther: sche Kirche unterrichtet in ihren. Schu len ihre Kinder so gut im Englischen wie im Deutschen; aber sie ist und bleibt Deutsch. Das gebietet schon ihr Name: Lutherisch. Denn durch Martin Luther wurde ja die deutsch: Schriftsprache geeinigt und geläutert. Und es wäre von Seiten seiner deutschen Jünger ein Frevel an seinem Andenken und an seinem Vorbild, die; ser Sprache innerhalb der deutsch - lutherischen Kirche, sei's in . Europa oder Amerika, eine andere Sprache irgendwie gleichzustellen. Deutsch-amerikanische Kirchen bleiben der festeste Hort der deutschen Sprache in diesem Lande. Das gilt nicht nur von der deutsch-lutherischen. fondern beinahe von jed deutschprotestantischen Kirche. Und ebenso brav benehmen sich in dieser Frage die deutsch-amerikanischen Katholiken. Bei jeder Gelegenheit, und besonders auch in ihren kirchlichen Vereimgungeri wie in ihren Schulen stehen sie für daDeutsche ein. Wo aber das Deutsch: hierzulande durch 'den Staat oder sonstwie gefährdet wird, da halten deutsche Protestan ten und Katholiken brüderlich zusammen. Das hat man namentlich auch an ihrem gemeinsamen erfolgreichen Widerstand gegen das Edwards-Gesetz in Illinois und gegen das Verniet! Gesetz in Wisconsin gesehen.
tnUrihelt utv das russische Heer lAus w Fttcr kincS drutschkn EcneralktZbZ. CtfiiuiU Das soeben erschienene Vierteljahrsheft für Truppenführung und Heereskunde", herausgegeben vom Grotzen Generalstab, enthält einen bem:rkenswerthen Aufsatz :Die Russen in den Kriegen der Vergangenheit", vom Oberstleutnant . Freiherrn v. FreitagLoringhöven, dem wir einige auch für unsere Leser interessante Urtheile über den Werth des russischen Heeres ent 'nbmen: ' Die vortrefflichen Eigenschaften des russischen Soldaten sind bekannt., Ge nuqsamkeit.Ausdauer, zähe Tapferkeit, Anhänglichkeit an seine Vorgesetzten haben ihn von jeher ausgezeichnet. Unsere Führer aus der Zeit, da PreuJen und Russen gemeinsam gegen Napoleon fochten, sind des Lobes voll über . die' russischen Truppen. - ' 'Und trotz dieses vortrefflichen Menfchenmaterials weisen die Kriege Rußlands nicht wenige Mißerfolge auf. In ihrer Geschichte kehrt eine Reihe von Erscheinungen immer wieder, die als typisch gelten können, und die es nur selten dahin kommen ließen, daß die Truppe sich als ein durchaus vollwerthiges, allen Anforderungen einer kühnen.'' Kriegführung gewachsenes Werkzeug in der Hand der höheren Führer, erwies. ' Das russische Bajonett hat in den Nahkämpfen, wie sie der Stellungskrieg in Ostasien zeitigte, eine örtlich beschränkte Bedeutung gehabt, aber es hat sich auch' hier bei gezeigt, daß alle aroßen Worte, wie sie der Russe in seiner klangvollen und reichen Sprache anzuwenden liebt, nicht im stände sind, über die Thatsache hinwegzutäuschen. daß der Offensivgeist im Grunde der russischenArmee nicht eigenthümlich ist. Es konnte nicht anders sein, denn in der That haben ein unerbittliches Klima, die Tatarenherrschaft, die Willkür eines Iwan des Schrecklichen und die Leibeigenschaft ihre tiefen Spuren im russischen Volksthum hinterlassen. Für ein reges, thatkräftiges SoldatenMaterial, für eine machtvolle Jntia tive der Führung fand sich unter folchen Umständen kein geeigneter Boden, wohl aber für einen hohenDuldermuth. wie wir ihn letzthin in Ostasien sich wieder offenbaren sahen. Auch in verzweifelten Lagen verläßt er die Armee niemals ganz, er theilt sich überallhin mit, er lebt auch in jenen heldenhaften Frauen, die mitten im japanischen Schnellfeuer unbeirrt ihrer SamariterPflicht nachgegangen sind, er findet sich mit Verhältnissen ab, die einem anderen Heere unerträglich sein würden. Poetischer Glückwunsch der Meck lenburger. Der Verein der MecklenburgSchweriner zu Berlin" sandte an die Herzogin Cäcilie folgendes poetische Begrüßungstelegramm: Hil, dreimal Heil uns' Herzogin! Willkamen in Berlin! Un lat uns' künftig Kaiserin, Leim Gott, hier glücklich sin! An'n Heben strahlt de gläunig Sünn, ' Glautrodt Rosen bläuhn: So mögen ok op Barg, in Grün'n De Harten för Di gläuhn! ' Un fast un faster fling ehr Band ' De Volksleiw um Din Hart, Dat Di dat nige Heimathland En wohre Heimath ward! ' Heil, dreimal Heil uns' Herzogin! :' Röppt Meckelbörger Tru. : Un schenk uns' künftig Kaiserin ' All Glück, leiw Herrgott Du!'
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! E i n W ü n d e r k i n d a n d e r Schreibmaschine macht in Berlin Auf fehen. Der Wunderknabe heißt Erwin Kietz. Er beherrscht mit seinen 3V Jahren das kleine und große Al phabet, sämmtliche Ziffern und die gebräuchlichsten Interpunktionszeichen vollständig; gibt man ihm ein Schriftstück, z. V. einen Brief, so schreibt er ihn fehlerlos mit der Schreibmaschine ab. Diktirt man ihm, so verlangt er freilich, daß ihm schwierigere Worte vorbuchstabirt werden, aber dann schlägt er mit vollkommener Sicherheit die richtigen Tasten an. Seine kleinen Finger meistern die Tastatur der Schreibmaschine mit solcher Fertigkeit, daß er für etwa 50 Buchstaben nur drei Minuten Arbeitszeit nöthig hat. Auch mit den verschiedenen Mäschinensystemen wird er schnell fertig. Dabei ist Erwin Kietz ein körperlich vollkommen normal entwickeltes Kind; seine Leidenschaft für die Schreibmaschine, die sich schon seit etwa Jahresfrist bemerkbar macht, und die von den Eltern vergebens einzudämmen versucht wurde, hat bisher keine nachtheiiigen Folgen für feine Gesundheit gehabt. In einer Unters uchungszelle des- Korneuburger Kreisgerichts spielte sich eine furchtbare Scene ab. Der 23jährige Frank Soucha wurde wegen Diebstahls und öffentlicher Gewaltthätigkeit dem Gerichte eingeliefert und in eine Zelle gebracht, in welcher sich drei Häftlinge befanden, mit denen er ohne Grund Streit begann. Der Lärm, der nach außen drang, alarmirte die Gefängnißaufseher. Rasch wurde die Zelle geöffnet. Dem Eintretenden bot sich ein entsetzlicher Anblick dar. Zwei der Häftlinge lagen in einer Blutlache sterbend am Boden, der dritte, selbst arg verletzt, vertheidigte sich nur mit Mühe gegen den wie wüthend auf ihn eindringenden Soucha. Dieser hatte in seiner Raserei das Kruzifix von der Wand gerissen und damit semen MitHäftling Steiner niedergeschlagen. Er zertrümmerte ihm die Schädeldecke, und mit einem zweiten Schlage zerschmetterte er dem zweiten Häftling Zeschitz den Kops; der dritte Häftling kam mit leichteren Verletzungen davon. Die beiden Schwerverletzten liegen im Sterben. Soucha war verhaftet worden, weil er einen Wagen mit Pferden gestohlen, und die Tochter deö Besitzers mit dem Messer bedroht hatte. Als er mit dem Wagen davonfahren wollte, stürzte .das Gefährt - um. er selbst wurde aus dem Wagen geschleudert und schlitzte in seiner Wuth dem Pferde den Bauch auf. Nach, harter Geaenwehr wurde er verhaftet.
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k! Brote,
