Indiana Tribüne, Volume 28, Number 273, Indianapolis, Marion County, 11 July 1905 — Page 3
v w p . wcfv
ic Konferenz
Zwischen Frankreich und Deutschland mm cndgnltig beschlossen.
Operationen der Japaner auf der Insel Sachalin. Unterstützung russischer Sozialisten durch die deutschen. Falschmünzcrwerkstatt in Hamburg entdeckt. Eigenthümliche Landtagswahlcn in Bayern.
Deutschland. Vereinbarung bezüglich Marokko'S. Berlin, 10. Juli. Die 53 einbarung zwischen Frankreich und Deutschland bezüglich Marokko's, die in Paris sowie Berlin veröffentlicht Werden wird, kann hier nur als ein großer diplomatischer Sieg über Groß Britannien sowohl tote Frankreich be trachtet werden, obwohl dieselbe in einer sehr rücksichtsvollen Weise ausgedrückt ist. Sie wird eine Ueberin kunst, welche auf voller Billigung und Anerkennung der Rechte und Absichten jeder Macht bafirt ist", genannt. Man nimmt hier an, daß Präsident Roosevelt zu Paris und London seinen Einfluß geltend machte, um eine Ver einbarung zu erreichen. Den Schluß der Verhandlungen bll deten 3 Dokumente. Zuerst schrieb Premierminister Rouvier, die franzö' fische Regierung sei durch die Bespre chungen zu Paris und Berlin zur Ueberzeugung gelangt, daß die vom Sultan von Marokko vorgeschlagene Konferenz nic gegen die französischen Jxteressm"'! Marokko gerichtet sei. Frankreich gebe seine Zustimmung zur Konferenz auf Grundlage folgender Prinzipien: Die Souveränität und Unabhängigkeit des Sultans, Unver lehbarkeit feines Landes, die übliche ökonomische Freiheit, Reformen der Polizei und Finanzen, Anerkennung der Thatsache, daß Frankreich spezielles Interesse an. Aufrechterhaltung der Ordnung an der laugen Grenzlinie zwischen Marokko und Algier habe. Prinz Radolin erklärte in einem Antwortschreiben, seine Regierung sei mit den Vorschlägen Frankreichs ein verstanden. Das 3. Dokument ift von Rouvier und Radolin unterzeichnet und be stimmt, daß beide Regierungen sich verpflichten, ihre Sondergesandtschaften zu Tanger abzuberufen, sobald die Konferenz zu Fez beginnt. Falschmünze r.Werkftütte entdeckt. Hamburg, 10. Juli. Großes Aufsehen hat die Entdeckung erregt, daß der angesehene Klavierlehrer ttul ter es seit längerer Zeit verstand, mit feinern mühevollen Berufe das eintrüg, lichere, wenn auch gefährlichere Geschäft eines Falschmünzers zu verbinden. Die Wohnung des dunkeln Ehrenmannes wurde letzte Nacht von Geheimpolizisten überrumpelt und die Beamten fanden in derselben eine perfekt eingerichtete Werküütte für die Herstellung von fal schem Geld, sowie Produkte seines ge setzwidrigen Gewerbefleißes" in großen Mengen. Der Musikus fitzt mit seiner Ehehälfte hinter Schloß und Riegel und weitere Verhaftungen sollen bevor stehen. Allem Anschein nach standen die Beiden an der Spitze einer weitver zweigten Bande, die seit Langem ihr Unwesen trieb und ganz Norddeutsch land mit ihren Falsifikaten über, schwemmt haben soll. Landtagswahlen. M ü n ch e n, 10. Juli. Ungewöhn UcheS Interessen erregen die Wahlen für den bayerischen Landtag, die heute abgehalten wurden, da merkwürdiger Weise die Ultramontanen mit den So zialdemokraten und die vereinigten Li deralen mit dem Bauernbund zusam mengingen. Unvollständige Berichte, die bis 10 Uhr Abends eingelaufen wa ren, lassen annehmen, daß die Ultra" montanen und Sozialiften große Gewinne machten; sie nahmen in AugS durg, Schweinfurth, Kaiserslautern und anderen Orten den Liberalen 15 Sitze ab. Nur in Nürnberg waren die Liberalen siegreich und nahmen den Sozialiften 4 Sitze ab. Nach den vor liegenden Berichten werden die Ultra montanen und Sozialiften im Land tage eine große Majorität haben. Unterstützung russischer Sozialiften. Hamburg, 10. Juli. Das Executiv'ttomite der sozialdemokrati schen Partei deö Hamburger Distriktes
hat für die revolutionäre Sache in Rußland S2500 verwilligt. Die Sozialisten Deutschlands stehen in engen Beziehungen zu den organi firten sozialistischen Reformen in Ruß. land. Auch aus anderen Theilen Deutschlands sind den russischen Agita toren beträchtliche Summen, zur Wer
fügung gestellt worden. Grudenbrand. Dortmund, 10. Juli. In der Borussia Kohlengrube explodirte eine Lampe, mit der Knaben gespielt hatten und alsbald stand die Verzim merung in Bcand. 250 Bergleute retteten sich durch einen Luftschacht, 39 wurden durch die Flammen abge schnitten; man glaubt daß sie um kamen. Die Rettungsarbeiten find in Folge der Gase mit großer Gefahr der bunden. Japan. Landung auf Sachalin. Tokio, 10. Juli. Admiral Ka toka berichtet vom 7. Juli: Mein Geschwader fuhr nördlich und landete nach einem vorher entworfenen Plane Marinesoldaten an einem Punk te, der bereits ausgesucht war. Wider standwurde nicht gefunden, ein Theil unserer Armee war bereits gelandet." Vom 3. Juli wird gemeldet: Einer unserer Torpedobootzerstörer berichtete am Nachmittage, daß Korsa kovZk in Flammen stehe. Die Forts, welche von dem Torpedobootzerstörer vorher beschossen worden waren, schwie gen zur Zeit. Unsere Armee kam am Nachmittag veS 7. Juli zu Janguma an." Unterm Datum deö 9. Juli berichtet Admiral Kaioka: DaS Geschwader begleitete die Transportschiffe durch einen dicken Nebei am 5. Juli. Die Flotte erreichte den verabredeten Punkt am Abend deS 7. Juli. Die Flotte ging vor Anker und reinigte die See von gesührlichen Hinderniss:n. Die Transportschiffe wurden nacheinander an die Küste gebracht. Die Kriegsschiffe ließen Bar. lassen herab und halfen bei AuSschif fung der Truppen." Admiral Dawa berichtete, daß seine Abtheilung bereits am 5. Juli den Landungsplatz erreicht und Truppen an Land gesetzt habe. ES wurde eine RekognoSzirung ausgeführt, aber kein Widerstand gefunden. Nur 3 Wacht Posten wurden entdeckt., Die gelandeten Seesoldaten wurden durch Truppen abgelöst. Unsere Schiffe, welche mit Wegschaffung' von Hinder Nissen in der Fahrstraße beschäftigt waren, wurden plötzlich von den Hü geln beschossen. Am 8. Juli berichteten die Truppen durch drahtlose Telegraphie, daß Ko sakovsk genommen sei. Oefterreich'Ungarn. Durch Regenwasser der giftet. Budapest, 10. Juli. Aus merk würdige Weise hat, bei Nagy Leta, einem kleinen Städtchen in Ungarn, eine aus sieben Personen bestehende Bauernfamilie den Tod gefunden. Aus der Heimkehr vom Markte nach ihrem Dorfe tranken Eltern und Kinder, vom Durst gequält, Regenwasser, das sich im Chausseegraben angesammelt hatte. Sofort wurden sie von heftigen Krämpfen befallen und obgleich bald ärztliche Hilfe zur Stelle war, verschie den sie sämmtlich nach wenigen. Siun den. Wie da? Wasser vergiftet wurde, ift ein Räthsel. Rumänien. Kniaz Potemkin" versenkt. K u st a n j i, 10. Juli. Die Mel. dung, daß das Schlachtschiff ttniaz Potemkin" mit Admiral Kruger'S Ge schwader gestern Abend abgefahren sei. erweift sich als unrichtig. Bevor die Meuterer das Schiff verließen, öffneten sie die Ventile und ließen das Wasser im Rumpf strömen. Das Schiff sank. doch glaubt man, daß eö in einigen Tagen gehoben und seetüchtig sein wird.
Rußland.
Verhandlungen bezüglich der Meuterei. St. Petersburg, 10. Juli. Der Minister deö Auswärtigen LamS dorff und der rumänische Gesandte Rosseti'SoleSko hatten heute eine Kon ferenz bezüglich Auslieferung der Meu terer vom Kniaz Potemkin". Ruß. land verlangt die Auslieferung auf den Grund hin, daß die Leute sich des Mordes und Diebstahls schuldig ge' macht haben. AIS dieselben das Schiff verließen theilten sie mehrere hundert tausend Dollars unter sich, die im Kas senschrank waren. Die rumänische Regierung befindet! sich in einiger Verlegenheit, da sie den Leuten bei der Uebergabe versprach, sie würden als Deserteure behandelt wer den. . VersicherungSschwie r ig ketten. Odessa, 10. Juli. Der Ersatz für den Feuerschaden der in und an dem Hafen angerichtet wurde, scheint zu Verwicklungen führen zu wollen. Die ausländischen. VersicherungSgesellschaf ten erklären, daß sie für Schaden, den fie bezahlen müssen, die russische Regie rung verantwortlich halten werden. Hundert aus Versehen" erschossen. St. Petersburg, 10. Juli. Wie die Soldaten des Zaren in Odessa hausen, zeigt ein entsetzlicher Vorsall, der sich vor einigen Tagen abspielte. Im Hofe des Polizeigefängnisses wur den hundert der bei den neulichen Un ruhen verhafteten Streiker ohne jegli cheö Urtheil standrechtlich erschossen Ein Berichterstatter deS Magyar Hir lap" in Budapest befragte gestern den Stadthauptmann Neidhardt über diese entsetzliche Blutthat und erhielt die Antwort, daß dieselbe thatsächlich statt, gefunden habe. Der Stadthauptmann gab bedauernd zu, daß im Falle der hingemordeten hundert Unglücklichen kein Urtheil gefällt und die Massenfüfi. lirung durch ein Mißverfiändniß" veranlaßt worden sei. Das dicke Ende kommt noch. S e d a ft o p o l, 10. Juli. Das russische Torpedoboot No. 267 welches eS ablehnte sich der rumänischen Regie rung zu ergeben und erklärte, eS habe nicht gemeutert, sondern sei nur ge zwungen dem Kniaz Potemkin" ge folgt, kam heute hier an. Die Be mannung wurde verhaftet und an Bord deS Transportschiffes Prouti ge. bracht. Morgen werden auf allen Schiffen der Flotte Todtenümter für die ermor deten Offiziere des Kniaz Potemkin" gehalten werden. Frankreich. -Britisches Geschwader. B r e ft, 10. Juli. Am Mittag kam hier ein britisches Geschwader an; es werden eine Anzahl Festlichkeiten sür die beiden Flotten veranstaltet werden. Empfindlich. Paris, 10. Juli. Die französt. fche Regierung ist anscheinend der schnupft darüber, daß der deutsche Reichskanzler Bülow den Botschafter Fürst Radolin anwies, dem Sozialsten JaureS das Redeverbot direkt zu über Mitteln. Der offizielle TempS" be zeichnet dies als äußerst merkwürdig" und fragt sarkastisch: Glaubt der Kanzler vielleicht die Interessen Deutsch. landS zu fördern, indem er die Führer einer Partei zu wichtigen Persönlichkei ten stempelt, die nicht nur am Marke Frankreichs frißt und die Stärke aller Länder untergräbt?" Paris. 10. Juli. Premier. minister Rouvier'ö heutige Mittheilung in der Deputirtenkammer über die Ber' einbarung zwischen Frankreich und Deutschland bezüglich Marokko'S hat nach der wochenlangen Spannung, die einen Krieg herbeiführen konnte, dem ganzen Lande große Erleichterung ge bracht. Wenn auch Frankreich der Konferenz zustimmt, so hat Rouvier doch in den Vorverhandlungen die nothwendigen Versicherungen erlangt. Die wichtigste ift, daß die Konferenz nicht mit Vor urtheil gegen die französischen Verein barungen mit Großbritannien oder Spanien verhandeln soll. Deutschland hat nicht ausdrücklich seine Zuftim mung zu denselben erklärt, es enthält sich aber formell der Opposition. DleS wird als ein wichtiger Gewinn für Frankreich betrachtet.
Großbritannien.
Japaner auf Sachelin. . London, 10. Juli. Eine De. Pefche an die japanische Gesandtschaft vod Tokio meldet, daß die Truppen, welche auf Sachelin landeten, 4 russische Geschütze und eine Quantität Munition eroberten. Lord Roberts öffnet den Engländern die Augen. London, 10. Juli. Feldmar. schall Lord Roberts rief im Oberhause durch eine längere und wohlüberlegte Rede eine Sensation hervor, in der er behauptete, die Armee Großbritanniens sei ungenügend, schlecht einexerzirt und vollständig unfähig, die Stellung Groß. britannienS als eine Macht ersten Ran geS aufrecht zu erhalten. Lord Roberts gab nicht der Regie rung die Schuld, die von 'der allgemei nen Gesinnung getragen werde, son. dern er griff scharf das englische Volk an, das der Armee gegenüber keinen Patriotismus zeige, bis Gefahr vor Handen sei. Dann sei der Soldat der Liebling des Volkes, aber diese Begei sterung sei nur vorübergehend, sie führe nicht zur Selbstaufopferung und ver schwinde mit der Gefahr. Die Lehren deS südafrikanischen Krieges seien vergessen worden. Er zögere nicht zu erklären, daß die Streit macht Großbritannien, im Ganzen genommen, jetzt ebenso unvorbereitet und ungeeignet sür einen Krieg sei, als zur Zeit, da der südafrikanische Krieg ausbrach. Nur durch Konskription oder ein praktisches System allgemeiner Aus bildnng für den Kriegsdienst werde eS Großbritannien möglich sein den An forderungen eines Krieges zu ent sprechen. SchwedM'Norwegen. Zur Begrüßung des deut schen Kaisers. Stockholm, 10. Juli. König Oskar und Kronprinz Gustav werden am 13. Juli auf der königlichen Zlacht abfahren um den deutschen Kaiser zu Gefle an der Ostküfte zu treffen. Sase-Lall. Die gestrigen Spiele resultirten wie folgt: AmericaN'Association. St. Paul, 10. Juli. St. Paul. ...0000002305 LouiSville . . . . 1 02003000 6 Batterien Ferguson und Noonan; Stecher und Kenna. ttansaö City. 10. Juli. KansaS City.1 00001000 02 ColumbuS...0 0011000013 Batterien JSbell und Butter; Donner und Pierce. MinneapoliS, 10. Juli. MinneapoliS...0 2000100 3 Indianapolis. .0 0100010 0-2 Batterien Stovall und Schmetch; Reidy und Weaver. National Liga. Boston, 10. Juli. Boston 01200000 3 Philadelphia. ..01000100 02 Batterien Joung und Moran; Corridon und Abbott. ' Pittöburg, 10. Juli. PittSburg 000001001 Chicago 00220000 4 Batterien Hillebrand, Case und Carrish; Weimer und Kling. wölf Jahre auf der Suche nach . . . . einem vrvrn haben sich die Testamentsvollstrecke? eines Schneiders in England befunden, der im Jühce 1892 als Greis von 94 V r, w cn " , fahren vernaro uno tw cuui'ycu von vollen 20 Millionen Mark hinterließ. Nach langen vergeblichen Bemühungen. Personen, die dem reichen Erblasser verwandtscbaftlich nahe standen, ausfindig zu machen, erkundeten die Suchenden endlich. Dato von i entern nruhfr möalickierweise'ein Nachkomme Na mens Richard Roberts noch am Leben sei. Die Spur führte sie nach Durham, und hier lernten sie in der Person eines 72jährigen Dienstmannes einen Träger dieses Namens kennen, der sich in der That als nächster und einziger Verwandter des zwanzigfachen Millionärs erwies. Der Alte, der von dem ?ode und dem hinterlassenen Vermö cen des Onkels nichts wußte, war über V . m W P W l . die Nachricht von ver i$ioi,$asi oerari überrascht, daß er rn den nächsten Ta hin kaum zu schlafen oder zu essen der mockte. Es werden ihm nicht nur die zwanzig Millionen, sondern auch die Simeszmsen zufallen, vie fene m den Zlwolf Jahren auMa't haben.
Japanisch-russische FriedenSunter
Handlungen zu Schiff. Weil es in der Bundeshauptstadt Washington im Hochsommer so heiß ist. kam Präsident Roosevelt auf den guten Gedanken, für die japamschen und russischen Friedensunterhändler die ihm zur Verfügung stehende und fd).??r häufig von ihm benutzte, zur ftloin der Vereinigten Staaten gehörige Jacht Mayflower" einrichten zu lassen. In ihr könnten sie dann bei kühlender Briefe auf dem unteren Potomac, oder auch in der ChesapeakeBai, oder gar von letzterer aus. auf dem eigentlichen Ozean ihre Berathungen halten, geschützt nicht nur gegen die Washingtoner Hitze, sondern auch gegen Sensationslügen der gelben Presse. Raum genug würden die Herren auf der Jacht haben; denn diese gehört nicht zu den kleinen Rennjachten, sondern ist ein DoppelschraubendamPfer. ein Kreuzer dritter Klasse und bat eine Batterie von zwei fünfzölligen Schnellfeuergeschützen, zwölf Sechspfündern und zweiMaschinengeschützen. Die Herrichtung der Jacht Mayflower" zu ihrem neuen Zwecke geht jetzt im Brooklyner Schiffsvauhofevor sich. Und Roosevelt bedient sich für seine Person jetzt der kleineren Jacht Shlph". Die Herren Diplomaten nebst ihrem Gefolge werden auf der Mayflower" alle Bequemlichkeilen haben, und bei der Nähe des Landes werden sie sich, so oft sie es für nöthig Kalten, auch des Telegraphen bedienen können. i Es wäre nicht das erste Mal, daß ffriedensunterhandlungen zu Schiff stattfinden. So gingen zmn Beispiel Besprechungen zwischen den englischen und amerikanischen Unterhändlern über die Beendigung des zweiten englischen Krieges der Vereinigten Staaten auf einem Schiffe vor sich. Der Friedensschluß selbst erfolgte freilich zu Lande in der flandrischen Stadt Gent. Auch damals, wie jetzt im Falle Rußlands und Japans, stieß das Bemühen, einen Waffenstillstard für die Dauer der Zsriedensunterhar.dlungen herbeizuführen, auf Schwierigstten. Und weil es damals noch keine Telegraphen, geschweige denn Ozeankabel gab, trat der merkwürdige Fall ein, daß sogar fünfzehn Tage, nachdem am 24. Dezember 1814 in Gent der Friedensschluß unterzeichnet war. eine Schlacht zwischen den Engländern und Amerikanern stattfand der ruhmvolle Sieg Andrew Jackson's bei New Orleans am 8. Januar 1815. Ter Abschied vom Leben. Aus Tokio berichtet die Baronin Tivenot in der N. Fr. Pr.": Es wird hier viel gesprochen über den mit ungewohnlichem Wagemuth unternommenen Rekogncszirungsritt Major Naganumas. der mitten hinein in feindliches Gebiet drang, und dem es glückte, nach Erlangung wichtiger Informationen mit nur ganz geringen Verlusten nach zwei Monaten zurückzukehren. Zu den Wenigen aber, die fielen, zählt Hauptmann Asano. Am Vorabend des Aufbruches zu diesem großen Ritt, von dem 'nicht mehr zurückkehren sollte, schrieb er in Erwartung seines Todes einen Abschiedsbrief an seinen Vater, der in den eigenartigen und noch immer unerschlossenen japanischen Charakter hellen Einblick gewährt und daher von allgemeinem Interesse scheint. Der Brief lautet: Heute um 10 Uhr werde ich an der Spitze von 75 Mann, die aus der Kavallerie - Brigade gewählt wurden, abreiten. Unsere Aufgäbe besteht darin, in den Rücken deö Feindes zu gelangen, seine Positionen und Stärke auszukundschaften, seine Kommunikationslinien zu unterbrechen und nach Möglichkeit die Ausführung seiner Pläne zu verhindern. Wahrscheinlich werde ich während 50 oder 60 Tagen keine Nachricht von mir geben können. Wir sind entschlossen, weit in die russischen Linien vorzudringen und vertrauen bei diesem Unternehmen auf die gnädige Führung Schakas (Buddha); möge er uns jetzt Gelegenheit geden. in wenn auch geringem Maße die unendlichen Wohlthaten, die unser Land von den Herrschern seit Jahrtausenden empfangen hat, zu vergelten. Dies ist der einzige Wunsch deines unwürdigen Sohnes in diesem Augenblick; er übernimmt seine Pflichten mit höchstem Glücksgefühl. Wir haben aber einen langen, gefahrvollen Weg vor uns." Ich selbst komme wenig in Betracht, aber die unter meiner Fübrung stehenden Leute sind so tapfere, tüchtige Soldaten, daß Hoffnung auf Erfolg ist. Ich bitte dich, beruhigt zu sein: denn ich schwöre es. ich werde weder dem Namen meines Vaters noch meiner Familie Unehre machen. In diesem Augenblick des Aufbruchs habe ich einen Vers geschrieben, der mein Abschied vom Leben fern soll: Ist das Leben nur ein Trcnim, Warum dann träumend leben! Viel besser ift es doch, zu fallen. Ehe noch die Blume welkt. Unterschrieben: Rikitaro, das Kind an deinem Knie." Der Hauptmann Asano hat seinen letzten Brief mit dem Kindernamen unterzeichnet, den ihm die Eltern gaben, als er noch an des Vaters Knie lehnte." Der k ö n i g l. sächf. Generalleutnant z. D. Poten, VorstandsMitglied des Leipziger RennclubZ, ift im Alter von 60 Jahren zu Dresden Keßorben.
ftForti. New York Central Lines. Wsecursionen Sonntag, den 16. Juli. Cincmnatl..S1.50 Spezial-Züge verlassen Jndianapolik 7 Uhr Morgens und verlassen Cincinnati um 7 Uhr Abends. Terre Haute-81.00 Runv-Greencastle-75 Cts. fahrt. Special-Aüge verlassen Indianapolis 7.30 Uhr Morgens und verlassen Terre Haute um 7 Uhr Abends.
NordMchiganRcsorts Schnell und bequem erreichbar, via Pennsylvania Linien und Grand RapidS und Jndiana Eisenbahn.' Kein Waggomvechsel. Der ..Nortbland Limited" Zug. taalich nach Grand Rapids, Ottawa Beach, MuSkgon, Cadillac, Traverse City, Northpott, Petoskey, Bay View, Wequetonsing, Harbor Sprinas, Charlevoir, St. Jgnace, Mackinac und anderen Punkten. Durchlausende Schlaf- und Speise-WaggonS. Sonntag. 25. Juni, um 7.20 Ubr Abentt, die Schlafwaggon'Linie wird etablirt von Indianapolis via Richmond und der G. R. & I. Eisenbahn, (The Fishing Line). Für Scylaswaggon Neservauon wende man an die Ticket-Agenten oder W. W. Nlchardsvn, A. G.P.Ä. Indianapolis. PennMania Linien. $1 Laie UWww n. zurfict $1 Sonntag, 6. Juli. Abfahrt von Indianapolis um 7 Uhr Morgens ; Retourfahrt von Maxinkuckee 6 3 Uhr Abends. Züge ersten Ranges Schnelle Zeit!Z Zu bequemen Stunden ! 14 I? 6 6 Züge zwischen Indianapolis und Cincinnati. Züge zwischen Indianapolis und Dayton. Züge zwifchen Indianapolis und Toledo und Dettoit. Züge zwifchen Indianapolis und Decatur, Illinois. 4 Züge zwischen Indianapolis und Spnngsield, Illinois. Parlor Waggon an altn Xagtl und Schlaf aggonS an allen Nacht-Züge. Indianapolis Office : Union Bahnhof und 8 Nord Illinois St. R. P. Algeo, D. P. A. LAKE ERIE & YESTERIi R. R. ....Fahlzeit der Züge.. bsahrt kuns loledo. lzicago und Mchigaa rxreßt 7.15 UOJEi ftoltbo, Stttoit und hirago trn 1S.10 t S.U Vichtgan Uy, Muncu u.Lasayetttpl 7J0 flO.M tS glich t ausgenommen Conntagl. Indien besitzt 15 Prozent oer Gcsammtbevölkerung der Erde. In Georgia gibt es über 7,000.000 Pfirsich-Mwme. die Früchte tragen. Europas Bierprodukt i o n hat im Jahre 1904 fast L.000,. 000.000 Gallonen erreicht. Reicher Kindersegen ist der Familie des Strumpfwirkers Schirmer in Kirchberg. Sachsen, beschieden; zu der bereits mit 14 Kindern gesegneten Familie brachte der Storch jüngst noch Drillinge. Muthr und die drei Sprößlinge, zwei Knaben und ein Mädchen, befinden sich wohl. Mordversuch aus Heimweh. Vor dem Landgerichte in Chemnitz. Sachsen, hatte sich das 1891 in Tierschen. Böhmen, geborene Dienst madchen Johanna Jppold wegen Mordversuchs an dem drei Wochen alten Kind ihrer Herrschaft, eines Bäckermeisterehepaars in Schlettau. zu verantworten. Zur Thätigkeit des Dienstmädchens gehörte auch die Pflege des Kindes. Da diese Arbeit dem Mädchen nicht behagte, so beschloß es. sich derselben dadurch zu entledigen, daß ti btm Kinde Seifenpulver zu schlucken gab. Bei einem zweiten Versuche Kurde die Jppold überrascht. Das Kind war schwer erkrankt. In der Verhandlung gab die Attentäterin an, daß ihr Beweggrund zu der That Heimweh gewesen sei. Sie wurde zu zwei Jahren Gefängniß verurtbeilt.
