Indiana Tribüne, Volume 28, Number 272, Indianapolis, Marion County, 10 July 1905 — Page 4
Indtana Tribune, 10. tiU, 1005.
Jndiana Tribüne. Httaulgeytbku von 1 SuttnKf t tt. Indianapolis, Ind.
garry O. Thudlum . . . . Pr!fidet. SeschäftSlocalt sto, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269. Entcred at the Fott Office ot Indianapolis a tecoad dan matter. Die erste Pflicht der Polizei. Daß die Polizei, seit sie nahezu im Dienste der sogenannten Resormbewe gung fteht, ihren eigentlichen Zwecken, das Bürgttthum gegen Verbrecher zu schützen, nur beiläufig gerecht wird, ha den die Ueberhandnahme von Straßen raub, Diebftahl und anderer Verbrechen gegen Leben und Eigenthum mehr als zur Genüge bewiesen. Die Meute der Temperenzler und andtter FanaMer hat eZ erreicht, daß die Polizei ihrer wirtlichen Bestimmung entfremdet und beinahe gänzlich in den Dienst der hirnverbrannten Heuchler gestellt ist. Während eifrig darüber gewacht wird, daß nach elf Uhr Abends die Wirthschaften, wo der Genügsame eins gegen den Durft oder der Ungenügsame einZ über den Durst trinken kann, ge. schlössen werden, blühen Raub, Ledenö bedrohung und Diebftahl auf offener Straße und die Polizei ist ohnmäch tig; denn die Mannschaften müssen die Wirthschaften abpatrouillireu, anstatt ihre Aufmerksamkeit den Verbrechern zu widmen. Mayor Holtzman war vernünftig ge nug, dem Gouverneur die gilfe der Polizeimannschaft zur Verfolgung sei ner Anti'WettrenneN'Marotte zu der weigern, und! so die Polizeimannschaft unserer Stadt noch mehr zu zersplittern Er würde aber der Bürgerschaft und seinen eigenenZlpolitischenÄspirationen noch weit größere Dienste leisten, wenn er einfach erklären würde, daß unsere Polizei in erster Linie für die Sicherheit der Bürger zu sorgen habe und erst wenn diese vollständig gewähr leistet ist, dann könne man sich den LuxuZ gestatten, erzieherisch auf die Moral der Bürger zu wirken. Die Sonntagsgesetze sowie die übrigen Ver rücktheiten. durch die eine Minderheit von Temperenzheuchlern die Welt ver bessern will, sind so wie so dem Untergang geweiht und sind in der Rede des berühmten New Jorker DiftriktanwaltS Jerome, die er auf der Durchreise in KansaS City hielt, sehr richtig als der zurückgebliebene .Bodensatz deZ Puri tani-muS gekenntzeichnet worden. Die männlichen - SSorte dieses Schreckens aller New Yorker Gesetzesübertreter fuTTf Ri rmb itnfr Strtrtrttt?r ft?nfr UUIU tty MMty Mtit (jwttutitv ytttttt . t . n. -.v? oie ugten iqreloen, ne oeroieneu rvei teste Verbreitung. ' Der SonntagZzwang ist der zurück gebliebene Bodensatz deS PuritaniS muS," . sagte Herr Jerome. Die Ge setze, welche zum Zweck haben, die WirthschaftenIan'Sonntagen zu schlie ßen, find einfach lächerlich. Sie drücken keineswegs den'jWunfch der Bevölkerung aus, höchsten? Das, was in den am weitesten hinter dem Zeitalter zurückge bliebenen Landdiftrikten als Inbegriff der Moral gilt. Im Lande mag ein derartiges Gesetz am Platze sein, für eine Stadt taugt eö nicht. ES sollte zwei GesetzeSrollen geben. In der einen sollten alle die moralischen Anftredungen der Landbevölkerung Ausdruck finden; in der anderen die Gesetze verzeichnet stehen, welche für moderne Mensch.n geeignet find. Gouverneur Folk (bei unS würde er Hanly gesagthaben) mag eS fertig bringen, mithülfe der StaatSmiliz die Wirthschaften zu schließen, will er sie aber geschlossen halten, so wird die Miliz beständig unter den Waffen blel ben müssen. ' DaS Unheil, welches finnlose Ge etze in diesem Lande anstiften, ist entfe&lich. Wir Amerikaner find im All .gemeinen ein moralisches Volk, aber wir find eine gesetzliebende Nation nur so lange und insofern als es sich um gute Gesetze handelt. Kein Gesetz aber ist gut, welches nicht der Meinung' auSdruck einer überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung ist." Daß Herr Jerome, der erfolgreiche Bekämpfe? der Tammany Korruption in New Jork geläuterte LebenSerfah rungen und breitere Anschauungen wie Hanly, Van Arödale und Konsorten und selhft die JRtXal vertritt, wird kein einigermaßen vernünftiger Mensch bestreiken wollen. Auch bestreitet nfo mand, daß . eine vernünftige Regul!
rung der. Wirthschaften nöthig ist. Aber die puritanischen Verrückt heiten, welche unsere Polizei unterstützen soll, zum Schaden der Sicherheit von Leben und Eigenthum, sollten in unse rem Gemeinwesen nicht länger geduldet werden.
Verbrechergesindel macht sich zur Zeit in unseren Straßen in unverschämter Weise breit. Dieses zu unterdrücken und aus der Stadt zu jagen, ist die erste Pflicht unserer SicherheitZbe hörde". Sie muß die ganze Polizei' macht der Stadt auf diesen jedem Bür ger so wichtigen Punkt conzentriren, man soll lieber dem Durft der Bürger Freiheit gewähren als den Verbrechern. Wenn Folk und Hanly dasselbe thun ist es doch immer grunöverschie. den. Wie nöthig der deutsche Unterricht den amerikanischen Bürgern ist, beweist das Muckerthum. Judem man die Freiheiten der Bürger durch polizeiliche Ausficht be schränkt, giebt man den Verbrechern die größte Freiheit. Der Zar hat seinen Kniaz Po temkin" wieder. Die Meuterer waren zu anftündig, um das Schiff an die Japaner zu verkaufen. Admiral Krüger bekam sofort Muth den Kniaz Potemkin abzuholen als die Mannschaft das Schiff verlassen hatte vorher war's zu gefährlich. Wenn unsere Polizei weniger Auf merksamkeit den anständigen Bürgern und mehr dem Verbrechergesindel schen ken würde, so würde der Bevölkerung besser gedient sein. - Wenn Hanly die Bürger noch weiter drangsalirt giebt'S nächste Mal einen demokratischen Gouverneur. Die Bürger werden' müde von Land jockelS Morallehren anzuhören. Die deutsche Riege schwimmt nun seit Donnerstag aus dem Weltmeer, um in die alte Heimath zurückzukehren. Hoffentlich bringt sie der Blücher"- so wohlbehalten nach Hause wie der Moltke" sie hergebracht hat.Man kann eZ den Chinesen nicht übel nehmen, daß sie Vertxetung bei den FriedenZunterhandlungen wün schen. Sie haben so oft die Zeche bei internationalen Friedensgelagen be zahlen müssen, daß sie scheu geworden find. England hat wieder mal umsonst gehetzt. Die deutsch.franzöfischen Be Ziehungen sind besser denn je zuvor. Die Katzentücke deZ britischen Löwen ist so allgemein erkannt worden, daß jede aus London stammende Meldung mit Mißtrauen aufgenommen wird. Wenn erst mal die gemeinen Ver brecher unterdrückt sind, dann könnte man versuchen die Moral ver ehrlichen Bürger zu heben. Den Wettsreunde" einen nin" für ihr Geld zu geben, hält der Gouverneur für unnöthig, es ist ihm lieber wenn die Bürger einen run" für ihr Geld auf die Privatbanken machen. Er vergißt leider, daß im ersteren Fall nur Pserde, im letzteren aber die Depositoren rennen müssen. - Polizeiliches. Noah Hill, No. 1234 Wil liamS'Straße wohnhast, wurde von den Radlern Morgan und Samuels als irrfinnig in Gewahrsam genommen. W m. M e r k , ein Buchhalter aus Pittöburg, Pa., der beschuldigt ist, daS Hotelgesetz verletzt zu haben, fiel den Radlern Hull und Chine in die Hände und wurde verhastet. Henry Kahn, 530 Süd Penn sylvania Straße, der beschuldigt ist, ein Mädchen geschlagen zu haben, wurde im Hause 541 Oft Court Str. verhaftet. , Bei seiner Verhaftung setzte er den Beamten solch energischen Wi deastand entgegen, daß er sich eine zweite Anklage znzog. Richter Whallon wird seinem Fall heute seine Aufmerksamkeit widmen. S a m u e l G o i n S, der sich das sonderbare Vergnügen gemacht haben soll, mit einem Stück Kohle in Sam StephenS Wohnung, 1005 Virginia Ave., die Lampe vom Tische zu ver fen, wurde verhaftet. GoinS soll von StephenS aus dembause beordert war den sein und au? Rache soll er dann daS Hau? bombardkrt haben. - '
Deutsch'SüowLftafrika
Unter der Spitzmcirkc Trübe Zci im in Südwcst" wird der Wcltkor respondenz" aus Swakopmund ge. schrieben: - Im Lande ficht es trostlos aus, Raub und Mord sind an der Tages Ordnung, überall zeigen sich die Hcre ro und bilden einen Schrecken für unscrc Farmer! So die Ermordung der armen Frau Schenkel, dicht bei Okafjanoja. In Windhuk dringen nacht lichcrwcile Herero ein und werden nur durch Zufall entdeckt. Tags da rauf stehlen sie das Vieh der katholi schcn Mission bei Äindhuk und er morden den Wächter; in Trupps von 50 bis 70 Mann beunruhigen sie die rund um Windhuk liegenden Farmen. Cm Süden machen es die Hottcntot' len ebenso, überall treten sie auf und verschwinden, wenn unsere Truppe sich nähert: llnsicherhcit herrscht im ganzen Landc?. Dabei thut unsere Truppe alles, was in ihrer Macht sieht, fast immer bringt sie cincnTHcil, wenn nicht alles geraubte Vieh der Farmer zurück, JZuhe ist für sie zur Mythe geworden! Gegenüber der Tücke und .Hinterlist deZ eingeborenen Gegners vermag olle Aufopferung und Tapferkeit nur wenig zu fruchten. Der Typhus dczimirt unsere Tnü fcc; Mangel an Wasser und Futter hindert ihre Beweglichkeit an allen Ecken und Enden. 2Mir kann in fach unsere Tr.lppe nicht leisten, ob schon Offiziere und Mannschaften un ausgesetzt dem Feinde auf den Fersen bleiben und ihn nicht zur Ruhe kom. men lassen. Ja, wenn Südwestafri. ka nicht so groß, der Gegner stand' baft und die Lebensverhältnisse, Was. serverhältnisfe, die Wege besser wären, dann gäbe es schon längst keinen Krieg mehr. Flüchtende Hottentotten zu stellen, ist ebenso schwierig, als einen Haufen Spreu, in den der Wind bläst, beisammen zu halten. Tazu braucht man Geduld, Zeit und Ruhe. Ter stellvertretende Gouverneur, RegienmgSrath Tecklenburg, und Fi nanzdirektor Pahl unternahmen kürz, lich eine Reise nach Lüderihbucht zur Klärung der Landilngsverhältnisse an dem genannten KaMlatze .. Sfelfi" nend wirdas Lanowilge?chast auch iert der Woermannlime übertragen werden und damit in die rechten Hän de kommen. Ter Krieg ernährt und verzehrt. Tie Nichtigkeit dieses Satzes kann man so recht am hiesigen Platze kennen lernen ; immer mehr entwickelt sich Swakopmund, jeder Tampfer bringt neue Zuzügler, ein Geschäft neben dem anderen entsteht und gedeiht, einstweilen wenig siens! Swakopmund zählt ohne Truppe und deren Anbang zur Zeit etwa 1500 Weine und etwa 2000 Farbige, eine Zahl, die bisher nicht erreicht worden war. Sawa Morofow, der russische Wollkönig", der in tn letzten Bewegungen eine hervorragende Rolle gespult hat, ist vor Kurzem im Aster von 44 Jahren gestorben. Er beschäftigte in seinen Etablissements über 70,000 Arbeiter, die er in humanster und freigebigster Weise behandelte. Viel bemerkt wurde seine muthige Haltung gegenüber den Vertretern der russischen Autokratie, denen er als Führer der Liberalen entgegentrat. Zu Beginn des , Krieges spendete er hunderttausend Decken für die mandschurische Armee. Kurz darauf wurde er durch die Mittheilung überrascht, er könne die Decken billig zurückkaufen. Die Beamten der Militäradministration hatten sie für sich zurückbehalten und wollten sie durch Zwischenhändler zu Geld machen. Von nun an betheiligte sich Morosow an UU ner Veranstaltung für Kriegszwecke. Vom Großfürsten Sergius zur Nede gestellt, erwiderte er ihm unumwunden, von den Spenden bekommen die Soldaten nichts. Als auch Trepows Interventicn sich als vergeblich erwies, übergab ihm der General einen Paß mit dem Bemerken, er solle freiwillig ins Ausland gehen, da seine Haltung illoyal sei. Morofow antwortete mit der Drohung, daß er seine Fabriken sperren lassen werde. Man ließ ihn unbehelligt. Der Verstorbene gehörte zu der Sekte der Altgläubigen,' die erst jüngst die Gleichberechtigung erlangten und c bildungsfeindlich galten. Dennoch hatte Morosow das Doktorat der Naturwissenschaften erlangt und war ein durchaus fortschrittlicher Mann. Besonders eifrig förderte er die jungrussische Literatur und Kunst. Als es sich um die Befrewng des verhafteten Dichters Gorki handelte, erlegte er die erforderliche Kaution Wie Nürnberger n a o 1 1 schen Kollegien beschlossen die Verleihung des Ehrenbürgerrechtes an der Kommerzienrath Heinrich Berolzhei nur in Anerkennung seiner großartig gen Schenkungen für das Gemeinwohl. Jn Be.rn erschoß sich der durch seine Bergauszugprojekte auf Wetterhorn. Montblanc und Eiger bekannte Ingenieur Regierungsbaumeister Feldmann aus Rheinpreußen in-, folge Gemüthsstörung. Feldmann hat sich durch den Bau der Elberfelder Schwebebahn einen Namen gemacht. Die unglückliche That ist um so auffäl. liger, als Feldmann in durchaus soliden Verhältnissen lebte und die Ausführuna verschiedener Bahnen nach sei. nem System. in Aussicht stand. ...
Gestrandete Existenzen.
Cet deutsche Hilf5vkr,in In Pari und sei segensreiches Wirke. Die letzte Zufluchtsstätte aller Deutschen, die in Paris strandeten, bildet der dortige deutsche Hilfsverein, dessen Sitzungen Gelegenheit zu einem interessantenMenschenstudiumbieten. Man hört da alleMundarten deutscherZunge und sieht alle Abstufungen von Rathlosigkeit, Elend und Gaunerthum. Nur wer einmal einer Sprechstunde dieses Vereins beigewohnt, hat einen Begriff, wie viel Abenteurerlust, wie viel unsagbarer Leichtsinn von Deutschland her die Wanderung nach der Seinestadt antritt. Da ist eine Kaufmannsfrau. Sie hat in Berlin fallirt und ist mit ihrem kranken Mann und drei Kindern nach Paris gekommen, auf's geradewohl und ohne sichere Aussicht aus Verdienst. Alles Entbehrliche ist längst im PfandHaus, der Hilfsverein hat sein Möglichstes gethan, er kann jetzt nur noch der ganzen Familie freie Rückreise gewähren. Aber das ' wolle und 'könne sie nicht annehmen, sagt die Frau und zieht ab. nachdem sie ein letztes Mal eine Unterstützung und einige Bons für Fleisch und Brot erhalten. Es kommt eine Elsässerin. eine Frau weit über die Siebzig und hat nicht einmal einen Platz, wo sie ihr Haupt hinlegen kann. In Deutschland hätte sie Anrecht aus Altersversorgung. Aber sie kommt wieder und wieder, weint und lamentirt, bis man ihr ein paar Franken gibt; sie weist die einzig vernünftige Lösung hartnäckig zurück. Weiter: Ein Artist, hübsch, blaß, hochmüthig, in pelzbesetztem Ueberzieher. Die Hoffnung, eine Anstellung zu erhalten, hat ihn nach Paris gelockt, aber einstweilen sitzt er auf der Straße. Einen Bon für ein warmes Abendessen nimmt er zwar an, doch die Adresse eines Arbeitshauses, wo er Wohnung und Nahrung finden würde, beäugt er mit geringschätzigem Lächeln. - Auch Dienstmädchen, die die Hoffnung auf guten Verdienst nach Paris gelockt, sucben häufig Rath und Hilfe beim Teutschen Hilfsöerein. wenn sie stellenlos ,.vAd in Wh gerathen sind. Jungen, kräftigen Männern 'gibt öer Verein nur einen Zehrpfennig für die Wanderschaft; diese werden nämlich nicht, wie Frauen, - Kinder und Schwächliche mit der Bahn Heimtransportirt. sondern müssen zu Fuß heimmarschiren. Für den Heimtransport der' Parismüden überläßt die französische Nord-' und Ostbahn dem Hilfsverein Fahrkarten dritter Klasse zu halben Preisen, während die deutschen Bahnen von der Grenze ab freie Fahrt gewähren. Zwischen 400 und 600 Personen werden auf diese Meise jährlich von Paris aus nach Teutschland zurückbefördttt. Die Einnahmen des Vereins, etwa $15,C00 im Jahr, reichen bei Weitem nicht aus, allem Elend zu steuern. Viele alte Leute erhalten regelmäßig wöchentliche oder monatliche Gaben, in manchen Fällen auch unentgeltliche ärztliche'. Behandlung. Unter den Gebern stehen übrigens neben .den Mitgliedern an erster Stelle der deutsche Kaiser, der Prinzregent von Bayern und 26 deutsche Städte. J.m Ochsen-Automo-b i l. " Einem Farmer Namens Thomas Hummer, in der Nähe von Le Sueur, Minn.,' wohnhaft,, passirte jüngst mit seiner Frau ein merkwürdiges Erlebniß. Das Ehepaar fuhr in einem von zwei guten Pferden gezogenen niederen Wagen, in dessen Kasten sie einen großen Ochsen mitführten. Plötzlich brach der Ochse durch den Bsden des Kastens und kam. da der Wagen niedrig war. mit seinen Füßen auf die Erde zu stehen. Durch den dieses Ereigniß begleitenden Lärm wurden die Pferde aber scheu und gingen durch; dabei rissen sie sich los und waren bald den Blicken entschwunden. Der Ochse aber begann nun nach vorwärts zu drängen, und da sich die Deichsel nach einer Seite wendete, kam der Wazen in Gefahr, in den Straßengraben zu fahren und umgeworfen zu werden. Der Farmer verlor aber seine Geistesgegenwart nicht, sprang ab und brachte den Wagen mit der Deichsel wieder in die Richtung der Straße; dem Ochsen schien' die Ge schichte Spaß zu machen und er schob fleißig weiter, während der Farmer mit der Deichsel lenkte und seine Frau sich der Automobilfahrt mit Ochsenstatt mit Benzinbetrieb erfreute. In Italien sind die Eltern sehr bedacht darauf, ihre Kinder, namentlich die Mädchen, schon im zartesten Alter zurSchönheit heranzuziehen. Um die Anmuth des Ganges zu erhalten, werden die Lasten nicht auf dem Rücken, sondern auf dem Kopfe getragen. Selbst die Kinder müssen sich durch schwere Gewichte schon frühzeitig darin üben. Auch die Gesichtsbildung ihrer Kleinen suchen die Mütter zu begünstigen, indem sie Massage an wenden; die Kinder dürfen sich niemals die Augen reiben, hingegen geljen reichlich gegossene Thränen als ein Mittel, die Augen klar zu erhalten. Daher laßt man die' Kinder weinen nach Herzenslust. Reichlicher Fleischgenuß wird bei der Nahrung der Kleinen vermieden, dagegen wird Obst in großen Massen gespendet. - Schließlich gilt, sehr viel körperliche Ruhe als ein Vorbeugungsmittel gegen frühzeitiges .Allem.' ' ' ' ' -
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Norwegens Hauptstadt. EhrlstianiaS Lage, Gebäude, Vildungsan. stalten und Industrie. Die Stadt Christiania, die infolge des denkwürdigen Vorgehens des norwegischen Storthing (Parlamentes) in der letzten Zeit in den Vordergrund des Interesses getreten ist, zählt etwa 170.000 Einwohner und liegt im Hintergrunde des malerischen, 63 englische Das SitzungShzilS des Storthing. Meilen langen ChristianiafZords, am Fuße des Ekebergs, von welchem man eine schöne und weite Aussicht genießt. Die Stadt wird von dem Fliißchen Akerselv durchströmt und umfaßt die eigentliche Stadt, Opslo (Altstadt), und mehrere Vorstädte. An hervorragenden Gebäuden sind, außer elf Kirchen, das Sitzungshaus des Storthing. die Vörse-und das von 1825 bis 1848 erbaute neue königliche Schloß zu nennen. DaS alte Schloß, Akeröhus, das bis 1719 Sitz der dänischnorwegischen Könige war, existirt nur noch zum Theil und wird heute als Arsenal benutzt. An Bildungsanstalten verzeichnet Christiania eine Universität, mehrere Gymnasien, zwei Mili.tärschulen und eine Technische Schule. (Hne besondere Sehenswürdigkeit Christianias bilden zwei Wikingerschiffe, die im Garten des Universitätsgeb'audes aufgestellt sind. Die Industrie ist in der norwegischen Haupistadt hauptsächlich durch Baumwollspinnereien, Webereien, mechanische Werkstätten, Papierfabriken, Seifensiedereien und Sägemühlen vertreten. Im Handel nimmt Christiania in Norwegen die erste Stelle ein. In den norwegischen Storthing, der sich in ein Oberhaus (Lagthing) und in ein Unterhaus (Odelsthing) theilt, ist jeder Bürger wählbar, der das 30. Lebensjahr erreicht und zehn Jahre in Norwegen ununterbrochen gelebt hat. Wahlberechtigt ist jeder Bürger nuch zurückgelegtem 25, Lebensjahre, wnm er fünf Jahre im Lande geweilt. Naucht die ''BONANZA.
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