Indiana Tribüne, Volume 28, Number 271, Indianapolis, Marion County, 8 July 1905 — Page 7

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!Dcr Drvtvstucuiimmuu t Uomn von $taitl glumcnrcidr ; i 0 a (Fortsetzung.) Da Margit noch immer schlief, als in Wesel zum Umsteigen aufgefordert wurde, hatte Mrs. Houston sich entschlössen, auf den Kölner Besuch zu verzichten und gleich bis Vlissingen durchzufahren. Von dort aus. wo sie gegen Mittag, etwa fünfzehn Stunden nach ihrer Aöreise. eintraf, hatte sie dem Londoner Advokaten telegraphirt, mit welchem Zuge sie einzutreffen gedenke. Mit jener Ritterlichkeit, die in den guten Kreisen Englands gepflegt wird, wie nirgends in der Welt, hatte sich Mr. Dawton, ein älterer Herr, in Charing-Croß eingefunden und unschwer die stattliche Frau mit ihrer zierlichen, etwas blassen Tochter nach der Beschreibung seines New Forker Freundes erkannt. Nun bat er um die Erlaubniß, die Damen bis zum nahen Queens Hotel begleiten zu dürfen. - Frau Emma empfand alle diese Freundlichkeit wie gute Vorzeichen. Sie Katte die Reise merkwürdig gut überstanden; vielleicht, weil sich alle ihre seelische Kraft darauf konzentrirte, durch diese Fahrt nun endlich zu errei"chen, was sie nur schon zu lange er sehnte. Auch Margit befand sich recht wohl. Freilich lag London im dichtesten, graugelben Nebel, und ein längerer Aufenthalt hier hätte dem jungen Mädchen schwerlich gut gethan. Mr. Dawton hatte sich in das berühmte Lesezimmer des Hotels begeben, bis die Damen ihre Toiletten gewechselt haben würden. Wahrscheinlich enthielten mehr als fünfzig von den zweihundert Zeitungen, die hier auflagen, eine telegraphische Notiz aus Berlin über die Feuersbrunst, welche heute Nacht die Grunewaldvilla einer Amerikanerin zerstört hatte. Aber auch wenn alle zweihundert Zeitungen Nachricht über den Brand gebracht hätten, Mr. Dawton würde sie nicht gelesen haben, da er sich nur für Politik und zwar nur für die Politik der Times" interessirte. Im Uebrigen fehlte ihm der Sinn für Neuigkeiten. Nach einer kleinen halben Stunde sandte Mrs. Houston, wie verabredet, einen Hoteldagen und ließ den Advokaten zu sich' bitten. Was er ihr bereits auf der kurzen Fahrt hierher angedeutet hatte, setzte er nun umständlich auöeinander. Also, Mr. Jim Houston befand sich richtig seit einer Wocke in London, hatte wahrscheinlich die tausend Pfund, die ihm in New Fork, er wußte selbst nicht recht wie, eines Tages vom Himmel gefallen waren, bis auf einen kleinen Rest verspielt, verwettet, verbraucht, und war deshalb sehr bereitwillig einer Einladung des Mr. Dawton gefolgt. Dieser hatte dem ehrenwerthcn Jim, der völlig ,. drohen down" war, sehr schnell begreiflich gemacht, daß nur unter einer einzigen Bedingung noch einmal ein größerer Betrag von Mrs. Houston zu erlangen sein würde wenn er nämlich in rechtsverbindlicher, unwiderruflicher Form seine Zustimmung zu einer sofortigen Ehescheidung gäbe und die dann zu zahlende Summe als allerletzte Abfindung betrachten wolle. Jede etwa späier noch von ihm zu stellende Forderung würde unbarmherzig als black mail" (Erpressung) aufgefaßt werden ein Delikt, mit dem man bekanntlich nicht spaßen darf. Ich sah wohl," berichtete Dawton, daß der gute Jim der Verlockung, womöglich sofort Geld in die Finger zu bekommen, nicht lange würde wider stehen können. Es kam nur noch darauf an, wie billig man sich von ihm loskaufen konnte. Ich meine, Sie wissen, daß ich mein Möglichstes zu thun bereit bin," schob hie? Mrs. Houston ein. Ganz recht, meine verehrte Frau! Aber Sie haben eine reizende Tochter, an deren Zukunft wir denken müssen, und überdies auch Sie selbst, Mrs. Houston, haben noch allen Anspruch auf Gluck. Wir müssen demnach sparsam sein! Nun, Mr. Jim wollte anfangs von nicht weniger als von 160,000 Dollars hören viel mehr, als eine halbe Million Mark! Davon, sagte ich ihm. könne gar keine Rede sem. 'So verließ er mich denn heute Nachmittag mit einem angeblichen Ultimatum. Für 100.000 Dollars sei er bereit, auf seine Rechte zu verzichten, Sie me wieder mit einem Anspruch zu belästigen und mich Mit der sofortigen Einleitung der Ehescheidung zu beauftragen. Ich ließ ihn zunächst gehen, da glücklicherweise eben die Depesche eingelaufen war, die mir Ihre Ankunft meldete. Nun haben Sie das Wort, Mrs. Houston." Frau Emma erhob sich, um aus dem Nebenzimmer, in dem Margit noch mit ihrer Diner-Toilette beschäftigt war. die inhaltreiche Handtasche zu holen. Sie legte dem Rechtsanwalt Dawton den Depotschein und die notarielle Beglaubigung vor. Das sei die Summe, die sie opfern könnte, ohne sich wehe zu tbun. Da haben wir also," resumirte Mr. Dawton, der des Deutschen vollkommen mächtig war, einen sofort verfügbaren Betrag von 270.000 Mark oder etwa ' 85,000 Dollars. Das ist viel zu viel für den Schlingel, der damit ebenso schnell fertig werden wird, wie mi LQ.000 Dollars."

9, wenn ich nur endlich Ruhe vor

hm bekäme! Lassen Sie's dabFi er

trägt den Namen Houston! Ich will yn nicht durch meme Schuld m Noty ommen lassen." Daß er in Noth kommt, werden Sik nicht verhindern. Aber Sie haben Recht: er ist der Bruder unseres armen, vortrefflichen Joe mag er denn diesen Depotschein haben!" Und wann glauben Sie, Mr. Dawton, die Angelegenheit zum Abschluß bringen zu können?" In den nächsten Tagen, vielleicht chon morgen! Freilich, Mr. Jim versteht kein Wort Deutsch Nichtsthuer wie er haben das nicht nöthig und ich werde ihm erst eine beglaubigte Uebersetzung dieser Dokumente anfertigen assen müssen. Aber das soll nichts verzogern. vteqi wuni.Henswerty wäre es wohl, daß er von Ihrer Anwesenheit nichts erführe. Ich höre ja von Freund van Dyk, daß Sie eine größere Seereise planen ist dies noch Ihre Absicht?" Eben steckte Margit das niedliche Köpfchen herein, um Mama darauf aufmerksam zu machen, daß man zum Diner geläujet habe. Da fällt mir em," sagte Mr. Dawon lebhaft, wie wär's, wenn Sie mit der morgen früh von Southampton abgehenden ,Viktoria Augusta' die Reise um die Erde mitmachten?" Glauben Sie, daß man noch emen guten Platz bekäme?" sagte Frau Emma, der dieser Gedanke durchaus nicht unsympathisch war. Das wollen wir in fünf Minuten wissen, meine verehrte Frau!" Er gab semem Bureauches telephonisch emen Befehl. Für das blasse Fräulein könnte ich mir gar nichts Besseres densen, fuhr er fort. Und auch Sie elbst wären allen den Erörterungen, an denen es die Zeitungen ja nicht fehlen assen werden, entrückt. Wenn sie an den Zeitungsskandal dachte, den ihr Fortgehen damals verursacht hatte, graute der armen Frau. Ich fürchte fast, das Geschwätz wird mich auch auf dem Schiffe er reichen." Das können wir zum Theil verhindern. Sie werden eben nicht als Mrs. Houston, sondern als Frau Engelhard reisen! Ta ich sicher bin. die Scheidung durchzusetzen, erreiche ich wahr scheinlich sogar eine auf diesen Namen lautende Legitimation für Sie und schicke sie Ihnen nach. Sie mögen es auf meine Verantwortung riskiren, sich jetzt schon Frau Engelhard zu nennen." Der Bureauchef meldete am Apparat, daß noch eine vortrefflich gelegene Kabine zu haben sei. Greifen &t zu folgen Sie mei nem Rath," drängte Dawton. Und die Billets wurden noch m derselben Stunde bestellt. So nun werde ich noch leichter mit im Houston fertig werden!" Wirklich kam Jim Houston schon am zweiten Tage, nachdem seine Gattin die Weltreise angetreten, ungerufen wieder zu Mr. Dawton. Er schnitt diesmal ein höchst verschmitztes Gesicht und meinte, nun werde es seiner Frau doch auf einige Zehntausende nicht ankommen sie habe doch wahrscheinlich kein übles Geschäft gemacht bei dem Brande ihrer Villa. Verständnißlos blickte Mr. Dawton ihn an. Wovon er denn eigentlich spräche? Und der biedere Jim zog mit fidelem Grmsen eine heutige Zeitung aus der Tasche und zeigte dem Anwalt einen ausfuhrlichen Bericht über das vor drei Tacten in der Kolonie Grünewald bei Berlin stattgehabte Schadenfeuer, das die mit einer halben Million Mark versicherte Villa Houston in Asche gelegt hatte. Der Anwalt hatte kaum hefhqer er schrecken können, wenn die Nachricht ihn persönlich betroffen hätte. Er erkannte sofort, daß Mrs. Houston mcht die entfernteste Abnuna von der furcktbaren Katastrophe gehabt, als' sie Pch gestern Mittag in so glucklicher Stim mung zu einer monatelangen Veranügungsfahrt einschiffte. Zweifellos hatte eine ihr nachgesandte Nachricht sie verfehlt. Einige Minuten, während er nun auch in der heutigen Times" die Berliner Meldung suchte, beschäftigte ihn die Frage, ob es unter solchen Umständen nicht vielleicht im Interesse sei ner Mandatin läge, die Verausgabung einer so namhaften Summe, wie an Jim Houston zu zahlen war, noch hinauszuschieben. Einerseits aber hatte Mrs. Houston ziemlich offen über ihre Vermögenslage gesprochen, hatte ihm sogar jenen Brief von der Berliner Bank gezeigt, der hier bestätigte, daß sie noch immer ein Guthaben von mehr als 600,000 Mark besitze; andererseits enthielten die beiden Zeitungsartikel keinerlei Andeutung, daß es mit der Deckung des Vrandschadens etwa Schwierigkeiten haben könne. Und endlich müsse er sich dieses dankbaren Ausrufs der Erleichterung erinnern, mit dem seine Klientin seine Versicherung, sie dürfe sich nun als von Jim Houston befreit betrachten, begrüßt hatte. Nein, sie hätte wohl auch dann nichts sehnlicher gewünscht, als von Jim loszukommen, wenn sie über das Berliner Unglück vollkommen unterrichtet gewesen wäre. Jim Houston zeigte schon eine gewisse Ungeduld, als er den Advokaten so nachdenklich sah. Er begriff, daß seine Chancen sich durch die Brandnachricht keineswegs verbessert hatten. Und er begann einzulenken: Hunderttausend D?llarS feien doch nur ein schwacher Ersatz für eine schöne, noch immer sehr wohlhabende Frau. Inzwischen hatte' Mr. Dawton sich entschlossen.. Hören Sie. mein, liebn 3itn."j-

gann er, indem er die langst fertig

gestellte Uebersetzung des Depotscheines und der Notariatsurkunde vorleate, Sie sind eigentlich ein Glückspilz! Mrs. Houston hat mir da Mittel zur Verfügung gestellt, um eine endgiltie Auseinandersetzung mit Ihnen herbeizuführen. Wie Sie hier aus dem Datum der Originale ersehen, sind die Gelder am Tage vor dem Brande deponirt worden. Ich bin fest überzeugt, daß es nach demselben niemals geschehen wäre.' Denn daß man bei solch einer Feuersbrunst, selbst wenn das Versicherungsgeschäft canz glatt abgewickelt wird, noch immer schweren Schaden erleidet, versteht sich für anständige Leute von selbst " Jim hatte es langst verlernt, sich durch solch eine Parenthese beleidigen zu lassen. Aber er grinste doch auch nicht mehr; er erkannte, daß man hier nicht mehr lange zögern dürfe. Verhaltnißmaßig schnell ließ er sich über den momentanen Stand der Dinge informnen und war endlich bereit, in den sauren Apfel zu beißen," wie er sagte. Er wollte sich mit allem einverstanden erklaren nur em einziges Bedanken hatte er: Was man ihm da bot. war doch nicht eigentlich baares Geld! Und gerade das brauchte er, jetzt in der letzten Woche vor dem Derby. Nur, um sich daran betheiligen zu können er hatte famose Tips" ging er ja auf den ganzen, für ihn doch eigentlich unvortheilhaften Handel ein. Aber auch dafür wußte Mr. Dawton Rath. Wenn es sich momentan nicht um mehr als um ein paar Tausend Pfund handle, stände er persönlich mit einem Vorschuß zu Diensten. Entweder sei Jim innerhalb zweier Wochen in der Lage, diese zweitausend Pfund sagen wir dreitausend," schob Jim eilig em zurückzuzahlen, und dann würden ihm Depotschein und Notariatsakt ausgefolgt werden. Oder er zahle nicht, und in diesem Falle werde Mr. Dawton das Depot beheben, seinen Vorschuß in Abzug bringen und de.n Rest an Mr. Jim ausfolgen. Auf dieser Grundlage einigte man sich natürlich bei einem sofort zahlbaren Vorschuß von dreitausend Pfund. Die erforderlichen Schriftstücke, soweit sie nicht bereit lagen, wurden fertiggestellt; Mr. Dawton fertigte einen Check auf dreitausend Pfund Sterling aus, und die beiden Herren begaben sich zum amerikanischen Generalkonsul, um dort die verschiedenen Unterschriften beglaubigen zu lassen. Schon am Abend desselben Tages hatte Mr. Dawton die Beftiedigung, seiner schönen Klientin nach Bordeaux melden zu können, daß die Angelegenheit Jim Houston in allen Einzelheiten durchaus nach Wunsch geordnet sei und daß sich der von jenem unterzeichnete, nicht widerrufliche Antrag auf Trennung der Ehe bereits unterwegs nach New York befinde. Jim Houston war wirklich ein Glücksmensch geworden. Zum erstenmal seit langer Zeit hatten seine Tips" geschlagen und als das Derby vorüber war, schnitt er mit einem Gewinn von beinahe zehntausend Pfund ab. So viel Geld hatte er nicht mehr beisammen gesehen seit jenem, ihm ewig denkwürdigen Jahre, da er auf dem Sessel eines verstorbenen Millionärs gethront und sich selbst als ein Millionär gefühlt hatte. Wenn er dieses lumpige Anlagekapital, das Mr Dawton ihm vorgestreckt, nur nicht so theuer, nicht mit dem vollen Verzicht hätte bezahlen müssen. Heute, wo er wieder Geld im Sacke hatte, heute würde er's so billig nicht thun. Aber das war nun nicht zu ändern. Wenn er jetzt sein Depot abhob. besaß er wieder mehr als hunderttausend Dollars. Es müßte ja ganz sonderbar zugehen, wenn er damit nicht zum zweitenmale ein Matador von Wall Street sollte werden können! Immerhin bewies er diesmal Vor sicht genug, zunächst seine Schuld an Mr. Dawton abzutragen, sich seinen Depotschein zu bolen. Nun noch ein paar Wochen die Londoner Saison mitgemacht sie sollte eben beginnen und dann wollte er sich den Luxus vergönnen, selbst nach Berlin zu reisen, sein wohlerworbenes Geld dort einzuziehen. Vielleicht bot sich dabei Gelegenheit, der liebenswerthen Ex-Gat-tin noch irgend einen Streich zu spielen nur zum Abschied! Denn er mußte rn nach New Nork zurück, wo Börse, Spielsäle, Rennplätze ungeduldig seiner Heimkehr entgegensahen. Inzwischen trug die Viktoria Augusta" die ahnungslose Mrs. Houston nebst ihrer lieblichen Tochter über da Meer, von dem der Dichter sagt, daß es in all' seiner Tücke noch immer ehrlicher se: als die Menschen. 4. K a p t t e l. er Untersuchungsrichter hatte diese Brandstiftungsgeschichte im Stillen schon hundertmal verwünscht. Von welcher Seiie er sie auch . anpacken mochte, sie war nicht von der Stelle zu bringen. Da lagen die Gutachten der Sachperständigen: es war in hohem Grade wahrscheinlich, daß hier eine wohlvorbereitete und mit Bedacht durchgeführte Brandstiftung vorlag. Der eine Sachverständige bewies das aus diesen, der andere aus anderen, mcht zu übersehen den Argumenten. Das Feuer war angelegt worden, darüber waren alle miteinander emm Nur in Bezug auf den Thäter war man beute, fast eme Woche nach der Äervastuna Webers mcyt einen Schritt weiter gekommen. Genau ge sehen, sprach gegen ihn nichts, als daß

er der einziäe Menscö aewesen. fceOot

Ausbruch des Brandes sich in der Qilla Houston befunden hatte. Das genügte nicht einmal, um eine Anklage' gegen ihn zu begründen, viel weniger, ihn zu überführen. Es reichte eigentlich kaum hin, um die Fortdauer der Untersuchungshaft zu rechtfertigen. Der Angeschuldigte befolgte seit sei ner Einlieferung die merkwürdige Taktik, nur Aussagen zu machen, deren unbedingte Richtigkeit sich sofort erweisen mußte. Wenn er sich vorher im Gespräch mit dritten Personen, wie dem Rechtsanwalt Olfers und Reimers junwr, kleine Ungenauigkenen hatte zu schulden kommen lassen, so war das anders geworden von dem Moment an, wo man ihn verantwortlich" vernahm. Auf die Minute wußte er zu sagen, wann er zuerst das Feuer entdeckt, wann er zuerst den Pförtner herausgeklopft, wann er sich, nachdem man den eigenen Löschapparat in Funktion gesetzt, zur nächsten Meldestation begeben habe. Alle diese Angaben fanden ihre buchstäbliche Bestätigung in den Aussagen der Hinze'schen Eheleute, eines nächtlichen Passanten, der gesehen hatte, wie man um etwa halb zwei Uhr die Hausspritze gegen das Feuer nchUtt, und in dem Meldebuch der Behörde, wo man freilich erst kurz vor drei Uhr Kenntniß von dem Brande erhalten hatte. Aber dieser letzte Umstand erklärte sich durchaus glaubhaft dadurch, daß Weber länger als eine Stunde umhergeirrt war, bevor er die sehr entlegene, ihm unbekannte Meldestelle gefunden hatte. Eine absichtliche Verzögerung wäre wie die ganze Beschuldigung überhaupt nur dann erweisbar erschienen, wenn es gelungen Ware, ein ausreichendes Motiv für die That festzustellen. Der Nächstliegende Gedanke, daß Weber sich hatte verelchern wollen, wurde hinfällig dadurch, daß Weber den Rechtsanwalt Olfers ja im Namen und als Bevollmächtigter der wirklichen Verlustträgerin beauftraat hatte, weaen des Vrandschadens mit der Versicherungsgesellschaft in Verbindung zu treten. Niemand konnte darin den Versuch Webers sinden wollen, sich selbst einen widerrechtlichen Vermögensvortheil zu schaffen. Im Gegentheil, er hätte sich der schwer sten Pflichtversäumniß schuldig gemacht, wenn er es unterlassen hatte. Schadenersatzansprüche zu erheben. Und daß er dies durch einen fremden, von ihm in keiner Weise beeinflußten Anwalt gethan, konnte auch nur wieder für ihn sprechen. Einzelne kleine Widerspruche, die sich gleich anfangs zwischen Webers zu Protokoll gegebenen Erklärungen und seinen vorher privatim gethanen Aeußerungen ergaben, blieben ja zum Theil bestehen; aber was er jetzt vor dem Richter aussagte, war die Wahrheit und diese belastete ihn nicht. Freilich, dieser Untersuchungsrichter, ein alter Landgerichtsrath, der, wie er zu sagen pflegte, an seinen Spurius" glaubte, hatte von Ansang an den Emdruck gehabt, daß man sich hier aus falscher Fährte befinde. Dem Manne waren schon Hunderte und wieder Hunderte von schweren und leichten, einfachen und verwickelten Fällen durch die Hände gegangen; er hatte Berbrecher von allen Schattirungen und Absiufungen kennen gelernt. Ein anz besonderes Studium aber hatte dieser Richter auf das Zeugenmaterial verwendet, mit dem er zu thun bekam. Ein neuer Zeuge das war für ihn wie ein neues Buch. Der Zeuge in seiner allgemeinen Stellung zur Sache und zur Person des Beschuldigten, das war seine berufliche Liebhaberei. Er hätte es' für einen schändlichen Mißbrauch seines Amtes gehalten, aus dem Zeugen etwa durch verzwickte Fragestellung ooer ourcy eine andere Form von Sug gestion gerade die Antwort herauszuholen, die er brauchte gerade die. durch welche sich vielleicht eine schon bestehende Annahme verstärkte nem, das war die Untersuchungspraxis schneidiger" Assessoren, die stch auf ihr Jnquisitionstalent etwas zu gute thaten. Sie übersahen ganz und gar, daß von zehn Menschen neun überhaupt nicht mehr unbefangen antworten können, wenn sie wissen, daß ihre Antwort festgehalten, festgenagelt wird. So verfuhr der Landgerichtsrath Herrig niemals. Er suchte freilich den ZeuJen zum Reden zu bringen, aber weniger durch Fragen als durch Anregen, Erzählen sollte der Zeuge! Ganz ungenirt berichten, was er von der Sache ivußte, was nicht! Aufgabe des Untersuchunsrichters blieb es dann, die er forderlichen Schlußfolgerungen zu ziehen und das Protokoll so abzufassen, daß es sowohl möglichst die eigenen Worte des Zeugen wie auch seinen, des Richters Eindruck von diesen Worten enthielt. Fand dann bei der Protokollverlesung ein Zeuge, daß er mißverstanden worden, so beeilte sich der Richter, ihm vorzuschlagen: So diktiren Sie also selbst wie soll die Stelle lauten?" Das gab dann manchesmal scharfe Streiflichter auf die innere Meinung des Zeugen. Und Rath Herrig hatte .im Großen und Ganzen nicht so unrecht, wenn er mehr Aufmerksamkeit auf die Zeugenaussagen zu legen pflegte, gleichviel, ob sie nun belasteten oder den Verdacht verminderten, als auf die Vernehmung des Beschuldigten selbst. Aber dies System hatte doch auch wieder sein Bedenkliches: Der Zeuge wurde Hauptperson und derjenige, der vielleicht für seine Unschuld kämpfte. trat in feiner Bedeutung hinter dem Zeusen zurück. Und die Folg.e war.

vag ver aiy gerriZ, wenn kok wieg

tigst erscheinenden Zeugen gehört hatte, einen Spurius" zu haben meinte, ein fertiges, beinahe unverrückbares Bild des fraglichen Falles, gleichviel, wie sich nun der Beschuldigte zu diesen gründlegenden" Zeugenaussagen stellen würde. Diese grundlegenden" Zeugenaussagen im Falle Weber hatten nun Herrn Herrig auf den Spurius" gebracht, daß Weber unschuldig sei. Das war natürlich genug zugegangen. Der erste Zeuge, der Pförtner Hinze, hatte erzählt, Weber sei schon seit Jahr und Tag bei Mrs. Houston, habe alle ihre Geschäfte ganz selbstständig geleitet und ihm, Hinze, sei niemals bekannt geworden, daß es auch nur die kleinste Difserenz zwischen der Herrin und dem Sekretär gegeben hatte. Si: hatte volles Vertrauen zu ihm. Nun, sagen Sie mir doch, lieber Herr Hinze," hatten Sie selbst auch Vertrauen zu Herrn Weber?" Aber sehr," versicherte der Portier. Ich hätte meinen letzten Nickel hergegeben, wenn er's verlangt hätte. Ich habe auch nie ein unrechtes oder unwahres Wort von ihm gehört." Ganz ähnlich so hatte Frau Hinze

sich geäußert. Sie meinte unter Anderem: .Wenn Herr Doktor Weber mir sagte, ich hätte mich in meinem Einkaufsbuche geirrt, dann hab' ich's hm geglaubt, hab ihm gar mcht nachgerechnet." Waren das Irrthümer zu Ihrem Schaden oder zu Ihrem Nutzen?" 'Mal so und 'mal so, Herr Untersuchungsrichter! Man hat ja nicht viel gelernt, da irrt man sich leicht einmal. Herr Weber aber hat sich wohl nie gerrt. Denn er rechnete immer erst zweimal, bevor er etwas sagte." Das Zeugniß der drei entlassenen Dienstboten, gegen die ja ein leiser Nebenverdacht bestand, war beinahe noch bezeichnender. (Fortsetzung folgt.) Hunde, die ein Vermögen kosten. In London fand jüngst eine Ausstellung von Schooßhunden statt: 1216 Hunde, ein jeder die Zierde seiner Gattung, und unter ihnen die herrlichsten Exemplare überhaupt,-befanden sich in ihren Abtheilungen auf seidenen Kissen, deren Färbung mit dem Ton ihres Felles zusammenstimmte. Ihre Kosenamen waren aus seidenen Schleifen gestickt, die über dem Platz eines jeden flatterten. Sie wurden mit Leckerbissen und Süßigkeiten gefüttert und geküßt und gehätschelt wie kleine Kinder. Bei manchen waren auch ihre kostbaren Toilettegegenstande, silberne Bürsten, Kämme u. s. w. mit ausgestellt. Einige hatten ihre Stallchen Mit Seide ausgeschlagen, andere mit Blumen geschmückt. Ein stolzer kleiner Bologneser trug eme Reihe von Medaillen an einem seidenen Bande um den Hals. Bei einigen waren die Vorhänge herabgelassen und sie schliefen, wahrend ihre Herrinnen sorglich Schildwacht hielten. Andere wieder standen Modell zu Gemälden. Manche wurden von indischen Wärterinnen mit großen Turbanen herumgetragen, und eine große Menge von Pflegerinnen war für die anderen Hunde da. Der Werth mancher dieser Hunde beläuft sich auf 55000. Prähistorischer Fund. Südlich des oberfränkischen Städtchens Grafenberg, bei Jgensdorf, wo kürzlich zweiHünengräber geöffnet und außer Schädeln 'und Knochen tönerne Urnen, Armspangen aus Bronze und Waffen gefunden wurden, ist man auf die guterhaltenen Reste einer vorgeschichtlichen Vauernburg gestoßen. Der Hauptwall hatte eine Stärke von 2h gards. Am steilsten Abhang des Bcrges war eine Bastion: die weniger steilen Theile waren durch drei Wallgürtel mit Wallgräben bis zu 15 l)ards Breite geschützt; gegen das Thal hin waren Vorwerke vorgeschoben. Auf seltsame Weise wurde jüngst ein gewisser Joseph G. Steadman m Baltimore. Md.. verletzt. Die Trolleystange einer Car flog vom Trolleydraht ab, wobei der ganze Apparat vom Dach des Wagens losgerissen wurde und auf die Straße herabstürzte, den vorbeigehenden Stttdman an dem Kopf treffend. Steadman stürzte zu Boden und erlitt dabei eme sehr schmerzhafte Verlekun! am Ellenbogen. Die Trolleystange hatte ihn sonderbarer Welse mcht verletzt. VnergifAx. Ich schicke meinen Reisenden zu einem säumigen Kunden in der hiesigen Stadt, um demselben mal energisch auf die Hinterbeine zu treten. Nach 'ner halben Stunde kommt mein Reisendsr zurück: ,Nun, Herr Meyer, haben Sie es dem Mann gesagt?'" Ob ich es ihm gesagt hab' und. wie hab' ich es ihm gesagt, und wenn er dagewesen wär', hätt' ich es ihm noch pielmehr gesagt! Gelungene &vhavrm& G a st: Herr Wirth, ich bin die Nacht mit der Bettstelle durchgebrochen!" H o t e l w i r t h : Sie werden jedenfalls zu schwer geträumt haben! MipzVerNättdniff. Frau (zum stellesuchenden Dienstmädcken): Und smd Sie auch treu D i e n st m ä d ch e n : 0 freili! I geh mit meinem jetzigen Schatz schon

drei Jahre!"

Seuer - Signale.

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S t u d Z o s u s: Diese Nacht habe ich wieder nicht schlafen können! Hausfrau: Glaub'5 Jhne' gern Sie haben Za die Mieth noch nicht 'zahlt !'