Indiana Tribüne, Volume 28, Number 271, Indianapolis, Marion County, 8 July 1905 — Page 6
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Europäische Nachrichten. Ibeinpfarz. S p e Y e r. Der verstorbene V! schof Dr. v. Chrler hat seiner Vaterstadt Milterberg eine StipendienStiftung zur Unterstützung einesStudirenden der Theologie, der das Progymnasium in Miltenberg absolvirt hat, im Betrage von 14.000 Mark überwiesen. Bedesbach. Letztens ereignete fiaj in dem Herrmann'schen Sandstembruche ein schwerer Unglücksfall. Der verheiratete Steinbrucharbeiter Adam Albert von Patersbach wurde von einer umstürzenden Felswand derart an Kops und Bein getroffen, daß er schwer verletzt mittelst Wagen naH Hause gefahren werden mußte, wo er nach kurzer Zeit seinen Wunden erlegen ist. Frankenthal. Kürzlich wure der ledige Former Friedrich Schäfer aus Oggersheim von dem ledigen Fabrikarbeiter Christian Freihöfer aus Kleinkarlbach durch einen Messerstich in den Unterleib lebensgefährlich verletzt und mußte sofort in das hiesige Spital verbracht werden. Freihöfer wurde in Kleinkarlbach verhaftet.
Kaiserslautern. Lebensgefäyrlich verletzt wurde ein gewisser Hilger von eir.em Burschen Namens Ebelshäuser. Beide waren wegen eines Mädchens an der rothen Laterne aneinander gerathen. Ebelshäuser zog das Messer und hieb dem Hilger über den Kopf hinein. Die Verletzung des Hilger ist lebensgefährlich. Ebelshäuser kam in Untersuchungshaft. L u d w i g s h a f e n. Aus dem hiesigen Bahnhöfe wurde der verheirathete Nangirer Adam Merkel aus Jggelheim überfahren und getödtet. Eine kürzlich in Worms aus dem Rhein geländete Leiche wurde öon dem Fabrikaufseher Peter Strohmenger auf dem Hemöhof als diejenige seiner 16 Jahre alten Tochter Rosa anerkannt. Das Äädchen war seit längerer Zeit abgängig; nach Aussage der Eltern soll dasselbe otzrenleidend geWesen sein und aus Furcht davor, daß es in die Klinik verbracht werde, in den Tod gegangen sein. Ersnß Lothringen. S t r a ß b u r g. Auf eine fünfundzwanzigjährige Thätigkeit als ordentlicher Professor der romanischen Philoloqie an der Kaiser Wilhelms-Uni-versität konnte Dr. phil. Gustav Gröber zurückblicken. Der ausgezeichnete Romanist steht im 62. Lebensjahre. B : t s ch w e r l e r. Hier verstarb der ordentliche Professor für Geschichte und Kirchengeschichte an der Universität Freiburg (Schweiz) Dr. Karl Holder. Deutsch -Avricourt. Auf dem hiesigen Bahnhof wurde der Postschaffn Parmentier von einem Zuge überfahren und getödtet. Metz. Das Schloß Mercy-les-Haut, das während der Schlacht bei Colombey im Jahre 1870 gänzlich zusammengeschossen wurde, wird in diesem Sommer wieder aufgebaut und als klösterliches Pensionat für junge Damen der lothringer Adelsfamilien eingerichtet' werden. Besitzer des Schlosses war bisher der kürzlich gestorbene Baron du Coetlosque. der für Frankreich optirt hatte und seitdem in Paris wohnte, aber sehr häufig hier verkehrte. Der Wiederaufbau soll l1 Millionen Mark betragen. -Zllcckrenburg. Sch'werin. Sein 60jähriges Dienstjubiläum beging hier der im 81. Lebensjahre stehende Geheime Ministerialregistrator Schmidt, seit April 1873 Expedient im Ministerium des Innern. Der Großherzog verlieh dem Jubilar, der noch außerordentlich rüstig ist. sein Bildniß mit Unterschrift im Prachtrahmen mit Krone. Fürstenberg. Die Leiche des von hier verschwundenen Werkführers Koiter der hiesigen Holzverkohlungsfabrik wurde mit zerrissenen Kleidern und zerfchundenem Gesicht vom Fabrikaufseher Kroggel aus der Havel gezogen. Die aus Strelitz herbeigerufene Gerichtscommission stellte fest, daß der Ertrunkene durch einen Unglücksfall um's Leben gekommen sei. Neu strelitz. Dem 80jährigen Schneidermeister L. Nepschläger hier war es vergönnt, sein 30jähriges Meisterjubiläum 411 begehen. Der Vorstand der Schneider - Innung sprach dem Jubilar deren Glückwünsche aus und überreichte ihm ein Diplom, worin Repschläger zum Ehrenmitglieds, der Innung ernannt wird. R o st o ck. Sein 50jähriges Jubiläum als hiesiger Bürger beaing der Lohndiener K. H. T. Hintze Hierselbst. S t u e r. Kürzlich ist hier im 80. Lebensjahre 'der Begründer der bekannten Wasserheilanstalt Bad Stuer", Gustav Vardey, sanft verschieden. Seit 1891 dirigirt ein Sohn des Verstorbenen, Dr. med. Hans Barday. die renommirte Heilanstalt. W i s m a r. In dem benachbarten Karow entstand auf der Piehl'schen Häuslerei Feuer und griff mit solcher Schnelligkeit um sich, daß die Feuerwehr, als sie ankam, wenig mehr zu löschen fand. Die Mobilien sind großtentheils gerettet worden. Abgebrannt sind das Wohnhaus, die Scheune und der Stall; zwei Pferde haben Brandwunden erlitten. Hkdenburg. Oldenburg. Hier ist plötzlich
und unerwartet im Alter von 83 Iah-
ren Landgerichtspräsident a. D. C. Hattenbach gestorben. Der Verstorbene hat hervorragenden Antheil an der oldenburgischen Rechtspflege gehabt und u. A. auch das Grundbuch eingeführt. Ebkeriege. Die Eheleute Milchhändler Christofferö begingen das Fest der Silberhochzeit. H e i d k a m p. Vollständig eingeäschert wurde hier das dem Arbeiter Schnieder gehörige Wohnhaus. Infolge des ziemlich heftigen Windes konnte man das Feuer nicht halten. Es sprang auch auf die Nebengebäude über und äscherte auch diese in kurzer Zeit ein. Das Inventar konnte zum großen Theil mit Hülfe von Nachbarn aus dem brennenden Gebäude geschafft werden. VI ii t n b ix r g. Plötzlich gestorven ist hier der Gemeindevorsteher und Ziegeleibesitzer Heinrich Zcdelius. W e st e r st e d e. Beim Kaufmann C. Strodthoff war ein junger Mann Namens Eilers als Kommis in Stellung. Derselbe hatte eine Liebschaft mit einem Fräulein Dierking. das bei derseloen Herrschaft in Stellung war. Zwischen den Liebenden kam es indeß zu Differenzen, Vor einiger Zeit kaufte Eilers sich einen Revolver, den er verschiedentlich mit der Bemerkung zeigte, daß er sich mit dieser Waffe erschießen werde. Dieser Tage führte er die That aus. Er begab sich in die Küche, wo außer Fräulein Dierking noch ein anderes Mädchen anwesend war. Eilers warf einen Brief, der anscheinend eine Photographie enthielt, auf den Küchentisch und drang dann mit dem Revolver auf Fräulein Dierking ein. Dasselbe hielt schützend den Arm in die Höhe; es krachte ein Schuß und Fräulein Dierking stürzte zu Boden. Gleich darauf wandte Eilers die Waffe gegen seine Brust und auch er sank zu Boden. Als Hülfe herzueilte, stellte sich heraus, daß Eilers todt war. Fräulein Dierking hatte keine lebensgefährlichen Verletzungen erlitten. Z-reie Städte. Hamburg. Vor einiger Zeit feierte A. Biermann den Tag seiner fünfzigjährigen Thätigkeit alsSchriftgießer. Der Jubilar hat den Feldzug 1870 71 gegen Frankreich mitgemacht und trat, aus diesem zurückgekehrt, bei der Firma Genzsch & Heyse, Schriftgießerei und galvanoplastische Anstalt, Richardstraße 45, hiersel'bst, ein. In dieser Stellung ist Biermann bis jetzt ununterbrochen Patig gewesen. Der in der Marschnerstraße wohnende Vrothändler Kruse, ein gelernte? Mechaniker, hat sich und seine vier Kinder im Alter von 14. 13. 11 und 7 Jahren durch Leuchtgas verglstet. Mißliche äußere Verhältnisse haben den Mann zu der entsetzlichenThat getrieben. . - Bremen. Goldene Hochzeit feierten letztens Schuhmachermeister F. H. Künning und Frau. Das Jubelpaar erfreut sich trotz des hohen Alters von 76 esp. 74 Jahren einer ausgezeichneten Gesundheit und Frische. Künning ist Einer der Wenigen, die noch dem alten Schuhmacheramt angehört haben. Sein 50jähriges Geschäftsjubiläum beging der Steindrucker H. Rummelmann. Während dieser Zeit ist derselbe ständig bei'derFirma Wilh. Jöntzen, Buchtst?., thätig gewesen, jedenfalls ein Beweis guten Einvernehmens zwischen Arbeiter und Arbeitnehmer. Das Fest der goldenen Hochzeit feierten die Eheleute Hinrichs, wohnhaft Neckarstr. 72. Hinrichs war, nachdem er 32 Jahre zur See gefahren hatte. 23 Jahre Lazarethdiener am hiesigen Garnisonlazareth und ist daher in weiteren Kreisen bekannt. Vor einigen Jahren erfolgte infolge des hohen Alters seine Pensionirung. Lübeck. Der frühere langjährige Bürgermeister undSenator Dr. Brehmer ist hier im Alter von 76 Jahren gestorben. Er reorganisirte das hiesige Schulwesen und war bekannt als hansischer Geschichtsforscher, wie auch als Botaniker. Schweiz. Bern. Der Kartograph Herm. Kümmerly von hier erlag in St. Moritz (Graubünden) einem Herzschlag. Kümmerly's Name wird mit dem guten Rufe der schweizerischen Kartogra phie dauernd verknüpft bleiben. Der Verstorbene hat das Hauptverdienst am Zustandekommen der prächtigen Schulwandkarte der Schweiz. Bafel. Im hohen Alter von 83 Jahren starb hier Samuel DreifußNeumann. Auf dem Gebiete des Bankwesens eine Capacitat. entwickelte er auch auf dem der Philantrophie eine äußerst segensreiche Wirksamkeit. Während langer Zeit Präsident der israelitischen Gemeinde, wurde er, nachdem er sich von allen seinen Geschästen zurückgezogen hatte, deren Ehrenpräsident. Dielsdor . Letztens hat hier der 1882 geborene Metzger Albert Hirs nach vorangegangener Streitigkeit den im gleichen Alter stehenden Steinmekmeister öermann Vollniann von Weißlingen mit dem Ordonnanz gewehr aus offener Straße erschossen. Der Thäter wurde verhaftet. Freiburg. Der Privatdozent an der Universität Wien Dr. R. Ettmayer ist zum außerordentlichen Professor für romanische Sprachen an der hiesigen Universität ernannt worden; zum Eztraordinarius für deutsche Rechtsgeschichte wurde'; Dr. Zehntbauer ernannt.
Genf. An unserer Universität, an der bereits eine Privatdozentin für Volkswirthschaft thätig ist, hat sich eine zweite Dame, Fräulein Julia Cartier, für Literaturgeschichte habilitirt. L u z e r n. Am Pilatus wurde der ledige Arbeiter Fritz Achermann, der mit Räumungsarbeiten an der Bahnlinie beschäftigt war, durch eine Schneelawine über die Eselwand hinausgestoßen und an deren Fuße als Leiche aufgehoben. Madretsch. Letztens brannte hier die sogenannte alte Mühle nieder, in der sich das Schalen-Atelier von Schlatter & Pfund befand. Mit Mühe konnten die nebenstehenden Gebäude gerettet werden. Ein Familienvater, der seine Kinder im brennenden Hause glaubte und sie retten wollte. erlitt schwere Brandwunden und mußte nach dem Spital gebracht werden. Zürich. Der Bildhauer Richard Kißling, Schöpfer des Telldenkmals in Altdorf, ist von der philosophischen Fakultät der hiesigen Universität zum Ehrendoktor ernannt worden. Die Enthüllung eine? Gustav Freytag - Denkmals in Wiesbaden hat kürzlich in Gegenwart des Kultusministers Dr. Studt stattgefunden. Der Enthüllung war eine vom allgemeinen deutschen Sprachverein veranstaltete Vorfeier vorangegangen, bei der Professor Harnack aus Stuttgart in längerer Rede Gustav Freytag feierte und Professor Bruns. wick - Wiesbaden Erinnerungen auZ der Wiesbadener Zeit des Dichters er zählte. Das von Professor Schaver geschaffene Denkmal, das Freytag in Lebensgröße zeigt, erhebt sich an einem schönen Platze der Kuranlagen hinter dem neuen Palais. Außer dem Kultusminister wohnten die Wittwe, die Kinder und Enkel deö Dichters, der Schöpfer des Denkmals Professor Schaper, zahlreiche Delegirte von Schriftstellerverbänden, deö BühnenVereins, der Bühnengenossenschaft, einzelner Theater, des Ostmarkenvereins der Enthüllung bei. Am Nachmittag wurde als Festvorstellung im Hoftheater Die Journalisten" gege ben, Abends fand ein Festessen im Kurhaus statt.
Ein Pessimist. -Siehst Du, da fährt unser lieber Müller die Frau Rath mit ihren zwei hübschen Töchtern wieder im Automobil spazieren es scheint, da entwickelt sich so ein kleines Techtelmechtel!" Ja, ja ich hab' es schon lange gesagt, dem wird sein Automobilfahren noch zum Unglück!" G a l g e n f r i st. Staatsanwalt: Also in einer Stunde findet Ihre Hinrichtung statt. Bereiten Sie sich auf den schweren Gang vor." Delinquent: Ach, kann es nicht bis morgen bleiben? Ich habe heute so fürchterliche Kopfschmerzen." Das Tackl Hospital. Stimmungsbild nach der Sonntags jagd. Der Verantwortliche. Vater (der seinen Sohn überrascht, wi'e er schreibt: Mein Vater ist ein Ese): Was schreibst Du denn da. Du Lausbub?!" Sohn: Ja, weißt Du. der Lehrer war mit der Hausarbeit, bei der Du mir geholfen hast, sehr unzufrieden und hat mir als Strafe aufgegeben, 100 Mal zu schreiben: Ich bin ein Esel. Besucher deö Washington Monuments können sich jetzt dort verewigen. Oberst Vromwell, der die Aufsicht über das Denkmal führt, hat im höchsten Punkte desselben einFrem denbuch aufgeleat, worin alle Besucher ihre Namen eintragen können. Im Mcnat Mai wurde das Monument von 12,981 Personen besucht. Bis zum 1. Juni hatten im Ganzen 2,562.671 Menschen den schornsteinartigen Marmorbau ' erstiegen, den die dankbare Nation dem Vater des StaatenbundeZ errichten ließ.
RoykoUirung Amerikas. Tie chinesischen AuSschlüßgesche und Repressalien in China.
Beschlüsse as Tlstirung deS Ankaufs am rikanischcr Waaren-htnesische Ttudentcn. AuSsührung der Ausschlußgeseye Berklei -dete ulis-bfteUung eineS Betrugs. Der antiamerikanische Kreuzzug in China lenkt die öffentliche - Aufmerke samkeit in den Ver. Staaten auf die Frage der Modifizirung der chinesi-. scheu Ausschlußgesetze. Die chinesische Frank P. Sargcut. Handelskammer-in Schanghai beschloß vor einiger Zeit den Ankauf amerikanischer Waaren so lange einzustellen, so lange jene Gesetze keine Milderung erfahren haben. Durch das ganze Reich der Mitte wurden Händler telegraphisch von dem Boykott verständigt, und nach der Aussage von Exporteuren ist der Handel zwischen Onkel Sams Land und China thatsächlich zum Stillstand gelangt. In einer von 26 chinesischen Colleges beschickten Studentenversammlung zu Tientsin wurde der Beschluß gefaßt, amerikanische Waaren zu boykotten, die chinesischen Fabrikanten zu ermuthigen und antiamerikanische Literatur zu verbreiten. Die Intention der Ausschlußgesetze besteht zwar nicht in der Fernhaltung chinesischer Studenten, Kaufleute, Gelehrter oder sonstiger, der Arbeiterklasse nicht angehöriger Petsonen. Durch die Methoden der Gesetzesausführung aber wird, wie man behauptet, die Ausschließung auch dieser Leute bewerkstelligt. Wenn ein nach den Ver. Staaten kommender chinesischer Kaufmann, der den Ankauf von Waaren zum Betrage von vielleicht Hunderttausenden von Dollars vorhat, in einem hierländischen Hafen sich einer Untersuchung gleich einem Verbrecher unterziehen lassen muß, so faßt er dies begreiflichcr Weise als eine Beschimpfung auf und wird rebellisch. Eine rr.ildere Auslegung der Gesetze ist von dem Präsidenten bereits angeordnet worden. Es ist eine Thatsache, daß eine große Zahl Kulis in der Verkleidung von chinesischen Kaufleuten, Studenten und Theik emcr JdentisiketicnSkarte mit Finger, abdrücken. Gelehrten trotz der Ausschlußgesetze Onkel Sams Land gekommen sind. Man hat eine Gesellschaft entdeckt, die durch die Verbringung chinesische.' Arbeiter über die kanadische Grenze nach der Union reich geworden ist. Kulis, die nie vorher einen Fuß auf amerikanische Erde gesetzt hatten, wurde die Aussage eingepaukt, daß sie in den Ver. Staaten geboren oder hier als Arbeiter registrirt seien und von einem Besuche Chinas zurückkamen. Ihre Angaben wurden durch falsch: Zeugen erhärtet. Für seine Beförderung von China nach Amerika hatte jeder Kuli 5500 zu berappen. Diesen Betrügereien ist durch ein von dem General-Einwanderungs-kommissär Frank P. Sargent ringeführtes Verfahren ein Riegel vorgeschoben worden. Laut einem von Sargent mit der kanadischenPacific-Eisen-bahn abgeschlossenen Vertrage stehen alle Chinesen, die auf ihrem Wege nach den Ver. Staaten die Dominion passiren, während ihrer Fahrt durch dieselbe unter Bewachung und werden den Unions - Einwanderungsbehörden in vier Grenzhäfen übergeben. Hier dctiuirt man die bezopften Söhne des Blumenreiches so lange, bis der Beweis erbracht ist, daß sie ein Recht zum Betreten von Onkel Sams Land besitzen, und Daten über ihre Person aufgenommen sind. Jeder Kuli wird nicht nur nach dem Bertillonsystem gemessen und gewogen, sondern man photographirt den Schlitzäugigen auch und nimmt in einem besonderen Raume auf seiner Jdentifizirungskarte mit purpurfarbener Tinte einen Abdruck seines rechten Daumens und seines rechten Mittelfingers.
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Eine leibhaftige russische Comtesse hat in den Mauern der Kirchenstadt Brooklyn das Licht der Welt erblickt. Sie ist das Töchterchen des Grasen I. L. Leschinsky. der sich zur Zeit in Geschäften in Amerika aufhält, und dessen Gattin, der Frau Gräfin May Leschinsky. n6e Feist. Wie es heißt, weilt Graf Leschinsky in Amerika, um große Einkäufe von Eisenbahnmaterial für die Südrussische Bahn zu besorgen. Er kam mit seiner Gattin vor Kurzem aus Hongkong über San Francisco in Brooklytt an. Wegen Waggonankäufen steht er angeblich mit der Pullman Co. und der American Car and Foundry Co. in Unterhandlungen un bei den Bald-win-Werken in Philadelphia soll er eine Anzahl großer Lokomotiven für seine Auftraggeber bestellt haben. Die junge Frau Gräfin ist eine Tochter des wohlhabenden Putzwaarenhändlers Louis Feist in Kansas City, Mo. Sie lernte ihren Gemahl in St. Louis kennen und wurde nach kurzem Brautstand seine Gattin. Auf einem bedeutenden Umwege ist der 18jährige Ernst Rausch, der am 27. Mai mit dem Dampfer Rhätia" von Hamburg abfuhr und in New Fork landete, zu seinem Onkel Chas. Krohn, in Elizabeth, N. I., gelangt. Statt von der Bärge Office in New Jork auf dem nächsten Wege nach dem nahegelegenen Elisabeth befördert zu werden, hat man ihn nach Elizabeth im Staate Illinois fahren lassen. Der junge Mann hatte nämlich eine Karte bei sich, die ihm als Wegweiser dienen sollte. Es stand auf derselben: Ernst Kasch. To his uncle, 172 Reid Str., Elizabeth." Dieser Tage erhielt der Postmeister in Elizabeth, N. I., von einem Apotheker Dittmann aus der Stadt gleichen Namens im Staate Illinois einen Brief, in welchem um Nachforschung nach einem Manne Namens Krohn, in No. 172 Reid Str., ersuchte wurde. Die erwähnte Karte lag dem Schreiben, das dem Postmeister die Situation des jungen Mannes erklärte, bei. Charle Krohn wurde ohne Schwierigkeit als der gesuchte Onkel festgestellt. Er sandte seinem nach Illinois gerathenen Neffen das nöthige Reisegeld, um nach dem Osten zurückkehren zu können. Krohn war von der Ankunft des jungen Mannes benachrichtig! worden, doch war dieser schon von der Barge-Office aus auf den falschen Weg geleitet worden, als der Onkel ihn abholen wollte. Niemand wußte damals, wohin der der englischen Sprache nicht mächtige Jüngling gerathen war. Ein seltsamer Roman kam dieser Tage in der Pfarre der Union
Baptist Kirche in East Grant. Str., Elizabeth, N. I., zu einem glückliche? wenn auch anderes als erwarteten Abschluß. Vor Nev. W. P. Lawrence, von der genannten Kirche, erschien ein schon nicht mehr junges farbigesPaar, welches sich trauen lassen wollte. Der Name der Braut wurde aufgenommen, ihr Alter und auch, daß t eine Wittwe sei. Als sie ihren Geburtsort angab, der Luray. Va., war, horchte der Zukünftige" auf. Er selbst hatte lange Jahre den Namen seines Stiesvaters getragen und hörte nun zu seinem Erstaunen, daß sein ursprünglicher Name und der seiner Braut derselbe war. Eine hastig ausgetauschte Lebensgeschichte stellte nun außer Zweifel fest, daß . das Paar Bruder und Schwester waren. Der Sklavenbesitzer, dem ihre Eltern sowohl wie sie selbst gehörten, hatte kurz vor dem Ausbruch des Bürgerkrieges alle seine Sklaven in Voraussicht der kommenden Ereignisse verkauft. Der Vater der Sklavenfamilie war bereits gestorben und die Mutter mit ihrem Sohne wurde an einem Plantagenbesitzer in Georgia verkauft, während das Töchterchen mit einer Tante in Luray in dem Besitz des neuen Eigenthümers der Plantage verblieb. Die Sklavenbefreiung trieb die Mitglieder der Familie nordwärts. Mutter und Sohn kamen nach Mobile, Ala., und, nachdem der Sohn lange Jahre mit einer Minsireltruppe gereist war, ließen sich beide in Berkeley Heights nieder. Die Schwester kam mit der Tante nach Philadelphia, wo sie in die Dienste einer Qualerfamilie trat, mit der sie schließlich nach Cranford kam. Bei einer Festlichkeit in Westfield trafen sich Bruder und Schwester, er bereits 54 und sie 52 Jahre alt. und beschlossen, sich zu heirathen. Thränen der Rührung und der Freude vergossen beide bei dem so unerwartete.! Wiedererkennen und der Bruder nahm seine Schwester nach dem Hause der greisen Mutter, die ihre Tochter schon längst todt geglaubt. Mittel zum Zweck. Warum trinkt denn der grantige Herr Bierhuber den Leuten da-drüben so freundlich zu?" Damit sie schneller mit ihrem Salvator fertig werden. Sie sitzen nämlich auf seinem Platz.-
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