Indiana Tribüne, Volume 28, Number 270, Indianapolis, Marion County, 7 July 1905 — Page 6
Jndiana Tribüne, 7. Juli 1903.
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Europäische Nachrichten.
Mtieldeutsche Stncrten. Altenburg. Im Alter von 75 Jahren ist hier Schulrath Professor Gustav glemming gestorben. Er leitete von 1873 bis 1896 das Realgymnastum hier und wirkte in seiner freien Zeit viel in gemeinnützigen Vereinen und Gesellschaften. Braunschweig. Auf eine 25jährige Lehrthätigkeit blickte kürzlich Frl. Franziska Hersing zurück. Seit 1881 wirkt sie an der 2. mittleren Mädchen - Bürgerschule (jetzt an der Sidonienstraße). Detmold. Der Grafregent hat den vom hiesigen Schwurgericht zum Tode verurtheilten Raubmörder WilsHagen zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Ebersdorf. Unlängst wurden hier die allgemein geschätzten L. Knoblauch'schen Eheleute die Frau stand im 81.. der Mann im 83. Lebensjahre gleichzeitig in einem gemeinsamen Grabe beerdigt. Der Ehemann feierte 1893 das 50jährige Schützen - Iubiläum, bei welcher Gelegenheit ihn der Erbprinz durch ein größeres Geldgeschenk erfreute und auszeichnete. Die Schützengilde gab das Ehrengeleite. Die Eheleute waren seit bald 50 Iahren verheirathet. ' Eise nach. Einer der reichsten Bürger unserer Stadt, der mehrfache Millionär Rittergutsbesitzer Julius v. Eichel Streiber, ist, nachdem er noch vor einiger Zeit seinen 85. Geburtstag gefeiert hat, nach längerem Leiden gestorben.Mit tym ist der größteWohlthäter, den die Stadt je besessen hat, in das Grab gesunken. Sera. Wundarzt erster Klasse Kraus' feierte mit seiner Gattin das Fest der goldenen Hochzeit. K ö t h e n. Im benachbarten Osiernienburg ist das bei dem dortigen Arzte Dr. Fitzau bedienstete Mädchen Finger aus dem Fenster gestürzt. Sie war mit Fensterputzen beschäftigt, verlor dabei das Gleichgewicht und stürzte aus dem 1. Stockwerk in den Hof hinab. Schwer verletzt wurde sie aufgehoben und nach dem hiesigen KrankenHause gebracht, wo sie in kurzer Zeit verschied. Rudolstadt. Bor einiger Zeit ist das dreijährige Töchterchen des Briefträgers Kolb, das am Saaleufer spielte, ins Wasser gefallen und ertrunken. Sachsen. Dresden. Kürzlich ist hier nach langem schweren Leiden Brauereidirektor August Benckendorff gestorben. Der Entschlafene, der am 22. Dezember 1853 in Wolfenbllttel geboren wurde, war, ehe er nach hier kam, in München in der Aktienbrauerei zum Münchener Kindl thätig. Vom 1. April 1883 bis 31. März 1903 leitete er die Aktienbrauerei zu Reisewitz, die er zu hoher Blüthe brachte. Der Bildhauer Prof. Heinr. Epler ist hier im Alter von 53 Jahren gestorben. Epler, ein Schüler von Johannes Schilling, war als .Lehrer an der Dresdener Kunstakademie thätig. Von seinen Werken ist namentlich die Bronzezruppe Zwei Mütter" bekannt geworden, die im Großen Garten hierselbst aufgestellt ist. .. A d o r f. Kürzlich verschied im 95. Lebensjahre der am 18. Oktober 1810 in Limbach bei Netzschkau geborene Pastor emer. Moritz Lohse. Er war seit 1840 als Rektor an dtt Schule und feit November 1852 bis Ende September 1879 als hiesiger Pfarrer thätig, seitdem lebte er hier in dem wohlverdienten Ruhestand. Buchholz. Den Bäckermeister Anton Hempel'schen Eheleuten war es vergönnt, ihr diamantenes Ehejubiläum zu begehen. Döbeln. Der letztens in Wiesbaden verstorbene, hier in seiner Vaterstadt beerdigte Bankdirektor Adam Ebert hat für die hiesigen Armen 60, 000 Mark letztwillig vermacht. Grimm a. IN der hiesigen Klosterkirche wurde vor einiger Zeit kurz vor Beginn des Gottesdienstes Professor Dr. Hermann Wunder von einem raschen Tode ereilt, indem er von einem Herzschlage getroffen wurde. K a m e n z. Einen Doppelselbstmord begingen der 53jährige Elektrotechniker Julius Hartmann und seine gleichaltrige Ehefrau, die ein WollWaarengeschäft betrieb. Als das Geschäft nicht geöffnet wurde, schöpfte man Verdacht und schritt schließlich zu' polizeilicher Oeffnung der Wohnung. Dabei fand man auf den Dielen des Wohnzimmers Hartmann todt vor, während seine Ehefrau entseelt auf dem Sopha saß. Der Tod war bei beiden durch Vergiftung mittels Cyankali eingetreten. Man nimmt an, daß die That im gegenseitigen Einverständniß wegen Eeschäftssorgen verübt worden ist. Meißen. Geh. Studienrath Dr. Hermann Peter, der bisherige Leiter der Fürsten- und Landesschule St. Asra, ist nach 31jähriger Thätigkeit vom Rektorate zurückgetreten. KesseN'Aarmstadt. D a r m st a d t. Kürzlich derunglückte der 36 Jahre alte Bahnschaffner August Nies aus Alzey im BahnHof in Pfungstadt beim Rangiren. Nies wurde von einem Wagen erfaßt, wobei ihm die beiden Unterschenkel abgefahren wurden. Außerdem hat der Verunglückte noch schwere Verletzungen
am Kopfe erlitten. Der Zustand des Verlebten tst recht bedenklich. Nachdem in Pfungstadt die nöthigen Nothverbände angelegt worden waren, wurde er mittelst Droschke nach dem hiesigen städtischen Krankenhaus verbracht. B e n s h e i m. Die Beobachtung des früheren hiesigen Stadtrechners Hock auf seinen Geisteszustand in der Landesirrenansialt zu Hofheim und Qeppenheim ergdb unheilbaren geistigen Verfall. Hock, der großer Unterschlagungen beschuldigt wird, wurde auf Grund des ärztlichen Gutachtens aus der Untersuchungshaft entlassen. K a st e l. Hier brannte das Bootshaus der Rudergesellschaft von 1880 vollständig nieder. Der Schaden ist beträchtlich und nur theilweise durch Versicherung gedeckt.
Mainz. Kürzlich feierte Dr. Salfeld sein 25jähriges AmtsjubMum als erster Rabbiner der jüdischen Religionsgemeinde. Salfeld ist ein Geistlicher, der den confessionellen Frieden erhalten und befördert und sich auch wlssemchastlich einen Namen gemacht hat. Neckar st einach. Hier verstarb der Kämmerer Hans Hubert Frhr. v. Dorth. Derselbe war Ehrenritter des Maltheserordens und Mitglied, der Genossenschaft des niederrheinischen ritterbürtigen Adels. Er erreichte ein Alter von 64 Jahren. Wayern. München. Bei der hiesigen iechNischen Hochschule sind die bisherigen Privatdozenten Dr. Jgnaz Bischoff. Lehrer der Geodäsie und IngenieurWissenschaft, und Dr. Joseph Spoettle, Dozent für landwirthschaftliches Meliorationswesen, zu Honorarprofessoren ernannt worden. Den Tod auf den Schienen gesucht hat der Hofsterbkassen - Controlle? Otto Schröder. Dieser Tage wurde er auf dem Bahngeleise der Starnburger-Llnie, Strecke Planegg - Gauting, todt aufgefunden. Schröder, der den zweiten BuchhalterPosten bei der Hofkasse bekleidete,, litt schon seit längerer Zeit an einem fcyweren Nervenleiden, das besonders auf seinen geistigen Zustand zerstörend eingekzirkt hatte. Kürzlich brach in der Fallmeyerstraße 2 auf dem LagerPlatze des Baumeisters Gottfried Maurer in einer Bauhütte, vermuthlich infolge Brandstiftung, Feuer aus; dies griff sehr rasch um sich und äscherte den größten Theil der HolzVorräthe, Gerüstzeug, Leiicrn und eine zweite Bauhütte vollständig ein. Bad Aibling. Vor einiger Zeit verstarb im 75. Lebensjahre Rentier Pentenrieder, früher langjähriger Magistratsrath. Der Verstorbene ist der Schöpfer der prächtigen Kuranlagen. Deubach. Letztens wurde der vor seinem Ofen stehende Bäckermeister Reiter vomVlitz erschlagen. Das Haus blieb unbeschädigt. Bei dem gleichen Gewitter traf der Blitz das Haus des Taglöhners Müller in Schwabmünchen, zerstörte das Dach und den Kamin und lahmte den Eigenthümer. H o l z k i r ch e n. Dieser Tage ist hier der Kleingütler Franz X. Lang, der eine zahlreiche Familie besitzt, der ganze Viehbestand, 3 Kühe, 3Schweine und 10 Hühner, infolge eines Stallbrandes erstickt. Der Schaden beträgt 800 Mark, mit der Neubeschaffung 1600 Mark. M i t t e r t e i ch. Hier überfielen die erst kürzlich aus Sachsen zugezogenen zwei Photographen Gebr. Löwenhag ohne Veranlassung den Postbeamten Zant und verletzten diesen sowie den ihm zu Hilfe eilenden Postboten Rüth und den Schweinhändler Schwager! mit ihren Messern derart, da Rüth lebensgefährlich verwundet darniederliegt. Die Messerhelden wurden verhaftet. WUrtiemverg. Stuttgart. Der Direktor des Kupferstichkabinetts, Prof. K. Kräutle, durfte kürzlich den Tag begehen, an dem 25 Jahre verflossen waren, seit er auf diesen arbeitsreichen, ihm über alles lieben Posten berufen worden ist. Der langjährige frühere Generalarzt des' württembergischen Armeekorps v. Fichte, Enkel des Philosophen, ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Hier starb die Wittwe Karl Gerok's in einem Alter von 77 Jahren; sie hat ihren Gatten um 15 Jahre überleb!. A l m e r s b a ch. Der ledige Ochsenwirth Schlehmer von hier hat sich erschossen. Ungünstige VermögensverHältnisse sollen den Mann in den Tod getrieben haben. B a ck n a n g. Letztens wurde hier Fabrikant Fritz Hauser senior unter großer Betheiligung der Einwohnerschaft zu Grabe getragen. Einer der ersten Lederindustriellen am hiesigen Platze, hat er zur Hebung und EntWicklung dieser Industrie sehr viel beigetragen. E tz l i n g e n. Reichsgerichtsrath a. D. und Landtagsabgeordneter v. Geß ist nach längerer Krankheit gestorben. Der Verstorbene war von 18731891 Mitglied des obersten deutschen Gerichtshofs. H a s l a ch. Eine Feuersbrunst zerstörte das Oekonomiegebäude des Bauern Anton Maucher nebst Wagenremise und Scheuer sammt allen Futtervorräthen. 26 Stück Vieh und 6 Pferde kamen in den Flammen um. Ein Kind des Besitzers erlitt Brandwunden und konnte nur mit knapper Noth dem Feuer entrissen werden. Neuenburg. Hier sind die Wohnhäuser undScheuecn deö Bauern
Weibner, des Polizeidieners Frei und
des Karl Glauner niedergebrannt. 'Maven. Karlsruhe. Eine berübmte Persönlichkeit wurde dieser Tage hier bestattet, der im Alter von 86 5kabren verstorbene Astronom und russische min. (staatsraty Wilhelm v. Struwe. Als Direktor der Sternwarte von Vulkowa bat Struwe wlcktiae Entdeckungen gemacht, die er in besonderen cyristen ooer ln den Memoiren der Petersburger Akademie veröffentlichte. Seit 1894 genoß Struwe hier den uyestand. Emmendinaen. Vor einiaer Zeit brach in dem früher dem WeinHändler I. Binder gehörigen Anwesen Feuer aus, das innerhalb kurzer Zeit das ganze von 5 Familien bewobnte Gebäude in Asche legte. eldelbera. Sein funniaiabriges Lehrerjubiläum beging Hauptlehrer Wagner an der hiesigen Volksschule. H a u s a ch. Das 3iahnge Sohnchen des Bahnarbeiters Armbruster wurde von einem Automobil übersahren uno gelobtet. Kenzinaen. Der sckon beiabrte Landwirth und Küfer Leo Rieaer von Vambach stürzte auf dem Felde beim aufladen von spreu vom Wagen und brach das Genick. Er war sofort todt. Mannheim. Dieser Taae feierte Frl. Auguste Schaaf, Jndustriehauptleyrenn an der hiesigen erweiterten Mädchenschule, ihr 25iäbriges Dienst jubiläum. P l o r z h e i m. Die 19 Jahre alte Polisseuse Jeannette Goldstein aus Rumänien, die aus Stuttgart nach hier gekommen war, kam mit ihrem früheren Liebhaber m den Russischen Hof" Hierselbst, wo das Mädcken aus verschmähter Liebe Gift zu sich nahm. Obgleich man Ne sofort nach dem stadtischen Krankenhaus verbrachte, wo Rettungsversuche angestellt wurden. erlag das Mädchen in kurzer Zeit dem &it. . ' r . Den Heldentod gestorben ist der Knabe Albert Tony in Camden. Tony badete mit mehreren Kameraden im Coopers Creek. Plötzlich wurde einer der anderen Knaben, der bedeutend jünger war als Tony, von der starken Strömung erfaßt und mit fortgerissen. Tony, der die Gefahr der Strömung kannte und wohl wußte, daß sein Kamerad dem Tode geweiht war, wenn ihm keine Hülfe geleistet würde, schwamm dem Ertrinkenden nach. Es gelang ihm, ihn festzuhalten, doch in dem doppelten Kampfe mit den reißenden Wogen und dem ertrinkenden Knaben, der sich fest an ihn anklammerte, erlahmten seine Kräfte. Der unglückliche Knabe versank in der Fluth, gerade als sich zwei Männer, die durch die Hlllferufe der anderen Knaben angelockt worden waren, ins Wasser stürzten. Den Männern gelang es, den Knaben, für den Tony sein Leben drangesetzt hatte, zu retten. Auch Tony brachten sie n's Land, allein alle Wiederbelebungsversuche waren erfolglos das Leben war bereits auZ dem Körper entflohen. Der Graf Roggi Carlo von Trieft, ein vornehm aussehender Herr, stand dieser Tage vor dem Criminalgericht in New Fork wegen Diebstahls einer auf $1500 bewerteten Diamantnadel. Wie sich aus der Beweisaufnahme ergab, betrat der Graf das Juweliergcschäft von Lebolt & Co. und bat um Vorweisung einiger werthvoller Schmucksachen. Ein Clerk kam dem Wunsch des gräflichen Besuchers nach, dieser ergriff eine kostbare Busennadel und sauste mit Expreßzugsschnelligkeit aus der Ladenthür, der Clerk aber sauste mit noch größerer Geschwindigkeit hinter dem Flüchtlinge her und erwischte ihn. Der Graf bekannte sich vor dem Criminalgericht des Diebstahls schuldig, suchte jedoch des Richters, Herz milde zu stimmen mit der Bemerkung, er habe die Bekanntschaft eines wunderschönen American Girl" gemacht und für dieses sei die Nadel bestimmt gewesen. Eine traurige Entschuldigung, junger Mann, eine höchst klägliche Ausrede," bemerkte Richier Foster. ein Jahr sieben Monate Zuchthaus." JnSheffield, England, machte die Polizei dieser Tage eine seltsame Entdeckung; sie fand nämlich heraus, daß es dort bisher eine Wettund Spielhöhle für Knaben gab. Das Haus, das die hoffnungsvollen Kerle gemiethet hatten, ist ziemlich klein und unscheinbar und enthält eigentlich nur eine Küche, einen größeren und zwei ganz kleine Räume. Aber trotzdem konnte man dort gewöhnlich 20 30 Knaben beim Spiel zusammenfinden. Meist fing das Spiel Abends zwischen 11 und 12 Uhr an und dauerte dann bis in die Morgenstunden fort, wei Knaben hatten vor einige Zeit diesen Club" gegründet und alle ihre Bekannten aufgefordert, ihm beizutreten. DieAufnahmegebühr betrug 25 Pence. Die beiden Gründer" wurden nunmehr verhaftet und vor den Polizeirichter gebracht. Die anderen Mitglieder" ließen sich meist einschüchtern und verriethen der Polizei alles, was sie von dem Hause wußten. Die meisten Knaben berichteten, daß sie viel Geld verloren hätten, aber einer gab zu, daß er sechs Schillinge gewonnen habe. Die beiden Gründer wurden zu einer Geldstrafe von 25 Pfd. Sterl. verurtheilt oder drei Monate Gefängniß. ......
Die japanischrn Scclknte. Ihre ?igeschaften die Ursache sür die Gt solge der Marine des Mikado. Ein japanischer Marineoffizier, der unter Togo gedient hat und äugenblicklich in London weilt, äußerte sich über das Geheimniß des Erfolges der japanischen Marine folgendermaßen: Unser Sieg in der Meerenge von Korea ist größtentheils den Leuten zuzuschreiben, die wir unter uns haben. Japan ist eine Jnsularmacht wie England, aber es hat mehr seegewohnte Männer, als selbst England. Wir haben nicht so viele Dampfer, und unsere Dampfer sind nicht fo groß, deshalb ist unsere seefahrende Bevölkerung an das Segeln mit einer enormen Zahl kleiner Fahrzeuge gewöhnt, und Jedermann lernt auf diese Weise, selbst ständig zu handeln. Wir können einen Mann so. wie er ist. von seinem Fischerort nehmen, und in sechs Wochen ist er ein guter Matrose. Wir verdanken natürlich viel dem Vorbilde der britischen Marine; unser Exerzieren, unsere Taktik, unsere Strategie sind britisch, aber unsere Ausbildung ist vollständiger. Wir lehren beispielsweise einen Mann mit einer Schaufel und Steinen an Land das Heizen, ehe wir ihn an Bord des Schiffes bringen. Unsere Heizer sind infolgedessen sehr viel besser. Aber alle unsere Leute sind gut. Sie lieben ihre Arbeit, und sie beklagen sich niemals, wie schwer auch der Dienst und ihre Mühsal sein mag. Sie haben Kälte und allerhand Ungemach vor Port Arthur ausgestanden, aber sie haben niemals getrunken. Die fremden Matrosen, die nach Nagasaki kommen,, bringen ihre Zeit in den Kneipen zu, dann betrinken sie sich und schlagen sich, unsere Leute betrinken sich niemals. Jeder Mann ist, wie der Admiral, stolz auf die Arbeit, die er thut, selbst wenn er auch nur Kohlen schippt. Die Disziplin ist gut, aber wir brauchen kaum an die Disziplin zu appelliren, außer um die Leute ihr Geschäft zu lehren. Das sind die Gründe, denen wir den großen Erfolg in der Meerenge von Tsuschima ver-danken.
Postkarten von Todten. Die Liebhaber vonAnsichtspopkarten in Rußland sind gegenwärtig eifrig auf der Jagd nach einer Kuriosität, die für sie. als Russen, allerdings einen doppelten Werth besitzt. Alle Zeit praktisch, hat die japanische Heeresverwaltung beim Ausbruch des Krieges künstlerisch ausgestattete und mit einem Trauerrande versehene Postkarte ausgehändigt, auf der für alle Fälle der Tod des Soldaten gemeldet wird. Dieser muß dann die Karte mit der Adresse der Person versehen, die er. wenn er in der Schlacht bleiben sollte, hiervon unterrichtet zu wissen wünscht. Die Kameraden der Gefallenen aber sind angehalten, ihnen diese Karten, die zeder stets bei sich tragen muß, aus der Brusttasche zu nehmen und zur Beförderung abzugeben. Selbstverständlich wandern die Karten, von denen schon viele Tausende ihre traurige Bestimmung erfüllt haben, sammt und sonderö nach Japan zurück und werden in den Familien der Getödteten als theure Andenken bewahrt. Einige davon schelnen indessen doch von solchen Adressaten. deren geschäftlicher Sinn ausgebildeter war als ihr verwandtschaftlicher. in den Handel gebracht worden zu sein und den Weg nach St. Petersburg gefunden zu haben, wo, wie man hört, die fabelhaftesten Preise jetzt für sie geboten werden. Liebcödrama zweier Kinder. Ein 16jähriger Gymnasialschüler Namens Lazar Raschkowitsch in Belgrad, Serbien, unterhielt mit einer gleichalterigen Schülerin der höheren Töchterschule feit vier Jahren ein Liebesrerhältniß. Als sich das Mädchen trotzdem mit einem anderen jungen Manne verlobte, erschoß der Gymnasiast in einem Anfalle von Eifersucht die ungetreue Geliebte und 'stellte sich dann der Staatsanwaltschaft. Trotz seiner Jugend hat der Mörder bereits eine höchst interessante Vergangenheit hint'r sich. Er wurde als zwölfjähriger Knabe wegen einer politischen Rede aus seiner Vaterstadt Ccttinje ausgewiesen. Auch schrieb der außergewöhnlich begabte Junge aufsehenerregende Leitartikel über montenegrinische Zustände in dem Tageblatt Stampa," deretwegen dieses Blatt schon öfter konfiszirt wurde. Unter den Papieren des Verhafteten befand sich auch ein Drama, das er als Dreizehnjähriger geschrieben, außerdem verschiedene Gedichte, Erzählungen u. s. w., sämmtlich von ausgesprochener Dichtergabe zeugend und in vollendeter Form verfaßt. Vergiftete Perlenschnür. Eine chemische Untersuchung eines Perlenschnürchens, welches ein fünf Jahre altes Mädchen Namens Henrietta Crish in Chicago als Preis erhalten hatte, ergab, daß die Perlen so stark arsenikhaltig sind, daß sie den Tod herbeiführen können. Das Kind starb, nachdem es die Perlen in den Mund gesteckt hatte. Solche Perlenschnürchen sollen allgemein als Preise für Kinder gebraucht werden. Es wird behauptet, daß diese Perlen in Deutschland fabrizirt werden. Die Schweiz hat mehr Eisen-bahn-Tunnels, -Viadukte und -Brücken auszuweisen als irgend ein anderes Land der alten Welt.
In der Sommerfrische.
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Bauer: Und a Lut haben S' hier, fast zu gut. Ich sag' Ihnen, wenn Sie da ein paar Wochen o lebt haben, sind S' froh, wenn amal a Automobil durchfährt, nur damit S' amal a bissel e Abwechslung in der Luft haben!" Das Ewig-Weibliche. Sie (während einer Spazierfahrt im Autel): Edgar, fahr an der Kurve nicht so rasch, damit wir nicht etwa herausgeschleudert werden ... es sind da immer so viel Leute, und ich hab' meine schlechtesten Schuhe an." ( Im Zeichen des Verkehrs. Beamter: ... Das Kind muß aber doch einen Geburtsort haben!" Autler: Nein. Es ist in einem Automobil geboren worden und zwar bei einer Geschwindigkeit von 80 Kilometer per Stunde!" Unerhört. Die Frau Rechnungsrath (auf dem Balle, zur Frau Stadtrath, giftig): Wie diese Person, die Frau Architekt dort, einen täuschen kann! Denken Sie nur, der ihr wundervolles Haar und ihr herrliches Zahngebiß sind beide echt!" Undank ist der Welt Lohn. Diener (dem sein Herr, ein Parvenu, soeben gekündigt): Natürlich! Jetzt wo man den Leuten kaum ein bischen seine Manieren beigebracht Hai, wird man 'rausgeschmissen!" Selbstbewußt. Madame: Achtzig Thaler Lohn verlangen Sie? Mein voriges Mädchen hat nur siebzig gekriegt." Dienstmädchen: Ja, gnädige Frau, wollen Sie sich denn nicht auch einmal verbessern?" r Ein liebevoller Ehemann. Eduard, vor der Hochzeit sagtest Du immer. Deine Liebe zu mir würde ewig dauern und jetzt !" Nun hat etwa Dein Vermögen ewig gedauert?" Hyperbel. Graf: Ist denn die Toilette, die ich Dir kürzlich kaufte, wirklich schon wieder so unmodern, wie Du mich glauben machen möchtest, liebe Eleonora?" Gräfin: Ich versichere Dir, Egon, dagegen ist die Toilette unserer ältesten Ahnfrau noch modern!" Genugsam. mn. tf&&Ü 's Ai .r" m l1H,V',i Ms" MW. 'V-' lHn i V CS<f mfkMi y r??K?&? skX&trJkJ . ijwWrw .So, jetzt tausch' mit koan Mini jierfauteuil net!"
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