Indiana Tribüne, Volume 28, Number 267, Indianapolis, Marion County, 3 July 1905 — Page 7
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Dcr Vertrauensmann I i llcnun von Y yaul Slumenreid? 1 i l (Fortsetzung.) Ich kann nicht kann nicht!" sagt; sie, sich immer wieder schüttelnd. JSti leicht, wenn er ein völlig Fremder wäre! Aber meines Mannes Bruder es ist unmöglich !" Ihr Entsetzen ehrt Sie. meine Verehrte schloß der alte Anwalt. Aber ich mußte meine Pflicht thun schon um meines armen Joe Tochter halber. Die Entscheidung sieht bei Ihnen. Und sie müßte sehr bald erfolgen. Jim Houston gehört zu den Leuten, die auch vor einer Gewaltthat nicht zurückschrecken. Er ist, neben Ihren Gatten stellt, der andere, der entartete, verabscheuenswerthe Typus des Amerikaners. Ich habe Sie gewarnt!" Zwei .age später empfing mz im glückliche Frau einen Brief von Jim Houston. Er habe in sichere Ersahung gebracht, so wagte er ihr zu schreiben, daß man von gewisser Seite mit dem ruchlosen Plane umgehe, sich ihrer Tochter zu bemächtigen. Da derlei in New Fork gar nichts so Ungewohnliches sei. rathe er, als ihr nächster
J Verwandter, ihr dringlichst an, sich sobald als möglich unter männlichen Schutz zu stellen. ' Noch in derselben Woche wurde die - Wittwe Joe Houstons die Gattin sei- ' nes Bruders Jim. Die kurze VerHandlung vor dem Mayor der Stadt New Jork war so angeordnet, daß Frau Emma sich unmittelbar von City Hall aus nach Hoöoken begeben konnte, um , mit ihrem Kinde noch am Tage der Eheschließung nach Deutschland ' abzureisen. Die väterliche Umsicht Mr.
van Dyks hatte ms m die nebensach- .. . lichste Kleinigkeit alles vorbereitet, so hak die Neuvermählte es wirklich um-
tthen konnte, ihren Gatten nur eines Blickes zu würdigen. Und unmittelbar an diesen Abschluß eines inhaltreichen Abschnittes in ihrem Leben, das während der nächtlichen Fahrt an ihr vorüberzog, knüpfte sich der Beginn eines neuen Kapitels M?msll eines Kittels das sie nicöt
, ,?7rnehr zu erleben geglaubt hatte: die ' . O.aa itwt i!4. f.. A.Vn n,Vrt
i citvt tuui .ymwi uvvv it ytivvivcu. Auf dieser Reise nach Bremen, der ersten, die sie ohne ihren Unvergessenen Gatten machte, einer Reise, die weit mehr einer Flucht ähnlich sah, hatte sie ihn kennen gelernt, den Doktor WilHelm Weber. Sie machte die Ueberfahrt natürlich in der ersten Klasse des modernen Schnelldampfers, hatte eine ganze Welt l ,von Koffern und Kisten mit sich, da es den Bemühungen van Dyks noch in letzi ter Stunde gelungen war, ein gut Theil ( ?er Kostbarkeiten. Bilder und Ausstattungsstücke aus der Villa Houston gegen verhältnißmäßig geringe Opfer zu retten. Sie nahm dies alles mit, um Lber's Meer hinweg die Erinnerung an ihren Gatten zu tragen. Sie würde, so hoffte sie, niemals wieder nach Amerika zurückkehren. In der Heimath wollte sie sich seßhaft machen, wollte die alte Mutter ganz zu sich nehmen, wollte ihr Kind von deutschen Aerzten behandein, ihm eine deutsche Erziehung zu Theil werden lassen. Margit war damals zwölf Jahre alt. kränkelte in letzter Zeit vielfach vielleicht, weil die Mutter nicht aus den Aufregungen herauskam und dem Kinde nicht die volle Ruhe bieten konnte, die zur Kräftigung seiner Natur nöthig war. Aber Margit war weder launisch noch weinerlich. Wenn sie sich nicht wohl fühlte, merkte man ihr allenfalls eine große Müdigkeit an, eme Schwere der Glieder man hätte sagen mögen: eine Melancholie des zarten Körperchens. Fand dann ihr reger Geist Anregung, so erwachte bald auch die schlummernde Physis, und wer sie beim Spiele sah, hätte kaum vermuthet, daß man das Kind damals vielfach für eine Todeskandidatin hielt. In jener Zeit, anfangs der achtziger Jahre, pflegte auch ein Schnelldampfer neun bis zehn Tage unterwegs zu sein von New Fork nach Bremen. Besonders im Spätherbst konnte solch eine Fahrt sich wohl noch etwas länger ausdehnen; man war anfangs November abaereiit. vll utz 'seerranryeil vnev die kleine Margit glücklich verschont, aber einer anderen Krankheit auf See. einer furchtbaren Langeweile war sie schon am zweiten Tage versallen. Und ihre Mutter sowohl, wie die dem Kinde beigegebene Bonne" waren ununterbrochen bemüht, das lebhafte kleine Wesen ' i , . r. . zu unteryailen. Linien, am jqcc ve Schiffes, jenseits des Reserve-Steuer-Hauses, war ein schöner Spielplatz; vom Winde meist geschützt, und hier - '. einmal von einem Zwischendecksucht, der sich in der Gesellur Genossen nicht wohl fühlte, einem solchen Zwischendeckler. trir?tViTtffcr fW.VmTVl VlT tut uuvttuuviiufK civtv vid V lfstellte oder den Ball hinter V fiiKTw fcrrtrfirtTt rS.r ifir rUUIWltlt vfcvv.;v wvfc naschn? schlug, hatte Margit l gute Freundschaft geschlossen. mmn Jhrmftnn tnn zum eriten Z I- w-jmw ij""" " ') erste wnndte. er tfir den Rücken i eine unaewobnlich schone Ge d sein leicht gelocktes Haar fiel i lana in den Nacken. Er un'seine kleine Freundin damit, oen.die dicht hinter dem Schiffe
herzogen, größere Brotbrocken in's Meer zu werfen, und Margits schmales Gesichtchen leuchtete jedesmal vor Vergnügen auf,. wenn einer der Vögel in graziösem Schwünge .sich herabsenkte, auf dem Kamm einer Welle Platz zu nehmen schien, wie Menschen sich auf einen Stuhl setzen, und dann geduldig wartete, bis ihm das Kielwasser -den Brocken zutrieb. Manchesmal kam noch im letzten Augenblick ein zweiter Vogel dazu und es gab einen regelrechten Kampf. Wie schade, daß man nun schon so weit weg war! Aber der jung: Mann tröstete das Kind, indem er mit großer Gefchicklichkeit einen zweiten Brocken dorthin schleuderte, so daß nun für beid: Möwen gesorgt war. Wiederholt schon hatte die Bonne Margit am Kleidchen gezupft, um sie auf Mamas Anwesenheit aufmerksam zu machen. Aber Marait. die elier binter ihrem Älter zurua war. acyle:e nicht daraus: ihre ganze Seele schien bei den Möwen zu weilen. Endlich gewahrte der junge Mann, daß das Kind gerufen wurde. Er wandte sich um. grüßte artig und bat mit einigen Worten um Entschuld!gung. Emma Houston hatte in diesem Augenblick den Eindruck, noch nie in ihrem Leben einen so schönen Mann, eine so edle Haltung, ein so anmuthiges Lächeln gesehen zu haben. Weber trug damals noch keine Brille, obwohl er ein wenig den Blick des Kurzsichtigen hat'.e. Von dem nervösen Zucken, das sein Gestcht neuerdings so häufig verzerrte, war vor sechs Jahren noch nichts zu bemerken. Einen Moment betroffen von der auffallend schönen Persönlichkeit des Reisegenossen, ließ Frau Emma jetzt den Blick langsam an ihm herabgleiten und glaubie zu bemerken, daß seine Kleidung, wenn auch ordentlich und sauber, doch nahezu schäbig war. Der Rock hatte leichten Glanz vom vielen Bürsten, eine breite dunkle Krawatte schien das Vorhemd zu schonen bestimmt, und auf dem einen Stiefel war ein großer Riester deutlich zu erkennen. Die junge Frau bildete sich ein, es sei gerade diese Aermlichkeit seiner Kleidung. weshalb sie ihm mit einigen artigen Worten für seine Bemühungen um Margit zu danken habe. Er zog sich fast scheu zurück. Am Nachmittag und am nächsten Morgen, als Margit auf ihren Spielplatz kam. fehlte ihr große? Kamerad. Sie ließ das Köpfchen hängen und hockte irgendwo nieder, als sei ihr alle Freude gestört. Bis die Mama den Grund ihrer Trübsal erfuhr und sich entschloß, die Bonne auszusenden, damit sie den' verscheuchten Freund Margits bäte, wiederzukommen. Er kam denn auch, versuchte mit dem Kinde zu spielen, aber Margit hatte sich erregt, war müde und verlangte selbst, ein wenig zu schlafen. Das kam öfter vor, deshalb war die Mutter nicht besorgt; es genügte, wenn die Bonne die Kleine begleitete. Sie selbst aber. Frau Emma, hielt es heute für ihre Pflicht, den Fremden wegen der eigentlich ganz ungehörigen und überdies noch vergeblichen Bemühung um Verzeihung zu bitten. So kamen sie in eine anfangs zögernde Unterhaltung. Sie promenirten über das Hinterdeck. Die Stewards und Matrosen, die eine
Reisende der ersten Klasse mit einem Manne aus dem Zwischendeck so freundlich verkehren sahen, ichnitten verwunderte Grimassen. Und andere Personen, Tlschgenoiscn der Mrs. Houston, fanden es Shocking," hier derartige Bekanntschaften zu machen. Nur jenen beiden selbst schien es ganz natürlich, daß sie sich schnell aneinander anschlossen, nachdem Weber es fertig gebracht hatte, fast lächelnd zu gestehen, daß er im Zwischendeck reise, well er in Amerika sehr viel Dummheiten gemacht habe, die er nun in seiner alten Heimath, in Deutschland, büßen wolle. Sonst pflegte es umgekehrt zu sein und die Bußfahrt nach d:m Westen zu gehen. Aber bei ihm' sei gar Vieles immer anders gekommen, als er es gemeint habe. Frau Emma Houston war im t:essten Sinne des Wortes eine ehrbare Person. Nie in ihrem Leben hatte ein unlautere? Gedanke sich in ihre Seele geschlichen. Ihr Gatte hatte ein großes Haus geführt und viele seiner Gäste umwarben die schone, kluge, liebenswerthe Herrin dieses Hauses. Auf den vielen Reisen, die sie mit Joe Houston gemacht, war sie überall Gegenstand oe wundernder Beachtung gewesen und gar mancher hatte sich an ihren Mann wohl nur gedrangt, um Gelegenheit zu schönen Worten für sie zu finden. Houston selbst vertraute ihr unbedingt. So hatte es an der Möglichkeit sur Abenteuer nicht gefehlt. Im Gegentheil, in jenen Kreisen der amerikanischen Finanarlstokratie sah man fast germa schätzig auf diese tugendboldige Teutsche herab und hetzte ihr die New tyoxm Salonlöwen auf den Hals. Aber nie. niemals in all den Jahren hatte Frau Emma sich auf einem unerlaubten Wunsch, auf einem Gedanken ertappt, den sie ihrm Manne mcht hatte aussprechen dürfen. Und auch jetzt, als sie seit vier oder fünf Tagen mit dem oescheidenen jungen Manne aus dem Zwischendeck verkehrte, regte sich nichts in ihr, dessen sie sich zu schämen hatt:. Sie empfand em stilles Wohlgeruh beim Anblick dieses Mannes, sie hörte ihm gern zu. sie nahm lebhaftes, unver hohlenes Interesse an seiner, wie er sagte, recht zweifelhaften Zukunft, sie war innerlich fchon bereit, ihm in der einen oder anderen Weise zu Hilfe zu kommen aber sie hatte ihm in Bre men sn vollster Herzensruhe die Land
zum Abschied reichen'können und würde
nicht anders an ihn zurückgedacht haben, wie man sich eines schönen Bildes, eines harmonischen Architekturwerkes erinnert. Sie war in sich stark genug. sofort ein Ende zu machen, wenn sie auch nur den leisesten Argwohn gegen sich gehegt hätte. Nein, sie wollte die Luft, in der ihr Kind groß werden und gesunden sollte, rein halten auch von bösen Gedanken. Nie hatte sie jene frivolen Menschen begreifen können, die in jedem freundlichen Blick, in jedem wärmeren Wort zwischen Mann und Weib qleich einen Anfang vom Ende sahen. Wer so dachte, war schon am nbtt ohne daß es eines Anfanas bedurft bätte. Es kam hinzu, daß WilHelm Weber seine bescheidene Haltung ihr gegenüber nicht einen Augenblick aufgab. Er schien weder zu vergessen. daß er es mit einer verheiratheten Frau, mit einer Dame aus der Gesellschaft zu thun hatte, noch daß sie um mehrere Jahre älter war als er. Sie hatte damals eine furchtbare Zeit hinter stch und besonders d?e letzten Monate hatten auch an ihrer Gesundheit gerüttelt. Sie mochte wohl um zehn Jahre älter aussehen als er. In Wirklicykeit war sie zu jener Zeit nicht ganz fünfunddreißig Jahre, er aber neunundzwanzig gewesen. Ihr freilich erschien er viel jünger. Er trug keinen Bart, hatte trotz seines brünetten Teints frische Gesichtsfarben und vor allem fein Haarwuchs gab ihm etwas Jugendliches, das ihr sehr gefiel. Trotzdem alle Welt hatte hören durfen, was sie miteinander sprachen, und was in ihrem Innern vorging, hätte tyr Prüfung auch des Seelenkundigsten standgehalten. Er hatte sie gleich in den ersten Tagen gebeten, nicht nach feiner Bergangenheit zu fragen. Er war. ein Fünfzehnjähriger, allem nach Amerika gekommen, hatte keine Mutterscele in der Heimath zurückgelassen. Was er in den vierzehn Jahren in der Neuen Welt erlebt, erlitten, erreicht und wieder verloren hatte wie oft er nahe daran gewesen, sich wirklich emporzuschwingen. und wie es ihm immer von Neuem und immer tiefer wieder hinabgerissen hatte, das müsse er in sich vergraben, wenn er wollte, daß Menschen ihn noch wie ihresgleichen behandeln sollten. Drüben, in Deutschland, wollte er noch emmal von vorn anfangen. Aber dazu müsse er die Vergangenheit in's Meer versenken. . Das alles, ohne Pathos und unaufdringlich ihr nahegelegt, hatte sie tief ergriffen. Es machte den Eindruck der Wahrheit. Eine gelegentliche Frage, auf welchem Gebiet er sich in der Heimath zu bethätigen gedenke, beantwortete er mit einer kurzen Darlegung seiner Plane. Zunächst wollte er es als Lehrer der engllschen Sprache und Literatur versuchen, obwohl er seines Faches eigentlich ein Chemiker war. Aber seine Äusbildung auf letzterem Gebiet, dem chemischen. war doch nur eine sehr einseitige gewesen. Jahrelang hatte er sich mit dem Finden und Herstellen bestimmter Stoffe beschäftigt. Um nun seinem Ziele, einer akademischen Lehrstellung, naher zu kommen, müsse er noch ewige Jahre gründliche Studien treiben. Vor allem naturlich Brot finden. Wollen Sie es zunächst mit einer Art Hofmeisterposten bei Margit versuchen?" Diese Frage war ihr über die Lippen gekommen. Frau Emma wußte selbst nicht wie. Es schien so nahe zu liegen, daß sie ihr Töchterchen vorläufig von jemandem unterrichten ließ, der der eng.lischen Sprache mächtig war. Auch sympathisch mußte der Lehrer dem Kinde sein. Sie in die Schule zu schicken, kam bei dem schwächlichen Kinde noch gar mcht in Betracht. Doktor Weber würde sich Mühe geben mit der Kleinen und doch Zeit für seine Studien finden. So konnte sie, Emma, ibm helfen, ohne ihn zu demuthigen. Und was er über seine Vergangenheit gesagt hatte, durfte sie nicht abhalten.' Sie dachte freilich an nichts, als an verfehlte Versuche, allenfalls an leichtfertige Streiche, die ihm heute, da er in beinahe hilfloser Armuth stand. schlimmer erschienen als nöthig. Daß er für den Unterricht Margits ausrei chende Kenntnisse besaß, hatte die vor malige Lehrerin schon nach zwei, drei Tagen erkannt. Irgend ern Nebenge danke aber lag ihr fern. Noch weniger konnte ihm, der von ihren Verhältnissen bis dahin so gut wie nichts wußte, einVedenken kommen. Er hatte erfahren, daß sie sich in Deutschland niederzulassen beabsichtigte; aber er hatte es taktvoll unterlassen, sie nach ihrem Gatten zu fragen. Ob dieser sich schon in Deutschland befand, ob er später nachkommen würde er wußte es nicht und es konnte ihm auch vorläufig gleichgiltig sem. Er nahm ihren Vorschlag mit herzlichem Dank, aber ohne viele Worte, an. Die Gehaltsfrage würde sie nach ihrem Gutdünken regeln er stände gern zur Verfugung. Ich dachte mir, als ich am zweiten Tage der Ueberfahrt mit Ihrer Tochter spielte: .Kannte das nicht dein guter Engel sein?' Und sie ist es geworden!" Nicht nur als Margits Hofmeister hatte Dokwr Weber alle Erwartunzen seiner Herrin übertroffen; er war ihr auch sonst sehr bald unentbehrlich ge worden. Bei ihrer Ansiedlung zunächst in Berlm, beim Ankauf des Terrains beim Bau und der Ausstattung der Villa, kurz, bei allen Geschäften, die sich der Fremden aufdrängten, war er ihr hilfreich, verständig und ausdauernd zur Hand gegangen. Dabei lehnte er
größere Verirauensbeweise ängstlich ab; es hatte ahr und Tag gedauert, bis er sich darin ergab, auch ihren Verm'ö-
gensangelegenheiten näher zu treten. Sein Benehmen war unverändert das eines ergebenen, dankbaren Bediensteten gblleben. Niemals m den ersten zwei Jahren hatte er sich auch nur die allerleiseste Vertraulichkeit gestattet. Er war allmälig von Margits Hauslehrer der Sekretär und Geschäftsträger der Frau' Houston geworden, war unermüdlich für ihre Wünsche besorgt, blieb anspruchslos für seine Person und chien trotzdem den Gedanken, sich für ie akademische Laufbahn vorzubereiten, durchaus nicht aufgegeben zu haben. Alle seine freie Zeit benützte er, um m dem kleinen Laboratorium, das er sich im Souterrain, zwischen Küche und Rollkammer, eingerichtet, seine Studien eifrig fortzusetzen. Es erschien seiner Herrin manchmal aeradezu unglaublich, daß dieser fleißigerem m . ? ' icyeioene, nacy leinet icyrung yin u gendwie ausschreitende Mann, Dinge hinter sich haben sollte, über die er zu schweigen Grund hatte. Das war wohl eme Marotte von ihm. War er doch auch im übrigen ein wunderlicher Kauz. Schließlich, sie war eine Frau in den schönsten Jahren, sie war jetzt, wo sie endlich Ruhe fand, wirklich wieder aufgeblüht und die Frauenschonheü stand ihrer hohen Gestalt, ihrer leisen Fülle fast noch besser, als es die Schönheit des Madchens gethan. Wie kanies nur, daß er das Weib in ihr gar nicht zu bemerken schien? Er wußte doch nun längst, wie es um ihre' Ehe stand, und es wäre nur menschlich, allzumenschlich" gewesen, wenn er eines Tages gewahr geworden wäre, daß er seiner Herrin gefiel. Freilich, auch dann hätte sich nichts zwischen ihnen verändert. Frau Emma, die nun ihre alte Mutter be: sich hatte, war weiter als je von der Möglichkeit entfernt, sich zu verlieren. Aber sie war doch zu sehr Weib, um dieses Uebersehenwerden mcht zu empsmden. Sollte sie sich über ihr Aussehen täuschen? Sollte sie mit ihren siebenunddreißig Jahren schon eine alte Frau sein? Und ganz allmälig, ohne sich Rechenschaft darüber abzulegen,. ohne es selbst auch nur zu ahnen, begann sie in anderem Tone mit ihm zu verkehren. Ein ganz leises, stets in engsten Grenzen sich haltendes Spiel von Koketterie und Zurückhaltung war an die Stelle des vorher so klaren, durchsichtigen Umgangstones getreten: unbewußt beinahe stellte sie sich die Frage, ob sie noch zu gefallen imstande Ware. Nicht etwa. daß ein heimlicher Blick ihn getroffen, ein Wort den Weg zu ihm gefunden hätte, das er nicht deuten konnte ge wiß mcht! Aber sie wurde heiterer, liebenswürdiger: sie verwandte auch im iQaut außerordentliche orgsau auf ihr Aeußeres, auf ihre Toilette sie m m i m d i ließ auch einmal auf sich warten, wenn sie in Aussicht aestellt hatte, mit ihm zu musiziren oder sich ein neues Buch vorlesen zu lassen. Aber es dauerte trotz aller dieser kleinen Künste geraumeZeit.wohl nahezu ern Jahr, bis auch sem Verhalten sich, anscheinend nur widerstrebend, nach und nach änderte. Endlich glaubte ste zu sehen, daß er stch gefangen gab. Nur ganz langsam, schrittweise, wagte er, sich ihr zu nahern, emmal den Blick voll zu ihr zu erheben, ein andermal einen angefangenen Satz m bedeutsa mem Schweigen ausklingen zu lassen. Dann kam ein Tag, der sie beide klar sehen ließ über ihre Gefühle. Die alte Frau Engelhard, Emmas Mutter, war nach kurzem Leiden sanft entschlafen. In Emmas Herzen wurde alles wieder wach, was sie Liebes und Geliebtes hatte hinscheiden sehen: den Gatten, den Vater und nun diese gute Mutter, mn der ein aeheimnißvolles Band innigster Sympathie sie verknüpfte. Jener ideale Zug der ihr Leben verschont hatte auch in Tagen schwerer Prüfung, er war ein Erbtheil von der Mutter her. Und die junge Frau konnte sich nicht fassen vor Schmerz. Als sie vom Friedhofe heimkehrte, drohte ste zusammenzuore chen. Er, Wilhelm Weber, auf dessen Arm gestützt ste ihr Haus betreten hatte, hielt sie ausrecht. Einen Augenblick lang hatte ste an seiner breiten Brust geruht. Von diesem flüchtigen Augenblick an aber wußte ??rau Emma, daß sie diesen Mann liebte. Und weil sie dessen gewiß geworden, weil ste ebenso zu wissen meinte, daß auch in sein Herz die Liebe siegreich eingezogen war, ließ r ff c (V . . 1 jr l , ne na) zwei orei age lang wcgi vor ihm blicken, um mit sich selbst in's Reine zu kommen. Sie wollte sich treu bleiben, wie es auch in ihrer Seele stürmte. Mein lieber Freund." sprach sie zu ihm. als sie endlich im Salon erschien, wobin ste ibn hatte bitten lassen, wir werden uns trennen müssen lassen Sie mich reden! es wird kaum anders werden! Und mit klarer, sicherer Stimme setzte sie ihm auseinander, daß er ihr mehr geworden, als er ihr sein dürfe, so lange sie noch Frau Houston wäre. Deshalb müsse er gehen. Wenn sein Gefühl für sie sie setzte es stillschwei gend voraus stark genug sei, eme Trennung zu überdauern um so besser. Dann werde sie Schritte einleiten, die sie frei machen sollten. Das würde ein Opfer kosten, aber sie sei bereit dazu. Jetzt, das müsse er einsehen, gäbe es für eine ehrbare Frau nur eine Pflicht: sich von ihm zu trennen. Zum erstenmal, seit sie ihn kannte hob sich ein Zipfel von dem Schleier, der ibr sein innerstes verbüllte. Der starke, sonst so selbstbeherrschte Mann brach m . Schluchzen, aus. (Fortsetzung folgt.) .
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