Indiana Tribüne, Volume 28, Number 266, Indianapolis, Marion County, 1 July 1905 — Page 5
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SrUmc Ucttung. Hiäorische Erzählung von ?klir LiNa. ! ...J.)..,).,. An einem trüben, nebligen Novembermorgen des Jahres 1721 wurde im St. Jamespark zu London die Leiche eines wohlgekleideten jungen Mannes gefunden, der hinterrücks erstochen worden war. Doch schien er nicht das Opfer eines Raubanfalls geworden zu sein, denn man fand seine Uhr, seine Börse, sowie einen Diamantring und sonstige Werthsachen bei ihm. Noch am selben Tage ermittelte die Kriminalpolizei, daß der Todte ein gewisser Robert Palmer sei, ein wohlbekannter junger Gentleman, der ohne eigentlichen Beruf als Rentier gelebt und nicht gerade im besten Rufe gestanden hatte. Man forschte emsig nach dem Thäier. Vielleicht hatte Palmer einen Feind, von dem anzunehmen war, daß er die blutige That begangen haben könnte. Wirklich wurde als höchst verdächtig ein solcher Feind ausfindig gemacht, nämlich der junge Messerschmied und Feinmechaniker Edmund Wilmot, dessen Leumund sonst bis dahin ein tadelloser gewesen war. Die Liebe mußte in dieser tragischen Angelegenheit mit im Spiele sein, so meinte man, die Liebe, welche ja leider nicht immer, wie sie sollte, Segen und Glück, sondern sogar häufig auch Unfrieden, Unglück und Verderben den Menschen bringt. Die bösen Gerüchte verbreiteten sich immer weiter, zuerst heimlich, dann immer deutlicher; die behördlichen Nachforschungen wurden immer schärfer und gründlicher. Endlich verhaftete man Wilmot und leitete die Untersuchung gegen ihn ein. Wilmot huldigte der schönen Elisabeth Churchill, einer jungen Dame aus guter Familie, und sie erwiderte seine Neigung. Aber leider waren ihre Eltern und Verwandten gegen diese Verbindung. Sie zogen einen anderen Bewerber vor, den Elisabeth verabscheute, nämlich eben jenen Robert Palmer, weil der ein ansehnliches Vermögen besaß und kein Gewerbsmann, sondern ein Rentier war. Zwischen den Rivalen, die bisher recht befreundet mit einander gewesen, war es in Folge dieser Umstände wiederholt zu erbitterten Streitigkeiten gekommen, und die frühere Freundschaft hatte sich in Haß verwandelt. Zeugen waren da, welche beschwören konnten, daß Wilmot zuweilen gefährliche Worte geäußert, welche sich so denien ließen, daß er beabsichtige, seinem Nebenbuhler etwas Uebles zuzufügen. Der Angeschuldigte leugnete dies nicht, behauptete aber, daß er nur in der 'Aufregung zu solchen Redensarten sich habe hinreißen lassen. In Wahrheit habe ihm die Absicht, ein derartiges Verbrechen zu begehen, stets fern gelegen. Man glaubte ihm das aber nicht. Hinzu kam, daß man in semer Wohnung ein Messer fand, das genau für die Todeswunde Palmers paßte. Als ihm das vorgehalten wurde, erklärte er, daß in seiner Werkstätte und seinem Laden sehr viele Messer der verschiedensten Art vorhanden wären, weshalb es durchaus nicht als verwunderlich anzusehen, wenn eines oder das ankere oder gar einige Dutzend davon so beschaffen seien, wie etwa die todtbringende Waffe gewesen sein möchte. Auch das hielt man für eine leere Ausflucht, zumal noch einige andere scheinbare Indizien dazu kamen, die er nicht genügend zu entkräften vermochte. Auch sein Vertheidiger kämpfte vergebens dagegen an in der öffentlichen Schwurgerichtsverhandlung. Die Geschworenen gewannen die Ueberzeugung von der Schuld des Angeklagten und ihr Ausspruch lautete in diesem Sinne auf Schuldig!" Darauf wurde Wilmot nach der Strenge des Gesetzes zum Tode am Galgen verurtheilt. Er rief mit erreg'':r Stimme: Bei Gott im Himmel schwöre ich. daß ich unschuldig bm! Wohl haßte tch Palmer, aber ich habe ihn nicht getödtet. Diese Verurtheilung ist ungerecht und tauch! Führt ihn ab," sagte kaltsinniz der Präsident des Gerichtshofes. Wilmot wurde abgeführt und in die Zelle gebracht, in welcher die zum Tode Verurtheuten bis zum Hmnch tungstage verweilen mußten. In London war man allgemein der Ansicht, daß dies Todesurtheil ein gerechtes sei. Nur eine Person theilte diese Ueberzeugung nicht, nämlich Eli sabeth Churchill. Zu jener Zeit wütheten die Blattern in England und auch in anderen Ländern Europas. Zu denjenigen, welche die allergrößte Anast vor dieser veinvollen und schon heitsverderblichen Krankheit hegten, geHorte die Pr:nzesnn von Wales. Ka roline von Ansbach, deren Gemahl sechs Jahre später als Georg II. auf den Thron kam. Zur Zeit unserer Erzählung regierte noch Georg I. Nicht nur für sich selbst, auch für ihre Kinder, die sie zärtlich liebte, hegte die Prinzessin diese Furcht, die ja auch nicht unbegründet war, denn die Ansteckungsgefahr war groß. Eines Tages war eine auserlesene Gesellschaft bei der Prinzessin versammelt. Man sprach auch von der schrecklichen Blatternkrankheit. die so viele Verwüstungen anrichtete. Einige Damen wurden genannt, deren berühmte Schönheit grausam durch di?
rankheit vernichtet worden war. Die Prinzessin überlief ein Schauder bei der Anhörung, solcher Mittheilungen. Unter den anwesenden' Damen befand sich Lady Mary Wortley Montague, die schöne und geistreiche Gemahlin des Lords Edward Wortley Montaaue. Mit .tiefem war sie im Jahre 1716, als er zum englischen Gesandten bei der Hohen Pforte ernannt
woroen war, nacy ttonuannnopei gereist und, hatte dann auf weiteren Streiftouren " den . Orient gründlich studirt. die türkische Sprache erlernt, das Serail oft besucht und mit der Favoritsultanin Fatime ein inniges Freundschafts - Bündniß geschlossen. Ueber ihre Erlebnisse und Beobachtungen im Orient veröffentlichte sie später ein sehr interessantes Buch, das noch jetzt viel gelesen und mit Hochchtung genannt wird. Erst kurz Ziuvor war sie mit ibrem Gemahl nach England zurückgekehrt. Diese muntere Dame nes spöttisch: ,Acö was. ich fürchte mich aar nicht vor den Blattern!" Warum, das nicht Mylady?" ragte erstaunt die Prinzessin von Wales. Weil ich dagegen gefeit bin." Wieso denn?" Stfi babe mir in Konstintinovel Blatterngif! einimpfen lassen." Die Prinzessin stieß emen Schrei des Entsetzens aus, die anderen vornehmen Damen auch. Alle rückten scheu weg on der Lady, als ob sie Furcht vor ihr hätten. ..Bitte, änastiaen Sie ficn nickt, kö nigliche Hoheit!" rief Lady Montague. Hären fete leine (borge, meine 5Lanen! Niemand ist in dieser Zeit weniger gefährlich als ich. die Geimpfte." Ältte, erklären Sie uns das, sagte die Priiizcj'sln voll Interesse. Sehr gerne. Wie ich im Orient war, wütheten dort auch die Blattern, und ich gestehe, daß ich mich zuerst sehr davor fürchtete." Wenn man aber, sofern ick Sie recht verstehe, sich dort gegen die schreckii.. . 'i r.."i ... ... i;ae ranilzeii zu crju$en wein, nne war es dann möglich, daß die Blattern doch so wüthen konnten?" warf die höhe Dame ein. Daran ist der unerschütterliche fta tali-mus so mancker Türken sckuld." versetzte die Lady.' Viele von ihnen, oeionders die ärmeren, verschmähen gleichgiltig die Schutzimpfung, indem sie stumpfsinnig denken: Ist es unser .Kismet' unser unabänderliches Geschickdaß wir die Krankheit bekommen sollen, so ist das Allahs weise Absicht und wir sind verpflichtet, das Leiden geduldig zu ertragen, wie alle die anderen Schmerzen und Plagen, die er in seiner Gnade über uns verhängt. Die aufgeklärten und vernünftigen Türken aber schützen sich und iyre 'Angehörigen ourch die Impfung. Liebenswürdig und in zärtlich fürsorglicher Weise wurde ich von meiner liecen Freundin Fanme, der Favoritjuttanin im Serail des Veherrschers aller Türken, auf dieses sinnreiche und wirksame Jmpsungsverfahren über welches ich aenaueste Auskunft erbielt aufmerksam gemacht; ich begriff die Dichtigkeit und Nützlichkeit und ließ mich impfen." Wo? ?" Im Serail selbst." Mit wirklichem Blatternaift?" Jawohl. Aber man braucht nur sehr wenig davon, und diese Lymphe noch verdünnt. We machte man das?" Hier oben an meinem rechten Arm wurde ich geimpft." That es sehr weh?" Gar nicht oder fast gar nicht nicht so nel wie ein kleiner Nadelstich." Sie hatten Ihr Söhnchen Edward bei sich. Ließen Sie den Kleinen auch impfen? .Gewiß." Und Ihr Herr Gemahl was sagte der dazu: Zuerst traute er der Sache nicht recht; aber ich redete ihm zu, überzeugte ihn, und er ließ sich auch impfen. Doch nicht im Serail?" Lady Montague lachte und alle anderen Damen lachten auch Nein, selbstverständlich nicht." sagte dann die geistreiche Dame. Da durfte er freilich nicht hinein; das war streng verbotenes Terrain für ihn. Von emem türkischen Arzt, der m's Ge sandtschaftshotel gerufen wurde, ließ er sich impfen. Und wie war das Resultat in diesen drei Fallen? Sehr günstig, genau so wie es sein sollte. Wir bekamen, wie man es uns vorher gesagt, emen ganz leichten Vlat ternanfall, sogenannte .gutartige Blattern die sehr rasch wieder verschwanden, so daß keine Spur davon zurückblieb." Man sieht wirklich Ihrem zarten. frischen, rosigen Teint nichts davon an. .Auf solche Art also habe ich die Blattern in der allermildesten und unschädlichsten Form gehabt; nun bin ich davor geschützt, denn ich bekomme sie nicht wieder." Ist das ganz gewiß?" Nach dem, was ich damals mit allem Eifer erkundet, und nach den Erfahrungen, die ich persönlich emc.'cht, kann ich mit gutem Gewissen die Frage bejahen." Die Prinzessin von Wales versank in ein kurzes Nachdenken. Endlich sagte sie: Ich danke Ihnen von Herzen für Ihre interessanten und mir tröstlich erscheinenden Mittheilungen, Mylady. ' Ich werde mit meinem Ge-
mahl darüber sprechen. Natürlich müssen auch die' Leibärzte unr ihre
Meinung gefragt werden. Wenn diese Impfung wirklich fo sicher und gesahrlos ist, so soll sie angewandt weren: dann will ich mich selbst und meine Kinder impfen lassen." Eure königliche Hoheit werden sehr wohl daran thun, dem Volke mit einem solchen guten Beispiel voranzugehen." Die Prinzessin, welche sich immer mehr für Lady Montagues orientalische medizinische Weisheit begeisterte. sprach noch am gleichen Tage mit ihrem v & . . r ? r emayt uno vieler oann mir seinem ater, dem König. Die Sache war wichtig, aber auch bedenklich. So ohne Weiteres konnte darüber " keine Entscheidung getroffen werden. Die Leibärzte wurden beragt. Diese getrauten sich auch kein sicheres Urtheil zu und beriefen ihrereits Londons berühmteste Kliniker zu gemeinsamer Berathung. Einigen der gelehrten Herren schien die SchutzImpfung immerhin zweckentsprechend, wenigstens der reislichsten Erwägung und Prüfung werth zu sein; ebenso viele Andere aber schüttelten zweifelnd oder ganz mißbilligend die weisen Häupter. Was war zu thun? Die Prinzessin Karoline von Wales beharrte standhaft bei ihrem Vorsatze und wurde darin fortwährend eifrig bestärkt von Lady Montague. Durfte man es gestatten, daß die Prinzessin sich selbst und ihre Kinder impfen ließ? Darunter ihren jugendlichen Erstgeborenen, von dem man, vermeinte, daß er dazu bestimmt sei, dereinst die Königskrone von England auf sein Haupt zu setzen. Das ärztliche Kollegium kam nach vielem Hin- und Herreden zu folgendem Beschlusse: Bevor das von Lady Montague empfohlene Jmpfungsverfahren bei den königlichen Hoheiten zur Anwendung komme, mußten zunächst unter sorgsamster ärztlicher Beobachtung Versuche mit der Blatternqifteinimpfung gemacht werden, und zwar an lebenden Menschen, mcht etwa an Thieren. Weil aber kaum anzunehmen sei, daß vernünftige Menschen freiwillig zu solchen Verbuchen sich bereit erklären würden, müßte man verurteilte Verbrecher dazu nehmen, welchen man die Aussicht auf Begnadigung eröffne.indem man ihnen die Wahl lae zwlschen dem verdienten Tode am Galgen und dem Experiment der Blatterngifteinimpfung. . ' Koma Georg I. und dessen Rathe genehmigten diesen Vorschlag, den sie auch für richtig und zweckentsprechend ansaben. (Historisch.-) Diejenigen, welche man als Versuchsobjekte brauchte, mußten jung und gesund sein. Unter den drei zum Tode Verurtheilten, welche damals in London angstvoll dem nahen Hinrich tüngsiage entgegensahen, trafen - die oben genannten Bedingungen nur, bei Edmund Wilmot zu. Düsteren Sinnes saß der Verurtheilte in seiner Zelle und starrte vor sich hin. Da r.'urde die Thur geoffnet. Ter Direktor des Gefängnisses erschien und mit diesem noch ein anderer Herr. Ist es schon so weit?" fragte finster der junge Mann. Nein, noch nicht." Ich bin unschuldig. Es ist ein Justizmord, den man an mir verüben will!" Schweigen und hören Sie! Es bietet sich ein seltsamer Ausweg zu Ihrer Rettung. Von Ihrem eigenen Ermessen hängt es ab. ob Sie begnadigt werden wollen. Dieser Herr wird Ihnen das sogleich erklaren. Darauf fetzte fein Begleiter den er staunten Wilmot davon in Kenntniß, daß er, falls er einwillige, sich als medizinisches Versuchsobjekt gebrauchen zu lassen, auf. solche Weise sein Leben retten, ja völlige Begnadigung erlangen könne. Der Gefangene dachte einen Auqen blick nach. Dann rief er: Was gibt's da viel zu' bedenken? Das nur zuge fügte grausige Unrecht vermag ich nicht in Recht zu verwandeln. Vielleicht kommt meine Unschuld noch einmal an den Tag. und der wirkliche Thäter wird entdeckt. Darauf hoffe ich! Und damit ich die Erfüllung dieser Hofs nung erlebe, mein Tod nicht wie eine Blutschuld auf den Gewissen der Rich ter und Geschworenen' lasten möge, des halb willige ich ein. Ich bin bereit, mir Blatterngift einimpfen zu lassen." Sehr wohl!" rief zufrieden der Direktor. Schon morgen werden Sie Weiteres darüber erfahren." Der Lady Montague binich Dank schuldig. Sie ist es. die mir es er spart, den schimpflichen Tod am Gal gen erleiden zu müssen." Die beiden Herren verließen danach wieder die Kerkerzelle. Am folgenden Tage wurde Edmund Wilmot m's Umversitätsspital gebracht und unter genaueste ärztliche Beobachtung genommen, nachdem-man ihm Blatternlymphe einaeimpft hatte. Der Verlauf war dann richtig so, wie Lady Montague gesagt hatte; der Versuch bestätigte ihre Behauptungen durchaus. Um jedoch ganz sicher zu gehen, machte man mit noch fünf anderen Verurtheilten aus anderen Städten dieselben Versuche. Vier davon gluckten. Der Beweis der Richtigkeit schien zur Genüge geliefert zu sein. Die Prinzessin von Wales ließ nun, kühnlich an sich selbst und ihren Kindern die Schutzimpfung vollziehen. An dere hohe Personen des Hofes und des
Adels' befolgten' ihr mitthigeZ Beispiel Zu einer Art Mode wurde es fast bei den Herzoginnen, Gräfinnen, Marquir.. c t. . r
en uno anoeren - vorneymen ames, ich impfen zu lassen. Das ist jä gewöhnlich so, wenn eine tonangebende bohe Dame mit einem guten oder t 1 m r. . i cyiecyien eizplel vorangeht. ' Dennoch war Lady Montagues Triumph kein ganz vollkommener. Es gab auch viele Jmpfgegner, welche die Neuerung, als unsinnig und sogar höchst gefährlich, auf's Hesngste beampsten. Edmund Wilmot war der Freiheit wiedergegeben worden.' Aber noch astete der Fluch des Verbrechens unheimlich auf ihm. Doch auch davon wurde er nach einiger Zeit befreit. Ein Italiener, der als Thierbändiger bei einer Menagerie in London sich befand. wurde wahrend der Vorstellung von ouden Thieren schrecklich zerfleischt. Von Gewissensangst gequält, bekannte er auf dem Sterbebette, daß er es geWesen, der am 7: November im St. Jamespark spät Abends in heißblüiger Jahzornsaufwallung emen mngen Herrn erstochen habe, nach einem aus eigentlich nur geringfügiger Urache entstandenem Wortwechsel und diesem folgenden heftigen Streite. So war als? Edmunds Unschuld nun erwiesen. Die Richter und Gechworenen, welche ihn verurtheüt haten, mochten wohl auch für die merkwürdige Schicksalsfügung dankbar em, welche bewirkte, daß ern Justizmord verhütet wurde. Die treue Geliebte führte der iunae Mann bald als Gattin in sein Heim. Elisabeths Vater war gestorben; ihre Mutter zeigte kem Widerstreben mehr gegen die Heirath des Paares. Um jeden Prci s. Aus dem Leben des kürzlich verstorbenen ungarischen Bischofs Pavel erzählt der Pest Lloyd" folgende Geschichte: In der Hinterlassenschaft des Bischofs befindet sich unter Anderem der reizend gelegene Kurort Bad Szlatina. Ter Badeort war im Jahre 1886 noch ini Besitze des Barons Julius Sztojko, der sich damals in gro:r Geldverlegenheit befand. Er wellte eben in Wien und zeigte die Photographien dieses Besitzes emem reichen Wiener Kapitalisten. Die Photographien der wildromantischen Gegend mit ihren zahlreichen Wasserfällen, des im Fichtenwald gebetteten Kastells erregten in so hohem Man das Wohlgefallen des Kapitalisten, daß er den Besitz (der übrigens unter Brüdern 150.000 Gul-, den werth war), um 75,000 Gulden ankaufte. Mit großen Erwartungen machte er sich auf den Weg,, um sein Eigenthum zu besichtigen. Er wurde jedoch, als, er, dort ankam, arg enttäuscht. Das Kastell schien baufällig, kein Weq, kein Steg führte nach den wildromantischen Bcrgkuppen; die Umgebunawar arm und vor den durchaus mcht salonfahigen Rumanen schrak er geradezu zurück. Sofort trat er den Heimwcz an und beauftragte, kaum in Wien angelangt, einen Agenten damit, die Wildniß zu verkaufen um jeden Preis. Dem Agenten fiel der Szamosnjvarer Bischof Pavel ein, der noch'als Maramaroser Vikar ein Grundstuck m der Gemarkung von Bad Szlatina gekaust hatte. Er suchte den Bischof auf und bot ihm das Bad zum Kaufe an. - Was wurden Ew. Hochgeboren dafür aeben? fragte er. Ich getraue mir gar nicht, zu bieten, so wemg Geld besitze ich, lautete die Antwort. Auf das weitere An drangen des Agenten sprach endlich der Bischof: Ich glaube, 15,000 Gulden konnte ich noch zusammenbringen Wohlan, für 20,000 Gulden kön nen Sie das Bad haben!" So kam der Kauf zu Stande und so gelangte der herrliche Besitz um einen fabelhaft billigen Preis in des Bischofs Eigenthum. Bischof Pavel wandelte die Wlldmß zu einem wahren Zauber garten um, zu einem Badeorte, der sich auch aus dem Auslande emes zahlrei chen Besuches erfreut. Vor gar nicht langer Zeit erschien auch der Wiener Nabob. der einstige Eigenthümer, in Bad Szlatina, um sich von der Wahrheit der Kunde zu überzeugen, daß ein Paradies an der Stelle der einstigen Wildniß erstanden sei. Er lustwan delte mit BischofPavel unter den Tan nen und sagte endlich: Wissen Sie, Ew. Hochgeboren, ich möchte nur gern wissen, wann ich ein größerer Narr war? Damals, als ich das Gut nach emer Photographie kaufte, oder da mals, als ich es verkaufte nachdem ich es gesehen?" Die Sticfelsprache. Kaiser Ferdi nand von Oesterreich (gest. 1875) hatte trotz semer bekannten Herzensgute ae aen gewisse Ding: eine unbesiegbare Abneigung. Unter Anderem waren dem Kaiser knarrende Stiefel überaus widerwärtig, weshalb solche in seiner Umgebung strengstens verpönt waren. Einst wollte ein hochgestellter Militär dem Kaiser seine Aufwartung machen und trat, unbekannt mit jener Abnei gung des Kaisers, mit laut knarren den Stiefeln rn das Vorzimmer bei Audienzsaales; der in demselben besmdliche Kammerherr war :n nlcot ae nnaer Verleaenheit. aber schon batte Kaiser Ferdinand das ihm widerlicke Geräusch vernommen. Er öffnete die Thür des Audienzsaales und verab schiedeie den verblüfften General mit folgenden 'Worten: I bitt' Ihnen, aehn's nur gleich wieder fort. 'Wo Stieseln reden, hab' i nix zu sagen!
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