Indiana Tribüne, Volume 28, Number 265, Indianapolis, Marion County, 30 June 1905 — Page 7

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"MVJOl.U'MiS 32 Jndiana Tribüne, 90 Juni 1905

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1 zurnsmann : : llctrnin von Ölxtmenretdi (Fortsetzung.) In einer geräumigen Gepäckdroschke, auf deren Dach und Kutschbock die Koffer sich thürmten, nahm Doktor Weber neben der Zofe Platz. Ein Landauer bot den beiden Reisenden, sowie auf dem Vordersitz dem alten Engelhard und seiner Tochter Raum. Am Pförtnerhause standen der Gärtner und seine Frau, nebst den beiden Mädchen und dem Diener, die sehr ungern sich aus dem guten Dienste geschickt sahen und grollend noch heute abziehen wollten. Nickt obne Rührung überreichte der Portier und Gärtner seinen Damen frischzeschnittene Sträuße. Dann sprang Lore, die mächtige Dogge, noch einmal am Wagenschlage hoch und fort rollten die beiden Fuhrwerke. G?spenstig schienen ibnen jetzt im hereinsinkenden Abend das verlassene Blockhaus nachzublicken. Nicht ganz vierund'.wanzig Stunden später, ungefähr, als dieReisenden London erreicht haben konnten, wurde Herr Reimers senior, als er eben Schluß machen wollte, an's Telephon gerufen. Hast Du ein Abendblatt gelesen, Onkel?" schrie ihm die erregte Stimme seines Neffen entgegen. Nein. Was qibt es denn?" Die Villa Houston ist heute Nacht bis auf den Grund niedergebrannt. Es soll Brandstiftung festgestellt sein . . . In einer halben Stunde bin ich in TxU ner Wohnung!" Der alte Reimers tau.nelte zurück. Ihm war, als sei ihm ein schwerer Stein auf den nur noch wenig behaarten Schädel gefallen. Unsicher tastete er nach einein derZeitunasblätter.die da auf dem Tische lagen. Es dauerte ein Weilchen, bis sich oor seinen trockenen Augen die Buchstaben zu Bildern fügten. Aber jetzt konnte er wieder lesen und jetzt fand er auch den ziemlich umfangreichen Artikel. Brand einer Grunewald - Villa. Wahrscheinlich Brandstiftung." Und ihm war, als sähe er das zuckende Gesicht Doktor Webers, über den Zeitungsrand ihn anstarrend. $r woll!e etwas sagen, bewegte auch die Lippen, brachte aber kein Wort hervor. 2. Kapitel. VfJ is zum letzten Augenblick hatte I sich die umsichtige, beinahe zärtliche Fürsorge Doktor Webers für die Reisenden bewährt. Jndetz die Damen mit ihren Verwandten im Wartesaal saßen, war es dem Sekretär gelungen, das nur für zwei Personen bestimmte Schlafkoupe am Kopfende des Wagens sich zu sichern, und mit Hilfe Theresens, der Zofe, wurde das Handgepäck bequem erreichbar untergebracht. Tann machte Therese noch zurecht, was ihre Herrinnen zur Nachttoilette bedürfen würden. Erst nachdem sie dem Doktor versichert, daß es an nichts fehle, durfte sie sich auf ihren, im unmittelbar angrenzenden Wagenabtheil zweiter Klaiie belegenen Platz begeben. Fünf Minuten vor der Abfahrt brachte der Kellner aus dem im Zuge befindlichen Speisewagen Thee und feines Gebäck und servirte auf dem grünbezogenen Tischchen vor dem kleinen, zweisitzigen Sofa. Nun trat Doktor Weber zum Fenster des Wartesaales, gab den Damen ein Zeichen und stand jetzt am Fuß der Wagentreppe, um ihnen beim Einsteigen behilflich zu sein. Aber Margit konnte die ihr dargebotene Hand Webers nicht nehmen, weil sie in einer Hand ihre und der Mutter Blumensträuße, in der anderen eine riesige Schachtel mit Pralines hielt, die der Onkel ihr am Büffet es Wartesaales ausgesucht hatte. Es war ihm, wie er versicherte, nur darum zu thun, Kleingeld zu haben: deshalb hatte er eines feiner drei Zwanzigmarkstücke gewechseit. Der berzlicke Kuß, mit dem Margit den guten Alten verabschiedete, war die Antwort auf seine närrische Ausrede. Webers Blick loderte beiß auf, als die graziöse, leichte Gestalt an ihm vorüber die Stufen erstieg. Und nun erst kam seine Herrin, die ihre Handlasche der sie begleitenden Martla übergab, um dem !Nanne, der da ihrer harrte, die Hand bieten zu können. Sie sah ihm tief in die unruhig flackernden Augen, hielt seine Hand lange und fest umspannt. Ich danke Ihnen vielmals, Toktor," sagte sie mit eigenthümlich warmer. bewegter Stimme. Auf frobes Wiedersehen!" Und ganz leise, gerade noch für ihn vernehmbar, fügte sie hinzu: Seien Sie gut! Seien Sie . vernünftig!" Der feine Duft, den ihre Kleider ausströmten, zog an ihm vorüber, das leise Rauschen ihrer seidenen Untergewänder drang fast schmerzlich an sein Ohr. Aber schon stand wieder die tief eingefurchte, düstre Zornesfalte auf seiner Stirn. Fast unmerklich bewegt er, wie verneinend, den bronzefarbigen Kopf und zog die Luft bei fest geschlc'senen Lippen durch die Nase ein, deren Flügel heftig vibrirten. Ein kurzer, scharfer Pfiff Martha sprang aus dem Wagen und der Zug setzte sich in Bewegung. Während der alte Engelhard und seine Tochter den Davonrollendey

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nachblickten und mit ihren Tüchern wehten, schritt Doktor Weber, sich kurz verabschiedend, an ihnen vorüber. Es gab hier nichts mehr für ihn zu thun. Kaum lag der Bahnhof von Charlottenburg hinter ihnen, da fiel Margit der Mutter in einer plötzlichen Aufwallung um den Hals. Sie war sonst gar nicht sentimental; heute aber mochte sie etwas bewegen, was ihr bis dahin fremd gewesen. Mutter," rief sie beinahe schluchzend aus, nur gesund heimkehren möcht' ich!" Frau Emma horchte erstaunt auf-, ihre Gedanken waren im Augenblick nicht bei der Tochter gewesen. Nun sie diese in so befremdlicher, beängstigender Erregung sah. zog sie das hübsche, feine, jetzt so heiße Köpfchen innig an sich und sagte mit jener einfach? überzeugenden Eindringlichkeit, für die nur die Mutter Töne fmdet: Du wirst Dich erholen, mein Lieb! Stark und kräftig wirst Tu zurückkommen ich weiß es genau! Und dann nun sieh mich einmal an, Margit! Tann soll ich Euch das Nest bauen, nicht wahr?" Noch tiefer barg das erröthende Mädchen das Gesicht an der Mutter fernst.' Es bedürfte weiter keiner Antwort mehr. Und während sie nun in dem kleinen kajütenartigen Raum beisammen saßen und Margit der Mutter den Thee zurecht machte sehr viel Zucker unb einen halben Löffel voll von dem feinen Kognak, den man im Reisenecessaire mit sich führte, thaute der Kleinen ganz unvermerkt das Herz auf. Tu wirst es nicht glauben, M.ima," so begann sie ihre freiwillige Beichte, daß ich bis heute nichts davon gewußt habe. Manchesmal hab' ich mich eigentlich über mich selber wundern müssen, das ich so gar nichts Besonderes empfand, wenn ich mit ihm zusammen war. Ich hatte so viel aelesen von den süßen Wundern, von den geheimnißvollen Schauern der Liebe von einem Aufblühen der Seele, da? sozusagen einen andern Menschen aus uns mache. Und nichts, rein nichts von alledem wollte sich bei mir einstellen. Dabei wußte ich doch, daß ich ihn von Herzen gern hatte, und noch viel bestimmter wunte emvfand ick es sehr er mich liebte. Aber es blieb alles ruhig in mir. Ich gitterte nicht, wenn er ging, ich fieberte nicht, wenn ich ihn kommen sah. Er ließ mich plaudern wie sagt man doch? wie mir der Schnabel gewachsen war. An ihm. oh an ihm war eine Veränderung wohl zu merken, je länger wir uns kannten. Anfangs schien es, als ob ihn meine Art hier und da verblüffte, erschreckte. Wenn ich so rund heraus über dies und jenes meine Meinung äußerte, starrte er mich wohl ganz verwundert an gleichsam, als müsse er sich überzeugen, ob ich es wirklich war, die sich so über einen Prozeß, über ein neues Buch, über einen neuen berühmten Künstler ausgesprochen hatte. Aber er gewöhnte sich doch sehr bald an das, was er mein amerikanisches Wesen nannte. Und bald sah ich ganz deutlich, daß er sich bei mir gewissermaßen erholte als ob auch von ihm immer mehr der Zwang abfiele, den man hier guten Ton nennt. Einmal hatte er vor dem Kammergericht einen Proceß geführt und war ganz glücklich über den Ausgang. Ich merkte es ihm an. wie gern er über den ganzen Verlauf, über die Schwierigkeiten, die zu überwinden waren, über die glückliche Eingebung, der er zu guter Letz: den Sieg verdankte, gesprochen hätte. Es drückte ihn förmlich, aber er wagte sich über Andeutungen nicht hinaus. Das war nach seiner Auffassung ein Fall, über den man mit einem jungen Mädcken nicht reden durfte. Natürlich sprach er das nicht aus. sonst hätte er ja überHaupt schweigen müssen. Aber ich fühlte es heraus. Und um es ihm leicht zu machen, fragte ich: .Haben Sie den Mann oder die Frau vertreten in diesem Ehescheidungsprozeß?' Er macb:e eine Bewegung, als wollte er mich an sich reißen. Sein ganzes Gesicht strahlte vor Freude ich glaube, er hätte einem Armen, der ibm in diesem Augenblick begegnet wäre, unbedenklich seine ganze Börse in die Hand gedrückt. Siehst Du Mama," plauderte die Kleine ei ter. noch immer an dem ersten Stückchen Theegebäck knuspernd, so verstan den wir einander eigentlich doch schon lange, aber von den umwälzenden, aufrührenden Empfindungen, welche die Dichter so gern schildern, ist keine in mir erwacht. Mir ist sehr wohl in frner Nähe; ich lernte durch ihn viele? in anderem Lichte betrachten, gerade so. wie auch er über manches anders denken lernte, seit wir miteinander verkehrten. Schließlich wird mir auch wohl und warm, wenn die Sonne schein 1. Nur wundere ich mich nicht darüber, daß sie e? tlnit. Ich aerate nickt in Enh.utfen, nicht in Ekstase, weil sie mich frob macht. Sie ist eben dazu bl ganz so. wie der Mann für das Weib da ist meinst Du nicht auch. Mama?" Mein liebes Kind, Du bist zum Glück geboren! Was Dich so ruhig bleiben läßt, ist das Bewußtsein, da''. Deinem Glücke gar nichts im Wege steht. Der erste Mann, der Dir näher tritt, findet Gefallen an Dir, und auch Tu fühlst Dich zu ihm hingezogen. Tu bist jung, wirst Dich hoffentlich kräftigen, Du bist in jedem Sinne unabhängig ich möchte beinahe sagen: Du hast freie Wahl. Und er, Leonhard, ist genau in der gleichen, glücklichen Lage. Nicht auf eine Geldheirath angewiesen, sehr jung schon in angesehener, einträa-

licher Position, dabei trotz allen Großstädterthums ein reiner Charakter was sollte sich zwischen Euch stellen? Vielleicht seid Ihr zu beneiden. Vielleicht aber sind es jene noch mehr, die erst im Kampfe um ihr Glück seinen vollen Werth erkennen." Gewiß sind die beneidenswerther," stimmte Margit eifrig zu. Seit heute weiß ich das eigentlich erst, seit sich der Zug in Bewegung gesetzt hat, der mich so weit, so sehr weit fortführen soll " Nachdenl5ch schaute das liebliche, nun wieder ganz blasse Gesichtchen vor sich hin. Die Mutter küßte sie auf die fchmale. bleiche Stirn, über der fast zu schwer das dickte, dunkle, schlichte Haar lastete. Geh', Schatz, leg' Dich schlafen. Je nachdem Tu Dich befindest, fahren wir entweder durch bis Vlissingen oder rasten in Köln. Und während Du schläfst, stärkt sich Deine Widerstandskraft. Morgen schon wird die Trennung Dich weniger schmerzlich berühren. Geh', mein Kind, leg' Dich zur Ruhe!" Frau Emma pflegte sonst nicht in so weichem Tone mit ihrem K'nde zu reden, wenn Margit ihr auch das Liebste auf der Welt war. Sonst mochte sie es gar nicht Wort habkn, daß ihre Tcckter der Schonung bedürfe, wenigstens nicht, daß diese es fuhr. Heute aber befand sie selbst sich in einer merkwürdig wehmüthigen Verfassung. Und der eigenartige Gedankengatlg, in dem sich das junge Liebesglück ihres einzigen Kindes ausgesprochen hatte so ganz und gar anders, als sie es einst an sich selbst erlebt diese ruhige Selbstsirrbeit, mit der die Kleine in des Geliebten Herz hineinleuchtete, jrnf in ihr eigenes das alles ließ ein Öe fühl in ihr entstehen, als wäre bfefe innerlich so klare Tochter das fcödjfte, Beste, Sckönste. das ihr auf Erden je erblühen konnte. So brachte sie ihr Kleines" wie ein Kind zur Rube. rückte ihr das Kopfpokster zurecht, deckte sie weich und warm zu und verdunkelte die Lampe über Margits Lager. Bald vernahm sie in dem stillen Raum nur noch die tiefen, regelmäßigen Athemzüge der Kleinen. Das Geräusch der Fahrt dringt nur sehr gedämpft in diese modernen Schlafwagen, auch Ankunft und Abfahrt in den Stationen vollzieht sich ohne vielen Lärm. Man sitzt bequem auf dem schwellenden Diwan, in dessen Ecke das welche Reisepolster der beiden kleinen Nichten lehnt. Und ganz von selbst kommt man zur Rückschau vielleicht sogar zur Einkehr in sich selbst. Emma Houston sah sich wieder in mehr als bescheidenem Familienkreise, ganz ähnlich jenem, in welchem das mühesam gestickte Kissen entstanden war. Wenn auch nicht ein Drechsler, ein Handwerker geradezu, war ihr Bater doch nur ein Mann von sehr geringer Lebensstellung gewesen. Ehemaliger Soldat, dann Militäranwärter, hatte er einen seinen Kenntnissen entsprechenden Staatsdienst gefunden, war im preußischen Paß-Bureau untergekommen. Eine ganze Heerde von Kindern hatte ihm anfangs die Existenz sehr sorgenvoll gemacht. Aber die meisten starben früh, und als sein Aeltester eben zu einem Meister in die Lehre gekommen war, blieb das Haus ganz leer, denn dieser Aelteste war damals der Einzige. Erst sechzehn Jabre später, als der Vater nun schon in eine höhere Gehaltsstufe eingerückt war und nur noch für seine Frau zu sorgen hatte, wurde Emma ihnen geboren. Merkwürdig genug für einen Spätling, entwickelte sie sich schnell und kräftig, zog auch wirklichen Gewinn von dem besseren Schulunterricht, den man ihr angedeihen lassen konnte und war mit achtzehn Iahren nicht nur ein gescheites. zielbewußtes, sondern auch ein blendend schönes Mädchen. Vom Vater hatte sie die hohe, stattliche Gestalt und eine gewisse militärische Festigkeit des Wesens, von der Mutter, die aus einer Munterfamilie stammte, einen Zug zum Höberen, eine Art von künstlerischem Streben ohne eigentliche künstlerische Begabung. Sie wurde, was Ausgangs der siebziger Jahre so viele Mädchen ihres Standes wurden. Lebrerin. tlnd zwar hatte sie nach kaum abgelegtem Eramen mit noch nicht neunzehn Jahren das Glück, einer englischen Familie empfohlen zu werden, die ihren Kindern aus praktischen Gründen eine deutsche ErZiehung zu geben wünschte. Zwar, die Eltern ließen Emma nur sehr ungern ziehen, aber das junge Mädchen ging so sieaesgewiß an die neue verantwortungsvolle Aufgabe, sie schien so ganz über',engt davon, daß ihr niemals Besseres geboten werden könne, als diese Reife nach England, als wüßte sie genau, daß sie ihrem Glück entgegenzog. Und ehe zwei Jahre vergangen waren, batte ein an'.eritaniscker Verwandter ihrer Herrfchaft, der zu kurzem Besuch herübergekommen war, sich so Wahnsinnig in das herrliche Geschöpf verliebt, daß sie sich eines Tages vor die Frage gestellt sah, ob sie die Gattin des

! notorischen Millionärs Mr. Joe HouNon werden wollte. Herr Houston war ein Mann von sechsunddreißig Jahren, nicht eigentlich hübsch, aber auch ganz und gar nicht unsympathisch; ein Spekulant freilich, aber einer, dem daneben ein lebhafter Sinn für höheren Lebensgenuß geblieben war. Er besaß schon damals eine Gemäldesammlung, die sich dreist ein kleines Museum hätte nennen dürfen. Alljährliche Europareifen hatten ihn davor geschützt, ein Snob zu werden. So war äußerlich gewiß nicht das Allermindeste gegen

den Antrag einzuwenden. Zwar Emma empfand keinerlei Leidenschaft für ihn, und die Bekanntschaft war viel zu kurz, als daß sich auch nur eine Neigung hätte entwickeln können. Aber sie durfte sich ehrlich gestehen, daß in ihrem Innern nichts, wirklich nichts gegen ihn sprach. Und sie fand den Muth, ihm diese volle Wahrheit zu sagen. Ich freue mich über Ihren Antrag." hatte sie ihm nach kurzem Bedenken geantwortet, weil Sie mir den Eindruck eines tüchtigen, welterfahrenen, ehrenwerthen Mannes machen. Aber ich darf Ihnen nicht verschweigen, daß ich nichts für Sie emvfinde wenigstens nichts, das ich für Liebe halten könnte. Vielleickt kann ich diese überhaupt nicht empfinden. Bisher bin ich noch nickt in die Versuchuna gerathen. Wenn S'e es trotzdem mit mir wagen und wenn Sie sich die Zustimmung meiner Eltern verschaffen wollen, werde ich mir alle Müh? geben, Sie nicht zu enttäuschen." Mr. Houston hatte ihr mit ehrlicher Bewunderung zugehört. Es war vielleicht die feinste, die zarteste Ovation, die ein Mann dem geliebten Mädchen bringen konnte, daß er, in dem eine heiße Leidenschaft kochte, sich jetzt mit gemessener Würde verneigte und sagte: Ich bitte mich auf acht Tage zu beurlauben, damit ich zunächst mein Heil bei Ihm, Eltern versuche." Und er reiste noch an demselben Tage nach Berlin ab. Genau nach einer Woche trat er wiederum oor Emma hin: Ihr Herr Vater, mein verehrtes Fräulein, hat eingehende Erkundigungen über mich eingezogen und mir dann erklärt, daß er sich freuen würde, hierher nach Brighton .ur Hochzeit kommen zu dürfen. fticr ist ein Brief von Jbrem Bater. der Ihnen dies bestätigt Tagegen war Ihre Mutter sehr erschreckt über den Gedanken, Sie fo weit fortziehen zu sehen. .Ohne Liebe bis Über das Weltmeer das ist furchtbar!' sagte sie und brach in Thränen aus. Ich habe sie auch bei meinen folgenden Besuchen nicht anderer Meinung machen können, trotzdem ich ihr versprach, daß Sie sie in jedem Jahre besuchen sollten. Nun, mein liebes Fräulein, ist mein Schicksal in Ihrer Hand." Noch bevor sie den Brief des Vaters gelesen, streckte sie ihrem Bewerber in einer warmherzigen Regung die Hand hin: Ich werde Sie lieben lernen schon weil Sie ein ehrlicher Mann sind!" Und nicht während einer Minute in den ganzen zwölf Jahren ihrer Ehe hatte Emma Grund gehabt, ihren Entfchluß 3 bereuen. Nicht den Vater allein, sondern die Mutter und den seither schon Meister und Ehemann gewordenen Bruder Albert hatte Mr. Houston damals nach Brighton kommen lassen wie eben ein Millionär seine armen Verwandten kommen läßt, mit wirklich splendider und nirgendwo verletzender Freigebigkeit. Er hatte auch der ganzen Familie angeboten, sie mitzunehmen nach Amerika, denn sie gefielen ihm. jedes in seiner Art. Aber es saß ihnen zu viel Ehrgefühl im Nacken. Sie hätten drüben," nicht einmal der Landesfprache mächtig, Jahre hindurch ganz und gar von seiner Güte leben müssen; dazu waren sie sich zu gut. Aber der Schwiegersohn hatte es doch zuwege gebracht, daß schließlich auch die Mutter seiner Frau ihm ihr Kind von ganzem Herzen gönnte. Es war eine glückliche, vollkommen ungetrübte Ehe geworden. Houston hatte nie aufqehört, seine Frau zu umwerben. Und bei ihr stellte sich statt der nun doch ausbleibenden Liebe ein Gefkihl aufrichtiger Hingebung und Werthschätzung ein. Sie war eine glückliche Frau. Alljährlich, nachdem im Mai der New ?)orkcr Frühling in heiße Sommertage überging, reiste Houston mit Frau und Töchterchen nach Teutsch, land, wo er dann im Harz oder im Ricsenaebirge, in Tirol oder an der See ein Landhaus miethete und die Familie seiner Gattin zu Gaste lud. Im Amerikaner ist das, was wir Mitielschlag" nennen, noch nicht entwickelt. Die Individuen neigen noch stark zu Extremen, versinken unglaublich schnell in Korruption und Eharaktcrlosigkcit. stellen sich ganz und gar auf die brutale Kraft oder auf die Macht des Geldes oder aber sie ragen mit ihrer ganzen Gesinnung weit über den Durchschnitt hinaus. Das Land mit seinen schier unversiegbaren Reichthumsqucllcn. der sich täglich erneuernde Zuschuß an frischem Blut, und nicht zuletzt die zwingende Nothwendigkeit, mit der der junge" WklU theil den älteren nachstreben muß, das alles läßt in Amerika etwas wie T'.eibHausluft entstehen, in der die Pflanzen entweder zu mächtigster Entwicklung kommen, alle in ihnen lebenden Triebkräfte aufstachelnd und cmporziehend, oder aber unter bizarrster Verzerrung ihrer ursprünglichen Züge verkrüppeln und moralisch zu Grunde aeben

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ciUtini. Schäm Dich, Franzl, Du bist schon so groß und machst noch solche Kinderstreiche!" F r a n z l : Hättet Ihr halt nicht so früh geheirathet. dann wär' ich jetzt noch kleiner." Vatovglück. Warum sind Sie denn so vergnügt?" Denken Sie, vorhin hörte ich, daß Doktor Zahnbrecher für jeden Bandwurm 20 Pfennig zahlt, und jedes meiner Kwder hat einen i

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