Indiana Tribüne, Volume 28, Number 265, Indianapolis, Marion County, 30 June 1905 — Page 3

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Hat in dem ruMchen Hafen Odessa ihren schrecklicheu Ansang genommen. Ein Geschwader gegen die Aufrührer entsandt. Die Marotto-Frage gilt in der deutschen Preffe für abgethan - Englische Umtriebe in Afrika. Oesterreichische Zollpoiitik.

Anarchie in Odessa. St. P e t e r S b u r g , 29. Juni, Kurz nach Mittag lief eine Depesche ein, welche meldet, daß zu Odessa vollftün dige Anarchie herrscht. Die Bewohner haben sich entsetzt in ihre Häuser der. kracken. Die Straft! sind mit wüthenden Arbeitern erfüllt, die im Kampfe mit den Truppen liegen. Der Pöbel plündert und jeden Augenblick krachen Salven. Die Stadt ist dicht in Rauch gehüllt. Vom Schlachtschiffe Kniaz Potemsin" wurden Matrosen mit Maschinengewehren gelandet, die sich den Streikern anschloffen. Hunderte wurden getödtet und die Hospitäler find mit Verwundeten überfüllt. Auch Ueber läufer aus der Armee sollen mit den Matrosen und Streikern gegen die Truppen kämpfen. In Odessa liefen 40,000 Mann Truppen aller Waffengattungen. Von den 600.000 Einwohnern OdeffaS find 150,000, kaum ein Drittel, Rügen, die übrigen find Juden, Griechen. Arme nier, Türken und Leute der verschiede nen europäischen 'ionalitäten. In offiziellen Krisen herrscht große Besorgniß, daß die Meuterei der Ma trosen sich auf die Armee erstrecken könne. Sollten die Truppen zu Odessa zu den Aufrührern übergehen, so würde die Stadt wahrscheinlich der MittelPunkt einer Revolution werden. Admiral Avellan wurde heute Mor gen um 8 Uhr zum Zaren nach Peter Hof berufen, um mit demselben die Sachlage zu besprechen. Die Regierung hält alle Nachrichten zurück. St. Petersburg, 29. Juni. Die Nachrichten von Odeffa sind etwas verworren und widersprechend. ES hieß heute, vom Kniaz Potemkin" seien 2 Granaten in die Stadt geschaffen worden, welche große Löcher in die Gebüude schlugen. Falls die auswärtigen Konsuln nicht bereits "ihre Regierungen um Entfendung von Kriegsschiffen ersucht haben, werden fie es jedenfalls noch thun. St. Petersburg, 29. Juni. ES wird berichtet, daß der Kreuzer Saratoff von der Freiwilligenflotte zu Odeffa verbrannt wurde. Man erwartet, daß Admiral Kruger mit der Schwarzen MeerFlotte heute Nacht vor Odeffa unkommt. Er hat Befehl, den Kniaz Potemkin" zur Ueberade aufzufordern und im Falle der We'gerung zum Sinken zu bringen. Darauf soll Admiral Kruger Hilfe bei Wiederherstellung der Ord nung leisten. S t. P e t e r S b u r g. 29. Juni. Ueber Odeffa ist der BelagerungSzustand erklärt worden. Der Brand geht an der Wafferfront weiter. Die Matrosen und Streiker gestatten nicht, daß Versuche gemacht werden, die Flammen zu lösten. Drei unversicherte Schiffe der groß-rusfischen Gesellschaft find zerstört worden. Die Geschäftsräume der Dampferge. fellschaften und große Vorräthe find vernichtet. Die Flammen verzehren jetzt lange Reihen von Eisenbahnwagen, die mit Waaren aus ausländischen Schiffen ge füllt wurden. Vielen Schiffen gelang eö den Hafen zu verlaffen. Alles GefchüftSleben hat aufgehört, auch die Zeitung, haben ihr Erfchei nen eingestellt. Geschwader nach Odessa u nt e r w e g S. St. Petersburg, 29. Juni Eine Depesche von Sebaftopol meldet. daß ein Geschwader von 3 Schlacht schiffen, einen Kreuzer und mehreren Torpedobooten erst gestern Abend um 8 Uhr nach Odeffa abfuhr. Die er klärt, warum die Schiffe noch nicht dort angelangt find, aber man weiß nicht, warum die Abfahrt in einem so kriti schen Augenblicke um 2 Tage verzögert wurde. K r i e g ö r e ch t. Lodz, 29. Juni. Die Verkün digung des Kriegsrechts hat auf die aufrührerischen Elemente sehr beruht

gend gewirkt. Man glaubt, daß die

Arbeit bald in allen Fabriken ausgenommen wird. Die Straßen find nach 9 Uhr Abends verödet. Theater, Konzerthallen und Weinzimmer find geschloffen. Man schätzt, daß bei den jüngsten Krawallen 3400 Personen getödtet und 1000 verwundet wurden. In Folge des Streikes wurden die Löhne der Arbeiter durchschnittlich um 20 Pro. zent erhöht. Belagerungszustand. S t. P e t e r b u r g. 29. Juni. Der Zar hat über den Distrikt von Odeffa den Belagerungszustand er klärt. Meuterei an der Ostsee. L i b a u , Kurland, 29. Juni. Die russischen Matrosen, welche letzte Nacht meuterten, plünderten das Waf fenmagazin der Regierung und feuer ten in die Quartiere der Offiziere. ES wurden Infanterie, Ärttllerie und Kofaken aufgeboten und nach dem Kampf' platze geschickt. Das Resultat ist noch nicht bekannt. Gripenberg befördert. St. Petersburg, 29. Juni. Generalleutnant Gripenberg, welcher aus der Mandschurei abberufen wurde, weil er Befehle Gen. Kuropatkin'S nicht befolgte, ist zum Generalinspecteur der Infanterie ernannt worden. Mobilisirung. W a s h i n g t a n, 29. Juni. Dem Staatsdepartement meldet Botschafter Meyer aus St. Petersburg, daß in den Distrikten von ftujj, St. Petersburg und Moskau 100- 200,000 Mann zu den Waffen gerufen werden, um nach dem Osten geschickt zu werden. Mauritius. Versprengter russischer Kreuzer. P o r t L o u i 3 , 29. Juni. Das russische Transportschiff Anadyr ist zu

Diego Suracz, Madagascar, mit einigen Ueberlebenden des Schlachtschiffe Orel, das von den Japanern in der Schlacht im japanischen Meere genommen wurde, ongekommen. Frankreich. Amerikanisches Ge s ch w a d e r. Cherdourg, 29. Junie Ad. miral SigSbee telegraphirte von Cape S-illy dem hiesigen amerikanischen Konsul, daß er morgen mit seinem Ge. schwader hier ankommen wird, das die Ueberreste Admiral JoneS nach den Ver. Staaten bringen soll. Abholung der Ueberrefte I o n e ö'. Paris, 29. Juni. Das Programm für die Zeremonien bei der Wegbrin gung der Ueberrefte Admiral Paul JoneS ist nun veröffentlicht. Eine Eskorte von 535 Offizieren und Mann der amerikanischen Marine wird am 6. Juli in Paris ankommen. Die Uebergade der Leiche an die Amerikaner wird Nachmittags 3 Uhr in der amerikanischen Kirche an der Avenue de l'Alma stattfinden. Sie wird von dem amerikanischen Vertreter LoomiS entgegengenommen und Ad miral SigSbee Übergeben. Auf dem Wege nach dem Bahnhofe findet vor dem Grabe Napoleon'S noch eine Feier statt. Türkei. Sultan'S Truppen deser t i r e n. F i u m e, 29. Juni. Der Kapitän des heute vom Orient getroffenen österreichischen Dampfer Trieft" be richtet, daß die zur Unterdrückung de? Aufftandes nach Arabien geschickten türkischen Truppen massenhaft deser tiren. 200 der Ausreißer bestiegen das Schiff in Aden und 66 derselben sprangen im Rothen Meer über Bord, da sie befürchteten, dem Sultan auSge liefert zu werden. Die Unglücklichen ertranken sämmtlich und der öteft ging mit Ausnahme von 73, welche bis nach Griechenland weiterfuhren, in Port Said wieder an'S Land.

Deutschland. Leutnants z. S. auf ihren Geisteszustand unter, sucht. Kiel, 29. Juni. Die Leutnants

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z. S. Setzdel und EuckenAdoenhausen vom Linienschiff Mecklenburg" find behufs Untersuchung ihres GeisteSzU' ftandeS der psychiatrischen Univerfitüts Klinik überwiesen worden. Gemeldet wurde am 31. Mai auf Grund einer Privatmeldung, daß die beiden jungen Offiziere wegen angeblicher Berfehlun gen gegen Matrosen in Haft genommen und in'S StationSgefüngniß gebracht worden seien. Englische Perfidie in Afrika. Berlin, 29. Juni. Peinliche Ueberraschung hat hier die Nachricht von neuen Kämpfen in DeutschSüd' Westafrika gegen Morenga'S Bande her vorgerufen, die früher zerstreut und auf englisches Gebiet getrieben worden war, aber nun unter ihrem alten Füh rer den deutschen Truppen wieder zu schaffen gemacht hat. Vor wenigen Monaten wurde mit Genugthuung die Kunde vernommen, daß Morenga über die englische Grenze geworfen und mit seinen Leuten von der Kapöolizei entwuffnet worden sei. Man gab zugleich der Hoffnung Raum, daß Morenga nicht, gleich den anderen Führern, ein fach entwaffnet und bewacht, sindern auch den deutschen Behörden auSgelie fert werden würde, da er ein ganz gemeiner Nüuber ist, welcher um des Raubes willen grausam mordete und eine Bande von Spießgesellen um sich sammelte, die aus dem Abschaum aller Stämme des Schutzgebiets bestand. England konnte an diesem klaren Fall zeigen, ob es Grundsatz oder Gehässig keit war, als es die Auslieferung der anderen Flüchtlinge verweigerte. Er hat aber Morenga nicht nur nicht zur Bestrafung herausgegeben, sondern ihn sogar in Freiheit gesetzt, so daß er mit seiner Bande von neuem auf deutschem Gebiet morden, sengen und brennen konnte. Man verhehlt sich hier nicht. daß England seinen bösen Willen kaum drastischer hätte dokumentiren können. Reichstags Abgeordneter Kunert verurtheilt. H a l l a. d. S a a l e, 29. Juni. In dem mehrerwähnten Hunnenbrief Prozeß ist heute der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Fritz Kunert, Redakteur am Vorwärts", vom Land gericht wegen Beleidigung der deutschen Armee zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Kunert hatte sich in einer Wahlrede dahin geäußert, daß die deutschen Soldaten Anno 1900 in China Plünderungen verübt und Frauen geschändet Hütten, und mehrere Theilnehmer der ChinaExpedition als Zeugen vor Gericht zitiren laffen. Bayern'S Arbeiter Wirren. München, 29. Juni. Die seit längerer Zeit in Bayern herrschenden Arbeiterwirren nehmen einen bedrohli chen Charakter an. Die Metallarbeiter Baron

welcher als Chef der japanischen FriedenSunterhändler nach Washington kommen wird.

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d zum großen Theile ausgesperrt nd das Bauaewerbe ist vollnändia lahm gelegi, hauvtsüchlich in München. Hunderte von Handwerkern wenden sich, da da? Ende der Kämpfe nicht ab zusehen ist, entweder nach andern Thei len von Deutschland, oder in'S Ausland. Durch die StrikeS und Lockout5" wird das ganze Geschäftsleben in Mitleidenschaft gezogen und das Königreich geht allem Anschein nach einer schweren Krise entgegen. Unter ernster Anklage verhaftet. B r o m b e r g, 29. Juni. Dired tor Schmidt vom katholischen Lehrer Seminar wurde wegen Unterschlagung amtlicher Gelder verhaftet. Marokko-Frage. Berlin, 20. Juni. Der französische Botschafter Bihourd hatte heute eine andere Unterredung mit Kanzler v. Bülow und machte weitere befried! gende Mittheilungen von seiner Regierung. Die offizielle Anficht ist, daß Frankreich im Prinzip einer Konferenz zustimmen wird und daß weniger wichtige Fragen später befriedigend geregelt werden können. Die Preffe betrachtet den Zwischenfall als geschloffen. Groß-Admiral v. Köfter. Kiel, 29. Juni. Kaiser WilHelm hat den Admiral v. Köster zum Grotz-Admiral der deutschen Flotte ernannt. Oefterreich'Ungarn. Oesterreich'S HandelSbeZiehungen. Wien, 29. Juni. Wie gemeldet wird, sucht die Regierung in Folge der ungarischen Wirren beim Reichsrath um die Ermächtigung nach, nöthigenfalls die Handelsbeziehungen Oefterreich? allein zu regeln. Konvention der Grocer. M i l w a u k e e, 29. Juni. Eine große Anzahl von Großhändlern in GrocerieS aus allen Theilen deS Landes ist hier versammelt, um allgemeine Interessen zu berathen. Bon besonderer Wichtigkeit ist dieFrage, wie es zu erreichen ist, daß die Gesetze über NahrungSmittel in allen Staaten gleichmäßig werden. Schiffsnachrichten. New York: Graf Waldersee" Hamburg. Plymouth: Großer Kurfürst" von von Vork. New York: Madonna" von MarseilleS; Cittaj di Napoli" von Neapel; Hamburg" nach Hambürg: La Loraine" nach Havre; Princeß Alice" nach Bremen. QueenStown: Noordland" nach Philadelvhia. Hamburg: Deutschland" von New York. Cherbourg: Großer Kurfürst" von New York via Plymouth nach Aremen u. s. w.; Kaiser Wilhelm II." nach New York. Aomura,

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Mnrliks Nesidenz. Lage, wwohner und &on cievctteDx d abessinischcn Hauptstadt. Von der Hauptstadt Abessiniens, Adjs-Ababa entwirft Professor B. Rosen, ein Mitglied der deutsch-abessi-Nischen Expedition, das folgende interessante Bild: Auf vier langgestreaten Hügeln, die sich wie breite Zungen vom Randgebirge Schoas gegen die Ebene der Gallas binabziehen, hat Menelik II. seine Residenz gebaut, nachdem er mehrere frühere Gründungen, darunter das hochgelegene Antotto, wieder aufgegehen hatte. Die Bevölkerung der Hauptstadt wird auf 80,000 Kopfe geschätzt. Von diesen Menschen wohnen freilich nicht viel mehr als Tausend in Häufern, alle übrigen in Hütten oder Jel-

ten, die hier oder da, m Gruppen, rasch und vergänglich aufgebaut werden. Weite Wiefenflächen umgeben Höfe und Quartiere, und drei tiefe, felsige Schluchten trennen die Stadttheile. Unthätige Männer schen zu Tausenden vor ihren schmutzigen Hütten und schauen träge den grasenden Mauleseln zu; Frauen in unsauberen Umschlagetüchern tragen mühselig das trübe Bachwasser in schweren Krügen die flri len Pfade empor. Aber hin und wieder zieht ein Großer vorbei; sein Gewand aus buntgestreifter Seide oder selbst Goldbrokat, die Waffen in zierlicher, geschmackvoller Goldschmiedearbeit, der pittoreske Aufputz der Pferde und Maulthiere, dieser ganze Glanz kontrastirt merkwürdig gegen den unebenen Weg. auf welchem die zahlreichen Gewehrträger in eine Staubwolke gehüllt ihrem Herrn barfuß voraneilen. Auf dem Markt herrscht rcges Leben. In dichten Reihen gedrängt schen mit ihrer Waare die schwarzbraunen Galladauern, die Männer halbnackt, die Frauen nn Schmuck ihres schwarzen Tressenhaares, ihrer schweren Armspangen und bunten Halsketten. Lebensmittel für Mensch und Thier. Brennholz, Schlachtvieh und Maulthiere, Leder und gewebte Stoffe, alles bringen diese Gallas; nur Waffen, Sättel und Schmuck liefern die Abessinier. Es gibt zwar auch einen abessinischen Kaufmannsstand, die Nagadis"; diese sind aber längst nicht mehr Händler, sondern haben nur noch den Waarentransvort in Händen, im Dienst arabischer und indischer KaufHerren, welche in Adis-Ababa große Lager besitzen. Läden gibt es in der äthiopischen Hauptstadt kaum ein Dutzend, wenn man von den nur während der Marktstunden geöffneten Buden absieht; ein einziges kleines Hotel genügt dem Verkehr, da der Fremde in der Stadt einfach irgendwo seine Zelte ausschlagt, wenn er nicht be: Freunden zu Gast wohnen kann. Doch das wunderlichste und unbequemste ist das Fehlen jeglicher Scheidemünze; man zahlt kleine Beträge mit Patronen oder pfundschweren Steinsalz stangen. Ueber die weiten Grasplätze AdisAbabas streichen Nachts heulende Hyänen, denn überall liegen Reste von Schlachtvieh und Maulthieren, selbst in den Bächen, aus welchen Trinkwasser geschöpft wird. Schmutz stört den Abessinier nicht, und nur die Thiere, Hyänen, halbwilde Hunde, Raben und Geier, erfüllen, von Niemand belästigt. die Funktionen der hygienischen Polizei. Aber durch das Gewirre der StrohHütten und der weißen Zelte führen einige gerade Straßen. Mit Brücken aus Stein und Eisen überschreiten sie die Bachschluchten. Hier läuft sogar eine Wasserleitung. Folgen wir einer dieser Straßen, so kommen wir zum Gebi, dem Hos des Kaisers. Er baut die Wege und Brücken, nicht für sein Volk, sondern für sich. Der Abefsinier ist ja zu bedürfnißlos. Er braucht keine Straße, denn er hat keinen Wagen, nicht den kleinsten Handkarren, und gebahnte Wege benutzt er auch nicht, wo er sie findet. Gewiß nimmt auch Niemand Anstoß daran, daß der Kai ser die Brücken, selbst im Centrum der ?tadt, mit Stacheldraht gegen den Verkehr absperrt, da man ja doch durch den Bach reitet oder, wenn das Wasser in der Regenzeit angeschwollen ist, einfach zu Haus bleibt. Aufruf an Diebe. In dieser Zeit der Reformbewegung in Rußland nimmt es nicht wunder, daß jede Volksschicht, alle Stände und Vertreter aller Verufszweige sich organisiren, Petitionen und Proklamaho nen erlassen. Selbst die Diebe, die vom Gesetz öffentlich verfolgt werden, haben sih organisirt und erlassen Pro klamationen. Der Text eines solchen Aufrufes, der an eine Fundkammer" aerichtet ist. lautet wie folat: Wir Diebe der Stadt W. können so nicht weiter arbeiten! Bis jetzt hat die Polizei nur 50 Prozent von uns genom men und uns 50 Prozent gelassen, in diesem Jahre aber verlangt sie mindestens 75 Prozent und will uns kaum 25 Prozent geben. Wir bitten Sie deshalb, wenn Sie leben und leben lassen wollen, von uns, wie das bisher war, nur 50 Prozent zu nehmen, sonst wird es Ihnen nicht gut ergehen. Unterzeichnet: Vereinigung der Diebe aus der Stadt W." L i c o n i t , das neue Ersatzmitte für Guttapercha ist eine Mischung aus Asphalt. Petroleum und Gummi. In Terpentin gelost, dient es zur Jsoli rung elektrischer Drähte und kostet nur em Zwanzigstel soviel wie Guttapercha

ÄlM-Rergsuhrer.

Ihre schwere Aufgabe und die ihnen drohenden Gefahren. Ausrüstung c Touriften-J der erg Hütte Anleitungen beim Auf und Ab stieg Arbeite des Kuhrers tro Winter. Hilfeleiftunge. Wer auch nur einmal in den Alpen eine Spitzenbesteigung oder einen JochÜbergang ausgeführt hat, weiß die große Annehmlichkeit zu schätzen, die in der Leitung eines erprobten Führers liegt. Tritt an einen Führer die Aufforderung heran, einen Reisenden auf einer bestimmten Tour zu begleiten, so muß er Ich die Frage vorlegen, ob dessen Kräfte den bevorstehenden Anforderungen gewachsen sem werden. Nicht selen glauben nämlich Reisende, die nie vorher in den Alpen gewesen sind, eine Hochtour unternehmen zu können, weil sie mühelos den Brocken oder die Schneekoppe erstiegen haben. Ihre Unerschatzung der Strapazen geht oft so weit, daß Touristen allen Ernstes schon daran dachten, den Ortler in dünnen Stiefeletten und mit dem Regenschirm zu erklettern. Der Führer muß daher zunächst auf eine zweckentsprechende Ausrüstung dringen. Er wird ferner den Reisenden auch U der Auswahl der auf längere Touren mitzunehmenden Nahrungsmittel und Erfnschungen unterstützen. Er nimmt ihm bis zur Hütte, wo die Uebernachtung stattindet, oder bis dorthin, wo die eigentliche Gipfelpartie beginnt und jeder entbehrliche Ballast zurückgelassen werhen muß, die Last des Rucksackes ab. Während der Reisende sich auf der Hütte sofort btr Ruhe hingeben kann, bereitet der Führer den Thee und me mitgenommenen frischen NahrungsMittel oder die unter den Vorräthen der Hütte befindlichen Konserven und umgibt den Touristen mit aller Sorgfält, die unter den oben herrschenden primitiven Verhältnissen möglich ist. Der schwierigste Theil seiner Arbeit beginnt aber erst am nächsten Morgen. Führt er einen erfahrenen Touristen, so lauft es bei der Arbeit zwar tm Wesentlichen auf ein gegenseitiges Zusammenwirken hinaus. Hat er jedoch einen mäßigen Durchschnittstouristen oder gar einen Neuling im Bergsteigen mit sich, so erwächst ihm die Aufgabe, dessen Gehen und Thun auf Schritt und Tritt zu beobachten, zu warnen und oft erst die primitivsten Anweisungen im Gebrauch des Bergstocks oder Eispickels zu ertheilen. Oft gilt es, Hunderte von Stufen in die abschüssige Fläche einer glatten Eiswand zu hau 9.. f"i rK m einem ittuen stamm vorvLzucVcltern und den uilbehilflichen Touristen am Seile heraufzuziehen. Fast noch schwerer wird seine Aufgabe beim Bergabsteigen. Viele Touristen überwinden bergaufsteigend bei ungemessenen Tempo selbst die schwierigste' Passagen ohne Gefahr, werden aber in den Knieen unsicher, sobald es steil bergabwärts geht. In solchen Fällen heißt es für den Fuhrer, den Reisenden auf jeden Stein, auf den er treten kann, auf jeden Felsvorsprung, an dem er sich anhalten kann, aufmerksam zu machen und im Falle von dessen Ausgleiten das Aeußerste zu wagen, um einen verhängnißvollen Absturz zu verhindern. Das Leben des wackeren Mannes, der sich allein an solchen Stellen leicht zu helfen wußte, wird durch derartige Sonntagstouristen" in die größten Gefahren gebracht. Ziehen im Herbste die Touristen wieder heim, so beginnt für den Führn noch keineswegs die Zeit des arbeitslosen Nastens. Es gilt jetzt, bis der erste Schnee fallt, neue Wege zu bauen und alte auszubessern, Markirungen vorzunehmen, Hütten zu repariren. eiserne Stiegen und Ketten, die an schwer Passtrbaren Stellen am Felsen befestig' sind, auf ihre Haltbarkeit zu revidiren, Konserven und Getränke nach den Hütten herauszuschaffen oder sich in das Studium der Karten und der Anlettung zur Ausübung des Bergführerberufes." eines vom Alpenverein herausgegebenen Handbuches, zu vertiefen. Zu jeder Jahreszeit endlich muß der Führer, sobald die Meldung kommt, daß irgendwo Touristen in Gefar5 sind, der Aufforderung zu werkthätiger Hilfeleistung nachkommen. Die Zahl der Unglücksfälle in den Alpen mehrt sich leider fast von Jahr zu Jahr; denn einerseits wächst die Zahl der Touristen im Allgemeinen, andererseits werden auch erschöpfende Wintertouren immer mehr Mode. Nur zu oft dringt dann, selbst bei Schneesturm zur Weihnachtszeit, der Ruf um Hilfe in die stille Hütte des Bergführers, ein Ruf, der niemals taube Ohren findet. Gestohlener Schatz gefunden. Arbeiter, welche in Bedford. Ind., eine Waggonladung Sand ausluden, fanden in derselben mehrere Packkte Papiere, welche sich als Bonds und andere Werthpapiere im Werthe von $300,000 erwiesen. Dieselben wurden als das Eigenthum der Bank von Wilmington, Jlls., identifizirt, welcher vor Kurzem Werthpapiere und außerdem $2,500 in Baargeld gestohlen wurden. Die Papiere wurden der Bank zurückerstattet. Portugal liefert von allen Ländern Europas am wenigsten Kohle; seine Jahresausbeute beträgt nur 22.000 Tonnen.