Indiana Tribüne, Volume 28, Number 265, Indianapolis, Marion County, 30 June 1905 — Page 1
Zttdinnn Tribüne
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Vrsckxeint jeden Ntsrittag. Indianapolis, Ind., Freitag, 30. Juni 1905. Jahrgang 28. No. 265.
Meuterei in Libau.
Libau, (Provinz Carland), 30. Juni. Viertausend meuternde Marine? sind in einem Gehölze in der Nühe dieses Hafens von Infanterie durch Maschinengeschütze verstärkt, umzingelt. Eintausend derselben hat sich bereits ergeben. Die Meuterei nahm am Mitt woch Abend ihren Anfang, als die Soldaten der ersten Marinedivifion widersetzig wurden, weil daS Essen schlecht war. Die 6., 9., 13. und 15. Division schlössen sich sofort den Meu terern an. Die Wachen versuchten Widerstand zu leisten, wurden aber von den Marinern überwältigt. Dieselben ergriffen dann Besitz von der Wache, erbrachen die Waffensüle und erlangten so Waffen und Munition. Eine Nacht der Schrecken folgte. Die Aufrührer zerstörten Barracken, griffen as OsfijierSviertel an und gaben Salven nach beliebigen Rich. tungen ab. Die Stadt ward in neuen Schrecken versetzt, als gestern früh Tr ppen und Artillerie aufzogen. Die Zugänge zur Stadt wurden besetzt und die Soldaten wurden in'S Gehölz getrieben, welches sie bis jetzt hielten. Gewehr- und Mafchinengeschützfeuer wird gehest. Die Polizei hält aber alle Nichtkämpfer vom Schauplatze fern und keine weiteren Nachrichten find erhältlich. Primärwahl heute. Heute werden die Primärwahlen der Republikaner abgehalten Anfragen in verschiedenen PrecinctS ergaben, daß bis kurz nach Mittag nur eine verhält, nißmätzig kleine Schaar der Stimmgeber sich zu den Wahlbuden begab. Ein? vom Polizeichef erlassene Ordre verbietet strengstens das Offenhalten der Wirthschaften während dir Wahlstunden von 11 Uhr Morgens bis 8 Uhr Abends. ür Freidenker. Wer sich für die Darlegung des FreidenkerthumS interessirt, kann ein oder mehr Heftchen aus der Feder eines hiefigen Dillettanten in der Buchhandlung von C. Pingpank im Arcade erhalten. Preis 10c im Interesse der freifinnigen Sonntagsschule. Durch seine Mutter der Polizei übergeben. Oscar Grant, ein 13 Jahre alter farbiger Junge, wurde von seiner, No. 524 Superior-Straße wohnhaften Mutter der Polizei übergeben. BeleitS vor mehreren Wochen soll die Frau ihn der Polizei übergeben haben, weil er sich unrechtmäßiger Weise in den Besitz eines Fahrrades setzte, und als die Mutter jetzt hörte, daß er wie der ein Rad besitze, welches er im Hause eineS Kameraden unterbrachte, lieferte sie ihn wieder ab. Oscar wird Richter StudbS vorgeführt werden. MM Neue Banknoten des Jahres 1872 in Umlauf. Ziemlich viel Umuhe für die Besitzer derselben verursacht eine Serie neuer Banknoten,diedieJahreszahl1872 trägt, während die Unterschriften derselben anscheinend erst während der letzten Wochen gezeichnet wurden. Die Banknoten find von der Ersten National-Bank in Rochefter, Jndiana, ausgegeben und dieselben gehören zu den ersten Serien der National Banken Papiergelder. DaS Papier derselben ist natürlich eine andere Sorte wie das jetzt gebräuchliche und auch die Seiden fäden fehlen. Eine vom GeheimdienstAgenten Capt. Thomas Halls angestellte Untersuchung ergad, daß sich diese Note feit 1876 in den Tresors der Rochefter, Ind., Bank befanden und daß kürzlich 300 derselben mit Unter. schriften versehen und einer hiesigen Bank gesandt wurden. Die Noten
find natürlich gut. Die Bank in Rochefter hat übrigens noch mehr derselben an Hand.
Fairbank.
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Eugene Cowles. Heute Abend wird der bekannte Baß sänger Eugene CowleS, der in dieser Woche jeden Abend da Publikum mit seinen gesanglichen Vortrügen in Fairdank erfreut hat und eine gewaltige .ubörersckaar beranaoaen. das Publikum mit einigen deutschen Lie dern überraschen. Also auf nach Fair bank heute Abend. Herr CowleS sang gestern Abend das alt-bekannte und beliebte Forgotten." Die Besucher kamen frühzeitia und gegen 9 Uhr war der Besuch in Fair bank fast größer wie je zuvor. Und Herr CowleS erntete enthusiastischen Beifall. Das nächste Lied war My Gypsy Sweetheart". welches gleichfalls sebr beifüllia aufaenommen wurde. Heute Abend wird der tüchtige Baß sänger unter anderen daS deutsche Lied Der Wanderer" von Schubert zum Vortrag bringen. Geburtstagsfeier im Liederkrauz. Der Indianapolis Liederkranz hielt gestern Abend Gesangsprobe ab. Nach der Probe wurde ein vom Sozialen Männerchor von Louisville eingelaufeneS Schreiben verlesen, in welchem der selbe mittheilt, daß der Männerchor dem Liederkranz am Sonntag, den 6. Aug. d. I. einen Besuch abzustatten gedenkt, um das alte FreundschaftS band zu erneuern und zu befestigen. Die Anmeldung wurde mit Freuden angenommen und wird man den Sängeröbrüdern einen festlichen Empfang bereiten. Eine von den Sängern Anderson'S eingelaufene Einladung zur Theil nähme an den Festlichkeiten vom 2. bis 4. Juli, mußte wegen der Kürze der Zeit leider abgelehnt werden. Nach Erledigung aller Geschäfte blieben die Sänger noch eine gute Weile zusammen, um in gebührender Weise den Geburtstag ihres langjährigen Sekretärö Bal. Hofsmann zu feiern. Wie bei Sängern immer der FaZ, herrschte eine sehr animirte Stimmung, und manch' GlaS wurde auf daS Wohl des Geburtstagskindes geleert und manches Hoch auf denselben ausgebracht, so daß es schon ziemlich früh war, als die Sänger heimwärts steuerten. Feier für die PreiSriege. Der Unabhängige Turnverein wird am Nächsten Sonntag, den 2. Juli, im Germania Park eine kleine Feier für die PreiSriege veranstalten, und find alle Mitglieder des Turnvereins, Aktive wie Passive, eingeladen, sich daran zu betheiligen. Persoal-otize. Frau Julius S ch u l l e r, die Gattin des bekannten WeinhündlerS hier, und ihre Schwester und Schwager, Herr und Frau Edward Heiderich von Peoria, Jll., reiften nach New York ab, um von da aus die Reise über den Ozeai: anzutreten, um der alten Heimat in Deutschland einen Besuch
abzustatten, außerdem werden sie eine Tour durch die Schweiz und Frankreich machen.
Das Angebinde der deutsche
Tnrnerschaft. Gestern hatten wir Gelegenheit das schöne Angebinde näher zu besichtigen, welches, wie schon in unserem Bericht über da Feftspiel am 20. Juni gemeldet, Herr Professor F. Keßler dem 1. Sprecher des Bundesvorort Herrn Herm. Lieber zum Anheften an die Bundesfahne überreichte. DaS massiv goldene Schild ist etwa 2 bei 4 Zoll groß und reich verziert. Es trägt in kunstvoller Gradirung die Widmung Dem Nord-Amerikani-schen Turnerbund, die deutsche Turnerschüft." Die Ehrengabe wird ein schöner Schmuck der BundeSfahne sein. Reinlichkeit muß sei. Jac. Evan, No. 714 Warman Avenue wohnhaft, dem von der Ge sundheitsbehörde die freundliche Einladung zugegangen war, sein Anwesen einer gründlichen Reinigung zu unter werfen, weigerte sich, dieser Aufforde rung Folge zu leisten, Er wurde durch den Polizisten Dunn verhaftet. Dunn sagte, daß der Gestank dort so groß war, daß er sich gezwungen sah, den Platz zu verlaffen. Viele der in der von Ungarn und SüdEuropäern bewohnten Nachbarschaft find entrüstet über die Zustände in manchen der dortigen Häuser und sollen entschlossen sein, den unertrügli chen Zustünden ein Ende zu machen. Im Polizeigerichte erhielt Evon $1 und Kosten aufgebrannt, zugleich wurde ihm die frohe Botschaft, daß er das nächste Mal das höchste Strafmaß er halten werde. Soll ihre Arbeitgeber befiohle haben. Carry Eaftmood, eine 16 Jahre alte Angestellte des New York Store, und Tochter einer achtbaren Familie, wurde durch Detektivs Holtz und Bray ver haftet. Das seit etwa 4 Wochen in dem Geschäft angestellte Mädchen ist be schuldigt, in ihrem Portemonuie Wech selgeld bei sich getragen zu haben, so daß sie bei etwaigen kleinen Verkäufen den Kunden selber herausgab und dann die Einkaufssumme für sich behielt. Das Geld, sagt sie, habe sie sich zusammensparen wollen, um sich Klei der für dasselbe zu kaufen. Zu Lancafter, Pa., wurden Lee Furman und John O'Brien wegen brutaler Ermordung Sam. Reßler'S, eines alten ChauffeegelderheberS, ge hängt. Frau Wm. Koepke, 1344 Olive Str., die gestern Nachmittag in West Indianapolis durch einen Sprung aus dem Buggy sich so schwer verletzte, ist ohne die Besinnung wiedererlangt zu haben, im Hospitale gestorben. Dr. T. V. Keene, der städtische Gesundheitsbeamte, welcher kürzlich zum Superintendenten des Staats Laboratoriums ernannt wurde, wird bis zum Jahresschluß in seiner jetzigen Stellung beharren. Die Mitglieder der Gesundheitsbehörde würden seine Resignation augenblicklich nur ungern entgegennehmen, da eine Anzahl neuer Arbeiten von Dr. Keene unternommen wurden, welche er erst zu beendigen gedenkt. N a f h v i l l e , 30. Juni. In einer unter dem Namen Süd Chicago bekannten Vorstadt sollen 16 Fülle von Blattern in den Familien von John, Jeffe und David Harbin entdeckt sei. Jeffe Harbins Tochter wurde durch eine Schlange am Fuße verletzt und als man einen Arzt herbeirief, da entdeckte dieser die Krankheit der übrigen Familim Mitglieder. Die Leute find fast täglich im Verkehr mit Bekannten gewesen und ?inige Unruhe herrscht folg. lich unter diesen. V i n c e n n e S, 30. Juni. Guy Wampler, ein hier wohlbekannter Farmerösohn, wurde wegen Tödtung eines Eichhörnchens während der Schonzeit mit einer Strafe von 140 belegt.
Der Gouverneur im Zweifel.
Gouv. Hanly hat nach der Anficht des Generalanwalts Charles W. Miller nicht daS Recht, die Staatsmiliz nach den Rennplätzen zu ordern, um das Wetten dort zu unterdrücken. Der Gouverneur ist deshalb unentschlossen waS er tbun soll und wird zunächst elbft das Gesetz näher ftudiren. In einer Rede, die der Gouverneur gestern auf einem Picnic der 01b SettlerS" in Paoli hielt, sagte derselbe unter anderem, sich darauf beziehend, daß Gouv. Matthews derzeit die Miliz nach Hammond beorderte, um Wetten auf Rennen zu unterdrücken, wenn dem Gesetz in Hammond Nachdruck verliehen werden kann, warum dann nicht in In dianapoliS. Ich bedauere, daß dem Gouverneur nicht die Macht gegeben ist, den Sheriff oder öffentlichen Ankläger auf seine Pflichten aufmerksam zu machen und nöthigenfallS solche Beamte ihreS Amtes zu sntsetzen. Ich werde alles in meiner Macht stehende thun, die Gesetze auf den Rennplätzen durchzuführen." Inzwischen werden auf dem Rennplatz ruhig weiter Wetten abgeschlossen und Niemand weiß waS weiterhin geschehen wird. Zur Borfeier des 4. Juli. Eine etwas vorzeitige 4. Juli . Feier ist nach Ansicht der Feuerwehrleute für das in I. W. Rhoeder, 711 Nord New Jersey Str. gehörendem Stalle, ausgebrochene Feuer verantwortlich. WenigftenS sahen diese wie kleine Jungen mit Fire Crackers" in der Hand von dort fortliefen. Die Flammen sprangen auf den benachbarten, Wm. Redman, 709 Nord New Jersey Str, gehörenden Stall über und auch dieser wurde leicht beschädigt. Ein werthvoller Hund und eine Anzahl Hühner, glaubt man, kamen in dem Feuer um. Die Nachbarschaft ist dicht bebaut und die Feuerwehr hatte harte Arbeit, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Damen-Berein des Deutschen SanseS. Am Samstag Nachmittag um $3 Uhr findet' die regelmüßige EuchrePartie im Deutschen Hause statt. Die Arrangements liegen in den Händen von Frau Wm. C. JungclauS, Frau Wm. MannSfeld und Frl. Mathilde Schwarz. Brauer vertheidigen sich. Es wird bekannt, daß die in Wafh ington versammelten Vertreter der Brauereien Schritte thun werden, um sich und ihre Geschäfte dem Publikum gegenüber inS rechte Licht zu stellen. Unter denen, die an der Versammlung tbeilnebmen. befindet sich auch Albert Lieber von hier. Die großen Braue reien von St. Louis, Milwaukee, Phi ladelvbia und anderen Städten des Ostens und Westens find voll vertreten. Die Brauer sagen, daß fie der stillschweigenden Nachficht müde find, wie auch von ProhibitionS-Rednern und Temperenz-Zeitschriften als Unterftüher des Lasters hingestellt zu werden. Sie werden eine Kampagne der Er Ziehung beginnen, damit das Publi kum ihr Geschäft als ein legitimes und achtbares kennen lernt. Sie behaup ten, daß Bier die Müßigkeit ftrdert und daß Hunderte von bekannten Patent Medizinen mehr Alkohol enthalten wie Bier. Einbrüche. Ein Einbrecher, der dem Manhattan.Reftaurant, No. 136 West Washington - Straße, einen Besuch abstattete, nahm etwa 600 gute Cigarren mit sich. E d w a r d I. H i ck S , No. 1720 Ashland-Avenue wohnhaft, wurde während der Nacht von Einbrechern heimucht. Eine goldene Uhr und etwa $31 wurden gestohlen.
i Lonis G. Ruth, f
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Herr Louis G. Ruth, ein sehr bekannter und allgemein geachteter Deutscher, starb gestern in seiner Wohnung, No. 922 Süd Eaft.Straße, nach langer schwerer Krankheit. Herr Ruth wurde am 9. August 1837 zu WillSbach, Oberamt Weinsberg, in Württemberg geboren, wanderte im Jahre 1854 nach Amerika aus und kam direct nach Indianapolis, wo er seither wohnte. Im Jahre 1867 vermählte er sich mit Hermine Nolting, die mit sechs erwachsenen Kindern den Verlust eines treuen Lebensgefährten und eines liebenden Vater betrauert. Der Verstorbene trat beim AuSbruche des Bürgerkrieges in die Reihen der Patrioten für die Union ein und nahm an vielen Schlachten und Gefechten Theil, als Leutnant kehrte er zurück, mit der Ueberzeugung, seinem neuen Vaterlande gute Dienste geleistet zu haben. Herr Ruth hatte eine gute Schulbil. dung genoffen, welche es ihm ermög lichte, verschiedene Aemter in ' Stadt und County einzunehmen, welchen er stets mit deutscher Gewissenhaftigkeit vorstand. Er war Mitglied deZ Pio-nier-BereinS, des Sozialen Turnvereins, des Veteranen-Vereinö und des Liederkranz". Die Beerdigung wird am SamStag, Nachmittags um 2 Uhr, vom Trauer hause aus stattfinden. Die Miffonri-Shnode. Nach Erledigung der Routine-Ge-schüfte nahm die Synode die sogenannte Sprachenfrage nach dem Berichte des Comites für Verfaffungöfragen auf. ES betrifft dies die Frage, in welchem Verhältniffe die im Laufe der Zeit entftandenen englifch-lutherischen Gemeinden zur Synode stehen. Von etwa 350 Pastoren wird bei Predigten neben der deutschen auch die englische Sprache an gewandt. Auf Anrathen der Synode war eS früher zur Gründung einer eng lifch-lutherifchen Synode gekommen. Nun lag der Antrag vor, die Ver faffung der Synode, nach welcher Deutsch die Sprache aller öffentlichen Verhandlung ist, zu ändern, so daß man bei diesen sich auch des Englischen bedienen könnte. Nach lebhafter De hatte wurde beschlossen, den Antrag abzuweisen und das Deutsche bleibt die offizielle Sprache. Die Nachmittagssitzung. Am Nachmittag nahm die Synode den Bericht über die Missionen vor. Rev. Merbitz von Chicago berichtete. Es wurde der Stand der Emigranten, Juden-, Slowaken-, Esther- und Polen Mission eingehend dargelegt. Die Arbeit hat ihren guten Fortgang genommen. Der Empfehlung gemäß wurden die Gehälter der Missionäre aufgebessert und eine Sub-Commission für den westlichen Theil des MisfionSgebieteS ernannt. Dann legte Rev. B. SieverS von Milwaukee den Bericht über das Lehrerseminar zu Addison und andere Anstalten vor. In Bezug auf erstere empfiehlt da Comite die Erweiterung deS LehrcursuffeS durch Hinzufügung eines sechsten Schuljahres und Anstellung von zwei neuen Lehrkräften. Ehe die Debatte begann, erfolgte Vertagung bis Mitt-woch.
Nachrichten aus Jndiana. M ichig an City. 30. Jun Berkley Smith, der wegen der Ermordung seiner Frau zum Tode verurtheilt war, wurde heute früh im hiesigen Gefängnisse gehängt. Der Gouverneur weigerte sich, den Verurtheilten, dessen That übrigens eine sehr brutale war, zu begnadigen. S e y m o u r, 30. Juni. Thom. I. Gore, der morgen in Indianapolis in der dortigen Terminal Station die Stelle eines Chef'Billettagenten übernimmt, wurde von den Mitgliedern der Modern Woodmen mit einem goldenen Ringe, auf welchem die Logen Jnfignien eingravirt sind, überrascht. T e r r e H a u t e, 29. Juni. Die Merchant'S Brennerei, ein unabhüngi geS Concern, welches vor 7 Jahren mit einem Klftenauswande von $200,000 circa erbaut wurde, wurde ein Raub der Flammen; der Schaden belauft sich auf über $100,000. K o k o m o, 29. Juni. DaS NominationS Comite dir MufiklehrerVereinigung wählte als nächstjährigen
Versammlungsort Frankfort und emPfahl für die Beamtenwahl als Präsident Oliver Willard Pierce von Jndian rpoliS; als Vorfitzenden des Programm-Comite: A. E. Enteftinoff von Indianapolis. Die Mufiklehrer und ihre Freunde machen diese Versammlung zu einer der erfolgreichften, die je von der Vereinigung gehalten. Terre Haut- 29. Juni. Erst nach einigen Tagen wird der NationalBank.Examinator W. D. Frazier sagen können, wie der Stand der Vigo County National-Bank thatsächlich''. DaS Desizit deS KasfirerS onzman, welches anfänglich auf $16,000 ange geben wurde, soll sich auf $50,000 bis 100,000 belaufen. Der Beirag werthloser Papiere soll noch viel größer sein, als ursprünglich angenommen. Indessen wird wiederum behauptet, daß die $150,000 Grundkapital und der $50,000 Ueberschuß Defizit und werthlose Papiere leicht decken und die Depofitoren jeden eingezahlten Dollar zurück erhalten. Ans der Eoroner'S Office. Der Coroner ist zur Zeit mit der Untersuchung der Ereignisse beschäftigt, welche dem Tode deS am 21. Juni geftorbenen Peter Hoover, No. 36 Nord Senate Avenue vorausgingen. Hoover mit seiner Frau und Stieftochter Jvy, wohntm zusammen und ein häufiger Gast im Hause war der in einem Geschäfte an der Washington Straße angestellte Harrv Von Zell. Von Zell und Jvy Hoover aren verlobt und die Heirath war auf den 22. Juni, einen Tag nach dem Tode Hooverö anberaumt. Es scheint aber, den Zeugenaussagen nach zu urtheilen, als ob Hoover und Von Zell sich am Abende vor der Hochzeit im Haufe trafen und daß Hoover versuchte, seinen zukünftigen Schwiegersohn zum Hause hinaus zu werfen. Hierbei scheint Hoo ver zur Erde geworfen zu sein. Dieser Vorfall ereignete sich etwa 9.15 Uhr und kurz vor 10 Uhr sagt die Stieftochter habe fie nach dem Arzte gesandt. Dr. Schenk vom Bobbs Dispensarium sagt. daß zehn Minuten nach seinem Eintns' fen der Mann bereits gestorben fei. Deputy - Coroner Dunlavy, der die Leichenschau abhielt, stellte Schlagfluß als Todesursache fest. Frank Marney, ein Nachbar der Hooverö bezeugte, daß er hörte wie Hoover mit einem anderen Manne in Streit war, daß Hoover den anderen Mann aus dem Hause wies und als dieser nicht Folge leistete. da ging die Schlägerei loö. Zeuge sagte weiter, daß er daS Geräusch eine zwischen den Männern auSgefochtenm Kampfes hörte und daß dann die Thüre zugeschlagen wurde. Von Zell, der gleichfalls vorgeladen ist, wird heute verhört werden. ottlieb L eukhardi, .Die gemüthliche Ecke," Ecke Rodle und Market Str.
