Indiana Tribüne, Volume 28, Number 263, Indianapolis, Marion County, 28 June 1905 — Page 7

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Dcr Vcrtraucnsmann : I Uomaii von Zlaut Klumcnreictx 4 (Fortsetzung.) - Während man nun bei Tische von den Kostbarkeiten sprach, die hier zusamrnengetragen waren, und sich Meifter Harms über einzelne, ganz hervorragende StücZe hatte verr-ehmen lassen, warf Herr Rämpler die Bemerkung hin, dah man eigentlich, mit Rücksicht auf die voraussichtlich längere Abwesenheit der Herrin, verpflichtet gewesen Wäre, alle diese Kunsischätze zu verpacken und sie irgend wohin zu schafsen, wo sie sicherer aufgehoben wären, als hier. Obwohl diese Worte mehr an den Architekten gerichtet waren, griff Vw sie bhaft auf. 3ch wüßte keinen Grund dafür, hier alles zusammenzuraffen, nur um es anderswo unterzubringen. Bin ich nicht da, um. die dachen vor Gefahren zu schützen?" Gewiß. Herr Doktor," erwiderte Römpler, und ich bin auch fest überzeugt, daß Sie nichts verabsäumen werden. Aber dieses Haus steht ziemlich entlegen, vereinsamt da; es wäre nicht das erstemal, daß solch eine reich ausgestattete Villa, deren Besitzerin sich auf Reisen befindet, von mehr oder minder kühnen Tieben heimgesucht wird." Dagegen ist wohl vorgeHorgt," erklärte Äeber sehr bestimmt. Man muß am Pförtnerhaus vorüber, da das Haus nur von der Vorderfront her zu betreten ist. Ich habe das äußere Portal du.ch eine elektrische Leitung mit dem Pförtnerhaus verbinden lassen; auch besitzen wir eine mächtige, auf den Mann dressirte Dogge, an der schwerlich Jemand vorbei kommt." Zugegeben, daß das ausreicht wie aber steht es mit der Feuersgefahr? Hier, wo Sie vielleicht eine halbe Stunde weit haben, bis zur nächsten Meldestation! Wo reichlich eine Stunde verginge, bevor ausreichende Hilfe zur Stelle sein könnte!" Wer den Doktor jetzt scharf beobachtete, hätte sehen müssen, wie das Zucken um seine Augenwinkel bei diesem Gesprach viel heftiger geworden, wie es in immer kürzeren Pausen wiederkehrte. Aber das mochte wohl seinem Aerger zuzuschreiben sein, daß man ihm nicht die erforderliche Vorsicht zutraute. Ich habe einen kräftigen Löschapparat im Haufe glaube auch nicht sehr Hfl die Feuergefährlichkeit solider, moderner Neubauten," meinte er ziemlich schron. Da muß ich widersprechen," mischte sich hier der Baumeister ein. Wir dürfen doch nicht vergessen, daß dieses Haus im Wesentlichen aus Holz besteht aus abgelagertem, sehr trockenem Holz, das freilich einem Jmprägnirungsprozeß unterworfen wurde. Immerhin möcht' ich's nicht in Brand gerathen sehen Gott bewahre! denn die Jmprägnirung schützt nur für kurze Zeit, und sie ist ja auch nur an den wenigsten Stellen genügend zu erneuern." Ich gebe zu ich habe in New Doik einen Neubau niederbrennen sehen, der nur aus Stein und Eisen bestand," meinte jetzt Herr Doktor Weber, aber gegen solch: außergewöhnliche Gefahren foll ja die Versicherung schützen!" Wenn sie hoch genug ist, gewiß," versetzte Römpler. wenn man auch gewine Dinge nicht immer wieder anschaffen kann." Nun, da antworte ich Ihnen, daß auch schon sogenannte feuersichere Speicher in Flammen aufgegangen sind." Es hätte wohl auffallen können, wie entschieden Herr Doktor Weber gegen die Möglichkeit einer Gefahr protestirte. Doch war nicht zu übersehen, daß jedes weitere Betonen einer solchen Gefahr ikn mit Recht reizen mußte. Hatte er emmal die Verantwortung übernommen, so lag für dritte Personen kein Grund vor, ernstlich an seiner Umficht und Tüchtigkeit zu zweifeln. Auch waren sowohl Harms, als auch Römpler zuviel mit anderen Dingen beschäftigt. Der Architekt hatte sich vorher in einem kleinen Vortrage unterbrochen, den er dem Fräulein Martha hielt; er sprach über den hier geplanten Umbau. Und es gibt keinen Künstler, der nicht glücklich wäre, bei der Entwicklung seiner Schaffenspläne aufmerksames Gehör zu finden. Fräulein Martha aber verstand zuzuhören. Sie lauschte mit den Augen, mit ihrer ganzen Seele. Herrn Römpler dagegen erfüllte im Moment eine Berufs"-Frage. Er hatte schon lange daran gedacht, diese neun Musen, von denen die Statuette der Melpomene gerade vor ihm stand, gelegentlich in anderem Material nachbilden zu lassen. Darüber war er vorher mit seinem Nachbar, dem am unteren Tischende sitzenden alten Engelharv, in ein Gespräch gerathen, das ganz gegen seine Absicht durch das Eingreifen Doktor Webers von dem ursprünglichen Gegenstande abgeirrt war. Und er beeilte sich, es wieder dahin zurückzuführen. Denn auch Engelhard war, wie seine Tochter Martha. ein Auter Zuhörer. Dieser alte Engelhard, ein Mann nahe den Sechzigern, schien eigentlich am wenigsten hierher zu gehören, in diese bessere" Gesellschaft, so schlecht saß dem bescheidenen Manne die PlättWäsche und der zwar ordentliche, sauden, aber wohl schwerlich auf semen

Leib zugeschnittene Rock so wenig wußte er mit dem Hummerstecher umzug?hen, und so unbequem war es ihm, bei jedem Gange das Besteck zu wechseln. Und doch stand er dem Hause am allernächsten: er war der ältere, rechte Bruder der Mrs. Houston, ein armer Mann mit zahlreicher Familie, der fast gänzlich von dem lebte, was seine reiche Schwester ihm gab. Davon hätte er übrigens mit all' den Seinen reckt gut leben können, wäre er nicht ein Spieler gewesen. Was er verdiente er war ein sehr geschickter Drechsle? und besaß auch für Elfenbeinschnitzereien eine kunstfertige Hand und was Mrs. Houston freigebig für ihn ausgesetzt hatte es versank zum größten Theile in den unerschöpflichen Abgrund seiner Spielleidenschaft. Er durfte kein Zehnmarkstück in die Hand bekommen es wanderte unfehlbar in eine jener Svelunken. in denen gewerbsmäßig? Falschspieler auf dieses unverbesserliche Opfer, auf den alten Engel hard lauerten. jai5 er yeute früh gekommen war. um sich beim Packen behilflich zu machen. sah seine Schwester auf den ersten Blick, daß ihm sowohl der Trauring, als auch die silberne Cylinderuhr fehlten. Und sie änderte ihr Vorhaben, ihm angesichts ihrer Abieise einen größeren Betrag auf einmal zu geben; sie fand sich vielmehr mit einigen Doppelkrönen ab und übergab das Abschiedsgeschenk der erst gegen Mittag eintrefsenden Martha, welche dem Alten die Wirthschaft führte und fünf jüngeren Geschwistern die Mutter ersetzte. Gleichzeitig ordnete Frau Houston an, daß Martha regelmäßig jeden Sonntag herauskommen sollte, um von Doktor Weber den für die Familie Engelhard ausgesetzten Betrag in Empfang zu nehmen. In größeren als in Monatsraten durfte man auch Marita das Geld nicht anvertrauen; ste würde sonst ibren Vater, allzureichlich mit Anlagekapital" versehen. Denn Martba liebte ihren leichtsinnigen Vater: sie glaubte ihn auch trösten zu müen für den Verlust seines Aeltesten. der vor Jahren ausgewandert und anscheinend verschollen war. Da der alte Engelhard nun sechzig Mark in der Tasche hatte, würde er am liebsten gleich nach Tische aufgebrochen fein. Er wußte es. heute würde er gewinnen. Er hätte sich wohl au: empfindlich stellen können wegen der bevormundenden Wochengeldsbestimmung, aber das würde man ihm nicht geglaubt haben. Er war bei aller Cha rakterschwäche doch ein gutherziger, anhänglicher, dankbarer Mensch, und nur ganz heimlich hegte er die Hoffnung, der Zug. mit dem seine Schwester reisen wollte, würde schon um sieben Uhr abgehen; dann blieben ihm noch immer mehr als zwei Stunden. Um zehn Uhr pflegte er pünktlich zu Hause zu sein, wenn er nicht schon viel früher sein Anlagekapital" eingebüßt hatte. Der Gedanke. Schwester und Nichte abreisen zu lassen, ohne bis zum letzten Augenblick zu ihrer Verfügung zu sein, hätte ibm bei seiner rührenden Dienstsertigkeit gar nicht kommen können. Für ihn würde es noch zu thun geben, wenn schon die Pfeife des Zugführers ertönte. Handelte sich's doch um die Bequemlichkeit der Schwester, vor der er grenzenlosen Respekt hatte, und der

Nichte, die er geradezu vergötterte. Und die Nebenwirkung war, daß feine drei Goldfüchse wenigstens für die nächsten Stunden nicht in Gefahr kamen. Engelhards jüngere Kinder hatten sich schon am Vormittag von Tante und Kousine feierlich verabschiedet. Es waren gerade Herbstferien, da hatten die vier Jüngeren frei; der sechzehnjährize Emil, der bei einem Mechaniker in der Lehre war, hatte einen Vormit-tags-Urlaub erhalten. Und alle fünf, die nun. bald zwanzigjährige Martha mütterlich voran, waren mit ihren zwar recht bescheidenen, aber sämmtlich von ihnen selbst angefertigten Geschenken angetreten. Wie die Orgelpfeifen! Martha hatte einen geschmackvoll gestickten Mantelsack gebracht; von Emil stammte eine kleine elektrische Laterne, mit der die Tante unterwegs jederzeit Licht machen konnte; zwei jüngere Mädchen waren erst heute Nicht mit der mühsamen Handarbeit an einem Reisekissen fertig geworden, und endlich die beiden ..Kleinsten." der zehnjährige Paul und die um zwei Jabre jüngere Emma hatten sauber und leserlich Abschiedswünsche geschrieben, zu denen Martha den Text gedichtet." Paul hatte übrigens nicht verfehlt, eine genaue und umfangreiche Liste derjenigen Käfer und Schmetterlinge beizufügen, die Margit in den Urwäldern von New Aork für ihn fangen sollte. Gut bewirthet und reich beschenkt waren dann die fünf unter Emils vertrauenswürdiger Führung abgezogen. Etwa um Kalb sechs Uhr hatte die Hausfrau die Tafel aufgehoben. Noch ein Viertelstündchen blieben alle Herren in dem urgcmüthlichen Rauchzimmer plaudernd beisammen. Dann begann man sich zu verabschieden. Zuerst der Architekt, dem heute Niemand mehr so hingebend zuhören würde, wie Martha, welche sich jetzt im Hause nützlich machte. Meister Harms hatte heute wieder den Reiz dessen empfinden gelernt, was er das Bürgerliche" zu nennen pflegte. Wenn diese Martha nicht so sehr hübsch wäre, und er nicht so sehr häßlich, mit seinen Pockennarben und seinein grundsätzlich querwach senden Stoppelbart wirklich, das hätte etwas werden können! Mit ihm entschloß sich eilfertig Herr Römpler zu gehen. Der Baumeister

hatte heute Geld und war ein fanätischer Sammler. Dann folgte der alte Mediinalrath, nicht ohne alle seine Vorsichtsmaßregeln noch einmal kurz zusammengefaßt zu haben. Der alte Engelhard hatte sich in der großen Vorballe zu thun gemacht, in der die verschiedenen Koffer aufgereiht standen. Da gab es noch einen Riemen anzuziehen, und dort mußte man einem Schnepper mit etwas cl nachhelfen. Natürlich überzeugte Papa Engelhard sich üUu ob das Handgepäck in Ordnung sei. und bei dieser Gelegenheit schmuggelte er in Margits Saffiantasche eine Flasche Lohse'sches Flieder Parfüm, die er nun schon seit heute frü in der Rocktasche trug; dafür wäret nämlich jene vier Mark draufgegangen, die er vom Pfandleiher auf seine Uhr erhalten hatte. Er lachte in sich hinein. daß die Sckwester ihm heute doch halb und halb Unrecht gethan. Der Rech:sanwalt Reimers schien verschwunden. Er saß in Maraits allerlievuem Mädchenzimmer unv ncß sich von ihr erzählen, wie sie ihre Zeit auf dem Schiffe eintheilen wollte. Nicht einen Augenblick kam es ihm in's Bewußtsein, daß es in Berlin keine einzige achtzehnjährige Dame gab. die ihn so harmlos und ungenirt in ihrem Allerheiligsten empfangen hätte. Und noch weniger kam ihm auch nur die allerleiseste Regung, dieses Vertrauen durch ein kühnes Wort zu mißbrauchen. Sie plauderten miteinander, wie sie es stets gethan hatten, ohne von den Gesetzen der Konvention etwas zu wissen. Erst als Margit auf die Uhr sah und sich erinnerte, daß sie ja noch Reisetoilette zu machen habe, erwachte der junge Anwalt aus dem lieblichen Traum, in den ihn jedes Zusammenfein mit diesem raffinirten Naturkinde versetzte; und er fiel ein wenig aus der Rolle. Sie werden mir schmerzlich fehlen, Fräulein Margit," sagte er, seine hübsehen, braunen Augen vor ihrem offenen, unbefangenen Blick senkend. Um so besser, lieber Freund," versetzte sie, dann werden Sie an mich denken!" Und Sie, Margit? Werden Sie sich meiner erinnern?" Ja." sagte sie nach einer ganz kurzen Pause, gern!" Und sie reichte ihm die Hand, ein Händchen, wie das eines Kindes: weich und zart mit kleinen Grübchen. Leo Reimers küßte diese Hand mit einer Inbrunst, die Margit eine Sekünde lang bebend mitempfand. Noch einen Blick tauschten sie aus, dann raffte der Anwalt sich auf: Ich sehe Sie wohl noch, bevor ich gehe?" In zehn Minuten bin ich fertig. Machen Sie einstweilen einen Gang durch den Garten!" In dem streng englisch gehaltenen Arbeitszimmer der Mrs. Houston einem echt Harms'fchen Werke befanden sich augenblicklich außer der Hausfrau nur noch Herr Reimers fenior und der Sekretär Doktor Weber. Man wollte endlich an die Abwicklung der Geschäfte gehen, wegen deren der BankProkurist und der Notar hergebeten waren. Der Platz in dem großen Schreibsessel war Herrn Reimers eingeräumt worden, während Frau Houston neben dem aufsatzlosen Schreibtische auf jenem, eigentlich wenig bequemem, steifem Stuhle saß, den der Baumeister, wie er sagte, absichtlich so konstruirt hatte, damit Niemand zu lange darauf verweile; denn Geschäfte dürfen nicht in die Länge gezogen werden. Ihr gegenüber, an der anderen Schmalseite des eigentlich für eine Dame viel zu großen Schreibtisches, stand, an ein drehbares Büchergestell gelehnt, Herr Doktor Weber. Sein Gencht war überschattet, während auf Frau Houston das volle Licht des schönen Herbstabends fiel. Ein paarmal schien es, als suche die schöne Frau den Blicken ihres Sekretärs zu begegnen; aber er wich ihr sichtlich aus, machte sich allerHand zu thun, nahm schließlich seine Brille ab, wodurch sein Gesicht einen fremden, unbehilflichen Ausdruck annahm. Mit einem leisen, ihr offenbar wider Willen entfahrenen Seufzer wandte Frau Houston sich jetzt dem Bankprokuristen zu, der eben folgendermaßen begann: Ich habe Jbrem Befehl entsprechend

einen Konto-Abschluß mitgebracht." Er breitete ein Schriftstück vor ihr aus. Wir haben doch recht verstanden, gnädige Frau: Sie bedurften augenblicklich keiner anderen Baarmittel, als jener Summe, die Sie heute an die Herren HarmS und Römpler gezahlt haben?" Nein, keiner andern, ich danke sehr. Für die Reife bin ich überreichlich versehen und der Check, den ich mir gestern durch Herrn Doktor Weber ausbitten ließ, wird für alle meine Bedürfnisse auf amerikanischem Boden ausreichen auch für die Rückfahrt, sogar noch dann, wenn ich etwa einen Abstecher noch Paris mache und bei Herrn Worth vorspreche. Es wäre Zeit," fügte sie lächelnd hinzu, daß Margit einmal eine wirklich hübsche Toilette bekäme." Danach haben Sie jetzt bei uns noch ein Guthaben von 532.000 Mark." fetzte Reimers geschäftsmäßig ein. Ihm war nicht klar," weshalb jetzt von Margits Toiletten zu reden wäre; noch weniger, warum Frau Houston durch ein gewisses Lächeln den Sekretär an dem Gespräch zu beteiligen suchte. Belieben Sie Hierherzusehen : 532, 009 Mark ist das klar?"

Frau Houston warf zum Aerger des gewissenhaften Prokuristen nur einen sehr flüchtigen Blick auf die Rechnung und schob sie dem Sekretär hinüber: Der Doktor hat Zeit, wenn ich fort bin; er mag Ihnen dann die Richtigkeit bestätigen." Weber hatte feine Brille wieder aufgesetzt und verglich die Aufstellung mit einem kleinen Hauptbuche, das er bei sich führte. Es stimmt genau," erklärte er. Wir haben Ihnen dies Guthaben hier brieflich anerkannt, wie dies vor Antritt einer solchen Reise wohl erwünscht war." Dabei übergab Reimers seiner Klientin ein kouvertirtes Schreiben, das sie jetzt zu lesen für unnöthig hielt. Und nun zu dem andern Geschäft, auf das Ihr Herr Sekretär mich vorzubereiten die Güte hatte." Ganz recht, das ist mir das wichtigste." erklärte Frau Houston. Dies Gulyaven"'-sle wies auf ven even em pfangenen Brief hin wird und kann ja Niemand anders in Empfang nehmen, als ich selbst, oder Jemand, den ich dazu ausreichend bevollmächtige von meinen Erben abgesehen, wenn mir etwas geschähe. Für diesen Fall habe ich das Nöthige angeordnet. Anders jedoch verhält es sich mit Geldern, die ich noch hier im Hause habe und die ich Ihnen heute, zusammen mit meinem recht werthvollen Schmuck, übergeben will. Was den Schmuck betrifft, so ist die Sache ja sehr einfach. Wir geben Ihnen eine Kassette mit, in der Sie alles bequem unterbringen können; wenn Sie wollen, auch die WerthpaPiere, die ich nun noch bei Ihnen zu deponiren wünsche. Sie haben ja Stahlkammern, nicht wahr? Es ist Vorsorge getroffen, daß von sieben Uhr ab eine geschlossene Droschke hier zur Verfügung haben, die Sie und den Herrn Rechtsanwalt nach Haus führt. So wird meine Schatulle Ihnen keine Unbequemlichkeit verursachen." In der That, man kann Ihre Umsicht nicht genug bewundern, gnädige Frau." Nicht mein Verdienst. Verehrtester. Doktor Weber ist es, der an alle diese kleinen Nendinge denkt ohne daß er deshalb Wichtigeres übersähe." Ein dankbarer, ausdrucksvoller Blick aus ihren sprechenden Augen streifte dabei den Sekretär. Weiß ich. weiß ich." versicherte Reimers. Sie würden Herrn Doktor Weber nicht so grenzenlos vertrauen, wenn Sie nicht wüßten, daß Sie sich auf ihn verlassen können." Während sie zustimmend das ausdrucksvolle Haupt neigte, stieg eine leise Röthe in ihrem Gesicht auf, die einen Augenblick sogar den weißen Hals zu färben schien. Doktor Weber trommelte indessen, gleichsam ungeduldig, mit den lang gehalrenen, überaus sorgsam, gepflegten Nägeln auf den weichen Schreibtischbelag. Was nun die Werthpapiere betrifft Sie haben doch alles bereit, Doktor?" Gewiß, Mrs. Houston," sagte Weber in eigenthümlichem Tone. Hier ist ein arithmetisches Verzeichnis; der Papiere. Ich werde sie nun bringen, sammt der Schmuckkassette. Tann belieben Sie vielleicht. Herr Reimers, den ganzen Posten mit mir durchzugehen und die Stücke zu übernehmen." Vollkommen klar," meinte Reimers, obwohl es ihm durchaus nicht klar war,

weshalb man große Posten Effekten im Hause behielt. Dies beschäftigte ihn sogar so lebhaft, daß er nun, nachdem Weber gegangen war, nicht unterlassen konnte, auf diese ihm unfaßliche UnVorsichtigkeit bescheiden hinzuweisen. Sie haben vollkommen Recht." entgegnete Frau Houston, aber einerseits habe ich dieses Geld längst als mein mehr mein betrachtet ich bin bereit, es zu opfern " Herr Reimers nickte distret, während die Hausfrau fortfuhr: Und dann hat mir mein genialer Architekt einen versteckten Wandschrank angelegt, der angeblich sogar diebesund feuersicher sein soll. Denken Sie nur: in meinem und meiner Tochter Schlafzimmer! Wie wäre da wohl ein Diebstahl möglich!" Nahezu ausgeschlossen, das ist klar," versicherte Reimers und zufolge einer merkwürdigen, ihm selbst nicht erklärlichen Jdeen-Assoziation ging es ihm durch den Kopf: In diesem diebessicheren Wandschrank, der sich im Schlafzimmer der Damen befindet. ! war das Geld sogar sogar vor Herrn Doktor Weber geschützt, falls dieser etwa jemals Gelüste darauf gehabt hätte! Aber schnell schüttelte er den unsinnigen Einfall ab. Gleichsam, als wollte er den Eindruck verwischen, fragte er jetzt sehr verbindlich: Ich vermuthe, daß Sie auf dieses neue Depot Geld aufzunehmen wünschen. Trifft das zu, gnädige Frau?" Ganz und gar nicht, mein lieber Herr Reimers. Ich wünsche lediglich. daß dieser Betrag von meinem übrigen Vermögen abgetheilt bleibe, und daß der Hinterlegungsschein darüber so einwandsfrei wie irgend möglich laute und zwar .auf den Inhaber,' damit ich diesen Schein in Amerika unter Umständen als Zahlungsmittel gebrauchen kann." 0 jetzt ist mir alles klar, ganz klar! Deshalb auch haben Sie die AnWesenheit des Notars gewünscht." So ist es. Herr Doktor Weber hat dieses Arrangement vorgeschlagen. Ich sei. so meint er. im Besitz dieses notariell beglaubigten Hinterlcgungsscheins jeden Moment in der Lage, die Summe gewissermaßen baar aus den Tisch zu legen." (Fortsetzung folgt.)

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