Indiana Tribüne, Volume 28, Number 263, Indianapolis, Marion County, 28 June 1905 — Page 6

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Europäische Nachrichten. Vrovinz Mestpcußen. D a n z i g. Der 24jährige Böttchergeselle Eduard Lüdicke brachte sich auf seiner Arbeitsstelle mit einem !angen Messer eine Stichwunde in der Herzgegend bei und starb nach wenigen Augenblicken. Was ihn zum Selbstmord veranlaßt hat, ist nicht bekannt. Barne w i tz. Dieser Tage feierte der hiesige Lehrer a. D.. Standsbeamte und Postagent August Liepe zum zweiten Male seine Silberhochzeit. Früher Lehrer in Kl.-Kreutz, beging er dieses Silberfest dort schon im Jahre 1874. Drei Jahre später wurde ihm die Gattin durch den Tod entrissen, nach weiteren drei Jahren schloß er mit seiner zweiten Frau den Ehebund. Der doppelte" Silberbräutigam erneut sich trotz seiner 77 Jahre noch großer Rüstigkeit, hört noch gut, liest und schreibt ohne Brille, macht täglich einen längeren Spaziergang durch Wald und Feld und arbeitet auf seinem Hof und im Garten. E l b i n g. Bor einiger Zeit hat sich der 18 Jahre alte Schauspieler Erich Kluge vom hiesigen Stadttheater durch einen Revoloerschuß getödtet.

Nach Mittheilungen seiner Wirthin hatte der junge Mann bereits im November v. I. und kurz vor Weihnachten Selbstmordversuche unternommen. Das Motiv der That ist in dem Fehlen jeglicher Ezistenzmittel zu suchen, da Kluge augenblicklich ohne Engagement war. K r a m s k. Kürzlich verunglückte die Tagelöhnerfrau Albrecht von hier dadurch, daß sie vom Wagen fiel und überfahren wurde. Das Rad ging ihr über das Gesicht, und bevor ärztliche Hilfe geholt werden konnte, war die Frau an Verblutung gestorben. 2 ch o n c es. In diesem Jahre wird unsere Stadt das 600jährige Jubiläum feiern. 1305 wird sie zuerst als Stadt genannt. Die Gründung des Ortes selbst durch die Johanniter erfolgte jedoch weit früher, 1174 oder 1180. Ziemlich erhaltene Ueberreste jener Zeit sind das frühere Komturgebäude (die jetzige Molkerei) und die katholische Kirche. T h o r n. Bei der Feier der goldenen Hochzeit des Stadtrath Schwartz überreichte Oberbürgermeister Dr. Kersten die Ehejubiläumsmedaille, eine Abordnung des Vorschußvereins eine kostbare Blumenspende und einen silbernen Pokal, Vertreter der Handelskammer und des Kirchenrathes der altstädtischen evangelischen Gemeinde gleichfalls Blumenspenden. Z o p p o t. Im Alter von 100 Jahren und drei Monaten ist hier der ehemalige Böttchermeister Rentier Harris gestorben. Provinz sommern. Stettin. Durch einen Schuß in die rechte Schläfe tödtete sich der in Elisabethstraße 19 wohnhafte Schornsteinfegermeister Hugo Schultz. B a b b i n. Auf dem Gehöfte des Bauern Pahl entstand Feuer, dem eine Scheune und ein Stall zum Opfer sielen. Trotz der sofort auf der Brandstatte erschienenen Löschmannschaften gelang es nicht, die Schafe zu retten, etwa 150 Stück kamen in den Flammen um. Degow. Ein entsetzlicher Unglücksfall hat sich auf dem hiesigen Bahnhofe ereignet. Dem Arbeiter Beyer, welcher bei Gebr. Hausmann Hierselbst beschäftigt ist, wurde beim Abladen von Langholz der Kopf zwischen zwei Stämmen vollständig zerquetscht, sodaß der Tod eintrat. Frauendorf. Dieser Tage wurde eine unterhalb Gotzlow angetriebene männliche Leiche geborgen. Dieselbe wurde als die des seit längerer Zeit vermißten Kutschers Ferdinand Mau von hier rekognoszirt. G r e i f s w a l d. Der ordentliche Professor der Mineralogie an der hiesioen Universität Dr. Emil Cohen ist an Herzlähmung auf der Straße plotzlich gestorben. Cohen ist geboren am 12. Oktober 1842 in Aakjaer in Jütland. L a n k e n. Hier ist das Glasermeister Möller'sche Gehöft (Wohnhaus nebst Stallungen und Scheune) niedergebrannt. Mehrere Schafe und Schweine, sowie eine Anzahl Hühner und Enten sind mitverbrannt. Werthvolle maschinelle Geräthe sowie ein Wagen und Futtervorräthe wurden zerstört. Pyritz. Der durch Ueberfahren schwer verletzte 14jährige Sohn des Gärtners Karl Gadow Hierselbst ist seinen Verletzungen erlegen. Selow. Dieser Taqe brannten Wohnhaus und Stallung der Eigenthümer und Fischer Berlin und Votz nieder. Bald darauf ist ein zum Gute Dahms - Kienwerder gehöriges WohnHaus nebst Scheune abgebrannt. Es liegt Brandstiftung vor. Teschendorf. Hier machte sich in einem unbewachten Augenblick ein kleines Kind des Arbeiters Roßmann an dem Ofen, in welchem ein belles Feuer brannte, zu schaffen. Das Kleid des Kindes wurde von dem Feuer erfaßt, und das Kind erlitt so schwere ranowunoen, datj es bald darauf starb. ?rcVinz djtct'icri. B r e S l a u. Letztens feierte der Polizeigefängniß - Auffeher Wilhelm Görnig sein 25jähriges Dienftubilaum in vollster Nustiqkeit. Dem Jiu bilar wurden mündlich, telegraphisch

IRBlGULAftr XA6GEBAT!0N SUPPRtWIWÄ MAWMCTuaet? S, sou) fr 084 1 I ,wicic I )CA jTENN. ; M RlATMtWöW mtw tHÄTTAMöOCA 13b PrntOn! und schriftlich Glückwünsche überaus zahlreich zu theil. Seine College ehrten den Jubilar durch Ueberreichchung einer werthvollen Wanduhr mit einem Widmungsschild. Dem ersten Assistenzarzt von Professor Bonhoeffer an der irrenärztlichen Klinik und Poliklinik für Nervenkrankheiten der hiesiaen Universität Dr. med. Paul Schröder ist die Lehrbefähigung für ?!rrenkeilkirnde ertheilt worden. Chröder stammt aus Berlin. B a d e w i n. Mit dem Kopte im Wasser liegend wurde der 10 Jahre alte Kolbe aufaefunden. Der sofort herbeigerufene Arzt stellte Wiederbelebungsverjuche an, die aber eNolglos blieben. Man vermuthet, daß der Verunglückte beim Wasserschöpfen einen Schlaganfall bekam. r e r, st a d t. Ein beftiqes GeWitter brachte schwere Blitzschläge. Im nahen Lessendorf schlug der Blitz in die Mühle des Besitzers Sander, ohne daß er irgend welchen Schaden am Mühlwerk anrichtete. Dagegen lag der Müller todt an der Thür mit dem Geficht an der Diele. Ein Brandloch an feiner Mütze sowie die blaue Färbung der Hals- und Rückenwirbelsäure erWiesen, daß ihm der Blitz ein jähes Ende bereitet hatte. G l a tz. Die evangelische höhere Mädchenschule begeht am 8. Juni d. I. die Feier ihres 50jährigen Bestehens, zu der ein reichhaltiges Programm festgesetzt worden ist. Um in der Zukunft der Schule treue Arbeitskräfte zu sichern, ist von der jetzigen Vorsteherin ein Pensionsfonds gegründet worden. Zu Ehren des Gymnasiallehrers Landshoff, der vom hiesigen Progymnasium an das Kgl. Gymnasium nach Lauban berufen wurde, fand in der Mächler'fchen Weinhandlung unter Betheiligung des Lehrercollegiums und Kuratoriums der Anstalt eine Abschiedsfeier statt. Leobschütz. Einen furchtbaren Tod erlitt die Wittwe Hiegel von hier. Sie litt seit längerer Zeit an nervösen Anfällen und war deshalb einige Zeit im Krankenhause untergebracht. In einem Anfalle von Geistesgestörtheit übergoß sie sich mit Petroleum und zündete sich darauf an. Die schnell herbeigeeilten Angehörigen konnten die Flammen nicht mehr ersticken, und die Unglückliche erlag alsbald den schrecklichen Verletzungen. N e u r o d e. Ein Unglücksfall mit tödtlichem Ausgange ereignete sich hierorts. Die Frau des Fabrikarbeiters Wittig, wohnhaft auf der Theaterstraße, begab sich zum Flusse (Walditz), um einige Sachen zu schweifen. Durch einen unglücklichen Zufall stürzte die Frau in das hier nicht besonders tiefe Wasser und muß hierbei infolge eines Ohnmachtsanfalls sofort das Bewußtsein verloren haben. Sie wurde vom Wasser mit fortgerissen und erst später fand man den Leichnam. Strehlen. Die bei dem Gutsbesitze? Arthur Breiler - Friedersdorf beschäftigten Knechte Friedrich Korn und Wilhelm Seidel verunglückten auf dem Wege nach Friedersdorf. Sie hatten das Mobiliar des Lehrers aus Krausenau geholt. Plötzlich scheuten die Pferde. Korn fiel vom Wagen und beide Räder gingen über ihn weg. Provinz 'Fosen. Posen. Der verheirathete Obersteuercontrolleur Pfannenschmidt von der hiesigen Steuerdirektion erschoß sich im Laboratorium des Zollamts. Der Beweggrund des Selbstmordes ist unbekannt. Bromberg. Dieser Tage feierte die Ostdeutsche Maschinenfabrik" die 33jährige Thätigkeit des Pflugmeisters Reh in Gegenwart eines Aufsichtsrathmitgliedes. des Vorstandes, der Angestellten und sämmtlicher Aribeitcr. Bürgermeister Schröder überreichte dem Gefeierten das vKLQsmtxnt Ehrenzeichen, der Aufsichtsrath ein Sparkassenbuch für einen höheren Betrag. Das gesammte Personal wurde uf Kosten der Fabrik bewirthet. M a ß e l. Lehrer Münchow von hier ist nach 46jähriger Dienstzeit,

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Ifisnrunt öe WINE CARDUI tjelirmtshett sollten Der Wine of Cardui ist ein milde Medizin, aber ein wirksames Stärkungsmittel, dessen Erfolg in der BeHandlung der Frauen - Krankheiten unübertroffen ist. Ueber 1.500.000 leidende Frauen sind von Leiden kurirt worden, von denen man gewöhnlich glaubt, daß sie die kostspielige Behandlung eines Spezialisten erfordern, inde.n sie das große Frauen-Stärkungsmittel gebrauchten. Der Wine of Cardui empfiehlt sich für sittsame Frauen mit geringen Mitteln, weil er in der Zurückgezogen, heit zu Hause gebraucht werden kann, ohne sich einer beschämenden örtlichen Untersuchung und gefährlichen Behandlung unterwerfen zu müssen. Die Behandlung ist nicht kostspielig, und jede Leidende kann sie selbst vornehmen. Wenn Sie ein Opfer von Frauenschwäche irgend welcher Art sind, dann ist der Wine ot Cardui die Medizin, die Sie gebrauchen sollten, und Sie können es sich nicht gestatten, die Behandlung hinauszuschieben. Ihr Leiden wird immer schlimmer, nie besser. Der Wine ot Cardui verfehlt nie, selbst das chronischste Leiden der ernstlichsten Natur zu lindern, und in einem aus zehn Fällen bringt es absolute Heilung. 1,500,000 kurirte Frauen empfehlen den Wine ot Cardui. 5ic sollten den Wine ot Cardui geörauchm. Verlangen Sit i(jn heule von Ihrem Spolheker. Alle Apotheker verkaufen H1.00-Flaschen.

von welcher 21 Jahre aus vie hiesige Gemeinde entfallen, in den Ruhestand getreten. Landrath Freiherr v. Schacky überreichte ihm den Adler der Inhaber des Hohenzoller'schen Hausordens. Rakel. Hier ist im A'.ter von 74 Jahren der Rentier und Stadtverordnete Karl Günther gestorben. Als Mühlenbaumeister war er Jahrzehnte hindurch im ganzen Osten bekannt und geschätzt. Seit etwa 24 Jahren war er Stadtverordneter. O st r o w o. Bor einaer Zeit starb im Alter von 12 Jahren Rentier Friedrich, der fast 30 Jahre Mitglied der Stadtverordnetenversammlung und Ehrenmitglied der von ihm vor 35 Jahren mitgegrundeten Freiwilligen Feuerwehr war. S t ö w e n. Hier beschenkte kürzlich die Häuslerfrau Rees ihren Gatten mit Vierlingen, nachdem sie im Jhre vorher Zwkllinge zur Welt gebracht hatte. Mutter und Kinder sollen sich den Umständen nach wohl befinden. Schneidemüh l. Unsere Stadt kann in diesem Jahre das 400jährige Jubiläum als Stadt feiern. Das Bestehen der Stadt als solche ist bereits im Jahre 1505 nachweisbar. Schneidemühl gehörte damals der StaroM Usch an. Welna. Das 16 Jahre aite Kindermädchen Blaszcyack. welches bei dem Besitzer Düsterhöft Hierselbst dient, wurde von Düsterhöft beauftragt, dem Dienstmädchen beim Melken der Kühe zu helfen. Die befohlene Arbeit führte sie aber nur theilweise aus und wurde deshalb von DüsterHöft zur Rede gestellt. Darüber war die Blaszczak so erbost, daß sie dem 8 Monate alten Kinde Kreosot einflößte, um es zu vergiften. Die Menge war aber nur gering, und die sofort vom Arzte angewandten Gegenmittel retteten das Kind vor dem Tode. -Urovinz Sachsen. Magdeburg. Das räthselhafte Verschwinden des Geh. Regierungsraths Wernich, hiesigen Stempelfiskals, konnte trotz der sorgfältigsten Nachforschungen nach dem Verbleib des Vermißten nicht aufgeklärt werden. Wernich war kürzlich in Be gleitung seines Sekretärs in Herzberg a. Elster eingetroffen und hatte die Stempelsteuer - Revision beim hiesigen Magistrat vorgenommen. Während dieser Zeit logirte er im Hotel .Zur Sonnet Nachdem löste er eine Retourfahrkarte 2. Klasse nach Falkenberg mit der ausgesprochenen Absicht, in Uebigau seine Revision fortzusetzen. Der Sekretär wartete jedoch an den folgenden Tagen vergeblich auf die Rückkehr seines Chefs. Ariern. Rektor Bösel von der hiesigen Bürgerschule feierte sein goldenes Amtsjubiläum. B i t t k a u. Der bei der Baggerei beschäftigte Arbeiter A. Garz von hier ist ertrunken. Er hinterläßt Frau Frau und Kinder. E i s l e b e n. Kürzlich wurde in dem Spielberlzischen Teiche Bad Anna die Leiche der seit längerer Zeit verschwundenen elfjährigen Ella Agathe aus Klostermansfeld gefunden. Die ärztliche Untersuchung hat ergeben, daß Selbstmord vorliegt, der jedenfalls kurz nach dem Verlassen des elterlichen Haufes verübt worden ist. Groß - Salza. Der Knecht Schwabe von hier fiel in seinem Ochsenstall aus dem für die wachhabenden Knechte eingerichteten Schwebebett, erlitt einen Schädelbruch und war auf der Stelle todt. Halle. Der bisherige außerordentliche Prof. Dr. Jng. Alwin Nachtweh Hierselbst ist zum etatsmäßigen Professor an der technischen Hochschule in Hannover ernannt worden. Er übernimmt eine neu errichtete Professur für spezielle mechanische Technologie und landwirtschaftlichen Maschinenbau. K r a j . Das seltene Fest der diamantenen Hochzeit beginnen hier die Buntfutz'schen Eheleute. Das kinderlos gebliebene Jubelpaar erfreut sich einer bei dem hohen Alter von 83 bezw. 32 Jahren seltenen Rüstigkeit.

Ilcrnk am unrcchtcn Drtc. 5er kürzlich verstorbene berühmte Astronom Struve, der frühere Tirektor der Sternwarte in Pulkowa bci St. Petersburg hatte einst eine Einladung zu einem großen Abendfeste beim Großfürsten Michael, dem jüngsten Bruder Alexanders II. erhalten. Der Gelehrte liebte diese tollen Feste ohne Ende nicht, aber er sah keine Möglickikeit. auszuweichen. Das gesammte OffizierkorpÄ der Petersburger Garde und die höchsten Würdenträger waren anwesend, alle in großer Gala mit Sternen. Orden und Bändern übersät. Dem Astronomen, der im einfachen Frack erschienen war, wurde es inmit ten solchen Glanzes ungemüthlich, und er zog sich in eine Fensternische zurück. Aber als der Großfürst durch die Reihen seiner Gäste schritt, fiel sein Auge doch auf den einfachen Gelehrten, und er ließ ihn zu sich heranrufen. Wohl merkend, daß man Struve über die Achsel ansah, unterhielt er sich sehr liebenswürdig mit ihm und versprach ihm, ihn in Pulkowa zu be suchen. Struve, bestürzt und verlegen, drückte sich nachher etwas ungeschickt durch die strahlende Umgebung des Großfürsten. Alsbald wurde er ein Gegenstand des Spottes. Man lacht.' über den linkischen Gelehrten, der in einem vornehmen Kreise ungelenk sti wie ein Dwornik (Polizeidiener). Der Großfürst, der das hörte, wandte sich um und fagte lächelnd: Sie müssen Nachsicht mit ihm haben, meine Herren! Der große Astronom ist fo verblüf' gewesen, weil er hier so viele Sterne am unrechten Ort sehen mußte!" Struve war seitdem bei Hofe nie mehr Gegenstand des Spottes. Gute Kczeicr,nung. Freundin: Hier ist Deine Küche?" I u n g e Frau: Ja, und die Schatzkammer der Köchm!" Die Mutter.

H a n n ch e n (weinend): Bleib' doch hier, Mama." M a m a : Laß mich, ich hab' keine Zeit, ich muß in den Kinderhort." Gin eflrnnjr. Junger Dichter: Mein fünfaktigeS Drama hätte ich soweit fertig, jetzt weiß ich aber nicht, wie ich den Helden sterben lassen soll! Freund: Latz ihn Automobil &hmU

D i e Finkenwärder Seefischerei hat in dcn letzten Jahren ganz außerordentliche Verluste gehabt, so daß man vielfach die Ansicht hört, der Fischerberuf in seiner bisherigen Gestalt werde aufhören. Eine jetzt erschienene Zusammenstellung beleuchtet die Gesammtverluste der Finkenwärder und Cranzer Fischerflotte. In den 23 Jahren von 1882 bis Ende April 1905 haben die beiden Fischerflotten 106 Fahrzeuge verloren; diese hatten einen Versicherungswerth von fast 800,000 Mark. Ertrunken sind bei den Verlusten 260 Fischer, die 90 Wittwen und 179 Waisen hinterließen. Das schlimmste Jahr war 1902, in dem 10 Gesammtverluste vorkamen. Diese Zahlen reden eine eindringliche Sprache; die im schweren Beruf verschollenen Fischer standen in der Mehr zahl in der Blüthe der Manneskraft. In Zukunft werden sich hoffentlich die Verluste etwas vermindern, da man endlich erkannt hat. daß die Fischerboote in ihrer bisherigen Gestalt nicht seetüchtig genug sind. Die FischereiVereine und die Seeberufsgenossenschaft wollen neue Bootsgattungen schaffen, die sicherer die See halten als die bisherigen. Auf der prachtvollen Besitzung des Erzherzogs Franz Ferdinand, Konopischt in Böhmen, ist unlängst der 15 Joch große und 12 Fuß tiefe Teich geborsten. Ungeheure Was sermassen ergossen sich in den herrlichen Park und bedrohten in erster Linie die großartigen elektrischen Anlagen des Schlosses, die erst kürzlich mit großem Aufwand hergestellt worden sind und Schloß und Park feenhaft beleuchten Der Erzherzog, der seit Jahren jeine ganze Thatkraft der Ausgestaltung seines schönen Besitzes widmet, leitete die Rettungsarbeiten selbst und war mit Hunderten von Arbeitern am Damm beschäftigt, die Bruchstellen zu sichern. Der Erzherzog hat den werthvollen Besitz vor etwa 15 Jahren für drei Millionen Gulden von der Familie Lobko Witz erworben und gestaltete zuerst nur das Schloß aus, indem er es zur Aufnähme aller Erwerbungen bestimmte, die er im Laufe der Jahre machte. Nach stilgerechtenPlänen wurden Stiegenhaus und Säle dekorirt und ausgeschmückt, bis Konopischt als eines der interessantesten Schlösser Oesterreichs gepriesen wurde. Erst seit seiner morganatischen Verheiratung hat jedoch der Erzherzog es zu seinem eigentlichen Familiensitz erkoren. Bei der Ausgestaltung des Parks war ihm Hauptfächlich darum zu thun, herrliche Fernsichten zu bekommen, und er hat diesem idealen Zwecke im Laufe der Jahre eine Brauerei, eine Zuckerfabrik und eine Meierei geopfert. Die Ufer des Teiches durften ihre ganze romantische Wildheit beibehalten, und die Aussicht von den Ufern auf das Schloß ist eine wahrhaft entzückende. Lammbraten. DaS Fleisch (am besten sind die Hinterviertel) ist zu waschen und mit sauberem Tuche zu trocknen. Dann kommt ß mit.frischer Butter in die Bratpfanne, wird mit 2 Eßlöffeln Salz überstreut, mit Butter, die ein wenig gebräunt wurde, übergössen und muß nun bci schwacher Hitze braten. Erst wenn die Butter in der Pfanne ansetzt, gießt man ein wenig Wasser zu, fügt einige Lorbeerblätter. eine Zwiebel, feingeschnittene Petersilie, Estragon und einige Zweige Beifutz bei und begieht das Fleisch während des Bratens häufig mit Sauce (nach Bedarf muß wiederholt ein wenig Wasser nachgefüllt werden) und nach und nach mit 14 Ouart dickem, saurem Rahm. In 1$. Stunden ist der Braten weich und wird dann gleich so heiß wie möglich zu Tisch gegeben, nachdem die Sauce mit twas Mehl gebunden wurde. Salzkartoffeln dienen als Beigabe. Protest, (am Schwurgericht): Auf diese Aussage gebe ich nichts; der Zeuge ist dafür bekannt, daß er für einen Schnaps einen Meineid schwört!" Zeuge: Das ist eine Lüge, ich trinke gar keinen Schnaps!"