Indiana Tribüne, Volume 28, Number 261, Indianapolis, Marion County, 26 June 1905 — Page 4
Jndtana Tribüne, 2 Juni 1905.
Indiana Tribüne. Hnaug,eben von Ux utenderg Ts. Indianapolis, Ind.
Harrtz O. Xhuvium Präsident. Geschäfts loca I: o. 31 Süd Delaware Straße. TELBPH0NE 69. Er'.cred t the Post Office oi Indianapolis a econd clas matter. Prekstimme Alle Turner find auf'S Höchste befriedigt Über den Empfang, den sie in Indianapolis gefunden haben alte Turne, die schon manche BundeSturn feft mitgemacht haben, erklären ein stimmig, daß dieses Feft in jeder BeZiehung ein Recordbrecher" ist und find enthusiastisch über das Interesse, welch? ihnen von allen Seiten entgegengebracht wird. Ueber die beiden Paraden herrscht nur einstimmiges Lob. und Manche erklaren, daß schon allein der Erfolg dieser Demonstrativ nen genügend für die monatelangen Arbeiten der Jndianapoliser Teutschen entschädigt. Philadelphia Demokrat.Viel Geld wird ausgegeben. Vom geschäftlichen Standpunkte aus be trachtet, erweift sich das diesjährige VundeSturnfeft außerordentlich erfolg ich. Seine unmittelbaren Erfolge für die Stadt lassen sich täglich beobachten. Dazu muß in Betracht gezogen werden, daß die Besucher jeden Tag viele Tausende von Dollars verauöga den. Daß die Restaurationen und Wirthschaften einen großen Antheil da von erhalten, ist selbstverständlich, ündert aber nichts an der Thatsache, daß das Geld in der Stadt bleibt. Die Stadtverwaltung scheint das einzusehen, denn die Polizei drückt jetzt schon manch mal ein Auge zu, wenn die Wirthschaf ten um MiUeBnacht noch nicht geschlossen find. Zu Beginn des Festes wurde das SchließungS-Gesetz ftnkt durchge führt. Ein Kapital wird allein in die Hunderttausende von Postkarten gesteckt, welche von allen Besuchern versandt werden. Ueber 12.000 solcher Karten wurden in den ersten zwei Tagen deS Festes im Deutschen HauS allein der kauft und mit jedem Tage steigt der Verkauf. Die Zahl der bis jetzt angekommenen Fremden wird auf 24.000 geschützt und sie alle find äußerst liberal. Die Jndianapoliser kommen immer mehr zu der Ueberzeugung, daß dies K$r daS großartigste ist, was fte gesehen haben. Besonders die Englisch'Amerikaner find überrascht und zweifelsohne wird das Feft feinen Hauptzweck, Propaganda für das Tur nen zu machen, vollauf erfüllen. Man hatte allgemein etwas Großartiges erwartet, aber etwas Derartiges doch nicht. Was besonders auffällt, ift. daß die alten Herren mit weißem Hauptund Barthaar so stark vertreten find UAd sF-energisch mitmachen". Eincinnati Volksblatt." Nach Anficht der Turnlehrer wird auf dem diesjährigen Feste ibeffer ge turnt als je zuvor, und da wird eS dann so knapp zugehen, daß nur einige wenige Punkte den Ausschlag geben werden. Den Vertretern der deutschen Preffe deS Landes, von welchen sich über 30 hier eingefunden haben, kommt man seitens der Bürgerschaft mit der größten Liebenswürdigkeit entgegen. Heute stellten namhafte Geschäftsleute den Feft'Befchreibern ihre Automobile zur Verfügung, in welchen unter kundiger Leitung gegen 10 Uhr Vormittags ein Ausflug in die Umgebung unternom men wurde, worauf die Gäste bewirthet wurden. Für den Abend wurden fie vom Munk'Verein einaeladen. und eS ift nur schade, daß eS an Zeit zum Genuß der vielen angebotenen Ver gnügungen fehlt. New York. StaatS-Ztg. Eine Aufmerksamkeit, ebenso ange nehmer wie lehrreicher Art erwies der Preffe -Ausschuß der Turnfeftleitung den zahlreichen Vertretern auswärtiger Zeitungen in Gestalt eines Automobil auSflugS nach dem idyllischen Wald Winkel Fairbank. Die Abfahrt er. folgte kurz nach 10 Uhr Vormittags vom Deutschen Hause. Neun der hervorragendften Bürger von Jndiana poliS, E. H. Langen. Fred AyreS. Su. tteeverS, Frank Moore, John Stimmer. Arthur Bonnegut, John Perrin und Henry Severin, sowie die Premier Auto Co. hatten zehn Motor wagm modernsten Typ zur Verfügung gestellt. Die Auto wurden von
ihren Besitzern selbst gefahren. Die Fahrt ging durch den vornehmsten Wohnbezirk im Nordweften der Stadt. Der Woodruff Place, eine dem Wagenverkehe geschaffene, mit Blumenbeeten geschmückte, schattige Blumenallee, machte einen reizvollen Eindruck. Als bie Toff-Töffs mit Getute in rasendem Tempo und fliegenden Turnerwimpeln dahinsauften, erschollen allenthalben von den TroittoirS deutsche Gut Heil. Rufe, selbst auS den Kehlen der Klein ften. (Westliche Post.) Unter den günstigst n Auspizien hatte am Mittwoch daS 29. BundeSturnfeft begonnen, von Tag zu Tag steigerte sich der Enthusiasmus der Besucher von Indianapolis und der nach vielen Tau senden zählenden Besucher der Festftadt. heute aber kam der Glanzpunkt der turnerischen Festlichkeit, und infolge dessen wuchs daS Interesse und die Spannung Aller noch um ein Bedeu. tendes. Zweitausend Turner und Turnerinnen in Reih und Glied zu einer einheitlichen Uebung versammelt zu sehen, war ein Schauspiel, das man eben nur bei einem Bundes Turnfeste genießen kann. Trotz der großen Hitze strömte daS Volk schon zur Mittagszeit nach dem Feftplatze. und die Zuschauerschaft mochte wohl schließlich auf etwa 30.000 Personen gestiegen sein. Es kann schon jetzt mit Bestimmtheit behauptet werden, daß dieses Feft die besten Folgen für die
Turnerei nach ftch ziehen wird. Aber nicht nur in den Vereinigten Staaten allein wird man höhere Achtung vor dieser Errungenschaft der Deutsch-Ame-rikaner haben, sondern auch im alten Baterlande wird man jetzt einen Begriff bekommen, in welcher Weise die Deutschen Amerikas die Gebräuche der Heimath hochgehalten und weiter ausgebildet haben. Westen und Daheim". Der heutige Samstag war der Haupt- und Gala-Tag des 29. Bun-deS-TurnfefteS. Etwa 50.000 Perfo nen erfreuten sich an den turnerischen Uebungen, vor allem an den Glanz nummern deS Nachmittags, Mafien Stab- und KeulenUebungen der 2000 Aktiven und dem Mufter-Turnen der deutschen Riege und jubelten den Jün gern JahnS zu. DaS 29. BundeSrurn feft ift ein unbestrittener Erfolg in turnerischer wie in finanzieller Bezie hung. Die Jeftbehörde erklärte heute Abend sogar, daß ein kleiner finanziel ler Ueberschuß erzielt worden sei. Germania", Milwankee. AlleS Sehenswerthe näher zu beschreiben, würde ja zu weit führen, und da will ich nur eines hervorheben, daS Deutsche HauS". Etwas Derartiges findet man eben einfach nirgends in den Vereinigten Staaten. N. I. Freie Zeitung." Das älteste Schiller.Denkmal der WMU Es ist nicht allqemein bekannt, daß sich das älteste Schiller - Denkmal in den baltischen Provinzen befindet. Das Monument besteht aus einer auf einem Sockel sich erhebenden, ornamentut abschließenden Säule aus sögenanntem Oesel'schen Stein und steht in den Parkanlagen der der Baronesse Elisabeth v. Uexküll zu Schloß Werder gehörigen Insel Pucht in Estland. Das Denkmal, das im Jahre 1813 von dem Großvater der gegenwärtigen Besitzerin, Thüre v. Helwig. errichtet worden ist. weist auf der Vorderseite folgende Inschrift auf: Die Dichtkunst reicht dir ihre Gött. rechte, Schwingt sich mit dir den ew'gen Sternen va, Mit einer Glorie hat sie dich umgeben, Du schufst für's Herz, du wirst im sterblich leben." Auf der Rückseite stehen die Worte: Dem Andenken Friedrich v. Schil-ler's,-Teutschlands erhabenem Dichter und Liebling der Musen, gewidmet 1813." DaS älteste Schiller Denkmal in Deutschland soll 1827 errichtet worden sein. Unter den Luftschifferinnen, deren es jetzt innerhalb und außerhalb Deutschlands schon eine erhebliche Zahl giebt, dürfte eine sechzigjährige Dame wohl ;nc Seltenheit sein. Frau A. Kröplin, Mutter deS Oberleutnants Wolff von den OlgaDragonern, stieg in Gesellschaft ihres Sohnes in Charlottenburg mit einem Ballon auf, den Hauptmann von Kehler vom Lufrschifferbataillon, begleitet von feiner Gattin, führte. Die Fahrt währte 212 Stunden, erstreckte sich 90 Kilometer weit bis nach Altenklitsche nordwestlich Genthins und erreichte 1800 Meter Höhe. Die Landung ging gut von Statten; aber der etwas schwierige Aufstieg vom engen Hofe der Charlottenburger Gasanstalt auS hatte bei starkem, böigem Unterwind den Muth der Damen auf die Prob aestellt. die sie trefflich bestanden.
GlänzcndcrAbschlußdcsBundcsturnfcstcs Im schönen Germania-Park Eine riesige Menschenmenge füllt die Anlagen.
Preisvcrleihung Ein herrlicher Sommertag begün stigte das große Waldfeft im Germania i Park, wo am Abend die Preisver leihung stattfinden und das erfolgreiche Feft gekrönt werden sollte. Unzählige Menschenmengen strömten in Privat fuhrwerken, Straßenbahnen oder zu Fuß dem Germania Park zu. Der selbe war in festlicher Weise geschmückt und überraschte durch die Schönheit seiner Anlagen die Turnfeftgäfte. Letztere zogen Vereins weise in den Park ein und suchten alsbald ihre ihre Hauptquartiere auf, welche in fürsorglicher Weise vom Waldfeft-Comite, BorfiPender Fritz Francke für fie errichtet waren. Ein luftiges Leben entspann fich bald allerorten, die Vereine statteten einan der freundschaftliche Besuche ab. Mufi! und frohe Lieder erklangen überall. Eine fröhlichere Menschenmenge ift wohl noch nie zuvor beisammen gewesen. Die älteren Turner suchten ihre Bekannten von früheren Turnfesten aus und er neuertcn alte Freundschaften. Die jün geren Turner schloffen Kameradschaften mit Turnerbrüdern aus auderen Städten und ein herrliches Einvernehmen wie nur deutsche Feste es hervorbringen können, war überall bemerkbar. Kein einziger Mißton machte fich in dem Menschengewühl bemerkbar, wohin immrr das Auge blickte, gab es nur Frohsinn und Festesfreude. Gegen 4 Uhr Nachmittags trafen die Mitglieder der deutschen Riege, geführt von den Herren Armin Bohn und Albrecht Kipp. ein. Eine Musikkapelle empfing die lieben Gäste am Parkeingange. Ihr Einzug glich einem Tri umpdzug, so jubelten ihnen die schon anwesenden Feftgäfte entgegeu. Wie auf dem Turnfelde so waren auch im Germania Park die deutschen Turner der Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit. Preisverleihung. Bundessprecher Lieber und andere Herren von der Feftbehörde versammelten fich gegen 6 Uhr auf der zum Zweck der Preisverleihung errichteten Platform und man erwartete mit Ungeduld die Ergedniffe. Leider stellte eS fich bald heraus, daß eine vollständige Lifte der Sieger nicht bekannt gemacht wer den könne. Eine große Enttäuschung war im Publikum bemerkbar, als dies bekannt wurde. Doch wurde beschlossen, wenigstens den Siegern im Volks und geistigen Turnen die Diplome zu überreichen. Der erste Sprecher Tunter Lieder ergriff das Wort. Er sprach herzliche Worte der Begrüßung an die Anwesen denden und gab seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß eine Verzöge rung in Bekanntmachung der Sieger durch von einigen Gehilfen des Be-rechnungS-AuöfchuffeS gemachten Irrthümer unvermeidlich gemacht wor den fei. Turner Henry Suder von Chicago ergriff nun das Wort. Auch er gab seinem Bedauern über die Verzögerung Ausdruck. ES hätten fich aber Fehler in der Berechnung eingeschlichen, welche eine sorgfältige Prüfung der gemachten Berechnungen nöthig mache. ES wurden jedoch die Ergedniffe. die soweit korrekt befunden wurden, be
- '4ttffetf&& '3 jit.. . . ji ' ''H HHfc 4mm. Jt - jt. M , SSK asuKr -H Hül ? I Wjp J 4Ü .
verschoben wegen irrthümlicher Berechnungen.
kannt gemacht und den Siegern ihre Diplome Überreicht. Er verkündete sodann die Namen der folgenden Sie ger im geistigen Turnen. Literarische Aufgabe. 1. Preise. Adolph Varrelmann. Nord Cincinnati Turnverein. Hans Ballin, SonntagS'Schulverein, Southwark, Philadelphia. Fritz Krimmel, Bloomingdale, N. Y. geistige Bestrebungen. 1. Turnverein Milwaukee. 2. Turn-Berein Vorwärts, Chicago. 3. Allegheney Turn-Verein. 4. Turn und Gesang'Verein Mc Keeöport, Pa. 5- Turnverein Shenectady, New York. 6. TurnBerein JohnStown, Pa. SchulauSftellug. (Weibliche Handarbeiten.) 1. Turn-Verein New York. 2. Turn-Gemeinve Philadelphia. Schriftliche Arbeiten. 1. Turnverein New Sßoxl. 2. Philadelphia Turngemeinde. Sonntagsschul Ausfiell u n g. Freifinnige Sonntagsschule des Sozialen Turnvereins von Indianapolis. P r e iöde klamiren. 1. N. C. F. Stahl. San Francisco. 2. Rudolph Stamm, Vorwärts, Brooklyn. 3. Christ. Riebsame, Bloomington. Jlls. 4. Rud. Bier. Chicago Turnge meinde. 5. Alfred Trofchel. Sozialer Turn verein Chicago. 6. F. A. Lenz. Louisville Turngemeinde. Fünfkampf. 1. Preis. LouiS Mang.MelroseTurn verein, New York City; 2 PreiZ, W. A. Merz. Concord'a. St. LouiS; 3. PreiS: ThoS. Ernst. Socialer Turnverein, Cleveland; 4. Preis, Max Emmerich, Socialer Turnverein, Indianapolis; 5. Pri. Fr. Engelhardt, Melrose Turnverein, New York City. Gewichtftemmen. 1. Preis, S. Chriftoffer, Einig keit, Chicago; 2. Preis, Wm. Rohman. Vorwärts. Brooklyn; 3 Preis. B. Riebau, Bahnfrei, Milwaukee; 4. Preis, Wm. Sexauer, Concordia, St. LouiS. Keulenschwingen : 1. Preis, Edw. Lemming, Vorwärts, Cleveland; 2. Preis, Emil Boigt, Concordia, St. Louis; 3. Preis, Ar. thur Schiel, Nord Cincinnati. 2 20 Yard Wettlauf: 1. Preis, Walter Kellenberg, Arbeiter Turnverein, Boston; 2. Preis, John Schießler, St. Louis; 3. Preis, Charles Eberhardt, Süd St. Louis. Hindernißlauf: 1. Preis. ChaS. Eberhardt. Süd Et. LouiS ; 2. Preis, Walter King. Vor wärtS. Elizabeth. N. I.; 3. Preis. Iahn Mulvane, Wilmington, Del. Staffettenlauf. 1. Preis, Central. Chicago; 2. Preis. Concordia, St. LouiS; 3. Preis, Alle Stabübungen der St. kouifer.
gheny. Pa.; 4. Preis, Milwaukee; 5. Preis, Socialer, St. Louis. Florettfechten. C. Waldboß, Chicago Turnge. meinde: Hy. Kraft. Vorwärt, Chi cago; B.Maroney, Springfield. Maff.; L. O. Greiner. Chicago; F. C. Twint, Baltimore; Walter Thieß, Vorwärts, Chicago; W. Hagen, Concordia, St. LouiS; Fred. Uebel. Rochefter. N.
W. Chapman. Nord Cincinnati; A. H. Glaser, Vorwärts. Chicago; F. W. Marona. Springsield, Maff. Säbelfechten: I Hy. Kraft, Vorwärts. Chicago. W e i t s p r u n g : 1. Preis. Fred. Engelhardt. Melrose Turnverein. New York, 22 Fuß 1 Zoll; 2. Preis, Max Emmerich. So cialer Turnverein, Indianapolis, 21 Fuß 5 Zoll. I 100 Yard W e t t l a u f : 1. Preis. Fred. Engelhardt. Mel. rose Turnverein, New York, 10 4jl0 Secunden; 2. Preis, Hy. Mundt, Central, Chicago. Glückliche deutsche Turner. Die Mitglieder der deutsche Riege Theodor Braudendurger, Hermann Kuhr und Schirmer und Berger waren überglücklich, als ihnen im Germania Park die Nachricht wurde, daß fie hochwichtige Preise errungen hatten, und zwar im : Schnellhangeln. Theo. Brandenburger, 2. Preis. Hochsprung. Herman Kühn, 2. Preis. Stabhochsprung. Schirmer und Berger. 1. und 2. Preis. Die Genannten wurden natürlich von allen Seiten beglückwünscht und Prof. Keßler sah freudestrahlend auS. als er seinen Turnern die Hand drückte; selbstverständlich werden bei der offiziellen Preisverleihung auch noch andere ehrenSwerthe Preise den Mitgliedern der deutschen Riege zufallen. Nachdem seit Samstag Abend daS Berechnungs'Komite mit kurzen Unterdrechungen an der Feststellung des Re sultats gearbeitet hatte stellte fich kurz vor Beendigung der Arbeiten heraus, daß fast alle Berechnungen falsch waren. Telephonisch wurde beim technischen Komite angefragt, waS dieselben in der Sache zu thun gedachten und wurde beschlossen, die Berechnungen vom Neuen aufzunehmen; natürlich werden die Resultate jetzt erst nach etlichen Tagen bekannt werden. Die fremden Turnergäfte waren selbstverständlich enttäuscht als diese Nachricht einlief, mehr aber noch die Vertreter der auswärtigen Zeitungen. Aber als denselben bekannt gegeben wurde, daß Feft-Sekrelär Stempfel feft versprochen habe, die volle Preislifte, sobald! wie fertig der Affociirten Preffe zur Uebermittelung an die deutschen Zeitungen, welche zumeist mit grasen Ausgaben ihre Vertreter nach IndianapoliS gesandt hatten, damit fie ihren Lesern daS Hauptergedniß, nstm lich die vollständige Lifte der Preisverleihungen berichten können, stellte fich gute Laune wieder her.
Die T u r n e r-P i 0 n i e r e. Nachdem Vormittags noch das Volks turnen einige Stunden fortgesetzt, kam damit das BundeSturnfeft zum Ab fchluß. Mittags hielten die TurnerPioniere eine kurze Versammlung ab, in welcher Herr Heinrich Huhn von Milwaukee einstimmig als Präsident wieder gewählt wurde und Herr F. B. Becker von St. LouiS als Schrifewart. Eine ganze Anzahl eingelaufene Briefe und Telegramme von Turner-Pionie-ren, die verhindert waren, am Bundes turnfeft theilzunehmen, wurden ver lesen und setzten fich dann bie alten Herren gemeinschaftlich zu Tische. bi welcher Gelegenheit Herr Huhn und später Herr Keßler, sowie 0rn Emil Höchster Ansprachen hielten; vorher hatten fich die Pioniere vor dem Iahn-
Monument, gegenüber dem Deutschen Hause aufgestellt, um fich zusammen photographiren zu laffen. Nachmitt ags strömten Die Pioniere hinaus ins Freie, nach dem schönen Germania Park, wo ein großes Volksfest für die Turner und Gäste stattfand. Das Wetter war geradezu ideal, abgesehen von der großen Hitze, aber wenn man erst mal im Parke war, konnte man fich im Schatten der Aäume erquicken. Die drei Straßenbahn - Linien, welche nach dem Park hinausfahren, waren alle bis zur äußersten Faffungskraft in Anspruch genommen, die Tausenden und aber Tausenden von Paffagieren hin auszubefördern. Beim Park wurden die Pioniere und ihre Gäste von Mufik in Empfang genommen und unter den Klängen eineS ftotten Marsches wurden dieselben durch den Park nach dem für fie bestimmten Platze geleitet. Bald entwickelte fich ein luftiges Leben und Treiben, eS wurde gesungen, gescherzt und getrunken und alle amüfirten fich auf'S Befte. Allgemeiner Feft jubel herrschte, alle waren entzückt von den schönen Tagen die fie hier verbracht hatten, und bedauerten nur, daß die sell en so schnell verflogen waren, und wieder an die Heimreise gedacht werden mußte. Manche hatten die Abreise schon gestern Abend angetreten, andere reiften heute im Laufe des Tage ab. die Mehrzahl der Gäfte wird aber noch einige Zeit verweilen. Beim Vice p räsi den ten. DaS Comite der Vertreter der Auswärtigen deutschen Zeitungen folgte gestern Mittag der liebenswürdigen Einladung des VicePräfidenten Fari banks zu einem Besuch in seinem Heim an der Nord Meridian Str. Mit gewohnter Liebenswürdigkeit empfing Herr Fairbanks und sein Sohn Fredrick die Delegation. Nach kurzem Geplauder, während dessen der Vice-Präfidenten zu den Vertretern der Preffe nochmals in enthusiastischer Weise über die Vorzüglichkeit des deutschen TurnwesenS und inöbesondere über den herrlichen Verlauf des BundesturnfefteS sprach, wurde ein Imbiß servirt. Wm. Rieß, von seinen Kollegen dazu delegirt, richtete einige Worte deS Dan keS an Herrn Fairbanks über den liebenswürdigen Empfang, auf welche der VicePräfident antwortete. Nachdem die Anwesenden fich noch eine Weile in ungezwungener Weise unterhalten hat ten, verabschiedeten fie fich von dem Gastgeber, um fich zum Germania Park zu begeben. Anwesend waren: E. Richter, ..New York Staatzeitung"; E. von Maffow. Illinois Staatözeituug"; Dalfer Doellingen, Milwaukee Germania"; Wm. Werkshagen, Westliche Post" St. LouiS; H. H. Forkmann, Mayville WiSc., (Milwaukee Herold"); H. von Hundelshausen, Newark, N. I.; H. O. Thudium und Wm. Rieß, Täglicher Telegraph", Indianapolis, sowie auch Gustav Brauer, Cincinnati VolksMatt". Der BerechnunS-AuS-f ch u ß. Die Herren vom BerechnungS'AuS schuß, welche gegen so widrige Umstände ankämpfen mußten, waren heute bis nach Mitternacht noch bei der Arbeit. Sie werden wie fte hoffen noch heute Abend mit der Berechnung fertig sein und daS Ergebniß sodann der Affociirten Preffe übergeben. Für die besten Zelte. Die Preisrichter für befteingerichtete Zelte haben die Zelte vom Süd St. LouiS Turn-Verein, dem Dayton und Nord Cincinnati Turn-Verein als befte einberichtet und werden den genannten Bereinen jedenfalls die Preise zufallen.
