Indiana Tribüne, Volume 28, Number 261, Indianapolis, Marion County, 26 June 1905 — Page 3

Jndianck Tribüne, 26. Juni 1905

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Leidige Marokko-Frage Schwebt noch immer wie eine dunkle Wolke über dem ftanzösischcn Himmel. Auch in Teutschland ist man etwas pessimistisch geworden. Teutscher Passagierdanlyfer von britischem Kreuzer zum Sinken gebracht. Stärke der Armeen in der Mandschurei.

Frankreich. Mahnung zur Ruhe. Pari, 25. Juni. Eine Antwort Deutschlands auf die französische Note in der Marokko-Frage ist noch nicht eingetroffen und der weite Raum für Vermuthungen wird weidlich ausgenutzt. Wenn sich die Aufregung auch etwas gelegt hat, ift die Beforgniß doch immer noch groß. Die Presie fahrt fort, zur Ruhe und Vertrauen zu mahnen. Es wird geltend gemacht, daß die Verhandlungen seither in höflichster Form geführt wurden und daß von beiden Seiten offendar alle Anstrengungen gemacht werden. eine friedliche Vereinbarung zu erreichen. Staat und Kirche. Paris. 25. Juni. Nachdem die Deputirtenkammer die streitigen Punkte in dem Gesetze über Trennung von Staat und Kirche erledigt hat, die sich auf Verwaltungsbehörden für Kirchen eigenthum bezogen, kann die Dcbatte als geschloffen betrachtet werden. Deutschland. MarokkoFrage. Berlin. 25. Juni. Das RiSkante der MarottoFrage wird selbst in denjenigen Kreisen freimüthig zugegeben, die bisher auf eine glatte Verftündigung zwischen Deutschland und Frankreich gebaut hatten, oder eS doch nicht Wort haben wollten, daß ein ernster Konflikt aus dem Marokko Disput entstehen könnte. Am meisten rechnet man hier mit der Gefahr, daß an der marrokanischen Grenze Zusammenstöße mit den Iran zosen absichtlich herbeigeführt werden könnten, und daß dann kein Halten mehr sein wird. Aber auch ohne dieS wäre die Gefahr groß genug, wenn einerseits Frankreich seine Ansprüche in der Hauptsache aufrecht erhält und England andererseits seine Hetzereien und Intriguen fortsetzt. Man verkennt hier ferner nicht, daß die Sachlage, welche in neuester Zeit bereits zweimal einen deutsch-englischen Konflikt zu entfeffeln gedroht hat, im Wesentlichen noch fortbesteht, und daß die englische Diplomatie bei geeigneter Gelegenheit stets durch den Wunsch be einflußt wird, Deutschland in d r Ver folgung seiner Handels-, Kolonial und Flotten.Politik aufzuhalten und eS womöglich in eine Falle zu locken, aus der eS sich nur durch einen Krieg gegen eine Koolation mehrerer anderer Machte befreien könnte. Mit größter Spannung sieht man hier der Antwort der deutschen Regierung auf die französische Note entgegen. Man verhehlt sich nicht, daß eS sehr wesentlich von dem Ton dieser Antwort abhängen wird, ob eine unmittelbare Verschärfung der gegenwär. tigen heiklen Situation eintreten wird. 60 - jähriges Dienftjudilüum. B e r l i n, 25. Juni. In geistiger uud körperlicher Rüstigkeit beging heute Generalleutnant a. D. v. Eonring die Feier seines sechzigjährigen DienftjubiläumS. Dem verdienten Veteranen wurden namentlich aus den Reihen des Offizierkorps schmeichelhafte Ehrungen zu theil. Rußlandbezieht vonAmerika und Deutschland Lokomotiven. B e r l i n. 25. Jan. W'e aus St. Petersburg gemeldet wird, hat der Verkehrsminifter Fürst Chikow den Bau von 1136 neuen Lokomotiven angeordnet, deren Lieferung an Firmen in den Ver. Staaten und Deutschland vergeben wird. Die deutschen Streitkrüfte in O ft a sie n. B e r l i n , 25. Juni. Betreffs der deutschen Streitkrüfte in Oftafien find neuerlich Verfügungen getroffen, von denen erst ein Theil bekannt gegeben wird. Die Londoner Meldung, daß die in China weilenden deutschen Trupj

pen sammt und sonders zurückgezogen werden sollen, entbehrt der Begründung, und wird heute Abend auSdrücklich dementirt. Die Dispositionen be-

I treffen ausschließlich die Seestreitkräfte in Oftafien und Hüngen mit Neuar rangements' der aktiven Schlachtflotte zusammen. ES sollen im Herbst zwei Schlachtge schmader von je acht Schiffen formirt werden, zu welchen nicht weniger als fünf Flaggoffiziere gehören werden. Beide Admirale des oftafiatischen Kreuzergeschwaderg, VizeAdmiral . Prittniß und Gaffron und Kontre-Admiral Graf v. Moltke, werden heimberufen. Der eine wird durch den Kontre-Admi ral Breusing ersetzt, während die andere Ernennung noch nicht getroffen ift. Internationale Gaunernerbande aufgehoben. Köln, 25. Juni. Die hiesige Po lizei hat eine internationale Bande von Einbrechern und Taschendieben aufge hoben, welche die gemachte Beute in Europa und Amerika absetzte. ES sind auch verschiedene Hehler der Gauner in Haft genommen. Kulturkamppf in Württ e m b e r g. Berlin, 25. Juni. Die Besei tigung der Konfessionsschulen, eine der Folgen der Annahme der württembergi schen Schulnovelle, hat in der ganzen Provinz böses Blut gemacht und nun schiebt man allgemein die Schuld auf die Sozialisten. Zwar war es die Regierung, die zuerst die Vorlage in unveränderter Form empfahl, als aber mehrere jüdische und protestantische Vereine für eine Abänderung eintra en, daß konfessioneller Unterricht in solchen Schulen gewährt werde, die mindestens fünfzehn v. H. Protestanten oder Juden unterrichten, weigerten die Rothen sich, diesem Plan ihre Hilfe zu leisten sondern bestanden ihrerseits auf Etablirung konfessionsloser Schulen. Dieser Zwist unter den Gegnern der Vorlage half ihr zum Siege. Eine Petition an den König ist nun von den israelitischen Vereinen Württembergs im Umlauf gesetzt worden. Auch inAfrika stänkert England. B e r l i n, 25. Juni. Aus verlaßlichen Berichten läßt sich ersehen, daß bei Aufstand in Afrika wiederum wei tere Kreise zieht und die kürzlichen Niederlagen der Schwarzen die Tage des Friedens keineswegs näher gebracht ha den. Hendrik Witboi und einige an dere Hottentottenkapitäne, die sich zur Zeit in Britisch-Betschuana Land befin den sollen, wie vom Schlachtfeld gemel det wird, dort ihre Truppen sammeln und obwohl man erwarten sollte, daß seitens der britischen Regierung diesem Thun der Riegel vorgeschoben würde, nimmt ihre Agitation unbehinderten Fortgang. Leider ift die deutsche Regierung nicht im Stande, offiziell zu proteftiren, denn unwiderlegliche Beweise von solchem ..schweigenden Verrath" Englands liegen nicht vor. Was man bisher er fahren hat, erhellt aus Privatdriefen von Offizieren und Soldaten. Wohl aber sind an die Kommandirenden Befehle ergangen, die Gerüchte zu unter suchen und an die geeignete Stelle Bericht zu erstatten. Sollen die Nach richten sich als wahr erweisen, so dürfte eine energische Note nach London abgeben. Büffets. Hannover, 25. Juni. Die Militärbehörden haben die englischen BüffetS" unter Acht und Bann erklärt. Es find das Lokale, die dem amt.ikani' schen Beispiel nachäffen und sogenannte Bars" betreiben, unter deren Schutz sich Szenen ereignen, die selbst in den alten NachtcafeS kaum geduldet werden würden. In einem dieser Lokale, das sich Das englische Büffet" nennt, er eignete eS sich kürzlich, daß drei Offi ziere, einer davon ein Oberleutnant, drei Freiwillige und vier Frauenzim mer in einen Streit geriethen, der in eine Schlügerei ausartete. Dem Berbot, dieses Lokal zu betreten, folgte ein

Protest seitens eines Offiziersvereins und eine Untersuchung wurde eingeleitet, welche nun sämmtlichen Militärs die Thüren aller BüffetS" schließt. Einzelheiten über den Skandal find nicht erhältlich, doch sollen, laut einem

Gerücht, die drei Offiziere dem höchsten Adelstand angehören. Zeitgemäße Mahnung. Berlin, 25. Juni. ReichSkanz ler v. Bülow und der französische Bot schafter Bihourd hatten heute eine Konferenz. Die Zeitungen fahren fort daS Verhältniß zu Frankreich in etwas erreg tem Tone zu besprechen. Die Norddeutsche Zeitung" erklärt, daß in Rouvier's Note die französische Repub. lik keinen bestimmten Sandpunkt zu einer Konferenz einnimmt und daß daher die Lage nicht klarer geworden sei. Vielfach schieben die Zeitungen die Verantwortlichkeit für die gegenwärtige Kriegspanik der britischen Presse zu. Die Nationalzeitun" richtet an Frankreich eine feierliche Mahnung, daß ein deutsch - französischer Krieg nicht durch ein Trasalgar, sondern auf sran zöfischen oder deutschen Schlachtfeldern entschieden werden würde. Oefterreich'Ungarn. Der Kampf dauert fort. Wien. 25. Juni. Das Ende der ungarischen Wirren ift in meitererFerne als je. Durch das dem neuen Kabinet bei seinem ersten Auftreten im Abgeordnetenhause unter selbst in dieser Kör Perschaft unerhörtem Radau ertheilte Mißtrauensvotum gezwungen, über reichte Premier Fejervary dem König Franz Jofeph feine Resignation. Die selbe wurde jedoch nicht angenommen. Das bedeutet, daß die Krone entschlossen ist, sich der Opposition nicht zu beugen und den Kampf fortzusetzen bis zum bitteren Ende. Der Schauplatz des Konfliktes hat sich in den letzten Wochen von Budapest nach den ländlichen Komitaten verschoden. Die Führer der Koalitionsparteien find daran, überall eine Art von passivem Widerstand gegen die Krone zu organifiren und die ganze Regierungsmaschine lahm zu legen. Allem Anschein nach hat die Opposition mit dieiem Schachzug Erfolg, denn in den letzten Tagen haben bereits 37 Obergefpane ihr Amt niedergelegt. DemonftrationDeutfcher in Troppau. Wien, 25. Juni. Bei der Sonnwendfeier in Troppau, Oefterreichifch' Schlesien, kam es zu großen Demonftrationen der Deutschen gegen die Regierung und das Ministerium Gautsch. Die Kundgebungen find um so bemerkenSwerther. als der Landesprüfident Graf v. Thun der Feier beiwohnte. Spanien. Schiffskollision. Ferrol, 25. Juni. Der britische Kreuzer Cararvon rannte bei Kap Prior heute Morgen am 4 Uhr gegen den Dampfer Codlenz vom Norddeutschen Lloyd. Die Passagiere wurden auf den Kreuzer tranSferirt, der den Dampfer ins Schlepptau nahm und hierher brachte. Der Kreuzer erlitt nur geringe Be schädigungen, aber die Eoblenz wird ins Trockendock gebracht werden müssen. Rußland. Krawalle in P olen. Lodz, 25. Juni. Der Kampf zwischen Streikern und Militär ift in der Haupsache vorüber, doch kommt eS in den Vorstädten noch hie und da zu Krawallen. Zu Boluty tödteten Kossacken eine jüdische Familie von 5 Personen, die in einer Droschke nach dem Bahnhof fuhr. Zu Pabjanice wurde von Arbeitern ein Polizist getidtet, ein anderer verwundet. Von Lodz findet ein allgemeiner AuSzug statt. ES find bereits '.2,000 Perfönen abgereift und alle auslaufenden Züge find überfüllt. Mehrere hervorragende Bürger tele g?aphirten heute Abend Gen. Shuftom, und ersuchten ihn um Schutz gegen die brutalen Soldaten, speziell gegen Kollacken. Der General versprach schuldige Soldaten zu strafen, verlangt aber Zeugen gegen die Frevler. Kämpfe in der Mand schüret. St. Petersburg, 25. Juni. Der Zar hat von Gen. Linevitsch fol ßende Depesche erhaltenIn der Stellung der Armeen ift Veränderung eingetreten. .Nach dem javanischen Vormarsch gegen unsere rechte Flanke, ging er auch

gegen unsere Front östlich von der Eisenbahn bor. Die Kossacken weichen vor der Uebermacht langsam zurück. ..Nachdem am 19. unsere Kavalleue Verstärkungen erhalten hatte, hielt sie dem Feinde stand und dieser zog sich schleunigst nach Süden zurück Am 26. besetzte unsere Kavallerie ihre früheren Stellungen an der Man-darinen-Straße. Um 9 Uhr Vormit tags an demselben Tage, machte japanische Infanterie einen entschlossenen Vorstoß gegen Gujichi. Am Mittag zogen sich unsere Leute nördlich von Guyichi zurück und die Vorposten be setzten die Höhen nördlich von Schi

schisa, mußten aber schließlich vor der Uebermacht bis zu Liao Enjao zurückweichen. Später wurde ermittelt, daß zwei Regimenter feindlicher Infanterie und zwei Regimenter Kavallerie mit Geschützen verschiedener Art auf der Mandurinenftraße vorgerückt waren. Australien. Einladung sürAmerikaner. Melbourne, 25. Juni. Die Regierung deS Kolonialverbandes hat Sekretär Taft eingeladen, mit seiner Familie und Frl. Alice Roosevelt bei Gelegenheit seiner Philippinen-Reise Australien zu besuchen. Japan. Russen zurückgeschlagen. Tokio, 25. Juni. Aus der Mandschurei wird gemeldet: Die feindlichen Truppen, welche die Höhen nordwestlich von Manchenzou besetzt hatten, wurden am Nachmittage des 22. Juni von dort vertrieben. Eine andere Abtheilung Russen, welche die Hügel nördlich von Manchenzou besetzt hielt, wurde in der Front und auf der linken Flanke angegriffen. Sie bewerkstelligte ihren Rückzug nur mit großen Schwierigkeiten; 50 Todte blieben auf dem Kampfplatze zurück. Friedenskonferenz. St. Petersburg, 25. Juni. Die Vorverhandlungen für die Friedenskonferenz find einen guten Schritt vorwärts gekommen. Der Regierung ift ein Datum für den Zusammentritt der Konferenz vorgeschlagen worden und sie hat dasselbe nun in Erwägung gezogen. Das genaue Datum der Konferenz ift nicht bekannt, aber man nimmt an, daß eö nach d.r ersten Woche deS August ift, da die japanischen Vertreter nicht früher in Washington anlangen können. Die Antwort deS Zaren auf den Vorschlag ift nicht vor 1 2 Tagen zn erwarten, da die diplomatischen Mühlen Rußlands sehr langsam laufen und daS auswärtige Amt nicht an amerika nische Amt nicht an amerikanische Methoden gewöhnt ift, wie einer der Beamten sagte. Man glaubt aber, daß daS Datum Rußland genehm fein wird, daß es ihm Zeit giebt, seine Ver treter nach Washington zu schicken. Ob das Datum von Tokio oder von Washington vorgeschlagen wurde, ift nicht zu ermitteln, aber da die Ver Handlungen durch Botschafter Meyer vermittelt wurden, nimmt man an, daß Präsident Roosevelt den Vorschlag machte, besonders da keine der beiden Mächte den ersten Schritt thun wollte. Die Verhandlungen Botschafter Meyer'S mit dem Minister des Aeuße ren von LamSdorff erfolgen schriftlich, da der Minister noch immer an's Zimmer gefesselt ift. In seiner letzten Mittheilung sprach von LamSdorff die Hoffnung aus, daß er heute im Stande sein werde, die Verhandlungen mündlich zu führen. Oyamahat mehr Leute wie Linevitch. St. Petersburg, 25. Juni. Ruski Invalid" das russische Armee Organ erklärt sich für Frieden, da Feldmarschall Oyama'S Heer dem des Gen. Linevitch numerisch bedeutend überlegen sei. DaS Blatt schätzt die japanische Armee in der Mandschurei auf 500.000600.000 Mann, die ruffische nnter Gen. Linevitch auf 430, 000450,000. Ostindien. Britische Schiff versenkt. S i n g a p o r e , 25. Juni. Der Dampfer Jkhona der British Jndia Steam Navigation Co." wurde 150 Meilen nördlich von Hongkong am 5. Juni von dem russischen Kreuzer Terek zum Sinken gebracht. Die Beman nung wurde heute Abend hier von dem holländischen Dampfer Perlak gelandet, der den Terek am 19. Juni traf. Die Jkhona hatte Post und Reis für Pokohama an Bord.

Die Fabrikation von Perlketten.

Perlketten, wenigstens solche aus echten Perlen, die aus den bekannten Perlmuscheln stammen, sind ein sehr seltener und kostspieliger Schmuck. Denn echte Perlen, die auf dem Wege der Perlfischerei in den Gemäuern der südlichen Oceane (Persien. Ceylon, Amerika und Auttrcilien), zum Theil auch in Flüssen gewonnen werden, finden sich nur in beschränktem Maße und beanspruchen einen recht hohen Preis, so daß Schmuckgegenstände, aus ihnen hergestellt, recht kostbar und nur sehr begüterten Leuten zugänglich sind. Nun sind aber gerade Perlketten ein schon seit alter Zeit äußerst beliebter Schmuckgegenstand unserer Damen, und diesem Bedürfniß dient eine weitverzweigte Industrie, die sich schon im Mittelalter mächtig hob und heutzutage einen großen Umfang angenommen hat. Sie stellt künstliche Perlen auf verschiedenen Wegen her, und die gangbarsten Artikel sind zurzeit die Perlen aus Wachs, Glas und Holz. Wachsperlen sind kleine Kügelchen aus ganz dünnem Glas, ausgekleidet mit Perlenessenz und dann mit Wachs gefüllt; sie wiegen sehr leicht. Es wird lnteressiren, zu hören, daß die Perlen essenz das Destillat der Schuppen eines Fisches, des Ukeleis, ist. Sie verleiht den Perlen eine täuschende Aehnlichkeit mit natürlichen Perlen, und je nach dem Grade dieser Ähnlichkeit bemißt sich auch der oft recht hohe Preis der Wachsperlen, auch Fischperlen und Bourguignons genannt. Ihre Erfindung durch Jaquin datirt um 1656. Die Fabrikation war lange Zeit Geheimniß. ihr Hauptsitz ist jetzt in Paris, Straßburg, Schwäbisch-Gemünd, Wien und Venedig. Glasperlen werden aus dünnen Glasröhrchen geschnitten und dann mit Kalk und Kohle geschliffen. Berühmt sind die großen Glasperlenfabriken des kleinen Marktfleckens Murano auf einer Insel in den Lagunen von Venedig, deren kunstvolle Fabrikate auch einen angemessenen Preis habcn. Die Herstellung der Glasperlen bildet aber auch einen der Glanzpunkte der Industrie Nordböhmens, und hier sind z. V. in der Gegend von Gablonz an der Neiße sehr viel Arbeitskräfte der Hausindustrie und des genossenschaftlichen Kleinbetriebes damit beschäftigt, Perlen aus theils irisirendem, theils farbigem und theils schwarzem Glas anzufertigen und zu bearbeiten. Zum Betrieb der SchleifMaschinen benutzt man in der Regel die vorhandenen Wasserkräfte. Sehr viel getragen werden jetzt auch große fchwarze Perlen aus Holz, die man mit Hilfe der Drehbank anfertigt und deren Hauptherstellungsgebiet der französische Jura, zum Theil aber auch schon Deutschland und Böhmen ist. Sehr viele Perlketten werden auch in Berlin angefertigt und die Fabrikanten dieser Ketten beziehen ihr gesammtes Material aus oben erwähn ten Gegenden. Auf Fäden aus Zwirn. Seide oder Baumwolle reiht man die Perlen je nach Geschmack aneinander. Bei besseren Ketten, vornehmlich auö schwarzen Perlen, verwendet man seideneSchnüre, auch verknotet man solcke an besseren Sachen hinter jeder einzelnen Perle, damit bei einem etwaigen Reißen der Schnur nicht sämmtliche Perlen abfallen. Die Phantasie des Fabrikanten bei der Herstellung der Kettenmuster ist nach Natur der Sache ganz unbeschränkt und gewährt den weitesten Spielraum, so daß man thatsächlich Ketten in allen Variationen zu Gesicht bekommt. Die Länge der Ketten richtet sich nach ihrer Bestimmung, ob Hals-, Uhr-, Fächer- oder Muffketten. Es werden da u. a. gefertigt kurze Halsketten, sogenannte Colliers. Seit langer Zeit sind bekannt und beliebt ein- und mehrreihige Colliers aus Wachsperlen, die zu jeder Saison passen. Neuerdings werden solche Colliers auch aus irisirenden und schwarzen Glasperlen, verziert mit diversen Steindekorationen, getragen, desqleichen finden jetzt sehr gern lange Ketten bis zu 10 Fuß Verwendung, besonders solche auS schwarzen Perlen, die theils als Uhrketten mit Karabiner geschlossen, theils aber auch offen und mit Quasten versehen als Zierketten bestimmt sind. Weiter gibt es .lange Ketten, die den doppelten Zweck- ein- und mehrreihiger Halsketten und Uhrketten in sich vereinigen. Fächerketten fertigt man in den verschiedensten Genre meift aus farbigen Glasperlen, versieht sie an dem einen Ende mit Karabiner, am andern mit Schleife, durch w,lch letztere sie dann gezogen werden. Als Concurrenzartikel gelten die Honketten, nach Art der bekannten Metallketten Schake um Schake aneinander gereiht. Indessen stillt sich ihr Preis Im Verhältnis zu den Perlketten theurer. Früher war auch Jet (eine schwarze, sehr politurfähige. Braunkohle) ein sehr beliebtes Material zur Herstellung von Perlen, indessen ist eS gegenwärtig nicht mehr so an der P!pde. Auch b! Fabrikation von Perlketten ift mehr Gegenstand der Hausindustrie, tn welcher auSnahmsly weibliche ArbritSkröfte vnscyiedenfter Stande sich beschäftigen. Bezeichnend, j&u hast doch mckne ebirdichte fefen? Welchen ÄM enchfichlst Pu mir?" .lpdrücken.-

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