Indiana Tribüne, Volume 28, Number 259, Indianapolis, Marion County, 23 June 1905 — Page 5

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Humoresre von Paul Hermann Hartwig. Von der alten Heerklokqasse war

noch ein Haus, da ehedem die Gasse daß sie nicht in die Wohnung eindrinbeherrscht hatte, übrig geblieben. Es gen konnten' Auch eine jener unerragte hoch und schmal empor, war mit träglichen Neuerungen, Parterres so mannigfachem barocken Zierrath aus- hoch zu bauen, daß guten Christenmengestattet und trug im Giebelfeld pla-schen der Einblick verwehrt war. ftisch herausgearbeitet, einen gezierten, ! Nach einer Weile verließ das Paar langbeinigen Engel, der auf einer ver-; die Wohnung. Sie hatte ihren Arm goldeten Posaune blies. Die weiten unter den seinen geschoben und benahm Läden und zwei Stockwerke dienten seit sich in freudiger Erregung so ungenirt, Jahrzehnten nur noch als Lagerräume. wie sich in der Heerklotzgasse noch nieDas schmale, niedere Parterre jenseits ' mand benommen hatte. Die biedere des breiten Hausflurs, auf den unend- , Wittwe war empört: was mochte das lich viel Raum verschwendet war. be-, Paar nun vornehmen! Gewiß speiste wobnte die Wittwe Jakobe Maairrius. ' es in einem Restaurant zu Nacht. Sie

An dem alten Hause hing sie, nicht twa aus irgend einem Gefühl von Pietät, fondern aus natürlichem Egoismus. Wenn sie in dem behaglichen Lehnsessel auf dem Fenstertritt saß und die scharfen Augenpunkte scharf und spähend durch die Kakteen. Gum mibäume und Meerzwiebeln auf die

S:raße lugten, dann fürchteten sich die Haufes gingen nicht aus. Die BeobachNachbarn. Jakobe Magirrius sah alles I terin sah sie nur ab und zu am Fenund hatte das Eigene, dem harmlose- ster -der fremde Kavalier schien in sten Vergnügen üble Deutung zu ver- Hemdsärmeln herumzugehen so recht leihen. I ungenirt honetie Leute führten sich Eine stärkere Empfindung noch als nicht so auf. Am Montag ganz in der die Schadenfreude über das Pech des Frühe verließ der Herr das Haus, in

lieben Nächsten war ihr öaß auf die Jugend. Die braunen und blonden Köpfe, die Augen, die blank und froh aus frischen Gesichtern sahen, die haßte sie ohne Ausnahme. Mußte ein junges, blühendes Ding an den Fenstern der biederen Wittwe vorüber, dann schlug s die Augen zu Boden und machte einen tiefen Knix. um der Gefürchtetea eine recht gute Meinung beizubringen. Denn war man jung und blühend, stand man wohl 'mal an den Fliederbüschen auf dem Brunnenpla und äugte nach den Nachbarssöhnen. Die Fliederbüsche konnten viel erzählen, auch von der Wittwe Magirrius geb Kuhmichel. Neben ihnen hatte sie auch einmal gestanden, damals noch schlanker in den Hüften und ohne kropfige Ausladung am Halse und sich bemüht, dem heimlich Erwählten gerade und fordernd in die Augen zu schauen. Weil sie aber mit dem porenzirten Silberblick belastet war, bezog Anton Magirrius, der Freund des Erwählten, den verlangenden Blick auf sich. Da Jakobe den einen nicht kriegen konnte, nahm sie nach berühmten Mustern den andern, den das kleine Vermögen und die hübsche Aussteuer verlockten. Anton Magirrius zog es aber nach etlichen Jährchen vor, die Erde und seine Jakobe zu verlassen. Dr Verklärte ist mir entschwebt." äußerte die Hinterbliebene poetisch. Jakobe bekümmerte sein Heimgang nur wenig, sie hatte zu viel mit der Heerklotzgasse zu thun. So trieb sie es jahrelang und wich und wankte nicht, aber die Gasse that es. Die Stadt reckte und streckte sich nach allen Enden, und das günstig gelegene Terrain mit der Heerklotzgasse war in den Kreis der Spekulation gezogen. Ein Haus um's andere fiel, die Bewohner verzogen in andere Stadttheile, in denen weder. der Späherblick der Wittwe noch der Spion schaden konnten. Ihr Haß gewann an Ausdehnung, sie haßte nun auch die neuen Häuser, an deren Geschichte sie keinen Antheil haben würde. Eine besondere Erbitterung hatte sie auf das dreistöckige Haus gegenüber, das ihr mit seinen Erkern und Balkon nen den freien Platz mit dem Brunnen und den Fliederbüschen vollständig versperrte. Noch war keine Wohnung vermiethet, und die biedere Wittwe wünschte dem Besitzer die allerschönste Pleite. Aber diese Wünsche hatten keine Macht. An einem schönen Frühlingstage stand ein großmächtiger Möbelmagen vor dem Haus, und aus einem Fenster des Hochparterres schaute bald das blüthenfrische Antlitz eines reizenden, blonden Geschöpfs. Bei dem Anblick der Herrlichkeiten, die da abgeladen wurden, zog in Jakobes Herz eine lange ungewohnte Freudenempfindung, über die sie sich selbst nicht im Klaren war Anteilnahme an dem schönen Besitz eines andern war es jedenfalls nicht. Es war nur gut, daß es wieder etwas zu beobackten aab. über ihr Nis-a-kis würde sie sich die Regentschaft nicht ! nehmen lassen das fehlte noch. Und die gierigen Blicke saugten sich förmlich an den Fenstern des Hochparterres fest in die Zimmer hineinzudringen vermochten sie nicht. Das hübsch, blonde Geschöpf schien mit einem Hausmädchen die Wohnung allein inne zu haben, ein Umstand, der die biedere Wittwe sehr in Erstaunen versetzte, was hatte eine so junge ' Person, ein Mädchen allem Anschein nach, eine selbständige Wirthschaft zu führen? Und unter den Tuchröcken rauschte es wie Seide, und die Haare waren so leuchtend blond, und darauf saßen köstliche Hüte aus Spitzen, Federn und schimmernden Blumen. Die Wittwe Jakobe Magirrius hätte solche Hüte nicht tragen mögen sie nicht. I Es war nicht herauszubekommen, wer die Fremde war, niemand kannte Herkunft. Name und Art. Etwas besonderes mußte sie sein, vielleicht Hochsiaplerin, die sollten ja zuweilen die unschuldsvollen Gesichter einer Madonne haben oder aber der biederen Wittwe schauderte die ehrbare, rmversuchte Haut es gab solche, welche. . . Den ganzen Tag schlich Jakobe Magirrius lauernd herum, ohne etwas -andere zu bemerken, als das junge Menschenkind. daS sich des Lebens recht herzlich zu freuen schien. An dem weichen, lockenden Abend eines Sonnabends betrat ein Mann das Haus. Die Wittwe kam gerade noch

modischen Sommerüberzieher und einen Cylinder. Ha, ha der Wittwe versente es ordentlick den Atbem. und

iuu Unoen wurden sviK vor triumpbirender Bosheit wie verdrießlich, wartete noch die Rückkunft ab, die nach zwei Stunden erfolgte. Und wieder betrat das Paar die Wohnung. Die Wittwe schlief die ganze Nacht kaum die Neugier verzehrte sie fast. Am Sonntag regnete es weichen, unermüdlichen rühlinasreaen. Die beiden m dem Hochparterre des neuen der Sand trua er eine aelbe Leder tasche. Die reizende Blondine in einem verführerischen Negligee von rosa gesteppter Seide und Spitzen bog sich weit aus dem Fenster und winkte mit einem feinen Batisttüchlein dem Davongehenden zärtlich Grüße nach. Die biedere Wittwe Jakobe Magirrius gelobte es sich, der Sache auf den Grund zu kommen, so etwas sollte unter ihren Augen nicht weiter passiren, dafür war sie sich gut. Da kam ihr am Freitag Abend, wie eine Inspiration eine Entdeckung, die sie mit hoffnungsvollem Glück erfüllte. Am Sonnabend kam wieder der geheimnißvolle Fremde, diesmal noch unternehmungslustiger und mit einem ' i. z. f'zitix co r . l.u,.;;.. vöiiuuu iuuiu;ci yiucu iiuu neu Rosei' um diese Jahreszeit daß die Reste . er alten Heerklotzgasse nicht einstürzten, war ein Wunder. Nach einer halben Stunde verließ die Wittwe eilfertig das Haus. Sie war auf dem Weg nach dem benachKarten Polizeibureau, wo sie der Empörung über ihr tief beleidigtes Sittlichkeitsgefühl Luft machen wollte. An der nächsten Straßenecke aber traf sie bereits einen gemüthlichen Schutzmann, dem die neue Heerklotzgasse noch nichts zu thun gegeben hatte und der gern über einen oder den andern ihrer Bewohner etwas in sein dickes Notizbuch eingetragen hätte. Er hörte der Wittwe andächtig zu lieber wäre ihm ein tüchtiger Einbruch gewesen, schließlich war aber diese Anzeige besser wie keine. Jakobe Magirrius führte den gemütylichen Schutzmann in ihre Wohnung. Aber Madamchen, es ist doch keine Möglichkeit, da hineinzusehen." Voll Verachtung sah sie ihn an und deutete auf eine Trittleiter, die am Ofen stand. Da hinauf müssen Sie klettern." Auf dem nicht allzu hohen Ofen lag ein behagliches Kissen. Neben dem Kissen stand ein Teller mit Schinkenbrot und einem ausgiebigen Glas köstlich duftenden Warmbiers. Es war eine mollige Niederlassung. Der Schutzmann erklomm den Spähersitz. Nun, was sehen Sie?" triumphirte die Wittwe. Ein junges Paar, das auf einem Sopha sitzt und Wein trinkt. Donnerwetter, jetzt hat er ihr um die Taille gefaßt und geküßt alle Wetter, ist das eine Liebe." Küssen das ist schon nicht mehr küssen man hört ja diese Küsse beinahe." Ja. das könnte man beispielsweise," sagte der Schutzmann und leerte das Glas Warmbier. Sie entschuldigen schon, Madamchen, aber mir ist gewaltig heiß." Was werden Sie mit den beiden beginnen?" drängte Jakobe Magirrius, nur von dem Wunsche beseelt, ihr Prestige auch in der neuen Heerklotzstraße aufrecht zu erhalten. Ich?" sagte der Schutzmann, als wie ich? nischt was sollen sich die zwei beiden nicht küssen wie die Wilden, wo sie doch verheirathet sind." Ver. . .heirathet," ächzte die biedere Wittwe, verheirathet!" Freilich, Madamchen, und wie. Der Mann ist Architekt, baut doch das Sanatorium und die Villenkolonie in Eppendorf. Darum kommt er ja bloß zum Sonntag in ck Stadt. Nette junge Mengen, nich ?" Jakobe verdrehte die Augen zu ei nem Silberblick, wie sie ihn in ihrer ganzen Praxis noch nicht geleistet hatte. Dann schluchzte sie, daß es ordentlich ruhrend war. Der gemüthliche Schutzmann stieg von seinem Sitz herab und da er wirklich ein gemüthlicher Schutzmann war, tröstete er die Unglückliche. Als er dabei ein wenig zärtlich wurde, wehrte sie ihm nicht, bis ein lautes Bravo" sie erschreckte. Der junge Ehemann von drüben hatte aerade genug mit seiner jungen Frau gekost und bemerkte, aus den, ge- j .V. . 3 ZI ... - 1 ... L1! Jt. - I öffneten Feiger vliaeno, me zaniuuc Gruppe gegenüber. Er rief auch seine Frau herbei, die ebenfalls Antheil an den Gefühlen anderer nahm. Jakobe Magirrius gab nun zwar w lebhafter Temperamentsaufwallung dem gemüthlichen Schutzmann eine schallende Ohrfeige. Der aber war nun aar nicht mehr gemüthlich, son-

dern ging hin und zeigte sie wegen

Die ganze frühere Heerklotzgasse gab sich bei der Verhandlung ein Rendez- I vous und jubilirte. als Jakobe Magirnus drei Tage Haft als Präsent erhielt. Dazu kragte sie ern Gallenfie- j der. da ihrer Nächstenliebe und lh-

en cvcn ein oi" ,v". ... I Die Trauer der Mitwelt über den Hintritt der wenig erfreulichen Zeityutyniu uicu iu, in nmBiyu vcujch. Das GeYcimniß.

Humoreske aus dem Sheleben von Julius Nvcy immer Nicht vewogen gesllylt. Mit Knopf. I vm nöthigen Kleingeld herauszuMarga Vraun war glückn ' rhei- rücken. Da faßte die engelhafte Frau rathet, das heißt, was man in Mein , cincn teuflischen Entschluß, glücklich verheirathet nennt. Ihr Als der gelehrte Mann am Morgen Gatte, Doktor der Medizin und Pri-! des fünften Tages seinen wohlduftenvatdozent an der Universität, wo er ! den. kräftigen Mokka getrunken und

über Darwinismus las. war soweit ein netter, liebenswürdiger Mensch. der keiner Fliege etwas zuleide thun i w. . i r litt konnte, geschweige denn seinem hübschen, graziösen, charmanten Weibchen. So war es denn in den fünf Jahren ihrer Ehe noch nicht zu dem winzigsten Gardinenpredigtchen gekommen. Aber Marga besaß eine kleine Schwäche Fehler hatte sie natürlich nicht , und diese war, sie wollte von ihrem Manne umflirtet, umworben, umschmeichelt sein, kurz, so zart und. poetisch behandelt werden, wie in den

ersten Monaten der Ehe. Ja, da-1 Auf dem Wege zu der hohen Bilmals hatte er ihr gefallen! Das war dungsstätte sann er über das seltsame eine selige Zeit gewesen, da er sich zärt- Wesen seiner lieben, kleinen Frau lich, ritterlich und toll verliebt gelärdet ' nach. Was mochte sie nur haben? hatte. j Was in dem Brief enthalten sein? Die Doch im letzten Jahre war er. wenn Unruhe packte ihn und ließ sich nicht auch nicht blind, so doch kurzsichtig ge-' niederzwingen. JmGegentheil. sie wurgen die Vorzüge der holden Gattin ge-; de immer stärker. Das Schreiben mit worden. Der Besiy macht bequem, die dem versiegelten Umschlag brannte in Gewohnheit dämpft die Leidenschaft, seiner Hand. Er drehte es hin, er Dazu kam, daß seine Studien ihn stark j drehte es her endlich riß er das in Anspruch nahmen; er schrieb an Eouvert auf. Zwar war er noch nicht einem wissenschaftlichen Werk, von dem im Hörsaal, hatte noch eine weite er sich eine epochemachende Wirkung ' Streck bis zur Alrna niater doch versprach. Die Aussicht aus Ruhm be-' zum Kuckuck mit Versprechungen und rauschte ihn derart, daß er seine Fa- Worthalten, wenn man vor Neugier, milie vernachlässigte und ein zerstreu- Ungeduld und Unruhe vergeht! tes Wesen zur Schau trug. j Hastig durchflog er die erste Seite Anfangs grämte sich Frau Marga, des Briefes. Herr des Himmels, was verschloß sich in ihrem Boudoir und war das? Unmöglich! Sein Auge weinte bitterlich. So also wurden die . mußte sich getäuscht, aus diesen unSchwüre gehalten von ewiger Liebe! deutlichen Krähenfüßen etwas Falsches

Auf Händen tragen hatte er sie wollen entziffert haben. Ehe er weiterlas, resein ganzes Leben hindurch und ' petirte er den Anfang:

nun gab ihm dieses Scheusal kaum die Hand zum Adieu. O, diese Manner! Wie hatte die gute Tante Emma recht ; - tu. n - v i c c . -. i I gcpaui, ok K ovr oer gclvurill und sie angefleht hatte, gleich ihr männerverachtend durch's Leben zu wandeln! Was sollte werden? So konnte es nicht weiter gehen: erstens hätte sie sich zu Tode gegrämt und zweitens war's zu langweilig. Der letztere Grund gab den Ausschlag. Es mußte etwas geschehen. Diesen Zustand passiven Leidens mochte sie. nicht länger ertragen. War sie ihm etwa nicht mehr hübsch gknug' daß ihr Mann sie derart ver-' nachlanigte? Sie nahm den Spiegel ZU Hilfe und beäugte sich nach allen ) Seiten. Sie wandte den feinen Kopf bald nach rechts, bald nach links, fchaute prüfend nach oben und nach unten und lächelte selbstbewußt. Sie durfte mit sich zufrieden sein. Noch schimmerte die straffe Stirn in faltenloser Marmorweiße, noch funkelten die dunkelblauen Augen glühend und feurig, noch glänzte das kunstvoll gekräuselte, gänzlich ungefärbte Haar in herrlichstem, mattem Goldschimmer, noch wiegte sich die feine, biegsame Taille auf diskreten, schlanken, modernen Hüften, noch lockte ihr kirschrothes, kleines Mündchen, das, wenn es lächelte, so pikante Goldfüllungen auf den blank pourten, weißen Zahnen zeigte. Kurz, sie konnte es mit Madame Venus in höchsteigener Person aufnehmen. Und doch, und doch! Seufzend verabschiedete sie sich von der schönen Aussicht, und wandte dem Trumeau den Rücken. Sie überlegte. Wie den rücksichtslosen Menschen auf seine Galanterie und Liebe zurückzuführen? Wie ihn den Klauen des Dämons Wissenschaft entreißen? Sie erwog, grübelte, marterte ihr kleines Hirnchen da, endlich, eine Jdec! Sie hatte einmal gelesen, daß die Eifersucht die Liebe steigere, daß dauenlde Liebe mehr Eisersucht als 5iuneiauna brauche, und da sie feiner Liebe sicher war. so hieß es einfach, dieses Gefühl der Eifersucht in ihm erwecken; diese Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schasst. Mit einem wahren Furor ging r-. . rm r ML1. L , lüiarga an s mstxi. v&tc onyie oes Gatten Freunde mit koketten Augen an, ließ sich den Hof machen, auf daß der blöde Gatte ihren unschätzbaren Werth voll und ganz erkennen lerm, und streifte die etwas herbe Prüderie ab, die ihr so lange zu eigen gewesen. Und siehe da! sie hatte einen durchschlagenden Trfolg bei den Männern; nicht aber bei dem Mann, dem zuliebe sie die Komödie in Scene gesetzt. Ihre Anbeter liefen Sturm, doch der Doktor, dieses phlegmatische Räthsel, war weit entfernt, eisersüchtig zu werden. Im Gegentheil, Marga glaubte sogar zu bemerken, daß dieses Ungeheuer sich ihrer kleinen Triumphe freute. Das Vertrauen zu ihr war der Stahlpanzer, an dem alle eifersüchtirt . V I . ? gen Regungen aoprauien, wie oie Flintenkugeln von den Mauerwällen der Festung. Marga weinte Thränen des Grams, der Scham, des Zornes. Da eines Tages, es war ein Sonnabend platzte die Bombe. Die Zerstreutheit des Dozenten war so stark geworden, und derart hatte er sich dem Familienleben entfremdet, daß er die vornebmste. beiliastt VMckt des

fährtin seiner Tage das wöchentliche Wirthschaftsgeld auszuhändigen, m wartete einen Tag zwei at - drei Tage - kein Mammon, 3u H darum zu bitten, war sie bereits genöthigt gewesen, ihre Erspar

n sse arnuare fen. Wie e ne ede .us- , frau, hatte auch Marga aus dem überI A V schießenden Wochengeld sich eine Kapitalsanlage geschaffen. Der vierte Tag. Es wurde Morgen, und es wurde Abend, und das zerstreute Familienoberhaupt hatte sich it I i . mii i das Butterbrötchen mit den beiden pflaumenweichen Eiern vertilgt hatte und sich aufmachte, den gewohnten Weg k. ff 11 ... . V il zur umver ttat zu wandern, trat Marga mit ernstem, düsterem Gesicht vor ihn hin, übergab ihm einen versiegelten Brief und bat ihn, diesen Brief zu öffnen, wenn er im Hörsaal wäre. Beileibe nicht früher, das Versprechen möchte er ihr geben. Der Doktor blickte sie verdutzt an, tippte mit dem Zeigefinger an die gelehrte Stirn, gab ihr aber trotzdem sein Wort, ihren Wunsch zu erfüllen. Lieber Hugo! Ich bin gezwungen. Dir etwas mitzutheilen, was sicher Deinen Unwillen erregen wird. Aber 5 ts ist meine Pflicht, es Dir nickt ZU verschweigen und Dir unter allen Um ständen Kenntniß davon zu geben, mag daraus werden, was da wolle. Bis heute hielt ich das Geheimniß in meinem Innersten verborgen, habe von Tag zu Tag gezögert, Dir die Wahrheit zu gestehen, aber nun kann ich es nicht länger verbergen. Du i en w i rn würfe machen, ick boffe soaar. dan Du oariii mir reine anm oiiieren norDick nickt zu sebr aufreaen wirst . . " Doktor wandte das Blatt um. O. dieses 'Weib! Nicht aufregen! Sehr rcatc er slcfi auf Dicke Sckweiktrovfen standen ihm auf der Stirn; er las, das Aergste befürchtend, die zweite Seite: Also wisse, lieber Hugo, mein Geld ist zu Ende, Du hast mir für diese Woche noch kein Wirthschaftsgeld gegeben, und ich kann deshalb heute kein Mittagbrot kochen. Ich dachte, dieser Weg wäre der geeignetste. Dich von Deiner Vergeßlichkeit. Zerstreutheit und noch von manchem andren zu kuriren . . ." Weiter las der Aermste nicht; etliche Doppelcentner fielen ihm vom Herzen. Spornstreichs eilte er nach Hause, wo ihn die süße, kleine Frau lächelnd erwartete. Von dieser Stunde an hatte Frau Marga sich nicht mehr über den Gatten zu beklagen. Stets waren Küsse und Wirthschaftsgeld pünktlich zur Stelle. Die beste hrung! In einer deutschen Großstadt suchten sich gelegentlich des 100jährigen Todestages Schiller's die Theaterdirektoren gegenseitig durch SchillerFestvorstellungen zu überbieten. Einer studirte Semefc" neu ein, ein anderer gab .Turandot" mit neuen Kostümen. wieder ein anderer gab einen strichlosen Schillercyclus. Vergebens zerbrach sich Direktor A. den Kopf, wie wohl er den großen Todten würi dig und originell ehren könnte. Und siehe, die Erleuchtung kam über ihn, und am Abend des 9. Mai prangte an den Pforten seines Musentempels die Inschrift: Heute zu yren oes 99t. Ji ff C 3 i r&tsfr'2 jährigen Todestages Schiller'S: Geschlossen!" , MW M MW WW Der zwölfjährige Willie I o n e S aus Minneapolis verdankt es der Entschlossenheit und Geistesgegenwart eines etwas älteren Kameraden, daß er nicht in den Fluthen des Missiffippi ein nasses Grab gefunden hat. Willie badete im Flusse in der Nähe des Ostendes der Franklin VvenueBrücke und gerieth in zu tiefes Wasser; er konnte zwar etwas schwimmen, doch wurde er änqstlich und begann um Hülse zu rufen, worauf er unterging. Als er wieder zur Oberfläche kam, be merkte dies einer seiner Kameraden, der ohne weiteres auf ihn zuschwamm. Inzwischen war Willie vom Strome ergriffen und weiter getrieben worden, wobei er zum zweiten Male unterging; als er wieder m die Hohe kam, ergriff ihn sein Kamerad beim Haar und erreichte nach hartem Kampfe mit den Wellen das User. WMie war be wuktlos. kam aber durch die Bemü hungen der übrigen Knaben, die mit ihm gebadet hatten, wieder zur Besinnuna. ehe der herbeigerufene At mit der Polizei-Ambulanz auf dem Platze

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120-124 III IH- ! Mf"U II 1 1 1 II Eine seltsame Macht über die Frauen scheint ein Neger Namens Wilson zu besitzen, der wegen Betruges vom Londoner Gericht T- Jahren Zwangsarbeit verurtheilt wurde. Wilson besitzt durchaus kein angenehmes Aeußere, verfügt aber über einen unerschöpflichen Redefluß. Er ist 28 Jahre alt und stellt sich gern als Pastor Wilson" vor. Seit dem Jahre 1893, wo er von Sierra Leone nach London kam, hat er ausschließlich von Schwindeleien gelebt. Er ließ sich im Ornat eines Geistlichen photographiren und predigte auch thatsächlich als solcher. Im Jahre 1902 lernte er auf einer kirchlichen Versammlung eine englische Familie kennen, und bald danach überredete er eine Tochter des Hauses, mit ihm zusammen zu leben. Das Mädchen wurde jedoch einige Zeit später durch ihren Bruder und einen freund aus Wilsons Händen gerettet. Darüber in Wuth gebracht, drohte er, die Familie zu ermorden. Er wurde deshalb zu einem Jahr Gefängniß verurtheilt. Bei ihm wurden zahlreiche Briefe von Frauen gefunden, die ihn in den zärtlichsten Ausdrücken anreden. u. a. erklärt eine Frau, sie werde Selbstmord begehen, falls er sterbe. In Bedford erschwindelte Wilson von emer Dame 3000 Mark, von einer anderen 1200 Mark. Einem Kirchenbeamten nahm er 2000 Mark ab, und in Madeira plünderte er einen jungen Mann aus, nahm dessen Schiffskarte an sich und ließ ihn sitzen. Außerdem hat er noch zahlreiche andere Schwindeleien begangen. Seine Redegabe ist o überwältigend, daß er das Gericht in Bedford, vor dem er sich vor einiger Zeit zu verantworten hatte, in einer kleinen Sache acht Tage lang beschäfigte. Eine große Umwälzung L Tt t t Pt vT"i in vem !)e!reioemarlle in im klänge. Gleich wie die unabhängigen Oelproducenten danach trachten, das Joch des Oeltrusts abzuschütteln, beginnen die Farmer nun auch zu begreifen, daß der Profit, welchen die Getreidemakler und sonstige Spekulanten rn d Tache stecken, von ihnen selbst eingeheimst werden könne. Der Plan, um dies zu bewerkstelligen, ist entworfen und der Ausführung nahe. Derselbe geht dahm, entlang der nordlichen und sudlichen Eisenbahnlinien am Missourifluß Elevators m bauen, zu kaufen, oder wenigstens zu controlliren, die Ernte jener Länderstriche zu sammeln, und lodann mit Umgehung von Chicago ur.d New Aork, geraden Weges nach Galveston zu senden. Der Presse im Allgemeinen, rnsonders aber land' wirthschaftlichen Zeitungen, gebührt das Verdienst, den Anstoß zu diesem Plane gegeben zu haben, dessen Tragweite sich noch nicht absehen laßt. Der willkürliche Zoll an Elevatorleute und Zwischenhändler kommt in Wegfall und den Chikanen der Eisenbahn-Ge-sellschaften. sowie deren Raubfrachtsätzen kann auf diese Weise leichter ausgewichen werden. Zum An st reichen und Auffrischen der Farbe von Segeltuchkoffern kann guter Fußbvdenlack mit ockergelbem Farbzusatz verwendet werden. Der Anstrich wird zweimal, jedesmal recht dünn, aufgetragen. Haltbarer ist Oelfarbenanstrich. Fein gepulverter Ocker ist dafür mit Leinölfirnih anzurühren, dem etwas Sikkatiiz zugefügt wird. Die Oelfarbe trägt man zweibis dreimal recht dünn und gleichmä ftia auf. eder Anstrich rnuft erst völv o I " ""i 1 "7 F lig trocken fein, ehe man mit dem neuen ffrtÄVvrn K stfhi OTnftrtsfc vvynun. ;tuuwui vvv vyiv uiijuiu dollständia trocken und Kart worden i ' -zy ' -y o " ist, überzieht man den Koffer noch mit

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