Indiana Tribüne, Volume 28, Number 259, Indianapolis, Marion County, 23 June 1905 — Page 2

Jndiana Tribüne, Freitag, 2?Z. Juni 193.

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Bi den gefangenen Japanern.

Die Nowoje Wremja" enthält einen interessanten Bericht über den Besuch kwes ihrer Berichterstatter bei den kriegsgefangenen Japanern im Dorfe M'dbjed im Gouvernement Nowgorod. Dr Artikel, der noch im Winier geschrieben wurde, lautet im Auszug: Sief im Schnee verborgen Iicjt Medbjed (zu deutsch Bärendorf) . . . Pon Nowgorod sind es 40 Werst, fr in einer Oede und Einsamkeit, die ihresgleichen nicht haben. Schneebedecst. trarig dehnt sich die Ebene rings in. p Weite, bisweilen unterbrochen oo einem kahlen Gestrüpp; dann wiedeü endlose weihe Schneeflächen mit bläulichem Rande. Darüber wölbt sich nh trauriger Himmel, an dem noch Schnee, ach so viel Schnee hängt . . . zSärendorf hat schon öfters Gefangen gesehen; hier waren Franzosen, Tscherkessen und Türken in Kriegsgefarigenschaft. In der langen Friedenszeij haben seine wohlgefüllten Käsernen unsere Truppen beherbergt oder auk leer gestanden. Das Dorf selbst ist weit gebaut und gut bevölkert. Zwei Kirchen eine sonannte Kathedrale und eine Regimentskirche , ein hübsches Denkmal des Kaisers Nikolcus I. und ein Boufcoarb schmücken es. Im Gasthof, wo ich zuerst meine Zuflucht suchte, erklärte lnir ein fixer Pikkolo aus Nowgorod: das wäre überhaupt nur so", das. eS Dorf" hieße, eigentlich gäbe es einr Stadt nichts nach, dann sch'venkit r seine Serviette und schloß: Sogar Ansichts - Postkarten gibt es bei und!" .Wo wohnt der Oberst?" Derselbe !ixe Pikkolo erbot sich, mich in die KatxU zu führen. Nachdem ich an zuständiger Stelle meine Beglaubigungsschreiben ausgehändigt hatte, wurde mit die Erlaubniß zutheil, alle Kriegsgefangenen zu besuchen und mit ihnn zu sprechen. Ihre genaue Zahl beträgt: 65 japanisihe Offiziere, 382 japanische Soldaten 4 Engländer, 21 Koreaner, 5 Chinesin, außerdem 2 Japanerinnen: die GetNahlin des Majors Togo und deren Dienerin. nöir besuchten zuerst die Offiziere; sind in einem großen, steinernen, r i . . 5 " . loawerre yoyen tugeigeoauoe rgebracht. Das erste, was auffällt, :e außergewöhnliche Hitze in den mern. Die Japaner lieben die rme wie zarte uona Jöiurnen: halb ist Befehl gegeben, die ehrdigen, altmodischen Oefen ordentlichvu heizen; an Brennholz ist ja, Go sei Dank, kein Mangel! Schon bei en ersten Schritten fühlt man, daß maß bei Ausländern zu Gaste ist. Die Japaner haben es verstanden, ihrer ganzen Umgebung in der VerhältnißmäiZig kurzen Zeit ihrer Anwesenheit bffl Stempel ihrer Eigenart aufzudrügen. Im Vorzimmer z. B. stößt man schon auf wunderliche japanische Papierlaternen, rings beklebt mit buntfar?igem Papier, ooer es steht dort eine große Bütte mit kochend heißem Wasser und der japanischen Aufschrift: Man bittet, nicht hineinzuspucken, auch keine Cigarrenstummel hineinzuwerfen !" Sie Offiziere wohnen zu zweien, zu dreien, einzelne auch allein, je nach Wunsch und gegenseitiger Uebereinkun i. An allen Fenstern kleben bunte Chrysanthemen oder Jrisblüthen aus Pas ier Erzeugnisse der Handfertigkeit der japanischen Soldaten oder aud Flaggen mit der aufgehenden So?lne. Einzelne Offiziere hatten auch übe ihren Betten Ansichtskarten angeheft i mit Abbildungen verführerischer Cafchantant - Göttinnen". Das warn wahrscheinlich die Ansichtskarwl von denen mir mein gewandter Msnior" im Hotel erzählt hatte. Vor in, Bett eines Offiziers sah ich einen gewaltigen Kohlstrunk. Eine nähere Untersuchung ergab, daß er eingepflanzt war und daß auch schon ein schüchternes grünes Blättchen sich an einer Stelle aus ihm hervorgewagt hattie. Der glückliche Besitzer dieses ohlstrunkes war ein alter Graukopf, der über mein erstauntes Gesicht derg..;;gt lachte. Eeraucht wird von allen Offizieren. Uebrall, auf Fensterbretten, Stühlen, Betten sieht man Tabaksreste, Asche, Cigerrenstummel. Von der ungewohnten Hitze und dem starken Tabakgeruch kann einem ganz schwindlich werden. Den Japanern macht das gar nichts aus,' im Gegentheil: sie fürchten sich vor der vorgeschriebenen Lüftung vor Schiebefenstern, offenen Thüren und vergleichen. Äch ja, Euer Wohlgeboren, der ihre Herren Offiziere sind Schmierfinken!" fo beklagte sich ri mir ein den Japanern beigegebener Soldat. Der ihre Herren Offiziere" kümwerten sich aber wenig um unseren Eintritt, fuhren vielmehr eifrigst in ihrer Beschäftigung fort. Was machen sie denn eigentlich?" erkundigte ich mich neugierig. Sie lernen der eine Englisch, der andere Französisch, die meisten aber Russisch." Ich mutz allerdings gestehen, ein solches Bild von Fleiß hatte ich bisher noch nicht gesehen. Das ganze Haus lernte. In allen Zimmern, an allen Men dasselbe Bild: überall saßen nmengekauerte Gestalten in Wasicken oder in Litewken und büffelber Lehrbüchern. mptmann Sokurai... er war Führer und auch Dolmetscher da, ohne die japanische Sprache nicht wollte. Sokurai spncht selbst ut Russisch, schreibt eö, liest und ich sogar russische Bücher und naen. Er ist ein kleines, hageres

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lichtsausdruck, von fast tveiblicher Zartheit der Haut. Seinem Aussehen nach könnte man ihn für 20 bis 23 Jahre halten, in Wirklichkeit ist er aber schon über 30. Er ist Hauptmann im Generalstabe und vor Mukden in Gefangenschaft gerathen. In seiner Eigenschaft als Dolmetscher leistet er ganz hervorragende Dienste bei der Verständigung russischer Offiziere mit den japanischen. Und da gibt's genug zu thun für ihn! Die Japaner sind ein anfpruchsvolles Volk. Kaum ist etwas nicht, wie es sollte sofort beschweren sie sich beim Commando: warum so wenig geheizt würde, weshalb man die Thüren nicht schlösse, weshalb dieses und warum jenes wäre . . . Sokurai wird mit allen fertig. Uebrigens spricht er nicht allein Russisch, es sind da noch einige Offiziere, die unsere Sprache radebrechen. Ein paar Japaner sprechen auch Frauzösisch. fast alle aber Englisch. Unser Besuch störte keinen. Einzelne verneigten sich, andere wieder antworteten gar nicht auf unseren Gruß. Ich hatte, wie man mir sagte, noch mehr Glück als andere vor mir. Bei jedem neuen Besuch stellte mich Sokurai seinen Freunden vor: Ein Correspondent von der Nowoje Wremja." Sofort vollzog sich eine Veränderung: den Journalisten begrüßte man liebenswürdig, man verneigte sich vor ihm, ja, l..an drückte ihm die Hand. Von meiner Erlaubniß Gebrauch machend, besah ich mir ihre Wohnräume, sprach mit ibnen selbst über ihr Ergehen und horte ihre Bitien und Klagen. Hier ist, was ich gehört habe: Unser Essen ist gut, reichlich und schmackhaft," erklärte der eine. Anfanqs konnten wir uns nicht an die russische Küche gewöhnen, und so baten wir den Obersten, uns einen japanischen Koch aus der Zahl der Soldaten zu geben. Unsere Bitte wurde erfüllt, und nun essen wir auf japanische Art zubereitet." Unser Gehalt." sagte ein anderer, wird pünktlich ausbezahlt: dem Offizier 50. dem Stabsoffizier 75 Rubel. Wir sparen noch Geld, es ist unmöglich, hier was auszugeben außer für Tabak." Man hat zu wenig Bücher! Fast nichts zum Lesen! Wir halten uns Zeitungen, Journale, aber sie komrnn immer zu spät an!" klagte ein dritter. Auch Briefe und Pakete aus Japan kommen immer sehr spät an!" Die Cigarren sind miserabel!" Ich glaube, wenn die Japaner, haben sie erst Bärendorf verlassen, auf der Oberpostdirektion ihre Klage über die Verspätung ihrer Briefe und Zeitungen anbringen würden, so würden sie der ganzen Provinzial - Postbestellung einen großen Dienst erweisen! Ob sie wohl wissen, daß alle russischen Bürger mit ihnen unter dem gleichen Uebel der verspäteten Postzustellung leiden? . . . Was die miserablen Cigarren" anbetrifft, fo ist ersichtlich, daß Bärendorf nicht gerade erste Oualität Havana - Cigarren führen kann! Ich habe schon gesagt, daß ein besonderer und höchst unerträglicher Zug der Japaner ihre Händelsucht ist. Ueber die kleinste Kleinigkeit beklagen sich Offiziere und Mannschaften, ein auffallender, fast schülerhafter Fiskalismus" ist in ihnen entwickelt. Sie sind empfindlich bis zur Skandalsucht und von geradezu krankhafter Eigenliebe. Der kleinste Kram wird von ihnen zum Skandal aufgebauscht, über den sie sich dann sofort beim Commando beschweren. Es ereignen sich Scenen, die höchst ergötzlich, geradezu lächerlich sind. So z. B. sah eine Schaar Bauern am Brunnen den Soldaten zu, wie sie dort Wasser pumpen mußten. Die langsame, melodische Arbeit war nicht

nach dem Herzen der Russen. Irgend ein in seinen Schafpelz gehüllter Bauer guckte und guckte, schließlich spuckte er vor sich hin und sagte: Pfui Deubel, hier zuzusehen ist ja zum " Lieber Gott im Himmel, was gab das für eine Wirthschaft, Geschrei und Lärm Die Japaner reichten sofort eine Beschwerde ein, die Bevölkerung speie vor ihnen aus"! In der That steht die Bevölkerung die Japaner als eine Strafe des Himmels an, die ihr für ihre Sünden zugeschickt worden ist. Aufs allerstrengste ist jedem verboten, die Japaner irgendwie zu verletzen, mit ihnen zu sprechen oder auch nur, ohne besonderen Grund, in ihre Nähe zu kommen. So strenge Maßregeln sind getroffen, daß die Bevölkerung den Japanern aus dem Wege geht, als wären sie Aussätzige. Und thatsächlich ist auch während der ganzen Zeit der Anwesenheit der Japaner in Bärendorf nicht ein einziger Fall von Kränkung oder Beleidigung der Japaner von feiten der russischen Bevölkerung vorgekommen. Ach, die Japaner sind ganz gut!" sagte ein Bauer. Nur darf man sie nicht angucken! Dann beißen sie! Sonst sind es aber ganz nette Leute!" Unangenehm berührte mich, als ein japanischer Offizier, unmittelbar nachdem einer seiner Kameraden die BeHandlung der Gefangenen durch die Russen gelobt hatte, zu mir bemerkte: Ihre Gefangenen haben es bei uns wahrscheinlich viel besser." Natürlich war eS auch ganz zwecklos, daß ich ihm auseinandersetzte, wie eingeschränkt unsere Gefangenen in Japan gehalten würden. Der Offizier wußte das besser und lachte nur! Ein höhnisches Lächeln, untermischt mit Bosheit, strahlte aus seinen geschlitzten, schiefen Augen. Ein anderer Offizier pflichtete ihm bei: Besser, viel besser!" und fing auch an zu arinsen. Lachen oder besser höhnisches Lächeln ist überhaupt eine der typischsten Seiten ihres Charakters. Unfaß mi Iti. - a i 3 c:: zu

lächelnden, spöttischen Maske verbergen. Die Japaner reden nicht gern davon, wo und wie sie in Gefangenschaft gerathen sind. Ueber derartige Fragen gehen sie meist mit einem Lächeln oder ein paar nebensächlichen Worten hinweg. In gleicher Weise behandeln ste Fragen über die russischenTruppen, die

zukünftigen Siege, den Verlauf der Kriegsaktion. Von ihnen erfährt man höchstens etwas aus einem Grinsen und einem Wechseln spöttischer Blicke mit ihren Genossen, von denen auch wieder jeder lacht und einer den anderen ansieht. Waren Sie denn schon bei Togo?" fragte mich Sokurai. Be: was für einem Togo?" Beim Neffen des Admirals. Major im Großen Generalstab, früher Attache bet der japanischen Botschaft... Man nahm ihn mit seiner Gattin, deren Dienerin und sieben Soldaten in Korea gefangen." Major Togs lebt für sich allein. Dieser kleine, nachdenkliche Mann macht einen verlegenen Eindruck und ist keineswegs zu irgend welcher Ausspräche geneigt. Er trägt Uniform. Er lächelt verwirrt und verlegen und beantwortet alle Fragen mit einem beharrlichen Schweigen. Als Offizier des Großen Generalstabes muß er die rufsische Sprache beherrschen, aber es ist unmöglich, von ihm auch nur ein russisches Wort herauszubekommen. Schweigen ist seine freiwillige Antwort, er selbst hat sie sich in der Gefangenschaft so auferlegt! Gerade das Gegentheil ist seine Frau. Kio Togo ist eine niedliche, schwarzäugige, lebhafte Japanerin, sie liebt die Gesellschaft und ist einem Schwätzchen nicht abgeneigt. Sie spricht gut Russisch und antwortet gern auf alle Fragen. Ob es ihnen hier langwellig wäre. O, versteht stch, langweilig, sehr langweilig!" Ob sie irgend welche Wünsche hätten. Darüber will sie erst mal mit ihrem Mann reden, und nach einer kurzen, lakonischen Antwort seinerseits sagt sie: Nein, gar keine!" Der Major selbst lächelt verlegen bei dieser Antwort und zuckt mit den Schultern. Dann nimmj sein Gesicht wieder einen finsteren Ausdruck an. Er geht an das Fenster und fängt an, stumpf vor stch hinzustarren. Kio steht ihn verlegen an und blickt dann mit flehendem Ausdruck zu uns herüber. . . . Wir gehen .... Sehen Sie, so ist er immer," sagt mir mein Führer, nachdenklich, gar nicht mittheilsam. Er lebt getrennt von den übrigen, sogar den eigenen Angehörigen geht er aus dem Wege. Er geht auch ganz allein spazieren, wenn niemand anderes auf der Straße ist. Auch wir mögen ihn nicht, er ist ein Sonderling. Aber er führt sich tadellos und soll, wie man sagt, ein hervorragender Offizier sein. . . . Abends im flimmernden Schneenebel traf ich zwei vermummte Gestalten, einen Mann und eine Frau. Das war Major Togo mit Gattin auf dem Spaziergang. Sie tauchten plötzlich neben mir auf, schweigend, gebeugt, Schulter an Schulter und wohl auch Seele an Seele, und verschwanden ebenso schnell in der frostigen, schneedurchwehten Finsterniß. Die Gefangenschaft offenbart Charaktere! Diese finsteren, lächelnden Menschen werden von denselben Leidenschaften durchbebt wie wir, aber doch sind sie ganz von uns verschieden. Diese finsteren Gesichter mit den vorstehenden Backenknochen, die sich beim Vorübergehen russischer Offiziere von ihrer Arbeit erheben und ihnen böse nachblicken, zeigen zur Genüge, welch' einen unversöhnlichen Feind uns das Geschick beschcert hat. Man fühlt klar und deutlich die Rassenfeindschaft, bei der aber die Bosheit in vollem Maße auf Seiten unserer Gegner, nicht auf unserer Seite ist! Die russische Gutmüthigkeit trifft hicr auf unverhehlte Widerwilligkeit und weicht dieser gegenüber nur nothgedrungen und ungern! Die Japaner, auch wenn sie lachen, einem schmeicheln und sich heuchlerisch über das Schicksal beklagen, ste bleiben darum doch Feinde und womöglich deshalb noch gefährlichere! Es ist wie bei schmeichlerischen Katzen, die bei jeder Gelegenheit ihre Krallen wieder fühlen lassen! Dem japanischen Lächeln zu glauben, ist gefährlich. Und dann, als ich das Offiziersgebäude verlassen hatte, als nach den dumpfen, verqualmten Stuben wieder die frische, kalte Winterluft in meine Lungen strömte, da athmete ich erleichtert auf: Na also, endlich!... Gott sei Dank!" Mein Begleiter errieth meine Ge, fühle. Sehen Sie, auch ich denke so sagte er, es ist unheimlich bei ihnen. Alles so schlimm und so feindselig . . . Es ist ja richtig, sie lernen dort und haben vielleicht auch sehr viel mehr Erfolge als wir, aber der Strahl des Lichtes dringt nicht bis in ihre Seelen. Sie sind waS ihre Jnsiinkte und Gefühle betrifft eigentlich noch die richtigen Wilden! Und wissen Sie, das gewöhnliche Volk, d. h. hier ihre Soldaten, ziehe ich diesen europäisch gebilbeten und allwissenden Offizieren noch vor. Ihre Soldaten sind aufrichtig und nicht so verschlossen. Ja, ich glaube sogar, daß sie nicht einmal eine besondere Feindschaft gegen uns fühlen. Der anderen ganzes Wissen endet aber in einer unversöhnlichen Feindschaft gegen uns. Sie läßt sie das politische und finanzielle Wagniß übersehen, sie verdoppelt ihren Rassenhaß, sie endlich stärkt' sie in ihrem Nationalbewußtsein! Die Bosheit ist von ihnen zum Kult erhoben worden. Das eben können wir nie verstehen, das eben ist unö so unheimlich bei den Japanern.... Kommen Sie, gehen wir zu den Sol-

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Im Wahnsinn ihre drei Kinder getödtet hat die Ehefrau des Stationsdieners Bils in München. Sie schnitt den Kindern, die im Alter von fünf, drei und einem Jahre standen, mit einem Küchenmesser den Hals durch; alle drei waren sofort todt. Die Frau wurde zur Beobachtung ihres Geisteszustandes in polizeilichen Ge wahrsam genommen. Ein furchtbarer Raubmord wird aus Sentzich bei Straßbürg gemeldet. Dort überfiel der Arbeiter Johann Trapp seine 70jährige Tante, die Wittwe Spiedt, in ihrer Wohnung, schnitt ihr die Kehle durch und warf sie in den Brunnen; darauf raubte er 900 Mark. Als die Leiche gefunden war und Trapp verfolgt wurde, sprang er gleichfalls in den Brunnen, wurde aber herausgefischt und von der Menge schwer mißhandelt. Nachrichten vom Oberrhein besagen, daß Nachtfröste überaus schweren Schaden in den Weinbergen der verschiedensten Lagen angerichtet haben. An einzelnen Stellen des Oberrheins, sowie der Moselgegend gab es Ende Mai in einer Nacht 4 Grad Kälte. Namentlich haben die jungen Weinberge empfindlich gelitten, trotzdem an einzelnen Plätzen von Nachmittags an geräuchert wurde. Auf weiten Höhenzügen, besonders in der Gegend von Waldrach, sind die Weinberge zu zwei Dritteln erfroren! Bei Bernkastel. sowie bei Trarbach ist kein Frostschaden festgestellt. lieber die. Schiffbar -seit des Rheines von Straßburg nach Basel sind bemerkenswerthe Versuche gemacht worden. Die Rhedereifirma Knipschneer in Ruhrort ließ wie im vorigen Jahre einen Probeschleppzug nach Basel fahren. Der Schleppzug, besiehend aus einem Dampfer und einem angehängten Schiff, hat die Berg- wie die Thalfahrt gut überstanden. Die sieben Schifsbrücken zwischen Straßburg und Basel (Gerstheim - Ottenheim, Rheinau. Schönau, Markolsheim, Breisach, Neuenburg und Großhüningen) wurden trotz den noch engen Durchlässen ohne Anstand passirt. Damit ist nun auch der volle Beweis geleistet, daß der Rhetn zwischen Straßburg und Basel sich für die Großschiffahrt mindestens ebenso gut eignet, wie auf den regelmäßig besahrenen Strecken unterhalb Straßourgs. Die Fahrt von Straßburg nach Basel (Entfernung 78 Meilen) dauerte 35 Stunden, die Rückfahrt nur 6 Stunden 35 Minuten. E i n g e m e i n g e f ä h r l i -ch e r Kurpfuscher trieb unlängst in der Umgegend von Stade. Prov. Hannover, sein Unwesen. Bereite im Oktober v. I. wurde von der Stader Strafkummer der Hellkundige" Eduard Stunkel wegen Kurpfuscherei zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt. Die Anklage wurde damals erhoben, weil er bei einem an Diphtherie erkrankten Kinde Mandeleinschnitte gemacht hatte, woran das Kind gestorben war. Wegen eines ähnlichen Falles hatte sich Stunkel jetzt wiederum vor der Strafkammer zu verantworten. Die Anklage legt ihm zur Last, daß er es verabsäumt habe, bei einem schweren Fall von Kehlkopf-Diphthene einen Arzt rechtzeitig hinzuziehen, obwohl ihm bekannt sein mußte, daß er der Krankheit allein nicht Herr werden konnte. Am Schluß der Verhandlung war besonderö die Rede des Vertheidigers des Angeklagten bemerkenswerth, worin dieser das Fehlen eines Gesetzes, das den Kurpfuschern in derartig schwierigen Krankhc tsfällen ein für allemal das Handwert legt, be-

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