Indiana Tribüne, Volume 28, Number 258, Indianapolis, Marion County, 22 June 1905 — Page 5

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Indiana Tribune, Donnerstag, den 22 Juni 1905 Juni 1905

Innere Ansichten vom Deutschen hause, dem Stolze des gesammten hiesigen Deutschthums.

In seiner architektonischen Schön -heit eine Zierde für unsere Stadt bildend, erhebt sich dieser Pracht bau an Ecke Michigan Ave. und New Jersey Straße als ein hehres Wahr zeichen deutschen GeifteSftrebenS. 63 ift eine fefte Burg für deutsche Sprache und deutsche Sitten, eine ideal? Stütte der Jugenderziehung, ein behagliches Heim, um sich nach des Tages Saft und Mühen zu erholen im ttreise froher Menschen, um erneute Lebensfreudig keit und Anregung zu erneutem Stre den mit nach Hause zu nehmen. Deutsche find die Urheber, die Grün der desselben; ihrem vernunftgemäßen, unermüdlichem Streben ift dieses Denk mal zu verdanken. Das Deutsche Haus ift eine deutsche That! Nach jahrelangen Mühen und Kämpfen, man könnte fast sagen.

Treppenaufgang

Das Vestibül.

Der Sommergarten, ten Indianapolis Turngemeinde hat sich im Laufe der Jahre durch eine Ber kettung von Umstünden der heutige Sc ziale Turnverein entwickelt, gelang es dem Letzteren, als eigentlicher Gründer des Deutschen HauseS, den EnthufiaS muS für Erbauung einer neuen Halle zu entfachen, eine Halle, die gleichzeitig üumlichkeiten bieten sollte für Nicht Mitglieder des Turnvereins. So wurde der deutsche Ciub organifirt, dessen Räumlichkeiten den neutralen Boden für alle Bewohner deö HauseS bilden soll ten. Schon an Washington GeburtStag, den 22. Febr. 1894, konnten der I Soziale Turnverein und die Gäfte. aus j den verschiedenen Turn, Gesang und j geselligen Vereinen sich zusammen ! setzend, in die neuen Räumlichkeiten ! einziehen. Seitdem hat das Deutsche HauS als Bewohner ausgenommen: r Turnverein, Deutsche Club,

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verein. Deutsch.amerik. Veteranenver ein, Deutscher Frauen'HilfSverein und Turner Bau und Sparverein. Das Deutsche HauS ift dazu berufen, die beiden Volkselemente; Amerikaner und Deutsche, gesellschaftlich einander näher zu bringen, hat dieS bis jetzt voll und ganz zustande gebracht und muß deshalb seinen kosmopolitischen Cha rakter wie bisher, beibehalten. Unser: Bilder zeigen den breiten, steinernen Treppen Aufgang, der zu. ! nächst in's Vestibül deS HauseS führt, von wo aus man nach den für die innere Stärkung des Menschen be stimmten unteren Räumlichkeiten ge langt. Eine besondere AnziehungS. kraft auf das hiesige Publikum haben stets die Abend'ttonzerte im Garten des Deutschen HauseS gehabt, welch letzteres durch unser vierte Bild dar

Italiens Beziehungen zu Oesterrcich. R o m, 29. Mai. Eben erst hat der Minister des Aus ivärtigen Tittom in der itaiienischei

Kammer erklärt, die Entrevue tc Venedig habe nicht den Zweck haben können, Zerwürfnisse zwischen Italien und Oesterreich , beizulegen, weil die Beziehungen schon vorher ausgezeichnete gewesen seien, da tauchen schon wieder auf den verschiedensten Seiten jene kleinen und kleinsten Ursachen zur Verstimmung auf, die oft schlimmer sind als die grohen Streitfragen. Vor Allem muß betont werden, daß Yiit nnrhii siliern srfrr ffrnhrS hv v ; V p Vjlivvv . - nezianischen Zeitungen kein Stresse haben, gute Beziehungen zwi' schen Rom und Wien zu fördern. weil ihre Gegenden es sind, die in allere erster Linie von Befestigungsarbeiten und Rüstungen profitiren und in ihrem Gefolge Geld m die nachstgelegenen Gebiete strömen sehen. Sie haben denn auch sofort den Feldzug wieder ausgenommen und man kann täglich im Adriatico", im Alto Adige", in der Gazetta die Venezra" u. s. w. lesen bei furchtbaren Rüstungen und Befestigungsarbeiten des Feindes" und von der Nothwendigkeit, das un geschützte Italien zu sichern, damit nicht eines Tages die Kroaten", die für den Italiener noch rmmer den Jnbegriff alles Kriegsfchreckens darstellen. in's Land einfallen. Man kann nicht sagen, daß diese Hetze einen großen Eindruck macht, obwohl ja die Regie rung ihr gerade m diesen Tagen mit Einbringung einer neuen Heeresvorläge entgegenzukommen scheint. Ernster ist die Verstimmung, die sich gegen den Stand der italienischen Universttätsfrage in Oesterreich wendet. Der österreichische Unterrichtsminister Dr. Hartel hat im Parlament gesagt, die Universität könne nicht nach Triest kommen, weil sie sich dort nicht in ausschließlich italienischem Terrain befände. und das den Keim zu ähnlichen Konflikten in sich schlösse wie in Jnnsbrück. Dem gegenüber rechne die Italiener nach, daß die letzte osterreichische Volkszählung ergab für Triest 145.000 Italiener. 23,000 Slawen und 9000 Deutsche. Da könne man also wohl von ausschließlich italienischem Territorium sprechen, um so mehr, als die Slawen gar nicht in der Stadt, sondern auf dem Lande wohnen. Allerdings hat Hartel seine Worte auch nicht so gemeint, daß er die Ziffern anfocht, sondern er hat darauf hinweisen wollen, daß es in Triest infolge der slowenischen Umgebung einerseits und der Gegensätze in der Stadtbevölker'ing (zwischen Jrredentisten und Reichstreuen) andererseits nicht an denjenigen Konfliktsstoffen fehlt. die man vermeiden möchte, und die sich eben in Rovereto und Trient nicht vorfanden. Tiee Frage wird demnächst auch im italienischen Parlament zur Sprache kommen da der frühere Unterstaatssekretär Roberto Galli in einer Interpellation anfragt, ob Jtalien die Ableugnung des italienischen Charakters für Trust dulden könne. Allerdings wird es Tittoni aus internationalen Gründen schwer werden. auf biete Frage überhaupt eine Antwort zu geben. eine HungcrSnoth. Nach den amtlichen Berichten ist Indien jetzt frei von Hungersnoth, aber der Referent W. H. Findlay von der Wesleyanischen Missionsgesellschaft, der vsn einer Reise durch Indien zurückgekehrt ist, berichtet, daß im Bezirk Madras eine schwere Hungersnoth herrscht. Die Noth erstreckt sich," so gibt die Nordd. Allg. Ztg. seine Ausführungen wieder, über ein Gebiet von 100 englischen Meilen und ist die schlimmste, die ein einzelner Bezirk seit 1877 zu erleiden hatte. Die Nordost monsune blieben gänzlich aus, rnfc die Erde ist fast so kahl wie eine Diele. Wohin ich auch kam, fand ich die Äetreidetöpfe, die den Jahresoorrath der Leute enthalten, leer. Von zehn Häu fern, die ich aufs Gerathewohl aufsuchte, fand ich in zweien gar keine Nahrungsmittel, in einem Reis im Werthe von einem Cent, was unter gewohnlichen Umständen für einen Mann genügt, jetzt aber für eine Familie von fünf Personen gekocht wurde; und in den übrigen sieben wurden in den Dschungeln aufgelesene Blätter, die ohne jeden Nährwerth waren, zu eine Mahlzeit gekocht. Während meines Aufenthalts sprach ich mit vielen unserer Agenten aus den von der Hungersnoth betroffenen Dörfern, und ick fand, dah die von mir angeführten Beispiele typisch für die allgemeine Lage derBevolkerung waren.Daoel muh sich diele Lage noch verschlimmern, da wenigstens bis zum August kein Regen fallen wird. Ein Missionär ließ, ehe ich fortging, Nothstandsarbeiten ausführen ;die Arbeiter gingen zu Hunderten zwölf englische Meilen hin und ebensoviel zurück, um vier Cents taglich zu verdienen, den Durchschnittsm r? c i n m lotm der Negierung für coiylianosarbeiten. Später habe ich gehört, dah auch die Regierung Schritte zur Ausführung von Nothsiandsarbeiten unternommen hat." Die projektirten neuen vier deutschen MilitärReitschule,i werden in Sprottan. Posen, Solt.iu in der Lüneburger Haide und Bruch, sal in Baden errichtet. Schrecklicher Blitzschlag Auf der Nellschützer Flur. Provinz Sachsen, wurde während eines festigen Gewitters der Invalide Ernst Tose auf freiem Felde vom Blitze erschlagen. ti Blitz hatte den Unglücklichen buchstäblich der Länge nach in

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H 1 I M-l-H-I IHM 1 ! H-M H-H-s l a n d : : -: Ermordeter Pfarrer. In Zawierce, einem an der preutzisch-schle-fischen Grenze belegenen russischen Orte, brachen Banditen in das PfarrHaus ein. ermordeten unter grausamen Qualen den Pfarrer und verletzten die weibliche Bedienung durch Messerstiche. Telegraphisch herbeigerufene Kosaken nahmen eine Verfolgung der Mordbuben auf, die jedoch ergebnißlos verlief. Von einem Pferde get ö d t e t. Im Herzoglichen Marstall zu Dessau, Anhalt, wurde der Kutscher Richter von einem Pferde derart gegen die Wand gedrückt, daß ihm die Brusi schwer gequetscht wurde. Als er infolgedessen niederfiel, erhielt er von dem Thiere noch einen Huftritt in's Gesicht. Die inneren Verletzungen, die er bei dem Unfall erlitten hatte, waren so schwer, daß er starb. Bräutigam aus den Wolken. Als der Luftschiffer Adolf Fränkel mit seinem Ballon über das Baltische Meer fuhr, muhte er auf der schwedischen Insel Oeland niedergehen. Er landete in einem Garten, dessen Besitzer, ein reicher Kaufmann, gerade an diesem Tag seine silberne Hochzeit feierte und zahlreiche Gäste bei sich zu Tisch hatte. Man leistete dem Luftschiffer sofort Hilfe und lud ihn dann ein, an dem Fest theilzunehmen. Dabei verliebte sich Fränkel m die Tochter seines Gastgebers und verlobte sich mit ihr. Aufrührerische Frauen. In Bilbao. Spanien, durchzogen dicht geschlossene Frauengruppen die Fabrikviertel, wober sie Nieder mu den Hausbesitzern!" schrieen. Sie trugen eine rothe Fahne mit der Inschrift: Der Miethverein verlangt Ermaßi;ung der Miethen." Die Frauen erzwangen die Schlichung aller Läden; die Läden, deren Besitzer sich nicht fügen wollten, wurden mit Steinen beworfen. Die Eisenbahnzüge wurden durch Steinhaufen und dadurch, dah Frauen sich über die Schienen legten, aufgehalten. Abordnungen der Frauen gingen nach dem Grubenbezirk, um einen Ausstand herbeizufuhren. Trotz der Verkündigung des Kriegszustandes legten zahlreiche Bergleute die Arbeit nieder. In den wenigen noch arbeitenden Werken wurden ein Fabrikdirektor und ein Wächter verletzt. Drei Regimenter Infanterie und mehrere Schwadronen Kavallerie kamen zur Stelle. Infolge des kräftigen Auftretens des Militärs zogen die Bewohner von Baracaldos ihre Möbel wieder von den Straßen zurück. Es wurden eine Anzahl Strafverfolgungen wegen Aufruhrs eingeleitet. Gefährlicher Elephant. In einem' Cirkus zu Vakewell, England, wurden zwei große Elephanten vorgeführt. Plötzlich warf einer derselben seinen Wärter mit dem Rüssel zu Boden und kniete mit den Vorderfüßen auf ihm. Der Elephant wurde hinausgeführt; draußen drückte er brüllend gegen das Cirkuszelt, so daß dieses wankte, riß dann die Leinwand nieder und kam wieder zum Cirkus herein. Die Zuschauer flohen. Der Direktor des Cirkus wurde von dem Dickhäuter zu Boden geworfen, und der Elephant stieß ihm einen Stohzahn in die Hüfte. Zuletzt gelang es, das Thier mit Ketten zu fesseln, worauf es von Soldaten erschossen wurde.

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