Indiana Tribüne, Volume 28, Number 257, Indianapolis, Marion County, 21 June 1905 — Page 2
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2 Indiana Tribüne, Mittwoch, den 21. Juni 1905.
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Wie oas Haus Tostana Krone uns La) verlor. In den vor Kurzem unter dem Titel .Aus meinem Leben" erschienen Lebenserinnerugen d?s Prinzen Kraft zu Hvhenzcllern Jngelfingen findet sich auch eine interessante Erinnerung an die Reise nach Italien, die der Verfaf ser als Flügeladjutant des kranken Königs Friedrich Wilhelm IV. im Jahre 1858 und 1859 unternommen hatte. Die Rückkehr des Köniqs räch Berlin erfolgte erst im Mai 1859. als schon die ersten Feindseligkeiten im itc-. lienischen Kriege begonnen hatten. Da erzählt der Verfasser: Mittlerweile begann die Reibe der Ausüände mit einer Revolution in Toskana. Dies ist gewiß die gemüthlichste Revolution, d'.e je stattgefunden hat. Eines Morgens erklärten sich dreizehn Perfcnen in Florenz als einstweilige Regterung. ernannten Minister, setzten die bisherigen ab und gaben B: fehle. Kein Mensch lieh sich in Florenz dadurch in seinen gewöhnlichen Beschäftigungen stören und Alles ging seinen Gang weiter. Nur die regierende grotzherzogliche Familie erschrat gewaltig und flüchtete auf den Boden des Taches vom Palazzo Pitti. Da aber kein Volksauflauf oder sonstige Unruhe folgte, auch Niemand die versteckte regierende Familie suchte, so langweilte sie sich in ihrem Verstehe und kam nach 24 Stunden in ihre Salons herunter. Es erfolgte nicht der geringste Versuch, die Regierung zu behalten, und nicht der geringste Angriff gegen das regierende Haus. Ta bestellte der Groherzog für sich, seine ffamilie und sein Gefolge die Wagen und reiste am hellen Tage ab. Eine Kavallerie-Abtheilung gab ihm das Geleit bis ur Grenze, um die große Wagenkolonne gegen die Räuber im Apennin zu schützen, sämmtliche Gesandtschaften fuhren bis zur Grenze mit. verabschiedeten sich vom Grohberzöge und fuhren ruhig nach Florenz zurück, wo der Grotzherzog fünf Mil lionen Skudi Privatvermögen verges sen hatte, die die Regierung mit Be schlag belegte. So war der Thron er ledigt. Niemand hatte ihn dazu gezwungen. Niemand that ihnen etwas. als die Reisenden durch Florenz fuhren. Dak der altersschwache, gutmüthiqe und des Regierens müde Großherzog so aller Thatkraft bar war. ist nicht zu verwundern. Daß aber der junge Erbgrohherzog (der Bater der Gräfin Montignoso) im Alter von 23 Jahren gar nichts that, um den Thron seiner Väter und alle Diejenigen zu vertheidigen, welche demselben in Treue anhingen, das ist unbegreiflich. i$r hat aber durch diese seine Unthätigkeit den Thron auf immer verwirkt. Formell hat Grotztrzoq Leopold Tl. am 21. Juli 1850 zu Gunsten seines Sohnes Ferdinand IV. abgedankt. Dieser äat aber nie die Regierung antreten können, da eine Abstimmung der Municipalitäten in Toskana sich mit 225 gegen eine einzige Stimme für die Absetzung der Dynastie erklärte.
Berlins nrucr Branddirektor.
Schwierigkeieen des H,reroAeld zuges. Tie Meldung iibor den Zug dos Oberleutnants Gräff gegm die im KankauVeld im nordöstlicheit Theil des Schulzgebieres boftndlicben Hcrero läßt wieder die gewaltigen Säzwie rigkciten crkennen, welche den deutschen Truppen durch die Natur be Landes bereitet werden. Bereits am 4. Tezemder v. I. meldete (öenerul von Trotha, daß Hauvtmann von Oertzen, der an stelle des erkrankten ObcrleuNiants Volkmann das Koinmando in Grootfontein übernehmen sollte, den Bciem labe, von dort aus in das Sandfeld im Cjten des Omu ranlba u Cmatafo aufzuklären, und am 7. März berichtete der General, es ''ein der Abtheilung Oertzen seckj? Reitkamele von Outjo aus überwiesen und ihr erneut aufgegeben worden, mittels dieser in das Kaukau-Veld bis nach Tobe i Vlqlfyoutcin) und Nein ei vorzugehen. Fn daö $fiWcrn-$Mb dürste auch die Hererobande gezogen sein, die Oberleutnant Graf voi: Schweinitz auf einem Aufriärungö ritt im Sandfelde 40 Kilometer oft Iich von Otjituo (der vielgenannten. am Omuramba u Omatako, östlich von Grootfontein gelegenen Siede-
lung) seststellte. die aber, wohl von
Bnichmannern vor einer spater an rückenden Abtheilung unserer Trup
pen gewarnt, die Flucht ergriff, so aß man nur verlassmeWeriten fand.
Tas genaue Tatum dieses Zuge
wurde damals nicht gemeldet: die
Nachricht davon traf hier Ende Mnrz
ein. Es scheint mwt nnwaarsmein
Iich. daß es eben Oberleutnant Gräft
war. der den Auftrag hatte, mit 3fl
Mann der 10. Kompagnie des 1. Re giments und seclis Kamelen die $c
rero im Saudselde aufzusuchen, denn
die jetzige Meldung besagt, daß er am
15. März Otjituo in der Ricktung
nach Neiiiei verlassen hat. Er zog zunächst, wobl auf dem auf der starte
im Bette M9 Ok.iuramba u Omatak, verzeicvueti.'n Wege, nach dein nord
wärts gelegenen .arakuwifa (Aorta bera), von wo sich füdostwärts ein Wz in das Kaukau Bcld wendet. I
dem wobl durch günstige Wasserver
Hältnisse dazu geeigneten tlkeidiö
wartete er die Verstärkung von vier
zig Mann und zwei Maschinengeweh.
ren ab, die ihm zugeschickt wurde, um
die Herero aud) auö diesem Schlupf Urins ei u öertrHOCTi. Das größte Dorf Preu ßens ist Zabrze in Schlesien, das 56. 000 Bewohner zählt.
Auf den Geleisen der
New York Central-Bahn laufen jetzt
eichelS Tdir nd Verdienste um deutsche Keulöscheke. Der neue Berliner Branddirektor Maximilian Reiche!, der Nachfolger des verstorbenen Branddirektors Giersberg, wirkte seit 1900 in gleiche? Eigenschaft in Hannover. Ihm rerdankt das deutsche Feuerlöschwesen
Maximilian Reichet.
eine Reihe Durchgreifender Verbesse?un-
gen. So !war Reiche! der erste, der
einen kompletten Automobil-Löschzug
in den Tieüst stellte. Auch führte er in
Deutschland das amerikanische Feuermelde Wesen ein.
Reickel. der 1856 in Magdeburg ge-
boren wurqe und das Baufach studirte.
trat 1882 in den Feuerlöschdienst und
machte infqlge seiner Tüchtigkeit rasch
Karriere, ftn Hannover habilitirte er
sich 1900 als Prwatdozent für Feuer löschwesen an der Technischen Hoch
schule.
i , Die Japaner in Korea.
Zhee Reiormarbett und tten knall ficht'
I dar, OeefMli. Der Pekinger Korrespondent der
Londoner .Times" schickt eine etwas enthusiastische Schilderung der Fort-
schritte, die! Korea gemacht hat. seit es
von den Japanern besetzt ist. Er bemerkt aber vorweg, daß der Kaiser von
Korea die Erfolge der japanischen Re-
formthätigLeit sehr ungern sieht, daß derselbe imjmer noch auf einen schließlichen Sieg der Russen hofft, und daß er auch mi Graf Lamsdorff Verbindung unter ält. Japanisc ie Civilisten, meist mit Fa milien, strömen in das Land hinein,
etwa 60.00) haben sich schon in Korea
angesiedelt.
noch an.
und weitere kommen immer
Eine fast ununterbrochene
Kette von japanischen Niederlassungen
erffreckt sich von Fusan im Süden bis hinauf zum Dalu. Die Eisendahn von
Fusan zum, Jalu ist ganz fertig bis
auf eine Brücke bei Anju. Die Söul-Fusan-Eiseybahn macht sich jetzt schon
bezahlt, obtioohl sie noch nicht formell
eröffnet isti Tie Söul-Yalu-lZisen-bahn ist seit April vorigen Jahres vom
Militär ganjz neu gebaut, und alle pro-
vlorischen Holzbrückcn werden späte? durch feste vermanente Brücken ersetzt werden. Gine Zweigbahn nach Ma,
sampho ist j auch im Bau. und eine Hauptlinie toirö über die koreanische Halbinsel hinweg von Söul nach Gensan und den Tumen-Flusse hin gebaut
werden. Bei T schein ulpo und Fusan werden gleichzeitig große Landflächen
trocken gelegt und Hafenbauten vorge-
nommen. und die Zollverwaltung baut
fortgesetzt Leuchtthurme. Die meisten ausländischen Berather" haben Korea
vettaffen oder jperoens nach Ablauf !6rer ontrakte verlassen und m fasi allen Fällen nehmen dann japanische Berather ihre Plätze ein. und deren Rath" muß befolgt werden. Japa-
nische Berather sind dem Handelsmini-
sterium. sowie den Ministerien für
Krieg. Finanzen. Unterricht und Poli-
zei oeegeoen. Die foreanische Armee, eine werthwse Truppe von 9000 Manu, ist zu einer Valastwache von 1500 Mann reduzirt worden. Die koeanische Polizei ist suspendirt und japanische Gendarmerie hat angefangen, in Söul und dem umgebenden Lande für Ordnung zu sorgen. Japan beherrscht jetzt auch alle Verbindungen Koreas mit dem Auslande und hat durch Konvention die Post- und Telegraphenverwaltung übernommen. Ttund der Banmwollc.
Folgendes Bulletin über den Stand der Baumwolle wurde vom land-
wirthscha'tlichen Departement veröf sentlicht:
Die dem statistischen Bureau des
landwirthschastlichen Departements zu-
gegangenen Berichte lassen ersehen, daß
im Ganzen in den Äer. Staaten am 25. Mai 28.120.000 Acre, oder um
3.610.000 ooer 11.4 Prozent weniger
als im vorigen Jahre mit Baumwolle
bepflanzt waren.
Der Durchschnittsstand belief sich
am 25. Mai jetzigen Jahres auf da
Prädikat 77.2 gegen 83 am 26. Mai 1894. 74.1 am entsprechenden Tag? des Jahres 1903 und 85.3 am entsprechenden Tage im Durchschnitt der letzten zehn Jabre. Die Abnahme der Anbaufläche beträgt für Texas 12 Procent. Für die einzelnen Staaten wird der Stand rer Baumwolle am 25. Mai Wie folgt angegeben: Virginien 87. Nord - Carolina 83. Süd-Carolira 78, Georgia 84, Alabama 87, Louisiana 73. Florida 88, Mississippi 73, Texas 69, Arkansas 73, Tennessee 86. Missouri 84. und
in küdcs :Kci:cr i.;adun Ueber einen japanischen Reiterzug. der kurz vor der Schlacht bei Mukdea erfolgreich unternommen wurde, wird auf Grund zuverlässiger Mittheilungen berichtct: Am 9. Januar trat eine Abtheilung von 150 Reitern, zusammengestellt aus Freiwilligen von vier verschiedenen Regimentern, unter dem Kommando des Majors Naganuma. von Sumapao bei Haikatai lim Westen des KriegsschauPlatzes) aus diesen Ritt an. Der Auftrag ging dahin, an einem Punkte möglichst weit nördlich von Mulden, die mandschurische Bahnlinie im Rücken der Russen zu zerstören. Gerade um diese Zeit hatte der General Mischtschcnko auf dem rechten Ufer deLiao mit einem starken Kavalleriecorps den bekannten Vorstoß auf Jinkau und Alt-Niutschwang gemacht, der damals viel Staub aufwirbelte, aber wenig wesentlichen Erfolg hatte. Drei Tage, nachdem die russischen Kosakenabtheilungen nach Süden gestürmt wa ren. wandte sich Major Raganuma nordwärts. Sein kleines Häuflein marschirte ohne Train und mit leichtestem Gepäck. Jeder Reiter führte in seinen Halftern eine magere Wochenration von Preßreis; damit begab sich das Streifcorps auf feindliches Gebiet und suchte sich bei strengster Winterkälte Obdach und Atzung, wo sie gerade zu finden waren. Der Zielpunkt war die Eisenbahnbrücke über den Hsingtaifluh, etwas südlich von Tschangtschun. also 240 Kilometer nördlich von Mukden. An ortskundigen Mannschaften und Führern gebrach es der kleinen Abtheilung sicher nicht, allein da man auf Schleich- und Umwege angewiesen war. hatte Major Naganuma von Sunmpao aus bis zu der erwähnten Brücke einen Weg von 450 Kilometer zurückzulegen. Man war aus naheliegenden Gründen genöthigt, bei Nacht zu marschieren und erreichte in 43 Tagen. ohne ungünstigen Zwischenfall und ohne die Aufmerksamkeit der Russen rege zu machen, am 11. Februar, als Oyama seine letzten Maßnahmen für die Mukdener Schlacht traf, das Ufer des Hsinkai. Hier sprengte die Schaar die Eisenbahnbrücke in die Luft. Damit war dann freilich jede weitere Möglichkeit, sich verborgen zu halten, ausgeschlossen. Man begab sich mit verhängtem Zügel auf die Heimkehr, und die Russen beganncn die Jagd auf das verwegene Häuflein. Drei Tage später, am 14. Februar, wurden die japanischen Reiter von 300 Kosaken mit zwei Foldgeschützen angegriffen, warfen aber d?n Feind zurück und führten ein feindliches Geschütz und einen Gepäckwagen als SieaMeute mit davon. Der kühne Zug hatte aber außer seinem unmittelbaren Erfolge noch für die Japaner weitere günstige Wirkun. gen. Man glaubte im russischen Hauptquartic-r an eine weite Ueberflllyelung und sandte starke KavallerieMassen gegen Tschangtschun, wodurch dann wieder die Strecke, auf der balr darauf Nogi's Truppen vordrangen entblößt wurde. Am 13. Aärz aber ritt Major Naganuma mit seinen Reitern nach 63 Tagen wieder in die japa nischen Vorpostenstellungen ein. erstattete noch am selben Tage bei Marschall Oyama Bericht und erntete die verdiente Auszeichnung. Sonst verlautete auch in Japan kein Wort über dik kühne That. Sie ist erst neuerdingdurch Briefe Naganuma's und eines seiner Offiziere an ihre Eltern in weitere Kreise gedrungen.
Kt Jirtrffi ?Cnfrft- I
Wegen Raubmordes sind die beiden Weber Eduard und Hermann Neumann vom Schwurgericht in Plauen zum Tode verurtheilt worden. Die beiden Mordbuben hatten im Februar d. I. am hellen Tage bei Voigtsgrün den Gutsbesitzer Forner überfallen, geblendet, indem sie ihm Pfeffer in die Augen streuten, und dann erdrosselt. Das Ergebniß des Raubes waren drei Mark. Die Verhandlung gegen die Beiden entroll, te ein geradezu erschreckendes Bild gemeinster Habgier und entsetzlichster Roheit. Dcr ältere Neumann, der einen großen Theil seines Lebens hinter Zuchthausmauern zugebracht hat, gab mit verblüffender Ruhe und blutrünstiger Detailmalerei über den Mord Auskunft. Die Bedenken seines Neffen. der den Mord nicht ausführen wollte, zerstreute Neumann mit den Bemerkungen: In Japan und Rußland sterben alle Tage Hunderte und Tausende; was kommt es da auf einen
mehr oder weniger an!" und: Ach.
was Sünde! Sunde ist Leberwurst !"
Bei der That selbst legte er dieselbe viehische Brutalität an den Tag. Als Forner, dem die Beiden mit seinem eigenen Halstuch die Kehle zugeschnürt
hatten, sich noch wehren wollte und
stammelte: Ick will Euch Alles ge
ben!" rief der ältere Neumann seinem Neffen zu: Thu mal Dein Messer her. ich schneide ihm die Kehle durcb!"
Das Urtheil nahmen Beide ganz theil
nahmslos auf. ES ist ein Glück zu r r r
nennen, oarz vie mcncniicne eu schaft von einem solchen Ungeheuer be freit wird. Denn, wie die VerHand lung ergab, hatte Neumann sich vorge
nommen. in der nächsten Zeit eine alte Tante in Leipzig, eine Butterhändlerin, und seinen eigenen Bruder zu er-
morden.
König Edward dedicirte
den Kopf seines berühmten Pferdes. Ambush II.. dem Naturgeschichtlichen Museum zu London. Londons neue Motor-Feuer-
spritze vermag.
Die Kugel im Flug. Vdographttck,e Nulnnkme bei in iUiti Sekunde Velichtung. Die Herstellung hochempfindlicher Trockenplätzen ist bekanntlich zu einer hohen Stufe gediehen. Aber eine photographische Aufnahme von Vorgängen. die wegen ihrer außerordentlichen Geschwindigkeit selbst dem mit d:n schärfsten Gläsern bewaffneten Aue vollkommen unsichtbar bleiben, hat man bisher noch nicht ermöglicken können. Bis vor gar nicht langer Zeit sind alle Versuche, die man in dieser Richtung anslellie. mehr oder weniger gescheitert, und erst dem elektrischen Funken als Belichtungsmedium blieb es vorbehalten, die Lösung dieses Problems zu ermöglichen. Mit seiner Hilfe ist es gelungen. Vorgänge, die in ihrer Erscheinungsform, ihrem Wese
Maiiulicherkllgel im Fing. und Verlauf bisher unbekannt waren, auf die photographische Platte zu bannen. Die Abbildung zeigt die photographische Aufnahme eines fliegenden Geschosses aus einem Mannlicher-Geweh? be! einer Fluggeschwindigkeit von 1750 Fuß in der Sekunde. Das Bild, das bei flüchtigem Hinschauen an eine photographirte Cigarre mit daranhängender Asche erinnert, gestattet einen Einblick in das Verhalten der Luft. wenn sie von einem fliegenden Geschoß durchschnitten wird. Die Verdrängung und Verdichtung der Luft durch das Projektil, die im Bilde vortrefflich zum Ausdruck gekommen ist, wird der Beschauer bei näherem Zusehen leicht als solche erkennen. Schon hierbei drängt sich ein Vergleich M?t dem Verhalten des Wassers auf. wenn ein Schiff seine Fluthen durchschneidet. Aber auch die physikalischen Vorgänge, die hinter dem Geschoß in der Luft stattfinden, sind ganz ähnlich denen im Wasser hinter einem fahrenden Schiff. Wir sehen hinter dem Geschoß eine breite Schwanzwelle, dazwischen Zwischenwellen, endlich Wirbel erwärmter Luft, ähnlich den Wirbeln im Kielwasser eines Schiffes. Und wie man aus der Streckung der Bug- und Achterwelle eines Schiffes auf seine Geschwindigkeit schließen kann, spricht sich hier die Geschwindigkeit des Geschosses aus durch Form und Größe der Luftwellen. Unser Bild ist von dem um die Photographie fliegender Geschosse hochverdienten Professor Dr. Ludwig Mach in Prag aufgenommen, der schon vor Jahren auf diesem Gebiet sehr beachtenswerthe Ergebnisse erzielte. Die Belichtilngszeit entsprach der Dauer des elektrischen Funkens, betrug also etwa 1-800.000 bis 1-1.000.000 Se-künde.
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Der Selbstmord des koreanischen efandtschaftsttcheS in London hat in den weitesten Kreisen Aufsehen und Theilnahme erweckt, da der etwa 40jährige Herr Ji Han Enny sich großer Beliebtheit erfreute. Seit längerer Zeit schon hatte man an dem sonst so heiteren Manne Zeichen tiefer Schwermuth bemerkt. Er äußerte sich des öfteren sehr bekümmert über das voraussichtliche Schicksal seines Vater landes. das einer endgültigen Auftheilung nicht werde entgehen können. Vor etwa ander-alb Jahren hatte der koreanische Gesandte London verlassen und seinen Attache Mi Han Enny mit der Weiterführung der Legationsgeschäfte betraut. Bald darauf machten sich bei diesem die Zeichen schwerer nervöser Erkrankung bemerkbar. Er wurde zuletzt so sonderbar in seinem Betragen, daß seine Umgebung ärztliche Hülfe heranziehen mußte. An einem Moraen. nach einer ziemlich ruhig verbrachten Nacht, schickte er seinen Krankenpfleger, der bisher nicht von seinem Bett gewichen war. aus. ihm etwas zu besorgen. Kaum war dieser fort, so muß der Kranke aus dem Bett gesprungen sein und sich an die Aussührung seiner schrecklichen That gemacht haben. Denn der nach kurzer Zeit wiederkehrende Wärter fand Ai Han Enny bereits als Leiche am ThurPfosten hängend vor. Er halte sich mit seiner seidenen Gürtelschnür aufgeknüpft. Die sofort von den herbeigerufenen Aerzten angestellten Wiederöelebungsversuche blieben erfolglos. Daß er übrigens schon Tage vorher geplant hatte, seinem Leben gewaltsam ein Ende zu machen, bewies ein Schreiben. das der Koreanische Generalkonsul Prichard-Morgan von ihm erhielt, worin er bewegt Abschied genommen hatt?. Der traurige Fall hatte einige inte.nationale Schwierigkeiten betreffs der durch englisches Gesetz gebotenen Le-.-chenschau im Gefolge. Diese konnte nicht ohne weiteres ausgeführt werden. da die Gesandtschaft koreanisches Gebiet darstellt. Qie koreanische Regierunq gestattete adtr schließlich freiwillig als Akt der Höflichkeit die Beuchtigung des TodWi durch den Coro-
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INDfANAPOLIS, INDIANA. Ber Staate Depofitorium Temporäre (ocali'ät : . 35 Siiö Meridian Straße.
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