Indiana Tribüne, Volume 28, Number 256, Indianapolis, Marion County, 20 June 1905 — Page 3
Indiana Tribüne, 20. Juni 1905.
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Japanische
Werden Anfangs August
Hundert andere Städte für die Berhandlungeu vorgeschlagen. Loomis scheint den Kürzeren gegen Bowen zu ziehen. Chicago Streiker suchen um Arbeit nach.
Konferenzen bei Xoosevelt. W a s h i n g t o n, 19. Juni. So. wohl der japanische Gesandte wie der russische Botschafter waren heute bei Präsident Roosevelt. Keiner wollte sich über den Inhalt der Konferenzen äußern. Der russische Botschafter, Graf Casfini sagte nur. eS seien ihm keine japanischen FriedenSunterhündler genannt worden und er selbst sei auch nicht in der Lage gewesen russische zu nennen. Man kann mit ziemlicher Bestimmt heit annehmen, daß bei bm Konferenzen im Weißen Hause keine Frage von Bedeutung erledigt wurden. Beide Diplomaten drückten dem Präsidenten die Befriedigung ihrer Regierungen darübe: aus, daß die Verhandlungen zu Washington stattfinden würden. Der Präsident war bereits von dem Botschafter Meyer zu St. Petersburg und dem Gesandten GriSeom zu Tokio unterrichtet worden, daß die betref senden Regierungen über die Wahl deS OrteS erfreut seien. Ob die Konferenz in Washington selbst stattfinden wird, ist noch nicht entschieden, die ist eine Sache der Be vollmächtigten. Die Entscheidung wird erst getroffen wenden, wenn die Bevoll mächtigten hier zusammenkommen. Der Präsident hat in den letzten Ta gen wenigsten 100 Briefe erhalten, die fast ebensoviele Städte in verschiedenen Theilen des Landes als Verhandlung?' Ort vorschlagen. Der Präsident will mit dieser Frage Nichts zu thun haben und die Regierung wird sich nicht in dieselbe einmischen. W a s h i n g t o n , 19. Juni. Kogore Takahia, der japanische Gesandte, erschien heute im Weißen und theilte dem Präsidenten mit, daß eS den ja panischen Bevollmächtigten möglich sein werde, Washington Anfangs August zu erreichen, wann eS für räthlich ge halten werde, daß sie um diese Zeit hier seien. Die Nachricht wurde dem russischen Botschafter mitgetheilt, der dem Prüft, denten im Exekutiv'Gebüude erwartete, und dieser wird bei seiner Regierung anfragen, wenn die russischen Bevoll mächtigten hier erscheinen können. Bowen LoomiS. Washington, 19. Juni. Die Entscheidung deS Präsidenten in dem Bowen-LoomiS-Falle ist in nächsten Tagen zu erwarten. Für Bowen hat sich die Sachlage durch Aussagen von Beamten des ASphalt.TruftS günstiger gestaltet und seine Freunde erklären. daß der Präsident nicht wagen wird ihn auS dem diplomatischen Dienste zu ent lasten. Bowen hat eine lange Erklärung für Veröffentlichung vorbereitet für den Fall, daß er auS dem Dienste entlasten werden sollte. Dieselbe wird nicht der Preste übergeben werden, wenn der Präsident sich damit begnügt Bowen einen Rüffel zu ertheilen und ihn im öffentlichen Dienste zu lassen. AlS sicher kann angenommen werden, daß Loomis nicht im Amte eines HilfSfekretärs bleiben wird und daß ihm wahrscheinlich ein Platz im diplomatischen Dienste gegeben werden wird. Paßschwindler verur theilt. Washington, 19. Juni. DaS Staatsdepartement hat die Mittheilung erhalten, daß O. B. Hartman in Phi ladelphia des Betruges, begangen durch Erschwindelung eines Passes, schuldig gesprochen worden sei, weil er behufs Erlangung deS Passes durch Eid er hörtet hatte, daß er in Milwaukee ge boren sei, was sich als eine Unwahrheit erwiesen hat. Die bedeutet die erste in diesem Lande vorgekommene Berur theilung wegen eines Vergehens dieser rt. Norwegische Studente beim Präsidenten. Washington, 19. Juni. -Präsident Roosevelt erhielt heute den Besuch von etwa HO Studenten deS angerverdanoes, die eine Reise durch ,baS Land gemacht haben.
Unterhandln
in Washington erscheinen. Agenten deS HandelSde p a r t m e n t S. Washington, 19. Juni. DaS Department für Handel und Gewerbe hat beschlossen 5 Agenten auszusenden, um die AuSfuhrfrage zu ftudiren. Der Act leitet sich auf einen Congreßbe schluß zurück, und wurden 830,000 zu diesem Zweck bewilligt. Die erwähl ten Agenten find : Prof. Lincoln Hut chinson, Charles M. Pepper, Harry R. Burrill, Raymond F. Christ und Dr. Edward Bedloe. Die Herren erden einzeln, Canada. Central und Süd-Amerika bereisen, und haben im Januar 1906 dem Congreß Bericht zu erstatten. Mayflower füi Gäste vorbereitet. Washington, 19. Juni. DaS Flottendepartemet hat Befehl erlassen. den Kreuzer Mayflower am 1. August in Dienst zu stellen. Der Kreuzer soll bei Unterhaltung der FriedenSbevoll mächtigten benutzt werden, sowie bei dem Besuche deS Bringen Louis von Battenberg mit einem britischen Ge schwader im Oktober. DaS Schiff befindet sich gegenwärtig im Schiffsbauhofe von New Bork, wird aber nach Washington gebracht werden, sobald eS in Dienst beordert wird. Neue Poftvertrüge. Washington, 19. Juni. Der Generalpoftmeifter und der Gesandte Panama'S unterzeichneten einen Post vertrag zwischen beiden Ländern, der am 19. Juli in Kraft treten wird. Derselbe ist analog den Verträgen mit Canada, Mexico und Cuba. Ferner unterzeichnete der GeneralPostmeister einen Vertrag mit dem Colonialverband von Auftralia bezüglich Beförderung von Packeten. - Geldes Fieber. Washington. 19. Juni. Gouv. McDonald zu Panama meldet 3 neue gelbe Fieberfälle und 2 Todes fülle. Sekretär H a y. W a s h i n g t o n . 19. Juni. Se. kretär Hay kam um 6.30 Uhr heute Abend in Washington an und begab nach dem Weißen Hause, wo er den größeren Theil des Abends in Konfe renz mtt dem Präsidenten verbrachte. Daß der Chefingenieur des Kanal daues Wallace, mit Frau und zwei Sekretären hierher zurückkehrte, wird in manchen Kreisen als ein Anzeichen be trachtet, daß er nicht mehr nach Panama gehen wird. T e n n e s f e e. " Washington, 19. Juni. DaS Schlachtschiff ..Tennessee" wird nach seiner Vollendung nach Tennessee geschickt werden, wo ihm von Vertretern deS Staates ein prachtvolles Silber' Service überreicht werden wird. Streik. Ch i ca g o , 19. Juni. ES liegen heute Anzeichen vor, daß der Streik der Fuheleute noch vor Ende der Wochi be endet sein könne. ES wurde angekün digt, daß den Streikern selbst gestattet werden solle, darüber abzustimmen, ob der Streik bedingungslos aufgegeben werden solle oder ob er weiter geführt werden solle. ES wird ein Referendum in den näch ften Tagen gestellt. Schießerei. Dubais, Pa., 19. Juni. JameS ChamberS, ein Hoteleigenthü mer, sein Sohn William und ein Mann Namens Geo. Harvey wurden heute Abend in der Wirthschaft deö Hotels von Bert Rowland geschossen. Der Zustand von JameS ChamberS tN dedenkttch, die detden Anderen wer den genesen. Geehrt. W a s h i n g t o n. 19. Juni. DaS Staatsdepartement ist benachrichtigt worden, daß die chinesische Regierung dem Gesandten John Barrett von Colombia den Orden des doppelten Drachen verliehen habe, in Aner kennung der Verdienste, die sich Barrett um da chinesische Exhibit bei der St. Louiser Ausstellung erwarb.
Durch einen Zng
Zwei Personen getödtet. Bloomington, Jll., den 19. Jur i. A. I. Barr, ein hervorragen der Advokat von hier, und Frl. May Herbert wurden heute Nachmittag von einem Zuge der Chicago & Alton In terurban Bahn eine Meile östlich vor Normal überfahren und auf der Stelle getödtet. Frachtverlader verlangen mehr Lohn. C h i c a g o , 19. Juni. Zwischen der Union der Frachtverlader und mehr als einem Dutzend Elsenbahngesellschaften herrschen Verhandlungen über einen neuen Tarif. Ueber 4000 Mit. glieder der Union der Frachtverlader verlangen 10 Prozent mehr Lohn. Sie verdienen jetzt $1.75 $2.00. Die ge genwärtige Vereinbarung läuft am 1. Juli ab. Deutsche Arbeiter verlangt. G a l v e st o n, Tex., 19. Juni. Um dem Arbeitermangel abzuhelfen, wur den mexicanische Arbeiter importirt. DieS mißfiel sowohl den hiesigen Wei ßen wie Schwarzen, und die Mexikaner wurden unter TodeSdrohungen über die Grenze gejagt. Damit die Ernte sowie die großen Eisenbahnbauten im südwestlichen TexaS nicht leiden, wird der Versuch gemacht, etwa 3000 deutsche Einwände rer zu $1.50 per Tag, durch das Ein wanderungS'Bureau zu erlangen. Einführung der lateini schenSchrift in Japan. San Francisco, 19. Juni. Mr. Toyama von Tokio, ein Mitglied der japanischen Gesellschaft für Ein führung der lateinischen Schrift, be findet sich hier. Die Gesellschaft ist thatsächlich eine RegierungS'Cvmmisfion, welche ernannt wurde, um über die Einführung der lateinischen Schrift in Japan zu berichten. Mr. Toyama sagt, daß innerhalb zehn Jahren die jetzigen chinesischen Schriftzeichen, die in Japan gebraucht werden, durch lateini sche Buchstaben ersetzt werden. Die Gesellschaft selbst brauche in ihrer Cor respondenz nur lateinische Schrift und unter ihren Mitgliedern zähle sie viele Regierungsbeamte und hochangesehene Persönlichkeiten in Japan. Oel Industrie. Jndependence, KaS., 19. Juni. General.BetriebSleiter O'Neil von der Prairie Oil & Gas Co. kün digte heute an, daß die Standard Oil Company den Betrieb in den Oelfel dern von KansaS wieder aufnehmen wird, den sie nach Erlaß der scharfen Gesetze der letzten Legislatur einstellte. Konvention der Preß l e u t e. San Francisco, 19. Juni. Zur Jahreskonvention der Jnterna tional Printing Preßmen'S & Asfi ftantS Union" von Nord Amerika hat ten sich heute etwa 200 Delegaten ein gefunden. ES wurde mitgetheilt, daß die Mitgliederzahl der Union bedeutend zugenommen habe. Weißer Rabe. New York, 19. Juni. In Brooklyn wurde mit dem Bau eines 20ftöckigen GebüudeS begonnen, das einen ganzen Block einnehmen wird. Wohnungen in demselben werden nur an solche Familien vermiethel, die Kin der besitzen. DaS Gebäude wird Eigenthum des Herrn H. P. Belmont fein. DaS schnellste Schiff der Welt. B r i d g e p o r t, Conn., den 19. Juni. Mit Nächstem wird hier ein Schiff vom Stapel gelassen werden, das hinsichtlich seiner Dimensionen an Schnelligkeit alle Schiffe der Welt über flügeln w'rd. ES wurde im Geheimen gebaut, um die Kraft deS HerreShoffschen Motors zu beweisen, der den Ent wurf für das Schiff lieferte. Der Name desselben ist Deu". Die Länge des Schiffes betrügt 35 Fuß, die Breite 4 Fuß 6 Zoll. ES wird erwartet, daß das Schiff 85 Meile pro Stunde zu rücklegt. Nationalbank geschloffen. Washington. 19. Juni. Die Fredonia Nationalbank zu Fredonia, N. I , wurde heute auf Anordnung deS CourantkontrolleurS geschlossen, nachdem er durch den Bankexaminator benachrichtigt worden war, daß die Bank insolvent sei. I. W. Schofield wurde zum Receiver ernannt.
Tornado
Verbreitet Tod und Verderben. BluemoundSS. WiS., 19. Juni. Ein junger deutscher Arbeiter wurde auf der Farm von ChaS. CoUinS während des Melkens durch einen Tornado getödtet. Der Schaden in der Nachbarschaft beträgt $150.000. Viel Vieh kam um. Wahlplüne zerstört. Philadelphia. 19. Juni. DaS republikanische Campagne-Comite für die Stadt Philadelphia hielt heute eine ExtraVersammlung, um eine aus bei Partei hervorgegangene Forderung zu erwägen, nach der das Ticket für die Novemberwahl geändert werden soll. ES wurde ein Comite ernannt, das mit den Bürgern, die das Verlangen stell ten, berathen soll. Die Bürger haben gefordert, daß neue Kandidaten aufge stellt würden, die daS Vertrauen der republikanischen Stimmgeber hätten. Sitze. Washington. 19. Juni. Heute brachen hier 7 Personen unter der Hitze zusammen. Die höchste Tempe ratur war 93 Grad. Streiker suchen um Ar. b e i t nach. Chicago, 19 Juni. ES sieht heute fast so auS, als wolle Uneinigkeit in den Reihen der Streiker ausbrechen. Eine große Anzahl von ihnen bewarb sich einzeln um die früheren Plätze, aber vergeblich, weil die Arbeitgeber auch in dieser Beziehung gemeinsam vorgehen wollen. Im Hauptquartier der UnionS wurde zugegeben, daß Gesuche um Arbeit ge stellt worden seien, sobald der Streik offiziell für beendet erklärt worden sei. TexanischeS Vieh. S i o u x City, Iowa, 19. Juni. Während der letzten 30 Tage passtrten hier etwa 100 endlose Züge, beladen mit südlichem Rindvieh, welches nach den nördlichen Weideplätzen gebracht wurde. Die Anzahl betrügt 90,000 bis 100,000 Stück. Der sprüchwörtliche ..TezaS Steer" mit seinen langen Hörnern, wird bald zu den Seltenheiten, da die Viehzüchter beschlossen haben, von jetzt an, den 10,000,000 Kälbern, welche in diesem Lande jährlich geboren werden, die Hörner zu stutzen, wodurch jedes Thier einen Mehrwerth von 2 Dollars erhall, ein Gelammtprofit von $20.000.000, nur nebenbet. Mexico. Todtenamt für Kaiser Maximilian. Mexico, 19. Juli. Ein feier licheS Todtenamt fand heute, am 38. Jahrestage seiner Hinrichtung, für Kaiser Maximilian in der Jesuiten Kirche St. Brigidi statt. Viele alte Anhänger wohnten dem Gottesdienste bei.' Schiffsnachrichten. New York: Potsdam von Rotier dam. Plymouth: Kaiser Wilhelm II. von New York. Hamburg: Blücher" von New York Bremen: Barbarossa" von New York. Dover: Finland" von New York. Boulogne: Graf Waldersee" nach New York. Cherbourg: Kaiser Wilhelm II." von New York. 5? o r st m e i st e r Gifford Pinchot, der Chef des Forstbureaus im Ackerbau - Dedartement. bat eine rverthvolle Arbeit vollendet: A Primer of Forestry", praktische Forstwirthschaft, die mit dem eben erschienenen zweiten Band jetzt vollständig vorliegt. Die Publikation giebt positive Information über das Wesen der Forstwirthschaft. Der erste Theil ist bereits in 1899 erschienen und hat schon mehrer Auflagen erlebt. Daß ein solches Werk zeitgemäß ist, geht schon daraus hervor, daß etwa 225,000 Exemplare abgesetzt worden sind. Während der erste Theil das Ueben des einzelnen Baumes, das Leben desWal des und die feinde des Waldes behan delt, befaßt sich der eben vollendete zweite Theil mit der praktischen Forst wirthschaft, mit der Ausnutzung und Erhaltung der Wälder. ES werden Veraleicke mit der ??orftkultur anderer Länder angestellt, und der Verfasser mutz das Geständmtz machen, daß in vieserBeziehung die Ver. Staaten hinter allen anderen civilisirten Nationen zurückstehen. Doch hat er begründete Hoffnung, daß sich jetzt ein Wechsel zum Besseren vollziehe.
I Gift und Tolch in der großen In scktenwelt. Wanze und Tausendsühler Vieen, Wespen: und Hsrniffenstiche a ist der spanischen Kliegen und Taranteln Sine wirksame Borbeugungvmakregel. Wenn vom Gift in der Thierwelt die Rede ist. denkt derjenige, der nicht in täglichem Umgang mit der Natur lebt, oder ausführliche Kenntnisse aus Büchern geschöpft hat, zuerst immer an die Schlangen. Außer diesen gibt es aber noch zahllose geflügelte und auch einige höher orga.iisirte Thiere, die von der Statur mit Gift und Tolch bewaffnet sind. Besonders zahlreich finden sie sich in der Klasse der Jnsekten, und wenn die Verwundung auch meistens nicht so tragisch ausläuft, wie bei Schlangenbiß, so hängt dies viel weniger davon ab, daß ihr Gift etwa ein minder starkes wäre, als von dem Umstände, daß diese verhältnißmäßia kleinen geflügelten Todfeinde eben auch nur wenig Gift in die von ihnen verursachte Wunde spritzen können. Schon der Biß der Wanzen verräth durch den heftigen Schmerz, daß ihr Drüsensekret kein harmloses ist; es enthält eine starke Säure, unter deren Einwirkung sich die Nadel, mit der man ein Exemplar aufspießt, bald mit Grünspan bedeckt. Weit heftiger ist bereits das Gift der Tausendfüßler, von denen einige zuweilen auch in GeWächshäusern auftretende Arten in ihren Drüsen sogar das stärkste aller Mineralgifte, nämlich Blausäure produziren. Das Sekret der Ameisen, das lange als Gift betrachtet wurde, will man zwar heute nicht mehr als solches gelten lassen, seitdem man weiß, daß es der Hauptsache nach mit der auf chemischem Wege darstellbaren Ameisensäure identisch ist. Die von diesen Thieren abgesonderte Flüssigkeit ist jedoch so ätzend, daß z. B. die in einen Ameisenbau hineingehaltene Hand sich sofort röthet und sogar von einer ernsteren, lang anhaltenden Entzündung ergriffen werden kann. Von der Jnsektenfamilie der Hautflügler. die in 15,000 Arten über die ganze Erde verbreitet sind, besitzen die weiblichen Individuen fast durchweg eine Giftdrüse und Giftstachel. Am bekanntesten sind die fatalen Wirkungen des Bienen-, Wespen- und Hornissenstiches. Merkwürdigerweise führen Männchen keinen Giftapparat, und die Arbeiterinnen, die nichts anderes sind als verkümmerte Weibchen, müssen die Verwundung, die sie einem anderen Geschöpf zufügen, meistens mit dem Leben bezahlen, weil der Giftstachel in der Wunde abbricht und der Dolchtrager infolgedessen sterben mutz. Dieser Giftstachel ist es aber auch, der die Verwundungen so schmerzhaft macht, weil feine Widerhaken seine Entfernung erschweren. Es ist keine Mythe, daß ein Hornissenschwarm ein kräftiges Pferd durch seine Stiche umbringen kann, und in einem geschichtlich beglaubigten Fall haben Bienen sogar als Vertheidigungswaffe im Kriege eine Rolle gespielt. Als nämlich zur Zeit des Bauernkriegs (1525) rebellirende Bauernhaufcn Schloß Hohenstein am Harze einzunehmen suchten, überlegte sich der Schloßherr nicht lange, sondern ließ seinen aufständischen Bauern einfach von der Burgmauer Bienenstöcke sammt ihrem lebenden Inhalt auf die Köpfe werfen, mit dem glänzenden Erfolge, daß jene sofort die Belagerung aufgaben. Ein höchst gefährliches Gift enthalten die spanischen Fliegen, die in Wahrheit keine Fließen, sondern Käfer sind. Ihre äußerliche Verwendung zu blasenziehenden Pflastern ist bekannt, und oft heilsam. Innerlich genossen, wirken sie schon in geringen Mengen tödtlich. Ter Biß der Tarantel ist allerdings giftig, aber durchaus nicht in so hohem Grade, wie früher geglaubt wurde, und die italienischen Lazzaroni lassen diese Spinne den Inhalt ihrer Giftdrüsen auch vor ihrer Produktion dadurch entleeren, daß sie dieselben reizen, in ihr vorgehaltene Gegenstände zu beißen. Aehnlich wie bei den Schlangen wirkt der Biß giftiger Insekten in wärmeren Klimaten heftiger, als in kälteren und ist um so heftiger, je heißer der Tag ist und je länger die Giftdrüse nicht entleert wurde. Um Insektenstichen vorzubeugen, benutzt man am besten startriechende Oele. wie Kampferöl, Nelkenöl, Eukalyptus'l, deren Geruch den geflügelten Plagegeistern unangenehm ist. und von denen wenige Tropfen, auf die Haut verrieben, genügen, um sich den Genuß eines schönen Sommerabends im Freien nicht verbittern zu lassen. Vaterliebe. Um seinem kranken Sohne helfen zu können, ist ein ehemaliger Bankangestellter in Des Moines, Ja.. Namens Carl. M. Spencer zum Verbrecher geworden. Neulich wurde er wegen Unterschieds und Fälschung unter Anklage geMt. Seit mehreren Jahren mußte Spencer einen kranken Sohn wegen ärztlicher BeHandlung nach dem Osten senden, und da die Unkosten seinen Verdienst überschritten, er aber alles thun wollte, um daS Leben seines Sohnes zu retten. nahm n Geld, das nicht sein Eigenihurn war.
ycflügette plagegeifler.
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