Indiana Tribüne, Volume 28, Number 255, Indianapolis, Marion County, 19 June 1905 — Page 7

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I dem Mann f ZZoman von Maximilian Söttctfor (Fortsetzung.) Es ging ihm wie vielen jungenMännern, die, sonst durchaus nicht zaghaft, sich doch leicht von einer energischen Frau in's Bockshorn jagen lassen, wenn sie etwas versehen haben. Wußte er doch auch ganz genau, dah sein Chef, der greise Landrath Scharnbeäer, noch einer von jenen alten Rittern ohne Furcht und Tadel" war, denen nichts so unverzeibliÄ erschien wie 5as leichtfertige Spiel mit dem guten Ruf eines anständigen Mädchens. Und er sagte sich: We.n diese wilde Löwin dich bei Echarnöecker anschwärzt, dann brauchst du nicht mehr darauf zu rechnen, daß er .dich der Regierung zu seinem Nachfolger vorschlaät." Seine pehaarn LaLber war chon seit langem eme Gosche, daß ihm feste VnIellung oder Heirath mit einem reichen Mädchen als ein dringendes Gebot der Nothwendigkeit erscheinen mußte. Dennoch dünkte es ihm in der Peinliehen Situation, in der er sich befand, als ein Ding der Unmöglichkeit, jetzt sogleich einen Heirathsantrag vom Stapel zu lassen; und es war ihm eine große Erleichterung, dah Brennert eintrat, gan wie gerufen, und von seiner Frau mit den schwiegermütterlich-wür-mgen Worten empfangen: Herr Assessor v. Bogenschütz ist gekommen, uns um die Hand unserer Tochter Flora zu bitten." Natürlich schloß der impulsive Parfum - Fabrikant seinen zukünftigen Schwiegersohn mit Inbrunst in die Arme. Auch die Mitgiftfrage, die er als praktisch erfahrener Geschäftsmann sofort zur Sprache brachte, wurde obne allzu große Weiterungen in zufriedenstellender Weise gelöst. Brennert wollte zwar eigentlich nur die hunderttausend Mark geben, die er für jede seiner Töchter aus die hohe Kante gelegt ; als ihn Bogenschütz aber mit der ihm eigenen Bescheidenheit darauf hinwies, daß dies bei der gegenwärtig gen üblichen Verzinsung zur Bestreitung eines standesgemäßen Hausbaltes etwas wenig wäre, und daß er selbst einstweilen nennenswerthe Zuschüsse nicht leisten könnte, alldieweil der preußische Staat die vornehme Gewohnheit hätte, seine Assessoren hauptsächlich mit der Ehre zu bezahlen, legte er noch fünfzigtausend zu. 13. Kapitel. 3 war Martha Fehlow bitter schwer geworden, Bodo seinen Ring zum drittenmal zurückzuschicken. Ihre Liebe war einer Steigerung gewiß nicht fähig; und doch schien es ihr, als liehe die selbstverhängte Trennung die Flammen ihrer Leidenschaft in's Uebermenschliche. in's Qualvoll-Unerträgliche anwachsen. Wie mit Krallen riß die Sehnsuch! an ihr. wie mit Messern stach der Schmerz in ihre Brust und betäubte sie fast. Oft des Tages saß sie viertelstundenlana, dumpf vor sich hinbrütend, in irgend einer Zimmerecke und hielt das heiße Gesicht in den kalten Händen vergraben. Wie gern, wie über die Maßen gern hätte sie sich einmal satt geweint; aber so sehr es ihr auch in der Kehle wühlte und würgte, zum Auge empor wollte keine Thräne dringen; die verzehrende Gluth in ihrem Herzen sog sie alle ungeweint auf. Bei einer alten Gräfin Unter den Linden hatte Martha eine neue Stellung gefunden, die sie wenig in Anfpruch nahm. Ein Mehr von Arbeit wäre ihr lieber qewefen. Dennoch Übe? den Tag bilft das Pflichtbewußt sein zur Noth hinweg, aber die Nacht, die unselige Nackt, in der die Gedanken einherstürmen, aller Fesseln los und ledig, wie mit Keulen auf das fiebernde Hirn einschlagen, wie mit Nadeln stechen, mit Bohrern bohren, und in der von der bunt bewegten Großstadtftrahe das Rufen und Jauchzen des frohen Lebens höhnend herauftönt. Halbe Nächte lang saß Martha in ihrem dunklen Zimmer; und stundenlang dachte sie oft nichts weiter als die Verse, die Michelangelo unter seine Statue der Nacht geschrieben: Nichts sehn, nichts hören, ist mein ganz Ve gebren, O wecke mich nicht au', o rede leise?" Die Nacht ist keines Menschen Freund. In ihrer Finsterniß und Einsamkeit, der sie doch nicht entrinnen konnte, war es Martha oft, als müßte sie ersticken oder wahnsinnig werden. Fort, fort, heimlich auf uno davon in Nacht und Nebel, hin zu dem Gelobten, ihn sehen, nur einmal noch sehen, nur einmal noch an seinem Munde hangen und dann ein rasches Ende machen, tod! sein, todt schlafen, still schlafen im ewi gen Frieden! Alles Trllbeit. Wahnsinn! Hier gab's nur :ins, das zum gewallten Ziele führer. konnte: Stille sein, aushalten, tragen. Wie aber, wenn Bodo nun eines Tages selber kam? Würde sein Anblick, der Klang seiner Stimme sie nicht umwerfen mit all ihren guten und schönen Vorsätzen? . . . Ach, mem Gott, i. . I . Jtl! . ifx V.ie macoiig rji nxcni otx iinyiun ? Wiedersehens auf den Menichen. Hartrzige Väter, die ihre mißrathenen

Die Jagd nach I

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Söhne verflucht, von sich gejagt haben. breiteten die Arme aus, wenn die Verstoßenen nach Jahren reumüthig zurückkehrten. Und sie sollte stark bleiken, wenn sie Bodo wiedersah? Nein, nein, nein! Sie durfte ihn nicht wir ansehen, sie mußte zwischen sich und ihm eine Schranke errichten, eine Schranke, die unübersteigbar war, die jedes Wiedersehen ausschloß. Und sie grübelte und grübelte, auf welche Weise solche Schranke wohl zu errichten wäre, und kam schließlich zu dem Vorsatz, sich heimlich um eine Stellung im Ausland zu bemühen, und wenn sie diese erlangt haben würde, in aller Stille abzureisen und hinter sich alle Spuren sorgsam zu verwischen. - i ...... Die Welt winterte langsam ein, und löodo ließ sich in Ebersthal nicht mebr sehen. Alle Einladungen, die ihm in's

Haus flatterten, lehnte er mit der Entschuldlgung ab. da. 3 er unwohl wäre. Selbst zum Verlobungsfest im Brennertschen ause, das mit geradezu fürstlicher Pracht gefeiert werden sollte, und auf das Frau Brennert für ihn und Finchen große Hoffnungen gesetzt hatte, fuör er nicht, obwohl Äogenschütz eigens noch einmal zu ihm hinauskam und ihn unter Berufung auf die alte Berliner Schulfreundschaft mit einer an Herzlichkeit streifenden Dringlichkeit um sein Erscheinen bat. Meine Schwägerin wird untröstlich sein." sagte er, als er endlich unverrichteter Sache aufbrach, mit einem tiefen Seufzer. Allzusehr hatten Bodo die Beobachtungen, die er auf dem Fest des Verschönerungsvereins gemacht, ernüchtert. Finchen Brennert. die sich einen kleinen Schwips angetrunken und infolgedessen ein ziemlich überweibliches Betragen an den Tag gelegt entsetzlich! Und trotz aller gelegentlicher Proteste der Frau Brennert, die sich wiederholt bei ihm über den unverschämten" Brömel beschwert, der ihre Tochter unausgesetzt mit seinen Lisbeserklärungen verfolge, mute doch an der Behauptung der Postmeisterin, daß Finchen seit Jahr und Tag ein Liebesverhältniß mit dem Provisor habe, etwas Wahres sein. Warum sonst hätte sie sich von dem Menschen so vollständig mit Beschlag belegen lassen? Und dabei hatte sie noch den Muth gefunden, ihm, dem Kaltgestellten, bedauernde Blicke zuzuwerfen und ihren ödtlichen Augenaufschlag gegen ihn spielen zu lassen. Natürlich Fräulein Finchen war eine Schlaubergerin; sie liebäugelte nach links und liebäugelte nach rechts, um für den Fall, daß der vornehme BeWerber nickt anbiß, wenigstens den einfachen Freiersmann als sichere Rücken deckung zu behalten. Wäre noch ein dritter Heiratbskandidat dagewesen, so hätte sie auch für den wahrscheinlich verstohlene Anzeichen heimlicher Liebe" zur Verfügung gehabt. Und OTrieV Franke? Gegen die Kleine selbst zwar ließ sich kaum ein Vorwurf erheben. Sie hatte ja bis zuletzt eigentlich immer nur die Miene des Lammes aufgesetzt, das sich geduldig und ohne Murren zur Schlachtbank führen läßt. Aber die Frau Mutter, der offenbar alle Mittel recht waren. um der Tochter zu einem adeligen Gatten zu verhelfen und damit die Versündigung, die sie durch ihre eigene bürgerliche Heirath an ihrem edlen blauen Blut begangen, nach Thunlichkeit wieder gut zu machen. Welche endlose Komödie hatte dieses Weib ih vorgespielt! Auch darin hatte wohl ihre liebe Kousine Brennert recht, daß sie sagte, die Postmeisterin habe die Fußverstauchung in unmittelbarer Nähe seines Wagens nur simulirt. um ihm mit Gewalt ihre nähere Bekanntschaft auft.uzwingen. Scheußlich, scheußlich, scheußlich! Auch von Frau Ilse mochte Bodo nichts mehr wissen. Es stand notorisch fest, dah sie den Kommerzienrath seinerzeit nur um seines Geldes und Titels willen genommen; sie hatte sich sogar gelegentlich damit gebrüstet, wohl um leise und zartfühlend anzudeuten, daß sie noch ein Herz zu vergeben hätte, das rein und unberührt wäre wie ein unberiebenes Blatt Papier, daß fa' sie noch einmal einen Mann erhören würde dieser ihr zweiter Mann in Wahrheit ihre erste Liebe wäre. Aber da sie sich das erste Mal um Geld und Titel verkauft hatte, bestand nicht Gefahr, daß aufr im Fall einer zweiten Heirath die gleichen Motive bei ihr den Ausschlag geben würden? Gewiß auch Frau Ilse war im Grunde wohl nichts wei ter als eine klug berechnende Männer -jägerin, die ihn nur deshalb beim Auswerfen ihrer Netze so besonders be vorzugt hatte, weil sie durch ihn zu fre?herrlichem Namen zu gelangen hoffte. Sagten sich denn all diese Frauen, Mütter wie Töchter, nicht, daß sie sich verächtlich machten durch diese wilde Jagd nach dem Mann, die genau genommen doch vielmehr eine Jagd nach Reichthum und angesehener gesellschaftlicher Stellung war? Hatte auch nur eine von allen sich bemüht, seinen Charakter, seine Gemüthsart zu ergründen, dem innersten Wesen seiner Persönlichkeit nahe zu kommen? Nein, überall hatte man ihn blindlings mit offenen Armen aufgenommen, ohne nach seiner Sinnesart zu fragen oder zu forschen, weil er sich als das darstellte, was die Welt eine glänzende Partie" nannte. Waren für alle diese Frauen die Männer nur dazu da. ihnen möglichst vortheilhafte Rollen zu

sichern auf der Schaubühne der Welt, ihnen zu allen Gängen zu verhelfen an der Freudentafel materiellen Genus' ses? Wußte keine von ihnen außer allenfalls Elfriede Franke, die mit ibrer Lieöe zu dem Dichter" Hans Fleidner doch auch nur einem leeren Phantom nachjagte daß es ein tiefes. inniges, geradezu heiliges Eheglück gab. auf das der Tand und Flitter des Reichthums und Titels gar keinen Einfluß hatte, das im harmonischen Jneinanderklingen zweier gleichgestimmter Seelen bestand ein Zusammenfinden, Zusammenschmelzen, Jneinanderwachsen, um gemeinsam alles Gute zu thun und all die schweren Pflichten zu erfüllen, die das hochgespannte Leben ernsthaft ringenvi Md strebenden Menschen aufcrlegt? Aber stand es ihm denn überhaupt zu, Vorwürfe zu machen? Hatte er sich denn nicht selbst des Tanzes um das. goldene Kalb schuldig gemacht, dessen er die öbersthalerinnen voller Entrüstung anklagte? Hatte er sein besseres Selbst nicht haltlos preisgegeben,

als er sich anschmte, die Bedingungen. i :e Onkel Armins Testament ibm teilte, zu erfüllen, hatte er durch seine fortgesetzten Besuche bei Fleidners, Brennerts, Frankes nicht geradezu zur Jagd auf ihn eingeladen und ermuntert ? Und weiter noch: hatte er sich durch sein unmännlich-thörichtes Hinund Herpendeln zwischen Frau Ilse. Finchen Brennert und Elfriede Franke nicht vor sich selbst lächerlich gemacht? Natürlich, ihm war ganz recht geschehen, daß auf dem Fest nachdem er mit Fräulein Bruchmüller, einem auffallend hübschen Mädchen, den Konter und einen Walzer getanzt der Kronenwirth Bruchmüller an ihn herangetreten war. ihn beiseite genommen und mit vertraulichem Grinsen gesagt hatte: Nettes Mädel, meine Tochter was? Und wenn sie Ihnen sonst gefällt, die hundertausend Märker Mitgift bezahl' ich aus meiner Tasche." Der Mann hatte ganz recht, wenn er die Sache als einen Handel auffaßte, wenn er sich auf den Standpunkt der Kabylen stellte, die ihre Töchter auf den Heirathsmarkt führen und sie dem reichsten Freier wie eine Waare offeriren. Ab ihn ekelte vor sich selber. Dab er stch o weit wegwerfen konnte um Gut und Geld! War ihm doch früher kein Mann verächtlicher erschienen als der, der seine Person und seinen Namen dem ersten besten Goldfisch gab, nur um sich ein warmes, behagliches Nest zu schaffen. Aber gewiß es wäre wohl nicht soweit mit ihm gekommen, wenn ihn Martha Fehlow nicht treulos im Stich gelassen hätte. Oder hatte sie's nur gethan, weil sie's mit Angst und Beben gesehen, wie fest sein Herz an seines Onkels Erbe hing? Ter Gedanke kam ihm immer wieder. Doch es war wohl nur die Reue, die ihn eingab. Denn, wenn Martha ihn wirklich lieb gehabt, lieb gehabt hätte von ganzer Seele, so hätte sie ihm in seinem Schwanken ein Halt sein müssen, so hätte sie zum Mindesten da nickt hart bleiben können, als er ihr nach Berlin geschrieben, daß er an den Inhalt ihres Absagebriefes nicht glaube, daß er ihren Schritt als Komödie, als großherzige Lüge ansähe. Niemals, wenn sie ihm von ganzer Seele zugethan gewesen, hätte sie es da über's Herz gebracht, ihn: seinen Ring ohne eine Begleitzeile zum dritten Male zurückzuschicken. Nein, nein! Martha war nicht besser als die anderen alle. Auch ihr galt Reichthum und gesellschaftliche Position mehr als ein stilles, bescheidenes Glück im Winkel. Noch viele Stunden wachte er in dieser Nacht in seinem Arbeitszimmer, kramte aus Laden und Schubfächern alles hervor, was er an Briefen. Andenken und Liebeszeichen aus Martha Fehlows Hand besaß, las die Briefe. betrachtete die Photographien, lange, lange, und rief sich bei jedem bunten Bändchen, jeder Locke, jedem Handschuh und jeder verwelkten Blume, die er aufstöberte, die Stunde, zu der sie ihm geschenkt worden war, oder zu der er sie sich geraubt, in's Gedächtniß zurück. Die ganze Geschichte seiner Liebe von ihrem herrlichen Anfang bis zu ihrem traurigen Ende zog an seinem geistigen Auge vorüber, gleich als läse er sie in einem sorglich geführten Tagebuche nach eine schmerzliche-süße Seelenmesse der Erinnerung. Als aber der späte Dezembermorgen mit fahlem Dämmerlicht durch die Scheiben blickte, und die vom Winterstürm zerwühlten Baumkronen des Parkes ihr kahles Geäst deutlicher gegen den nebelgrauen Himmel abzuzeichnen begannen, machte er Feuer im Kamin und wirf alles, was da vor ihm aufgestapelt auf dem Tisch lag: Briefe. Bänder. Blumen, Bilder, in die Flammen, mit Ausnahme einer einzigen kleinen Photographie, die Martha als Mädchen von sechzehn Jahren darstellte. Das war damals gewesen, als sein junges Leutnantsherz zuerst in Liebe für sie entbrannte damals, als sie wohl in Wirklichkeit noch der Engel an Reinheit und Güte war. als den sie ihm so lange Jahre erschienen. Darum wollte er dieses Bild als einziges behalten. Aber zuletzt besann er sich doch noch anders und legte auch die letzte Photographie den anderen nach in's Feuer; und als der letzte Funken unter der arauen Asche verglommen war, zog er den Reitanzug an, pfiff seiner Ulmer Doaae und warf sich aufs Vierd. um

stch den kalten Dezemberwind um die erhitzte Stirn brausen zu lassen Am Spätnachmittag dieses Tages der Sturm hatte sich gelegt, und das Knirschen des Schnees unter den Fühen sowie die hell-durchsichtige Farbe des wolkenlosen Himmels verhießen zur Nacht grimmige Kälte fuhr Bodo im geschlossenen Wagen nach Ebersthal zu Justizrath Raumann. Na. das ist nett, daß Sie sich auch mal wteoer leyen laen," lagre oer Alte und streckte ihm kordial die weihe, wohlgepflegte Hand entgegen. Hier sind ja schon tolle Gerüchte über Sie im Gange'. Die einen sagen, daß Sie sich mit Schröter und Ihrem neuen Baumeister rettungs'Is dem stillen Suff ergeben haben, und die anderen wollen wissen, daß Ihre Wunden wieder aufgebrochen sind, und Sie infolgedessen auf dem letzten Loch pfeifen. Aber, wie ich sehe, scheint weder das eine noch das andere zuzutreffen, 'n bischen blasse Farbe haben Sie ja wahrscheinlich viel stubengehockt in letzter Zeit, oder so 'ne kleine Influenza durchgemacht, zu deren Bekämpfung Sie unseren theuren Sanitätsrath nicht brauchten, was?" Etwas Aehnliches." antwortete Bodo, nur, um zunächst irgend etwas zu sagen. Na ja." fuhr Raumann fort, das Wetter war ja auch danach, daß man dergleichen Geschichten kriegen konnte. Wie steht's denn übrigens mit Ihren Bauten, der Zuckerfabrik und der Ziegelei? Nimmt alles seinen guten Fortgang?" Ich danke, ja," erwiderte der Baron und drehte verlegen an seinem Schnurrbart. Ganz leicht wurde es ihm doch nicht, mit dem herauszurücken, was dem Justizrath zu sagen er gekommen war. Na. das freut mich." fuhr der Alte voller Herzlichkeit fort. ..Jetzt werden Sie ja allerdings wohl eine Weile ewfrieren. Das Barometer steigt, und wir haben zunehmenden Mond. Schade, daß unser Amtsgericht nicht auch mal einfriert dann kriegle unsereins doch vielleicht auch ein wenig Ruhe. Schon immer ma! wollt' ich nämlich zu Jbncn 'rauskommen, um den doppelten Thurmbau zu Babel an zustauncn, aber bei dem ewigen Hader der Parteien findet ein Ncchtsanwalt ja keine Zeit. Darf ich Ihnen übrigens einen Koanak anbieten oder ein Glas Portwein? Auch ein Glas Grog ist rasch gemacht." Danke danke!" antwortete Bodo. Weswegen ich also da bin " Na, das hat ja solche Eile nicht," unterbrach ihn Raumann. ..Meinetwegen jedenfalls nicht," setzte er mit verbindlichem Lächeln hinu. Wichtiges liegt heute mal zufällig in mei nem Bureau nicht vor, und ich habe wirklich das Bedürfniß, mich vor dem Eintritt in die Tagesordnung, die ja wohl mit der Ausfüllung einer Bankanwcilung erledigt sein wird, ma? gründlich mit Ihnen auszuplaudern. Also ziehen Sie nur ruhig Ihren Pelz aus und machen Sie sich's bequem. Eine Cigarre wenigstens werden S'" doch nicht verschmähen?" Um den Alten, den er wohl beute zum letzten Male sehen würde, nicht zu verleben, tbat Bodo, um was er gebeten wurde. Jmmerbin aber wunderte er sch über die ungewöhnliche Redseligkeit des sonst meist recht Schweigsamen und dachte im Stillen: Wahrscheinlich hat der ewig Durstige beim Nachmittagsichoppen einen Genossen gehabt, der ihm in der Ausdauer und im Vertragenlönnen noch über ist." Indessen war der Grund von Raumanns Redseligkeit ein durchaus anderer. Er hatte Tags zuvor von Martha Fehlow einen Brief erhalten, über dsn er dem Baron gewisse Andentungen mochen wollte. Natürlich durfte er da nicht mit der Thür in's Haus fallen, sondern er mußte versuchen, auf allerlei Umwegen, unmerk lich, zufällig sozusagen, zu dem beabsichtigten Thema zu gelangen. Wie ich übrigens vom "Bürgermeister Schultz gehört habe," fuhr er des halb im leichten Plauderton fort, haden Sie vor vier Wochen beim Magigisirat den Antrag auf Abtretuna eines Geländestreifens des städtischen Forstes gestellt, um von Herbartshöhe aus einen Schienenstrang direkt nach unserem Bahnhof zu legen. Ein sehr vernünftiger Gedanke, durch dessen Ausführung Sie bei der Versendung Ihrer Ziegelei- und Zuckerfabriksprodukte eine Menge Arbeitskräfte. Gespanne und Zeit "sparen werden. Doch soweit ich unsere lieben Stadtväter kenne, die immer einstimmig anderer Meinung sind, werden Sie sich noch geräume Weile gedulden müssen, bis Sie die erwünschte Zusage erhalten." Hm." machte Bodo mit einem tiefen Athemholen, denn was ihm auf der Seele brannte, ließ ihm nicht länge? Ruhe. ..ich selbst werde den Bescheid leider überhaupt nicht mehr in Empfang nehmen können; denn ich habe mich entschlossen. Ebersthal zu verlassen und wieder zu meiner journalisti fchen Thätigkeit nach Amerika zurück zukehren." .Nanu!" rief der Justizrath un blickte seinen Klienten aus großen fbt gen erstaunt an. Ja," sagte der Baron und legte seine Cigarre in den Aschenbecher vor sich auf den Tisch, ich fühle mich außer Stande, die Bedingungen zu erfüllen, mit denen mein Onkel die Uebernahme seines Erbes für mich belastet hat.(Fortsetzung folgt.)

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Ein, Jndps & St L Ezv tgl s 12 05Vm American Expreß tgl 4 VOV New Sork Ltd tägl 12 2093m St ,Cin k Col N Exp tgl d s 4 20Vm St Louis Accom 7 15Vm St. Louiö Expreß tägl .. .. 7 15V Southweftern Lim tgl d . .11 05Vm Mat'n & X Haute Aec 10 3SV St LouiS Expre , tägl ä s. .11 45Vm N S k Vofion Am tägl d 2 40 St. LouiS Ltd tägl äs 3 15Nm St Louis Accom... 6 3SN Terre Haute k Mat'n Aee 5 OS Washington Ejp, tägl p d. e O'Nm American Ezpreß tägl. .... 7 05Nm Knickerbocke? Sp tägl .... 6 45& Cineinnati Division. Ein k Lous achtexpreß tgl , 8 45Vm EincinnatiAee 10 30V St öouö Sc Ein Nachterp tg 4 80m Cinc u St L Ltd täg 10 5533m Eineinnati S,p täg 7 30V Ehie k St Expreß lg d k ps 11 359 Cincinnati Accom 1 OONrn Lsus St 8 K Chicago Expreßll 35V Eincirnrnti Lim tägl p 2 5Sm White City Spezial tägl p.. 3 05 Souisville Expreß 2 55m Indianapolis Accom täglich. S40 Cin innati A:com 4 ONm Eine k LouiSv Nachtekp tgl 11 Eine k Wsh g L tg d äc p 6 20 Eine ?nds KStLExtgs ..1 OOMit Chicago Division. 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