Indiana Tribüne, Volume 28, Number 255, Indianapolis, Marion County, 19 June 1905 — Page 6

JndisMa Stibüttc. 19. Juni 1905

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Rath.

Von Albert Koerth. Nur nicht verzweifeln und nicht nroNen. Venn dir ein sckiöner Traum zerrann! 11 mußt nur fest das (Bitte wollen, Co sprengst du auch den stärksten Vann. Nur nicht von Glück bloß sehnend träumen, Erzwinq' es dir mit ftoher straft! Was nützt das thatenlose Säumen. Glück blüht nur dem, tat redlich schafft! Nnd acht zu Ende emfi bein Leben, Schaust du am Grabe nill zurück. Rufst du: Ich fand im Weiterftreben Und hartem Ringen höchstes Glück! Die Unterschritt. Bon C. N. Randolph Lichfield. Die Verbrecher schienen es wirklich auf Lord Beausarris abgesehen zu haben. Seit den vier Jahren, wo er in den Besitz des Titels und eines un ermeßlichen Vermögens gelangt war, hatten sie des öfteren versucht, ihn zu berauben geglückt war es ihnen aber nur ein einziges Mal. Wahrscheinlich dachten die Schufte, seine Jugend, sein Reichthum, sein flottes Leben würden ihn sorglos und nachlässig machen. Ob dieser Glaube ursprünglich ein richtiger war, läßt sich heute schwer bestimmen, jedenfalls trugen die verschiedenen Raubversuche dazu bei, daß der junge Edelmann doppelt auf seiner Hut war. Er gehörte zu der Art von Leuten, die lieber 10 Pfund verschenken, als sich um einen Schilling betrügen lassen. Kaum hatten sich einige Hallunken erfolglos bemüht, seine großartige Juwelensammlung zu entführen, so schickte er diese auch schon zu seinem Bankier, der sie in sicherem Gewahrsam hielt, und kaum war es einem Spitzbuben gelungen, eine größkre Summe mit der gefälschten Unterschrift des Lords einzukassiren, als er sich auch schon hinsetzte und seinen Namenszug derart veränderte, daß für die Zukunft jede Nachahmung ausgeschlossen blieb. Es ward schließlich eine Ehrensache, Beausarris zu zeigen, daß er trotz seiner Vorsichtsmahregeln kein ebenbürtiger Gegner der erfindungsreichen Zunft war, die sich mit der kriminalistischen Wissenschaft beschäftigte; auf dem Boden, auf dem er sich verschanzt hatte, muhte er geschlagen werden, wenn nicht die ganze höhere Klasse der Diebe ihr Selbstvertrauen und die Achtung ihrer niederer stehenden Ge nossen verlieren sollte. An einem Aprilmorgen saß Lord Edwin bei seinem einsamen Lunch, einen Brief vor sich, den der Postbote soeben gebracht hatte. Er war von Clarice Marshton, seiner Braut, und lautete folgendermaßen: Geliebter! Im letzten Augenblick habe wir unsere Abreise noch bis morgen verschoben. Wenn du Zeit hast, komm doch heute Nachmittag noch einmal zu uns. Gruß und Kuh Deine Clarice." Beausarris war ärgerlich auf seine Verlobte. Schon vor drei Tagen hatte er Abschied von ihr genommen, weil sie mit ihren Eltern nach Monte Carlo wollte, nun war sie noch hier, und er hatte sich die kostbare Gelegenheit, sie zu sehen, zu sprechen, zu küssen, entgehen lassen. Aber da Lord Marshton für die Zeit seiner Abwesenheit sein Haus vermiethet hatte, war eine Aenderung des einmal bestimmten Reisetermins doch merkwürdig. Eine Stunde später bestieg Lord Edwin einen schmucken Hansom und fuhr nach Lord Marshtons Haus in South Kensington. Er bezahlte den Kutscher, steig die Stufen hinauf und klopfte an die Thür. Fräulein Marshton empfängt?" fragte er den Diener, der ihm öffnete. Der Mann verbeugte sich schweigend. Beausarris blickte ihn flüchtig an und wunderte sich, dah Marshtons noch so kurz vor ihrer Reise einen anderen Lakaien genommen hatten. Dann folgte er dem Voranschreitenden in den kleinen Salon im Hintergrund der Halle ohne die leiseste Spur eines Verdachtes. Schweigend wie vorhin ließ ihn der Bediente eintreten und entfernte sich dann. Kaum zwei Minuten befand sich der Lord allein, da wurde die Portiere von der Seite zurückgeschlagen, und zwei Herren schritten in das Gemach. Beide waren über Mittelgröße, der eine, dunkele, behäbige, trug goldgeränderte Brillengläser, der andere hatte ein hübsches, offenes, freies Gesicht, einen vollen, blonden Bart und schien seinem ganzen Aussehen nach ein Fremder zu sein. Beausarris dankte, ihnen in seiner stolzen, steifen Weise auf ihre höflichen Verbeugungen. Doch noch ehe er Zeit fand, sich über ihr Erscheinen zu wundern, fragte ihn der ältere, schwarze: Sie wünschen Miß Marshton zu sehen?" Deshalb bin ich hergekommen," erwiderte der Lord ruhig, darf ich" Ich bedaure, Ihnen mittheilen zu müssen, daß sie sich in Monte Carlo befindet," antwortete der andere mit spöttischer Verbeugung. Was? Entschuldigen Sie mein Erstaunen, ich habe erst heute Morgen einen Brief von ih erhalten, worin sie mich für den Nachmittag herbestellt. Muß ich annehmen, dah die Poft die Ablieferung verzögert hat und ich den Herrn gestört habe, dem Lord Marshton dieses Haus vermiethet hat?" Ich bin Baron Steinhauser der Miether entgegnete der brünette

Mann; so weit ist !nre Vermuthung richtig. Der Brief aber wurde von meinem Freunde hier, Herrn Paul Panier, geschrieben." Und er deutete auf den blondhaarigen Fremden, der die Fersen zusammenschlug und sich verneigte. Wie der Blitz durchfuhr es den Lord, daß er zu irgend einem geheimnißvollen Vorhaben in die Falle gelockt worden sei. Wollen Sie mir nicht sagen, aus welchem Grunde Sie mich mit Hilfe eines gefälschten Briefes hierher bemüht haben?" fragte er finster und maß die beiden von oben bis unten mit kalten Blicken. Zu einem Zwecke," lächelte der Baron, der Ihnen beweisen wird, daß Sie trotz Ihrer Vorsichtsmaßregeln, Ihren Schmuck und Ihre Reichthümer vor Diebstahl zu bewahren, dennoch nichts gegen Männer von unserem Scharfsinn ausrichten können. Schon lange war es mein Wunsch und der meiner Freunde, Sie zu überlisten. Sie haben eine Art von Krieg erklärt zwischen sich und denen, die einen Theil Jlres Vermögens, das Sie nicht allein aufbrauchen können, erlangen möchten, und ich schmeichle mir, daß wir jetzt so weit sind." Die Unverschämtheit dieser Rede machte Beausarris sprachlos. Er starrte den Menschen wie ein Meerwunder an. Und nun, da ich hier bin, was werden Sie mit mir anfangen angenommen, Sie können thun, was Ihnen beliebt?" begann er nach einer Pause. Möchten Sie das wirklich ersahren?" mischte sich der Blonde jetzt zum ersten Male in's Gespräch. Paul, Paul!" unterbrach ihn der Baron. Der Lord wird schon genug darunter zu leiden haben, wenn er es von selbst lernt. Ersparen wir es ihm bis dahin." Edwin, der die Frage nur gestellt hatte, um Zeit zu gewinnen, seine Lage zu überdenken, trat mit zwei langen Schritten auf die Schwindler zu, und mit der Geschicklichkeit, die ihn im Colleg berühmt gemacht hatte, stieß er den Kopf Steinhausens wider die Wand und warf Herrn Panier über eine Stuhllehne. Dann eilte er zur Thüre; doch sie war von außen verschlossen, und ehe er so weit kam, das Schloß loszureißen, hatten sich die beiden anderen wieder erholt und auf ihn gestürzt. Der Kampf war kurz und endete damit, dah der Lord betäubt zu Boden stürzte. Da sitze ich ja schön in der Patsche," murmelte Beausarris, als er wieder zum Bewuhtsein kam. Erstaunt sah er sich um in dem weißgetünchten Keller Das hat man, davon, wenn man sich in die Tochter eines Mannes verliebt, der sein Haus vermiethen muß, um die Kosten einer Reise nach Monte Carlo zu decken." Er lachte leise vor sich hin. Marshtons Weinkeller, in den sie mich gesteckt haben. . . Eine Schwefelbande, aber famos haben sie die Geschichte eingefädelt. . . Wenn ich nur wüßte, was sie eigentlich wollen!" Er stand auf und untersuchte jeden Winkel des Kellers mit Hilfe einer Laterne, die an einer der Wände hing. In einer Ecke befand sich ein schmales Feldbett und daneben ein Waschtisch. Ich scheine für die Nacht eingeladen zu sein", sagte er nachdenklich. Zum Kuckuck, sie hätten mir wenigstens einen Krug mit einem Henkel geben können. Scheußliche Kerle. Das kommt dabei heraus, wenn man anderen Leuten seine Wohnung überläßt." Er sah auf seine Uhr. Schon sechs. Da muh ich also bereits zwei Stunden hier unten sein." Ein Geräusch schlug an sein Ohr. Er wandte sich um und gewahrte eine Frau, die die Thüre, zu der sie den Schlüssel in der Hand hielt, leise hinter sich zuzog. Sie war groh und schlank, elegant gekleidet und unzweifelhaft hübsch. Sst," flüsterte sie, sie sind fort." Wirklich," dachte Lord Edwin, dies ist der interessanteste Punkt der ganzen Geschichte. Die Baronesse Steinhauser?" sargte er laut. Ach nein," erwiderte sie traurig, nur Madame Panier. Sprechen Sie gedämpft, damit man Sie nicht hören kann. Niemand weih, dah ich hier bin. Ich möchte Ihnen helfen, wenn es möglich ist." Natürlich können Sie das", war seine hastige Entgegnung. Sie haben ja den Kellerfchlüssel. Aber sagen Sie mir zuerst, weshalb die Schurken diesen Streich gegen mich ausgeheckt haben." Das darf ich nicht das wage ich nicht," wisperte sie angstvoll. Ich laufe die größte Gefahr sie werden mich todten! Man darf mich hier nicht finden. Ich sah Ihr schönes Gesicht, als Sie heruntergebracht wurden und o! ich möchte Sie vor ihnen retten!" Nichts ist leichter. Geben Sie mir den Schlüssel." Ach nein!" Sie lächelte ihn schmerzlich an. Karl ist ja noch da der Mann, der Sie einlieh. Er darf Sie nicht entfliehen lassen, obgleich er nichts mit dieser entsetzlichen Sache zu thun hat." Bilden Sie sich denn ein, sie könnten mich für die Ewigkeit hier behalten?" fragte er zornig. In dieser Nacht wird man mich vermissen, morgen sucht halb London nach mir, und dann wird die Bande erwischt."

Langsam schüttelte sie das Köpfchen. Die Vorsichtsmaßregeln sind für alle Fälle getroffen. Sie sind in Gefahr in größerer Gefahr, als Sie ahnen. Denken Sie darüber nach, wie ich Sie retten kann, während die anderen fort sind." Lassen Sie mich hier heraus. Mit Karl werde ich schon fertig werden, wenn er der einzige zwischen mir und der Straße ist." Sie verstehen mich nicht. Aber" sie hielt inne, und ein befriedigter Ausdruck glitt über ihr hübsches Gencq: wenn wir ihn bestachen Für Geld ist er zu haben." Was wird er verlangen? Ich habe keine zehn nicht einmal fünf Pfund bei mir." Enttäuschung malte sich auf ihrem Antlitz. Ob er meine Uhr nähme? Sie ist fünfzig Pfund werth." Nein, damit würde er sich verrath:n. Können Sie kein Geld machen? Einen Check oder so etwas?" Natürlich, wenn ich Tinte und Feder und Papier hätte. Aber viel leicht mag er den nicht." Ich werde ihn dazu überreden, er' soll, er muh. O Sie schöner Mensch, ich werde Sie retten!" Sie ergriff seine Hand und drückte sie zÄrtlich in der ihrigen. Dann verlieh sie hastig den Keller und verschloß die Thür hinter sich. Lord Edwin hörte, wie sie den Schlüssel aus dem Schloh zog. Schweigend, nachdenklich starrte er vor sich hin. Er versuchte, das Räthsel zu ergründen, das vor ihm lag, irgend einen Anhaltspunkt zu finden, weshalb man ihn belogen und gefangen genommen hatte. Ohne eingebildet zu sein, wußte er. dah er eine auffallend schone, anziehende Persönlichkeit besah; dennoch war er von Madame Paniers plötzlich entflammter Liebe nicht so felsenfest überzeugt. Nach einigen Minuten kehrte sie zurück. Sie brachte Schreibmaterialien und einen einfachen Bogen Papier. ,.0ui!" rief sie, in den Keller stürmend. Er will. Rasch, rasch, wir haben nur wenige Augentlickei" Wenn aber Ihr Gatte und der Baron wiederkehren, ehe ich drauhen bin, was dann?" Verlieren Sie Ihre Zeit nicht." entgegnete sie rasch, mit Karl auf unserer Seite muh es gelingen." Wieviel verlangt er denn?" fragte er und probirte die Spitze der Feder auf seinem Taumennagel. Es war eine breite Stahlfeder wie er sie gewöhnlich auch benutzte. Nur fünfhundert Pfund. Rasch! Man darf mich hier nicht finden." Beausarris setzte sich auf das Fuhende des Bettes, legte das Papier auf öen Waschtisch und schrieb sorgfältig einen Check über die gewünschte Summe an seine Bank aus. Er unterzeichnete ihn und überreichte ihn Madame Panier. Sie ergriff ihn und. eilte dem Ausgang zu. Doch erschrocken fuhr sie zurück, in der Thüre standen der Baron und ihr Gatte. Der letztere entrih ihr das Papier und stieg damit lachend die Treppe hinauf. Steinhauser aber trat, über das g5nze Gesicht strahlend, näher. Er verbeugte sich vor dem Lord, der vom Bett aufgesprungen war und Madame Panier anstarrte. Mylord," ergriff er lächelnd das Wort. Karl dankt Ihnen auf's herzlichste für Ihre Grohmuth. 500 Pfund sind für einen Menschen wie er ein Vermögen, und mit der Hilf: meines talentvollen Freundes Panbc werden wir über 60,000 daraus machen. Als Sie Ihre Unterschrift so eigenthümlich formten, dah sich selbst ein Genie wie Panier nicht getraute, sie nachzuahmen, dachten Sie wohl kaum daran, sie einstmals Jemand geben zu müssen, der dadurch zu grohem Reichthum gelangen wird. Wir haben weder Mühe noch Kosten gescheut, um ihren eigenhändigen Namenszug zu erhalten," fuhr der Baron fort ud weidete sich an dem Erstaunen seines Opfers. Madame hatte schon nach den ersten Worten Steinhausers den Keller verlassen. Bis morgen werden sämmtliche Worte auf Ihrem Check, mit Ausnahme Ihrer wundervollen Unterschrift, durch Chemikalien ausgelöscht sein, und eine Aufforderung, Ihre prachtvolle Juwelensammlung herauszugeben, wird dafür darauf stehen. Eine Schwierigkeit liegt nicht vor. Panier wird in der Maske Ihres Sekretärs Mr. Brix-Hachet der Bank Jahre Anweisung übergeben, der Geschäftsfuhrer, der Ihre Unterschrift kennt, wird sie ihm anstandslos aushändigen. Zu derselben Stunde wird Ihnen Karl zwei Sägen unter diese Thüre schieben hier ist der Griff dazu und während Sie damit beschäftigt sind, die Schlösser und Riegel zu durchsägen, werden Ihre dankbaren Diener den Staub Englands von ihren Füßen schütteln." Also" begann Beausarris wüthend. Zwei Sägen werden Sie erhalten," fuhr der Baron fort, im Fall die eine zerbrechen sollte. Wir wünschen nicht, daß Sie bis zu Lord Marshtons Rückkehr gefangen bleiben. Und ich warne Sie, seien Sie vorsichtig mit den Sägen, arbeiten Sie langsam, Mylord, in ungefähr drei Stunden können Sie die Arbeit bewältigt haben." Mit einem kurzen Lachen wandte er sich um, eilte aus dem Keller und schlug die Thüre hinter sich zu, die er verschloh und fünfmal verrieaelte. Diese'

suns Riegel nahmen Lord lLdwin ooru Mittag bis kurz nach drei Uhr in Anspruch, dann gelang es ihm, noch etwas geschwächt von der ungewohnten Arbeit und dem Mangel an Nahrung, das Haus zu verlassen und sogleich zur Polizei zu eilen. Ungefähr zur nämlichen Zeit wo Lord Beausarris seine Sägearbeit begann, betrat ein Schreiber in einer Bank in Piccadilly den Bureauraum des Geschäftsführers. Der Sekretär von Lord Beausarris kam mit diesem hier," sagte er. Er wartet." Führen Sie ihn herein," erwiderte der Beamte und öffnete den Brief. Guten Morgen," begrüßte er den Eintretenden, wie ich sehe, wünsht der Lord seine große Jewelen-Samm-luna zu haben." Ja." In der Aufforderung befindet sich aber ein kleiner Fehler, und ich weiß wirklich nicht, ob ich berechtigt bin, Ihnen den Kasten auszuhändigen. Es wäre den Anordnungen des Lords direkt zuwider gehandelt. Selbstverstündlich sehe ich, dah der Brief echt ist aber hm es ist doch vielleicht besser, ich schicke einen der Herren zu Ihnen." Seine Lordschaft ist nicht zu Hause," begann der Sekretär unbehaglich, aber der Geschäftsführer unterbrach ihn: So leid es mir thut, ich kann dieser Anweisung nicht Folge leisten. Lord Beausarris hat mir die strengsten Verhaltungsmaßregeln gegeben, niemals eine Unterschrift von ihm anzunehmen, wenn das i so wie hier mit einem Punkt versehen ist. Entweder liegt der Fehler bei mir oder man Will mich in eine Falle locken." Und der Geschäftsführer lachte belustigt auf. Geben Sie mir die Aufforderung." sagte der Sekretär. Ich werde sie dem Lord zeig.en, aber ich fürchte seinen Zorn." Mr. Boxham," rief der Beamte hierauf, bitte, begleiten Sie den Herrn, und fragen Sie den Lord, wie es sich mit seiner Unterschrift verhält. Den Brief behalte ich einstweilen hier. Guten Morgen! Es thut mir leid, aber die Pflicht." Die beiden Herren verließen die Bank und nahmen einen Wagen. Lassen Sie mich erst einmal im St. James' nachsehen," sagte der Sekretär, vielleicht ist der Lord dort." An dem Restauranteingang in Piccadilly hielt er an. Er durchschritt schnell die eleganten Räume, bis er zu dem Ausgang nach der Regentstreet gelangte, durch den er sich rasch und unbemerkt entfernte. Nachdem Boxham etwa eine halbe Stunde .gewartet hatte, schien ihm ein Licht aufzugehen. Jedenfalls gab er dem Kutscher Befehl, sofort nach der Bank zurückzufahren. m AbgleiH keiner von d Bande gefaßt würde, halbes allen Änchem. u!i ob Lord Beausarris in Zukunft vor ähnlichen Vorkommnissen bewahrt sein dürfte. Die Verbrecher haben ihn als hoffnungslos" aufgegeben.

Bsm Altmeister Menzel. &&t r 5 Zwei charakteristische Geschichten vom verstorbenen Maler Menzel seien hier mitgetheilt: Ein sehr ernster Unfall hatte den Meister niedergeworfen, so daß er schwerkrank zu Bette lag; er sah die Aerzte, während er aus dem Schlummer bald munter wurde imd einen AugenAick die Augen öffnete. Sie standen in einer Ecke des Zimmers, wo sie sich mit leisen Stimmen über den Fall bekprachen. Menzel schlief wieder ein. Als er wohler war, machte er eine Zeichnung: ein Schwerkranker, der im Halbschlaf im Bette, und in einer Ecke stehen im Schatten die Aerzte und halten flüsternd eine Besprechung ab. Eine seiner glänzendsten Bemerkungen war die Anrwort, die der Achtundachtzigjährige auf die Frage eines Bekannten ertheilte, wie ihm Liebermanns Bild Simson und Delila" gefalle. Man hing an seinen Lippen. Jeder in der Gesellschaft wollte eine Entgegnung hören, die womöglich für Liebermann unangenehm ausfiele. Menzel that den Leuten nicht den Gefallen. Er sagte nur: Ueber die Verhältnisse von zwei Liebenden soll ein Dritter nicht urtheilen." Aus Schreck. A.: Denkst Du denn gar nicht an Deine Frau, Meier, wenn Du bis Mitternacht in der Kneipe sitzt?" B.: Gewih, aber da krieg' ich jedesmal einen Schreck, und auf den Schreck muh ich dann jedesmal ein Glas trinken." Pietät. A.: Sie könnten mich aus einer großen Verlegenheit retten: leihen Sie mir tausend Mark." B.: Das ist ganz unmöglich." A.: Wieso unmöglich? Sie sind doch ein reicher Mann!" B.: Allerdings; aber ich kann mich von dem Gelde nicht trennen, es ist ein Andenken von meinem Vater!" Z e r st r e u t. Frau Professor (in ihres Gatten Studirzimmer stürzend): Denk' mal, Adolf, die Köchin ist die Treppe yinuntergefallen und hat sich das Schlüsselbein zerbrochen!" Professor (zerstreut): Entlassen, sofort entlassen. Malchen! Du hast ihr fa so oft gesagt, dass sie sofort entlassen wird, wenn sie noch einmal etwas zerbricht!"

Europäische Nachrichten.

Provinz Schrcwig'Kolttein. A l t o n a. Der Schiffsjunge Stolt, dessen Eltern am Neuen Pferdemarkt hierselbst wohnen, stürzte bei Brunsbüttel über Bord und ertrank trotz sofortiger Rettungsversuche. Die Leiche wurde bald darauf gefunden. B r o k st e d t. Die Eheleute Claus Holler begingen das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Dockenhuden. Der Packetfuhrmann Penz von hier wurde todt auf der Chaussee bei Bahrenfeld gefunden. Sein Fuhrwerk fand man später hier führerlos. Vermuthlich ist Penz während der Fahrt vom Wagen gestürzt. Friedrichsholm. Letztens brannte das neue Wohnhaus des hiesigen Fuhrmanns Fritz Koock gänzlich nieder. Während Pferde und Rinder außer einer Kuh gerettet werden tonnten, verbrannten gegen 40 Hühner und ein Theil der Möbel. Glückstadt. Das Fest ihrer goldenen Hochzeit feierten die Eheleute Johann Mahn. H u s u m. An Stelle des am hiesigenGymnasium abgegangenen Oberlehrers Professor Dr. Rebhan ist Dr. Schrohl aus Stettin, z. Z. in Plön, hierher versetzt worden. Endgültig besetzt wird die Stelle nach einer Verfügung des Provinzial-Schulcolle-giums erst zum 1. Oktober d. I. I tz e h o e. Sein 50jähriges Jubiläum als Schriftsetzer feierte Emil Pörksen in der Druckerei von G. I. Pfingsten Hierselbst. Kiel. Auf dem Südfriedhofe wurde kürzlich der plötzlich im besten Mannesalter verstorbene Schwiegersöhn des Oberstaatsanwalts Luther, Amtsrichter Petersen in Segeberg, zur letzten Ruhe bestattet. M ö l l n. Dem Kampfgenossenund Kriegerverein von hier und Umgegend hat der verstorbene Vorsitzende, Kamerad Höltich, 12.000 Mark testamentarisch vermacht, wovon die Zinsen jährlich am 18. August, dem Tage der Schlacht bei Gravelotte, an bedürftige Wittwen vertheilt werden sollen, das Kapital jedoch darf nicht angegriffen werden. Rendsburg. Der Adjutant des 2. Batt. Jnfantrrie-Regiments No. 85. Leutnant Groepper, hatte das Unglück, auf dem Exercierplatze mit dem Pferde zu stürzen. Er blieb dabei im Steigbügel hängen, wurde eine Strecke weit mit fortgeschleift und erlitt einen doppelten Unterkieferbruch. Zunächst wurde der Schwerverletzte mittels Wagen in das hiesige Lazarett gebracht und dann nach Kiel übergeführt. S t o r m a r n. Hier sind kurz nacheinander zwei Kampfgenossen von 184851 gestorben, nämlich der Altentheiler Landein in Stellau und Schnell zu Oststeinbeck. W e st e r l a n d. DieserTage feierte die hiesige Firma A. B. Jensen daS Fest ihres 50jährigen Bestehens. Aus Anlaß dieses Festes wurden seitens der Firma erhebliche Summen für wohlthätige Zwecke gestiftet. 'Arovirrz Schrelien. Breslau. Der Prokurist der Firma Hillmann & Kirchner, Zichorienfabrik, Wolfswinkel August Brockt, feierte sein 25jähnges Jubiläum. Der 7 Jahre alte Schüler August Weidner aus Groß-Mochbern stürzte von einem Tisch und erlitt eine GeHirnverletzung. Er fand im Kloster der Barmherzigen Brüder Aufnahme, woselbst er verstorben ist. Kürzlich wurde am Oderufer in der Nähe des Zoologischen Gartens ein schwarzer Barchentrock, eine Bluse, ein Unterrock, ein Paar Filzschuhe und ein Taschentuch, gez. E. D., gefunden. Es wird angenommen, dah sich an jener Stelle ein feit längerer Zeit vermißtes Dienstmädchen Emma Deutschmann von der Margaretenstraße in den Strom gestürzt hat. B o l k e n h a i n. In der Sandgrübe des Gutsbesitzers Karl Böhm wurde der 16 Jahre alte Knecht Hermann Jüttner beim Sandaufladen verschüttet. G ö r l i tz. Der erst 18 Jahre alte Kellner Franz Felder, der kürzlich den 26jährigen Hausdiener Wilhelm Schenker aus Nieder-Salzbrunn im hiesigen Hotel Kaiserhof mit einem Beil erschlug, um ihn zu berauben, wurde vom Schwurgericht zum Tode und 10 Jahren Ehrverluft verurtheilt. K o s e l. Ein schwerer Unglücksfall hat sich in Autischkau. hiesigen Kreises ereignet. Der ehemalige Wegewärter Böhm benützte zur Heimfahrt eine Gelegenheitsfuhre. Bei der Fahrt auf der steil abfallenden Straße in der Richtung auf Borislawitz wurde er aus dem Wagen geschleudert, brach das Genick und war auf der Stelle eine Leiche. L ö b a u. Den Tod in den Flammen fand Landwirth Krause in Finkendorf. Er lebte beim Sohne, dem Landbriefträger Krause, im Ausgedinge und war, als ein Feuer im Hause ausbrach, bereits erstickt und von dem Feuer erfaßt, ehe man ihn herausholen konnte. Nieder - Wüstegiersdorf. In einem dem Bauergutsbesitzer August Fischer von hier gehörigen alten Nebenwohnhausgebäude brach Feuer aus. Das Häuschen, welches zun größten Theile von Holz erbaut wo brannte vollständig nieder.