Indiana Tribüne, Volume 28, Number 254, Indianapolis, Marion County, 17 June 1905 — Page 7
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Tl y v . cuu iicinj 4 de M j Konun van a plHMlillUtol gJättdtcr V (Fortsetzung.) Tie schlanke Flora schwamm w Wonne infolge der stilvollen Komplimente und der geradezu verliebte" Aufmerksamkeiten, mit denen der nieoliche Assessor sie förmlich überschüttete. Und Frau Brennert, die ans ßtifftai der Platzersparnitz an der Breitseite des Tisches saß, vergaß den bitteren Groll, den sie auf Fincken und den Hungerleider Brömel hatte, und raunte ihrem Ehegemahl zu: Gib acht. Manne, mit Flora und Bogenschütz bai wird was." D Fabrikbesitzer hob sofort sein Glas und rief mit seiner dröhnenden Stimme über den Tisch hinüber: gestalte mir. auf Ihr ganz Spezielle. verehrter Herr Assessor !" Einmal fing Äogenschütz aus ffrau Ilses Augen einen verwunderten Blick auf. der ihm natürlich neidvoll und bitter vorkam, und er gedachte, der hübschen Millionärin. für die er in der Tiefe seines Herzens immer noch schwärmte, einen ganz besonders wohlgezielten Hieb zu versetzen. Obwohl man erst beim Rheinlachs war, nahm er von dem Tafelaufsatz eine große Knackmandel und fragte seine Dame: Wollen wir ein Nielliebchen essen. gnädiges Fräulein?" Ob Flora wollte! Aber worauf?" fragte sie mit verschämtem Erröthen zurück. Was soll der, der verliert. dem Gewinner schenken? Und bis wann gilt's? Bis wir uns gelegentlich wiedersehen? Tas kann am Ende lange dauern." Sie seufzte verstohlen. Jch meine, wenn der Braten und mit ihm der Sekt aufgetragen wird, soll es sich entscheiden," erwiderte Bogenschütz, beugte sich weit zu Flora hinüber und flüsterte so leise, daß Niemand sonst am Tisch ihn verstehen konnte: Und dann nicht die alberne Schenkerei. Tas ist zu oft dagewesen, veraltet." Er dachte dabei an die unnöthige Ausgabe, die ihm möglicherweise erwachsen könnte. Es gibt da eine viel hübschere Bielliebckenvariation, eine, die ich ganz besonders nett finde. Wer verliert, muß für die Dauer des Festes ,Du' zu dem Gewinner sagen." Ach ja das ist reizend!" stimmte Flora begeistert bei. Der Assessor öffnete die Knackmandel. und als es sich erwies, daß die gelbbraune Schale trotz ihrer Größe nur eine Frucht enthielt, bat er: Beißen Sie die Mandel durch, gnädiges Fräulein sie wird mir dann ganz besonders schmecken.'" Und also geschah es. Bis der Sekt kam, hatte Bogenschütz nicht nur etwas tief in's Glas, sondern auch in Frau Ilses heute so träume-risch-selig blickende Augen geguckt; und er wußte zuerst gar nicht, um was es sich eigentlich handelte, als seine schlanke Nachbarin ihren schäumenden Kelch gegen ihn hob und ihm lächelnd zurief: Prosit. Vielliebchen!" Aber rasch besann er sich. Ihr Wohl, gnädiges Fräulein! Also doch 'reingefallen. Aber ich hoffe, Sie werden mir Revanche geben?" Bitte ... ,Tu' heißt's!" flötete Flora. Pardon. Also ich hoffe, Du wirst mir Revanche geben?" Gern. Wieder um denselben Preis?" Natürlich. Wenn Sie pardon: Du verlierst, dann mußt Tu zu mir ebenfalls ,Tu' sagen." Wenn ich aber zum zweiten Male gewinne?" lachte Flora übermüthig. Vogenschütz ward nachdenklich. Ein doppeltes Tu gibt's leider nicht. Also wenn ich wieder verliere, dann muß ich Ihnen Pardon, Dir natürlich etwas schenken." Und bis wann gilt's?" Sagen wir: bis zum Eis." Abgemacht!" Tte übrigen Herrschaften an der kleinen Tafel waren auch schon sämmtlich in freudig gehobener Stimmung. Brennert. der einen Eimer voll vertragen konnte, hatte mächtig animirt. und der Kronenwirth ließ eine Batterie nacy oer anderen ausfahren. Alle wav a so sehr mit sich und ihren eigenen Angelegenheiten deschäftigt,, daß Niemand, auger allenfalls Frau Brennert, auf das Gespräch der beiden Viellieb chenesser acht gab. So erregte es allmeine Sensation, als Bogenschütz in dem erwartungsvollen Moment, in dem jeder danach verlangte, den erhitzten Gaumen mit einem Löffel Eis kühlen zu können, sein Sektglas erhob und triumphirend rief: Ich trinke auf Dein Wohl. Vielliebchen!" und als ihm Flora darauf mit beglücktem Lächeln erwiderte: Und ich auf das Deine!" Nanu," polterte der Major, der schon einen kleinen Spitz weghatte, mit seiner seit einem Jahrzehnt geschonten Kommandostimme los, wir haben wohl hier ein Brautpaar am Tisch?" Mit dem Tessertmeffer klopfte er an sein Glas und fragte, im Begriff, sich zu erheben: Ich darf doch proklamiren Uni Gottes willen, nein!" rief slora und hob abwehrend die Hände. ,Na, denn nicht," antwortete Molthin und setzte sich wieder richtig auf tern Stuhl zurecht. Jpxt Sache soll
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wohl vorläufig noch geheim gehalten werden?" wandte er sich an Brennert. Ich habe keine Ahnung, bester Major," versetz'? der achselzuckend. Natürlich." lachte Mosenthin. die Väter haben immer keine Abnung." Los. Herr Major!" Na. warum reden Sie denn nicht?" ..Silentium, Major v. Mosentbin will eine Rede halten." Machen Sie doch vorwärts, Major!" So tönte es ringsumher an allen Nebentischen bunt durcheinander. Mosentbin in seiner Benebelung stand auf. trotzdem ihn Bogenschütz am Arm festzuhalten suchte und Flora immerzu Um Zottes willen, um Gottes wille" rief. ' Ja, ich 'wollte eine Rede halten, meine Herrschaften; aber ich soll nickt." begann er. Wir haben hier nämlich ein Brautvaar am Tisch. Fräulein Flora Brennert und Assessor v. Bogenschütz. Aber die Beiden wollen ihre Verbindung noch geheim gehalten wissen. weil sie auf dem Standpunkt stehen: - . -
,,stcin srcucr, seine Kohle ftsinn btennn so hciß, Als heimliche girbr, Von b?r niemand nischt w?ih. Weshalb ich mich wieder niedersetzen muß. ohne das beabsichtigte Hoch auf die beiden verliebten Leutchen ausgebracht zu haben!" Hurrah hurrah kmrrab hoch hoch hoch!" tönte es natürlich von allen Seiten. Flora Brennert sah krampfhaft in ihren Schooß; und Bogenschütz wäre am liebsten sieben Klafter tief unter die Erde gesunken. n u ans Fleidt Bormitta auf den 12. Kapitel. dner war am nächsten ttag noch nicht lange Beinen, als seine Schwester Gertrude bei ihm eintrat und ihm ein zierliches, einen süßen Veilchenduft ausströmendes rosafarbenes Billettchen brachte, dessen Adresse er sofort als von der Hand (5'friede Frankes geschrieben erkannte. Tas hat mir Fräulein Baden eben heimlich zugesteckt. Sie kam unter dem Vorwand, mir den Kopf waschen zu wollen. Ich glaube aber, der Kopf mühte einem anderen gewaschen werden," sagte Gertrude, der die schnüffelnde Neugierde aus den Augen blitzte, mit schelmischem Fingerdrohen. Ach, ich kann mir schon denken," versetzte Hans mit der blasirten Miene des heiß umschwärmten Dichters aus dem Witzblatt, und warf den Brief scheinbar achtlos in seinen Schreibtischkasten. Die kleine Franke erinnert mich sicher noch mal an die Abschrift meines Gedichtes .Herbstakkorde,' die ich ihr gestern Abend versprechen habe." Erst nachdem seine Schwester gegangen war, wagte er zu lesen, was das Postmeisterstöchterlein ihm schrieb: Mein über alles qeliebter Hans! Ich habe in der Nacht beim Nachhausekommen einen furchtbaren Auftritt mit meiner Mutter gehabt, weil ich auf dem Fest so freundlich zu Dir und so häßlich zu dem Baron gewesen sei. Meine Mutter will durchaus, ich soll den Baron h?!rathen. Die hunderttausend Mark Mitgift will meine Tante, die Frau Oberst v. Bollart Schwarzenbera. vorschießen. Schließlich, in meiner Seelenangst. habe ich gestanden, daß ich Dich über alle Maßen liebe, und daß Tu mich ebenso wiederliebst. Was da folgte, war entsetzlich Wenn mein lieber guter Vater, der schon schlafen gegangen war, nicht, von meinem Wemen erschreckt, noch einmal aufgestanden wäre, hätte meine Mutter mich bei Nacht und Nebel aus dem Hause gestoßen. Und dann wäre ich gleich in den See gegangen. Aber auch so, in Gegenwart meines Vaters, hat sie mich noch furchtbar be schimpft, und ebenso was mir schwer wird. Dir zu gestehen, aber ich muß Dir doch alles sagen, nicht wahr? auch Dich, mein lieber, einziger Hans? Und sie hat gedroht, wenn Du zu ihr kämest, um meine Hand anzuhalten, so würde sie Dich die Treppe hinunterwerfen. Nie, nie. nie gäbe sie zu. daß ich Deine "rau würde. Eher würde sie mich mit eigenen Mutterhänden umbringen. Also komm vorläufig noch nicht ?u uns. mein lieber guter Hans. Laß uns noch warten, und wenn es uns auch noch so schwer wird. Oder schreibe meiner Mutter einen lieben Brief (der Vater ist gut), komm abn auf keinen Fall zu uns. Ich fürchte mich so! Meine Mutter ist ganz schrecklich in ihrem Zorn. Wenn sie unsere Verbindung durchaus nicht zugeben will, auch dann nicht, wenn sie erkannt hat, daß wir ohne einander nicht leben können mein Vater, wenn er auch der beste Menfch von der Welt ist, schließt sich zuletzt doch immer dem Willen meiner Mutter an dann bin ich zu allem bereit: zum Fliehen so gut wie zum Sterben. Du brauchst nur zu bestimmen, was Tu lieber willst. In Eile Mama kann mich jeden Augenblick überraschen küßt Dich hunderttausendmal Deine bis in den Tod getreue E l f r i e d e. " Beim Wenden des Blattes fand Hans Fleidner noch folgende Nachschrift: P. S. Antwort auf meinen Brief schicke mir um Gottes willen nicht direkt, sondern durch Fräulein Baden, die mir geschworen hat, daß sie uns nie verrathen wird, und, die mir aus
den Karten geweissagt hat, daß wir nach vielen Kämpfen und Stürmen doch noch zusammenkommen werden." Aber nickt nur bei Frankes und Fleidners, sondern auch bei Brennerts gab es in der Folge des nach allgemeinem Urtbeil so herrlich" verlaufenen Stiftungsfestes schmerzliche Ernüchterungen in Menge. Daß Fincken. die sich aus Verzweiflung üker Brömels energisches Vor
gehen emen kleinen Schwips angetrunken, nächsten Tages am regelrechten arai'en C?Vnh litt, war noch die aeSJ " V , ' rmgste dieser Ernüchterungen. Viel schlimmer schon war Frau Brennert daran, die sich übe? Finchen und den Hungerleider Brömel so geärgert hatte, dajj sie mit Atbem beschweren und Magendrücken darniederlag und jeden Augenblick den Eintritt ihrer letzten Stunde erwartete wahrlich kein Vergnügen für eine rau.die zwei und einen halben Centner wieat. Am cöwersien aber litt unstreitig die überschlanke Flora. Die beqeisterten Hochs und Hurrahs der Festgesellschaft, die Major Mosenthins Nede qefolgt waren, batten ihr von Anfang an keinen Zweifel darüber gelassen, dan man sie und Assessor Bogenschütz wirklich für heimlich verlobt hielt, und nachdem Frau Kommerzienrath Fleidner und Baron Weistntz ihr über die Tafel rnnweq qluckwunsmend zugetrunken, waren alle Bekannten der Reihe nach wie in einer großen Denliercour angetreten, um mit dem ..Brautpaar" anzustoßen. Kein Protestiren hatte gebolfen; wie eineStuimfluth. vor der es kein Entrinnen gibt, waren die Gratulationen über sie hingebraust. Schließlich, nachdem er wohl eingesehen, daß aller Widerstand zwecklos wäre, hatte der Assessor gute Miene zum bösen Spiel gemacht, jedem, der daher kam, sein Sektglas zum Anklingen mit verbindlichem Lächeln entgegengestreckt und für jeden Glückwünsch mit höflicher Verbeugung, gedankt. Flora war in dem Gedanken: Er fügt sich, er liebt mich wohl wirklich und kommt gewiß morgen, um meine Hand anzuhalten," schon ganz selig gewesen und hatte die Schaar der Gratulanten behandelt wie er. Gleich nach Aushebung der Tafel aber, ehe noch der Ball losging, hatte der Assessor sich, ohne ein Wort der Erklärung oder auch nur des Abschieds an sie zu richten, heimlich aus dem Staube gemacht. Ganz plötzlich war er verschwunden, als hätte die Erde ihn aufgeschluckt. Da waren denn die Freundinnen herangetänzelt, Flora mit mehr oder minder zärtlichem Händedruck zu fragen: Ist Dein Bräutigam krank geworden, liebes Herz?" und kein Mann hatte sich getraut, sie zum Tanze aufzufordern, und sie hatte, schier verzweiseit, immer nur gedacht: Wenn er morgen nicht zu uns kommt und er kommt gewiß nicht die Blamage werde ich nicht überleben!" Und Bogenschütz kam wirklich nicht. Aber die lieben guten Freundinnen erschienen wieder auf dem Angesicht strahlende Herzlichkeit und die Brust blassen beides voll, die eine mit einem Blumentopf, die andere mit einem Strauß. Wenn die Verlobung auch schließlich noch nicht ordnungsmäßig publiZirt wäre, da man nun einmal durch Zufall davon Kenntniß erhalten hatte, konnte man seine aufrichtiaen Gefühle doch unmöglich länger unter den Scheffel stellen, man müßte der holden Braut Flora doch einige Kinder ihrer Namensschwester bringen, denn was wäre eine junge Braut ohne Blumen am Fenster? Diese aeistreicken Nedewendunqen mußte Emma, Floras dreißigjährige Schwester, die nach xau Frankes Ausspruch in ihrem Leben einen Korb zu viel ausgetheilt hatte, verschiedent lich anhören. Denn da die junge Braut in ihrer Verzweiflung kernen Mensche: sehen wollte, hatte an ihrer Sta! Emma es übernommen, die lieben würdigen Gratulantinnen zu empfan gen, und Flora, die an heftigen Zahnschmerzen litte, zu entschuldigen. Auch die Postmeisterin kam in der Absicht, etwa hervorsprießendes Ge schwätz über Elfriede und Hans Fleidner durch einen prasselnden Hagel schlag überzeugender Proteste im Keime zu ersticken. Einen Rosentopf mit einer Manschette, die größer war als das kärgliche Pflänzchen, das sie umschloß, trug sie mit sich. Eine Blume im Topf halt sich länger als ein Boukct, das morgen schon welk ist," sagte sie. Es war ihr aber weniger um das rasche Verwelken, als darum zu thun, daß ein Topf doch nach mehr aussah, als ein Bouket in der selben Preislage. Selbstverständlich qing sie auch an's Schmerzenslager Frau Brennerts, und obgleich die arme Frau in ihrem Bett fürchterlich stöhnte und pustete, konnte die liebe Kousine es doch nicht unterlassen, ihr zu sagten die Schadenfreude ist und bleibt nun einmal die reinste Freude und täuscht sogar über das Leid m der eigenen Brust rnnwea: Na, den Provisor Brömel werdet Ihr Euch doch nicht mehr abwimmeln Ion nen. Wer sonst soll denn auch Finchen noch nehmen nach ihrem gestrigen unqualifizirbaren Betragen? Du hättest wirklich besser gethan, meine Liebe. Dir Deine spinöse Bemerkung über Elfriedes .natürliches' Theaterspiel zu schenken. Jeder fegt am besten vor seiner Thür. Wenn ich übrigens Bogenschütz wäre, ich wurde mich noch sebr beim-
nen, ehe ich mir solche Schwägerin und solchen Schwager auf den Hals lüde. Oder ist die Geschichte Mit ihm und Florchen ohnehin noch nicht ganz im reinen?" Es kommt mir nämlich sehr auffällig vor, daß Ihr mit Ausnahme Emmas heute alle krank seid." Bitte geh! Rege mich nicht auf!" stöhnte Frau Brennert, preßte die Hand auf die Brust und verdrehte die Augen zum Himmel. Als Die verzweifelte Flora, die schon Mittags nicht zu Tisch erschienen war, auch Abends nicht zum Essen kam, ging Brennert zu ihr in's Zimmer, treichelte ihr das verweinte Gesicht und agte: Warum machst Du auch so 'ne Dümmhekk und ißt Äselliebchen auf Du und Du? Solche Albernheiten! So was gab's in meiner Jugend nicht. Aber Du mußt Dich beruhigen, liebes Kind. Man kommt im Leben über viel schlimmere Dinge hinweg. Immer Kopf hoch und jedem frei in's Gesicht gesehen, das ist die Hauptsache, wenn man sich irgendwie kompromittirt hat. Schließlich ist ja doch die ganze Geschichte kein Beinbruch. Ich gehe jetzt m me .Krone,' werde den Assessor abholen und dann am Stammtisch das Mißverständniß unter seiner Beihilfe aufklären. Und wenn auch in den nächften Tagen noch die bösen Mäuler" Ich überlebe es nicht," unterbrach hn Florchen aufschluchzend. Ehe ich zum Gespötte werde, will ich lieber noch n dieser Stunde sterben." Na, na, na, red' man nicht solchen Unsinn." suchte Brennert, auf's höchste erschreckt, zu begütigen. Da er aber mit all semem Zuspruch mchts ausrichtete, ordnete er an, daß Emma die Nacht über nicht aus Floras Zimmer weichen sollte, und hatte danach eine ängere Unterredung mit seiner Frau. Am nächsten Morgen war Frau Brennert frisch und gesund wie der Fisch im Wasser, und da Bogenschütz auch an diesem Vormittag nicht kam, schrieb sie ibm einen Brief, durch den die Grolltöne der Löwin klangen, deren Junges man verwundet hat. Tarauf kam der Asiesor endlich. Frau Brennet ließ ihn zunächst rubig reden. Als er es aber nach einer hier endlosen Entschuldigungsrede für den seiner unmaßgeblichen Meinung nach besten Ausweg erklärte, die Sache mit eine? ehrenwörtlichen Erklärung im Ebersthaler Lolalanzeiger abzuthun, erfubr er bald, daß mit einer gereizten Löwin schlecht Parlamentiren ist, und daß man ein für allemal ilüger thut, die Höhle der Gefährlichen zu meiden. Jbre Tochter wäre kompromittirt, blamirt und ruinirt für's ganze Leben, sagte Frau Röschen und fuchtelte dabei so bedrohlich mit ihren Händen herum, als luite sie nicht übel Lust, ihre Handschuhiiummer auf des kleinen Assessors blassen Wangen urschriftlich abzuzeich nen. Jedes junge, heirathsfahige Mädchen in der Kleinstadt, wo die Menschen eben noch nicht so verderbt wären, würde das Angebot eines jungen, beirathsfähigen Mannes, Vielliebchen auf Tu und Tu mit ihm zu essen. als eine verblümte Liebeserklärung auffassen. Wenn ihr sie tippte mit dem diacn Zeigefinger aus ihre Brust in ihrer Jugend so etn?as pafsirt nirc, und ö:r betreffende junge Mann hättt nicbt gleich am nächsten Vornuttag in aller Form um sie geworben am Nachmittag wäre er schon ohne sitirn tr Grtli? nimflsrtnfti 4u)n im hu;' iviumnu.iiii. E.' wäre doch auch nicht mehr so jung, fuhr Frau Brennert in unaufbaltsamem Zuge fort beim Reden hatte sie nie asthmatische Beschwerden daß er sich nicht hätte fragen müssen, wobin sein unerhörtes Frevelspiel führen würde, wenn er es in so gottvergessener Weise auf die Spitze trieb, wie er es gethan. 2lnstatt den Major am Ausbringen seines Toastes mit Gewalt zu Verbindern Vogenschütz war ein Zwerg gegen den hünenhaft gebauten Mosenthin hätte er sogar di? Gratulationen ohne jeglichen Protest mit der Miene des beglückten Bräutigams hingenommen. Als Frau Röschen aber zum Schluß drobte, sie würde zum Landrath und eventuell bis an's Ministerium gehen, falls Vogenschütz sich nicht beeilte, dadurch seinen Leichtsinn so schwer fornpromittirte Florchen zu rehabilitiren. da gab der Assessor den Widerstand auf den er sich bis zuletzt versteift hatte, endlich auf. Mte Fortsetzung folgt) ZU N o r t b, i l von der Gen i ck st a r r e habeni zur Zeit Verurtheilte in Thüringen. Tie dortigen Regierungen haben an die Gerichte Verfügungen erlassen, nach welchen aus den von der Genickstarre heimgesuchten Orten keine Strafgefangenen eingezogen und freiwillig sich stellende derartige Verurtheilte in den Strafe anstalten nicht angenommen werden sollen. Drei Kirchen vom Blitz getroffen. In Chicago wurden kürzlich an einem Tage drei Kirchen von Blitzschlägen getroffen und ibrer zwei wurden zerstört. $,uch anoere Gebäude wurden von Blitzschlägen beschädigt und der angerichtete Gesammtschaden beläuft sich auf etwa $200.000. Die beiden zerstörten Kirchen waren die Unity-Kirche in Oak Park und die Methodisten - Episkopalkirche an der Sacramento Avenue. Die Kongrega-tional-Kirche in North Englewood kam mit Beschädigungen davon. Glücklicher Weise waren die Kirchen zur Zeit leer.
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