Indiana Tribüne, Volume 28, Number 253, Indianapolis, Marion County, 16 June 1905 — Page 6

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Die Rechte. V Novelle? Alfred Hedenftjerna. kln der Flurthür Dr. Andersens wurde heftig geschellt. lZs war Sonntag Abend, und das Mädchen ausgeaangen. Der Hausherr öffnete daher in eigener Person, und gleich daraus vernahm seine Frau den Freudenlaut zweier kräftiger Männerkehlen und das Geräusch herzlichen Schulterklopfens. Es war Lind, ein alter Studienfreund Andersens. Die beioen hatten viel miteinander zu reden, und nachdem die junge Frau den Gast begrüßt und für einen dampfenden Punsch Sorge getragen, ließ sie die Herren allein. Zu all Deinen sonstigen schönen Ekgenfchaften hast Du Dir nun auch noch philanthropische Neigungen zugelegt?" bemerkte Lind im Laufe des Gesprächs lächelnd. Wie meinst Du das?" Nun, ich war heute von meinem Hotelfenster aus Zeuge eines Armenbegräbnisses. Du, Dein liebes Frauchen, ein halbes Dutzend alter Weiber und ein Geistlicher das war die ganze Prozession. Auf Dein Wohl, Alter! Ich begreife, daß Du als Reichsiagsmitglied bestrebt bist. Dich bei den unteren Klassen populär zu machen, und möchte wetten, daß der Sarg nebst allem Zubehör von Dr. Andersen gestiftet war." Der Doktor war ernst geworden. Nein," entgegnete er kopfschüttelnd, hier war leider keine Philanthropie im Spiel, mein Bester. Wir geben weit seltener, als wir sollten, und dann oft ohne rechte Ueberlegung, so daß unsere Gaben viel weniger Gutes stiften als wir bezwecken. Doch ihr, die wir heute zur Ruhe geleitet haben, verdanke ich eigentlich das größte Glück meines Lebens, meine Frau." Was Du sagst! Darüber mußt Du mir etwas Näheres erzählen." Ich war noch jung, und vorschnell, wie die Jugend nun einmal ist, verliebte ich mich Hals über Kopf in ein bildschönes Mädel, ein so allerliebstes, bestrickendes Persönchen, daß man gar nicht auf den Gedanken kam, es könne nichts dahinter sein. Meine Aussichten waren damals bereits sehr günstig, es gab keine zu überwindenden Hindernisse, und zwei Monate nach unserm ersten Begegnen waren wir miteinander verlobt. Es war eine schöne Zeit. In ihrem Elternhause war's nett u?d gemüthlich. DZan plagte sich dort nicht mit Sorgen um das Morgen, sondern ließ der Welt ihren Lauf und begegnete mir so liebenswürdig und vertraulich, als wäre ich schon zeitlebens einer der Jhren gewesen. Wenn wir allein waren, schmiegte meine Jda sich wie ein liebes, kleines Kätzchen an mich. Reden that sie nicht viel; allerdings hätte sie es auch kaum vermocht, denn wenn eines andern Schnurrbart einem die Lippen deckt, ist das Reden eine schwierige Sache. Auch die Schwiegermutter war eine von der allerbesten Sorte, und der Vater ein netter, jovialer Mann. Und dann war noch eine junge Nichte im Hause Ellinor Kroker. . ." Aber Mann, so hieß ja. . ." Nur ruhig Blut, Alter! Also ein Mädchen, Namens Ellinor Kroker. Da sie keine berückende Schönheit war und ihren Mund ständig zu freier Verfügung hatte, sang sie wie eine Lerche und pflegte dadurch das ganze Haus so zu erheitern, daß es mir nicht weiter auffiel, wenn Jda bei meinen Vesuchen mitunter kaum zehn Worte sprach. Doch inmitten unserer bräutlichen Seligkeit wollte es mir allgemach scheinen, als würde es trist und langweilig um uns her, sobald Ellinor nicht daheim war." Hör' mal, Jda," sagte ich, wenn wir verheirathet sind, muß Ellinor oft zu uns kommen." Ja, gewiß, Schatz. Ich bin durchaus nicht eifersüchtig wenigstens auf sie nicht," lachte Jda voll so entzü(senden Uebermuthes, daß ich die Augen nicht von ihr loszureißen vermochte. Das aber habe ich sehr bald lernen müssen; denn kaum sechs Wochen später war unsere Verlobung gelöst. Eine Badebekanntschaft, weißt Du, ein reicher, junger Gutsbesitzer mit eigener Equipage. Man machte gemeinsame Wagentouren, Promenaden, Ausflüge. Als seine Frau würde sie auf großem Fuße leben können und alles im Ueberfluß haben. Diese Sorte muß man heuizutage kennen! Schwach, ohne jeglichen Gehalt und Charakter!... Und nun lebt sie auf großem Fuß und hat alles im Ueberfluß. Diesen Sommer traf ich sie, und sie war nicht im Mindesten befangen oder verlegen." Armer Kerl! Und wie hast Du diesen Schlag überstanden?" Danke, sehr gut. Mir war zumuth, als sei ich jäh von einem Dache herabgestürzt; doch als ich meine Glieder bei Licht beKkh, war ich erstaunt, heil und unversehrt davongekommen zu sein. Man behält doch schließlich immer noch ein Restchen Selbstachtung übrig, und das stählt und hilft über derartige Enttäuschungen hinweg. Seither hatten die schönen Mädchen ihren Reiz für mich verloren. Ich hatte sie satt bekommen. Oft aber tauchte eine zarte, schlanke Gestalt vor mir auf, ein Mädchen in schlichtem grauen Gewände, em Gesicht mit freundlichen, sanften Zügen, lieben Blauaugen und einem Rosenmündch?n,

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Japan's panzer-Rreuzer Asama". Japan'S neun mächtige Panzer.Kreuzer. von denen die ..Asama" eine genaue Type ist, nahmen einen großen Antheil an der Vernichtung von Rojeft. venSky's Flotte. Die Kreuzer ftchm unter dem Commando deS Vice-AdmiralS Kamimura, der vor einigen Monaten das russische Vladivostock Geschwader schlug. Die Asama" ift ein machtiges Kriegsschiff und besitzt eine Schnc2igkeit von 23 Knoten.

daS so froh und herzig plaudern und lachen konnte. Eines Abends erkletterte ich die dunklen Treppen einer Miethskaserne in der südlichen Vorstadt von StockHolm, um einen dort wohnenden Patienten zu besuchen. Als ich. nach seinem Namensschilde suchend, vor etner der verschiedenen Flurthüren stand, vernahm ich plötzlich eine Stimme, die mich bewog, wie angewurzelt stehen zu bleiben die Stimme der kleinen Lerche." Der Lerche?" Jawohl, die Stimme der graugekleideten Nichte. Doch die sonst so helle, fröhliche Stimme hatte einen wehmüthigen Klang. Verhaltene Thränen schienen darin zu zittern. Eine ziemlich heisere Stimme, offenbar die einer alten Frau, antwortete .Ich. mein liebstes Herzl, daß Sie den jungen Herrn auch gar nicht vergessen können!" Nein, Lene, daS kann ich nicht. Ich werde ihn lieben, solange ich lebe." Mein armes, armes Kind." Nein, beklage mich dieserhalb nicht. Es ift doch etwas Herrliches um ein so tiefes, mächtiges Gefühl, das uns übe" unS selbst erhebt. Und ist meine Liebe auch hoffnungslos, so würde ich doch um keinen Preis wünschen, ihm nie begegnet zu sein." Ja, die Fräuleinchens sind darin so anders," meinte die Alte. Als ich mich damals, als ich bei Ihren Eltern diente, in Johann, den Kutscr)er, verliebte und hinterher merkte, daß er nichts von mir wissen wollte, da wurde ich so bös auf ihn. so bös, daß ich ihn hätt' in's Wasser stoßen können." Aber Lene, Du, die immer so gut und sanft gewesen ist! ... Ich habe ja auch gar kein Recht, mich zu beklagen. Es thut mir nur so schrecklich leid, daß Jda so falsch gegen ihn geWesen ist. Ich begreife nicht, wie sie dies über's Herz bringen konnte." Ich erschrak. Großer Gott, sollte es möglich sein, sollte ich ungewollt und unbewußt das unschuldige Herz der kleinen Lerche gefangen haben? In steter Angst, es könne irgend Jemand aus einer der Thüren kommen, verharrte ich auf meinem LauscherPosten. Was thut's mir doch in der Seele weh, daß ich so rein gar nichts für mein Herzenskind thun kann, das ich, als eS klein war, auf den Armen getragen habe, und das später so viel Gutes an mir gethan und von ihrem bischen Taschengeld immer noch waS abgeknappst hat, um die alte Lene nicht verhungern und frieren zu lassen." Ja. Du kannst etwas für mich thun, Lene. Bete für ihn, den ich so lieb habe. Bitte den lieben Gott, sein Leid zu heilen und ihn wieder glücklich werden zu lassen." Wie heißt er? Das haben Sie mir noch nie gesagt, Ellichen. Ich kann doch nicht vor unsern Herrgott treten und bitten: Sei dem armen Herrn gnädig, den das Fräulein Grundberg betrogen hat!" Das nicht. Aber Du kannst beten: Lieber Gott, mach denjenigen glücklich, den Ellinor lieb hat." Nun wurde eS mir zu warm unter der Weste. Ohne bei meinem Patien ten gewesen zu sein, eilte ich die Treptotn hinab auf die Straie.

Wir können mitunter jahrelang dahinleben, ohne zu wissen, was in unserem Gemüth vorgeht. Was ich für Jda Grundbera empfunden, war sicherlich keine echte Liebe, sondern nur eine jener Verliebtheiten gewesen, bei denen die Sinne die Hauptrolle spielen. Vielleicht hatte die Bekanntschaft eines ganz anderen Mädchentypus, dem meiner freundlichen, klugen, fröhlichen Lerche, mir unbewußt die Augen für die Mängel der schönen Jda geöffnet und viel dazu beigetragen, daß ich die von dieser Seite erfahrene Enttäufchung so viel ruhiger aufgenommen, als es sonst wohl der Fall gewesen wäre. Ein vaar Monate waren seither vergangen. Da ging ich eines Abends zur alten Lene. Ich weiß nicht mehr, ob ich nach Jemand gefragt, der dort im Hause wohnen sollte, oder unter welch sonstigem Vorwand ich mich dort eingeführt habe, ich weiß nur so viel, daß wir bei meinem Scheiden die besten Freunde waren.

Später erschien ich noch einmal bei ihr, mit Kaffee und Zucker beladen. und ein andermal mit einem Sack voll Kartoffeln, den ein Junge mir nachtrug. Und schließlich fragte ich einmal rundheraus: Bekommen Sie sonst niemals Besuch von irgend Jemand, Lene?" ,.O ja, von einem Engel von Fraulein. Ohne sie würde ich schon längst im Armenhaus sitzen. Aber sie hat nicht v:el Zeit; sie kommt meist nur am Mittwoch- und Sonntagabend. Am nächsten Mittwoch fand ich mich abnchtllch schon vor Ellchen's" Ankunft dort ein. Bei meinem Anblick erblaßte sie und griff unwillkürlich nach einer Stuhllehr.e. Herr Doktor .... Gustav Sie?" stammelte sie. Denn Du mußt wissen, daß mir uns früher, als zukunftige Verwandte, bei unseren Taufnamen genannt hat ten. Nun hielt Lene es an der Zeit, eine Erläuterung zu geben: Jawohl, Ellichen. das ist der gute, freundliche Herr, von dem ich Ihnen erzählt habe . . . Aber Kind, liebes. waö ist das denn mit Ihnen? ... Das wird doch nicht . . . Lene hatte nicht umsonst in seinen Häusern" gedient. Sie hielt plötzlich inne und hustete verlegen, während Ellinors Gesicht sich mit Purpurgluth bedeckte. Wir haben unö dann noch oft bei der alten Lene getroffen. Ellinor war befangen und änderte ihre Besuchsabende; aber das hals ihr nichts, da ich das Altchen auf meiner Seite hatte. Und dann begleitete ich meine Lerche regelmäßig Helm bis zur Grundbevg'schen Hausthür. Und bei einer derartigen Gelegenheit schloß ich sie im Schatten der Grundberg'schen Vforte in die Arme. .Ellinor, Liebste," flüsterte ich, kannst Du's mir vergeben, daß ich so lanae blind gewesen bin?" Sie erbebte in meinem Arm. Sagen Sie das aus Verzweiflung oder . . ." Natürlich versicherte ich de, Wahrheit gemäß, daß nur das Vollgefühl des VlückeS mich zu der Frage bewogen, die selige Gewißheit, nunmehr die Rechte gefunden zu haben."

In diesem Augenblick klangen leichte Schritte im Nebenzimmer. Ein liebes. freundliches Gesicht schaute zur Thür hinein. Sind die Reminiszenzen aus der Studentenzeit erschöpft, meine Herren? Dann bitte zu Tisch!" Die marokkanische Küche.

Die marokkanische Küche hat, ungeachtet der Unmasse verschiedener Gerichte, wenig Verlockendes für den Europäer. Schon die Anwendung von Honig, der entsetzlichen Butter, der vielen Pfeffersorten und Gewürze, des harten und den Hals zuschnürenden Argan - Oels, der Rosen- und Jasmin - Essenzen, macht die Speisen für den Europäer fast ungenießbar. Das Haupt- und Leibgericht aller Stämme des nördlichen Afrikas ist der Cuscbsu (Alkuzbus); er bildet die Grundlage einer jeden Mahlzeit. In unglaublichen Mengen wird nach den Berichten sämmtlicher Reisenden diese Speise von den Mauren und Arabern verzehrt, ohne daß sie ihrer überdrüssig werden, die unabsbleibliKe Folge davon bilden die ewigen Magenleiden der Bevölkerung. Die Bereitung des Kuskus, wie er in der Abkürzung genannt wird, ist sehr eigenthümlich, und es gehört langjährige Uebung dazu, um es zu erlernen. Auch ist dies das einzige Gericht, das buchstäblich nur durch Dampf gar gekocht wird. Von weitem sieht es wie grobkörnige Grütze aus, doch enthält es sowohl Geflügel, wie Hammelfleisch. Die Frau, die Kuskus machen will, feuchtet sich das Innere der Hände an und fahrt dann leise über das in einer flachen Mulde bereitgehaltene Weizenoder Maismehl. Die sich ansetzenden Mehltheile werden mittels eigenthümlicher Fingerbewegungen in eine Art von feinen Körnchen verwandelt und. sobald sie die verlangte Festigkeit haben, auf die Seite gethan. Ist das gewünschte Quantum erreicht, so wird diese halbtrockene Masse von Kügelchen durch ein in ein Sieb verwandeltes, mit kleinen Löchern versehenes steinhartes Schaffell gesiebt, durch das nur die kleinsten Körner passiren können. Ehe man sie benutzt, trocknet man sie an der Sonne. Diese Masse, in Verbindung mit Gemüsen, Gewürzen und dem erwähnten Fleisch erleidet eine längere Dampfabkochung und wird sodann in Form eines Kegels, meistens in gelbe Sasranfarbe getränkt, aufgetragen. Auf allen Reisen im Innern, bei denen man aus die einheimische Kost unbedingt angewiesen ist, und Vorzuglich am Morgen, erscheint ein Gericht, daS daS Entsetzen jedes Eittopäers bildet. In einer irdenen cfiüijel kommt eine gelbbraune schleimige Masse zum Vorschein, um die herum die flachen Brote der Mauren liegen. Nachdem das Brot in die üblichen Stücke gebrochen, ergreift jeder der Umsttzenden ein Stück, taucht es in den Brei und verzehrt es mit Behagen. Es ist dies alte ungesalzene Butter, bekannt unter dem Namen holländische Butter"; fast scheint es, als ob Jedermann, der total verdorbene Butter besitzt," bemerkt Conring, der bekannte Marokkoforscher, in Marokko dafür ein dankbares Publikum fände, und merkwürdigerweise ist die Beschaffenheit überall dieselbe." Kupfer- und Stahlstiche, vergilbte und stockfleckige, werden am einfachsten durch Einlegen in verdünntes Wasserstoffsuperoxyd (aus einer Droguenhandlung oder Apotheke) gebleicht. Vor dem Einlegen macht man dasBleichmittel ein wenig ammoniakalisch. Das Papier wird durch diesen Bleichprozetz nicht angegriffen. Oder: Will man alte Stiche reinigen, so legt man sie, einen oder zwei auf einmal, in eine flache Schüssel und gießt Wasser darauf, bis sie ganz damit gesättigt sind, läßt dann das Wasser ab fließen und giebt eine verdünnte Lösung von Chlorkalk (1 Theil Chlorkalklösung auf 40 Theile Wasser) darüber. Gewöhnlich verschwinden die Flecken dabei wie durch Zauberei, wenn dies aber nicht der Fall ist, tropft man starke Chlorkalklosung auf die widerfpenstigen Stellen, und wenn das nicht hilft, füge man etwas verdünntes Königswasser (Salpeter - Salzsäure) zu. Sobald die Stiche rein sind, müssen sie sorgfältig und wiederholt mit frischem Wasser cewaschen werden, bis alles Chlor entfernt ist. Dann sollten sie in eine sehr schwache Lösung von Hausenblase oder Leim gelegt werden. Manche setzen dieser Lösung Kaffeesatz zu. um dem beim Bleichen oft etwas zu weiß werdenden Papier einen gelben Ton zu geben. Nachdem sie schließlich zwischen Löschpapier in einer Presse oder unter einem schweren Buche getrocknet sind, werden sie behufs Wiederherstellung des Glanzes noch mit einem gewöhnlichen Plätteisen behandelt. Da das Eisen nicht direkt mit den Stichen in Berührung kommen soll, so legt man reines Papier dazwischen. "Wildes Fleisch. Oft entsteht an verwundeten Stellen sogenanntes wildes Fleisch, welches die Heilung der Wunde verzögert und weggebeizt werden muß. Dies geschieht am besten mit pulverisirtem, gebranntem Alaun, welcher einigemal ufgestreut wird. Auch zerriebener, feiner Zucker bringt den Ansatz von wildem Fleisch weg; oft genügt ein Druckverband mit Heft-ßflasterstreife.

Sibiriens Eingrborrnc. 9latuvHbönhtittn de als ..Tchneewüft" vcrschriccncn sonore. Mit dem Vordringen der Bahn in Sibirien sind zahlreiche Berichte und Schilderungen über das Land erschienen, die das allgemeine Interesse für Sibirien erweckt und die alten Vorfiellungen von der in Eis und Schnee erstarrten Verbrecher-Kolonie zerstört haben. Man lveiß heute, daß Sibirien neben Eisgefilden und ewigen Schneeflächen auch Gebiete besitzt, die sich eines gesegneten Klimas erfreuen. Viele Gebirgspartien des Altai und der Provinz Minussinsk stehen hinsichtlich ihrer Naturschönheit nicht hinter der Schweiz zurück. Man findet dort Gebirgsseen, großartige Wasserfalle und mit ewigem Schnee bedeckte, wolkenumhüllte Berggipfel. Im Süden Sibiriens werden die Thäler von zahlreichen Flüssen bewässert. Hier bedecken blühende Matten das Wiesengebiet, hier gedeiht Ackerbau und Viehzucht. Die Eingeborenen Sibiriens bilden die Ueberreste finnischer, türkischer und mongolischer Stämme, die sich im Süden und Norden der russischen Bevölkerung angeschlossen haben oder zerstreut in der Wildniß leben. Jenseits des Urals findet man das Volt der

Wogulen, dann folgen die sibirischen Tataren, nördlicher die Ostjaken. Samojeden. Tungusen. Jakuten. Jukagiren, Tschukischen. Korjaken; im Süden werden die Russen von den Kirgisen, Altai-Kalmyken. Ssojoten. Barjäten, Koreanern und Chinesen umgeben, im Westen von den Ssarten und Usbegen des Turkestangebietes. Einzelne Volksstämme, beispielsweise die Tungusen, Tschuktschen und Kamtschadalen, die sich über große Gebiete zerstreut haben, sind im Vergleich mit den eingewanderten Russen wenig zahlreich; Stämme, wie Kirgisen und Burjäten, zeigen noch alle Merkmale einer kräftigen Lebensfähigkeit. Einzelne Volksstämme sind im Aussterben begriffen oder bereits völlig verschwunden, andere haben sich mit den Russen vermischt. Im Norden, in den Gebieten von Obdorsk und Beresow, hat sich die Vermischung russischer Kolonisten mit den Ostjaken und Tartaren so weit vollzogen, daß sie kaum noch von den Eingeborenen zu unterscheiden sind. Sticrjagd in Madrid. Nach Madrid, Spanien, waren jüngst drei Stiere gebracht worden, die man in einen Käfig in einer Arena sperrte, wo ein Stiergefecht stattfinden sollte. Die Menge drängte sich herzu, und Jeder suchte sich möglichst dem Käfig zu nähern, um einen Blick auf die Thiere werfen zu können. Plötzlich fing einer der Stiere laut zu brüllen an und brach mit einem Stoß seines Kopfes eine Seite des Käfigs in Splitter. Als die drei Thiere herausstürzten und die Menge angriffen, entstand eine fürchterliche Panik. Die Leute liefen in die Läden hinein, einige erklommen Bäume, und wieder andere suchten hinter Straßenbahnwagen und anderen Gefährten Schutz vor der Wuth der Thiere. Ein Mann wurde von den Hörnern eines Stieres aufgespießt; sterbend brachte man ihn in's Krankenhaus. Eine Frau wurde im Laufen hoch in die Luft geschleudert und fiel dann etwa zwölf Dards von der Stelle entfernt zu Boden. Tann griffen die Stiere drei von ihren Kutschern verlu,.ene Troschkenpferde an und durchbohrten sie, bis sie todt hinfielen. Inzwischen war eine große Polizeitruppe eingetroffen; auch viele Angestellte der Arena erschienen auf dem Schauplatz. Ein Stier stürmte gerade auf die Gendarmen los; diese feuerten eine Salve ab, und das Thier fiel todt zu Boden. Die Kugeln prasselten gegen di? Mauern der Häuser, mehrere Fenster wurden zerbrochen, aber zum Glück wurde Niemand verletzt. Tann begann die Jagd auf die anderen beiden Stiere, die von den Angestellten der Arena schließlich eingefangen wurden. Schüler als Wechselfälfcher. Ter sechzehnjährige Gymnasiast Joseph Busche in Hildesheim, Hannover, beschloß jüngst, auch einmal einen Wechsel in die Welt zu schicken und so auf bequeme Art seine Finanzen aufzubessern. Seinen Freund, den 15jährigen Sekundaner Endrulat. weihte er in seinen Plan ein. der diesem auch einleuchtete. Busche fertigte einen Wechsel aus. der im Namen des Malermeisters Waßmann auf den Maurermeister Scherping gezogen war und auf 1280 Mark lautete. Endrulat mußte dann zum Bankhause gehen, um den Wechsel diskoniiren zu lassen. Er stellte sich dort als Sohn des Malermeisters Waßmann vor und sagte, er käme im Auftrage seines Vaters. Das Wechselformular war aber doch nicht mit der nöthigen Sachkenntniß ausgefüllt worden, so daß der Bankbeamte den Schwindel merkte. Er bedeutete dem jungen Mann, daß der Vater selbst kommen müsse, und behielt den Wechsel zurück. Die über den faulen Ausgang ihres Unternehmens sehr niedergeschlagenen Jünglinge suchten zunächst das Weite, wurden indeß bald sistirt und zu je drei Wochen Gefängniß verurtheilt. D i e Gastfreundschaft bildet einen hervorstechenden Charakterzug der Eskimos. Selbst den Feinden gegenüber wird diese Tugend ausgeiss bt.

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