Indiana Tribüne, Volume 28, Number 250, Indianapolis, Marion County, 13 June 1905 — Page 7
Jndiana Tribüne, RS. Juni 1905
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Dir Jagd nach 1 . .
t dem Mann t 4 Uomzn von Hrtarfmilian Söttet? er (Fortsetzung.) Also redete Zchröter weiter. Wie 't mir vorkommt," sprach er und schlug sich mit der Reitpeitsche, die er den ganzen Tag nicht aus der Faust ließ, gegen seine langen Krempstiefel, haben Sie ja woll eine Tame im Koppe, die entweder keene öberstbalenn is oder aber die verlangten hunderttausend Emchen nich mitbringen kann. Un jewiß. wenn WH jung is, denn jeht einem so 'n Verzicht verwünscht an de Nieren, wie man so sagt. Aber da muß man sich drin finden, und man findet sich ooch drin. Die sojenannte Liebe is überHaupt bei Weitem nich die Hauptsache im menschlichen Leben. Ick habe doch jetzt meine zweete Frau uff die erste werden Tie sich wol! kaum noch besinnen können. Sehn Sie, meine erste hatt' ick aus purer Liebe genommen, obgleich sie kränklich war, un mir jeder Mensch sagte: .Schröter, die wird nich alt!' Un wie sie mir drei Jahre nach der Hochzeit starb, hatt' ick janz jewiß nich noch mal jebeirathet, wenn ick nich Bange jehabt hätte, meine kleenen Jöhren möchten mir verwahrlosen, und wenn Ihr Herr Onkel mir nich immerzu jedrängelt hätte. Also sprang ick denn noch mal 'ran uff's Jerathcwol. ohne lange zu suchen oder zu wählen, un ohne 'ne Spur von Liebe, kalt wie 'ne Hundeschnauze wie man so sagt. Und sehen Sie ick habe meine Erste übermenschlich jerne jehabt, und sie war ooch jewiß 'n Engel von Weib; aber meine Zweete det muß ihr der Neid lassen meine Zweete is doch noch besser, wie meine Erste war, un heute is sie mir mehr an't Her? jewachsen, als dazuma! meine Selige! Tet kommt wie der Dieb in der Nacht, wie man so sagt. Un so, denke ick mir, könnt' et Ihnen vielleicht ooch jeben, wenn Sie uff jut Jlück die erste beste Ebersthalerin nehmen, die ihre hunderttausend Märker hat. Denn det janze Heirathen is un bleibt nu mal 'ne Art Lotteriespiel. Wem der Hauptjewinn bestimmt is, der kricht 'n, un wenn er det Loos dau uff de Straße jefunden hat wie man so sagt!" Das Resultat dieser weisen Weltund Heirathsbetrachtung war. daß Bodo sein Vorhaben, mit Schröt'er nach Vorwerk Tiefensee zu reiten, kurzer Hand aufgab, in's Schloß zurückging, erst noch einige Schreibereien txledigte und dann Besuchstoilette machte, um nach Ebersthal zu fahren und aus dem Anblick Martha Fehlows neue Widerstandskraft zu schöpfen für die Versuchungen, die in täglich neuer Gestalt sein Herz bestürmten und sei: : Treue in's Wanken zu bringen drohten. Da es ihm nach seinem ersten Besuch im Fleidner'schen Hause in den ganzen, inzwischen vergangenen drei Wochen nicht wieder gelungen war, die Geliebte bei seinem Kommen allein anzutreffen, so richtete er es diesmal so ein. daß er vor Anbruch der eigentlichen Besuchsstunde, gleich nach elf Uhr, auf dem Plan erschien. Ader auch cneömai wollte es sein Pech, oaß sich Martha bei seinem Kommen weder im Empfangszimmer noch im Salon aufhielt. Dafür aber stand Frau Ilse bereits auf dem Posten. Im Hinblick auf Bodos Besuche sprang sie jetzt immer schon gleich nach zehn aus dem Bett, was ihr in der ersten Zeit nicht geringe UeberWindung gekostet hatte, hielt sich von elf an empfangsbereit und begrüßte ihren Gast mit einer Liebenswürdige keit, d' von Besuch zu Besuch an Wärms -nahm. Die familiäre Einigkeit des Fleidner'schen Hausstandes die ohnehin nie eine glänzende gewesen war. hatte reits nach des Barons zweitem Besuch einen ganz bedenklichen Knacks belommen. Dieser Knacks gelangte außer zwischen dem pietätvollen Hans und rn. glücksdurstigen Frau Ilse zwar nicht zur Aussprache, aber er that sich deutlich genug kund in der kühl-geme'-fenen Art. in der die drei erwachsenen Fleidner'schen Kinder und ihre junge Stiefmutter einander begegneten, er lag gleichsam in der Luft, und Martha Fehlow schöpfte bei all ihrem Kummer manche stille Freude an der Beobachvier. 2i Tichtersmann hatte gleich nach Bodos Antrittsvisite mit seiner Lieblinzsschwester, der ästhetischen Gertrude, eine eingehende Unterredung gehabt. Dieser Wnnritz hat zwar," sprach er mit Duldermiene, von Kunst keinen blassen Schimmer, und eine Seele scheint er überhaupt nicht zu besitzen. Aber er hat ein wildes, abenteuerliches Leben hinter sich und läßt sich vielleicht heranbilden und erziehen. Jedenfalls ist er Freiherr und kommt sicher in ix? Absicht, eine Frau zu suchen. zu uns. Von allen Ebersthalerinnen, die die erforderliche Mitgift haden. bist Du die feinsinnigste und gebildetste. jedenfalls die passendste für ihn. Ja ich gestehe es ich würde es gern sehen, wenn Du Baronin würdest, zu den Höhen der Menschheit emporkämest, obgleich ich. wie Du ja weißt, den persönlichen Adel gering schätze, und nur der Adel des Geistes mir Achtun abzunöthigen vermag. Doch für
ein junges Mädchen in einer Kleinstadt ist es nicht leicht, sich gut zu verheirathen . . . und außerdem Du eignest lies) ausnehmend zu Freifrau. In einer glänzenden gesellschaftlichen Stellung aber, die ja so viele Vortheile bietet, könntest Du gewiß auch manches thun für die Einführung und Verbreitunz unserer, leider immer noch nicht genügend gewürdigten, künstlerischen Richtung, und Du würdest dabei auch mein vorläufig noch bescheidenes Wirken gewiß nicht vergessen. Aber " er hatte seine zusammengesunkene Gestatt ein wenig aufgereckt und tief Atbem geholt es wird einen Kamvf Z5':cn, einen schweren Kampf. Denn alle hiesigen Mädchen, für die ihre El:ern hunderttausend Mark zusammenscharren vermögen, werden eine wilde Jagd ans Weistritz eröffnen, und ich baise diese Jagd nach dem Mann. Indeen die Hauptsache bleibt natürlich, ob der Baron Dir gefällt, ob Du
meinst, ihm Deine Seele rückhaltlos hingeben zu können, ob " Tu weißt," war Gertrudes von einem ti?scn Seufzer eingeleitete Antwort, ich k,abe noch nie einen Mann geliebt. Aber Weistritz " ein neuer Seufzer er hat etwas so Zwingendes an sich, besonders im Blick seiner dunklcn Augen, so daß ich wohl glaube Da hatte Hans verständnißvoll genickt, und Gertrude war an ihren Schreibtisch zurückgekehrt, um dem armen Scelenfreund in Wien mitzutheilen. daß ne ihm die zur Drucklegung seiner Werke erbetenen tausend Gulden nicht senden dürfe, daß sie ihn auch bitten müsse, die bisher gepflogene Korrespondenz einzustellen, da sie einen Mann kennen gelernt habe, der alle ihre Gedanken gefangen nähme, und dem sie deshalb auch nicht den geringsten Tbeil ihrer Seele entziehn könnte. Natürlich saß Bodo kaum fünf Mi nuten bei Frau Ilse, als auch schon Hans und Gertrude. wie gerufen, wieder aus der Bildfläche erschienen. Hans mit gestutzter Mähne und in einem ganz modernen graukanrten Herbstanzuz, und Gertrude in einem Kleid, das zwar immer noch ein wenig Reform" war denn so rasch darf sich eine Frau nicht ergeben ,das aber doch in der Hauptsacke, in der Unterbrechung der langweilig geraden Gewandlinie durch den Gürtel, sich schon wieder erheblich der sogenannten veralteten, unkünstlerischen und unhygiemschen Tracht naherte. Ab. da seid Ihr ja auch." begrüßte Frau Ilse ihre Stiefkinder mit ganz undefinirbarer Betonung. Wo steckt denn Klärcben? Hat sie sich von ihrer Montblancbesteigung noch nicht erholt V Bei Bodo war der erste schlechte Eindruck, den er von Gertrude empfangen, im Verlaufe näherer Bekanntschaft einer besseren Erkenntniß ihrer Eigennrt aewichen. und es war ihm sogar ae lungen, oas an und für tten nicht gering begabte und sehr wissensdurstige Mädchen, dem es in dem engen Kreis und bei dem Reichthum des Vaters offenbar nur an einer vernünftigen Betbätigung der Kräfte fehlte, in der Schwärmerei für symbolistische Kunst und dem blinden Glauben an einen persönlichen Schutzgeist" stark zu erschüttern. Hans dagegen hielt unentwegt an seinen Idealen fest; und da er seine Liebäugeleien auf Martha Fehlow in ch möglichst verschärfter Form fortsetzte, so geno er nach wie vor Bodos unverminderte Antipathie, obgleich er schon mehrere Freundschaftsbesuche auf Schloß Ebersthal abgestattet hatte und seinem zukünftigen Schwager" so nannte er ihn bereits in Gedanken auch sonst sehr viel Zuneigung entgegenzubringen schien. Klara, die arme Ticke, kam heute nicht zum Vorschein, obgleich sie sehr wohl geseben hatte, daß sein" Wagen unten hielt. Unwiederbringlich, rettungslos hatte sie ihr Herz an den Baron verloren. Aber sie fühlte sich außer Stande, mit ihrer klugen Schwester und ibrer hübschen Stiefmutter in Konkurrenz zu treten, wenn schon sie ja auch ganz gewiß wed dumm noch häßlich war. Aber sie konnte sich eben nicht in Szene setzen wie die anderen. So gänzlich hatte sie sich in den schönen, den einzigen Mann" venarrt, daß sie in seiner Gegenwart vor Befangenheft kein vernünftiges Wort hervorbringen konnte; und wenn er sie ansprach, dann wurde sie über und über roth und antwortete ihm höchstens so konfuses Zeug, daß die anderen sich nachher über sie lustig machten. Darum blieb sie heute lieber in ihrem Zimmer, lag tief betrübt auf der Ehaiselongue und weinte ihr Taschentuch nah. Und dennoch hatte ihr bitterer Gram sein Gutes für sie. Er zehrte. Obwohl sie nicht mehr Lust noch Kraft füblte, die Sindingsche Entfettungskur fortzusetzen, hatte sie in den letzten beiden Wochen um vier Pfund abgenommen. Bodo dehnte seinen Besuch heute wieder vergeblich über Gebühr aus. Martha kam nicht und kam nicht. Als er sich schließlich zum Aufbruch anschickte, fragte er sich grollend: Ist Absicht in ihrem Thun? Entzieht sie sich mir etwa mit Berechnung?" Und er nahm die Einladung zum Mittagessen für kommenden Sonntag, die Frau Ilse mit verschämtem Lächeln stammelte, einzig darum ohne Zaudern an, weil er honte: Vielleicht habe ich bei siun denlangem Weilen in Marthas Nähe endlich wieder Gelegenheit, ein paar Worte mit ihr zu wechieln. Wie immer, wenn er bei Ileidners
gewesen, fuhr er hinunter zu Bren
nerts. Denn er sagte sich: Wenn ich Fleidners auffällig bevorzugen würde, so würde ich den Damen Hoffnungen erwecken, die sich nie erfüllen können. Also muß ich so thun, als ginge es mir wie Buridans Esel Und er verbrachte ein halbes Stündchen in angeregtem Geplauder mit Fräulein Finchen, die jedesmal mit neuen drolligen, oft paradoxen Einfällen der Himmel mochie wissen, wo sie sie her hatte und mit immer neu tomponincn reuenden Kleidern und Haartouren sein Gefallen zu erregen wußte. Es besaß Geschmack, das Soubrettenköpfchen; und Bodo hatie schon mehrmals gedacht: Wenn ich Martha nicht so von Herzen lieb hätte, ich glaube, ich würde mir Ebersthal und Herbartshöhe dadurch sichern, daß ich Finchen Brennert zur Frau nähme." Beim Mittagessen am nächsten Sonntag Frau Ilse und Gertrude hatten ihn in die Mitte genommen hatte er wenigstens die Freude, der Geliebten gegenüberzusitzen, und fortwährend den Anblick ihrer ernsten blonden Schönheit genießen zu können. Nur vermißte er mit Bedauern jeglichen, auch den verstohlensten Widerichein von Glück, das sie als seine heimliche Braut in seiner Nähe doch eigentlich hätte empnnden müssen. Und wenn er auch öfter, als es Fleidners lieb war, das LÄort an sie richtete, so antwortete sie ihm doch immer nur gemessen und förmlick; mit keinem Blick, keiner Geberde ging sie, trotz der alten Bekann.schafi, aus der Reserve heraus, die sich für eine wohlerzogene Erzieherin acgen einen vonehm-liebenswürdigenGast des des Hauses geziemt. Nur das eme bereitete Bodo einige Genugthuung, daß er seinen Ring, den sie schon mehrmals bei seinen Besuchen nicht getragen, heute wieder an ihrer weißen Hand funkeln sah. Beim Kaffee, der gleich nach Tisch gereicht wurde, konnte Hans es sich nicht versagen, sein neuestes Gedicht, in dem seine Seele auf Rosenblütben wandelte," seine Sehnsucht violette Flügel" hatte und die Sonne ein gluthausnichendes Flammenherz war, zum besten zu geben. Und da man schrieb Mitte Oktober die Däm merung schon frühe hereinbrach, so machte er hinterher den Vorschlag, man sollte Fraulein Hennette Baden holen lassen, um sie um die Abhaltung einer kleinen Seance" zu bitten. Fräulein Gertrude, in der die alte Passion für das Mystische plötzlich wie der aufgewacht schien, stimmte begeistert bei; und da auch Frau Ilse und Fräulein Klara Feuer und Flamme schienen, so mußte der Baron schon aus Höflichkeit einiges Interesse heucheln. te srnenrin. eme kleine kugelrunde Vierzigerin mit derPyyjiognomle eines Hokerweibes, erschien und erklärte stch nach einigem Parlamentiren mit einem mißtrauischen Blick auf den Neuling bereit. Das Zimmer wurde in geisterHaftes Dunkel geraucht, der Kreis um den großen runden, eigens zu spiritistischen Zwecken angeschafften Tisch geschlössen, und die Sache ging los. Bodo hatte es mit taschenspielerha?'ter Eewandheit so einzurichten gewußt, daß er neben Martha zu sitzen kam. Ihre liebe weiche Hand fest in der seinen haltend, dachte er: Und wenn der Blödsinn noch so hanebüchen wird ein paar Stunden könnte ich's schon so aushalten!" Doch verdroß es ihn gleich danach wieder, daß die Geliebte ihm den fortwährenden zärtlichen Druck seiner Finger in keiner Weise zurückgab. Regungslos, schlaff lag ihre Hand in der seinen; nur ein einziges Mal, als er sie in jäbeni Zorn ein wenig mit seinen scharfen Nägeln kniff, glaubte er gleich darauf einen leisen Gegendruck zu spüren. Fräulein Baden schien den Trancezustand nach Belieben herbeiführen zu können, kaum daß man's sich versah, war sie mit der Astralwelt in Berbindung. Auf den Wunsch Fleidners, der seine abtrünnige Schwester wieder zum Glauben bekehren wollte, citirte sie Gertrudes Schutzgeist, den im zartesten Jünglingsalter verstorbenen Sohn eines Hamburger Rabbiners aus dem fünfzehnten Jahrhundert. Er hörte auf den Namen Joseph; und da die offenbar nicht ungelehrige Friscurin früher ein paar Jahre am Alsterbassin gewirkt hatte, so fiel es ihr nicht schwer, den atmen Geist in dem richtigen Hamburger Dialekt sprechen zu lassen, von dem es Bodo nur höchst zweifelhaft erschien, ob er schon vor fünfhundert Jahren in seiner ganzen jetzigen Schönheit eristirt haben sollte. Gertrude, die dem Baron zur Linken saß, war tief ergriffen, zitterte am ganzen Körper wie Espenlaub und hielt ihres Nachbars Hand mit eisigen Fingern krampfhaft umklammerr. Und als auf ihre bange Frage, was sie thun müßte, um die heißeste Sehnsucht ihres Lebens Erfüllung werden zu lassen, Joseph antwortete: Tu mus ßt wieder treu und fes t im Glauben zu mir s tehen." da stammelte sie hingerissen: Ja, ja. ja ... ich will es thun!" Hans Fleidner, dessen Schutzgeist Josephs Schwester Rebekka war, hatte eine ganz ähnliche Frage an das Schick fal wie Gertrude. Und Rebekka erwiderte mit der bekannten Weisheit, die wohlfeil ist wie Brombeeren, nur etwas leiser und eine halbe Oktave höher als Joseph: Du mus ßt fes t und unverzagt weiter nach Deinem Ziele s treben. Wer ausharrt, wird s tets gekrönt!" Bodi: mochte nicht ganz den Laffben Zuschauer spielen. Nachdem Frau Ilse
und Klara sich vergeblich um ihre Schntzgeister bemüht hatten, die heute
durchaus nicht kommen wollten, fragte er das Medium, ob Fräulein Rebekka wohl noch auf einen Augenblick zu haben wäre. Die Friseurin saß eine Weile in to taler Erstarrung. Dann hob sie die Arme mit pythischer Geberde und schlug den Blick mit unirdischer AugenVerdrehung zu der einzigen, mit dichtem blauen Stoff verschleierten Lamve empor, die man allein an der fünfarmigen elektrischen Krone hatte brennen lassen. Sie naht sie naht," mur melte sie verzückt. Bodo, der seinen Blick auf Fräulein Badens de kenwärts verdrehte Augen gerichtet hielt, spürte Plötzlich den Druck einer leichten Hand und dann ein deut liches Krabbeln an seinem Knie. Wenn er auch wahrhaftig an nichts Ueberirdischeö glaubte, so lief ihm hierbei doch ein leises Gruseln über den Rücken. Plötzlich aber stieß die Friseurin einen Schmerzensschrei aus, schnellte von ihrem Sitz empor, und ihr entrücrter Blick wurde im Handumdrehen normal und verrieth rein menschlichen Schrecken. Sitzen bleiben!" ertönte nun eine Grabesstimme unter dem Tische, ich bin der alte Hamburger Rabbiner selbst!" Fräulein Baden schien nicht zu wissen, was ihr passirte. Ihre Augen irrten wie hilfesuchend im Kreise umher. ihr Oberkörper wurde wie von nervös sem Fieber geschüttelt. Der Dichter faßte sich zuerst. Hast Du uns etwas zu sagen, Rabbiner?" fragte er niederwärts. Jawohl!" antwortete der Geist. Plötzlich stieß die Friseurin einen neuen, halb erstickten Schmerzensschrei aus. Aber da Hans von links und Gertrude von rechts sie krampfhaft fest hielten, konnte sie trotz lebhafter Bemühung nicht von ihrem Stuhle auf. Ihr seid alle ver rückt, mit Ausnähme von Fräulein Fehlow und dem Baron," ließ sich die Grabesstimme nun vernehmen, der Tisch wurde sanft emporgehoben und wäre unfehlbar um gestürzt, wenn die sechs nicht um ihn herumgesessen hätten; irgend etwas Lebendiges, Körperliches suchte einen Ausweg zwischen Fräulein Baden und Hans, der nun auch einen lauten Schmerzensschrei ausstieß, und die allgemeine Verwirrung wurde noch dadurch vermehrt, daß die verschleierte Flamme an der Decke jählings erlosch, und eine von den beiden Thüren, die in's Zimmer führten, mit lautem Krach zugeworfen wurde. Bodo. dem längst die Ahnung gekommen war: Das ist der Bengel von Siegfried!" dachte nun: Die Idee, das Licht abzustellen, hat ihm der Himmel selber eingegeben;" und im Schütze der egyptischen .Finsterniß, die wie ein schwarzer Sack über der gestörten spiritistifchen Versammlung lag, riß er Martha ungestüm in seine Arme er hatte ihre Hand noch nicht einenAugenblick losgelassen, ein Irrthum war also nicht möglich und küßte sie so herzhaft ab. wie ein verliebter Bräutigam zu tbun Pflegt, der drei Wochen lang lediglich vom' Anblick seiner Braut Hot satt werden müssen. Da Martha sich sträubte, hielt er sie nur um so fester umschlungen, küßte sie nur um so lei denschaftlicher und flüsterte ihr in seiner Erregung nicht gerade allzu leise zu: Du Süße, Du Einzige!" Um des Himmels willen, man hört Dich ja," raunte Martha zurück, machte sich mit einem energischen Ruck aus seiner Umarmung frei und floh aus seiner Nähe, glücklicherweise ohne in dem ziemlich engen Zimmer mit irgend jemand zusammenzustoßen. Dem Baron fiel es erst jetzt auf, daß die eben noch kopflos durcheinander schwatzende Familie auf einmal ganz still, geradezu mäuschenstill war, so still, daß man eine Stecknadel zur Erde hätte fallen hören. Aha," dachte er, sie haben wirklich ein Geräusch von Küsse oder zärtlichem Geflüster vernommen und lauschen nun angestrengt auf Ursprung und Fortsetzung. Na, wenn's wirklich zu Tage kommt, mir soll's recht sein. Dann nimmt die Komödie wenigstens mit einem Male ein Ende." Aber ein wenig beklommen wurde ihm doch um's Herz, als er weiter dachte: Ade dann Ebersthal und Herbartshöhe!" Ja. meine Herrschaften." sprach er mit forcirt lustigem Stimmklang in die tiefe, finstere Stille hinein, wäre es nicht empfehlenswcrth, zunächst erst wieder Licht zu machen?" Diese Worte wirkten wie eine Erlösung aus lähmendem Bann. Ein beifälliges, allerdings etwas bedrücktes Gemurmel entstand, und Hans tastete sich zur Thür. Unterwegs aber ergriff er Frau Ilses Hand, in dem Glauben, es wäre Martha Fehlows, und drückte einen leidenschaftlichen Kuß darauf. Gerade hatte Bodo feine Streichholzbüchse gefunden und pitsch im Aufzucken der röthlichen Flamme sah Hans, daß er stch in der Adresse geirrt hatte, und machte eiligst, daß er weiter kam. Gertrude sprang mit einer ganz merkwürdig unsteten Hast auf einen Sessel und drehte die eingeschraubten Flammen des Kronleuchters wieder auf. MMVortsetzung folgt.) M &gxixvttixete Metamorphose. Warum haben S' denn die Wurst, die ich Ihnen angeboten hab', ausgeschlagen. Herr Kolleg?" Weil ich fürchte, daß die Wurft früher selber ausgeschlagen hat."
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