Indiana Tribüne, Volume 28, Number 249, Indianapolis, Marion County, 12 June 1905 — Page 4

Hndiana Tribüne. HnaukAteden von Ux Gutnrg B. Indianapolis, Ind. Harrh O. Thndium .... Präfident. Veschäftslocalz ÄO, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269

kr.tered at the Post Office ot Indianapolii sccond dass matter. Die handelS-geographische Bedeutung des atlantischen Ozeans. Den Atlantischen Ozean als Handels geographisches Mittelmeer behandelt Privatdozent Dr. Max Eckert in dem Sammelwerk .Zu Friedrich Ratzel's Gedächtniß". In dem gedankenreichen Aufsatz zieht der Versager den hifto risch. und verkehrs'geographischen Vergleich zwischen dem Mittelmeer der Al ten und des MittelalterS und dem zum modernen Mittelmeer gewordenen At. lantischen Ozean. Er wird diese Be deutung auch schwerlich jemals verlie ren, so sehr manche Weltpolitiker" auch den nördlichen Großen Ozean und seine Randlander mit den weiteftgehen. den Prophezeiungen bedenken. Am Schlüge von Eckert'S Ausführungen lesen wir über dieses interessante The ma unter anderem Folgendes: Das von Marquis Jto geäußerte Wort Der Mittelpunkt der Weltgeschichte bewegt sich unabänderlich dem Stillen Ozean zu", mit dem sich die Nordamerikaner so gern als Illustration ihrer wachsenden Macht schmücken, ist historisch viel, leicht ganz gut gedacht, nicht aber tellu risch. Mögen in Zukunft auch einige Schlachten der Weltgeschichte in den oftasiatischen Gewässern zum Austrag kommen, mag sich in Oftasien ein wichtigeZ RohproduktionS, vielleicht dereinst auch ein Jnduftriecentrum entwickeln, immer wird der Schwerpunkt des Lebens, des Handels und Wandels unseres Erdballes im Atlantischen Ozean liegen. Er ift von der Natur zu einer voll kommenen Einheit geschaffen worden. Die atlantischen Mächte find heute schon abhängige? von einander, als sie sich selber eingeftehen. Zu einer solchen Lebensgemeinschaft können die pacifischen Mächte nie zusammengeschweißt werden. Trotz aller künstlicher Verbindungen dreht doch der gesammte amerikanische Kontinent dem Pacifi schen Ozean den Rücken zu, und die fruchtbaren Ebenen Oftafienö sind kein jungfräulicher Boden, wie er von den Europäern in Amerika oder in Afrika angetroffen wurde, er ift ein uralter Kulturboden und die Nührftatte einer ungemein dichten Bevölkerung, die in Folge ihrer jahrhundertelang entWickel ten Bedürfnitzlofigkeit und Lebenszühigkeit und in Folge ihrer Armuth schwer an europäische Bedürfniffe zu gewöhnm ift. Ueber die Bevölkerungen OftafienS wird der Europäer nie herrschen können, und seine jetzigen Eulturleiftungen find im Grunde weiter nichts als Hilfen, und Mittel, die der Afiate wieder dazu gebraucht, um den Europäer von sich fernzuhalten. Gerade bei der großen Begeisterung für Oftaften und den Handelsverkehr des Pacififchen Oceans werden solche und ähnliche Erwägungen nur zu leicht übersehen. Für unseren Erdball wird der Große Ocean daS Weltmeer par excellence bleiben, der Indische Ocean das verkehrsreiche Zwischenmeer, der Atlantisches Ocean aber das Weltmittel, meer. Unser Rauh-Reiter ift auch eine ganz paffable Friedenstaube, wie die Ereigniffe ergeben. Der Moltke" hat gestern die deutsche Riege auf amerikanischem Bo den gelandet. Willkommen und drei fach donnerndes Gut Heil" den wacke ren Turnern. Das Ende dieser Woche wird uns schon sichtbare Zeichen des BundesTurnfestes geben. SanZtag trifft die Deutsche Riege ein und der Feftjubel wird beginnen. Die Lehrersslge in akademischen Fächern in unserer Handfertigkeit. Hochschule haben sich bei der PreiSauS schreibung deS Eommercial Club wie der in glänzender Weise bewährt. Die Schmiede und Tischlerwerkstätten haden der tüchtigen Ausbildung der Schü ler in Bücherweisheit" eher Nutzen als Schaden gethan. Unsere Turnfest Souvenir us gäbe wird von jedem Besucher zum An

denken aufbewahrt werdenEine bessere Gelegenheit für Geschäfts Anzeigen dürfte sobald nicht geboten werden.

Ueber die Leistungen des deutschen Unterrichts in Japan sprach sich der japanische Unterrichtsminifter Rubota bei einem Mahl auf der kaiserlich deut schen Gesandtschaft in folgenden antu kennenden Worten gegenüber dem Gaftgeber Grafen Arco aus: Sie haben in Ihrer Rede recht schmeichelhaft von den Fortschritten des japanischen UnterrichtöwesenS gespro chen und die Ansicht geäußert, daß die heutigen Maffenersolge unseres Heeres mit auf dem vorzüglichen Unterrichte beruhen. Wenn wir auch, wie ich glaube, ein so weitgehendes Lob noch nicht verdienen, so haben wir doch das ernste Bestreben, unter den Kulturftaa ten der Welt unseren Platz als ein ge fitteteS und friedliches Gemeinwesen inzunehmen, und wir wiffen, daß die Erziehung unserer Jugend daS erfte Erforderniß hierzu ift. Aber wir haben uns an ausländische Vorbilder halten müffen; in großer Zahl gingen unsere Studenten in'S Ausland, für alle Wissenszweige haben wir fremde Lehrer herangezogen, und ich lege Werth darauf, hier ausdrücklich zu betonen, daß meiner Ansicht nach Japan auf dem so wichtigen Gebiete deS UnterrichtSwesenS fremder Hilfe noch lange nicht wird entrathen können. Noch lange werden unsere jungen Leute fremde, besonders deutsche Hochschulen besuchen, und fremde, besonders deut, fche Lehrer, werden an unseren höheren Lehranstalten wirken, denn vor allem haben wir unS die vorzügliche deutsche Unterrichtsart zum Muster genommen. In Gemeinschaft mit Herrn Terada bereifte ich vor fünfzehn Jahren Deutsch, land und bewundere noch heute alles das, waS ich damals sah, bin noch voll von Dank für die überaus freundliche Aufnahme, die mir von den deutschen Behörden, besonders von Er. Exzellenz dem preußischen Unterrichtsminifter Herrn v. Goßler, zu Theil ward. Bevor wir es zu solcher Vollendung dringen, gilt es, noch einen weiten Weg zurückzulegen, und mit großer Freude sehe ich heute die deutschen Her. ren in solcher Zahl hier versammelt, die unS bei der Erreichung unseres Zieles hilfreich zur Seite stehen. Die Be Ziehungen zwischen Lehrern und Schü lern bilden wichtige Freundschaftsbände im Leben des einzelnen wie der Völker; des Schülers Danldorkeit äu ßert sich in der Weitergabe deö Em pfangenen, und ich darf wohl sagen, daß die Zahl derjenigen Japaner, die mittelbar ihre Bildung Deutschland verdanken, sehr groß ift. Ich hoffe, daß die zwischen unseren beiden Völ kern bestehende Freundschaft, die nicht zum geringsten Theile auf die warmen Beziehungen zurückzuführen ift, die japanische Schüler und deutsche Lehrer verbinden, von recht langer Dauer sein möge." Ausfterbendes Volk. Einer der interessantesten Volksstamme in Sibirien sind die Ostjaken, sie werden auf etwa 30,000 Seelen ge schätzt und sind im Norden Sibiriens zwischen lerrt o7. und 73. Breitengrad anzutreffen. Die Ostjaken befchäftigen sich mit dem Fischfang, mit der Jagd und mit dem Einsammeln von Cedernüssen; sie sind zwar zum Chrrstenthum bekehrt, besitzen aber noch völlig heidnische Anschauungen und stehen im Verkehr mit den Schamanen. Mit dem Wort Schaman" verbindet der Eingeborene Sibiriens die Vorstellung von etwas Großem. Starkem. Finfterem. gleich den Götzen, deren Priester die Schamanen sind. Die Ostjaken wd klein von Wuchs, aber breit"chultrig. Die langen Arme hangen chlaff am Körper herunter, das Geicht zeigt eine graue, schmutzige Farbe. Vorspringende Backenknochen, ein dreiter Mund mit dünnen bleichen Lippen, dunkle, trübe und schief geschnittene Augen, grobes, schwarzes, nie gekämmtes, in langen Strähnen herabwallendes Haar bilden die Merk male dieses Volksstammeö. Trunkucht und Krankheiten haben ihr Zeriörungswerk von Geschlecht zu Ge'chlecht fortgesetzt und diesen Volksramm dem Untergang geweiht. Rußlands Arbeiter. Nack den soeben veröffentlichten Daten wurden bei der letzten Volkszählung in Rußland 9,156,080 Personen als Arbeiter und Dienstboten registrirt. von denen über 30 Prozent oder 221,0$0 Frauen waren. D Zahl der Dienstboten wird auf ,113,121 Personen anaegeben, davon 63 Prozent oder 1,336,322 weiblichen Geschlechts. Unter den Arbeitern waren 1,095.084 Tagelöhner und Schwarzarbeite? ohne bestimmte Beschäfti'nma; 2,722.890 waren mit Fischfang, uno Ackerbau beschästipt und nur 3,224,985 können als wirkliche Fabrikarbeiter bezeichnet werden. An Ausländern findet man unter den Arbeitern nur Ift Prozent.

Grundeigenthums Übertragungen.

Arthur Brown an William Sprin ger, Lot 98 in Brown'S Oft Meridian HightS Addition, 33 bei 150 ffuß, vacant, nordwestliche Ecke der 46. Str. und Washington Boulevard. $700. Phoebe Bain an Henry Beiscr, Lot 25in Regan Park, 40 bei 170 ffuß, vacant, Oftseite der College Avenue, südlich von 25. Str. 1500. Ellear Bell an Margueritte Hewitt, ein Theil der Lot 6 zu Nord Indiana. poli, 28 bei 120 Fuß, verbessert, Oft. feite der 29. Str., westlich von Annetta Str. $750. John I. Cooper an Mary R. Poft, Lots 123 bis 131, Cooper & Pickens' 2. Nordoft-Addition, 35 bei 120 Fuß jede, vac., NordoftEcke von 20. und PickenS Str., K1600. Daniel B. Caplinger an Smma C. Kirkpatrick, Theil von Lot 12& Rea. gan Park, 40 bei 70 Fuß. verbessert, Nordseite von 22. Straße, östlich von Bellefontaine Str., $3200. Die College HeightS Realty Co. an Joseph W. Lunt, Lots 29 und 30, Block 8, Schofield'S :c. Addition, 41.11 bei 110 Fuß. vac., Nordoft.Ecke von 25. und YandeS Str., $900. Frank C. DeWitt an Anna DeWM' Lots 15 bis 19, Factory Park Add., 36 bei 105 Fuß jede, verbessert, süd. westliche Ecke der Ketcham und Calve. läge Str. $7,500. Frederick H. Wiley an David E. Bombarger, Lot 145, Wiley'S Sub., Außenlot 162, 33 bei 179 Fuß, ver bessert, noröiiliche Seite der Pratt Str., südlich von 10. Str. $800. Margaret B. Snow an Frank D.. Stalnaker u. A., Theil von Lots 8 und 9, Square 57, 45 bei 197 Fuß, verbessert, nördliche Seite der Washington Str.. östlich von Pennsylvania Str. $67,500. E. C. Atkins & Co. an William Helfenberger, Lot 2, Tcrry und Ro binson's Subd., Außenlot 13, 40 bei 190 Fuß, verbessert, südliche S?ite der South Str., westlich von Capitol Ave. $5.500. Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho's Longfellow". Bauerlaubnißschein e. William Klinge, Wohnhaus, 10 Harlan, $1,500. R. W. Templeton Wohnhaus, Sherman Drive nahe Washington Str., $700. Henry Dollman, Wohnhaus, 848 Prospect Str., $800. I. M. Daringer, Cottage. Curzon, nahe New Jork Str., $600. George Schmidt, Wohnhaus, State Str. nahe Caden, $750. Lu ther Johnftone, Cottage, Bancroft Str. nahe New York, $990. B. C. Pierce, Wohnhaus. Arsenal Ave. nahe 24. Str., $1.500, Charles Baaöke. Wohnhaus, Downey Str., nahe Eaft, $1.400. I. W. Muir, Wohnhaus, Sheffield Ave., nahe Washington Str., $1,800. E. Tobey, Cottage, 1922 Lawrence Str., $1,100. Amerika sehen ! Wunderbare sceneriereiche Reise über das Felsengebirge nach der Oregon Erposition. In gem'lffer Hinsicht osserirt die Excursion zu der Lemis und Clark Centennial Ausstellung in Portland, Or?gon, Vortheile die nie zuvor bei einem AuSstellungsbesuch geboten wurden. Die Ausstellung ist nicht nur sehr attraktiv und reich, sondern die Reise über das Felsengebirge und der Cascade Range ist wunderbar herrlich und wer hat nicht in seinen Schultagen in der frohen öoffnung gelebt, einst diesen sceneriereichen Theil von Amerika zu bewundern. Die Zeit dazu ist jetzt günstig. Die Reise kann jetzt billiger als je gemacht werden. Für einen kleinen Unterschied im Fahrpreis kann die Reise nach San Francisco und Los Angeles ausgedehnt werden. Die Retourfahrt über eine andere Route ermözlicht den Reisenden einen großen Theil des Westens zu sehen. Für nähere Einzelnheiten. Fahrpreis, Datum der SpezialErcursionen nach Portland, wende man sich an die TicketAgenten der Pennshlvania-Linien. Niedrige Fahrpreise nach dem Westen und Nordweften. Speziai Heimsuchers Ercurfion via Pennsylvania Linie. Irgend Jemand der eine Reise nachdem Weste.t pla,tt, kann den Vortheil dieser Fahr-preiö-Erniedriaung benutzen. HeimsuchersExkursionen über die Pennsylvania Linien nach allen Punkten in Colorado, Jdaho, Iowa, KansaS, Minnesota, Missouri, Montana, Rebraska, den Dakotas, Oregon, Washington, TexaS und anderen Sektionen im Westen und allen Staaten im Süden. Aufenthalts -Privilegien welche den Reisenden gestatten, Geschäfts-Unternehmungen zu un, tersuchen, werden bewilligt. Diese Fahrkar ten werden an gewissen Datums während des Sommers zu haben sein. Einzelnheiten hinsichtlich Raten, etc., erden bereitwilligst ertheilt von allen Ticket Agenten der Pennsvwania Linien.

rnucnyanr.

Natürliche und ?üftttche falsche" Ha und dlrc.i Herstellung. Die Nackfrage nach falschem Haare ist in neuester Zeit infolge der modernen Coiffuren. die, sofern man nicht von Natur aus über außerordentlich welliges, reiches Haar verfügt, der Mitwirkung falscher Zöpfe, Locken und Puffen nicht gut entbehren können, geradezu außerordentlich zu nennen. Es gibt zweierlei falsche Haare": natürliche und künstliche. Das erstgenannte ist jenes, das in seiner unveränderten Farbe verbleibt, wie es von den Köpfen derer geschnitten wurde, die sich seiner entäußern; das künstliche wird dagegen jenes genannt, das erst durch Färbemittel seine Farbenpracht und durch Brennen nach vielerlei Waschungen seinen krausen Sinn" erhielt. Zieht man die Preise dieser Zier des Hauptes in Betracht, so ergibt sich, daß das blonde Haar aller Nuancen, besonders das aschblonde, eine sehr gesuchte Waare ist, die um so höher bewerthet wird, als es nicht gut möglich ist, diese Farbe naturwahr auf chemischem Wege herzustellen. Das kostspieligste unter den natürlichen falschen Haaren ist gleichmäßig weißes, langes oder silbergraues Haar, das nur noch auf dem Lande zu finden ist, da Stadterinnen sich dieses Kopfschmuckes nicht berauben wollen. Als Einkaufsquellen für alle Arten blonden und weißen Haares gelten Frankreich, Deutschland und Schweden, während der Süden, insbesondere Italien, schwarzes Haar liefert. Dabei darf nicht unerwähnt bleiben, daß sowohl in Rußland als auch in Galizien die weibliche jüdische Bev'ö.le rung nicht unerheblich zum Haarhandcl beiträgt. Doch da die Mode mik ihrem Ueberfluß an Puffen, Locken und Löckchen nicht nur langer Haare bedarf, wird zur Herstellung dieser Bedürfnisse künstliches Haar verwendet, das in den gewünschten Tönen nachgefärbt wird. Unter diesem spielt das unter dem Namen Chinesenhaar" bekannte Haar eine bedeutende Rolle. Dieses Haar entstammt thatsächlich zum größten Theil den Köpfen von Chinesinnen, die, nach glaubwürdigen Versicherungen, ihre Frisur nur alle paar Wochen einmal erneuern und infolgedessen bei diesen Gelegenheiten über viel auZgefallenes Haar verfügen, das sie in ungeheuren Mengen verkaufen. Nachdem es durch sorgfältige Waschungen gereinigt wurde, unterwirft man es jenen Färbungen, die ihm den gewünschten Farbenton zu verleihen im Stande sind. Die röthlich blonde Fürbung verdankt dunkles Haar mehrmaligen Waschungen mit einer schwachen Lösung von Wasserstoffsuperoxyd, das, niit verschiedenen Parfüms durchsetzt, in früheren Jahren als Eau de Jouvence." Auricome" oder Golden hair water" zu hohen Preisen in den Handel gebracht wurde, während es jetzt unter andern Namen von Damen, die nach goldig schimmerndem Haar ein sehnliches Verlangen tragen, in Gebrauch genommen wird. Für Theaterzwecke und Veranstaltungen, bei denen weder auf Haltbarkeit noch auf Güte des Materials, sondern nur auf den momentanen Effekt, auf wirkungsvolle Farben wie nickt minder aus Billigkeit Werth gelegt wird, findet nicht immer Menschenhaar Verwendung. Zumeist ist es eine Art Angorahaar, das man benutzt, sowie auch besonders zu blonden Perücken vom zartesten Gelb bis zum flammenden Roth eine französischem Boden entsprossene Flachsart und selbst Schweifbüscheln des Büffels verdanken viele Theaterperücken ihre Entstehung. Unwiffenbeit von Rekruten. Die Kluft zwischen gebildeten und ungebildeten Bevölkerungsschichten beleuchten zuweilen die Antworten auf einfache Fragen, die man Rekruten vorlegt. In Deutschland hat sich bei solchen Gelegenheiten z. B. erwiesen, daß eine erschreckend große Anzahl geistig normaler junger Leute, die die Elementarschule besucht hatten, von einem Manne wie Bismarck nur eine ganz nebelhafte Vorstellung hatten, zum Theil sogar einen Unsinn auökramten, den man unter andern Umstanden als beabsichtigten Kalauer betrachten Würde. Betrübliche Erfahrunaen machte des Ferneren ein schlesischer Arzt, der frisch ausgehobene Vaterlandsvertheidiger aefragt hatte, was sie von Schiller wußten. In Frattkreich scheint es in dieser Beziehung nicht besser zu stehen. tt schriftftellernden Brüder Paul und Viktor Margueritte haben eine Prüfung mit jungen Soldaten angestellt, die nicht aus einem abgelegenen Gebtrgsdorf, sondern aus Städten in der Nähe von Paris stammten; es ergab sich dabei, daß einzelne den Namen Napoleon überhaupt nicht kannten, daß weiter Vorgeschrittene behaupteten, Napoleon l. habe den Krieg von 1870 geführt und sei in Algier getödtei worden; Ludwig XIV. sei ein Offizier gewesen und auillotinirt worden, der tvpische franzosische Nationalheld Bayard. der Ritter ohne Furcht und Tadel," sei König von Frankreich gewesen. Aeivs?venufzt. V.: Ich habe kürzlich das Porträt meiner seligen Frau malen lassen!" B.: Was selige Frau? Kamerad sind doch seit Kurzem zum ersten Male verheirathet." A.: Nun ja, Frau ist selia. daß sie micb bat."

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verunglückte Autolwotmcttsahrt. Heftiger Sturm und seine Kolge auf der Strecke Port ahon-Toul. Die für die Strecke Port Mahon (Algier)- Toulon (Südfrankreich) geplante Wettfahrt von sieben Autobooten hat ein unglückliches Ende genommen. Es brach bald nach der Abfahrt von Port Mahon ein heftiger Sturm los, fo daß die Boote entweder sanken oder Havarie erlitten. Glücklicher Weise waren die Arrangements für die Begleitung der Fahrzeuge sehr umsichtig getroffen, und der Verlust von Menschenleben wurde verhütet. Ein Torpedoöoot-Zerstörer begleitete ein jedes Autoboot, während zwei Kreuzer folgten. Die Boote waren außer Stande, der Gewalt des Sturmes Widerstand zu leisten, und ersuchten die Kriegsschiffe, sie in's Schlepptau zu nehmen. Die Wellen erreichten zuweilen eine Höhe von 25 Fuß. Für die Torpedoboot-Zerstörer war es unmöglich, die Boote im Schlepptau zu behalten, da die Stabltroffen infolge der Gewalt der ,en wiederholt rissen und die Zerstörer selbst sich in großer Gefahr befanden. In mehreren Fäl' len waren sie gezwungen, die Bugsirtaue fallen zu lassen, um nicht selbst zu sinken. Trotzdem auch die beiden Kreuzer von dem Sturm hin- und hergeworfen wurden, hielten sie mit -den eskortirenden Zerstörern die Verbindung mittelst drahtloser Telegraphie unausgesetzt aufrecht, für eventuelle Hilfeleistung bereit. Die Besatzung der sinkenden oder ihrem Schictsale überlassenen Autoboote wurde an Bord der Kriegsschiffe genommen und nach Toulon gebracht. Vielen der Leute waren die Kleider zu Fetzen gerissen, einige hatten Kontusionen erlitten, ein Mann hatte einen Beinbruch davongetragen. Das eine Autoboot war mit dem es begleitenden Torpedoboot - Zerstörer verschollen. Am nächsten Tage lief jedoch die Nachricht ein, daß das Kriegsfahrzeug mit der Besatzung des Autobootes in Cagliari, Sardinien, angekommen sei. Das Autoboot, das man dem Spiele der Wellen preisgegeben hatte, wurde später an der Küste von Sardinien gefunden; es war nur leicht beschädigt. Ein anderes Autoboot war von einer Dame. Frau du Gast, geführt worden. Sie schwebte in Lebensgefahr. Ein Matrose von einem der Kreuzer sprang in's Meer hinab und rettete sie. Als Belohnung übersandte Madame du Gast dem Wackeren nachher $2000. Sie war auch die einzige Frau, die bei dem verhängnißvollen Automobil-Rennen Paris-Madrid einen Motorwagen lenkte. Unter den ursprünglich angemeldeten Booten hatten sich französische, deutsche, italienische, britische und wei amerikanische Fahrzeuge befunden. aber die beiden letzterwähnten hatten wegen ihres späten Eintreffens an der Wettfahrt nicht theilgenommen. lffAK". S t u d e n t e n -H u n d e verp ö n t. Der Kanzler der Universität in Syracuse. N. Y.. hat den Mitgliedern der Studenten-Berbindungen anbefohlen, alle ihre Bulldoggen abzuschaffen, und er hat sogar gedroht, jeden Studenten, der fortan mit einer Bulldogge auf der Straße angetroffen würde, aus der Universität ausweisen nl wollen. Die Veranlassung zu dem Befehl gab die Thatsache, daß kaum eine Woche verging, in der nicht einer friedlichen Hundeseele von einer der Studenten-Bulldoggen der Garaus gemacht ward. Eine Dogge, die einen solchen Mord verübt hatte, wurde auf Befehl des Kanzlers getödtet. Der Kanzler erklärte, daß das Ideal eines Studenten etwas anderes als eine Bulldogge sein sollte.

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