Indiana Tribüne, Volume 28, Number 247, Indianapolis, Marion County, 9 June 1905 — Page 5
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Indianapolis Ä Samftag, 10. Juni Welt Washington Str. Gründen. - WM z BAILEI
Krönte Tchanftellnng der Welt Einzige rcpraüntativc Schanftellnng in Amerika. Xit größten Wunder der Vrde vorführend. Dreifacher Circus, 2 Menagerien, Hippodrome, Luftkünftler, Museums, Menagerie Vaudeville Unterhaltung. Der Todes-Sprung Eine Dame überspringt mit einem Automobile eine Lücke. Bolo die Bilotante überfliegt eine Schlucht mit Verachtung des Todes. Eine vollständige Heerde Giraffen, 3 Hcerdcn von Elephanten, 8 Hccrden von Nameelen Herrliches überraschendes Schauspiel Des reichen Durbar. HochsprinAendeVferde, desperate Wettrennen, gymnastische Aufführungen, akrobatische Thaten. Luftwunder, wilde Thiere, 500 Pferde, 12 Zelte, trainirte Thiere, kuriose Kreaturen etc. Feinfte Menagerie der Welt IOC Aufführungen von 300 M elfter . ArtiSen. 5&?L mm bWZS!fr rfafi&CZz mmujw vvnrs -nn jiw nr a ?rU w Für indcr find spezielle Schauspiele vorgesehen. 2 Schauftellunken, um 2 und 8 Uhr Thür-Oeffaung eine Ltunte früher. Eintrittspreis ;u Allem mit Sitz 50c. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Kutzftüyen mit allen Siyen. Pr'.vat'Logen jtnb reservirte Sitze extra, je nach der Lokalität Reservirte Sitze werden vertäust in Huder'S Npothkke. Pennsylvanla und Washington Gtratze, und auf dem rund eine Stunde vor der Eröfsnung. l?e Ticket werden zym regulären Preis verkauft, Ku warnen vor Personen die mehr be. rechnen. Von Hendrik Witboi und seinen Leuten erzählt ein der 33. Z." reröffentlichter Brief das Folgende: Gefangene, auch einzelne in erbarmungswürdigem Zustande eintreffende Ueberläufer, sagen aus, datz im Lager Witboi's Hunger herrscht und die Leute nur mit Gewalt zusammengehalten würden. Auch Hendrik's Sohn Samuel Jsaak soll verwundet sein. Ersterer hat wirklich großes Mihgcschick gehabt. Zweimal wollte er Vcrpflegungskolonnen nehmen, die meist nur eine schwache Bedeckung haben und wohl auch manchmal mit einer wunderbaren Harmlosigkeit durch's Land ziehen. wenn sie lange nichts vom Feinde gesehen haben. Im Dezember war es, als er bei Kyripolip. statt auf eine Kolonne, auf eine Kompagnie mit zwei Geschützen stieß. Danach wollte er in Schürfpentz. südöstlich Hoachanas, die dort befindliche Proviantkolonne abfassen. Er führte selbst die Hauptmacht heran, während eine kleinere Ab theilung von Südwesten über Zwart modder einen Ueberfall machen sollte. Bei Schürfpentz sah er zwar die Truppensammlung mit ihren Bagagen, hielt sie aber für seine eigene Abtheilung aus Zwartmodder mit ihrer Beute. Als er nun so in hellen Haufen mit einer sonst bei ihm ungewohnten Unvorsichtigkeit undEile heranrückte, war er sehr erstaunt, als er mit Feuer empfangen wurde und dann das grooteRohr" anfing zu sprechen. Denn statt seiner Umaehungstruppe war die 7. Komp. des 2. Feld-Regts. mit einem Geschütz dort eingetroffen. Hier soll Hendrik Witboi durch einen Schrapnellschuß schwer verwundet worden sein. Es ist unser Bortheil, so mr'nt der Briesschreiber, daß die früher gcnz unerreichbare Findigkeib und sorgfältige Aufklärung der Hottentotten seitdem immer mehr nachgelassen hat. Seit den Snvfen Anfang Januar haben sie erdem einen höllischen Respekt bekommen. Deutschmann rncht zurück sagen die Gefangenen.
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I der Ferne.
Von Robert Hillmann-Hochheim. Oft summt durch meine stillen Träume (5 in wundersamer, süßer Sang. Der Heimath Laute bot' ich wieder; vch lausch' der Hcunalhlicder Mang. 51 übn seh' ich Hcimathberge thürmen. 9h on greisen Wäldern stolz besäumt. Xm Tust der Wiesen ruh' ich wieder. Wo ich mein erstes Aiied erträumt. Heiß sehnend breit' ich meine Arme, Das )üße Bild ans Herz zu zich'n . . . Doch leise klingen aus die Lieder. Tie Wiesen, Wälder. Berge flieh'n. Erwacht, mir schallen fremde Laute. Stall ist ibr Sinn und dumpf ihr Klang. Hcimathträume. sonnt doch wieder! jauchze wieder, Hcimalhsang! Die kleine Cowboy-Elfe. Ein Jdt.'ll von Weidegründen New' Mexicos i. Dichte Staubwolken wehten über die Hornvieh-Heerde, welche unter Obhu' des jungen Tierney über die öde Alkali-Ebene dahin trabte und von Rincon nach Antelope Spring gebracht werden sollte. Es war eines der grausamen Dürre-Jahre des Südwestens, und heute hatte die Hitze und Trockenheit ihren Höhepunkt erreicht. Schwer ist die Aufgabe, welche dem Führer einer Streifheerde zufällt, unter allen Umständen; aber derzeit war sie für Tierney doppelt schwer, zumal er auch mit der Mißgunst der Cowboys" zu kämpfen hatte, welchen es gar nicht gefallen wollte, daß ein 20jähriger Bursche über die Köpfe der Aelteren hinweg zum Boß gemacht wurde! Aber der Heerdenbesitzer glaubte nun einmal an Tierney, und dieser glaubte an sich selbst. Doch es schien fast unmöglich, die Heerde ohne Wasser bis nach Antelope Spring zu bringen! Die ganze Gegend war trocken wie ein Pulverhorn, und schon wurde das Vieh immer schwächer, zu Tierney's großer Bekümmerniß, die nicht blos feinem Diensteifer entsprang, sondern auch einer tiefen Sympathie für die leidenden Thiere, welche niemals in feinem mühevollen Leben auf der Freiweide erstorben war. Da kam eines der Phänomene, durch welche das Wetter New Mexicos berühmt ist. Ein weißes Wölkchen tauchte plötzlich auf und zog über den Rand der Berge, einige Meilen westwärts, und bald bildeten sich um den ganzen Himmelssaum Gewitterwolken, die sich unter dumpfem Donnergetöse zusammenballten und eine Fluth lange zurückgehaltenen Wassers zur dürftigen Erde niedersandten, welche es gierig verschlang, als wären es nur ein paar Tropfen auf einen glühenden Stein. Die Jungens murmelten Verwünschungen, weil ihre Regenmäntel sich in dem Wagen befanden, der mehrere Meilen voraus gesandt worden war. Tierney hielt es für gerathen, ihnen einiges Entgegenkommen zu zeigen. Jake", rief er den einen an, welcher ihm besonders wenig grün war, du kennst das Land; ich möchte, daß du hinüberreitest und siehst, ob der Regen Wasser in den Verborgenen See gebracht hat; und du, Mlggs, reite voraus und halte unseren Wagen an, bis wir wissen, ob wir dort Wasser bekommen können, oder nicht." Der Verborgene See ist vier Meilen von hier und ganz aus unserem Pfad," gröhlte Jake; wir brauchen bis Sonnenuntergang, ihn zu erreichen, und wir würden heute Nacht Wache bei dem Vieh zu stehen haben. eine Arbeit, die ich dicksatt gekriegt habe. Es sind nur sechs Meilen bis zum Box Bar-Pferch; der ist nicht aus unserm Weg, und die Kühe können noch einen Tag ohne Wasser bestehen." Tierney blickte seinen Widersacher mit aufsteigendem Zorn an; aber Miggs bemerkte, Jake unterbrechend: Dieser Regen muß Wasser in den Verborgenen See bringen; man kann ja von hier aus das Wasser die Schlucht hinab laufen sehen. Ich hörte. datzLeute aus Ohio eine Weidefarm ungefähr eine Meile nördlich von diesem See angelegt haben, und daß sie unmittelbar am See einen großen Pferch errichtet haben, wo sie fast den ganzen Sommer ihr Vieh halten." Tierney richtete sich in seinem Steigbügel hoch auf und sah mit gefpannten Augen über den öden Landstrich hinüber nach der Hügelkette hin. Du hast Recht. Miggs." sagte er endlich, und wir wollen es riskiren, die Heerde dorthin zu nehmen; wenn nicht" fügte er nachdenklich hinzu jene Leute einen Anspruch auf den See haben, was uns verhindern würde, dort das Vieh zu tränken." Sie haben es nicht," versicherte Miggs; sie haben blos ein Recht auf die kleine Quelle hügelaufwärts, und nicht einmal der Pferch liegt auf ihrem Land. Gut." sagte Tierney und gab Miggs Weisung, den Wagen anzuhalten. während die Uebrigen mit der Heerde sich nach dem Verborgenen See zu wandten. Selbst der erfrischende Reqen. welcher den brennenden AlkanStaub niederlegte, hatte die Stimmung der Leute in keiner Weise gebessert. Tierney machte sich auf eine schwere Krise gefaßt. Der Himmel war wieder strahlend bla, als man den Gipfel des Hügels
erreichte, welcher den ersten Blick auf den sogenannten Verborgenen See bot. Tierney war es, als ob sein Herz zu einem Bleiklumpen erstarre: kein Tropfen Wasser mehr war zu bemerken, nur ein schlammiger Graben! Es war ein jammervoller Anblick, ic das Vieh in dem Schlamm herumwatete und vergeblich nach dem kostbaren Naß suchte. Jake lachte höhnisch. Na, der Pferch ist wenigstens da," sagte er, wir brauchen nicht Nachtwache zu halten." Mit schwerem Herzen gab Tierney Weisung, das Vieh aus dem Schlamm heraus in den Pferch zu treiben, dessen lange nicht benutzter Boden mit grünem Lammskraut bedeckt war, das einen angenehmen Gegensatz zu dem braunen Hügelrücken ringsum bildete. Ach, das bischen Grün wird für die große hungrige Heerde auch nicht mehr bieten, als eine bloße Quälerei, wie er sie soeben an dem Schlammgraben gesehen hatte! Das Gebühren feiner Leute deutete auf eine beginnende Meuterei hin. Viele seiner Befehle wurden offen mißachtet, und man schnitt ihm sogar Gesichter. Tierney that, als ob er es
nicht bemerkte; er durfte jetzt keine Leute mehr verlieren! Und doch kochte es in ihm. Er ritt zur 3eit hinten an der Heerde. Mehrere der Jungens gaben ibm Zeichen, die er erst nicht verstand. Endlich blickte er nach der Richtung, in welcher Einer mit dem Finger zeigte, und dann stand sein Herz still! Auf dem Pferchzaun über den versperrten Eingang stand Etwas, das eine so ungewöhnliche Erscheinung in der Freiweide-Region war, wie eine Fee: ein Kind, und noch dazu ein Mädchen, in flatterndem blauem Kattunkleidchen. Drinnen im Pferch war ein Thier, von welchem Tierney nur die langen spitzigen Ohren bemerken tonnte, und daß er kaum erkannt hätte, wenn er es auch vollständig gesehen haben würde: denn ein butterfarbiges Burro war ihm noch nie vorgekommen. Das fylphenhaft kleine Mädchen, dem eine Fluth schwarzen Haars das weiße Gesichtchen umrahmte, hatte den linken Arm um einen der emporstehenden schweren Zaunpfähle geschlungen und streckte die Rechte gebietend aus, während aus seinen dunklen Augen Trotz sprühte. Ohne auf die Warnungsrufe der Cowboys und auf das Brüllen der immer näher herankommenden Thiere zu achten, schrie es mit dünner, aber durchdringender Kindesstimme immer wieder: Ihr könnt Euer Vieh nicht hier hereinbringen ! Das ist Aellowcat's Weide, und das ist Alles, was er zu essen hat. Ihr könnt Euer Vieh nicht hier hereinbringen!" Die Männer sahen einander verblüfft an. Das ist kein Pferch." fuhr die kleine Stimme fort, das ist nur eine Weide. Hier bringe ich jeden Abend Fellowcat herein, so lange, bis das Gras draußen herum gewachsen ist. Er ist der einzige Freund, den ich habe, und das ist Alles, was er jetzt zu essen hat. Ich sah Euch kommen und habe Icllowcat in Trab gesetzt, sodah er zuerst hierher kam." Ein Lächeln ging über alle Gesichter. Tierney ergriff das Wort. Was sollen wir mit unserem Vieh denn thun, meine Kleine?" fragte er ernst. Draußen campiren und Nachtwache halten," erwiderte die Kleine ohne Besinnen; hier könnt Ihr jedenfalls nicht herein; das ist Alles, was Dellowcat zu essen hat,' und er ist mein einziger Freund." Tierney fühlte sich tief gerührt, und in der Erregung des Mädchens, das seiner Statur nach eine Sechsjährige sein konnte, aber in seinem dummen Gesichtchen die Spuren so mancher Leiden zeigte, lag etwas, welches Jedem in dieser Gesellschaft an das Herz griff. Denn Galanterie ist eine Tugend, auf die man selbst bei dem rohesten Cowboy fast immer zählen kann! Nun, Jungens?" fragte Tierney frank und frei. Wir wollen Nachtwache über das Vieh halten, wie sie sagt," antwortete einer, und beinahe Alle stimmten rückhaltslos bei. Nur Jake murmelte: Ich will mich hängen lassen, wenn ich mitthue," aber Tierney hatte die Worte wiederum nicht gehört, und auch sonst verhallten sie unbeachtet. ..Danke schön," sagte die Kleine einfach, und zum ersten Mal bebten ihre Lippen. Darf ich dich heimbringen?" fragte Tierney bewegt; du brauchst blos hinter mir aufzusitzen und mir den Weg zu zeigen." Er brachte fein Pferd nahe heran, und sie schwang sich leicht auf und fchlang ihre dünnen Aermchen um ihn. Es war ihm. als ob diese kindlichen Finger sein Herz selbst umschlungen und umstrickt hielten! Sie plauderte unterwegs beständig und erzählte Tierney, daß sie das einzige Kind in der Familie sei, und daß ihre Eltern sie hierher gebracht hätten, damit sie gesund werde, da sie in Ohio sehr krank gewesen sei; jetzt sei sie wirklich wieder ganz wohl. Wenn sie nur ein Brüderchen hätte! Aber so müsse sie eben an Nellowcat Ersatz suchen. Papa hatte ihn von einem Mexicaner für drei Dollars und zwei Päckchen Kaffee gekauft.
Ein Blockhäuschen kam in Sicht. Ein hagerer Mann mit fchow stark ergrautem Haar und Bart, viele Fürchen im Gesicht, kam heraus und starrte sie fragend an. Es war etwas Ungeselliges in seinen Mienen, die sich
jedoch sonnig verklärten, als die Kleine absprang und auf ihn zulief. O Pa " faate sie. die wollten ihr Vieh in den Pferch bringen; aber ich trieb Aellowcat" hmem, so schnell ich konnte, und machte zu; und der Mann hier war gut zu mir, und er wird das Vieh in Nachtwache halten. Das ist ein netter Mann, und ich will Mama sagen, daß sie ihm ein Abendbrot gibt." Damit huschte sie in das Haus. Tierney erklärte dem Alten kurz die Umstände, welche ihn hierher gebracht; dieser hörte mit kalter Gleichgiltiakeit zu und sagte dann: Nein, der Pferch ist nicht auf meinem Lande, und ich konnte Sie nicht verhindern, das Vieh dort hinein zu bringen; aber ich habe die alte Schlucht nutzbar aemacht, die sonst in den Verborgenen See Abfluß hatte, und das Wasser in ein Bassin geleitet. Dieses ist auf meinem Lande, und ich kann Sie hindern, das Vieh dort zu tränken Die Kleine war wieder in der Thüre erschienen und lauschte gespannt auf jedes Wort. Wollen Sie mich nicht die Heerde für so viel pro Kopf, wie Sie für recht halten, tränken lassen?" frug Tierney eifrig. Ich habe viele alte Kühe, die ohne Wasser nicht am Leben bleiben können, bis wir Antelope erreichen, und ich will Sie gut bezahlen." Die Miene des Alten sprach deutlich Nein", und Tierney's Herz zog sich krampfhaft zusammen, aber ehe die Antwort gesprochen wurde, war die Kleine an ihres Vaters Seite gefprungen und hatte seine Hand ergriffen. Pa," schrie sie mit so positiver Stimme, wie sie vorher am Pferch sie hatte erschallen lassen, du mußt seine Heerde tränken; ich w i l l eS, daß seine Heerde getränkt wird; er hat sie nicht in Nellowcats" Weide genommen." Der Alte sah sein Töchterlein an, und ein sanfterer Ausdruck kam in seine Augen. Ich entbehre nicht gern in einer solchen Zeit das Wasser," sagte er dann, aber Chiquite scheint es durchaus zu wünschen, und ich kann ihr nicht leicht etwas abschlagen, auf das sie ihr Herz gesetzt hat; denn wir waren sehr nahe daran, sie zu verlieren." Tierney blickte mit Verständnißinniger Theilnahme in das durchfurchte Gesicht. Wenn Sie mich wieder auf das Pferd nehmen, werde ich Sie nach dem Wasser führen," rief die Kleis mit freudenhellem Gesicht. O wie gerne sehe ich, wenn die armen Geschöpfe etwas zu trinken kriegen!" Tierney drückte ihr das Händchen. Wenn Sie Ihre Leute hierher bringen, so will ich ihnen etwas Pfefferkuchen und Milch geben." rief eine weiche Stimme von der Hausthüre her, und ein gütiges Frauengesicht lächelte ihm zu. Unwillkürlich lüpfte Tierney den Hut, was in dieser Gegend sonst ein sehr ungewöhnlicher Akt war. Als Tierney und das Kind zu der Gruppe zurückkehrten, fanden sie die Jungens in einer Reihe neben der Pferch-Einfriedigung gelagert. Diesmal nahm Chiquite das Wort. Wenn Ihr das Vieh zur Tränke bringt." sagte sie lustig. ..so werdet Ihr Pfefferkuchen und Milch kriegen." Das klingt gut für mich." rief eine Stimme, welche alsbald ein kräftiges Echo fand. Wiederum drückte Tierney das kleine Händchen; sein Herz war sehr leicht geworden. Das Vieh wurde getränkt, die Cowboys erhielten die versprochene Erfrischung. und als sie an jenem Abend das Blockhaus verließen, war ihr junger Boß sehr populär bei ihnen geworden. Selbst Jake waqte keine be leidigende Bemerkung mehr. Chiquite folgte ihnen und ging unmittelbar auf Tierney zu. als er sich auf sein Pferd schwang. Sie können Ihr Pferd in .Hellowcats" Weide essen lassen," sagte sie schüchtern. Tierney fühlte es trüb vor seinen Augen werden. Danke, liebes Baby," sagte er. fast stammelnd. O. ich bin zehn Jahre alt." erwiderte sie mit stolzer Stimme, ich danke Ihnen, wenn Sie es nicht vergessen." Tierney entschuldigte sich. Eine Glücksfee bist du aber." sagte er, nochmals ihr Händchen fassend. 3. Acht Jahre waren vergangen. Ein Reiter sprengte über die sonnengebackene Ebene westwärts nach der Höhenkette zu, die Augen mit Spannung auf einen bestimmten Hügel gerichtet und ganz in Sinnen verloren. Plötzlich flog eine Röthe über sein Gesicht: eine schlanke blaue Mädchenfigur tauchte vor seinen Blicken auf, gerade vor einem großen Pferch am Hügelrücken, und über die Sperrbalken blickte ein butterfarbiges Thier, mit langen, vorwärts gerichteten Ohren. Der Reiter hielt. Ein wundervolles schwarzes Augenpaar wandte sich ihm überrascht zu. Ist es ist es Chiquite?" Seine eigene Stimme klang dem Manne fremd. Alles, wovon er in diesem Augenblick Bewahtsein hatte, waren die schwarzen Augen.
Sie sah ihn einen Augenblick stumm an. und ihre sonnengebräunten Mangen färbten sich tief roth. Sind Sie es wirklich?" brachte sie endlich hervor. Sie haben mich gut in Erinnerung behalten ach acht Jahren." erwiderte er mechanisch. Ein süßes Lachen antwortete ihm. Ei. wie sollte ich vergessen?" sagte sie, haben Sie vergessen?" Er ließ die Frage unbeantwortet. Wieder eine Heerde in den Pferch zu bringen?" fügte sie schäkernd hinzu. Ich wollte sehen, ob ich meine Heerde tränken kann," erwiderte er, auf ihren Gedankengang eingehend. Sie blickte ihm fest in's Gesicht. Ich entbehre nicht gern in einer solchen Zeit das Wasser." versetzte sie. aber wenn Ihr Vieh leidet ." Und mit gesenkter Stimme fügte sie hinzu, nachdem sie in seinen Blick eine Antwort gelesen: Ich verwalte jetzt die ganze Viehfarm; es ist nur noch Mama und ich da." Er war abgestiegen und schritt an ihrer Seite nach dem Hause, das glücklicherweise für ihn immer noch eine Meile entfernt war. Sein Herz wogte heftig, und stoßweise kamen endlich die Worte heraus: Nein, mein Vieh leidet nicht. aber i ch dürste. Chiquite zu sehen!" In fast ebenso zitternder Stimme, wie feine eigene, erwiderte sie: Mein Name ist Jessica. nur Pa hat mich immer Chiquite genannt." Ich kann aber den Namen nicht mehr aus meinem Herzen reißen," sagte er, und darf ich meine Heerde bringen sie ist jetzt wirklich meine und Ihnen geben und mich dazu und darf ich mein Pferd in Yellowcat's" Weide essen lassen darf ich?" Zwei feuchte Augen fahen zu ihm auf. und zwei kleine braune Hände schmiegten sich in seine großen. Allemal." antwortete sie, halb lachend und halb schluchzend. Kalbfleisch -Pudding. Man entsehnt ein gutes Stück Kalbfleisch aus der Keule, schneidet es nebst ftttem Speck von frischem Schweinefleisch, auch Rindsnierentalg, welches vorher enthäutet wurde, und etwas Zwiebel und Salz in Stücke, um es dann ein paar Mal durch die FleischHackmaschine zu treiben. Man rechnet zwei Theile KalbNeisch,- einen Theil Speck und einen Theil Nierenfett, doch kann eher etwas mehr Kalbfleisch genommen werden. An die Masse gibt man dann gehacktePeterMie und etwas gestoßene Muskatblüthe auf 3 Pfund
Kalbfleisch 6 8 Eier und geriebene Semmel nach Gutdünken, rührt es gut zusammen, beschmiert eine grobe, dichte Serviette in der Mitte dick mit Butter, thut die Masse hinein, formt sie zu einem runden Kloß, nimmt die Serviette zusammen und bindet sie fest mitBindsahn zu. den man recht oft umwickeln muß, legt ihn in siedendes Wasser und läßt ihn 2 3 Stunden kochen, wobei man immer kochendesWasser nachgießt, wenn es einkocht. Damit sich der Pudding nicht ansetzt, worauf zu achten ist, legt man unten in den Topf einen alten irdenen Teller. Das Opfer einer muthigen Rettungsthat wäre beinahe der Farmer O. L. Kenyon im Town Oneka, unweit Stillwater, Minn., geworden. Er war als Assessor des Towns auf der Rundfahrt unter den Nachbarn, als er von Weitem ein durchbrennendes Pferdegespann heranstürmen sah und die zwei Frauen im Wagen um Hülfe rufen hörte. Rasch brachte er sein Fuhrwerk auf die Seite und konnte den wilden Rossen in die Zügel fallen, er wurde aber niedergeworfen, getreten und geschleift, doch kamen die Thiere zum Stehen. Der alte Mann wurde blutüberströmt und bewußtlos nach seiner etwa eine Meile entfernten Wohnung gebracht und war noch ohne Besinnung, als sein Sohn mit einem Arzte aus der Stadt zurückkehrte. Während der Nacht besserte sich aber sein Zustand, und da keine Knochen gebrochen sind, ist Hoffnung vorHanden, daß keine scylimmen Folgen entstehen werden. Boshaft. A.: Sag' mal. lieber Freund, ist Deine Frau neugierig?" B.: Die? Die ist überhaupt bloß aus Neugierde auf die Welt zekommen!" EineRachsüchtige. Warum willst Du nur einen Schriftsteller heirathen?" Damit er meineFeindinneli in seinen Romanen recht klägliche Rollen spielen läßt!" Unangenehme Schlußfolgerung. Protz: Ich sage Ihnen, meine Töchter gehen ab, wie warme Semmeln." Sanitätsräthin: Darum liegen sie auch den Schwiegersöhnen jo schwer im Magen!" A r g e n e h m e r. Arzt: Sie wollen die Medizin nicht nehmen? Ach, trinken Sie sie doch und denken Sie, es sei Bier! Patient: Da trinke ich doch lieber Bier und denke, es sei Medizin." Ein Rechenkünstler. Commis: So sehr hochfahrend brauchen Sie mir gcgenüver auch nicht zu sein, Herr Silbernaael, ich konnte Ihnen zum Beispiel l.scüt 100,000 Mark ersparen." Chef: Wieso denn?" Commis: ..Nun, Sie hben doch eine Tochter, der Sie 200.000 Mark Mit gift geben?" Chef: Allerdings!" Commis: Geben Sie mir sie, ich nehme sie mit 100.000 Mark!
I-I-M I I-I-I-j ? Hans. Huf und Zand Z Sammt an Herrenkragen u. s. w. von Fett und Schmutz reinigen. Man reibt mit einer halben Zwiebel recht gut gegen den Strich des Sammts. läßt ihn trocknen und zieht ihn dann Über ein heißes Eisen. Um hartes Wasser zum Waschen brauchbar zu machen, ist die Zugabe von etwas Aetznatron nothwendig. Sollte dies nicht zu haben sein, so mische man dem Wasser etwas Waschsoda bei. wodurch die Salze des Wassers neutralisirt werden. Um scharfe Hektograp h e n a b z ü g e zu erhalten, benetzt man das Papier, welches den Abzug aufnehmen soll, mit starkem Alkohol, trocknet es leicht zwischen Fließpapier und zieht darauf die Kopie wie gewohnlich ab. Die auf diese Weise erhaltenen Abzüge werden sehr scharf und deutlich. Sammtbänder reinigt man mittelst linksseitigen Reibens mit einem in Benzin getauchten Wollfleck. Während des Reibens muh man das Band in der Luft spannen; also ein Ende befestigt man vielleicht an schwerem Nähstein, das andere Ende hält die Hand; oder zwei Personen helfen dabei und halten das Band. Erdbeerbowle. Ein Pfund gut gereinigte Walderdbeeren werden mit einem Glas Wein Übergossen. Nun läßt man sie drei bis vier Stunden ziehen und gießt vier Flaschen Moselwein, ein Likörglas voll Arrak, den nöthigen Zucker und zum Schluß eine Flasche Schaumwein oder wenn man sparen will, eine Flasche Selterser hinzu. Hierauf wird die Bowle auf Eis gestellt. Sie hat erst dann die rich tige Temperatur, wenn die Gläser beim Einschenken beschlagen. Kesselstein läßt sich aus Theekesseln und verschiedenen Gefäßen entfernen, indem man eine Mischung von einem Theil Salzsäure und drei Theilen Wasser in den betreffenden Kessel gießt und darin hin und her schüttelt. Die Salzsäure geht mit dem Kesselstein, der weiter nichts ist. als aus dem Wasser niedergeschlagener Kalk, eine Verbindung ein und läßt letzteren dadurch ab. Ein sorgfältiges Nachspülen des Kessels, beziehungsweise des Geschirres mit heißem und kaltem Wasser darf nicht übersehen werden. Pikanter Aal. Zwei Swnden. Drei Pfund mittelstarke Aale werden abgezogen, der Länge nach in Filets geschnitten und die Mittelgräte herausgenommen. Dann legt man die möglichst gleichmäßigen Filets in eine Kasserolle, gießt eine halbe Flasche, nach Belieben mit ein wenig Wasser verdünnten Weißwein darüber, gibt Salz, Pfeffer, einige Zwiebelscheiben und ein Sträußchen Petersilie dazu, läßt weichkochen, nimmt die Fifchftücke heraus und richtet sie auf einer Schüfe sel hübsch an. Zur Sauce gießt man die Fischbrühe durch ein Sieb, verdickt sie mit etwas in Weihwein glatt gerührtem Kraftmehl, verrührt sie mit einem knappen Theelöffel Anchovisbutter oder mit einer kleinen Dosis Anchovispaste, kräftigt sie mii acht bis zehn Tropfen Maggis-Würze im Geschmack und gieht sie über die warmgehaltenen Aalstücke. Grüne Bohnen zu Salat einzumachen. Zarte grüne Bohnen werden gefäsert und gebrochen. in kochendes Salzwasser geschüttet und darin fast weich gekocht. Man kann dem Wasser einen Löffel voll Zucker zusetzen, dies erhält die Bohnen grün. Dann läßt man sie auf einem Durchschlag völlig abtrocknen, während man nicht zu starken Essig aufkocht, den man kochend über die Bohnen in einen Steintopf gießt. Will man später von diesen Bohnen zu Salat gebrauchen, so thut man nur nach Geschmack Oel und Pfeffer daran. Sind die Bohnen zu sauer gerathen, was allerdings nicht sein darf, so kann man sie einige Stunden auswässern lassen. Da man den Essig nicht stark nimmt, mutz man acht darauf geben, daß er nicht mit der Zeit trübe wird. Sobald dies der Fall ist, thue man frischen aufgekochten und erkalteten Essig über die Bohnen. Tuch oder Leder auf Tischplatten zu befestigen. Zu diesem Zweck mischt man ein Kilogramm Weizenmehl, vier Ehlöffel voll fein puloerisirtes Kolophonium und zwei Eßlöffel voll recht femes AlaunPulver, rührt das Gemisch in einer flachen Schale zu einem gleichförmigen, dünnen Brei an. bringt diesen in einem Kessel oder Topf über Feuer und rührt so lange, bis die Masse keine Klümpchen mehr enthält, sondern ganz gleichmäßig und so steif aeworden ist. daß der Rührlöffel darin stecken bleibt. Jetzt bringt man die Masse in eine andere Schale und deckt sie gut zu, damit sich keine Haut bildet. Mit diesem fthr festen Klebestoffwird die betreffende Tifch- oder PuNplatte ganz dünn gleichmäßig belegt und glatt gestrichen. Nun wird das Tuch glrch darüber ausgebreitet und aufgepre, t und dann mit einer Volle geglättet; oie Enden werden erst nach dem Trocknen abgeschnitten. Hat man Leder auf ziehen, so muß dasselbe vorheIeucht gemacht werden- dann wird dOMaffe aufgetragen und da8 Leder nfir" einem Tuch glatt angerieben. j
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