Indiana Tribüne, Volume 28, Number 246, Indianapolis, Marion County, 8 June 1905 — Page 7
Jndiana Tribüne, . Juni 190
Dir Jagd nach l dem Mann f t Htrntan von Maximilian Köttäier
(Fortsetzung.) Erfüllt mein Neffe die ihm gesiellten Bedingungen nicht, so geht er jegwichen Anrechtes auf die Herrschaften Ebersthal und Herbartshöhe verlustig und erhält nur eine Abfindungssumme, über die ich das Nähere in einem mit besonderem Siegel versehenen Kodizill niedergelegt habe, das frühestens nach Beendigung der einjährigen Prüfungszeit, in keinem Fall aber vor der stattgehabten Verheirathung meines Neffen, zu eröffnen ist. In diesem Kodizill smd auch alle roeiteren Bestimmungen darüber enthalten, an wen im gesetzten Falle die Güter fallen sollen, und in welcher Weise ich über den Haupttheil meines BaarVermögens verfügt wissen will." Während Raumann in seiner ruhigen, gemessenen Art die Bedingungen zur Verlesung brachte, sah Bodo zur Tecke empor und zerrte dabei an seinem Schnurrbart, als hätte er die Absicht, ihn herauszureißen. Nur einmal blickt er verstohlen nach Martha Fehlow hin, die ein ganz klein wenig bleicher als gewöhnlich ihre Augen krampfhaft auf dem Tevpichmuster ruhen ließ. Also ton Flügelbinden keene Spur," sagte der Administrator, als der Justinath fertig war, stand auf und streckte dem Baron impulsiv die Hand entgegen. Meine herzlichste Gratulation." Bodo gab sich einen Ruck. Ach so danke! Uebrigens, fahren Sie nur allein nach Hause, Schröter. Ich hab' hier noch einiges zu erledigen. Abends werd' tch wohl mit 'ner Droschke kommen." Äse ich kann doch dem Herrn Baron die Kale'che oder den Jagdwagen " Nein, nein! Lassen Sie nur!" Der Administrator, einigermaßen verwundert, empfahl sich. Frau BockHacker, blauroth vor Wuth über die ihr angethane Kränkung, und die übrige Dienerschaft hatten sich schon vorher leise durch die Thür gestohlen. Auch Bürgermeister Schulz und Faörikbesitzer' Brennert gingen endlich, der letztere indessen nicht, bevor er einige tiefempfundene Dankesworte über die großmüthigeSpende des Herrn Onttls" losgclanen hatte, dem in den Herzen der freiwilligen Feuerwehr immer ein ehrendes Andenken bewahrt werden wird." Raumann strich sich, seiner Gewöhnheit gemäß, mit tastender Hand über sein Jünglingshaar, von dem außer ihm und feinem Friseur Niemand wußte, daß es auf fremden Häuptern gewachsen war. Falls Sie mit Fräulein Fehlow noch etwas zu besprechen haben sollten," sagte er, ein längeres Spazieren durch die Straßen unseres Nestes wegen dem unnöthigen Gerede aber scheuen, so wäre hier nebenan," er wies mit einer einladenden Geste auf eine hohe Flügelthür, ungestörte und unbelauschte Gelegenheit." Bodo blickte fragend zu Martha hin, die zum Zeichen des Einverständnisses das blonde Haupt neigte. Wir machen gern von Ihrer freundlichen Erlaubniß Gebrauch, Herr Justizrath," antwortete er den; Alten mit höflicher Verbeugung und trat hinter Martha in den Salon, in dem außer der üblichen sibentheiligen Seidengarnitur und dem geläufigen Tischchen vier massive, hohe, alterthümliche Schranke standen, über deren Zweck und Inhalt sich noch jeder neue Gast der Raumann'schen Häuslichkeit den Kopf zerbrochen hatte. Nur einige ganz Intime wußten, daß der Justiz rath ein leidenschaftlicher Sammler werthvoller Nippsachen und Prozellane war. die er mdessen rncht nach Art gewöhnlicher Sterblicher zur Schau stellte, sondern sorgfältig eingewickelt und mit Watte verpackt in diesen luftdicht verschlossenen Schränken aufbewahrte, damit sie Niemandes Begehr lichkeit wecken und nicht durch Staub und rohe Bedientenhände leiden sollten Also, ich verzichte natürlich ich nehme die Erbschaft nicht an; mag Geld und Güter kriegen, wer da will!" begann Bodo, nachdem er zweimal m mühsam niedergezwungenem Zorn den Mitteltisch umkreist hatte. Martha stand mit dem Rücken geaen das Fenster, reaungslos, die Lip ven zusammengekniffen, und schwieg. Den schwarzen Schleier ihres einfachen Hutckens hatte sie wieder gleich einem dicken Flor auf die Stirn emporgeschoben, was ihrem feinen blassen Ant litze einen ganz eigenen Reiz verlieh. Warum antwortest Du mir nicht?" stieß der Baron hervor, kaum noch im Stande, seine Erregung zu zügeln. Das Blut schoß ihm noch immer in jugendlicher Hitze durch die Adern, trotz seiner dreiunddreißig Jahre und der gehörigen Abzapfung, die er im südafrikanischen Kriege erlitten. Es wird mir nicht leicht, Dir zu sagen, daß ich Dein Liebesopfer mcht annehmen kann, qab Martha zurück. Wie?" Bodo blickte sie unter finster zufammengezogenen Brauen m sas sungslosem Staunen an. Ich weiß." fuhr sie leife fort, mit
tote leldenschaftlicher Lude Du an
Ebersthal und Herbartshöhe hängst. Ich weiß, daß es immer Dein heißester Wunsch war, diese schöne große Herrschaft einmal unverkürzt und ungetheilt in Deine Hände zu bekommen, durch Forst und Feld eine Meile weit geradeaus durch eigenes Gebiet zu reiten, wie Tu einmal sagtest. Und nun sollte ich's fertig bringen. Dir und Deinem Glück im Wege zu sein?" Verhaltene Thränen klangen in des Mädchens Stimme. Meinem Glück im Wege? Liebste Einzige!" Er war bei ihr, hatte ihre Hände ergriffen und bedeckte sie mit Küssen. "Wie darfst Du so etwas sagen? Könnte mir der Besitz eines ganzen Königreiches mehr Glück bieten als Du?Er zog sie an sich, und im Blick seiner Augen stand seine große, herzliche Liebe geschrieben. Martha machte sich sanft aus seinen
Armen frei und strich ihm mit fast mütterlicher Zärtlichkeit über das krause dunkle Haar. Das denkst Du Dir jetzt so, Du lieber Brausekopf Du," erwiderte sie ruhig, und um ihre Mundwinkel zuckte ein wehmüthiges Lächeln. Ich weiß aber gewiß, die Zeit wird Dir rascher über meinen Verlust hinweghelfen als über den Verlust Deiner Heimath, der Dir angestammten Herrschaft. 2Öenn Tu Dich mit mir in kleinlichen VerHältnissen durch die Welt schlagen mußtest, da wurdest Du mir viel leicht nicht sogleich, aber spater, nach Jahren zürnen, daß ich mich an Dich gehängt habe. Und wenn Du Mtt's auch nicht sagen würdest, ich würde Dir's von der Stirn lesen. Und das könnt' ich nickt ertragen ick könnt's nicht, glaube mir!" Sie hatte die Stimme während der letzten Sätze ein wenig gehoben, eine feine Röthe lag auf ihren Wangen, und ihre Bnr! ging in rascheren Athemzügen. Bodo, an der Lippe nagend, wandte neb zum Fenster und blickte trübe in den Herdftsonnenschein, der golden auf der stillen grauen Kleinstadtstraße lag. Er war kein Jüngling mehr, er kannte das Leben und kannte vor allem sich selbst. Ein schwerer Seufzer hob seine schultern. Zum Kuckuck ... er war nun mal, wie er war; und Selbstbetrug ist lächerlich. Gewiß, die Heimath hatte ihn schon umstrickt, die Freude auf den Besitz der Scholle ihre Fangarme um ihn geschlungen. Es tonnte schon Passiren, daß Martha recht behielt, daß er sich unter dem Druck einer armseligen Stellung eines Tages sagen würde: Weiß der Teusel, Dir wäre am Ende doch wohler, wenn Du auf Ebersthal säßest, viere lang fahren und in Deinem Forst Deine Hirsche und Deine Rehböcke abschießen könntest! Plötzlich packte ihn ein jäher Zorn aeqen sich. Warum bist Du nickt vornehmer, cdelmüthiger, entsagungsbereiter? Aber wie der Mensch den Zorn, den er auf sich selbst hat, gern über andere ausgießt, so legte auch Bod? los: Der Alte muß seine Sinne nicht beieinander gehabt haben, als er das verrückte Testament aufsetzte, er muß reinweg toll gewesen sein! Vermacht Dir zwanzigtausend Mark und verlangt von mir, ich solle eine Frau mit hunderttausend nehmen! Errichtet also klar und deutlich eine Schranke zwischen uns, obgleich er doch wußte, gena wußte, daß unsere Herzen sich nahestanden. Hat er Dich für zu schade gehalten, meine Frau zu werden? Glaubte er, ich wäre Deiner nicht werth, ich möchte Dich am Ende un glücklich machen, Dich schlecht behan deln? Oder wollte er einen neuen Trumpf gegen mich ausspielen, sich an mir rächen dafür, daß ich damals auf und davon gegangen bin, anstatt mir einen Kniefall vor ihm zu leisten? Ueberhaupt" Bodo fuhr sich unwirsch mit der Hand durch's Haar - zwanzigtausend Mark für Dich ein solches Bedientenlegat! Während er Schröter fünfzigtausend und diesem Nest vierzigtausend vermacht! Ich glaube, man konnte seine Verfügungen getrost anfechten, denn er war sicher unzurechnungsfähia, als er sie schrieb! Da trat nach leisem Anklopfen der Justizrath ein. Verzeihung, Herr Baron," sagte er, 'mir wird eben Frau Postmeister Franke gemeldet. Da mochte ich doch rathen, nicht so laut zu sprechen. Die Dame hat so fabelhaft feine Ohren und einen nicht immer ganz feinen Mund." Väterlich-freundlich nickte er Martha zu und verschwand dann mit schmunzelndem Lächeln wieder durch die Thur. Bodo warf sich in einen Sessel. Er konnte seines Zornes nicht Herr werden, biß die Lippen zusammen und trommelte mit den Fingern auf den Tisch. Martha trat zu ihm und strich ihm wieder über das Haar. Weißt Du noch, Lieber," sprach sie ganz leise, siüsternd fast, was Du mir damals, nach der unglückseligen Spielnacht, erwidertest. als ich Dir in thörichter Laune Deinen Ring zurückgab? Du würdest das Unvermeidliche mit Würde zu tragen wissen! Sieh, Du bist nun fast vier Jahre älter geworden. Solltest Du ietzt nicht erst recht können, was Du doch damals so gut fertig brachtest und was wie Du nur am Tage Tei ner Heimkehr sagtest jahrelang Dein fester Vorsatz gewesen ist für Dein ganzes Leben?" Bodo nahm Marthas Hände, hielt sie fest, ohne zu ihr aufzusehen; und es war, als ob ihr ruhiges, beherrschtes Wesen ihn ansteckte, gleichsam in ihn hinü verströmte.
'Martha sprach weiter: Weshalb
Dein Onkel nicht gewollt hat, daß wir uns heirathen, weiß ich nicht. Aber irgend einen ganz bestimmten Grund muß er gehabt haben, von Sinnen war er sicher nicht, als er fein Testament erließ. Die große, geradezu hellseherische Klugheit, die ihm immer zu eigen ge wesen ist, hat er sich bewahrt bis zu seiner letzten Stunde. Und Du darfst nicht auf ihn schelten, daß er mir nur zwanzigtausend Mark verschrieb. Das ist schon zu viel, und die Annahme des Weistritzschen Familienschmuckes werde ich ablehnen. Ich habe kein Recht daran, sein Besitz Mrde mich erdrücken." Sie machte ihre Hände frei und zog d?n linken Handschuh ab. Meinst Du, es wird mir ganz leicht. Dich zu lassen? Jetzt, nachdem ich Dich kaum erst wieder habe? Meinst Du, ich Ware Nicht ganz gern Baronin geworden und mit meinem Herrn Gemahl durch Forst und Feld eine Meile lang geradeaus über eigenes Gebiet geritten?" Wieder zuckte das wehmüthige Lächeln um ihren seinen rosigen Mund. Aber dürft' ich jemals mit Recht sagen, daß ich Dich lieb gehabt habe, wenn ich nicht all meine Wünsche zum Schweigen brächte in Rücksicht auf Deine Zu kunft? Hier," sie hatte den Brillant ring vom Finger gezogen und hielt ihn Bodo hin, nimm den Ring zurück, ich gebe Dich frei, zu Deinem und meinem Besten. Du wirst für den Ring bald eine andere Abnehmerin finden," fuhr sie mit einem matten Versuch zu scherzen fort- ..es gibt in Ebersthal eine ganze Anzahl hübscher Mädchen, welch.' die vorgeschriebene Mitarft von hunderttausend Mark wohl aufbringen können. Und daß sie sich alle miteinander in Dich verlieben werden, auch die, deren Herzen sonst schon mit Veschlag belegt sind, dessen kannst Du sicher sein. Du hast also gewiß eine reichliche Auswahl!" Der Schmerz, der wie ein scharfer Dorn in ihr bohrte, machte ihre Rede nun doch bitter. Bodo, von leidenschaftlicher Empfindung hingerissen, nahm mit einer unstümen Bewegung den Ring, packte Marthas Handgelenk mit einem Griff, gegen den es kein Widerstreben gab, und steckte ihr den Ring wieder an den Finger. Nie, nie laß ich Dich!" stieß er hervor und riß die schlanke Gestalt des Mädchens in seine Arme. Soll so schnell vergessen sein, was ich Dir am Abend meiner Heimkehr sagte: keine Macht der Erde wird mich wieder von Dir reißen? Was Ebersthal, was Herbartshöhe ! Doch nein, ich will mich nicht zu betrügen versuchen. Es wird mir schwer, furchtbar schwer, den herrlichen Besitz aufzugeben. Aber tausend und tausendmal schwerer würde es mir, mich von Dir zu trennen. Gewiß ich war überglücklichetrotz der Nachricht von Onkels Tod, als mir Raumanns Depesche die Gewißheit brachte: endlich wird Deine heißeste Lebenssehnsucht Erfüllung finden. Aber Onkel war mir nicht feindlich gesinnt, er hat bis zuletzt voll Liebe über mich gesprochen, sagtest Du mir. So wird er mir also in seinem Kodizill sicher einen Betrag ausgesetzt haben, der, wenn auch nicht zum'Ankauf eines Gutes, so doch zur Uebernahme einer Pachtung ausreicht. Und ob im großen oder im kleinen ich werde das Land bebauen können, werde den Duft der Scholle athmen, den Erdsegen spüren und werde Dich haben. Und an Deiner Seite werde ich auf der kleinsten Pachtklitsche glücklicher sein, als ohne Dich auf zehn Quadratmeilen eigenen Bodens." Bodo Liebster!" erwiderte Martba mit zuckenden Lippen und versuchte vergeblich, aus seinen Armen loszukommen, mach mir's doch nicht so furchtbar schwer. Vertreib mich doch nicht von hier, wo ich sestgewachsen bin mit allen Wurzeln. Denn wenn Du nicht vernünftig bist, mir nicht versprichst, mich freizugeben, so geh 'ich noch heute auf und davon, verkrieche mich irgendwo draußen in der Welt, wo Tu mich gewiß nicht wiederfinden sollst." Martha!" Ich darf mich nicht an Dich hängen. Dich an eine andere zu verlieren das werde ich ertragen können, aber einmal von Dir als Last empfunden zu werden das triebe mich in den Tod!" In Bodo schoß sein Erbfehler, der Trotz, auf. Nun gut. Wenn Du mich für so einen hältst, mir PflichtVergessenheit und Herzlosigkeit zutraust ich gebe Dich frei." Er ließ sie aus seinen Armen und trat, schwer athmend. eine tiefe Falte zwischen den Brauen, an das Tischchen, auf dem er bei seinem Eintritt Hut und Stock niedergelegt hatte. Er nahm beides zur Hand und schloß: Aber damit ich nicht eines schönen Tages rückfällig werde Mit dem ersten Dampfer, den ich erreichen kann, gehe ich wieder nach drüben, nach New Hork. Hier ist mir nun doch alles verleidet und zuwider!" Martha stand und kämpfte mit den Thränen. Was er da sagt, er bringt's fertig in seinem jähen Eigensinn und wenn's ihn nachher sein ganzes Leben lang reut," dachte sie. und es fiel ihr ein. daß Zeit gewonnen, alles gewonnen heißt, und daß es ihr vielleicht mit List gelingen möchte, zum Ziele zu kommen. Mit leisen Schritten ging sie Bodo nach und hing sich an seinen Arm. Vergib mir, Liebster, wenn ich an Dir gezweifelt habe. Sieh es wäre doch nur menschlich, allzu menschlich, wenn Dir eines Tages die Reue käme. Aber nein, nein doch," unterbrach sie sich, als Bodo ein imrr. w-fy machte.
ich bin ja nun sicher, daß ich Dir mehr
gelte, als alles Geld und Gut der Welt. Und ich will Deine Braut sein und bleiben. Doch Du darfst nicht vorschnell handeln, darfst nichts über's Knie brechen. Deines Onkels Testament datirt schon Jahr und Tag zurück, kann es nicht sein, daß sich in hu nen nachgelassenen Papieren, irgendwo in einem ach seines Schreibtisches. eine allerletzte Verfügung findet, durch die die grausame Klausel, die uns tren nen sollte, wieder aufgehoben wird? Kann es nicht sein, ist nicht ähnliches tausendmal vorgekommen im Leben?" Da auf Bodos Stirn die Hoffnungslosiakeit stand, und die ungedul-dig-nervosen Bewegungen semes Kovfes und seiner Schultern Zweifel und Widerspruch verriethen, schmiegte Martha sich noch fester an seinen Arm, nahm seine Hand und streichelte sie zärtlich. Laß mich zu Ende reden, Liebster! Höre! Dein Onkel hat Dir ein Jahr Zeit gegeben, Dich zu bedenken, hat Dir freigestellt. Dich unter Schröters Leitung im Ebersthaler Wirthschaftsbetrieb zum tüchtigen Landwirth aus zubilden. Das wirst Du selbstverständlich thun, denn die Zusammen?beit mit Sckroter, diesem gediegenen Praktiker, das Erfahrungensammeln im Betriebe einer Musterwirthschaft muß Dir doch von größtem Nutzen sein für die Zeit Deiner späteren Selbstständigkeit!" Diese Worte schienen starken Eindruck auf Bodo zu machen. Denn wenn er auch noch nachdenklich die Lippen zusammenkniff.die herbe Wolke der Hofrnungslosiakeit war von seiner Stirn gewichen, und seine Brust ging wieder ruhig. Aber Du versprichst mir Du schwörst es mir, daß Du nicht etwa eines schönen Tages spurlos verschwinbest ? st.eß er plötzlich hervor und heftete den Blick seiner dunklen Augen durchdringend auf Marthas Antlitz. Einen Herzschlag lang schien sie zu überlegen. Mit einem Schelmenlächeln antwortete sie dann rasch: Aber Tu Thor wie kommst Du nur auf solche Gedanken?" Versprechen . . . schwören!" drängte er, indem er sie an beiden Händen festhielt. Nun gut! Ich verspreche Dir, ich schwöre Dir, daß ich Ebersthal vor Jahresfrist nicht freiwillig verlassen werde. Und wenn ich's unfreiwillig thun muß ich esse doch mein Brot bei fremden Leuten so wirst Du zu jeder Stunde genau über meinen neuen Aufenthaltsort unterrichtet sein." Er küßte sie mit Innigkeit. Kannst Du denn Deire Stellung nicht aufgeben? Es ist so furchtbar peinlich für mich, Dich abhängig zu wissen, und Du könntest doch vielleicht dieses eine Jahr von dem Geld, das Dir mein Onkel ausgesetzt hat" Nein, nein, nein, nein," unterbrach sie ihn. ,.oas Geld soll mithelfen zu Gutskauf oder Pachtung. Oder weißt Du was?" sie nahm seinen Kopf in ihre Hände und lachte ihn mit glänzenden Augen und blitzenden Zähnen an, als wüßte ste sich vor Glück nicht zu lassen ich werde mir Lottcrieloose dafür kaufen, einen ganzen Berg. Vielleicht gewinn' ich etwas und bekomme so die hunderttausend Mark Mitgift zusammen!" Ach. Du Süßeste, wenn das wäre!" rief er im Hoffnunqsüberschwang. Pst!" machte Martha und legte den Finger auf die Lippen. Uebrigens noch eins," setzte sie nach einer kleinen Pause hinzu. Unsere Verlobung muß nun selbstverständlich nach wie vor ge heim bleiben. Da ich keine hunderttausend Mark Mitgift habe, würde jeder denken: wenn's zum Ziel kommt, heirathet er sie ja doch nicht, und in peinliches Gerede wirst Tu mich gewiß nicht bringen wollen. Aber sehen werde ich Dich oft? fragte Bodo, und eine neue Sorgenwolke legte sich auf seine Stirn. Gewiß. Schatz, so oft Du willst Das heißt so oft Du Frau Kommerzienrath Fleidner besuchst, und ich mit Anstand dabei sein kann! Gleich morgen Vormittag mache ich ihr meine Antrittsvisite." Nun komm aber, Liebster! Ter Justizrath schöpft schließlich Verdacht!" Ach was," wehrte Bodo ab, der alte Fuchs weiß doch ganz genau, wie es um uns steht." Meinst Du?" fragte Martha erschreckt. Bodo nickte. Aber er wird uns nicht verrathen wie ich iy kenne, fugte er hinzu. Als sie in Raumanns Sprechzimmer traten, um sich zu verabschieden. saß Frau Postmeister Franke noch immer da und erzählte dem Alten, der wie auf Kohlen saß und nahe daran war, unhöflich zu werden, des Langen und Breiten von einem eventuellen Anspruch auf das Erbe einer verstorbenen Tante, die nie existirt hatte. Lediglich aus Neugier und in der vagen Hoffnung, sie könnte vielleicht zufällig die Bekanntschaft des Barons machen, war sie in des Justizraths Bureau gekommen. Fortsetzung folgt.) ?T vv. ! WM D i e lästigen Kellers ch n e ck e n vertreibt man sicher, wenn man an die Stellen, wo di, Thiere gewöhnlich zum Vorschein kommen. eine Quantität Kochsalz, evenwell mit Holzasche gemischt, streut. Dies tödtet die Tbiere
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