Indiana Tribüne, Volume 28, Number 245, Indianapolis, Marion County, 7 June 1905 — Page 7

Jndiana Tribüne, 7. Juni 1905

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4 . 9 t. p" (Fortsetzung.) Martha überlegte, ob sie eine Handarbeit vornehmen sollte oder ein Bück, wie es ihre Gewohnheit war an den stillen Vormittagen; aöer sie schüttelte den opf. Heute war Feiertag. Weihetag. Heute war das Herz voll von jjeier und Weihe, übervoll: heute mußten Geist und Hände ruhen, damit die Seele auf den schwingen ihre? wack tfl Träume um so höher fließen konnte. M-t Teilen Schritten, als 'irchte sie. sich selbst ?u stören, ging sie an die Brüstung der Veranda, setzte sich in einen der bequemen Korbsessel, die dort standen, und blickte mit einem t?äume riscken Läcbeln in die lichten Himmelsweiten hinaus. Vor Störung füblte sie sich sicker. Die Kommerzienräthin blieb regelmä ßig bis gegen elf Uhr im Bett, weil sie langes Schlafen für das beste Mittel hielt, ihre Schönheit zu konserviren. und auch Klara und Gertruds stiegen selten vor dem Mittagessen aus ihrer ersten li tage in das Parterre hernieder. Die dicke Klara, die auf des Sanitätsraths Verordnung eine Entfettungskur gebrauchte, mühte sich von acht bis zehn an einem sogenannten Bergsteigeapparat," worauf sie dann nach einem tüchtigen Frühstück bis eins apathisch auf der Chaiselongue ruhte und das abgearbeitete Fett wieder ansammelte; und die ästhetische Gertrud beschäftigte sich den geschlagenen Vormittag mit nichts anderem, als mit Malen und Lesen, wobei sie Schriften, die von Spiritismus und Hypnotismus handeten. bevorzugte. oder mit der träum haften" Korrespondenz, die sie mit tir.em nie von Angesicht zu Angesicht gesehenen Wiener Scbriftsteller Namens Guglhupfer. natürlich der symbolistiscben Richtung angehörig, unterhielt. Ein halbes Stündchen mochte Martha Fcblow unter den rothen Ranken des wilden Weines gesessen haben, als ein wohlbekannter Schritt, ein wohlbekanntes Räuspern sie aus ihrem seligen Zukunftssinnen aufschreckte. Hans Fleidner war's, der mit fieberisch geratheten Wangen und sieghaft blickenden Augen durch das Eßzimmer auf die Veranda trat, und dessen Brust von feierlicher Gehobenheit geschwellt schien. Er trug eine riesige Krawatte von symbolistischer Form und Farbe und eine blaue Weste mit weißen Punkten. welcher Martha in Gedanken den prosaischen Beinamen Kutscherweste" gegeben hatte. Seinem Haupte hatte er schon so viele Wochen das Sckeermesser des Friseurs ferngehalten, daß ihm die blonde Mähne fast bis auf die Schultern der goldgelben Sammtjoppe herniederwallte. Nachdem er Martha guten Morgen gewünscht, bat er um die Erlaubniß, sich ein wenig an ihrer Seite ..niederlassen" zu dürfen. Er sagte niederlassen" und nickt setzen; denn immer erging er sich Martha gegenüber in äußerst gewählten Ausdrücken. Jbr Antlitz strahlt heute wieder die berückende Schönheit der jungen Morgenröthe aus." begann er die UnterHaltung, nachdem er die Blüthe seiner Sennsucht" eine Weile schwärmerisch betrachtet batte, ohne daß dabei der sieghafte Ausdruck aus seinen hellbläuen Augen verloren gegangen wäre. Kann es vom dichterischen StandPunkt nicht auch Abendrötbe heißen?" wies Martha das Kompliment ironisch zurück. Hans strick sich mit der wohlgepflegten Hand über die Stirn und seufzte schwer. Die Siegesgewißheit aus seinem Blick war wie weggewischt. Schönes Wetter heute, nickt?" fragte Martha. um ihn wieder auf freundliche Gedanken zu bringen. Er antwortete nicht sofort und saß ein paar Sekunden wie tiefsinnig da. Dann seufzte er wieder, strich sich wieder mit der and über die Stirn, und plötzlich, ruckhaft, griff er in die Brusttasche Martha erschrak ordentlich. weil sie an einen Dolch oder sonst ein Mordinstrument dachte. Aber es war nur ein Blatt Papier, das er bervor holte. Blau war es und mit blauer Tinte beschrieben; denn nichts durfte die blaue" Stimmung des Dkchters stören, der ernsthaft mit dem Gedanken umqina, sich nunmehr eine blaue Sammtjoppe an Stelle der goldgelben bauen" zu lassen. Darf ich Ihnen mein neuestes Gedicht zu Gehör bnngen?" fragte er. Es ist erst heute erstanden. Bitte." sagte Martha. wenn auch nickt frundlich. so doch höflich. Und Hans begann leise, mit träumhaft verschleierter Stimme, wie es sich für einen Symbolisten geziemt: Du . . . Leben meines Lebens. Tu . . . Herz meines 5)ercn-, Dn ... Eehnsi'ckt meiner Sehnsucht! Wie Weihrauch Duftet meine ZtcU dir entgegen. Du . . . Stern meiner Nächte, Tu . . . Conne meines TagS, Du . . . Traum meiner Träume! ch. Wre meine sehnende Seele

Dir Jagd nach d c 111 M a n n Uomau von iitaximittau öSttdr

(rine blasse ?lume. Im blauen Mondlicht 7ln deinem Fenster, Auf daß du kämest NäcktenS. Auf leiien Sohlen, Dich über die blasse Blume Meiner Seele in beugen Mit gütigem Kuß! Der dichter ließ die Hand, die das 5son Blatt hielt, auf das Knie sinken und sah den Traum seiner Träume" mit einem zuversichtlichen Lackeln an. Martba ?og ein wenig die Schultern hoch: auf ibrem Antlitz kämpften Berdroffenbeit und Belustiaung. .Tas ist doch Unsinn," sagte sie endlich. ..Eine Seele, die wie Wei rauck duftet. eineSeele, die wie eine blasige Blume am Fenster steht das gibt'S doch nicht, das kann sich doch lein vernünftiger Mensch vorstellen. Aber immerhin," suchte sie nach einer Paule, in der Hans ganz zusammengeknickt war. ibre herbe Kritik zu mildern, wenn Sie dies sogenannte Gedickt Fräulein Elfriede Franke zu Fufzen leaen wollten, so würde es sicherlich seinen Zweck erfüllen, einen Menschen zu erbauen und glücklich zu machen." ..Ich bitte Sie" Hans schleuderte

betet ünt di? Mäbne zurück ..was frage ich nach Elfriede Franke, die mir mit lbre? stummen Vereorung an bt Nerven greif:." raulem Franke ist eines der hubschelten Mädchen in Ebersthal." warf Marlha ganz ernsthaft ein. Ter Tichter preßte Die Hand auf Herz. Sie wissen, daß es für mich nur ein einziges Mädchen gibt, das ich hübsch finde, das ich anbete und auf dessen Urtheil ich Werth lege, und daß Sie, einzig Holde, dieses Mädchen sind." Er versuchte Marthas Finger zu erhaschen, die diese indessen rechtzeitig in Sicherheit brachte, indem sie von ihrem Kessel aufstand und ein paar Schritte beiseite ging. Ich habe Ihnen schon einmal gesagt, Herr Fleidner," sprach sie, Sie möchten mich mit Ihren Liebeserklärungen verschonen. Das einzige, was Sie mit deren abermaliger Wiederholung erreichen können, wäre " ihre Stimme bob sich zum zornigen Klang mick sofort aus diesem Hause zu verjagen." Hans hatte sich ebenfalls erhoben. Bleich, gebeugten Hauptes, stand er da und hob beschwörend die Rechte, aus der das blaue Blatt haltlos auf die rotbe Strohmatte geglitten war. welche die weißen Marmorfliesen der Veranda bedeckte. Nein, nein," flehte er, nur das nicht! Ich verspreche Ihnen " Plötzlich fiel sein halb gesenkter, unstet umherirrender Blick auf den Brillantring an Marthas Hand. Ab." rang es sich gequält von seinen Lippen, Sie sind schon versagt, Sie lieben einen anderen! . . . Woher sonst der kostbare Ring, der heute zum ersten Male Ihren Fing.r ziert?" Tas Mädchen hatte nicht übel Lust, seine Frage zu bejahen, aber noch rechtzettlg genug ftel ihr em, daß sie sich aus tausend Gründen nicht offenbaren durfte. Ter Klatsch der Kleinstadt katte sich wte Kletten an sie geheftet, Neid und Mißgunst hätten ihre Stellung im Fleidner'schen Hause unmöglich gemacht. Und wo sollte sie riet tot, wo in des Geliebten Nähe Zu flucht suchen, bis Bodo sie heimführen konnte? Er batte ausdrücklich ge wünscht, die Verlobung geheim zu halten. bis er die Bedingungen kannte, unter denen ihm das Erbe seines Onkels zufallen würde, bis seine zukünfti gen Verbältnisse klar und fest zu Tage lägen. Und dann, wie schon in der Stunde des ersten Begegnens, schauerte der Berührung einer eisigen Hand vergleichbar das Empfinden, die Ahnung über Marthas Herz: Es kommt etwas dazwischen; nie wirst Tu Bodos Frau werden!" Und sie antwortete dem verzweifelt an den Livven nagenden Dickte?: Sie irren sich. Ich habe diesen Ring schon vor Jahren getragen, habe ihn nur in Ihrem Hause heute zum ersten Male angelegt. Er ist ein Andenken an eine verstorbene Dame, die meinem Herzen nahe stand. Hans athmete auf. So bleibt mir wenigstens das größte Leid erspart, seufzte er aus befreiter Brust. Martha kehrte ihm mit verdrossenem Kopfschütteln den Rücken und machte ein paar Schritte auf die Thür zu. Roch einen Augenblick." bat Hans. indem er sein Gedicht vom Boden aufhob. Nur eine Frage." Bitte!" kam es gemessen zurück. Ich sagte Ihnen bereits, daß ich einzig und allein auf Ihr Urtheil Werth lege, daß mein ganzes dichtensches streben gewissermaßen nur dar auf ausgeht. Ihren Beifall zu erringen. &c halten rncht viel vom Sym bolismus in der Kunst?" Gar nichts," gab Martha trocken zurück. Für mich ist Kunst Natur, verfeinerte Natur, wenn Sie wollen! Leben, wirkliches Leben, mit hellen. offenen Augen gesehen und mit einem warmen Herzen natürlich empfunden. Aber da Sie wiederholt an mein Ur theil appelliren mir scheint, Sie haben als Tichter Ihren Beruf verfehlt. Sie sind nun dreißig Jahre alt und haben in all ihrer sorgenfreien Zeit nichts anderes fertig gebracht, als ein halbes Hundert Gelegenheitsgedichte und ein paar einaktige Festspiele, die sich bedenklich an Vorhandenes anleh nen. Sie sollten Ihrer Muse den Laufpaß geben, sich eine ordentliche, vernünftige Thätigkeit suchen. Vielleicht beim Aufsichtsrath der Aktien-

sellschaft um eine Stellung beim Fleid-'

ner'scken Messingwerke einkommen. ES liegt Ihnen so bequem hundert Schritt durch den Park, und Sie sind da. Da die Mehrabl der Aktien sich in den Händen Ihrer Angehörigen befindet, und ie noch dazu der eonn des Gründers sind, wird man Sie sicher annebmen. Oder wenn Sie dazu keine Lust haben ergreifen Sie irgend etwas anderes, eine ernsthafte, eines Mannes würdige Beschäftigung. Wie kann ein dreißiasähriaer Mann seine Tage mit Nichtsthun verbringen? Welch eine Arleit ist ein Dgsnn ohne Arbeit! Geben Sie Ihrem Leben einen Jnbalt, dann werden Sie glücklich sem und auch übe? Ibre gewaltsam anem fundene ei'ung zu mi?. de? a?me Erzieherin, hinwegkommen." Sie ?eichte ihm he?zlick die Hand und ging dann mit einem f?eundliche Kopfnicken binaus. Er aber stand, ein bitte?es Lächeln um die Mundwinkel, noch lange auf seinem ??l?ck und mu?melte ooll edler Resignation: ..Es ist das Loos des Genies, verkannt zu werden. Doch mag es dauern, so lanae wie's will die wahre Grösie bricht sich immer Babn!" y. K a p : t e l. od? war am Morgen nach seiner Heimkehr, nachdem er eine Unterredung mit Justizrath Raumann gehabt, so fort nach Schloß Ebersthal gefahren. Mit Ausnahme von Frau Bock' Hacker, der Wirthschaften, die eine etwas eigenmächtige Natur war und das Ende der unumschränkten Gewaltherrschaft fürchtete, die sie zu des alten Herrn Zeiten und mehr noch nach seinem Tode geführt, waren alle Insaen des alten Schlosses seelenfroh über den Einzug ihres neuen, jungen, seit Monaten todtaesaaten Herrn. Der bald siebzigjährige Johann konnte nur mit Aufbietung all seiner Kammerdienerwürde die Thränen verbeißen, der Leibkutscher Daniel weinte wirklich: am größten aber war die Freude deö auch nicht mehr jugendlichen Administrators Schröter, der. abseits vom Schloß, auf dem Wirthschaftshof mi: Frau, Sobn und Tochter ein niedliches epheuumranttes Häuschen bewohnte. Schröter. ein hünenhafter Sechziger, der seit fünf Dezennien genau seit dem Tage seiner Konfirmation in Weistritz'schen Diensten stand, hatte immer eine ausgesprochene Schwäche für Bodo gehabt, obwohl ihm der in früheren Jahren, wenn er von der Kadettenanstalt auf Ferien gekommen war, mit allerlei bösen Streichen manchen Verdruß bereitet, wie zum Beispiel dadurch, daß er die Fohlenheerde in den saftigsten Kleeschlag getrieben, auf dem Bullen geritten oder ein paar junge Füchse, die er aus dem Bau gegraben, auf Frau Schröters Hühnervieh losgelassen hatte. In dem Jungen steckt wat drin; det seh' ick ihm an's Kinn an. Und überhaupt, die jungen Hunde, die am rüdigsten sind, die schlagen nachher am besten ein," pflegte der Aministrator schmunzelnd zu sagen. Er war ein Landwirth vom alten Schrot und Korn, hatte sich von der Pieke heraufgearbeitet und wollte vom reinen Hochdeutsch nichts wissen, denn." sagte er. meine Leute verstehen mir besser, wenn ick so rede, wie ooch ihnen der Schnabel jewacksen is!" Als e? am Nachmittag mit Bodo übe? die seine? Obe?leitung anve?t?auten achttausend Mo?gen Ebe?sthale? uud He?ba?tshöhe? Feldma?k ritt, von de?en leichtgehügelten Schlägen de? letzte goldgelbe Hafe? mit flotten Vierngespannen eingefah?en wurde, in de?en Niede?ungen die Sense zu? zweiten Mahd durch Klee und Wiefengras ging, hätte es sich schwer feststellen lasseit, wem von den beiden Männern das Herz in Freude höher schlug dem alten, der sein in Musterwirthschaft gehaltenes Gebiet vorführte, oder dem jungen, der viele Jahre arm und heimathlos gewesen war und sich nun sagen konnte: Das alles, soweit der Blick Deines Auges reicht, soll in wemgen Tagen Dein sein. Dort drüben das Haus, in dem Du geboren, Deine echte und rechte Heimathscholle, die Dein Vater verspielt ein gütiges Geschick gibt sie Dir zurück und allen Besitz Deiner Ahnen dazu. Hier sollst Du fortan schalten und walten wie ein kleiner Fürst in seinem Reich, hier kannst Du Glück genießen und Glück ausstreuen mit vollen Händen!" Hinter dem dunklen Hochwald, jenseits Herbartshöhe, ging der feurige Sonnenball zur Rüste, goß im Scheiden rosig' Gluth über das Grün der Wiesen, der Rüben- und Kartoffelschlüge, über die hellgelben Stoppeln und das schwarze, aus frisch gebrochenen Schollen duftende Land, durch das kraftstrotzende, breitstirnige Stiere eben noch des Tages letzte Pflugschar zogen. Bodo hielt sein Pferd mit kurzem Druck an, nahm den Hut in die Zügeln faust und streckte, unwillkürlich fast, die Hand aus. War es eine symbolische Bewegung, das angestammte Land zu ergreifen, in Besitz zu nehmen, oder strömte von der Weihestimmung, in 'otx sein Herz gefangen lag. ein Segen über die Felder er hätte es selbst nicht sagen können. Hm." begann Schröter und räusperte sich, einmal muh es konstatirt werden. Der Herr Onkel war jewiß ein Prachtmensch, aber mit seine kaputen Extremitäten zum Landwirth janz und jar verdorben. Und denn, mit Verlaub: rückständig, verbiestert in veraltete Vorurtheile, keinen Sinn für moderne Kulturerrunaensckaften.

wie man so sagt. Zum Beisviel. wozu bauen wir zwei- bis dreitausend Morgen Kartoffeln, die uf unsern fetten Boden in jedem nassen Sommer krank werden? Hol der Deibel die Kartoffeln! Wir können Runkelrüben bauen, so viel Runkelrüben, daß wir 'ne eigene Zuckerfabrik damit füttern können. So 'ne Zuckerfabrik" Schröter schnallt: mit der Zunge wat meinen Sie. det die Friedentbaler Aktionäre für Dividenden schlucken? Und ferner" er wies mit der Reitgerte nach vorn drüben auf den Lebmbergen am Herhartshöber See müßte 'ne Ziegelei anjelegt werden. Denn wenn man mal men anständnen Mauersteen braucht, muß man 'n sich von wer weeß wo herholen. Ick hab' dem Herrn Onkel ja oft jenug mit meine handgreiflichen Ideen in die Ohren jelegen. aber immer hat er mir anjeschnauzt. Jerade als ob's 'ne Schande wäre, viel Jeld verdienen zu wollen. Hm. wie jesagt" der Administrator strich sich seinen fuchsrothen Vollbart, in dem noch kein graues Haar blinkte ..det wären nu so die beiden ersten Vor-

schlage, die ick Ihnen zu machen hätte. Herr Baron?" Bcöo blickte mit gianzenoen Äugen nach den Herbartshöher Lehmberaen hinüber. Wollen 'mal sehn, was sich thun läßt." antwortete er. Für mich könnt's lieber heute als morgen losgehen mit Zuckerfabrik und- Ziegeici. Mir tribbelt's in allen Fingern. Aber vorläufig muß ich erst abwarten, oo mir Onkel in seinem Testament auch nicht etwa die Flügel gebunden hat!" Na, det wird er doch nich jemachi haben!" gab Schröter fast unwillig zurück und setzte sich im Galopp neben seinen Herrn, der seine Schimmelstute gewendet und angespornt hatte, gleich als ob bose Ahnungen hinter ihm her wären. Acht Tage danach wurde im Bureau des Justizraths Raumann das Testament des verstorbenen Freiherrn Arminius v. Weistritz und Eberstha! eröffnet. Außer Bodo und Martha !ehlow waren zu dem Akt geladen: Administrator Schröter, BürgermeiW Schulz, Fabrikbesitzer Brennert in st iner Eigenschaft als Hauptmann der fteiwilligen Feuerwehr, Johann, Darf el, Frau Bohacker und einige any rt Bediente des Testators. Mit den für die Treuerschaft ausjt setzten Legaten, bei denen Frau BoaHacker am schlechtesten wegkam, fing die letztwillige Verfügung an. Tann fuhr der Justizrath mit erhobener Stimme fort: Administrator Schröter erhält zu seinem bisherigen Gehalt eine Zuläge von 2000 Mark jährlich, an dem Tage aber, an dem er seinen Posten niederlegen sollte, ein Baarkapital von 50,000 Mark. Fräulein Martha Fehlow empfängt 20.000 Mark und den aus dem Besitz meiner seligen Mutter an mich übergegangenen Weistritz'schen Familienschmuck. Der Stadt Ebersthal vermache ich zu Händen des Bürgermeisters Schulz 30,000 Mark als Grundstock für ein neu zu errichtendes Krankenhaus, und der freiwilligen Feuerwehr, zu Händen des Fabrikbesitzers Brennert. 10,000 Mark zur Anschaffung einer Dampfspritze und einer mechanischen Leiter. Zum Universalerben meines gesammten übrigen mobilen und immobilen Vermögens ernenne ich meinen Neffen Bodo, Freiherrn v. Weistritz unter folgenden Bedingungen: Mein Neffe soll die Güter Ebersthal und Herbartshöhe selbst bewirthschaften. wie ich es that, der ich den Beruf des Landwirths immer als den schönsten auf der Welt geliebt und geschätzt habe. Ein Jahr setze ich ihm Frist, sich zu bedenken und sich unter Administrator Schröters Leitung in das Getriebe der Wirthschaft einzuarbeiten. Mein Neffe muß mindestens neun Monate im Jahre auf seiner Scholle zubringen, widrigenfalls er gehalten sein soll, der Stadt Ebersthal für jeden Uebertretungsfall 20,000 Mark zu zahlen. Außerdem hat er sofort nach definitiver Annahme meines Erbes den Antrag auf Umwandlung meines Grundbesitzes in ein Majorat zu stellen, domit, so lange ein Weistritz lebt, keine Handbreit von Eberstha! und Herbartshöhe in fremdes Eigenthum übergehen kann. Mein N'ffe darf nicht verheirathet sein, wenn er mein Erbe antritt. Er soll aber innerhalb eines Jahres ein aus Stadt- oder Landkreis Ebersthal stammendes Mädchen, meinethalben auch eine Wittwe, von guter bürgerlicher Herkunft und mit einer Mitgift von mindestens 100.000 Mark zur Frau nehmen. Eine Bürgerliche soll es sein, weil ich in meiner Jugend das Glück, das mir eine Bürgerliche im reichsten Maße geboten hätte, cus thörichtem Standesvorurtheil verscherzt habe. Mein Neffe soll also, was ich fehlte, sühnen; eine Mitgift von 100,000 Mark aber muß ihm seine Frau bringen, weil ich wiederholt die Ersahrung gemacht habe, daß arme Mädchen. wenn sie plötzlich zu große:n Reichthum kommen, dem HochmutbSteufel verfallen, und jede Fähigkeit zum vernünftigen Haushalten verlieren. Fortsetzung folgt.)

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Den h ö ch st e n Preis für eine Sevres-Vase, der wohl bisher er-. zielt wurde, erreichte in den Auktionsräumen von Christie in London ein von 1763 datirtes, von Dabin mit Bilderschmuck bemaltes Stück, das für ?22,600 verkauft wurde.

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