Indiana Tribüne, Volume 28, Number 245, Indianapolis, Marion County, 7 June 1905 — Page 6

Jndiana Tribütic. 7. Juni 1903

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A.XM.SC Diener,

Europäische Nachrichten. ?rovwz Aeffen-'Mnssau. Kassel. Aus Anlaß seines 50jährigen Dienst - Jubiläums ist der Präsident des hiesigen Oberlandesgerichts, der Geheime Oberjustizrath Prof. Dr. (Socius, zum Wirklichen GeHeimen Rath mit dem Prädikat Excellenz" ernannt worden. Empfershausen. Von einem schweren Unglücksfall wurde der VerWalter der hiesigen Domäne, Müssemeyer, betroffen. Er war mit den Gespannen in den Wald nach RengsHausen gefahren, um Holz zu holen. Auf dem Rückwege in Rengshausen wurde der Bedauernswerthe von einem Pferde derartig an den Kopf geschlagen, daß eine GeHirnverletzung ein, trat und ein Auge gänzlich vernichtet wurde. Die Verletzungen waren leider so schwer, daß schon während der Fahrt nach Kassel der Unglückliche seinen Leiden erlag. Frankfurt a. M. Der in der Sandweg - Apotheke in der Schellingstraße angestellte Provisor Dr. Flathe aus Posen beging in seinem Zimmer des genannten Hauses Selbstmord, indem er sich mit einem Rasirmesser den Hals durchschnitt. Flathe hatte eine Apotheke selbständig übernommen; er machte sich wegen der Uebernahme große Sorgen. Ferner verübte der Immobilen - Agent Wilhelm Bechtold, Sandweg 135 parterre wohnend, Selbstmord durch einen Schuß in die Brust. Die That geschah infolge schlechter pekuniärer Verhältnisse und wegen eines unheilbaren Leidens. Die Firma Speiers Schuhwaarenhaus hier feierte dieser Tage ihr 25jähriges Geschäftsjubiläum. Großalmerode. Ein höchst beklagenswerther Unglücksfall ereignete sich in der Fabrik der Aktiengesellschaft Vereinigte Großalmeroder Tonwerke" Hierselbst. Der 15jährige Schlosselehrling Karl Hofmeister, Sohn des Arbeiters Jakob Hofmeister, warf, ohne damit beauftragt zu sein, den heruntergefallenen Transmissionsriemen, während die Maschine noch im Gange war, auf das Schwungrad, wobei ihn der Transmissionsriemen erfaßte und herumschleuderte. Er wurde als Leiche in die elterliche Wohnung gebracht. M e r z h a u s e n. Ein Motorwagen stieß auf einer Probefahrt gegen eine Telephonstange, wobei diese zerbrach. Die vier Insassen des Wagens wurden hinausgeschleudert. Bürgermeister Schmidt-Oberreifenberg wurde getödtet, Fabrikant Wagner erlitt eine Gehirnerschütterung, die zu den großten Befürchtungen Anlaß gibt. Der Chauffeur und der Monteur wurden leicht verletzt. Schmalkalden. Dem Sanitätsrath Dr. med. A. Fuckel Hierselbst wurde aus Anlaß seines 59jährigen Doktorjubiläums von der medizinischen Fakullät der Universität zu Marburg das Diplom erneuert. Wiesbaden. In einem hiesigen Hotel ist ein hier logirender Kurfremder, der Rentner Vollmar aus Freienwalde, an den Folgen übermäßigen Morphiumgenusses gestorben. Der Gestorbene hatte in der Nacht die Med'zinflasche verwechselt und versehentlich aus der Morphiumflasche getrunken. Jllitterdeutsche Staaten. Braunschweig. Der Arbeiter Hermann Dickmann von hier verunglückte in der nahen Dampfziegelei Rocklum. Er hatte dort Arbeit angenommen, kam aber durch Ausgleiten zu Fall, gerieth mit dem linken Fuß m's Getriebe einer Tonwalze, wobei dieser und drei Zehen stark gequetscht wurden. Tickmann wurde mit der Bahn hierher geschafft und alsdann nach dem herzoglichen Krankenhause gebracht. F i n st e r b e r g e n. Vom Tode des Ertrinkens rettete der Fuhrwerksbesitzer Wilhelm Weingarten hier das 11jährige Töchterchen der Frau P. Oschmann hier. Das Mädchen hatte beim Wehr nahe der Hildebrandschen Schneidemühle den schmalen Holzstieg, der über die Leina führt, überschreiten wollen. Es glitt ab und stürzte in's Wasser. Zum Glück kam Weingarten hinzu, sprang in's Wasser und zog das Mädchen heraus. G r e i z. Commerzienrath Heinrich Schilbach, ein bedeutender Großindustrieller hiesiger Stadt und der Gründer der mechanischen Weberei Schilbach & Co., ist im Alter von 77 Jahren gestorben. H i r s ch b e r g a. S. Hier starb im 92. Lebensjahre die GendarmsWittwe Frau Eva Voigt, Mutter des hier stationirten Gendarmen Voigt, die sich bis vor einem halben Jahre noch immer einer vortrefflichen Gesundheit zu erfreuen hatte. Sie war bisher die älteste Person am Orte. K o b u r g. Auf der Station Nossach fuhr beim Rangiren der Perfonenzug 595 auf einen auf einem Rebengeleise stehenden Personenwagen und brachte denselben zum Entgleisen. Der auf dem Trittbrett dieses Wagens stehende Rangirer David Hetzelt aus Rossach wurde von der Locomotive erfaßt und getödtet. Königslutte r. In Braunschweig starb der hie früher wirkende emeritirte Kantor und Bürgerschullehrer L. H. Hu. Ronneburg. Im Heinemann'schen Gasthofe in Braunichswalde

WINE

im Empfangszimmer?

p i brach euer aus, das schnell um sich griff und die sämmtlichen Wirthschastsgebäude einäscherte, während es der Feuerwehr gelang, das Wohnhaus nebst dem Tanzsaal zu erhalten. Das Feuer soll durch Handwerksburschen verursacht worden sein. T r a u t h a i n. Die jüngst im 84. Lebensjahre so jäh aus dem Leben geschiedene Wittwe Jol. m Weise war die älteste Ortsbet ynerin; sie hinterläßt 28 Enkel und 2b Urenkel. Wolfenbüttel. Oberlehrer Professor Dr. Geitel fei te dieser Tage das Jubiläum seiner 25jähriaen Thätigkeit am hiesigen Herzog!. Gymnasium. Dem Gelehrten, dessen Ruf weit über die Grenzen unseres Vaterlandes gedrungen ist und dessen Name auch in hiesiger Stadt mit größter Hochachtung qenannt wird, wurden zahlreiche Ehrungen zu theil. Sachsen. Dresden. Zahnarzt Heinrich Hamecher, hier, feierte im Alter von 51 Jahren sein 25jähriges Jubiläum als deutsch approbirter Zahnarzt. Zwei Töchter und sein Sohn praktiziren ebenfalls hier. Der verstorbene Geh. Kommerzienrath Karl Eschebach hat durch letztwillige Verfügung für die .Eschebach - Stiftung", die von ihm im Jahre 1892 zu Gunsten des gesammten Personals der Vereinigten Eichebach'schen Werke hier und in Radeberg errichtet wurde, eine weitere Summe von 200,000 Mark bestimmt. C h e m n i tz. Dem viele Jahre bei der Firma C. M. Auerbach, Webma-schinen-und Webutensilienfabrik hierselbst, beschäftigten Werkführer Bauer ist das Ehrenzeichen für Treue in der Arbeit verliehen worden. Döbeln. Hier ist das 3 Jahre alte Söhnchen des Silberarbeiters Lämmel, Zwingergäßchen 4, in eine Jauchengrube gestürzt und erstickt. KleinzsHocher. Tödtlich verunglückt ist in einer hiesigen Maschinenfabrik derEisenbohrer Johann Gustav Schmidt. Der Unglückliche wurde beimUmkippen einer 15 Centner schweren Kiste von dieser erdrückt. Leipzig. Letztens beging Hermann Heyne im Hause F. Volckmar, Buchhandlung, fein 40jähriges Dienstjubiläum. Vom Ministerium des Innern wurde dem Jubilar die Medaille für Treue in der Arbeit verliehen. Olbernhau. Durch Feuer wurve das Haus des Bäckermeisters Göhlitzer in der Grünthalstraße eingeäschert. Rümpfwalde. Hier hat sich der Musterzeichner Becher aus Callnberg erschossen. S i e b e n l e h n. Vor einiger Zeit erhängte sich der hiesige Schuhmachermeister Mende. Zittau. Die elfjährige Tochter der Wäscherin Ender führte ihre drei Jahre alte Schwester die Bahnhofstraße entlang. Plötzlich entriß sich letztere der Obhut, lief über den Fahrdämm einem in voller Fahrt entgegenkommenden Wagen der elektrischen Straßenbahn direkt unier die Räder und wurde, ohne daß es der Wagenführer verhüten konnte, gräßlich zerfleischt. Die Gliedmaßen wurden zum Theil glatt vom Rumpfe getrennt und auch der Kopf erlitt schwere Verletzungen, so daß der Tod der Kleinen sofort eintrat. gbc ssen arm fl a 6t . D a r m st a d t. Hier starb nach langem Leiden der Kaplan Wilhelm Heß. Auerbach. Der 52jährige verheirathete Landwirth Friedrich Krauß hat sich erhängt. B e n s h e i m. Im Alter von 71 Jahren ist hier der Geh. Reqierungsrath, Kreisrath i. P. Franz Gros gestorben. Bingen. Entlassen wurde der Lehrer an demProgymnasium zu Bingen Jakob Horn auf sein Nachsuchen. Groß - Gerau. Der unter dem Verdacht des Sittlichkeitsvergehens verhaftete Lehrer Schnellbacher aus Dornberg wurde gegen eine Kau-

Der Win, of Cardul ift eine Medizin für Ne Frauen. Er baut die Kräfte einer Frau auf und macht sie für alltz ihre Pflichten tüchtig. Wenn sie leidend ift, dann bringt er ihr beste Gesundheit. Wenn sie krank ist, dann kurirt er sie von solchen Leiden, wie unregelmäßiger Monatsfluß, nieder, drückende Schmerzen und alle weiblichen Schwächen. Sie brauchen aber nicht erst krank z fein, um den Wtot ot Cardul zu gebrauchen. Dieses natürliche Frauen-Stärkungs. mittet ist zu jeder Zeit zuträglich. Periodischer Gebrauch deS Win of Cardul thut den meisten Frauen noth, welche mit Gesellfchaftspflichten belastet sind, und Frauen, welche ju. ge Kinder zu Pflegen haben, und ihre Arbeit selbst verrichten müs sen. Sie finden, daß dieses berühmte Stärkungsmittel ei wohlthuendes Gefühl erzeugt, wenn sie matt, nervös und erschläfst sind. wollen Sie etnen versuch mit Wine of Cardul madfcn? Alle Apotheker verkaufen SI.VV-Flaschen.

tion von 2000 Mark auf freien Fuß gesetzt. Langen. Dieser Tage verschied dahier Oberlehrer Gebhardt, nachdem er im verflossenen Monat sein 82. Lebensjahr zurückgelegt. Nahezu ein halbes Jahrhundert hat Gebhardt in Sprendlingen als Lehrer und Oberlehrer gewirkt. Mainz. Der Großherzog hat der Wahl des evang. Pfarrers Lic. theol. Leonhard Jacob zu Mainz zum Stellvertreter des Dekanats Mainz die Bcstätigung ertheilt. Zellhausen. Großes Aufsehen erregt die Flucht des früheren Schmiedemeisters Koch, der feit vielen Jahren Gemeinderechner, Rechner unserer katholischen Kirchenkasse und der' örtlichen Invaliden - Versicherungsanstalt sowie Rechner der Spar- und Darlehnskasse war. Waycrn. München. Ein hervorragender Altliberaler, der politische Schriftsteller Christian Petzet, ist gestorben. Petzet war lange Jahre hindurch Chefredakteur der Schlesischen Zeitung", dann der Münchener Allgemeinen Zeitung". Seit vier Jahren lebte er im Ruhestande, Den Verletzungen erlegen ist in der Chirurgischen Klinik Hoteldirektor Wagner (Deutscher Hof und Cafe Danner), der am Abend des Faschingssonntags von einem angetrunkenen Gast durch einen Messerstich schwer verletzt worden war. Der Thäter wurde in derPerson eines Eierhändlersfohnes und Hafners NamenS Sturm von der Schwanthalerhöhe ermittelt. Dr. Erich Meyer, Assistent an der zweiten medizinischen Klinik der hiesigen Universität, wurde als Privatdozent für innere Medizin in die medizinische Fakultät zugelassen. A s ch a f f e n b u r g. Bei dem Versuche, ein Kind vom Geleise zu entfernen, wurde der Bahnwärter Heinrich Burk auf Posten No. 1 der Strecke Miltenberg - Aschaffenburg von einem Zuge erfaßt und getödtet. Auch das Kind wurde getödtet. B a m b e r g. Nahrungssorgen und ein unheilbares körperliches Leiden haden den verheirateten Kaufmann Georg Kaufmann, der seit mehreren Iahren, nachdem er in Lichtenfels in Konkurs gerathen war, hier wohnte, zum Selbstmord getrieben.' Seine Angehörigen fanden ihn mit durchschossenem Kopfe todt im Bette auf. F u r t h i. Wald. Erhängt aufgefunden wurde der abgängige Gastwirth Schrödel von hier in einem Wäldchen bei Plaffendorf von einigen MärMern, die nach ihm suchten. Familienzwistigkeiten sollen den in guten Verhältnissen lebendenMann zum Selbstmord getrieben haben. Hof. Der frühere Besitzer und Begründer einer Zuckerwaaren- undSchokoladenfabrik, Privatier und Gemeindebevollmächtigter Karl Dippold, ift gestorben. Nürnberg. Arbeiter Konrad Luber der Firma Schönlein stürzte beim Ausladen von Balken im Freiladehof des hiesigen Hauptbahnhofes vom Fuhrwerk, brach das Genick und war sofort todt. Ein Verschulden seitens der Bahn liegt nicht vor. Peanitz. Im hiesigen Fabriketablissement Pegnitzhütte" der Ar-maturen-und Maschinenfabrik A. G. vorm. I. A. Hilpert - Nürnberg verunglückte der ledige Formmaschinist Holl von Troschenreuth i. Opf. dadurch, daß er beim Herbeitragen einer mit glühendem, flüssigem Guß gefüllten Pfanne über eine Schiene stolperte und mit seiner Last zu Boden stürzte. Mit schrecklichen Brandwunden bedeckt, wurde der Verunglückte im hiesigen Spital untergebracht. R e h a n. Der in weitesten Kreisen bekannte Geschäftsreisende Benno Haase, zuletzt bei C. M. Hutschenreuther (Hohenberg) thätig, ist freiwillig aus dem Leben geschieden. Würzburg. Der 7jährige Sohn des Schreiners Schaller wurde von einem Fuhrwerk überfahren und ge-tödtet.

und in der?

- Während man in Norwegen bereits den Ueberfluß an männlichen Studirenden für einen großen Nachtheil hält, nimmt dort bei dem weiblichen Geschlecht das akademische Studium noch immer mehr zu. Die Zahl der sich zum Abiturientenexamen meldenden Damen ist von 98 im vorigen Jahre auf 109 in diesem Jahre gestiegen. Bemerkenswerth ist dabei das geringe Interesse des weiblichen Geschlechts für die doch sonst überall Boden gewinnenden Realfächer. Im vorigenJahre hatten sich dafür 34 Damen bestimmt, dieses Jahr 19. Das vom Großthing in den männlichen Gymnasien nur für fakultativ erklärte Latein findet bei dem schöneren Geschlecht in Norwegen lebhaften Anklang. Von den 90 Studentinnen der historisch - philologischen Abtheilung wollen dies Jahr nicht weniger als 36 zugleich die Sprache Cicero's traktiren, während es 1904 nur 22 waren. Aber was später aus diesen Damen werden soll, ist nicht so leicht abzusehen. Schauspielerinnen und Schriftstellerinnen können sie doch in dem kleinen Lande jedenfalls nicht alle werden. UebereinBerliner Bauernfängerstückchen wird folgendes gemeldet: Vor einigen Tagen weilte in Berlin ein Bauer aus E. an der Sieg, der in der letzten Ziehung der Mecklenburgischen Landeslotrie 100.000 Mark gewonnen hatte, um sie sich von Berliner Bauernfängern wieder abnehmen zu lassen. Aus Berlin erhielt er die telegraphische Nachricht, er habe in der Lotterie gewonnen und möchte zur Erhebung des Gewinnes nach Berlin kommen. Der glückliche Gewinner reiste auch unverzüglich nach der Reich?hauptstadt ab und traf hier an der verabredeten Stelle zwei feine Herren. Diese verstanden es, dem Bäuerlein einzuprägen, daß dasSpielen eines Preußen in einer nicht preußischen Lotterie schwer bestraft werde. Durch berauschende Getränke brachten sie es auch fertiq, dem Bauer das Gewinnlos abzuschwindeln. Zur Heimreise gaben sie ihm 600 Mark baar und eine Anzahl Wechsel mit dem Bemerken, daß er diese neun Monate lang geheim verwahren müsse. Die Wechsel sind werthloses Papier. Die Geschichte ist fast unglaublich, aber sie soll vollständig wahr sein. I m Londoner Zoologi schen Garten spielte sich unlängst eine Scene ab, die nur wenige Sekunden in Anspruch nahm, deren Folgen aber noch nicht constatirt worden sind. Unter den Besuchern des Thiergartens befand sich auch eine Dame, die, mit ihrem Handarbeitstäschchen am Arme, ganz dicht an den umfriedeten Raum herantrat, in welchem sich die Elephanten ihres Daseins erfreuten. Auf einmal sireckte einer der gemüthlichen Dickhäuter seinen langen Rüssel heraus, und ehe es sich die Dame versah, hatte er das Seidentäschchen erhascht und sofort verschlungen. Das Entsetzen der Dame ob dieses unvermutheten Diebftahls überwog weitaus ihre Verblüsfung, denn das Täschchen hatte folgenden Inhalt: eine Geldbörse mit 3 Sovereigns (20-Schilling-Stücke in Gold), ein Sümmchen Silbergeld, eine Scheere, ein Taschenmesser und ein Taschentuch. Als das Täschchen im Bogen in das Maul des Elefanten wanderte, fiel ein 2-Schilling-Stück auf den Boden, und als es aufgehoben wurde, entdeckte man, daß es mit den Backenzähnen des sonderbaren Feinschmeckers in Berührung gekommen fein mußte, denn es war fast entzweigebissen worden. Die Kauwerkzeuge des Elefanten scheinen allerdings nichts zu wünschen übrig zu lassen, was aber sei Verdauungsorgane zu einer so ungewohnten und unangenehm spitzigen Kost sagen werden, wird die Zukunft lehren. Aus d e m Kasernhof. Feldwebel: Ihre Knöpfe sind ja nicht geputzt!. . . Wie heißen Sie? Soldat: Wurst Feldwebel: '?d da sollten Sie appetitlich aussehen!-

Dill

Kücbc O PVH Ein Angestellter des Herrn Lejean in Paris, der die zum Transport Gefangener bestimmten Zellenwagen der Polizei zu stellen hat, hatte mit einem Freunde gewettet, daß er an seinem Hochzeitstage mit seinen Gästen in einem gewöhnlichen Panier k Salade" (Salatkorb) wie man in Paris die grünen Wagen" nennt Platz nehmen würde. Und wirklich hielt am Hochzeitstage um 10 Uhr Morgens der Wagen, den man zu diesem Zwecke sorgfältig desinfizirt hatte, vor dem Hause des Bräutigams und nahm die ganze Gesellschaft auf, um nach dem Standesamt zu fahren. Nur der Polizist, den man sonst aus dem vergitterten Fenster blicken sieht, fehlte. Die ganze Sache wäre in aller Ruhe abgelaufen, wenn nicht einige hundert Studenten, die von der Affäre Wind bekommen hatten, dem originellenEhemann eine stürmische Ovation bereitet hätten. Das erregte natürlich die Aufmerksamkeit derPolizei. so daß der grüne Wagen nicht zum Standesamt, sondern zum nächsten Polizeirevier dirigirt wurde, wo sich freilich alles in Wohlqefallen auflöste. D e m se i t fünf Jahren am Waldhäuschen in Wiesbaden stationirten zahmen Storch war vor einiger Zeit von roher Hand das linke Bein unterhalb des Knies abgeschlagen worden, so daß es vom Thierarzt amprtirt werden mußte. Nachdem die Bruchstelle gut verheilt war, hat der Thierschutzverein dem Storch ein künstliches Bein aus Leder und Gummi mit beweglichen Zehen und beweglichem Kniegelenk anfertigen lassen. Die Befestigung geschah mittels Gummibandes oberhalb des Knies. Jetzt macht das Thier seine ersten Gehversuche, die allerdings etwas unbeholfen ausfallen, bis es daran gewöhnt sein wird. Ueber eine wunderliche Gespenstergeschichte wird aus Oakland, Pa., berichtet: Sergeant Hanley in der Polizeiwache wurde Abends per Telephon angeklingelt. Eine weibliche Stimme forderte ihn in abgerissenen und in scheinbar athemloser Hast hervorgestoßenen Sätzen auf, doch um Goiteswillen einige Polizisten nach dem Homewood - Friedhofe zu entsenden. Ein ausgebrochener Verrückter mit schweren Ketten am Hals und an Händen und Füßen sei eben auf den Friedhof zu am Hause vorübergegangen, und der Kerl würde sicherlich Jemandem das Genick umdrehen usw., wenn er nicht schleunigst eingefangen würde. Sergeant Hanley trommelte die Polizisten der Nächstliegenden Reviere zusammen, sandte sie nach dem Friedhofe, und in kürzester Zeit war die Sache aufgeklärt. Der gefährliche Verrückte" war ein Nachbar der ängstlichen Dame, der nach des Tages Last und Mühen zu Pferdegeschirren gehörige Ketten von seinem Stalle in sein Haus getragen hatte. Ein ganz besonderesUnolück hat Dr. Ashbel P. Grinnell in New Dork mit einem SchadenersatzProzesse, den er gegen Commodore Edward Weston von Newark, N. I., angestrengt hat und in welchem er von demselben wegen ungerechtfertigter Verhaftung $50,000 verlangt. Das erste Urtheil auf $12,500 Schadenersatz, welches er erzielte, wurde von der Appell - Division der Supreme Court umgestoßen, das zweite, bei dem ihm seitens der Jury $10,000 zugesprochen wurden, stieß Richter Dugro als zu hoch um, indem er zugleich $5000 als genügende Entschädigung festsetzte, die der Commodore zu zahlen verweigerte, und bei dem dritten Prozesse ließ einer der Geschworenen ankündigen, daß er schwer erkrankt sei. worauf der Prozeß bis zum Juni verschoben wurde. Der Prozeß resultirt aus der im März 1901 erfolgten Verhaftung des Arztes, welche dadurch stattfand, daß Commodore Weston ihn irrthü?nlich als einen M'nn Namens Raymond oder Chateaubriand identificir te, der ihn um $90 betrogen habe.

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