Indiana Tribüne, Volume 28, Number 244, Indianapolis, Marion County, 6 June 1905 — Page 5
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Strudelchen und Nüdelchens
Humoreske von Frances Külpe. Strudelchen und Nudelchen hatten einander sehr lieb. Eigentlich hießen sie Gertrud und Nadine Müller, aber' ihr jüngster, längst verstorbener Lieblingsbruder hatte die Ältere Schwester Trudel-
chen wegen ihres hitzigen, aufbrausenden Temperaments Strudelchen" genannt, dagegen die phlegmatische,
etwas behäbiae Nadine Nudel-
en . waren ihnen denn die bei-
en Namen geblieben. Die Namen
waren ihnen in einem übermüthigen Augenblick des lustigen Tertianers an'flogen. Nun ruhte der Tertianer 'ei fünfunddreihig Jahren in seinem stillen Grabe, aber seine Namen lebten und saßen den beiden alten Fräulein Wie angegossen, und sie hätten sie um nichts in der Welt hergegeben, denn berde hielten das Andenken ihres Bruders in hohen Ehren. Strudelchen und Nudelchen bewohnten zwei kleine Dachzimmer in der Petersburger Vorstadt in Riga, in der Andreasstraße. Arm, aber fein," sagten Strudelchen und Nudelchen und wir haben einen Herrn Portier." Der Herr Portier Iahn Kalning", wr Strudelchens und Nudelchens größter Stolz und ihre tägliche Augenweide, aber Undank ist der Welt Lohn". Iahn Kalning schien es gar nicht zu bemerken. Der stattlich betreßte Portier mit seinem feisten Quadratmeilengesicht zog vor den Herrschaften des ersten und zweiten Stocks höflich grüßend die Mütze, für Strudelchens und Nudelchens liebevolle Blicke und freundliche Gefühle war er dagegen völlig unempfindlich. Die beiden grauen, verwitterten alten Jüngferchen, die still und leise wie verblichene Schatten die vielen Stufen bis zum fünften Stock hinaufzuhuschen pflegten, würdigte er kaum eines Blicks. Aber Strudelchen und Nudelchen trugen ihm das nicht nach. O nein. Dazu hatten sie viel zu gute Herzen. Und heute hatten sie ihn gefragt: Herc Portier, wer zieht da gegenüber in das große Haus ein?" und Iahn Kalning hatte sogar geantwortet, etwas undeutlich zwar, aber doch hörbar: Eine Gräfin Da hatte der Herr Portier herablassend gelächelt und gemeint: Gräfin oder Fürstin oder Königin, mir is gleich, is auch nur ein Mensch mit zwei Beine und zwei Augen und ein Mund." Strudelchen und Nudelchen waren voll Hochachtung vor dieser weitherzigen demokratischen Weltanschauung stehen geblieben und hatten nur noch zu bemerken, wie dieser moderne Vertreter der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit seinen büffelstarken Rücken in ersterbender Ehrfurcht wie einen Thorbogen krümmte, als ein General mit schnellen shritten an ihm vorüberging. . . und doch hatte auch dieser nur zwei Beine, zwei Augen und einen Mund! Nachdenklich kletterten Strudelchen und Nudelchen die 124 Stufen zu ihm Wohnung empor. Hier setzten sich beide ans Fenster und gingen sofort an ihre Tagesarbeit. :rudelchen warf die Spitzenklöppel nur so durcheinander, daß es klapperte wie in einem winzigen Müh!werk das that sie immer, wenn sie erregt war, und Nudelchen drückte sich mit ihrer Häkelarbeit still in eine Fensterecke. Beide Schwestern arbeiteten für ein großes Handarbeitsgeschäft in der Kaufstraße, aber daß sie für Geld arbetteten, durfte niemand, bei Leibe niemand erfahren. Sie faßen eine Weile in tiefen Gedanken, da kam Runze, der greise Kcrter, majestätisch dahergeschritten, stellte seinen Schwanz wie eine Fahnenstange in die Höhe und rieb seinen Kopf an Nudelchens Bein. Nudelchen war Runzes privilegirter Liebling zu Strudelchen kam er nie. und Strudelchen war ihm darob gram und schlug nach ihm, wenn sie ihn sah. Nudelchens Magen wärmte Runze mit Vorliebe, wenn sie im Bette lag, aber noch war es keinen Lockungen und VersprechungenStrudelchens gelungen,daß er den Ehrensitz auf ihrem Magen einnähme. Kater haben eben auch ihre Neigungen und Ueberzeugungen, und Strudelcben hatte bewiesen, daß sie ohne Runzes Zärtlichkeiten auskäme, ja sie hatte einst ihm zum Tort einen roten Dampfaff vom Markt gebracht. Das Vogelbauer mit dem Dompfaffen hatte sie an das Fensterkreuz in unerreichbarer Höhe für Runze angebracht, und der Kater litt seitdem Tantalusqualen, die den fettgemästeten Vogel und das magere Strudelchen mit Genugthuung erfüllten. Nun, was wollen Sie denn, Runzing?" brummte Nüdelchen zärtlich, als der Kater immer noch feinen Kopf an ihrem Bein rieb. Wollen Sie sich Motion machen? Na kommen Sie, Kommen Sie. Nunzing, machen wir einen kleinen Dauerlauf!Sie erhob sich leise und geschäftig und begann in den zwei Zimmern langsam auf- und abzugehen. Der Kater trottete ihr würdevoll nach und warf ab und zu einen funkelnden begehrlichen Blick auf das Vogelbauer. Mißvergnügt sah Strudelchen auf. Kindereien!- rief sie Ihr macht nur Staub!"
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VIUUV U .V VlUVUlill WIUH" siet, theure Seele, willst Du mir ein Staubtörnchen nachweisen, so häkele ich Dir eine Hemdeaarnitur am Sonntag in der KirchelJa, das thu' ich!" rief sie entschlossen. Am Sonntag in der Kirche!" Strudelchen stanD würdevoll auf sie schienen die Rollen ausgetauscht zu haben , sie benetzte ihren Finger und zog eine Furche in dem Fußboden. Umsonst kein Staub haftete am Finger. Nudelchen stemmte beide Hände in die Seiten und lachte wohlgemuth. Wenn ich die Zimmer aufwasche, willst Du Staub finden? Gibt's nicht, liebe Schwesterseele." Strudelchen und Nudelchen hatten einander sehr lieb, aber Strudelchen hatte nun einmal ihren kratzbürstigen Tag: sie mußte sich auf irgend eine Weise Erleichterung verschaffen. Nudelchens frohsinniger Gleichmuth regte sie auf. Die Schutzdecken liegen schief auf den Stühlen", brummte sie ärgerlich und zupfte an den gehäkelten Seroiettchen und hier, auf unserm schönen Sofa hat Runze genistet." Sie hielt triumphirend ein graues Haar aus Runzes buschigem Fell in die Höhe. Es war unzweifelhaft ein echtes Katerhaar. Aber Gertrude, Pauline!" klagte Nudelchen bekümmert. Wer wird so kleinlich sein? Es ist doch Häßlich von Dir. überall Katerhaare zu suchen. Kommen Sie, Runzing, mein Liebling, kommen Sie zu Nadine Leokadie Müller!" Sie raffte den widerstrebenden Kater unter den Arm, ergriff ihre Häkelarbeit und verschwand imSchlafzimmer. Hier setzte sie sich stocksteif auf ihr Bett und begann mit wüthendem Eifer zu häkeln, während Runze es sich auf ihrem Schoß wohl sein ließ und behaglich schnurrend einschlief. Nudelchen war böse, und das kam alle Vierteljahre einmal vor, und Strudelchen fühlte sich schuldig, und das frn viel selteneu vor und war eigentlich auch nie nothwendig, da Nudelchen die gute Laune und Versöhnlichkeit in Person war. Strudelchen räusperte sich daher bloß einleitend: Hm!" Tiefe Stille. Hm, hm!" räusperte sich Strudel chen wieder und wagte kaum zu athmen. Die Stille wurde unheilsschwanger. Da packte Strudelchen ein heroi scher Entschluß: Sie ging mit festen, kleinen Schritten zum Spind, entnahm ihm Streichhölzchen und eine Stange egellack und zündete Licht an. Nudelchen hörte aus dem Schlafzimmer, wie Strudelchens Streichholz an die Schachtel rieb und starb fast vor Neugier, was denn Strudelchen am helllichten Tage mit dem Licht ansangen wolle. ..Hm?" machte sie in fragendem Tone. Strudelchen schwieg finster und majestätisch. Hm hm?" krähte Nudelchen wieder. Tiefe, wartende Stille. Auf einmal ertönte ein Klageschrei, so durchdringend, so wehleidig und spitz, daß Nudelchen wie rasend aus der Schlaskammer hervorstürzte. Himmelchen, was gibt's?" Strudelchen schwenkte ihre Hand jammernd herum, und nun erst bemerkte Nudelchen einen großen Siegellackfleck, den sich Strudelchen, wie es schien, absichtlich auf den Handrücken geträufelt hatte. Strafe gibt's fiieß Strudelchen wüthend hervor, für ein unchristliches, unschwesterliches Benehmen!" In dem Augenblick lag Nudelchen schon vor ihr auf den Knieen, streichelte und küßte die arme verwundete Hand. Närrchen Du, Strudelchen, Liebchen, das hättest Du nicht thun sollen, das nicht!" Und im nächsten Moment war sie mit Umschlägen da, die sie wichtig und geschäftig applizirte, und Strudelcben saß da mit verklärtem Gesicht und ließ sich alles vergnügt gefallen und küßte Nudelchen ab und zu auf das dünne graue Zöpfchen. Ja, Strudeichen und Nudelchen hatten einander sehr lieb. Wer durfte das bezweisein? Nudelchen", sprach Gertrude Mülier gewichtig, widersprich mir nicht. Wir gehen heute Abend ins Theater. Ich bezahl die Plätze, aber nicht Galerie wie sonst, sondern zweites Parkett. Die Selden spielt die Hauptrolle in der Heimath", und das Stück, weißt Du, ist von Sudermann." Oh!" Nudelchens ganzes Entzücken malte sich in ihren runden Augen und dem weitoffenen Munde. Widersprich mir nicht!" Nudelchen dachte gar nicht daran zu widersprechen. Wir muffen mit der Zeit gehen und die neuere Literatur kennen lernen. Wir sind Kinder gebildeter Eltern. Geh', besorg' die Billetts, Nudelchen. Sofort! jauchzte Nudelchen. Aber wirklich . . . zweites Parkett . . . sollten wir nicht doch liebe? Galerie. . .?" Zweites Parkett!" rief Strudelchen diesmal so großartig, daß Nudelchen demüthig in sich zusammensank. Sie holte ihren alten Spitzenhut mit den verblichenen lila Fliederblü-
then vorsichtig aus dem Karton und band nachdenklich und zierlich eine
trübselige Schleife. Strudelchen ruinirt sich, dachte sie wehmüthig, nein, aber Strudelchen ruinirt sich wirklich. . . Gertrude Pauline Müller, Du hättest einen reichen Grafen heirathen sollen", flüsterte sie zu sich selbst. Männer, Männer, wo hattet ihr eure Augen?" Sie zog ihre alte schwarzen Handschuhe sorgfältig an, strich sich die grauen Haare glatt und zögerte noch einen Moment. Sie warf einen fragenden Blick auf ihre Schwester. Diese saß siegreich und seelenfrei auf ihrem Sessel und legte recht ingrimmigglücklich einen neuen Umschlag auf ihre Hand. Welch' ein Charakter!" staunte Nudelchen Welch' großartiger, edle Charakter! Und Du, Nadine Leokadie, Du hast das ausbändige Glück, solch eine Schwester zu besitzen!" Schüchtern trat sie zwei Schritte näher, ergriff dui schlafenden Kater, der sich auf ihrem eigenen Sessel zusammengerollt hatte, und legte ihn Strudelchen auf den Schoß. Es war eine stummeHuldigung,die sie der inne ren Größe ihrer Schwester darbrachte. Und ohne sich umzusehen, ob Runze mit dieser eigenmächtigen Verfügung Über seine Person einverstanden sei, trippelte sie hastig davon. Runze war von dem ungeliebten Schoß sofort herunter und rieb sich mißvergnügt den Rücken am Tischfuß. Strudelchen aber wischte sich eine Thräne aus den alten Augen und wisperte: Dummes, goldenes Nudelchen, solch eine Prachtseele gibt's nur einmal auf der Welt und nie wieder. O Peter, Peter, Peter Wendelien, warum ließest du sie dir entgehen?" Sie schüttelte ihre gesunde Hand in gerechter Empörung. Ja, Strudelchen und Nudelchen hatten einander sehr lieb wer durfte das bezweifeln?
Reservisten. Von N. Leikin. Deutsch von I. A. Wilensky. Es rollt, rasselt und springt über die Weichen ein sibirischer Eisenbahnzug. Er nimmt feine Richtung auf dem großen sibirischen Wege nach dem fernen Osten. Im Güterzuge, welcher zum TransPort von Truppen eingerichtet ist und in der letzten Zeit den Namen Tepluschka" (warme Hütte) trägt, liegen gegen vierzig Soldaten auf der Diele und auf den schnell hergerichteten Bänken. Es ist spät in der Nacht. Im Wagen schläft und schlummert fast alles. Die durch die lange Reise erschöpften Soldaten schnaufen und schnarchen nach allen Regeln der Kunst, indem sie in den verschiedensten und zuweilen unnatürlichsten Posen sitzen und liegen. Einige lassen sich der Bequemlichkeit halber auf die Diele des Wagens nieder, schlafen und vergraben sich in ihren Reisehabseligkeiten. Abgesehen davon, daß der Ofen in der Mitte des Wagens zur Erwärmung brennt, und ungeachtet des schnell eingerichteten Ventilators hat dennoch die Luft die Grenzen der Dichtigkeit erreicht und ist von Düften überfüllt. Es riecht nach Stiefeln, Schweiß und schwarzem Brote, nach getrocknetem Fisch, Machorkatabak, Schnaps und allem Möglichen! Aber die Leute, welche im Wagen sich einrichteten, konnten sich genügend an diese Luft gewöhnen, so daß sie fest schlafen. Von Schlaflosigkeit ist keine Rede. Nur an ein paar Stellen des Wagens schimmern noch einzelne Feuer der selbstgedrehten Cigaretten, welche anzeigen, daß jene Leute noch nicht schlafen. Der Wagen ist voll von Reservisten, die zur Ergänzung der Truppen im fernen Osten ausgehoben sind und sich nach der Mandschurei zur Armee begeben. Sachar Tichonow ist ein blonder, kraushaariger, jetzt kurz geschorener Unteroffizier von ungefähr 30 Jahren, mit einem dichten Bart und tiefen, grauen Augen, ein hoch gewachsener, gesunder und kräftiger Mensch. Seine Braut Tanja, die Nichte seiner Wirthin, blieb zu Hause zurück. Sachar Tichonow lebte in dem großen Kirchdorfe Kuwaldin und war ungefähr sieben Jahre Kommis in einem Manufakturgeschäfte. Er legte bei großer Sparsamkeit von seinem geringen Gehalt ungefähr zweihundert Rubel zurück. Er gewann Tanja lieb, die beim Onkel das Gnadenbrot aß. Sie war ein bescheidenes, hübsches, arbeitsames Mädchen, und daher gedachte er, sie zum Oktober zu heirathen. Aber Gott wollte es anders hab.. Wie ein Donner verbreitete sich die Nachricht von der Mobilisirung des Kreises und nun ist Sachar Tichonow zum Soldaten genommen und zieht als solcher in den Krieg zum Ersatz der auf dem Schlachtfelde Gefallenen. Sachar Tichonow trauerte tief, als er zum Dienst genommen wurde; nach der Sitte betrank er sich besinnungslos, bummelte noch ein paar Tlge und hörte dann damit auf. Den ganzen Tag saß er neben Tanja, schwor ihr, sie niemals zu vergessen und versprach, sie zu heirathen, falls ihm beschieden sein sollte, bald zurückzukehren. Er bat sie, auf ihn zu warten. Er weinte, auch Tanja und alle
Frauen des Hauses, wo Tanw wohn
te, weinten, und endlich begleitete sie ihn zur Bahn. Und nun fährt jetzt der Unteroffizier Sachar Tichonow. Schon mehr als eine Woche. Er fährt und denkt täglich mehrmals an Tanja, konnte ihr auch schon von unterwegs fünf bis sechs Postkarten mit den zärtlichsten Worten schicken. Jetzt eben erinnen er sich auch an Tanja, bekommt furchtbare Sehnsucht nach ihr un! kann deswegen nicht einschlafen, obwohl er zum Abend tüchtig Thee mit Kringeln eingenommen hat. Er sitzt auf der Bank, raucht eine Cigarette und spricht zeitweise leise vor sich hin: O Elend, mein Elend, du unerwartetes, unglücklichesElend!" E lend, E lend, E lend", beginnt er zu wiederholen nach dem Takte der rollenden Räder des Zuges; er wiederholt dieses Wort mehr als hundertmal und fühlt, daß Thränen über sein Gesicht fließen. Aber da schlägt er die Augen auf, sieht sich um und fährt zusammen. Wozu dies alles? Man kann es doch nicht ändern. Wie es ist, so muß es bleiben," spricht er laut vor sich hin. Dann wischt er sich mit der schmutztgen Faust die Thränen ab, wirft den Cigarettenstummel auf die Diele und, indem er ihn wüthend mit dem Stiefel zertritt, fügt er hinzu: Zum Teufcl mit diesem Elend!" Und Sachar Tichonow wird ruhiger. Ihm wird es leichter um's Herz. Er beginnt sogar zu schlummern. Die Augen fallen ihm zu. In dem halbdunkeln Wagen wird es heller. Er sieht die rosenfarbenen Tapeten, sieht die Lampe unter dem weißen, matten Schirme, den keuchenden Samowar, auf dessen oberem Aufsatz eine buntbemalte Theekanne steht und erkennt die Wohnung seines Chefs. Da steht auch Tanja in ihrem weißen, rothpunktirten Kleide, mit kleinen Locken auf der Stirn und mit einer Strickarbeit in der Hand. Soll ich Ihnen noch eingießen? ' fragt sie ihn. Ach, bitte". . . antwortet Sachar Tichonow, zärtlich der Tanja in's Geficht blickend. Und es tst ihm wohl und behaglich in dem warmen Zimmer und leicht im Herzen. Aber plötzlich bleibt der Zug stehen. Der Wagen knarrt, klappert, und nachdem er einen Stoß verursacht hat, wirft er einige Schläfer von ihren Bänken hinunter. Jemand schimpft. Man ruft den Naen der Station aus. Sachar Tichonow wacht auf. Das Bild Tanja's verschwindet. Sehnsucht und Kummer ergreifen von Neuem seine Seele. Ach Elend, du unglückliches Elend!" seufzt er laut auf. in interessantes Porträt. Eines der interessantesten Porträts, die je gemalt wurden, ist das in Paris befindliche Porträt Ludwigs XV. von Jean Baptiste Vanloo. Dieser Künstler, der 1684 in Aix geboren wurde, hatte sich in der Seinestadt durch seine Arbeit ein beträchtliches Vermögen erworben, ließ sich aber verlocken, dem berüchtigten Bankgründer Law zu trauen, der damals mit seinen Versprechungen sozusagen ganz Paris toll machte, und als die Lawsche Bank zusammenbrach, da verlor auch Vanloo seine ganze mühselig erworbene Habe. Ein unglücklicher Zufall wollte es, daß zugleich auch sein Gönner, der Herzog von Orleans, starb, und da unter der Nachwirkung der ungeheuren Bankkatastrophe, die viele Tausende vonEdelleuten um ihren Besitz gebracht hatte, niemand Lust hatte, sich Porträtiren zu lassen oder Bilder zu kaufen, stand Vanloo vor völligem Ruin. In dieser Noth war seine letzte Hoffnung der König, und es gelang ihm wirklich, zur Audienz zugelassen zu werden. Ludwig XV. aher war damals auch nicht bei guter Laune und kaum hatte er das Anliegen des Malers vernommen, da ließ er ihn auch fchon stehen und der nächste Bittsteller kam an die Reihe. Der Verzweiflung nahe, kam der Maler nach Hause, aber er verzweifelte nicht. Kaum war er daheim, da stand er auch schon vor der Staffelei, und so wie er die Majestät kaum eine Minute lang gesehen hatte, so malte er sie jetzt. Als das Bild fertig war und er selbst empfand, daß ihm etwas Außerordentliches gelungen war, ließ er es dem König überreichen, der über diese Leistung so betroffen war, daß er Vanloo sofort zu sich rufen ließ und nun sein Gönner wurde, wie es der Herzog von Orleans geWesen. Humor aus der Schule. Der Vorsitzende des Schulvorstandes zu Hausen, Kreis Offenbach, fragte dieser Tage bei der Schüleraufnahme einen der kleinen ABC-Schützen nach seinem Rufnamen. Aber alles Fragen war vergeblich; der kleine Trotzkopf hüllte sich in Schweigen und wollte seinen Namen absolut nicht verrathen. Schließlich wird er gefragt: Wie ruft Dich denn Dein Papa, wenn Ihr zu Mittag essen wollt?" Verwundert erfolgt die Antwort: Der ruft mer net, der pfeift mer!" Der Freiheit beraubt. Sie: Sag' mal, Rudi, bist Du je be.raubt worden?" Er: Ja, am Altar, da hat man mir das Werthvollste genommen, was ich hattet
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