Indiana Tribüne, Volume 28, Number 244, Indianapolis, Marion County, 6 June 1905 — Page 3

Jnbianck Tribüne, Juni 1905

Kaiser Wilhelm Läßt sich durch Nichts aus der strengen Neutralität bringen. In Paris kriselt" es in Folge der Marotto-Affaire. Admiral Enqmst trauernd zn Manila. Der jugendliche Nlfonso auf seiner Spriytonr in England angelangt. Hochzeitsgeschenke für das deutsche Kronprinzenpaar.

Deutschland. Der Kaiser beim Großfürften Michael. Berlin, 5. Juni. Man weiß, daß Kaiser Wilhelm den Frieden im Often wünscht und daß er Alles, waS in feiner Macht steht, thun werde, um zur Herbeiführung desselben beizutragen. aber er enthält sich vorläufig der Einmischung, da der Zar nicht um Rath von auswärts gefragt hat und ihn wahrscheinlich auch nicht annehmen würde. Ter Kaiser machte gestern den Groß fürsten Michael, den Bruder deS Zaren, der diesen bei den Hochz?itSfeierlichkeiten vertritt, in der russischen Botschaft einen Besuch. Es liegt absolut kein Beweis vor, daß der Besuch mehr wie eine Höflichkeit bedeute, aber trotzdem wird behauptet, wie eS ja unter den gegenwärtigen Umständen leicht erklär, lich ist, daß die Frage der Friedensver mittlung v?rhandelt wurde. NachHausegefchickt. Hamburg, 5. Juni. Von Libau wird gemeldet, daß deutsche Seeleute, die dort für das 4. russische Geschwader geheuert waren, das nach dem Cfhn gehen sollte, Befehl erhalten haben, uach der Heimath zurückzukehren, da ihr Kontrakt durch die jüngst n Ereignisse hinfällig geworden sei. Es wird dies als Beweis betrachtet, daß Rußland den Kampf um die SeeHerrschaft im Osten aufgegeben hat. Hochzeitsfeierlichkeiten. Berlin, 5. Juni. Kronprinz Friedrich Wilhelm und Herzogin Cä cilia von- Mecklenburg-Schwerin em pftngen heute die Deputationen der preußischen Provinzen und Städte, die nach Berlin kamen, um zu der morgen stattfindenden Hochzeit zu gratuliren. Die Modelle des Silverservice'S, das von 100 Städten dem Hochzeitspaare geschenkt werden soll, wurden vorgelegt. Das Service besteht aus über 1000 Stücken, es kann erst in 23 Jahren vollendet werden, da es ein Meisterstück der deutschen Silberschmiedekunft werden soll. Prinz und Prinzessin Busugawa, die den IKaiser und die Kaiserin von Japan vertreten, überreichten heute das HochzeitSgeschenk. ES besteht aus 2 antiken Blumentöpfen von hohem Kunftwerthe. Der König von Sachsen hat als Hochzeitsgeschenk 4 Weißerner Vasen geschickt, die französische Republik 2 SevreZ-Basen und kostbare Teppiche, der Sultan der Türkei die seltensten Webereien, der Kaiser von Oesterreich eine Karoffe mit 2 wundervollen Pferden u. s. w. Professor als Schwindler. Berlin, 5. Juni. Die in fe unrudiander Weise überhandnehmende Genußsucht findet immer mehr Opfer, selbst in jenen Kreisen, die als die Träger der höchsten Bürgertugend gal ten. Im Laufe der letzten beiden Jahre find bekanntlich mehrere hochangesehene Gelehrte vom strengen Pfad der Rechtlichkeit gestrauchelt, weil die Sucht ihrer Gattinnen (!) in der Ge sellschaft" eine Rolle zu spielen, über ihre Mittel ging. Und nun hat die früher als Muster der Anspruchslofigseit durchsuchende Sucht nach Glanz ein neues Opfer gefordert. Aus DreS den wird heute die Verhaftung des sich eines glänzenden Rufes erfreuenden Professors Benedek gemeldet. Der be rühmte Mann, der feit Jahren ar der Spitze der Internationalen Hygieni schen Gesellschaft" stand, ist großartiger KautionSschwindeleien beschuldigt. Sei nem Prozeß, der jedenfalls erst im Spätherbst stattfinden wird, sieht man mit der größten Spannung entgegen, da die Verhandlung jedenfalls sensa tionelle Enthüllungen bringen wird. ffrankreich. Spannungim Kadinett. Paris, 5. Juni. In Folge der Zurückweisung der französischen Vor schlüge seitens des Sultans von Ma rokko find im Kabinette MeinungSver schiedenheiten eingetreten. Alfonso nach England.

Eherbourg, 5. Juni. Der

Zug mit König Alfonso kam zu früher Morgenstunde hier an. Der König bcqab fich an Bord der britischen Vacht Victoria und Albert, die nach England absegelte, begleitet von einem britischen Geschwader und einer französischen Torpedoboot'Flotille. Großbritannien. König Alfonso angekom' m e n. PortSmouth, 5. Juni. Der König von Spanien kam heute Nachmittag von Cherbourg auf der Jacht Victoria und Albert hier an. Die Admiralität hatte hier ein gewaltige? Geschwader zusammengezogen , daS einen Salut feuerte. Der Prinz von Wales begrüßte den König bei der Landung. London, 5. Juni. König Alsonso kam heute Nachmittag hier an und wurde am Bahnhofe von König Edward empfangen. Alfonso in Gefahr. L o n d o n, 5. Juni. Dem jungen König Alfonso von Spanien, der am letzten Mittwoch in Paris zusammen mit dem Präsidenteu Loubet um ein Haar daS Opfer eines AttentateS wurde, sollen neue Gefahren drohen. Die ihm nach dem Leben trachtenden Anarchisten wollen ihm angeblich, da die Wachsam keit der französischen Behörden die AuS führung ihrer Mordpläne vereitelt, bei seiner Ankunft in London den GarauS machen. ES ist mit Bestimmtheit fest gestellt, daß mehrere Anarchisten von Barcelona, die fich vor einigen Tagen noch in Paris befanden, in der britischen Hauptstadt eingetroffen find. Ein ganzes Heer von Scottland-Z)ard-Detektivs macht Jagd auf die Burschen, hat jedoch bis jetzt ihren Schlupfwinkel

nicht zu entdecken vermocht. Die englischen LebenSverficherungs-Gesellschaf ten, bei welchen der junge Monarch zu hohen Beträgen versichert ist, haben eine Heidenongft für seine Sicherheit und wollen die von ihnen ausgestellten Policen cancelliren, wenn nicht um das Vierfache höhere Prämien bezahlt werden. Der neue amerikanische Botschafter. London, 5. Juni. Der neuc amerikanische Botschafter Whitelaw Reid wurde um Mittag von dem Könige Edward im Buckingham Paläste in Audienz empfangen und überreichte sein Beglaubigungsschreiben. Gleichzeitig wurden die Gattin und Tochter des Botschafters der Königin Alexandra vorgestellt. Mexico. Conger angekommen. Mexico. 5. Juni. Edwin H. Conger, der neue amerikanische Botschafter, traf, von California kommend. hier ein. Er wurde von Senor TorreS Rivas, Namens der mexikanischen Re gierung und Sekrctär Heiuake von der amerikanischen Botschaft am Nahnhofe empfangen. China. Harbin, ö. Juni. Fünf japani sche Schooner, welche Robbenfang in den der russischen Krone gehörigen Ge waffern bei der Insel Odima betrieben, wurden von russischen Torpedobooten beschlagnahmt und hierher gebracht. Unter den 60 gefangenen Seeleuten find auch 6 Amerikaner. Philippinen. Euquift bei Corbin. Manila, 5. Juni. Contre-Ad. miral Enquift machte mit seinem Stäbe Generalmajor Corbin einen Besuch und sprach ihm seinen Dank aus für die Gastfreundschaft, welche der General den Rügen erwiesen habe, indem er die Hospitäler für die Verwundeten öffnete und Lebensmittel lieferte. Als General Corbin fragte, wie viele russische Admirale in der Schlacht ge Wesen seien, antwortete Enquift mit Thränen in den Augen: Wir waren unsere vier, aber die anderen waren glücklicher wie ich."

Kadinettskrifis In Folge der Marokko -Affaire.

P a r i S, 5. Juni. In wohlunter. richteten Kreisen heißt eS, falls Delcaffe in Folge der Schwierigketten, die in Folge seiner schneidigen" Marokko Politik entstanden find, refigniren sollte, werde Premierminister Rouvier temporär die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten übernehmen und die Marokko-Frage erledigen werde bis er daS Portefeuille des Auswärtigen einem anderen Manne anbietet. Oesterreich'Ungarn. 35 Soldaten getödtet. Wien, 5. Juni. Ein furchtbares Unglück hat fich nach einer Depesche der Zeit" in Pitescht, Rumänien, ereignet. Während der Uebungen auf dem bor tigen Exerzierplatz gerieth auf bis jetzt nicht aufgeklärte Weife unter die PlatzPatronen eine scharfe. Die Wirkung des SchuffeS war entsetzlich. 35 Soldaten wurden durch die Granate, die mitten unter eine Kompagnie fuhr und sofort krepirte, auf der Stelle getödtet und viele andere schwer verletzt. Japan. Gefechte in derMands ch u r e i. Tokio, 5. Juni. Auö dem japa Nischen Hauptquartier in der Mand schurei wird gemeldet: Am Morgen des 3. Juni griffen etwa 300 Mann rnssischer Kavallerie und Infanterie Erhshipao, 7 Meilen nordöstlich von Changau an, wurden aber ohne Mühe verjagt. An demselben Morgen gingen 20 russische Schwadronrn südlich von Taepingchien, 50 Meilen nordwestlich von Fenghwa vor. Ein Theil dieser Macht griff Shintsuha an, wurde aber von unserer Artillerie mit großem Verluste zurückgetrieben. Wir hatten 4 Wer mundete. Schreckensbilder. Tokio, 5. Juni. Viele der im hiesigen Marine - Hospital liegenden verwundeten Ruffen sind von Schmer zen rasend geworden, und während noch obendrein die Schreckensbilder der überftandenen Schlacht immer vor ihren Augen stehen, schreien sie unaushörlich im hellen Wahnsinn. Am meiften zu leiden hatte die Mannschaft von Rojeftvensky'S Flaggschiff Kniaz Suwarow". Das Feuer fast der gesamm te japanischen Flotte konzentrirte sich auf dieses Schiff. Seine Decks waren buchstäblich in Stücke geschaffen und seine Mafte, einer ausgenommen, stürzten laut krachend um. Halb wahnsinnig sammelten sich die Ossiziere und Mannschaften um den einzigen noch stehen gebliebenen Mast. RojeftwenSky. Tokio, 5. Juni. Der Chefarzt des MarineHospitaleS zu Sasebo berichtet, daß der Zustand Admiral Ro jeftwensky's befriedigend sei. Puls und Temperatur sind normal. Schlechte Aussichten. London, 5. Juni. Die zBe richte über die Konferenzen Präsident Roosevelt'S mit dem japanischen Ge sandten Takahira, dem russischen Botschafter Grafen Casfini, dem deutschen Botschafter Frhr. Speck v. Sternburg und anderen Vertretern auswärtiger Regierungen haben hier das größte Jntereffe erregt. Nimmt man doch an, daß es fich um Herbeiführung des Frie dens handelt, der für die englischen HandelSintereffen von so großer Wichtigkcit ist. Allerdings ist man in diplomatischen Kreisrn etwaS pessimistisch und glaubt nicht, daß der Friede so rasch zu Stande kommen wird, wie Viele er warten. Berichte aus diplomatischen Kreisen in Washington, Berlin, Paris nnd St. Petersburg drücken einstimmig den Wunsch nach Frieden aus, geben aber keine positive Thatsachen an, welche eine baldige Verwirklichung dieser Hoffnung in Aussicht stellen. Rußland. Belagerung von Wladi w o ft o ck. St. Petersburg, 5. Juni. Nicht mit Unrecht hat man hier erwartet, daß Japan in Ausnützung seines See'SiegeS eS nicht bei der mög lichft vollständigen Vernichtung der versprengten russischen Flotrenrefte bewenden lassen, sondem sofort um einen Schritt weiter gehen und seine nächste Aufmerksamkeit Wladiwoftock zuwenden

utiut. uiiu luituitu qai aufSf a)D die Admiralität Nachricht erhalten, daß eine Blockade des russischen Hafens im mittelbar bevorstehe und daß derselben eine Belagerung der Festung von der Landseite her auf dem Fuße folgen solle. Bereits ist eine japanische Flotte nach dem Amur aufgebrochen, um den Hafen einzuschließen, und bald dürfte man davon hören, daß die Blockade perfect ist. Wladiwoftock hat sich auf eine solche Eventualität schon längst gefaßt gemacht und ist, laut Meldungen an daS KriegSami, auf Monate hinaus für eine Belagerung vorbereitet, die, sollte nicht ein Waffenstillstand auf Grund von Friedenspräliminarien dazwischen kommen, ganz nach dem Muster von Port Arthur vor sich gehen würde, nur mit dem Unterschied, daß die Japaner hier leichteres Spiel haben, als bei dem russischen Gibraltar auf der LiaotvngHalbinsel. Italien. Merkwürdige Behaup. tu n g. Rom, 5. Juni. Dr. Muccuci, welcher im Auftrage der italienischen Regierung im Congo.Freistaate weilte, meldet in einem Berichte an das ausw. Amt, daß Beamte deö Freistaates den Versuch gemacht hatten, Personen, die kein günstiges Urtheil über den Freistaat hatten, wie Muccuci selbst und Dr. Baicari, der die Ansiedelung von Italienern im Staate vermitteln sollte, zu vergiften.

., Itv. i : if : x. je. tx.U Behandlung neuer Kocht ö p f e. Es ist keineswegs genügend, neue Kochtöpfe vor dem ersten Kebrauch nur auszuwaschen; besonders sorgfältig müssen, um nicht gesund beitsschädlich zu sein, irdene und Emailletöpfe behandelt werden. Dieselben haben bei der Herstellung eine Glasur erhalten, zu der Blei verwendet wurde. Wird dasselbe beim Glasiren der Töpfe nicht genug eingebrannt, so löst es sich beim Kochen namentlich, wenn die Speisen Säure enthalten leicht auf und vergiftet dieselben. Der Genuß solcher Speisei kann infolgedessen Vergiftungserscheinungen leichter und auch recht schwerer Art hervorrufen, je nach der Menge des zur Lösung gekommenen Bleies.' Solchen Schaden kann man verhüten, indem man die Kochtöpfe vor dem erstmaligen Gebrauch auskocht. Man nehme auf ein Quart Wasser zwei Eßlöffel Essig und vier Eßlöffel Salz und koche die Mischung eine Stunde lang. In eisernen Kochtöpfen, die wohl nur wenig Verwendung finden, verlieren Gemüse und Obst bdm Kochen leicht die Farbe. Auch dies kann vermieden werden, wenn man Eisentöpfe mit Waffer auskocht, in welches man Zwiebeln oder Kartoffelschalen gab. Dieses Auskochen wird so oft wiederholt, bis sich die Zwiebeln oder die Kartoffelschalen nicht mehr färben. Mcrrt px verblüffen. Harmes. Du hoscht jo ,zwöls geblose', und alleweil hat's erscht .elf' geschlage'!" Macht nix - do blos' ich wieder aans retour!" odl $Urt da. Ich war mit meiner Freundin in Björnsorns .Ueber unsere Kraft'; sie war sehr erschüttert und vergoß Ströme von Thränen. Nach dem ersten Akt bot ich ihr an Stelle ihres vollständia durchnäßten Taschentuches mein Reservetuch an, erhielt aber die Antwort: .Ach laß nur. der zweite Akt geht auch noch 'rein!' Mit der Asche. Eine Honoratiorenfrau aus OberBopfingen ist mit Ihrer Tochter zur Feuerbestattung ihres verstorbenen Gatten nach Gotha gereist. Als sie wieder in der Heimath anlangen, entsieht beim Aussteigen aus dem Waggon eine Schwierigkeit, da die beiden Frauen nicht recht wissen, wie sie mit der Aschenurne und dem großen Schirm zurechtkommen sollen. Schließlich sagt die Mama: Guschtel. willscht Du 'n Pappa halte, da halt' ich oe Schirm, willscht Du de Schirm halte, da halt' ich 'n Pappa."

Wahrend der V o r fr e l

lung ist der beliebte Londoner Schauspieler und Sänger Charles Arnold vom Tode ereilt worden. Bei einem Festessen der ausländischen Journalisten in London hatte er einige seiner heiteren Gesänge mit der gewohnten komischen Wirkung vorgetragen; der starke Beifall veranlaßte ihn noch zu einer Zugabe, die in komischer Weise die Arten charakterisirte, wie die Angehörigen der verschiedenen Nationen den Hut abnehmen. Der Sänger hatte bereits den vierten Vers des Liedes begönnen, durch den er die amerikanische Art des Grußes karikiren wollte; plötzlich fiel der erhobene Arm schlaff herab, der Ton brach ab, und der Vortragende fiel ohnmächtig zu Boden. Man trug ihn in ein Nebenzimmer, während die Zuhörer bange Minuten verlebten. Es dauerte nicht lange, und der Leiter des Festes verkündete, daß der Sänger bereits todt fei. Charles Arnold hatte eine bewegte Künstlerlaufbahn hinter sich. Obwohl Schweizer von Geburt, hatte er den größeren Theil seines Lebens als Schauspieler in Amerika verbracht, wo er besonders in Dialektstücken als Charakterdarsteller und Komiser auf-' trat. Einige seiner besten Rollen verkörperte er in den verschiedensten Ländcrn, in denen die englische Sprache gesprochen wird. Seine größten Erfolge erlebte er in London, wo er im Strand-Theater zwei Jahre lang dieselbe Rolle spielte. Beim Fuchsgraben in Allmannsdorf (Bayern) steckte der Flurer Koppel, nachdem die Fähe bereits mit der Zange herausgeholt worden war. seinen Kopf ein ziemliches Stück in dieRöhre, um seine Neugierde zu befriedigen, ob wirklich nichts mehr drinnen sei. Aber nur zu bald sollte er erfahren, daß er sich in der Anwesenheit eines Meisters Reineke nicht getäuscht hatte. Der von den Hunden gehetzte Fuchs rupelte in dem Augenblick gerade in diese Röhre und biß dem Neugierigen die Nase halb weg. Die oberschwäbische Stadt Biberach, die durch die Zuwendüngen des in ihr geborenen und in München gestorbenen Malers Profesfor Anton Braith ein nach ihm benanntes Museum erhält, wird nun auch zum Andenken an ihren einstigen größten Miibürger, den Dichter Wieland, ein Wieland - Museum bekommen. Es ist durch Geldsammlungen, besonders durch Zuwendungen des Urenkels des Dichters, des Oberlaydesgerichtsraths Dr. Karl Peucer in Kolmar, und dessen Schwester Frau Elisabeth Hecht - Peucer in Weimar ermöglicht worden, das noch bestehende Gartenhaus Wielands anzukaufen, das zu einem Wieland - Museum eingerichtet wird, während der große dazu gehörende Garten zu WielandAnlagen verwandt werden soll. Durch einen neuen und eigenartigen Trick sind von einem Hotelschwindler einige Berliner Hotels gebrandschaj worden. Vor einigen Tagen kam 'ein Herr mit einem langen Ulster und einer Reisetasche in ein dortiges Hotel und ließ sich ein Zimmer geben. Am anderen Morgen gegen io9 Uhr wurden die Hotelbediensteten durch anhaltendes Klingeln in das Zimmer des Reisenden gerufen. Seine Hosen, die er zur Reinigung herausgehängt haben wollte, waren verschwunden. Das ganze Hotel wurde in Bewegung gesetzt und durchsucht die Hosen aber fanden sich nicht. Der Besitzer ließ schließlich in irgend einem Geschäft ein Paar Hosen kaufen, vergütete dem Gaste auch die 90 M.. die angeblich in der Hose gesteckt haben sollten, und war froh, daß die Sache sich noch so erledigte. An einem der nächsten Tage traf der Hotelier einen Berufsgenossen. den Besitzer eines sehr bekannten, Unter den Linden belegenen Hotels, und erzählte ihm den Vorfall. Darauf wurde ihm nun die Mittheilung, daß der Gast in diesem Hotel denselben Trick inscenirt hatte, nur mit dem Unterschied, daß er sich hier nicht 90, sondern 120 M. hatte vergüten lassen. Die Familie eines angesehenen Geschäftsmannes in einer niederrheinischen Stadt wurde im veraangenen Jahre dadurch in schweren Kummer versetzt, daß der einzige Sohn, der sich durch seinen Vater gekränkt glaubte, zürnend ohne GeldMittel das Vaterhaus verließ und auf die Wanderschaft ging. An der französischen Grenze fiel er Werbern in die Hände, und ehe er sich's versah, war er für das französische Colonialheer angeworben und nach Algier geschickt. Alle Klagebriefe nach der Heimath halfen nichts; alle Versuche der Eltern, den Sohn freizubekommen, schlugen fehl wie verschiedene Fluchtversuche des Reuigen. Da erbot sich ein im Heimathsorte wohnender früherer Fremdenlegionär, für eine bestimmte Summe den jungen Mann zu befreien. Infolge seines durch die lange Dienstzeit in der Fremdenlegion erlangten Bürgerrechts und seiner Mi kitärpapiere konnte er unangefochten die betreffende Garnison erreichen. Nachdem er den jungen Deutschen aufgefunden hatte, steckte e? ihn in die mitgebrachte Civilkleidung, übergab ihm die bereitgehaltenen AusweisaPiere und trat mit ihm unter größter Beschleunigung die Rückreise an. Ohne Hindernisse wurde die Grenze und die Heimath erreicht und damit der Sohn den erfreuten Eltery wiedergegeben.

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