Indiana Tribüne, Volume 28, Number 241, Indianapolis, Marion County, 2 June 1905 — Page 6

&m

-ii n . r iinrirTr"' Jndiana Tribüne, . Juni 1903

ww

Warum nicht $ $ $ $ $ $ sparen beim Einkaufe Ihrer Möbel .... und .... Teppiche . . . .sowie. . . . ....Garland Oefen ... und tRanges!. bei WILLIQ'S ...Möbcl-Handlung... 141 West Washington Strahe. Dichmann ök Brabhorn, ......?abrikanten vou seine.... Schau-Kästen. Glas Ladentische und Ctgarren-Tische 632 CH Washtngto trtze. lter Vdone svlaml ltt. Bestellen Sie Ihren Anzug oder Neberzieher .von. w. G. Schneider da erhalten Sie perftktes Passen und die feinste Arbeit zu den nid rigften Preisen. Anzüge oder Ueberzieher auf Bestellung. $M5, 88, 20r aufwau. Hosen $3.50, $5, 8S, JSm. 38 Monument Platz. No. 449 Oft Washington Str. r,n Hikl Offlee: 8333 K. ete ve. Neues TelevZzon 6485. I "Citj ." Vtablirt 1863, nimmt jederzeit ngaq? ernst! entgegen. Irgendwelche Orcheftn MnsU und irgend eine Anzahl von Musiken wird geliefert. Neue AuSftzttung und neu kntformen. 8. . Miller, Dtreetor Henry Sprengpfeil, SeschSfttführ 801 Kmtucky venue. Telephon ..... Reu SS. vr. 3. A. Sutcliffe, Wz nd-Arzt, Geschlechts., Urin, nnectnw Krankheiten. OH ; 155 OK Market Stt. Tel. M 0sKtttdn : 9 ll 18 Uhr v. : , b 4vh,. vr. Carl .Winter Deutscher Arzt. Vehndelt alle akute und chronische rank, heiten. SebrtShülse Spezialität. Osfice: 14 West Qhio Gtr. Itaxfcrn : nuna: 180 Stabil.. , U 11 ,. pr1jndn : 78 t rot f4 ch. onntijl : 66 ach. oyauva eleddo : -10.SO rn. r. 0; , 3Vf)8. 41.

Aw&. Diener,

Europäische Nachrichten. Hrdenvurg. Oldenburg. Endlich ist das Dunkel, von dem das plötzliche Verschwinden des Auktionators Lenzner umgeben war, gelichtet. Man hat in der Hunte bei der Eisenbahnbrücke eine männliche Leiche gefunden und geborgen. Dieselbe hatte anscheinend schon mehrere Monate im Wasser gelegen, und s wird bestimmt angenommen, daß es die des seit längerer Zeit verschwundenen Auktionators Lenzner ist. B a n t. An den Folgen einer Blutvergiftung starb der hiesige GastWirth Bartels, der erst kürzlich das Etablissement Edelweiß" für 125,000 Mark erworben hatte. Bartels besaß im Gesicht eine Anschwellung, welche aber durchaus keinen bösartigen Charakter an sich zu haben schien. Letztens wurde nun Blutvergiftung constatirt. Aerztliche Kunst konnie da nichts mehr ausrichten. Birkenfeld. Es wurde an Stelle des verstorbenen Abgeordneten Laydendecker der Ackerer Karl Mohr aus Bergen in den Landtag gewählt. u t c r n o ii i g. vu ster Hönicke vom hiesigen DragonerRegiment nebst Gemahlin feierten das Fest ihrer silbernen Hochzeit.' Ircie Stcidte. Hamburg. Polizei - Inspektor a. D. Johannes Julius Brockmeyer ist gestorben. Er war am 16. Juni 1835 hier geboren und am 1. März 1860 in den Dienst der hiesigen Polizeibehörde getreten, bei der er zuletzt die Stellung eines Criminalinspektors der Abtheilung II bekleidete. Ein höchst seltener Unfall ereignete sich im Hafen. Als der große Fischdampfer Gadus" vom Dock der Brandenburg - Schiffswerft zu Wasser gelassen wurde, kenterte er und ging völlig unter. Wie durch ein Wunder ist kein Verlust an Menschenleben zu beklagen. Das unvorsichtige Umgehen mit Petroleum hat ein schweres Brandunglück zur Folge gehabt. Das in der Palmalle 55 conditionirende Dienstmädchen Helene Fröbe wollte das nur noch schwach glimmende Herdfeuer wieder entfachen und goß zu diesem Zwecke aus der bis zum Rand gefüllten Kanne Petroleum auf die glimmenden Kohlen. Plötzlich schlug die Flamme hoch, die Kanne explodirte und setzte die Kleider des Mädchens in Flammen. Laut um Hülfe schreiend flüchtete es in den Garten, ihr nach die Hausbewohner, die die Flammen erstickten. Trotzdem ist die Unglückliche so schwer verbrannt, daß sie in hoffnungslosem Zustande nach dem Krankenhaus geschafft werden mußte. Die Frau des Lehrers Ahrens in Lauenbruch, die zwecks Erholung bei ihren Eltern in Geesthacht weilte, hat sich vermuthlich in einem Anfalle von Schwermuth ertränkt. Lübeck. Im Alter von 48 Iahren wurde der in weiten Kreisen der Stadt bekannte Haus- und Hypothekenmakler Paul Steen plötzlich durch einen Herzschlag aus diesem Leben ab-

berufen. Steen hat sich m Laufe langjähriger Wirksamkeit besonders große Verdienste um die hiesige Turnerei erworben, er war langjähriger Vorsitzer des Travegaues" des 4. Deutschen Turnkreises Norden und vieljähriger Vorsitzender des Männerturnvereins. In einem hiesigen Hotel hat sich ein angeblicher Kaufmann Hansen aus Rendsburg mit ysol vergiftet. Schweiz. Bern. Am Steckhorn bei Thun wurde die Leiche des Touristen Ernst Huber von hier gefunden, der seit längerer Zeit vermißt war. A a r a u. Verurtheilt wurde vom hiesigen Kriminalgericht der 22jährige Metzger Walter Beyeler aus Wahlen (Bern), der Sohn des Bärenwirths von Vuchs (Aarau). Er hatte in der Nacht vom 26. zum 27. December 1904 seinem Vater den Schädel eingeschlagen. Der alte Beyeler, seit einigen Jahren Alkoholiker, mißhandelte oft seine Frau in brutalster Weise. Als dies sich in der Nacht des Verbrechens wiederholte, eilte der Sohn der Mutter zu Hilfe. Der Vater wollte ihn wegweisen, wollte thätlich gegen ihn vorgehen, da schlug der Sohn los und der Vater stürzte leblos zusammen. Während dieses Auftritts lag die Mutter ohnmächtig auf der Treppe vor dem Zimmer. Zuerst wollten Mutter und Sohn glauben machen, es sei dem Vater ein Unglück zugestoßen. Sie bequemten sich aber zu einem Geständniß. Das Urtheil lautete für den Sohn auf 2 Jahre 4 Monate Zuchthaus wegen fahrlässiger Tödtung, für die Mutter wegen entfernter Begünstigung auf 3 Monate zuchtpolizeiliches Zuchthaus. Horn. Kürzlich, ist hier die Dienstmagd Ursula Fischer in ihrem 97. Lebensjahre gestorben. Während 75 Jahren hat sie in der gleichen Familie Züllia zur Mühle gedient. L ies t ha l. Unweit der hiesigen Kantonalbank scheuten die Pferde eines Lastwagens. Der Leiter des FuhrWerkes, Th. Thommen, wollte die Thiere beruhigen, kam aber zu Fall und mußte schwer verletzt unter dem Wagen hervorgezogen und in's kantonale Krankenhaus übergeführt werden. Bald darauf ist der !jerunglückte, der Familienvater ist, an den Folgen des Unfalls gestorben. Rheinfelden. Vor einiger Zeit kam hier, als ein Scknellzua den

Uebergang außerhalb des Waldes pafsirte, der Maurer H. Stäubli aus Magden auf das Bahngeleis zugesprungen, ohne den daherfahrenden Zug zu bemerken. Der Mann wurde von den Rädern ergriffen und bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Hcsterreich-'Zlngctrn. Wien. In der Wohnung des Privaten Jakob Saphir, Leichtensteinstraße 68, im ersten Stockwerk löste sich ein ungfähr ein Quadratmeter großes Stück des Verputzes los. fiel 'hinab und traf Herrn Saphir, einen 68jährigen Mann, der erheblich verletzt wurde. Der 48jährige Briefträger Rudolf Dokzal, Brigittenau, Truestraße 40 wohnhaft, ist beim Fischen im Donaukanal nächst dem Sperrschiff in's Wasser gefallen und ertrunken. Die 24jährige Magd Marie Mrazek, Leopoldstraße. Große Pfarrgasse No. 30 bedienstet, wurde unter Erscheinungen einer Phosphorvergiftung in der zweiten medizinischen Abtheilung des Allgemeinen Krankenhai' aufgenommen, wo sie nach kurzer Zeit stao. In der medizinischen Fakultät der hiesigen Universität erlangte Frl. Gisela Meitner von hier die medizinische Doktorwürde. Der 39jährige Adjunkt der Staatsschuldenkasse Gustav Kleibel, Hacking, Reschgasse, No. 111 wohnhaft, hat sich in der Wohnung seines Onkels, eines pensionirten Ministerialoffizials, Mariahülf, Windmühlengasse,durch einen Revolverschuß getödtet. Die Nachricht vom Selbstmorde des Direktors des Germanist!sehen Seminars Hofraths Professors Dr. Richard Heinzel hat namentlich in akademischen Kreisen lebhafte Theilnähme erweckt. A g r a m. Der Landtags- und Reichstagsabgeordnete Martin Sekulies ist gestorben. B i e l i tz. Robert Hertrich, Musiklehrer an der hiesigen evangelischen Lehrerbildungsanstalt, eine in Lehrerkreisen sehr bekannte und geschätzte Persönlichkeit, ist nach 35jähriger ununterbrochener Thätigkeit in den Ruhestand getreten. Brünn. Der hiesige Cafei-er Franz Schopp, Inhaber des Cafe oe l'Europe", feierte sein 25jähriges Berufsjubiläum. Graz. Der 55jährige Taglöhner Anton Mitteregger wurde in einem Holzschlage erhängt aufgefunden. Der 76jährige Hauptmann des Ruhestandes George Opacec entleibte sich durch einen in die rechte Schläfe abgefeuerten Schuß aus einem ArmeeRevolver. O d e r b e r g. Die 55jährige ungarische Auswandererin Barbara Weczni sprang in selbstmörderischer Absicht in den in der Nähe befind!!chen Nordbahnteich. Sie wurde jedoch von einem Gepäckträger noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht. O l m ü tz. In der Gemeinde Dietkowitz bei Proßnitz wurde der 15jährige Arbeiterssohn S. Niemetz erschossen, sein Vater schwer verletzt. Prag. In seiner Wohnung in Lieben erhängte sich der Schuhmacher Anton Rohlik; er hinterließ drei Kinder im Alter von 8 bis 3 Jahren, deren sich vorderhand Nachbarsleute annahm. Luxemburg. Luxemburg. Die Lehrer von Stadt und Kanton Luxemburg wählten als Delegirte für den nächsten Lehrertag die Herren Merzen, I. B. Müller und Jost. Vertreter für Luxembürg -Land wurden die Herren BroosHollerich, Pier - Bonneweg, SchmitEich, Frahne - Rollingergrund und Kieffer-Hollerich. Mittelbexbach. Der Arbeiter Nik. Ziegler, geboren zu Mittelbexbach, der seine beiden Töchter bereits von frühester Jugend an seit mehreren Jahren auf die infamste Weise vergewältigt hatte, wurde von dem AssisenHofe nach zweitägiger Verhandlung zu 12 Jahren Zwangsarbeit verurtheilt. Bon seinem Standpunkt.

nTrnv Onkel: Ich sagte doch, ich erwarte Dich beim Salvatorkeller, und während ich herraußen passe, sitzt Du gemüthlich drin." Studio: Ja, beim Salvatorkellec heißt bei mir o viel, wie drin."

13511-

D i e Krabbe. Junger Herr (der Vormittags zehn Uhr kommt, um einen dringlichen Austrag auszurichten): Kann ich vielleicht schon mit Mama sprechen? Lieschen (die Augen niederschlagend): Da warten Sie lieber, bis ich noch etwas größer bin! G u t e r R a t h. Sorgen Sie, bitte, dafür, daß Ihr abscheulicher Hund nicht die ganze Nacht bellt." Schlafen Sie doch, dann hören Sie'S nickt."

Zwischm Lcdcn und Tod.

Ei mnkVittdiges Beispiel zeitweitte Wie, derbelebung. In dem Bergwerksbezirk von South Normanton, England, war der neunjährige Sohn eines Zimmermanns gestörten, nachdem er eine Woche krank gelegen hatte. Als die Beerdigung stattfinden sollte, wollten die Angehörigen ihrem Kinde ein letztes Lebewohl sagen. Der Sarg sollte geschlossen werden, da bemerkte der Vater noch ein Lebenszeichen. Anfangs traute er seinen eigenen Augen nicht, aber eine genaue Prüfung der Cesichtszüge zeigte, daß noch Leben in dem kleinen Körper war. Die Augen wurden allmälig klar, die Lippen rosig. Die Glieder waren steif und kalt, aber über die Ohren breitete sich ein röthlicher Schein vom wiederkehrenden Blutumlauf und auf einem herbeigeholten Spiegel, der dem Knaben vor die Lippen gehalten würd, zeigte sich ein feuchter Niederschlag. Der Vater batte bis zu dem, Augenblick nicht daran gezweifelt, daß sein Kind todt war; der Todtenschcin gab Meningitis als Todesursache an. Als der sofort herbeigerufene Vikar den Knaben sah, rieth er sogleich, man solle die Beerdigung unterlassen, und schickte nach einem Arzte. Drei Aerzte untersuchten das Kind, nahmen es aus dem Sarg heraus und legten es auf ein Bett vor dem Feuer nieder, hüllten es in warme Tücher ein und machten Wiederbclebungsrersuche. Starke Riechsalze wurden an die Nase gehalten, Tag und Nacht wurde bei dem Kinde gewacht, um die Symptome wiederkehrenden Lebens zu beobachten. Aber weitere Lebenszeichen zeigten sich nicht wieder; gelegentlich glaubte die Mutter eine Bewegung zu sehen, aber dann zeigte sich auf den stillen Zügen die bleierne Todesfarbe, und die Aerzte erklärten nun. daß das Leben endgiltig aus dem Körper entflohen sei. Automatische Kriegsaufnahmen. Photographische Aufnahmen vom Fesselballon oder Drachen aus sind nicht nur für topographische, sondern auch für Kriegszwecke von großer Bedeutung. Im russisch - japanischen Kriege werden sie jetzt praktisch verwerthet. So hat das russische TopograPhische Institut in Petersburg von einer Firma eine Anzahl Spezialapparate für automatische Ballonaufnahmen zur Verwendung auf dem asiatischen Kriegsschauplatze bauen lassen. Diese Apparate weichen natürlich in ihrer Konstruktion ganz wesentlich von der gewöhnlichen photographischen Camera ab. Der ganze Apparat besteht aus sieben photograpbischen Cameras, deren eine in ihrer Achse senkrecht steht, also direkt nach unten photographirt, während die übrigen sechs im Kreis? herum und mit ihrer Achse 30 Grad zur Horizontale geneigt angeordnet sind. Alles das, was von der mittleren, senkrecht nach unten gerichteten Camera nicht aufgenommen wird, kommt also auf das Bild der übrigen Cameras, so daß thatsächlich das ganze Terrain bis zum Horizont von dem Apparat photographisch aufgenommen wird. Die Auslösung der sieben Momentverschlüsse erfolgt zu gleicher Zeit auf elektrischem Wege. Um die Aufnähme automatisch aber erst dann stattfinden zu lassen, wenn sich der Apparat in genügender Höhe befindet und vollkommen horizontal steht, sind in äußerst sinnreicher Weise in den Stromkreis ein Nivellierapparat und ein Uhrwerk eingeschaltet, das den Kontakt nach bestimmter Zeit schließt. Elektrischer Troschkenbetrieb. Unter den elektrischen Droschkenbetrieben in den deutschen Städten wird zur Zeit der Kölner als mustergiltig angesehen. Dieser Betrieb ist in Köln schon seit einer Reihe von Jahren im Gange und rentirt sich. Tort rechnet man an Gesammtunkosten für das gefahrene Droschkenkilometer (1 Kilometer gleich 0.62 englische Meilen) 21 Pfennige. In diese Unkosten sind alle Ausgaben für das Gefährt einschließlich derjenigen, die der Kutscher verursacht, eingeschlossen, insbesondere also der Stromverbrauch, die Batik rieerneuerung, die Gummiabnutzung, der Kutscherlohn und der gesammte Wa genversckleiß. Der Gesammtausgabe von 21 Pfennigen steht in Köln taxametermätzig eine durchschnittliche Einnähme von 31 Pfennigen pro Kilometer gegenüber, so daß dort der elek irische Betrieb mit 10 Pfennig Mtx scbuß pro Kilometer wirthschaftlich brauchbar ist. Grai Neippergs Grab. Eine interessante Sargöffnung hat dieser Tage in der St. Paulskirche ir Parma, Italien, stattgesunden, der ehemaligen herzoglichen Hofkirche. In ihr wurde 1829 der ' Feldmarschall Graf Neipperg begraben, Maria Lui sens zweiter Gemahl, die selber die Wittwe Napoleons I. war und später Herzogin von Parma. Ueber dem Grab stand ein schönes Denkmal, das der berühmte Bildhauer Bartolini verfertigt hat. Der Körper war noch gut erhalten. Der Marschall trug volle Uniform, rothe Hose und Reitersiiefel und hatte alle Orden auf der Brust. Nachdem die Leiche formell rekoznos zirt war, wurde der Sarg wieder geschlossen und um Mitternacht nach der Kirche La Steccata übergeführt, wo Graf Neipv?rgs Reste jetzt den endgültigen Ruheplatz finden sollen. Barto linis Kunstwerk wird auch diese Ruhestatte zieren.

Uattenvertilgung aus Schiffen. Generatorgas und dic Art seiner ver wendnng CH nener Apparat. Wenn man auch früher schon dem Überhandnehmen der Ratten auf Seeschiffen durch geschickte Kammerjäger" vorzubeugen suchte, so hat sich neuerdings. seitdem die Möglichkeit der PestVerschleppung durch Schiffsratten erwiesen ist, die Nothwendigkeit ihrer gründlichen Vertilgung auf den aus pestverseuchten Häfen kommenden Schiffen ergeben. Die Tödtung der Ratten wird durch Einführung eines zweckentsprechenden Gases in alle Schiffsräume vorgenommen. Als geeignet zur schnellen und sicheren Tödtung der Ratten hat sich das Generatorgas erwiesen, das sehr reich an Kohlenoxyd ist und durch unvollkommene Verbrennung von Koks leicht in großen Mengen erzeugt werden kann. Der Hafenarzt Dr. Rocht in Hamburg hat zu dem Zwecke einen zur Anwendung bei Seeschiffen geeigneten Apparat konüruirt, der in der Stunde etwa 500 Kubikyards Gas liefert und zugleich in die Schiffe einpumpt. Der Apparat ist in einer sögenannten Kastenschute montirt, welche beim Gebrauch längsseits der Schisse anlegt. In den letzten Jahren ist der Fall im Hamburger Hafen wiederholt vorgekommen, daß die Löschung der Schiffsladung unterbrochen und zunächst die Tödtung der Ratten vorgenommen werden mußte. Dabei hat sich ergeben, daß durch die Einleitung des Generatorgases die an Bord eines Schiffes befindlichen Ratten sämmtlich getödtet wurden, ohne daß die Schiffstheile, wie das Inventar, das Mobiliar und die Ladung in irgend einer Weise angegriffen oder verändert wurden. Da aber für ein Dampfschiff mittlerer Größe die Herstellung, das Einpumpen und Auspumpen des Gases im ganzen 30 Stunden erfordert, wurde die Beschaffung eines neuen Apparates mit größerer Leistungsfähigkeit beschlossen; derselbe soll" in der Stunde 3XX) Kubikyards Gas erzeugen und einpumpen, so daß die Arbeit in etwa fünf Stunden beendigt sein kann. Um den Apparat auch für die Behandlung von Seeschiffen mit Generatorgas bei der Quarantäne-Anstalt in Groden oder schon auf der Unterelbe verwenden zu können, muß derselbe auch auf einem geeigneteren, größeren Fahrzeuge montirt werden. Die AufWendung für den neuen Apparat beträgt 116.000 Mark. Todt oder lebendig? Bis jetzt war die Meinung verbreitet, daß es für einen Menschen nur zweierlei gebe, entweder todt oder lebendig zu sein. Der Pariser Kassationshof hat aber in einem exotischen Falle, der ihm unterbreitet war, bewiesen, daß man weder das Eine noch das Andere zu sein braucht. Der Fall ist folgender: Ein gewisser Jeannain war von dem Schwurgericht von Saigon zum Tode verurtheilt worden. Damit war die Sache für ihn fertig, denn obgleich er keine Berufung einlegte und obgleich der Präsident der Republik ihn nicht begnadigte, wurde er doch nicht hingerichtet, weil das einfach vergessen wurde. Da aber besagter Jeannain noch einige andere Kleinigkeiten als die, derentwegen er zum Tode verurtheilt worden war, auf dem Gewissen hatte, wurde er noch einmal vor das Schwurgericht geladen und zur Zwangsarbeit verurtheilt. Nun legte er zu allgemeiner Verblüffung Berufung ein. während er das Todesurtheil widerspruchslos hingenommen hatte. Der Kassationshof hat nach langer Berathung entschieden, daß es nicht angängig sei, die Berufung eines bürgerlich und moralisch gestorbenen Individuums zu prüfen." So ist also Jeannain, obgleich er noch nicht todt ist, auch nicht mehr lebendig. Taö Auge des Gesetzes schläft. Gelegentlich einer Fiesko"-Auffüh-rung im Stadttheater zu Halle, Provinz Sachsen, gab es ein heiteres Intermezzo. Während der Mohr MuleyHassan auf der Bühne den Dolch gegen Fiesko zückt und das ganze Haus in athemloser Stille den aufregenden Vorgängen auf der Bühne folgt, ertönen vom Slymp herab aus dem Dunkel erst leise, dann immer stärker werdende Schnarchtöne. Stoßt ihn an," werft ihn raus!" rufen leise Stimmen, aber Niemand weckt den Schläfer. Die Aufmerksamkeit ist von der Bühne abgezogen, und als der Vorhang sich gesenkt hat und der Zuschauerraum wieder erhellt ist, wende?, sichalle Blicke nach dem Störenfried. Und siehe da es war ein überwachender" Polizeibeamter, der sich nun verwundert ob btr auf ihn gerichteten Aufmerksamkeit den Schlaf aus den Augen rieb. Seltsame Grabstätten. Ein reicher Kaufmann in Surate, Vorderindien, hat seinen Mitbürg'rn einen schönen Teich mit stets frischem Quellwasser gestiftet und sich ausbedüngen, auf einer mitten in diesen achteckigen Wasserreservoir aufaemauerten Erhöhung seine Grabstätte zu fiiden, was denn auch wirklic') ebenso pünktlich erfüllt worden ist, wie der Wunsch Licks, eines Engländers, im Fundamente des großen Fernrohres der von ihm gestifteten Sternwarte in San Francisco bestattet zu werden. Frankreichs NationalSchulden übersteigen die Rußlands um ein Drittel.

4.

AA ... ... t 1 I T Inland T t , , , , , i t I v.,"i"Min"."...,"."r,i":',l''"l',i"l'iI"i" Starb ein Nasenbluten. Ein Spirituolcnhändler Namens John L. Walter in Rochester, N. Y.. ist eines außergewöhnlichen Todes gestorben. Walter wurde von heftigem Nasenbluten befallen, welches zu stillen alle Anstrenzungen der Aerzte unvermögend waren. Er wurde infolge des Blutverlusts immer schwächer, bis der Tod eintrat. Vergeblich belagert. Ter Desperado Ralph Smith in Caspar. Wyo., welcher unter der Anklage der Fälschung steht und sich der Verhaftung widersetzte, wurde von 40 Gehilsen des Sheriffs in einer Hütte belagert. Er wechselte mit seinen Verfolgern 300 Schusse, verwundete einen Sheriffsgehilfen und tödtete einen Mann Namens Guy Henderson, der sich in der Nahe befand. Dann cutfloh er. Es gelang nicht, ihn einzufangen. Er soll vor zwei Jahren seinen eigenen Vater ermordet haben. Schlangenjagd. Eine elf Fuß lange Boa Constrictor versetzte neulich in New Fork eine Anzahl jvnger Mädchen in Angst und Schrecken. Das mächtige Thier hatte sich um einen Laternenpfahl geschlungen und der Kopf war drohend nach dem Bürgersteige zu vorgestreckt. Durch das Fortlaufen und Schreien der Mädchen wurden eine Anzahl halbwüchsiger Burschen auf das Thier aufmerksam und sie steinigten es dann zu Tode. Die Ueberreste steckten sie in einen Sack, den sie nach der nächsten Polizeistation brachten. Die Polizei war nicht im Stande ausfindig zu machen, wo die Schlange hergekommen war. Tornado-Keller. In Folge des Tornados, von welchem dieser Tage Snyder. Okla., getroffen worden ist, ist man in Oklahoma überall mit der Anlegung von Tornado-Kellern beschäftigt und in verschiedenen Ort schaften ist dies sogar durch Ordinanz, zur Vorschrift gemacht worden. In Hinton, O la., ist die folgende Bekanntmachung veröffentlicht worden: Wenn sich Abends gefahrdrohende Wolken zeigen, wird eine Wache auf dem Glockenthurm, mit einem Repetirgewehr auvgerüstet, postirt werden. Sollte Gefahr nahen, so wird dieser Mann die Glocke läuten und in rascher Reihenfolge die Schüsse seines GeWehrs abgeben. Es wird erwartet, daß jeder, der einen Sturm Heraufziehen sieht, wenn die Wache nicht auf Posten ist, durch Gewehrschüsse darauf aufmerksam macht." Nur eine Kleinigkeit." Als dieser Tage der von einer Europareise zurückkehrende Bankier, Eisenbahnmagnat und Millionär George Crocker in New Dork von einem Zollbeamten gefragt wurde, ob er etwas Versteuerbares bei sich habe, erwiderte er, nur eine Kleinigkeit und deutete dabei auf ein Packet, das in einen Plaidriemen eingeschnallt war. Die Beamten waren über den Begriff Kleinigkeit nicht wenig erstaunt, als sich herausstellte, daß das Packet einen Gobelin enthielt, von Kunsthändlern in Europa für ein Meisterwerk erklärt worden ist. Crocker hat denselben für sein New Forker Haus zum Preise von $8000 erworben und bezahlte ohne Weiteres $3000 Zollgebühren, die ihm von den Zöllnern abverlangt wurden und schien noch froh darüber zu sein, daß er so gut davon gekommen war. Wunderlicher Kauz. Des ewigen Klavierspielens und der gesanglichen Leistungen seiner Nachbarn müde, hat Dr. Oskar Eckstein, Lehrer der Chemie an der Chicagoer Universität, den musikliebenden Vorort Midway Plaisance aufgegeben und sich in einer Fischerhütte am Ufer des Michigan - Sees häuslich niedergelassen. Tort führt er jetzt ein schlichtes Einsiedlerdasein, kocht seine Mahlzeiten selber und geht meistens in einem leichten Badeanzug einher. Tie Hütte, die er bewohnt, enthält nur ein Zimmer, das -mit spartanischer Einfachheit eingerichtet ist. Ein Tisch, ein Feldbett, mehrere Stühle und ein hohes Büchergestell sind das ganze Mobiliar. Dr. Oskar Eckstein ist Jahre alt ur aus München gebürtig. Er hat viele entlegene Welttheile besucht. Einen Winter lebte er mit den Crow-Jndia-nern in Montana und den Winter 19031904 brachte er unter den Pueblo-Jndianern in New Mexiko zu. Gegnerin des Vaseb a l l s p i e l s. Auf eigenthümliche Weise versuchte unlängst die Temperenzlerin und Reformerin Frau L. Slaigbt in Hutchinson, Minn., einem Baseballspiel ein Ende zu machen. Mit prächtigen Kleidern angethan und in eine amerikanische Flagge gehüllt, betrat sie den Spielplatz, wo sie Plakate hatte anschlagen lassen mit den Wo ten: Die Flazge der Ver. Staatea anzugreifen, während sie in Ausführung der Gesetze gebraucht wird, ist nach den Gesetzen Hochverrath!" Eine große Menge hatte'sich auf dem Platze gesammelt und die Spieler hatten ihre Stellungen eingenommen. Als der Unparteiische das Signal zum Beginn des Spieles gab, marschirte Mrs. Slaight mitten auf das Feld und pflanzte sich vor dem Pitcher" auf, so daß dieser feine Stellung fortwährend verändern mußte, bis schließlich die Zuschauer, des grausamen Spiels" müde, die Frau umzingelten und sie am Felde herausdrängten.

i