Indiana Tribüne, Volume 28, Number 241, Indianapolis, Marion County, 2 June 1905 — Page 5
Jndiana Tribüne, S. Juni 1905.
Am Zernrohr.
Bon A. tz. v. Kohl. Die Offiziere warteten auf das Zeichen des Admirals, daß er fertig sei. Der Tagesbefehl war verlesen, und somit alles in Ordnung. Die jungen Leutnante standen auf den Zehenspiden, denn sie hatten das Gefühl, jeden Augenblick abtreten zu müssen. Doch Admiral Kurofu blieb stehen. Er hob den Kopf und sah sich langsam unter den Offizieren um, die in dichtem Halbkreis vor ihm standen. Ihre Gesichter waren ganz blau von der Kälte. Seine kleinen, blinzelnden, schwarzen Augen glitten forschend und aufmerksam von einem zum anderen. Man fing an, etwas zu ahnen. was. wußte man nicht, aber etwas Merkwürdiges, Unerwartetes mußte es fein. Ein " eigenthümliches Gefühl packte die Kapitäne und Leutnante; was mochte er nur wollen? Sein glattrasirtes Gesicht sah gleichzeitig vergnügt und bekümmert aus. Unwillkürlich nahmen alle mit kleinen, lautlosen, langsamen Bewegungen, die sie für unbemerkt hielten, eine strammere Haltung an. Sie nahmen die Fußspitzen zusammen, richteten sich auf und versuchten die vor Kälte steifen Hände auszustrecken. Dann heftete der Admiral seinen Blick auf einen der Offiziere. Leutnant Kinto." sagte er, und seine Augen verschwanden in einem Meer von kleinen Runzeln, Kinto, ich habe etwas für Sie. Kommen Sie her!" Der Admiral grüßte kurz und zerstreut nach den Offizieren, die zurückblieben, machte Kehrt und ging über die Treppe nach der Kajüte. Der Wind biß dem Admiral das Gesicht. Das Schiff schlingerte stark unter dem Schlage der schweren Wellen. Er sah hinauf zu den treibenden, grauweißen Schneewolken, während er feinen Kopf etwas nach hintenüber neigte, um die Treppe Hinunterzugehen; dann brummte er und winkte, Kinto solle ihm folgen. Ja." sagte der Kapitän Okoku und kniff sich in dieOhren, um den Schmerz der Kälte zu lindern, in einigen Tagen haben wir einen neuen Kapitän!" Leutnant Hiro zuckte die dicken Schultern und schielte mißmuthig zu Okoku hinüber. Es mag wohl sein, daß Sie recht haben, Kap.-tän," sagte er; seine Stimme klang immer heiser, und Kinto ist auch der Mann, der das verdient . . . aber ich wußte gleich heute Morgen, daß mir etwas Unangenehmtl Passiren würde, denn ich träumte heute Nacht, wir hätten Soldzulage erhalten, und solche Lüge kann nie etwas Gutes bedeuten." Setzen Sie sich, Leutnant!" sagte der Admiral. Er selbst warf sich mit den gleichgültigen Manieren, die er während seiner Schulzeit in England gelernt hatte auf seine Koje, die die ganze Seite der schmalen und ärmlich ausgestatteten Kajüte einnahm. Leutnant Kinto setzte sich auf den kleinen Stuhl, der am Ende des festgeschraubten Tisches stand, auf dem eine große Karte der Ostküste von Korea ausgebreitet lag. Der Admiral ließ seine Hand mit runder, zeigender Bewegung über die Karte gleiten. Hier, hier, nicht wahr, hier liegen wir? Gut, Sie kennen den Hafen dort, nicht wahr? Dort liegen die drei russischen Torpedoboote. Sie liegen ziemlich niedrig, wie Sie sehen." Der Admiral strich über die Zahlen, die mit blauer Tinte auf die Karte geschrieben waren. Sie wissen also denn Sie haben es ja heute bei der Paroleausgabe gehört . daß es sich für uns darum handelt, die Dicsion zu decken, die nach Tschemulpho vorrückt. Morgen Früh ziehen sie von Sasebo ab. Verstehen Sie mich jetzt? Diese drei Boote dürfen unter keiner Bedingung heute Nacht den Hafen verlassen. Nur meine beiden Torpedoboote, Ihres und Leutnant Hiros, können nahe genug herankommen, um die Russen zu observiren. Der Leutnant nickte. Also heute Abend?" fragte er und zeigte auf die Karte, und dort?" Der Admiral nickte ebenfalls, seine kleinen Augen blinzelten zufrieden. Ganz recht, dort, Sie haben mich verstanden. Dort lassen sie sich nieder, wenn es genügend dunkel geworden ist. Sie bleiben persönlich die ganze Nacht am Fernrohr. Ich gehe ein paar Biertelmeilen weiter mit dem Geschwader vor Anker. Sobald Sie ein Zeichen des Aufbruchs drüben sehen, werfen Sie eine Rakete in die Luft. Dann sende ich die Meldung mit meinem drahtlosen Telegraphen weiter nach Sasebo. Sie verstehen mich also, Sie dürfen keine Sekunde der Nacht vom Fernrohr weichen. Auch nicht den Bruchtheil einn Sekunde." Der Admiral erhob sich. Also gut, Leutnal.t Kinto, vergessen Sie nicht, daß das eine Ehrenaufgabe ist. Ich verlasse mich auf Sie. Gute Nacht!" Biele Augen starrten dem Leutnant Kinto eifrig nach, als er in feine Schaluppe stieg. Kurz darauf segelte das Geschwader langsam nach Norden. Der schwarze Rauch der Schornsteine zog den Schiffen wie Wollschwänze nach, unter den Windstößen zersplitterte er sich und löste sich in Flocken und Fasern auf. Leutnant Kinto hatte sein Schiff zur Nacht klar gemacht. Sie näherten sich mit halber Dampfkraft der Stelle, wo er vor Anker gehen wollte. Er rief
die Leute nach dem Hinterdeck zusam-
men. Leute," sagte er mit gedämpfter, aber fester Stimme, die nur jahrelange Gewohnheit im Kommandiren oder nur angeborenes Talent verleihen kann. ..ich babe Euch zusammenberufen, um Euch etwas Wichtiges mitzutheilen. Hier muß heute Nacht absolute Ruhe herrschen. Die Wache hält sich unter Deck auf. Es kommt mir hier kein Mann herauf, bevor ich nicht den Befehl ertheile. Alle Lichter werden gelöscht, alle Luken geschlossen. Es liegen drei russische Kreuze in einem Hafen ein paar Viertelmeilen nach Nordnordwest. Sie sollen wir observiren. Der Admiral hat uns diesen Posten als Belohnung gegeben, Leute! Ich will einen Freiwilligen am Fernrohr bei mir haben. Grund zur Ablösung liegt nicht vor, wir bleiben die ganze Nacht zusammen. Trete vor, wer mit machen will." Still, ohne ein Wort zu reden, wie auf ein unausgesprochenes Kommando traten alle Mann einen Schritt vor. Leutnant Kinto zeigte seine weißen Zähne unter dem kurzen, herabhängenden Bart. Das hatte ich erwartet." sagte er, und seine Stimme hatte die fast liebkosende Weichheit, mit der die geborenen Führer zu ihren Leuten sprechen und sie veranlassen, durch Feuer und Wasser zu gehen. Dank, Kamera en, dann losen wir!" Der Bootsmann Ijolte eine Schachtel Streichhölzer hervor. Kein Mann sagte ein Wort. Ein Tau zitterte eine Weile. Die Dunkelheit glitt Hermeder wie ein Schleier unsichtbaren eiskalten grauen Schnees. Lautlos sank sie auf sie hernieder, und sie schienen von der ganzen übrigen Welt abgeschlössen zu sein. Man hörte, wie der Bootsmann ein Zündholz aus der Tasche nahm und den Kopf abbrach. Kinto nahm die Schachtel, nachdem das kopflose Streichholz wieder zwischen die anderen gelegt war. Einen Augenblick schüttelte er sie in feiner Hand, dann machte er sie nach der entgegengesetzten Seite, in der nur das Holz lag. wieder auf. Die Hände der Leute waren viel zu klamm, als daß sie die Streichhölzer in der Schachtel hätten fassen können; sie hatten kein Gefühl mehr in der Haut, die Kälte lag Wie ein Handschuh darauf. Kinto schüttelte die Stücke in seiner hohlen Hand und bedeckte die Köpfe mit der anderen. Es war todtenstill, Während die Leute zogen. Hie und da hörte man die gegen das Schiff klatschenken Wellen; es klang wie Geheul. Der Gemeine No. 29, Fus, zog das kopflose Streichholz. So faßcn denn Leutnant Kinto und der Gemeine No. 29, Fus, im Observationsthurm. Der Leutnant stellte das Fernrohr ein, das einer Miniaturkanone aus Messing ähnelte. Er hielt das Augen an dasFernrohr und drehte hin und zurück, bis er freies Feld hatte. Wie eine Spinnwebenzeichnung konnte er die Masten der russischen Schiffe unterscheiden. Ab und zu blitzte eine Laterne auf und dann konnte er ganz dicht daneben ein großes weißliches Gebäude bemerken. Es schoß durch die Oeffnung, durch die das Fernrohr herausragte, ein Kältestrom herein. In einer Ecke des Panzerthurmes, eine Armlänge von Kinto, saß FuS. Er hatte dem Leutnant eine dicke wollene Decke um die Beine gewickelt und dann sich, in seinen Mantel und ebenfalls in eine wollene Decke gut eingehüllt, niedergelassen. Ab und zu -mußte Kinto eine Sekunde das Auge vom Fernrohr fortnehmen, um das linke daran zu halten eine ganz kurze Zeit, wenn er auf dem rechten zu müde geworden war. Die Stahlwände des Thurmes sangen vor Kälte es war jener Laut, den die Seeleute auf den Kriegsschiffen so genau kennen; es kommt einem vor, als ließen Nägel nach und als zögen sich schwere Stahlmassen fast sichtbar in der Kälte zusammen. Ein merkwürdiger Laut. Kinto hatte früher nie darauf geachtet. Aber jetzt, wo seine Augen so scharf beschäftig und angespannt waren, schienen auch feine Ohren schärfer zu hören. Erst war es nur ein schwaches Klingen, das ab und zu ertönte. Ungefähr, als schlüge man mit einem Nagel auf eine Stahlplatte. Dann wuchs der Laut an Hastigkeit, und schließlich war es, als würde ununterbrochen, hastig und zahllos, auf eine kleine feine Glasglocke geklopft. Kinto und Fus hatten das Gefühl, als ginge der Wind durch diese änderthalb Zoll dicken Stahlwände hindurch. Jedesmal, wenn sie draußen einen Windhauch hörten und das Schiff schlingerte, kam eine Sekunde später ein durchdringender Stoß von allen Seiten auf die beiden zu, die dort auf ihren Posten saßen. Unaufhörlich saß Kinto mit dem Auge am Fernrohr. Der kleine unbequeme dreibeinige Stuhl machte ihn müde und steif in den Gliedern. Der Kältehauch von der Fernrohröffnung ging wie ein Messer über sein Gesicht. Ab und zu lief ein hastiges Zittern durch seine oder des Gemeinen Gestalt. Dann lachte Kinto und scherzte. Fus antwortete mit seinem milden Lächeln. Kurz nach Mitternacht hörten die Schmerzen in den Armen und Beinen auf. Dafür blieb ein merkwürdiges Leichtigkeitsgefühl zurück. Kinto wußte, was das bedeutete; er schielte zu Fus hinüber. Die Augen des Ma-
trosen waren qrößer als sonst eS
war fast, als hätte er Fiebcr , doch es war kein Ausdruck in den großen Pupillen. Schlafe nicht," sagte Kinto und stieß ihn mit dem Fuß, das thut nicht gut." Fus schüttelte den Kopf. Kurz darauf merkte Kinto, daß er mit seinem rechten Auge unmöglich mehr sehen konnte. Der kalte Eisenring, der das Fernrohr einfaßte, hatte eine große runde Wunde auf seine Augen und feine Wangen gebrannt. Er zerriß eine Ecke seiner Decke, ließ Fus sie dreidoppelt zusammenlegen und ein Loch hineinschneiden. Fus brauchte sin fundvierzig Minuten zu dieser Arbeit. Dann legte Kinto das Stück auf das Fernrohr und hielt das linke Auge daran, denn das rechte war vollständig blind. So!" sagte er und lachte, in Zukunft müßt Ihr doppelt so viel thun als vorher, denn jetzt kann ich ja nur noch sehen, daß Ihr halb so tüchtig seid; ich habe ja nur noch ein Auge." Fus lachte mit, aber es war ein hohler Klang in seinem Lachen. Es wurde Kinto immer schwerer und schwerer, die feindlichen Schiffe zu unterscheiden, die draußen im Dunkeln lagen; ihre Schornsteine konnte er nur wie Zwirnsfäden bemerken. Die Rümpf? konnte er überhaupt nicht sehen. Ihm fehlte das andere Auge. Dann war es ihm plötzlich, als bemerke er an Bord eines der Russen Bewegungen. Es kam ihm vor, als würde ein Boot in's Wasser gesetzt. Dunkle Gestalten liefen hin und her. Er wunderte sich, daß er das alles so klar in dieser Entfernung entdecken konnte. Schon streckte er die Hand nach der Rakete aus, die, in einem Büchsenlauf stecket ), an die Wand gelehnt war. Aber dann erkannte er mit einem Male, daß gar nichts geschehen war; nur sein müdes Auge, das einige Sekunden gar nichts hatte sehen können, hatte ihm das vorgespiegel!, und er hatte geglaubt, was in seinem Hirn vorging, wäre wahr und wirklich! ... Er hatte Fus vergessen. Ab und zu hob er das Auge von dem Fernrohr, damit es ihm nicht ganz den Dienst versagte. Wenn er das Metall wieder berührte, war es ihm, als würde ihm eine glühende Spitze in die Augenlider und die Pupillen gejagt. Es kam ihm vor, als würde die Luft dicker. War das der Morgen, der anbrach? Schon? Es tanzten kleine hastige Lichtstreifen an der Kante des Sehfeldes, und einen Augenblick fragte er sich, ob das wohl Schüsse bedeutete. Er wagte nicht, sich zu rühren; x war jetzt ganz sicher, daß das Fernrohr ihm in's Auge gedrungen war. Er fühlte zuletzt mit einem seltsamen, eiskalten Schmerz, daß sogar der Sehnerv ganz draußen am entgegengesetzten Ende des Fernrohrs saß, das in die Kälte hinausragte. Er hatte die Empfindung, als dringe das kalte Messingrohr langsam tiefer und tiefer in sein Hirn. Es war hell, gegen fünf Uhr, als Admiral Kurofu die Kommandobrücke seines Flaggschiffes betrat. Mit dem bloßen Auge konnte er ab und zu die Spitze von Kinto's Boot unterscheiden. Er hielt das Fernrohr an's Auge und spähte nach dem Hafen, wo die Russen lagen. Jetzt bei Tage konnte er sie ganz gut draußen sehen. Aber kaum hatte er hingesehen, als er wüthend das Fernrohr zusammenschob; es waren nur zwei Russen da! Und doch war nicht die geringste Meldung von Kinto gekommen! Kapitän Okoku," brüllte er und neigte sich über das Geländer der Brücke, wollen Sie augenblicklich an Kinto signalisiren, er soll mir an Bord kommen." Bon Kinto's Boot erfolgte keine Antwort. Gut!" sagte der Admiral und lachte mit zusammengebissenen Zähnen, das soll ihm theuer zu stehen kommen!" Er ließ seine Dampfschaluppe in's Wasser setzen und kurz darauf hatte er Kinto's Schiff erreicht. Es war kein Mann an Bord, der ihn hätte empfangen können. Er stürmte nach dem Observationsthurm und bemerkte durch die Fernrohröffnung Kintos Gestalt. Der Admiral riß die Thür auf. Leutnant Kinto saß auf dem kleinen Schemel am Fernrohr. Er saß etwas vornübergebeugt, beide Ellenbogen auf die Knie gestützt; das eine Auge war fest an die Linse gepreßt. Einige zerrissene Fetzen hingen am Gesicht herunter. Kinto!" sagte der Admiral, und sein Kopf glühte vor Wuth. Gemeiner Kinto!" brüllte er und packte außer sich den Leutnant bei der Schulter, um ihm die Gallonen herunterzureißen. Doch in diesem Augenblick geschah etwas, was dem Admiral Kurofu nie passirt war: er wurde entsetzlich bleich. Denn als er an des Leutnants Uniform riß und ihm zum Gemeinen degradirte, weil Kinto seinen Posten verlassen, kam die sitzende Gestatt in's Wanken und taumelte ein paar Mal auf dem Stuhle hin und her, bis das Auge mit einem kleinen Schlag wieder gegen das Fernrohr klatschte. Leutnant Kinto war todt. In der Ecke gegenüber aber saß ein gemeiner Matrose, der, unbeweglich lächelnd, mit großen Pupillen zu sei nem Leutnant hinüberstarrte.
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Ausland
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Verbrannte Kinder. Bei dem Brande eines Bauernhofes in Lierstrand, Norwegen, verbrannten die sechs Kinder des Besitzers. Unheilvolle Blitzschlüge. In Deubach im bayerischen Regierungsbezirke Schwaben wurde der vor seinem Ofen stehende Bäckermeister Reiter vom Blitz erschlagen. Das Haus blieb unbeschädigt. Bei dem gleichen Gewitter traf der Blitz das Haus des Taglöhners Müller in Schwabmünchen, zerstörte das Dach und den Kamin und lähmte den Eigenthümer. Bureaukratische HartHerzigkeit. Die 16jährige Tochter eines herumziehenden Hausirers, welche schon seit längerer Zeit an HerzWassersucht litt, wurde neulich in der Nähe des Krankenhauses zu Brück bei München von schwerer Krankheit befallen. Die Eltern beschlossen, sie in das Krankenhaus zu bringen, doch wurde die Aufnahme verweigert, weil kein Krankenschein vorgelegt werden konnte. Nach zwei Stunden verschied das Mädchen im Plachenwagen, fast auf dem bloßen Boden liegend, im Arme seiner Mutter. Beendigter Milch krieg. Die von mehreren großen Landwirthen gemeinsam betriebene Dampfmolkerei in Gotha, Thüringen, erhöhte den Milchpreis zuerst von 16 auf 18, dann von 18 auf 20 Pfennig pro Liter. Die Hausfrauen protestirten dagegen, agitirten von Haus zu Haus und in der lokalen Presse, was den Erfolg hatte, daß neue Händler Milch für 16 und 18 Pfennig nach Gotha brachten, so daß die Dampfmolkerei 60 Prozent ihrer Kunden verlor und schließlich den alten Milchpreis von 18 Pfennig wieder ansetzen mußte. Die Katze i nt Theater. In einem Brüsseler Theater fiel während der Aufführung von Gounods Faust" eine schwarze Katze von der Gallerie mitt?n in's Parkett. Sie krallte sich am 5opf eines Zuschauers fest, der an Ohr und Wange empfindlich verletzt wurde. Mit gesträubte:: Haaren in wilden Sätzen durch den Saal springend, verursachte der vierfüßige Eindringling unter den anwesenden Damen große Aufregung. Endlich gelang es einem Feuerwehrmann, das "wie toll sich geberdende Thier zu ergrqifen und fortzuschaffen. Aufregender Selb st entleibungversuch. Eine junge Arbeiterin in Mannheim, Baden, hatte versucht, sich vom fünften Stockwerke eines Hauses auf die Straße zu stürzen, ihatte aber im letzten Moment die Dachrinne erfaßt und hielt sich daran fest, während der Körper frei in der Luft schwebte. Der Vorfall verursachte einen großen Menschenauflauf. Den Hausbewohnern gelang es schließlich, das Mädchen an den Haaren auf das Dach zu ziehen und in Sicherheit zu bringen. Verschmähte Liebe war der Beweggrund des Selbstmordversuchs. Kampf mit einem Wilderer. Wegen Vergehens gegen das Jagdaesetz war der wiederholt bestrafte Wilderer Joseph Guyot aus Ensisheim, Elfaß, nach dem Gemeindewachthaus von Regisheim verbracht worden. Er brach jedoch aus und flüchtete nach dem nahen Walde. Der Jagdhüter Müller verfolgte ihn. Als er Guyot nahekam, gab letzterer einen scharfen Schuh auf ibn ab, der ihn am Schulterblatt verwundete. Als Guyot sich anschickte, einen zweiten Schuß abzugeben, kam ihm Müller zuvor und schoß ihm eine Kugel in die Stirne, so daß er zusammenbrach. Die Verwundung des Wilderers war eine ernste. In banger Lage. Ein Schiffer aus Norden, Hannover, unternahm mit seinen beiden, drei beziehungsweise fünf Jahre alten Söhnen eine Vootfahrt. Das Boot kenterte beim dortigen Siel, und der Mann stand bis zur Brust in dem eiskalten Wasser inmitten des Kanals, wo er wegen des Schlammes nicht vor-, noch rückwärts konnte. Der ältere Junge war ihm auf die Schulter geklettert, den andern hielt er im Arme, bis der Gastwirth Haak zufällig die dem Versinken nahe Menschengruppe bemerkte. Haak sprang rasch in ein Boot und ruderte aus allen Leibeskräften zu der Unglücksstelle. Es gelang ihm auch, alle drei zu bergen. Die verführerische Ma- ? : n e u n i f o r m. Der Reiz der deutschen Marineuniform hatte einem Berliner Kaufmannslehrling den Kopf verdreht. Unter Mitnahme der Ersparnisse seiner Eltern brannte er durch und ging nach Kiel, wo er sich eine Seekadetten-Uniform für 90 Mark bei einem Trödler kaufte. Er erregte aber bald in den Straßen von Kiel durch sein unsoldatisches Auftreten Aufsehen. Auf dem Hintertheil einer elektrischen Straßenbahn begrüßte er mit einem vertraulichen Morjen" einen Jnfanterie-Offizier. Als dieser ihn nach seinem Schiff und seinem Urlaub fragte, erwiderte der Fähnrich": Von Bord aus Kuxhaven." Den Namen seines Schiffes hatte er vergessen! An der nächsten Haltestelle ließ ihn der Offizier von einem Schutzmann festnehmen. Am nächsten Tage traf die Mutter in Kiel ein, um ihren Sohn wieder nach Hause zu Kolen.
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