Indiana Tribüne, Volume 28, Number 241, Indianapolis, Marion County, 2 June 1905 — Page 1
WWW vm ZMmm Tribüne I I m i W Erscheint jeden Nachmittag. Jahrgang 28. Indianapolis, Ind., Freitag, 2. Juni 1905 No. 241.
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Sucht einen neue ProzeK zn erlange. In ihrem Gesuche für den zum Tode
verurtheilten Mörder Berttey Smith einen neuen Prozetz zu erlangen, orlngen oic UM ueine niv.uuttu" . . rt 11(1. ( ' MurX..fkti.t.AAM wegen nlcyr ganz recyisiraingen w gehen Lettens ves Anklägers 3.0919 Grsninger als Gründe vor. StaatsAnwalt Miller opponirt dem Gesuche. ut. ss la WAt..J CmlliJ9Öuu hiuuu s Prommenz gelangt, daß Nch erstens der am . w - . i ..v t..lf. oro i9 ngememer uno errate uno zmenen oaounu, ouB u Berurthellte verschiedene ute, welche gegen die ooesnrafe nno, oie yenneymer emmv, epctiir w. öouioi, l ... .rr iri. , der sich zu Gunsten Smith'S bemüht haben soll, ist einer der Eingeladenen. Smith'S TodeStag wurde auf den 30. Juni festgesetzt. Verlangt Bezahlung. W. H. EvanS reichte gegen uuctu 33. und E. L . Swift und Daniel White wage a. zur ran r .... ,r f . A7sr nevfl en er,a)i:flen e. Klag I rri. ji cu- w: uf s I ocVuu4iici,uiui buhiiuu uikw ten Baulichkeiten ausgeführt, aber nie cn . fc. (. . (i . . . t t . MZaamng sur npn zu en. i- i im 0uuymf . ... ,.,....... Die vom hiesigen Bauamte fertig t,ft,flt öine der im legten Monate be willigten Bauerlaubnißscheine ergiebt die respektable Total Summe von $788902.50. Im Monat Mai des VoriahreS wurden Bauerlaubnißscheine im Betrage von S733106.10 bewilligt, ein Juwachs für 1905 von $55896.50. t. n . w nm r I Hur vie ernen o onaie oiees Jahres erreichten die bewilligten Bauerlaubnißscheine die Totalsumme von $2,811,439.5, gegen $1,700,752.00 für dieselbe Periode im Jahre 1904. Ein Zuwachs für 1905 von $1,110,637 oder 65 Prozent. Diese Ziffern zeugen von der sich ftündig mehrenden Bauthätigkeit in unserer Stadt. Polizeiliches. Albert M a n e f e e , farbig, v ..t aT)AAAHi(AA. ucii uiuil yict uiuci uiuiuumiu. sucht, wurde gestern in Dayton, O., auf von hier aus erlassenen Steckbrief bin seftlienammen. t i - i-n I Ürtrftii fitffc il mit Manefee Ute bett? eingetroffen und wird derselbe sich gegen die Anklage seinen Bater a " 1 mit einem Büaelei en auf den Kopf geschlagen und tm verletzt zu haI ken ,u verantworten kaben. " B " Dr. T. V. tt e e n e, der städtische Gesundheitsbeamte, wurde gestern von der Staats - GesundheitZbehörde zum Superintendenten und Pathalogen des rttuort nnupn . V. Arrttnrtitrns wr mm . m l. Stadt ernannt. H. 9T Barnard,
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StaatS.Chemift in New Hampshire ist Chef-Chemift und H. R. Bifhop aus Indianapolis, AsfiftmzChemift. Der Zustand der Frau Anna CalkinS von 1508 Deloß-Straße, die bekanntlich am GräberfchmückungStage mit ihren drei Kindern sich auf dem Crown Hill-Friedhofe verlief, hat sich gebessert. Die Frau zog sich Verletzungen zu, als sie über die Einfriedigung des FriedhofeS kletterte. Burton Shinley von hier, welcher vor einigen Tagen in betäubtem Zustande in den Straßen Cincinnatiö umherwandernd gefunden wurde, hat sich im Hospital dort soweit wieder erholt, daß er außer Gefahr ist; indessen bat die Polizei ihn noch nicht darüber ausforschen können, wie er in den Zustand gerathen ist. K o k om o, 2. Juni. Lu ConneU, der vor etwa 10 Tagen durch einen Straßenbahnwagen verletzt wurde, ist an Blutvergiftung, welche ftch aus seinen Wunden entwickelte, gestorben. Fort Wayne, 2. Juni. Die Großgeschworenen reichten gestern eine
Anklage auf Mord im ersten Grade gegen John Welcher, der Frl. Minnie Melching erschoß, ein.
Pastor W. S. Schwan.
Der langjährige Präses der Missouri;, hnode gestorben. Gestern fand in Cleveland. die mrdiauna de? dort vernorbenen Dr. Hnrich Christian Schwan, Präses der m$ouxi . Synode statt. Der bereits ckbetaate Seelloraer erlitt vor meb Monate n ei nen Scklaaanfall und fj Qm fdmn Plannten daher ' nicht unerwartet. Der Verstordene b f Je 1819 in Vorneburg, Königreich Hannover geboren, absol stW Student der Theologie die mmm Göttingen, wandte sich nach . hin Mtii fortsei U"" ' ' " mS . ftrhitt:rt nslA UUV V W W-U-r lien überzusiedeln. Im Jahre 1850 fiedelte er nach den Ver. Staaten über, fand in New Viele felo bei St. Louis seine erste Anfiel lung und fiedelte 1851 nach Cleveland über. Im Jahre 1860 wurde er zum Nvse ke mittlettn D!.rikteS der ., . - h . unh , , 7 mm Vräses derselben. .Zm Frühjahr 1899 trat er VI T O n r , - ... . ,,, , n., UVUVit Vi V VUVII W . -W flV " m, ,.., sti, UUtn ?Iak , in Eleveland ,u. General " Zchman, der seinerzeit ein wichtiges Amt auf Port Rico und den Pbilipvi , b ist j Halbbruder de ...... t r -1- w cn Um EinhaltSiefehle ird achgesucht. Merrill MooreS. als Vertreter der Beamten von Marion County, welche von der Vandalia-Bahn rückständige Steuern zu erhalten suchen, reichte ge . . . - , ftern im SupettorGerichte No. 6 ein Gesuch um einen Einhaltsbefehl ein gegen das Ersuchen der genannten Eisenbahngesellschaft um einen perma nenten Einhaltsbefehl. ?k. O. Piety, Horace Puah und George Pugh, die vertretenden Beam ten von Vigo County, welche ebenfalls von der VandaliaBahn rückständige Steuern zu collectiren suchen, reichten gleichfalls ein Gesuch um einen Ein Haltsbefehl ein. SuremeaeriSt bekätiat Urtbeil r u v gegen Antomabilfahrer. Das Supremegericht bestätigte ein P "niien .yomas romn s uog. rrt n ... r- er , , t . ebenes Urtheil für $925 gegen die I r. li . rr - cn . r. c 'u pr.ug ,UI - 'ii tf' lTwn rmww a w tt o v v in n i o n emeS Dammes kam , n Q!f 1 a& 1 f uMiAA fr a STl ttwn w Irr . i. . rw i ( r t ...n .11 icgcuie; MC Auiomoottsayrer, anuan anzuhalten und Brown Gelegenheit zu geben, sein Pferd zu beruhigen, fuhren ruyig Wetter mn lyrem mrmenoen tust, tust"; mfolgedeNen gmg daS I CYIZmW V . m .X VmwmWmvw U H v 1 1 " ir u uuiw ui u uuiuu iumic uus dem Wagen. , . o Versammlung des MetzgerVereins. Der Metzger - Verein hielt gestern Abend in Ottomar Keller'S Halle seine monatliche Versammlung ab, die sehr gut besucht war. An Stell? des ver ftorbenen Sekretärs John W. Woer ner, wurde Theo. Rebenack gewühlt. ES wurde beschloßen, im Laufe die seS Sommers in der Südseite Turn alle em Sommernachtsfeft abzuhalten. Ferner wurde beschlossen, daß der Metzger.Verein sich möglichst zahlreich kn der Parade beim BundeTurnfeste betheiligen und dasselbe in jeder Weise unterstützen solle. Nach Schluß der Versammlung blie den die Anwesenden noch längere Zeit in gemüthlicher Unterhaltung bet fammen. An d e r Ecke der Meridian Str. fand man gestern Abend L ulu SimonS, 1713 Alvord Str. in betäubtem Zu stände auf. Nach Anficht der Dispen l sariumöärzte war der Zustand des jun gen Mädchens die Folge eines hyfterischen Anfalles. Sie wurde in ihre Wohnung gebracht.
Leidet an einem Schädelbrnche.
Die Polizei ist eifrigst bemüht, auS. findig zu machen, auf welche Weife Th. Clendenninz, 307 Oft Washington Str., verunglückte, der am Sonntag Abend von Mitgliedern der National Guard an der Nord Alabama Str. aufgefunden wurde. Clendenning war besinnungslos und die GuarbS brachten ihn in'S Dispensarium, wo man ibn in Behandlung nahm. Da Clend'.nning auch getrunken hatte und man seine Adresse nicht wußte, wurde er in der Polizeistation gehalten. Inzwischen ha den sich aber nach Ansichten der Aerzte Anzeichen entwickelt, welche auf einen Schädelbruch hindeuten. Clendenning sagt, daß er mit einem Bekannten zusammen an der Alabama Straße auf eine? Kiste saß und daß dann sein Ge dachtniß ihn verließ und erst später in der Station wiederkehrte. Man glaubt. daß der Mann das Opfer eines Ueber falleö wurde. Nach langem Sache gefunden. Dem Polizeisergeanten Crane wurde gestern Nachmittag die Meldung, daß der kleine 3 Jahre alte Sanford Rufsell, dessen Eltern 1133 Charles Str. wohnen, aus der Wohnung der Eltern spurlos verschwunden sei und die Polizei wurde gebeten, nach dem Kleinen Umschau zu halten. Sofort wurden alle Polizisten benachrichtigt, den Kleinen anzuhalten, falls man ihn finden sollte. In der Nachbarschaft des Eltern häuses hatte sich inzwischen die Meldung gleichfalls verbreitet, Nachbarn und Nachbarinnen eilten zur Stelle und die Suche nach dem verschwundenen Knaben wurde nach gründlicher Durch suchung deS Elternhauses, auf die Keller, Ställe und Cifternm der Nach barschaft ausgedehnt. Nach langem vergeblichen Suchen de gab sich die Mutter thränengebadet und niedergeftimmt zur Wohnung zurück und fand dann zufällig, daß man allenthalben wohl gesucht, auf dem rechten Platze aber garnicht nachge sehen hatte. Der Kleine lag zusammengekauert im Kinderwagen uad schlief. Die Freude der Mutter war natürlich groß. Riefiger Besuch in Fairbank. Das schöne Wetter hatte wieder eine große Menschenmenge nach Fairbank gelockt, um das prächtige Oftendorf'sche Orchester, unterstützt von dem Baritonsänger George Austin, zu hören. Das Orchester ist ohne Zweifel eines der besten, welche Konzerte im Freien hier je gegeben haben und der neue Direktor, Herr Rudolph Kofter, legt alle Ehre mit seinen Leistungen ein. Gestern Abend war Feuerwerk-Abend" . Das Wetter war endlich günstig und so bot sich denn dem Publikum ein doppelter Genuß: waS die Musik dem Gehör bot, das wurde dem Auge durch daS Feuerwerk geboten. Der Besuch wird bei günstigem Metter auch fernerhin ein für die Geschäftsführung zufriedenstellender fein; denn die Concerte find so anziehend, daß tS an zahlreichen Zuhörern nie fehlen wird. Personal-Notizen. HerrundFrauLouiSKoehle r und Schwägerin haben heute ihre Reise in die alte Heimath angetreten. Im Laufe dieses Monats wird die Trauung von Frl. EdnaMaria Goth mit Herrn Felix V o n n e g u t, deren Berllfbung soeben bekannt gegeben ist, stattfinden. Russe zerreibt Wechsel. Der Russe Lewis Robinson wurde gestern vom Friedensrichter William Smock um $10 und die Kosten bestraft. Der VersicherungS-Agent R. M. Johnson behauptete, vom Russen einenWechsel Über $16.90 erhalten zu haben; als er ihm denselben behufs Einlösung präsentirte, machte der Russe kurzen Prozeß und zerriß einfach den Wechsel.
.Schule" für Sesnndheitsbeamte
eröffnet. Unter den Auspizien der staatlichen Gesundheitsbehörde wurde gestern die Schule" für die Beamten der Gesundheitsbehörden für Stadt und Land, im Staate Jndiana hier im Claypool Hotel eröffnet und wird heute fortgesetzt werden. Bürgermeister Holtzman hielt eine Begrüßungsansprache. Gouv. Hanly hätte eine kurze Ansprache halten sollen, indessen vermißte er in North Manchester den Zug und konnte des halb nicht rechtzeitig eintreffen. Der Hauptredner des TageS war der wohl bekannte Dr. Egbert von Philadelphia. Er sprach über Krankheit auf dem Lande und in der Stadt" und legte besonderen Nachdruck auf unsanitüre Zustände, welche die Ausbreitung des Typhussiebers fördern. Ihm folgten Dr. T. Victor Keene, Arzt unserer Gesundheitsbehörde und andere, welche interessante Auseinandersetzungen über TyphuSbazillen gaben. Dr. McFarland von Philadelphia hielt gestern Nachmittag einen sehr be lehrenden Vortrag über Insekten als die Ursache von Krankheiten". Ihm folgten als Redner Dr. Keene, der über DiphtheritiS und Dr. Bray. ton von hier, der über schwarze Pocken und Pocken im Allgemeinen" sprach. Receiver ernannt. Vor Richter L eathers wurde über den Antrag von ChaS. E. OSborn, für die R. E. Wells Co. einen Receiver zu ernennen, gestern verhandelt. Unter der Firma R. E. Wells Co. etablirten Ch. E. OSborn, R. E. WellS und Harry W. Shiner m 211 Massachusetts Ave. ein Bilder-, Bilderrahmen- und Kunstj geschäst. Indessen rentirte flch dasselbe nicht und belaufen sich die Schulden jetzt schon auf $1850, während der Waarenvorrath usw. nur einen Werth j von $2000 repräsentirt. Bei weiterer Fortführung des Geschäftes würde, wie der Antragsteller ausführte, nur die Schuldenlast steigen. Der Richter schloß sich den Ausführungen deS AntragftellerS an und ernannte Harry O. Chamberlain, der $2000 Bürgschaft stellte, als Receiver. HH GesnndheitSznftand bessert sich. Die Tabellen des Gesundheitsamtes zeigen für Mai eine große Abnahme in der Anzahl ansteckender Krankheiten in Indianapolis. Innerhalb deS Zeitraumes wurden gemeldet: 12 Typhusfülle, 22 Fälle von Scharlachsieber, 5 Fälle Diphtherie, und 7 Erkrankungen an Mafern. Die Gesundheitsbehörde erklärt diese Abnahme dahin, daß sich das Trinkwasser bessert und daß das Publikum mehr auf die Bestimmungen der Behörde Acht g'ebt. Wollen geschieden sei. Frau Myrtle E. RogerS reichte gegen ihren Ehemann Vivian RogerS Klage auf Scheidung ein. Das Ehepaar verheirathete sich am 23. Februar 1897, trennte sich das erste Mal in 1901 und zum zweiten und letzten Male am 7. Februar 1903. Die Frau beschuldigt den Ehemann der grausamen BeHand lung, auch soll derselbe nichts zu ihrem Unterhalte beigetragen haben. Sie wünscht deshalb von ihm geschieden zu werden, ersucht um die Obhut über ihren 7-iäbriaen Sobn Lee und um Gewährung von jährlich $200 Ali mmten. ffrau Alma S. Bauer wünscht von ihrem Gatten Frederick befreit zu werden. Sie beschuldigt ihren Frederick, mit dem sie von 1897 bis 1903 in ehelicher Gemeinschaft lebte, der Trunkenheit, Grausamkeit und de? Verkehrs mit unmoralischen Frauenzimmern. Deshalb ersucht sie auch um die Erlaubniß ihrm Mädchennanen Alma S. Me riedeth wieder führen zu dürfen.
Raucht die Tish I Mingo.
Ein rabiater Kinderwärter.
Ein recht kratziges Kindermädchen hatte gestern der Wirth Ed. Shear, Ecke West und 10. Str., in der Person deS gardigen Benjamin Wilson, 537 West 12. Str., bei seinem kleinen Kinde angestellt. Nach Aussagen der RadlerPolizisten Bernauer Kitzmiller, die Wilson nach der Station brachten und die Anklagen Trunkenheit, Kleindiebstahl und Bedrohen mit Waffen gegen denselben erhoben, hatte derselbe am Nachmittag Shear'S kleinen Sohn in einem 'leinen Wagen gefahren, bis er den Wagen umwarf und das Kind auf die Straße siel und sich eine Kopfwunde zuzog. Mit den Beinen stieß Wilson den ,' Wagen wieder zurecht, brachte dann den blutenden Kleinen nach Hause und begab sich nach der Wirthschaft und erzählte dem Vater des Knaben von dem Unfälle. Dieser, antwortete ihm, daß wiffe er, daß Wilson nicht für den Unfall verantwortlich sei. Nun ent spann Wilson sein Redetalent, indem er Shear rundweg erklärte, daß er von dem Vorfalle und über das verd . . . . ttld" graoe genug gehört yade, gmg hinter den Schanktisch und holte dor ein altes Schießeisen hervor, welches er auf Shear anlegte und auch abzu drücken versuchte. Der Revolver war glücklicher Weise so eingerostet, daß der Drücker nicht los ging. Shear, dem die Sache zuletzt denn doch ein wenig zu bunt wurde, telephonirte der Polizei und Wilson wurde durch die Radler Bernauer und Kitzmiller dingfest gemacht und nach der Station gesandt. Unangenehme Aussicht Zur die Zeuge. AuS den vom Coroner gesammelten Zeugenaussagen im Kelly-TodeSfalle wird sich höchstwahrscheinlich noch ein für einzelne Zeugen übles Nachspiel entwickeln. Der Coroner hat sich noch nicht entschieden, ob er nicht den Großgeschworenen die Untersuchung dieser Zeugenaussagen überlassen wird. Laut Zeugniß von John Kelly und seiner Mutter Mary Kelly war eS George Shipman, der den ersten Angriff machte. JameS Kelly, der Verstorbene, hat diesen AuSsagen nach anrüchige Bemerkungen, welche Shipman machte, zurückgewiesen und gesagt, daß er die Polizei herbeirufen werde. Shipman traf Kelly vor seiner Hausthüre und nachdem er ihn fragte, weshalb er sich hineinmische, schlug er ihn nieder. Shipman rief noch seinen Vater herbei und als dieser sich hineinmischte, erschien Kelley'S Sohn George und griff den alten Shipman an. Dies ftnd die von der Familie des Verftordenen gemachten Aussagen. Die von den Shipman'S erzählte Geschichte aber deutet die Sache so, daß Kelly durch seinen eigenen Sohn zufällig mit dem Fuße gestoßen wurde und daß dieses die Verletzung verursachte, welcher der Mann erlag. Polizisten Okey und Reibe sollen gleichfalls vor dem Coro ner verhört werden, da nach den vom Coroner eingezogenen Informationen diese die Affaire untersuchten und Shipman, der jetzt ein Flüchtling ist, frei ließen, ohne Verhaftungen vorzunehmen. Feuer-Chronic.
Knaben, die mit Zündhölzern spielten, glaubt man für ein kleines Feuer verantwortlich, welches gestern Abend im Stalle hinter I. N. Lhnch's Wohnung. 345 Hamilton Ave. ausbrach und von dort auf C. C. Mickel'S Wohnung,333 Jefferson Avenue übersprang. Der Schaden ist nur gering, da die Feuerwehr sofort zur Stelle war und fo die Verbreitung des FeuerS verhinderte. In der Scheune des Jos. Schaub, 119 Nord Noble Str., brach heute früh um 2:30 ein Feuer aus, welches etwa $250 Schaden verursachte und gleich zeitig einige Farbenftoffe, Fred Mack gehörig, vernichtete.
Nachrichten aus Jndiana.
MichiganCity, 2. Juni. W. H. Klasemer, ein Bremser der Michigan & Central Eisenbahn, der hier seine Wohnung hat, wurde gestern, indem er zwischen die Puffer der Wagen gerieth, zu Tode gequetscht. MuncieZ 2. Juni. Zum ersten Male in der Geschichte dieses Countys, wenn nicht in der Geschichte deS ganzen Staates, wurde ein Mordprozeß von der eingeladenen Jury begonnen, ohne daß auch nur einer der Vorgela denen beanstandet worden wäre. Der Fall in Verhandlung ist der des Barbiers Grover Richardsem, der angeblich durch William Senecal, einen Wirth, vor mehreren Wochen erschössen wurde. Senecal ist ein Franzose und ihm wird ein Dolmetscher besorgt werden müssen. E v a n S v i l l e, 2. Juni. Gestern wurden hier die Arbeiten an dem neuen Heime der ElkS in Angriff genommen, und man hofft, dasselbe bis Weihnachten soweit fertig gestellt zu haben, sodaß die Loge dasselbe wird beziehen können. Unter Leitung des MayorS marfchirten gestern Nacht mehrere hundert LogenMitglieder zum Bauplatze und der Mayor schaufelte einen Spaten Erde aus den bereitstehenden Wagen. Alle Anwesenden folgten dem Beispiele. Grundstück und Moauoe werden einen Werth von etwa $35,000 repräsentiren. Booneville, 1. Juni. Wm. Schrader wurde wegen Angriffs auf seine Frau verhaftet; dieselbe befindet sich im bedenklichem Zustande. Schra der befindet sich unter Bürgschaft wegen Anklage der Brandstiftung. Er wurde bereits schuldig gefunden, erhielt abn eine neue Verhandlung bewilligt. R i ch m o n d , 1. Juni. Von bei Stadt Mexiko kommt die Nachricht. daß Edward Conley, ein früherer ZeitungSmann von hier, seit 5 Jahren Sekretär im amerikanischen Consulate, seit mehreren Monaten schwer erkrankt ist. Sobald eS angänglich ist, wird man den jungen Mann hierher in daS Heim seiner Mutter bringen. N a s h v i l l e , 1. Juni. Bert Mayfield, der vor einem Jahre Insasse deS Central Jndiana-Hospital für Irrfinnige war, aber als geheilt entlassen wurde, wurde plötzlich wieder irrfinnig und bedrohte seine ganze Familie. Er trieb dieselbe au?, dem Hause, stellte alleS HauSgeräth auf dem Fahrweg und fetzte flch mit einem Revolver bc waffnet, auf dasselbe. Die ganze Nachbarschaft wagte ftch nicht an den Wüthenden heran. Erst dem Sheriff gelang eS nach stundenlangem Warten, ihn plötzlich zu überrumpeln und ihn unschädlich zu machen. L a p o r t e, 1. Juni. Die South Bend Western Railway Co. mit einem Grundkapital von $100,000 und un terftützt von der Jndiana Railway Co. welche ein Theil der Jnterrban Linien im nördlichen Jndiana und südlichen Michigan eignet, und vom Kennedy Syndicate von New Bork kontrollirt wird, reichte heute JnkorporationöpaPiere ein mit der Abficht, eine elektrische Bahnlinie von Laporte nach South Bend, eine Strecke von 28 Meilen, und eine Verbindungslinie von Carlisle nach Michigan City, eine Strecke von 16 Meilen, zu erbauen. Diese neue Co. wird die Laporte und Michigan City Jnterurban Linie in fich aufnehmen. Die neum Linien sollen bis Neujähr fertig gestellt werden. Die entsprungene Kalbin. Kürzlich war bei einem Restaurateur in Gotha, Thüringen, eine ihrem Treiber entsprungene Kallin durch das sehr niedrig gelegene Fenster in das Lokal gesprungen, hatte Tische und Stühle demolirt und den sich ihr entgegenstellenden Restaurateur atiackirt. Tiefer truo von dem Rekontre Muskelauetschungen am linken Oberschenkel und an der Brust, eine gebrochene Zehe sowie eine schwere Nervenerregung davon. Das Landgericht verurtheilte den Eigenthümer der Kalbin, einen Fleischermeister. zur Zahlung von 1000 Mark Schmerzensgeld und 530 Mark Schadenersatz. Der Kläger war jedoch hiermit nicht zufrieden und verlangi da der erlittene Nervenchoc ihn dauernd erwerbsunfähig gemacht habe, eine Rente. Auch diese wurde ihm kürzlich m Höhe von 75 Mark monatlich zugesprochen.
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