Indiana Tribüne, Volume 28, Number 239, Indianapolis, Marion County, 31 May 1905 — Page 7
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Jndiana Tribune, 31 Mai 1905
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(Fortsetzung.) r Sie hatte gottlob!"' sägte sie sich immer wieder wenig müßige Stunden. Fräulein von Sckotten war ja eigentlich nur noch als Gast im Hause, das umfangreiche Getriebe des großen Hauswesens lag auf Lora, und sie ftiblte sich gerade jetzt doppelt verpflichtet, es sorgsam zu leiten. Wenn Eberhard wohl auch dann und wann lachte: Tu scheinst mir mit Pfennigen oben zusammensparen zu wollen, was wir unten mit Tausendmarkscheineu in Rauch aufgeben ließen!" sie wußte doch, daß er vorläufig auch diee kleinen Ersparnisse als Erleichterung empfand. Trotz allem kamen auch ihr Stunden, Minuten, in denen sie mit ibren Gedanken allein war, und die kehrten sich dann immer wieder zu Willy hin. Sie war ihrer selbst so sicher, daß sie sie ruhig wandern ließ. Sie konnte still vor sich hinlächeln, wenn sie daran dachte, daß sie einst zwischen Vater und Sobn gestanden hatte, so fest fühlte sie sich mit tausend heiligen Banden an ihren Mann gefesselt. Aber was einst es lag hinter ihr, als sers vor vielen Jahren gewesen in ihr für Willy gelebt hatte, das hatte sich nun in warmherzige schwesterliche Zuneigung verwandelt. Und so bangte sie sich um ihn. Tenn sie sagte sich immer wieder: Hardi tragt nur an fremdem Unglück mit, Willy am eigenen Verschulden. Ihm ist am schwersten zu helfen wenn ihm überhaupt zu helfen ist Es war heute seit Langem zum ersten Male ein froherer Tag gewesen. Eberhard war zu ungewohnter Stunde heraufgekommen, hatte, 'das liebe fchalkkafte Lächeln im Gesicht, ihr mit dem Finger gedroht: Du Du! Das sind mir ja schöne Geschickten, die Tu hinter meinem Rücken eingefädelt hast. Tu denkst wohl, ich merke nicht, wo der Hase läuft?" hatte sie dann umfaßt: Ich danke Dir, Lora! Dein einäugiger Freund ist übrigens ein Prachtmensch. Eine Vollnatur! Wir waren in zehn Minuten einig. Ich hab' noch nie ein Geschäft von der Bedeutung in so kurzer Zeit abgemacht." Es quoll so heiß in ihr empor, daß sie unwillkürlich die Hände ineinanderschloß. Er war vorhin bei mir, Eberhard. Ich muß Dir auch das sagen: er nimmt Herta zu sich. Und wenn er Dir vielleicht drückender Bedingungen stellte, als er ursprünglich vorhatte, so ist das nickt seinetwegen, es ist, um die Zukunft des Kindes zu sichern. Er denkt nie an sich der gute, edle Mensch. Einst träumte er. das ,Licht der Armen' zu erfinden. Nun wird, im andern Sinne, seine Erfindung hoffentlich wirklich nicht nur seinem kleinen Schützling, sondern vielen Hunderten zum Glück werden. In Deinen Händen, Eberhard!" Das war am Spätnachmittag gewesen. und die frohe Stunde klang noch in ihr nach, als sie jetzt an ihrem Schreibtisch saß. Das Wirthschaftsbuch lag vor ihr. Aber sie hatte das Kinn in die Hand gestützt und sah unter kalbgeschlossenen Lidern hinweg und träumte. Oben auf dem Bord des Tisches stand das kleine ElfenbeinMedaillon mit den Bildern der beiden Vasen Eberhards, der schönen Berliner Patriziertöchter aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts, von denen die eine, die schönere, als junges Ding einen alten Mann geheirathei hatte und glücklich geworden war. Die Leutchen hatten darüber die Köpfe geschüttelt. Lora mußte lächelri. Ihr war dies Schütteln der wohlweisen Köpfe ganz gewiß auch redlich geworden. Nun ja! Mochten sie nur schütteln. War denn Eberhard überHaupt schon ein alter Herr auch nur ein älterer Herr? Ob sich ihm wohl schon ein Silberfaden in's Haar gestöhlen hatte? Nun und wenn der liebe Kopf schlohweiß wäre, das Herz war jung. So jung, so gut Frau Lora saß und sann mit dem warmen Glüäsempfinden in der Seele, das sie nie losließ, wenn sie an Eberhard dachte. Auch daran dachte sie, wie rein subjektiv dies Glücksgefühl sei... daß vielleicht wenig andre Frauen ihres Alters empfinden würden wie sie. Und gerade darum dünkte es sie so recht ihr eigenstes Eigen Anders war's doch gekommen, als sie selbst es sich einst ausgemalt. Hatte sie nicht gemeint, die Geberin zu werden? Nun kam es ihr vor, als sei sie wieder und immer wieder nur die, die Liebe und Glück und Güte empfange. Anders war's gekommen und besser Mit einem Male schrak sie zusammen. Sie fühlte etwas neben sich niedergleiten und dann zwei Arme, die ihre Kniee umklammerten, und ein bebendes Mädchenhaupt in ihrem Schooß. Aber . . . Maria . . . Maria . . Nicht böse sein, Lora . . . bitte . . Es klang wie unterdrücktes Schluchzen. Heimchen, Du hast mich diesmal aber wirklich erschreckt.
Nun kam gar keine Antwort. Aber der zarte Körper zitterte, und die Händchen schlössen sich noch fester um die Kniee. Was hast Du denn nur, Macia? Sieh mich mal an " Auf eine Sekunde hob sich das Köpfchen. Die scheuen Augen waren thräncnüberströmt. Tann sank die braune schwere Flechtenkrone gleich wieder nieder. Loras gesunder Natur widerstrebten eigentlich diese Gefühlsausbrüche. Sie batte sich schon oft vorgenommen, mit der Kleinen ein wenig in's Gericht zu gehen. 2lrer wenn sie in die Rehäugen sah. stockte sie immer wieder. Hei.'chen war eben Heimchen. Und das Mädchen war sonst lieb und verständig: immer thätig und strebsam. Bis dann die Äugenblicke kamen, in denen sie sich anklammern mußte, sich auszuweinen Äer es ging so doch nicht weiter Maria " sagte Lora ernst, Du mußt Dich zusammennehmen. Sieb mal, wir haben Dich doch alle so lieb. Du bist aber auch kein Kind mehr, Du mußt Selbstbeberrschung üben lernen. Auch Vertrauen .haben wirkliches Vertrauen. Dazu gehört, daß Tu Dich aussprichst. Kannst Tu das nicht? Nicht einmal zu mir, Maria?" Wieder hob sie das Köpfchen auf einen Augenblick nur und wie! er barg sie es in Loras Schooß. Aber nun nahm Lora es zwischen beide Hände, richtete es auf und sah dem Mädchen prüfend in die Augen. Und da stieg Heimchen langsam das Blut in die Wangen. So eigen verrätberisch. Die langbewimperten Lider sanken herab, als könnten die Augen den forschenden Blick nicht ertragen, die schönaeschwungenen Lippen waren fest geschlossen, die vollen Brauen wie im Leid über der Stirn zusammengezogen. Wie süß das Mädchen aussah eine kleine Psyche. Lora konnte nicht weiter fragen. Wozu auch! Sie ahnte längst, was in Maria vorging. Und zudem: aus diesem Gesicht sprach das Herz, dies
junge, unschuldige, heiße, angstbebende Herz Sie beugte sich und küßte den braunen Scheitel. Es war etwas wie mütterliche Liebe in ihr. Und zugleich ein leises, ganz neidloses Wundern: Wie verschieden die Menschennatu? doch ist! Und wie verschieden die Liebe! Hardi ... ich ... Heimchen hier! Und doch selmen wir uns im Grunde alle nach demselben: Glücklich sein! Glücklich machen! Sie beugte sich noch einmal und küßte die Stirn mit der kleinen schmalen Falte. Tann sagte sie: Komm. Maria! Wir wollen uns was zu thun machen, mal dem alten Krause ein bi-cken helfen. Man muß die Hände doppelt regen, wenn der Kopf voll schwerer Gedanken ist. Still kein Wort! Komm nur " Jbr selbst that es gut, die Hände zu regen." Tas alte Heilmittel. Aber während sie die Silberkästen nachsah mit den schön geformten Bestecks, die noch vom Großvater ihres Mannes stammten, und während sie mit der Mamsell über die Einmachekampagne sprach, Maria immer zur Seite, verließen sie ihre Gedanken nicht. Heimchen und Willy. In der Seele dieses Kindes war die Liebe bis jetzt nur eine unbewußte Sehnsucht, geheimnißvolle, schmerzensreiche, glückselige Sehnsucht. Tas ließ sich noch auslöschen, ebe es tiefere Wurzeln schlug. War's nicht so am besten für sie? Denn Willy nahm diese hingebende Liebe vielleicht wie ein Geschenk, das er nicht einmal seinem vollen köstlichen Werth nach zu würdigen wußte. Urd sich zu erbalten der Flattergeist Oder war es möglich, daß ihm im Unglück die Erkenntniß wurde, was soch ein Schatz von Liebe werth war? So daß er durch ibn wieder gesunden könne, sich sebst wieder finden! Wenn es so wäre Aus der bloßen Hoffnung wuchs ihr mit einem Male solch tiefinnerliche Freude, daß sie plötzlich üftarics Kopsen nahm, ihre Lippen aus den rothen Mund preßie. Und dann, wie vor sich selbst erschrocken, sich schnell wieder abwandte: Mamsell, vergessen Sie nicht die Treifrucht. Das ist so recht etwas hier für dies Kinderschnäbelchen Sie saßen noch bei Tisch, als draußen die Thüren gingen und Konrad Salester hereinstürmte. Hardi schrie aus: er war in voller Uniform im Tieastanzug Im nächsten Augenblick lag sie an seiner Brust, weinend, jauchzend. Sie waren alle emporgeschnellt, umringten ihn. Rede sollte er stehen. Aber Hardi ließ ihn gar nicht dazu kommen. Es war, als wolle sie ihn in diesen Glücksminuten ganz allein für sich haben. Und nur Lora sah, wie in Konrads Zügen Sorge und Seligkeit so seltsam nebeneinander geschrieben standen. Endlich machte er sich frei. Und er sagte: Seine Majestät haben mein Abschiedsgesuch nicht genehmigt. Aber ich bin laut Kabinettsorder vom heutigen Tage, unter Enthebung von meinem Kommando zur Kriegsakademie, der Schutztruppe von Deutsch-Süd-westafrika zugetheilt." Er sprach es sehr, ruhig, fast wie eine Meldung. Einen Augenblick standen sie sprachlos. Dann war es Eberhard, der zuerst das rechte Wort fand: Eine echte Hohenzollern-Löfung! Gerecht und weise! Großherzig und edel! Kinder
unser Kaiser unser guter Kaiser!..." ... am 15. August soll ich mich in Hamburg einschiffen!" Ich mit Dir! Nicht ohne mich!" :ief Hardi leidenschaftlich. Er antwortete nicht gleich. Ihr stiegen schon wieder die Thränen in die Augen. Man hat auch an das gedacht." sagte er endlich. Das Kommando der SÄutztruppen hat mir anheimgestellt, meine Frau mitzunehmen. Gerade deshalb wählte man Südwestafrika für mich aus, mit seinem gesunden Klima ich wäre auch nicht der erste Offizier, der seine junge Frau dort hinüberführte. Es ist so vie!
ftüte. Auch von Dir. .siardi ick bin nocy emmai m'S Geschäft gegangen es war kurz vor Ultimo, und in dem Kontor wurde an diesen Tagen gewöhnlich sehr lange gearbeitet. Als sie in einer wirtschaftlichen Angelegenheit einige Minuten darauf durch die Hinteren Wohnräume ging, bemerkte sie einen hellen Lichtschimmer aus der nur angelehnten Thür der Gallerte. Sie glaubte im ersten Moment an irgend eine Nachlässigkeit der Dienerschaft und öffnete die Flügel vollends. Aber der Saal war dunkel, das Licht kam aus dem zweiten Raum. Tort mußten die elektrischen Schalter aufgedreht sein. Sie schritt rasch durch das langgestreckte schmale Gemach Er hatte sich einen der gothischen Sessel mitten in den Saal gerückt und saß, ganz vornübergebeugt, das Kinn auf beide Fäuste gestützt, dem Gemälde von Rochegrosse gerade gegenüber. So in Gedanken, daß er ihren leichten Schritt gar nicht bemerkte. Sein Gesicht konnte sie nicht sehen. Aber der große Reflektor warf ein mächtiges Strahlenbündel an ihm vorbei auf die Gestalt des unheimlichen Weibes mit den gierigen Augen und den weitvorgcstreckten leeren Händen. Fast wie körPerlich hob stch die dcchinschwebende Figur ab von dem Hintergrunde mit seinen lodernden Flammen. Einen Augenblick schwankte Lora. Sollte sie, leise wie sie gekommen, zurückgehen? Es war doch etwas wie Scheu in ihr. Und dann kam es ihr wieder als eine Feigheit vor und wie ein Mitleidsversagen zugleich, zu gehen; und als eine Pflicht, wenigstens den Versuch zu machen, Willy aufzurütteln, von dem Bann und Druck zu lösen, der auf ihm lag. Wie schwer mußte er leiden, daß er hier gerade hier vor diesem Bilde mit sich rang! Denn er rang mit sich, das sah sie. So trat sie noch einige Schritte näher und sagte leise: Willy." Er fuhr hoch, wandte ihr das Gesicht zu. Und war's nun. daß er über ihr plötzliches Erscheinen erschrak, war's die Beleuchtung mehr noch als in der ganzen letzten Zeit erschienen ihr die einst so frischen, fröhlichen Züge, verändert, verfallen, fast verzerrt. Grau die Gesichtsfarbe, die Auaenwinkel voll kleiner Fältchen, um den Mund ein schmerzlicher und doch auch trotziger Ausdruck. Ich sah Licht hier zufällig Es thut mir leid, wenn Du Dich beunruhigt hast. Lora. Ich ... ich wollte mir nur einmcl wieder den berrsehr glücklich über Deinen Entschluß. Und vielleicht könnte ich dort vergessen. Aber... meine Mutter! Meine arme Mutter!" Nun wußte Lora, warum diese treuen Augen so trübe geblickt hatten. Sie sah im Geiste die schwächliche Frau mit dem zarten Madonnengesicht vor sich, der alles genommen war auf dieser Erde bis auf den Sohn. Und nun sollte sie auch ihn hingeben, hinausziehen lassen in's Ungewisse, ihn vielleicht nie wiedersehen. Sollte allein zurückbleiben mit dem fressenden Leid, der unverschuldeten Schmach. Ganz gewiß: diese Mutter würde ihre Thränen zurückdämmen, um !ym das Herz nicht noch schwerer zu machen, würde ihn gehen layen mit seinem jungen glücklichen Weibe, ohne zu klagen. Aber ihr Schmerzensbild würde mit Konrad gehen, und die Angst um sie würde ihn -jede Stunde verfolgen Es war kein Zögern und Schwanken in Lora: Konrad durfte der starken Regung seines Herzens nicht nachgeben. Der oberste Kriegsherr hatte befohlen Konrad mußte gehorchen. Auch um seiner selbst willen mußte er dem Befehl folgen, der wirklich die ein zige Lösung gab. So einfach und so weise! Zwei Jahre draußen und wenn er dann heimkehrte, hatte sich alles geklärt, war hier vergeben, dort vergessen worden. Er durfte wieder mit freier Stirn einhergehen so und nur so konnte er seinem Beruf erhalten bleiben und noch einmal ein alücklicher Mensch werden. Es war Pflicht, daß er ging. Aber auch Pflicht der Selbsterhaltung und auch Pflicht gegen Hardi. Helfen mußte man ihr.'. Ihm den schweren Entschluß leichter zu machen suchen. So faßte sie den Arm ihres Mannes und, seiner Zustimmung sicher, sagte sie: Konrad, Ihre Mutter gehört zu uns. Wenn Sie hinausgehen, wird sie uns eine theure Hausacnossin sein. Und Sie dürfen es mir glauben: was in unfern Kräften steht, ihr alles Schwere zu erleichtern, durch herzliche Liebe, Konrad, das soll geschehen. Nicht wahr, Eberhard? Aus der Seele hast Du mir gesprochen! Ein paar kurze Jahre, Konrad wie schnell gehen sie hin "
Ueber Salesters Gesucht zuckte es. Noch konnten ja seine Sorgen nicht gestillt sein, noch sah er kein Land. Aber leise schlich sich ein Gefühl der Erleichterung in sein Herz. Und während Hardi schon wieder aufjubelte: ..So ist's recht! Ter Kaiser und Lora!
Unsre Helfer, Eonny! Wo kann's uns fehlen!" beugte er sich in inniger Dankbarkeit über Loras Hand und sagte schlicht: Sie stnd so gut " In Eberhards Arbeitszimmer stan den sie, eine Stunde später, um den großen Mitteltisch. Man hatte den Atlas herangeholt und ein paar Werke aus der Bücherei, und sie studirten eifrig die Reiserouten. Hardis bewegliches Gemüth sonnte stch bereits m allerlei Zukunftsbildern. Konrad sprach mit dem Schwiegervater über seine Ausrüstung. Eine Weile hatte Willy zugehört; dann hatte er das Zimmer verlassen, wie er es häufig that, ohne ein Abschiedswort. Lo?a glaubte nicht anders, als er sei kicken Rochegrosse ansehen. Entschul-dige-'; Heftig schob er den Sessel zurück. Es schien, als wolle er gehen. Er that ein paar Schritte auf den Reflektor zu. Dann blieb er wieder stehen, warf den Kopf zurück, strich sich mit der rechten Hand die Haare aus der Stirn. Ein Meisterwerk! Nicht wahr?" Er lachte. Tas Lehrreiche in der Kunst ist ja nicht mehr modern. Aber es hat doch seine Meriten. Nur auch mit vielem anderen Lehreichen den einen Nachtheil: es kommt immer zu spät." Das lieat doch wohl allein an uns. Willy. Verzeih die Alltagsweisheit" Er streifte sie mit einem finsteren Blick. Warum verzeihen? Ich wollte, ich hätte immer niehr AlltagsWeisheit gehabt. Dann wär' ich nicht heute Abend hierher geflüchtet." Wieder sah er nach dem Gemälde hin: Erinnerst Tu Dich noch der Stunde, wo Du . . . das da tauftest? Es war eigentlich sehr merkwürdig. Ich vergesse es nie. Damals begegneten sich unsere Augen, und wir wußten beide, was wir dachten: wen dieser Herr Rochegrosse mit einer seltsamen Künstlerprophetie gemalt hat " Lora hob ein wenig die Hände. ..Was quälst Tu Dich. Willy. Lerne endlich vergessen " (Schluß folgt.) Ausgostorven. Leutnant: Janz früher, äh, jab's 'mal Werbeoffiziere; jetzt, jänzIich ausjestorben; jibt nur noch umworbene." Grzisbnxig Mann: Gib Dir keine Mühe, der Köter parirt nun einmal nicht!" Frau: Nur Geduld ... so warst Du früher auch!" GulnnrizeUe. Den spleenigen Muckerl sieht man jetzt nur noch in Gummischuhen!" Er will sich wohl allmälig an die Wände seiner künftigen Behausung gewohnen!" Wortspiel. A.: Sie führen ja ein wahres Nomadenleben, Sie haben im Laufe eines Jahres fünfmal die Wohnung gewechselt." B.: Ja, ich werde unausgesetzt ausges etzt." (ßinxvanb. Das Haus, das meine Frau mit in die Ehe bringt, ist ganz hübsch, aber leider hat es sehr niedrige Stuben." Was thut's? Ducken wirst Du Dich doch müssen!" 3u viel verlangt. ... Vor jeder Mahlzeit sollten Sie eine Viertelstunde spazieren gehen!" Aber ich bitte Sie, Herr Doktor, man kann doch nicht von Morgens bis Abends umherrennen!" Uevertrnrnptt. Dame (zu einem Herrn): Ihr Hund ist unausstehlich; er heult die ganze Nacht." H e r r : Dafür spielt er aber auch am Tage kein Klavier!" hinter Vneleuten." Gatte: Warum weinst Du. Lina? Man sagt, Thränen bedeuten Perlen, ich will nicht hoffen" Gattin (einfallend): Nein, Karl, so unverschämt bin ich gar nicht, meine Thränen bedeuten nur einen neuen Hut." Sn der Sommerfrische. Bauer: Und a Luft haben S' hier, fast zu gut. Ich sag' Ihnen, wenn Sie da ein paar Wochen g'lebt haben, sind S' froh, wenn amal a Automobil durchfährt, nur damit S' amal a bissel e Abwechslung in der Luft baben!"
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AmlUcherseits ist durch Irrenärzte in München nunmehr festgestellt worden, daß die Dichterin Laura MarHolm, deren Schriften ihrerseits so großes Aufsehen erregten, an unheilbarem Wahnsinn leidet. 9 Frl. M. Rich wurde zum Schriftführer der Landwirtschaftlichen Gesellschaft von Worcester, Massachusetts, erwählt. Dieser Verein ist einer der ältesten und reichsten im Staate, und nie vorher hat eine Frau ein solches Amt in ihm bekleidet . In New Havcn ,Conn., errang in einer Abendschule eine farbige Frau von 73 Jahren eine Auszeichnung unter 250 Schülern. Jane Evans ist eine ehemalige Sklavin. Seit vielen Jahren war es ihr höchster Wunsch, lesen zu lernen zum Zwecke ihrer Fortbildung. Aber sie hatte ein Leben voll harter Arbeit zu durchleben, und erst das hohe Alter gab ihr die erwünschte Mutze. Ihr Erfolg ist ein schönes Zeugniß für Willenskraft und Ausdauer. Um ein bisher künstlerisch noch wenig gefördertes Gebiet zu beleben, ocrjendct ein Comite seine Einladungen an einer Berliner Fächerausstelluna. Diese soll folgende Gruppen umfassen: 1. Malerei, 2. modern? Spitzen, 3. ornamenale Fächer, gestick: und gemalt, 4. Schablone und Kunstdruck, 5. retrospektive Abtheilung künstlerische Fächer älterer Epochen, Die Ausstellung wird in den Salons der Firma Friedmann & Weber im Oktober d. I. stattfinden. Das Frauenstudium hat an der Wiener Universität, an der bekanntlich demnächst ein weiblicher Dozent auf dem Katheder erscheinen wird, im abgelaufenen Wintersemester einen großen Aufschwung zu verzeichnen, indem sie von 356 (im Sommersemester 1904 von 240) Frauen besucht wurde. Auf die einzelnen Fakultäten vertheilt sich diese Zahl wie folgt: Rechts- und staatswissenschaftliche Fakultät: Hofpitantinnen 9 (Sommersemester 1904 2); medizinische Fakultät: ordentliche Hörerinnen 32 (24), außerordentlich.' Hörerinnen, Frequentantinnen und Hospitantinnen 5 (6); philosophisch? Fakultät: ordentliche Hörerinnen 75 (64), außerordentliche Hörerinnen 156 (113), Hospitantinnen 77 (29), Pharmacentinnen 3 (2). Relativ stellt sich die Zabl der studierenden Frauen bei einer Gesammtfrequenz der Wiencr Universität von 8233 Hörern auf 43 Prozent. Eine traurige Berühmtheit hat Nan Patterson erlangt, die Choristin, welche beschuldigt wurde, den reichen Ehemann, mit dem sie ein unlauteres Verhältniß hatte, erschossen zu laben. Zum dritten Mal angeklagt von der Ehefrau desGcmrdeten. von dem man jetzt annimmt, daß er Selbstmord fceging, konnten die Geschworenen sich nicht einigen und die Angeklagte läuft wieder frei herum. So weit, so gut. Wie üblich sind aber Sensations- und get-quick-rich"-Macher hinter ihr her, um die Berühmte zu bewegen, auf der Bühne in einem Ehebruchsdrama aufzutreten. Dies wies die Patterson ab, was eigentlich ein gutes Zeugniß für xt ablegt. Wunderba? ?r jedoch als der ganze große Scandalprozeß ist die Thatsache, daß Nan Patterson von vielen reichen Männern, das heißt von tt ten Narren, Heirathsanträqe bekommt. Hält man dem Mädchen den Zweifel zu gut und betrachtet man sie nicht als Mörderin, so ist doch durch den Prozeß festgestellt, daß ihr Lebenswandel durchaus nicht makellos war und daß ihr nach diesem Prozeß die Herzen der Männer zufliegen, daß reiche Narren sie zur Ehefrau begehren, das ist ein Räthsel, wie es uns die menschliche Natur so oft aufgiebt. Die Zahl der praktischen Aerzte weiblichen Geschlechts ist in Oesterreich noch immer sehr gering. Sie beschrätt sich nämlich auf drei in Wien ansässige Damen, von denen eine das Examen auf einer ausländischen Schweizer) Hochschule bestanden hat. Fünf andere sind jedoch mittlerweile an der Wiener Universität mit dem Diplom belegt worden, sollten jedoch noch ein brs zwei Jahre in Krankenhäusern beschäftigt werden, ehe sie eine Praxis aufnehmen. Die Leiter der Krankenhäuser erwiesen sich als scharfe Gegner des Frauenstudiums und lehnten es ab, die weiblichen Aerzte auch nur als Assistenten ohne Bezahlung zu beschäftigen. Endlich ist es letzteren gelungen, den Widerstand zu brechen, sodaß jetzt wenigstens an zwei Wiener ft.ini ken, an der des Professors Neußer für innere Krankheiten und der des Professors Schauta für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, je ein weiblicher Assistent mit allen Rechten und Pflichten der männlichen Kollegen angestellt worden ist. Mittlerweile ist auch durch einen Erlaß der Regierung die Wählbarkeit von weiblichen Aerzten für die Lehrstühle an Universitätskliniken ausgesprochen worden, sodaß jetzt für das Studium der Medizin seitens der Frauen in Oesterreich alle Hindernisse aus dem Wege geräumt worden sind.
Feuer - Signale.
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Capital As? und Oyt 55 No. 16 Spritzenhau 16. und Ash. 24 Alabama und 18. 25 Tentral Ave und 16. 26 ZZandes und 15. 7 Brookfld und Juptt 8 Central Ave und 17. 9 Delaware und 19. H Alabama und n. ? Bellesontawe und 4 College ve und 9. ?L Delaware und 15. 56 mabama und Rorty 37 Re!?mann und 19. 99 College Slve und 14. 39 ?ornell Ave und 15. 41 Hände und 19. -ifc Highland Ave und 1. 43 Tecumsey und 10. 46 New Jersey und 2. 46 Alvord und 17. 7 No. Spritzenhaus Hi kstde Av und 16. 48 Eolleg Ave und 45 College Ave und 7. 52 Park Ave und 99. ,65 2 E u. Bahnn.. lS4 Ramsev Ave und 1. '66 Stoughton u Nemman .37 AtlaS und Pik. - 53 Bloyd und Pawpaw. 69 No. 21 Spritzenhaus Brightwoo9 h:i Bcden und Depot '8 Brigytwood und 28. 64 Rural und Bloyd 66 St. 6 lair u. eystons i7 Arsenal Ave unk $. es Bellefsntamk uni 169 Park Ave Nd 1. 918 Capital ve und iT. 15 Pennfylv. u. Vichiga 914 Jllino Nd 96. 216 Senate Ave und 9Z. 916 Pennsvkvania und 29. 17 Meridian und 1. 2lZ Capital Av und 26, 219 Broadway und 10. 31 Illinois und McLe 134 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 50. 35 Illinois und 55. 936 Annetta und so. 37 No. 9. Spritzenhaus Udell und Raoer 288 Udell Laddex Wor 969 Jsabel und 97. 241 Meridian und 4. 9t,- JllinoiS u St. Clad 43 Cldridge und 95 619 West uud Walnut 15 West und 1. 14 Howard und l& 815 Torbet und Poe 816 Kapital Ave und I 817 Northtveftern Ave aM 818 Gent und 18. 51 Kanal uni 10. 824 Cerealin Works 824 Vermont und Lymt 25 Bismarcku SrandvteA 626 No. 2 Spritzenhaus Haughville 997 Michigan u. Helme. 898 Michigan u. Concord 41 West und McJntyre 412 Missouri u. Mary land 415 Missouri und ßhtt 416 Capital Ave u Storgia 416 Migoun u entucky A. 417 Senat? Av u. Wash. 491 P und S ftundNu W Washington. 49 Irren-Hospital. 494 Miley Are u. 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Hg Kohlensäure-Explosion. Tem Wirthe Maurer in der siebenbürgischen Gemeinde Szt.Apatha war ein größeres Quantum komprimirter Kohlensäure geschickt worden, das einstweilen in der Schenke nächst dem Ofen aufgestellt wurde. Um Mitternacht kamen zwei Nachtwächter in das Gasthaus, wo überdies noch sechs Personm als Gäste anwesend waren. Da es Ziemlich kalt war, wurde tücbtia gebeizt, und infolge der starken Ofenhitzc d?r,r.:e ssch die Kohlensäure aus und ezplodirte unter einer entsetzlichen Detonation. Die beiden Nachtu Wächter und einer der Wirtbshausgäste, der sich nahe dem Ofen befand, wurden in Stücke zerrissen. Die anderen fünf Peisonen wurden schwer verletzt. Der eichene Fußboden wurde aufgerissen, der Ofen, Fenster. Tische und Gefäße wurden toia'. zertrümmert. Maurer wurde verhaftet.
