Indiana Tribüne, Volume 28, Number 239, Indianapolis, Marion County, 31 May 1905 — Page 6
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'Rbeinprovinz. Köln. Nach mehrtägiger Verhand-
lung verurtheilte das hiesige Schwurgericht den 23 Jahre alten Präger Johann Nau, der am 28. Dezember v. I. im Altenburger Glacis seine 18jährige Braut ermordete, zum Tode. Der Angeklagte gestand ein, daß er die Absicht Gehabt habe, das Mädchen zu todten. . . i rv- L Dcachdem cr mit oem 'caocven einen längeren Spaziergang unternommen. habe er es üoerredet, mit lhm m Die rn der Vorstadt gelegenen einsamen Anlagen zu gehen, woselbst er nach hartem Kampfe die Geliebte durch zwei Messerstiche ins Herz getödtet habe. Das Motiv für die That sei grenzenlose Eifersucht gewesen. Bonn. Professor Hermann Hilffer, der kürzlich hier gestorben ist, gehörte zu den ältesten und verdientesten Mitgliedern der rheinischen Universität. Auf den Gebieten der Geschichte, der Rechtswissenschaft und Literaturkünde hat er gleichermaßen Arbeiten von bleibendem Werthe geschaffen. Düsseldorf. Füsilier Grau aus Elberfcld von der 3. Compagnie des hiesigen 39. Infanterie - Regiments hat sich auf der Mannschaftsstube mit seinem Gewehr erschossen. Furcht vor Bestrafung infolge eines begangenen Diebstahls bildete das Motiv deS Selbstmordes. E l b e r f e l d. Von einem bedauerlichen Unfall wurde der Rangirarbeiter Fridolin Schulte betroffen. Schulte, der auf dem Steinbecker Bahnhof beschäftigt war, muß wohl das Einfahren eines Rangirzuges überhört haben, er gerieth mit dem rechten Fuß unter die Räder, wobei der Fuß vollständig abgetrennt wurde. Der Verletzte wurde zum städtischen Krankenhause geschafft. H ü l ch r a t h. In der hiesigen Gemeinde ist der Veteran Josef Pohl im Alter von 102 Jahren gestorben. Kalk. Hier kam es nach voraufge gangenem Wirthshausbesuch wegen ei ner unbedeutenden Sache in der Gegend der Friedensstraße zwischen meh reren jungen Burschen zu einem Streit, in dessen Verlauf der dreiundzwanzig jährige Schlosser Max Römer ersto chen wurde. Als der That verdächtig wurden drei der Streitenden verhastet. München - Gladbach. Der 21 2 Jahre alte Sohn Hermann dir Eheleute Fabrikarbeiter Johann Greis spielte hier mit zwei Geschwistern, als er von einer leeren Fuhrkarre angefahren wurde. Dcr Kleine brach sofort todt zusammen. Da äußerlich keine Verletzungen wahrgenommen wurden, muß er wohl schwere innerliche Verletzungen erlitten haben. N e u w i e d. Kürzlich ist die im Jahre 1860 vor dem hiesigen Schwurgerichte wegen Theilnahme am Gattenmorde zum Tode verurtheilte und später zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigte Frau Wwe. Joh. Meder aus Ehrenbreitstein durch Erlaß des Königs im Gnadenwege aus dem Zuchthause in Siegburg entlassen worden. Die Verhandlung, in der die Wwe. Johann Meder verurtbeilt wurde, fand im Jahre 1860 vor dem hiesigen Schwurgericht statt. Provinz Kefscn-'MafsctU. Kassel. Aus unglücklicher Liebe beging eine junge Verkäuferin, Namens Suzmann, Selbstmord, indem sie in die Fulda sprang und ertrank. Gefallen ist im Gefecht in der Gegend von Hurub in Deutsch - Südwestafrika ein ehemaliger Angehöriger des hiesigen Husarenregiments No. 14, der Gefreite Wilhelm Meyer, geboren am 23. December 1875 in WölfenWeiler. B ü r g e l. Der hiesigen Gemeinde hat die verstorbene Wittwe Schramm 25,000 Mark zu wohlthätigen Zwecken vermacht. Dittershausen. Dieser Tage wurde unter einer zahlreichen Betheiligung unser langjähriger Bürgermeister Gerlach zu Grabe getragen. Derselbe stand im 75. Lebensjahre und war über 30 Jahre Bürgermeister unserer Gemeinde. E s ch w e g e. Beim Kahnfahren auf der Werra ti irde ein Boot in die Strömung l'zogen und schlug um. Die vier Insassen stürzten in den Fluß und wären sämmtlich ertrunken, wenn nicht der am Ufer stehendeGüterbodenarbeiter Adolf Lieberknecht kurz entschlössen in den Fluß gesprungen wäre. Der Brave brachte alle vier der Reihe nach an's Land. F e l s b e r g. Letztens entstand in der Scheune des Anstreichermeisters Engelhardt Feuer. In kurzer Zeit lagen auch die angrenzenden Häuser von Rosenblatt und Fülling in der Unterstraße in Asche. Frankfurt. Der Maurerlehrling Karl Auth aus Nieder - Kalbach oer am MufeumZneavau tn der 2untoriahalle vom Gerüst gestürzt war, ist im Elisabeth - Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Hersfeld. 'Der 20 Jahre alte j Oekonomie - Eleve Baron von Hungen und der 27 Jahre alte Gärtner Fritz Marhknke, beide auf dem Eichhof in Stellung, sollten in einem Kahn in der Nähe des Wehrs über die hochangeschwollene Fulda fahren. Der Kahn schlug, vermuthlich durch die starke Strömung, um, beide junge Leute fielen ins Wasser und ertranken. Nentershaufen. 93i r einiger Zeit feierte hier das Gebhard'sche Ehevaar das Fest de? goldenen Hochzeit.
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M DHCSs i nS im p'MF ; i : mw, mm mrm w IRRCGWIA XASGERAtl0N SgpPR&lQNiflb. MMIOTACTUftfO S0W0 fr OUnANOOCAMDiCiW CHATTAtiOüC ä Der Kaiser ließ dem 'hier allgemein geachteten und geschätzten Paar eine prächtige Bibel zum Andenken überreichen. O b e r t i e f e n b a ch. Der 13jährige Schulknabe Koch erschoß im Scherz die 17jährige Margarethe Pötz vcn bier. S ch m a l k a l d e n. Vice - Bürgermeister Nordmeyer von hier starb nach kurzer, schwerer Krankheit im 67. Lebensjahre. Wiesbaden. Der 60 Jahre a'k Privatmann Krön wurde im Hausflur mit zerschmettertem Schädel und gebrochenem Genick todt aufzefunden. Es wird vmuthet, daß er in angetrunkenem Zustande über das Treppengeländer gestürzt ist. Mtterdeutfche Ataaten. Apolda. Erhängt und zugleich erschossen hat sich hier der Rentier August Becker, dessen Leiche an einem Baume am Hermstedter Feldwege aufgefunden worden war. Da Becker in den besten Vermögensverhältnissen lebte und auch sonst keinGrund zu dem verzweifelten Schritt vorlag, kann er die That nur in nervöser Ueberreiztheit ausgeführt haben. A l t e n b u r g. Im Alter von 80 Jahren ist hier der Geheime Rechnungsrath Harnisch gestorben. Er war eine beliebte Persönlichkeit und bekleidete im Kunstverein und in anderen Vereinen das Amt eines VorstandsMitgliedes. Dem Kreditverein gehörte er seit langer Zeit als Mitglied des Aufsichtsrathes an. B e r n b u r g. Der Chef der Firma Levi Calm und Söhne, Kommerzienrath Emil Calm, ist im Alter von 72 Jahren gestorben. Er war Mitbegründer unserer Straßenbahn und Äufsichtsrath der Grube Leopold bei Edderitz. Braunschweig. Unter dem Verdachte, ihr l.jähriges Kind fortgesetzt derart mißhandelt zu haben, daß schließlich der Tod eintrat, wurden der Arbeiter Franz Keune und dessen Ehefrau in Untersuchungshaft genommen. Inzwischen ist die Untersuchung gegen die beiden noch auf Mordversuch ausgedehnt worden. Keune hat jetzt ein umsassendes Geständniß abgelegt. Danach hat er das ihm unbequeme, vor der Ehe geborene Kind im Bette zu ersticken versucht, indem er es so in die Betten packte, daß ihm die Luft abgeschnitten wurde. Der beabsichtigte Zweck wurde durch den unerwarteten Besuch einer Verwandten vereitelt. Eisfeld. Beim Spielen fiel der 7jährige Sohn des Klempners Sommer durch das Kellerloch in den mit Wasser angefüllten Hauskeller und ertrank. G e r a. Hier ist Oberstleutnant a. D. Kurt v. Schwarzkopff gestorben. Der Verstorbene hat seinerzeit im Altenburgischen Kontingent und dann im 96. Infanterie - Regiment gedient, in dessen Reihen er den Krieg 187071 mitgemacht hat. Der Heimgegangene war auch 15 Jahre lang Flügeladjutant des Fürsten Reuß Heinrich des Vierzehnten. Holzminden. Nach fast 27jähriger Thätigkeit an hiesiger Bürgerschule starb hier der Vürgerschullehrer Karl Hoffmann. K o b u r g. Unter Anzeichen der Tollwuth wurde der 5 Jahre alte Knabe des Maurers Engel aus Thann in das hiesige Krankenhaus eingeliefert. Das Kind war im verflossenen Sommer von einem tollwüthigen Hund gebissen und alsbald zur Impfung in das Pasteur'sche Institut nach Berlin verbracht worden. Vor einiger Zeit traten nun neue Erscheinungen zutage; u. A. biß der Knabe in einem Tobsuchtsanfall seine Mutter in die Brust, so daß sich letztere gleichfalls zur Schutzimpfung nach Berlin begeben mußte. Das Kind starb nach kurzer Zeit. Schöppenstedt. Der etwa 9jährige Sohn der Wittwe Jakilski hier. welchem beim Spielen die Mütze im Baume hängen blieb, stürzte beim Herunterholen derselben aus dem Baume und verletzte sich schwer.
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WINE CARDUI tjcttrmtchcrt solltet Der Wine of Cardnl ist eine milde Medizin, aber ein wirksames Stärkungsmittel, dessen Erfolg in der BeHandlung der Frauen - Krankheiten unübertroffen ist. Ueber 1,500,000 leidende Frauen sind von Leiden kurirt worden, von denen man gewöhnlich glaubt, daß sie die kostspielige Behandlung eines Spezialisten erfordern, indem sie das große Frauen-Stärkungsmittel gebrauchten. Der Wine ot Cardul empfiehlt sich für sittsame Frauen mit geringen Mitteln, weil er in der Zurückgezogen, heit zu Hause gebraucht werden kann, ohne sich einer beschämenden örtlichen Untersuchung und gefährlichen Bchandlung unterwerfen zu müssen. Die Behandlung ist nicht kostspielig, und jede Leidende kann sie selbst vornehmen. Wenn Sie ein Opfer von Frauenschwäche irgend welcher Art sind, dann ist der Win ot Oarcwidie Medizin, die Sie gebrauchen sollten, und Sie können es sich nicht gestatten, die Behandlung hinauszuschieben. Ihr Leiden wird immer schlimmer, nie besser. Der Wlne ot Cardui verfehlt nie, selbst das chronischste Leiden der ernstlichsten Natur zu lindern, und in einem aus zehn Fällen bringt es absolute Heilung, t.600,000 kurirte Frauen empfehlen den Wine ot Cardul. Sie sollten den Mne ok Cardul gekrauchen. verlangen 8ie ihn gmke von JgrM ÄpolyeKer. Alle Apotheker verkaufen G1.00-Flaschen.
Sachsen. Dresden. Hosschauspieler Karl Porth' ist im Alter von 72 Jahren hier gestorben. Mit Porth ist einer der wenigen Ueberlebcnden aus der Blütrezeit des hiesigen Schauspiels dahingegangen. Auguslusburg. Kürzlich brannte das am Schloß gelegene, von sechs Familien bewohnte Müllersche Haus vollständig nieder. Dippoldiswalde. Der Brotkutscher Karl Hugo Haase von hier, der sich am 29. December v. I. aus seiner Wohnung entfernt hatte, ist vor einiger Zeit in dem Oberhäslicher Walde todt aufgefunden worden. Haase hatte freiwillig seinem Leben ein Ende gemacht. K r i e b st e i n. Den Arbeitern Kupferschmied Schwarz, Schlosser Heymann, Packer Merker und Bote Störr, sämmtlich bei der hiesigen Firma Kübler und Niethammer, wurde die Medaille für Treue in der Arbeit verliehen. L ö b a u. Dem nach 40jähriger Dienstzeit kürzlich in den Ruhestand getretenen Oberpostschaffner Müller wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. Dieser Tage hat sich hier der Rentner Veukert erhängt. L i ch t e n st e i n. Als Leiche aufgefunden wurde im Mühlgraben in der Nähe der Stegmannschen Färberei das längere Zeit aus der elterlichen Wohnung verschwunden gewesene ca. vierjährige Söhnten oes Pferdehändlers Fritzsche von hier. Mittweid a. Vor einiger Zeit konnte Rentier Kirchhübel sein 60jähriges Jubiläum als Mitglied des GeWerbevereins begehen. P l a u e n. Kürzlich hat sich hier der Armenhäusling Gruber erhängt. Der Todte stand im 49. Lebensjahre; er hinterläßt fünf Söhne im Alter von 6 bis 23 Jahren. R o ch l i tz. Dieser Tage beging das hiesiae Lehrerseminar die Feier des 50jayriaen Bestehens und die Feier des 100. Geburtstages ihres Gründers und ersten Direktors, des 1885 gestorbenen Schulraths Köhler. Steinigtwolmsdorf. Kurzlich ist hier das mit Stroh gedeckte Wohnhaus des Holzarbeiters und Rahmenmachers Gustav Ulbricht niedergebrannt. Kesfen-Aarmstadt. D a r m st a d t. Der Großherzog hat denMinisterialrath i. P., Dr. WilHelm Soldan zu Darmstadt, auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner ersprießlichen Dienste von der Stelle als Denkmalspfleger für die Alterthümer und beweglichen Gegenstände enthoben. D i e b u r g. Vor dem Ertrinken rettete dieser Tage der Gerber A. Thomas von hier einen dreijährigen Knaben, der beim Spielen in die hoch angeschwollene Gersprenz gefallen war. Gieren. Der Großherzog hat dem Rechtsanwalt Ottmar Weidig in Gießen den Charakter als Justizrath verliehen. Mainz. Der Privatier Lippmann, Vater des Stadtverordneten, erlitt, als er am Rhein spazieren ging, einen Schlaganfall, fiel dabei in den Rhein und ertrank. Zwei blutige Ehetragödien haben sich ereignet. In der Grebengasse erschoß sich der Maschinist Mayer, nachdem er seiner Frau lebensgefährliche Schußwunden in die Brust beigebracht hatte, und in der Ganggasse machte der Kellner Weiß seinem Leben in einerWirthschaft ein Ende, in der feine Frau als Kellnerin besckäftigt war. N i e d e r - R a m st a d t. In den Ruhestand versetzt wurde der Weichensteller Georg Rurkhardt zu NiederRamstadt. W i e s e ck. Dem Schullehrer Joh. Krausmüller zu Wieseck wurde eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wixhausen übertragen. Kindermund. Ter kleine Hans: Papa, ich hörte, daß es in New gork Wolkenkratzer gibt, sag', juckt's denn dort auch die Wolken?
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Untcrsccvoot-Bersuche. Man schreibt aus Kiel: In der Nähe von Sonderburg, der neuen Station für die Artllerieschulschisfe der deutschen Marine sind kürzlich größere Ankäufe von Strandländereien gemacht worden. Durch die Blätter läuft jetzt die Nachricht, die der Firma Krupp gehörige Germaniawerft in Kiel sei die Käuferin dieses Geländes und habe die Absicht, dort eine Versuchsstation für Unterseeboote zu errichten. Als wenn das so einfach wäre! Auf eine Anfrage hat die Werft denn auch erklärt, daß fie diesen Landankäufen völlig fern stehe. Die Germaniawerft ist die einzige deutsche Werft, die dem Problem der Unterseeboote praktisch naher getreten ist. Ueber das Ger-mania-Versuchsboot wurde in den letzten Jahren wiederholt berichtet. Es ist kein Zweifel daran, daß recht befriedigende Resultate erzielt sind, aber über das Stadium der Versuche ist man noch nicht heraus gekommen. In nächster Zeit dürften die Versuche wieder beginnen, da nun das Reichsmarineamt der Sache näher treten will, nachdem der Reichstag eine Summe von 1,5 Millionen Mark zur Versüß gung gestellt hat. Es ist indessen nicht anzunehmen, daß die Germaniawerfi sich entschließen wird, eine besondere Versuchsstation für Unterseeboote an irgend einem Theile der Küste zu errichten. Für Unterseeboote an irgend einem The'le der Küste zu errichten. Für Unterseeboote-Experimente ist nur eine schwimmende Versuchsstation, also ein Schiff geeignet, oas ein Unterseeboot in die offene See hinaustraaen. dort aussetzen und es begleiten kann, um jederzeitHilfe zu leisten, wenn es nöthig wird. Wenn die Unterseeboote aber so groß werden sollten, daß sie von Schiffen nicht mehr ausgesetzt werden können, stellen siein Bezug auf den Bau und die Instandhaltung so große Anforderungen, daß eine allein am Strande liegende Versuchsstation ohne Eisenbahnanschluß völlig werthlos sein würde. Die Boote bedürfen dann erst recht eines Stützpunktes, den nur eine vollkommen moderne Werft ihnen gewähren kann. Eine Amnestie aus Anlaß der Vermählung des deutschen Kronprinzen ist nach der N. Pol. Korresp." uicht zu erwarten. DerFabrik-Arbeiter Julius Frauenzimmer aus Wald wurde im Dezember 1876 wegen Ermordung seiner 11 Monate alten Tochter vom Elberfeldcr Schwurgericht zum Tode verurtheilt und 1877 zu lebenslängli. chem Zuchthau? begnadigt. Jetzt, nach 29 Jahren, wurde dem 61-jährigen Manne die Freiheit geschenkt. Vek' keim. Bist in der Fremde Du allein, In Kampf und Wogenbraus, Und trifft kein Blick Dich warm un: traut. Geh' heim, das Mutterauge schaut Schon nach Dir aus. Bist Tu in bittrer Seelenpein, Von keinem lind gehegt, Geh' heim, es schweigt der Schmerz Brand. Wenn auf die Wunde sich die Hand Der Mutter legt. Fielst Tu auch tief in Schuld hinein, Ob jeder von Dir wich, Geh' heim, die Mutter, die vergiebt. Sie trägt und duldet, hofft und liebt Und glaubt an dich! Clara Fritzsche. GcÄsnkensplittt,'. Wr manche ist d?r rr.$i&, on-roMfchc Hai? ihre Abhängigkeit rcn titern. Tie Menschen furchtet, wer fi uicht und wer sie zu gut kennl. Der Tagdicb ist der einzige Tied, der, i? mehr cr stiehlt, desto weniger k)at. Ein bischen dumm sein, ift da Gescheidtefte, was der Mensch ihun kann. Die guten Früchte am B?nu unseres LebenS nennen wir Verdien kla schlechten Unglück.
Admiral Cogo als Schüler. Lein Aufenthalt tn England .crnbcgicr uns vharaktcreigenschaftcu. Der japanische Admiral Haihachi Togo hat seine Ausbildung als Seeofsizier in England erhalten, wo er vor etlichen 30 Jahren auf dem Schulschiff Worcester" als Seekadett diente. Togo war mit drei andern jungen Japanern einige Jahre nach der politischen Umwälzung, die in Japan dem Mikado seine Machtstellung wiedergab, zur Ausbildung nach England geschickt worden. Bevor cr sich zum Seedienst entschloß, war er als Schüler im Hause eines Geistlichen, A. D. Capel. der in der Universitätsstadt Cambridge angehende Studenten auf die akademische Laufbahn vorbereitete. Der 20jährige Togo hatte eine große Lernbegier. Bei seiner Ankunft in England sprach er nur wenig Englisch. Bei Tische erschien er regelmäßig mit zwei riesigen Wörterbüchern, die das Gespräch mit den Tischgenossen erleichtern sollten. Wenn im Gespräch ein von ihm noch nicht gehörtes englisches Wort gebraucht oder ein Gericht aufgetragen wurde, dessen Namen dem jungen Japaner unbekannt war, so zeigte ihm der Geistliche das Wort in dem großen Geviertband, der als japa-nisch-englisches Wörterbuch gebraucht wurde, worauf der Schüler den anderen neben ihm liegenden Band zu Rathe zog, worin die ausführliche Erklärung des Wortes stand. Während seines Aufenthalts im Hause des Geistlichen machte Togo keine großen Fortschritte in der englischen Sprache. Tagegen beschäftigte er sich mit Vorliebe mit der Mathematik und konnte sich mit seinem Lehrer bald mit Leichtigkeit über mathematische Fragen unterhalten, während sein Wortschatz für gewöhnliche Unterhaltungsgegenstände sehr unzureichend war. Einer der Hauptzüge im Charakter des jungen Togo war sein rücksichtsvolles Betragen seinen Schulgenossen gegenüber, sowie seine Liebe für Kinder und seine große Herzensgüte im Umgang mit ihnen. Emmal wurde er von einem Mitschüler zum Besten gehalten. Dieser hatte auf einer Korrefpondenzkarte einige japanische Schriftzeichen niedergeschrieben und ohne zu wissen, was das Gekritzel bedeutete, die Karte an Haihachi Togo adressirt und auf die Post gegeben. Als der Briefträger die Karte im Haus abgab, war Togo erst sehr verblüfft über den Inhalt; es verging geraume Zeit, bevor ihm klar wurde, daß Jemand ihn zum Besten hielt. Dann warf er die Karte weg mit dem Ausruf: Dummes Zeug." Sein geistlicher Erzieher hatte junge Töchter, mit denen Togo mit Vorliebe spielte. Schon während seines Aufenthaltes in Cambridge trug stch Togo mit dem Gedanken, sich der seemännischen Laufbahn zu widmen. Wenigstens machte er seinem Erzieher auf dessen Frage, was er werden wolle, in gebrochenem Englisch die Mittheilung, er wolle ein Landmatrose" werden. Das große Wörterbuch wurde zu Rathe gezogen, und nach wiederholten Fragen ermittelte der Lehrer, daß der Ehrgeiz seines Schülers darin gipfelte, einmal in seiner Heimath im Marineministerium aK Schreiber oder Zeichner beschäftigt zu werden.
Avnsrn,ttat. Lehrer: Nun naht der schöne Frühling, bald kommen die Schneealöckchen und die ersten Singvögel, im April erscheinen dann auch die Störche." L i e s ch e n : Nein. Herr Lehrer, bei uns kommt der Storch immer schon im März." Der Sergfe. Grüatz Di' Gott, Ochsenwirth, alter Spezi! . . . A' Viert'l Rsth'n und a' Tellerfleisch krieg' i'!"-Gleich. mein Herr wie Sie befehlen!" Ja wie kommst denn Du dazua, hochdeutsch z'red'n?- Ja wia kimmst denn Du, Lalli, dazua, a so sichert V'redens"
