Indiana Tribüne, Volume 28, Number 239, Indianapolis, Marion County, 31 May 1905 — Page 5
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Der rothe Hut. Autorisierte Ueberictzung aus dem Englischen. Tie seltsame Botschaft erhielt ich durch die alte Sandrina, meine Köchin. Jenseits des Arnothals, in der alterthümlichen Villa des vornehmen Geschlechtes der Montemurlo, bei Santa Cristina, waren die Bibliothek und Gemälde zu verkaufen. Ein alter Mann in der Lastra hatte es ihr erzählt auf der Piazza; er hätte ihr angeboten, falls der Padrone es wünsche, wolle er ihn hinführen. Daß ich die Mittheilung auf diesem Wege erhielt, überzeugte mich von der Glaubwürdigkeit. Wenngleich Eigenthümer ausgedehnter Güter und prächtiger Paläste in Florenz und Rom, war der Marquis, wie 0 viele seiner italienischen Standesgenossen, in Geldverlegenheit itn; und ich sollte auf j)iese Weise davon erfahren. Da ich in Toskana lebe, habe ich schon mehrfach Gelegenheit gehabt, manchen ' gutenGemäldekauf abzuschließen oder mittelalterliche Handschriften zu erwerben. Und als an einem grauen Novemberabend ein dürres, alte.s Männchen bei mir vorsprach, zö gerte ich nicht, ihm zu folgen. In seinem gebrechlichen Landwagen fuhren wir über die Signobrücke und fort, das Arnothal hinauf, durch die flache, sumpfige Gegend; die weihe Landstraße umsäumt von großen, kahlen Pappeln und dunkelgrünen Cypressen. Weiter, durch das ärmliche, halbverfallene Santa Cristina. Eine kleine Strecke Wegs dahinter lag einsam die weiße Villa mit ihrer hohen, gefängnißartigen Einfassungsmauer und dem viereckigen, trotzigen Festungsthurm ein prächtiges Muster des befestigten Hauses des Trecentos. Das ganze Anwesen war umschlossen von einer langen, weißen, wohl zehn Fuß hohen Mauer; zwei schwere. eisenbeschlagene Thore waren da und dicht neben ihnen eine kleine Seitenthür. Dahin lenkte der Alte den Wagen. Ein bärtiges Gesicht erschien an dem vergitterten Fenster über uns. Und als der Mann meinen alten Begleiter erkannte, kam er herab und ließ uns ein in den großen, einsamen, grasbewachsenen Hof. Das ist der Signor inglese aus der Lastra," erklärte mein Führer, er kommt, um sich die Bilder anzusehen." Gewiß, gewiß!" erwiderte der breit"chultrige Mensch höflich. Ich werde ie sehr gern zeigen." Sie sind der Fattore, vermuthe ich?" fragte ich in italienischer Sprache. zi, ignore. Der Padrone kommt nie hierher, wissen Sie. Er lebt ja in Paris, aber im Frühjahr kommt er manchmal nach Florenz, in den Palazzo. In den zehn Jahren, die ich nun hier bin, ist er noch nie hie? heraufgekommen." Ich schaute mich um. Rings um den Hof lief der mächtige, alte Bau mit seinen gewölbten Kreuzgängen und den zwei steinernen Flügeltreppen, welche zum Eingang führten in den Vorräum. Ueber dem Thor war ein steinernes Wappenschild, grau und verwittert, mit dem Zeichen der Montemurlo blau mit den drei goldenen Halbmonden. Der weite Hof von Unkraut überwuchert; mit Moos bewachsen und in Stücke bröckelnd der Kreuzgang, und die alten Fresken echte Proben des Quattrocentos waren kaum mehr zu erkennen. Der Alte blieb unten. Ich folgte dem Verwalter über die flechtenüberzogenen Stufen in die hochgewölbteHalle. Da hingen Bilder ungefähr zwölf große, alte Gemälde, meist in sehr vernachlässigem Zustande. Gar keine Möbel gab es da als den großen, eichenen Tisch, der in der Mitte des Gemaches stand, und zwei oder drei alterthümliche Stühle, mit hohen, steilen Lehnen. Das war kahl, schmutzig und verwahrlost wie das ganze Anwesen. Tie einzigen Gegenstände von Werth, das waren die herrlichen Gemälde, die da hingen von Raum zu Raum. Ich sah es wohl, meist waren es Werke von erheblichem Kunstwerth echte Lorenzo Costas und Caracas von der Bologneser Schule. Da hingen Bicci, Salviati, Pollajuolo und andere Florentiner und auch ein wundervoll le-
benswahrer San Giovanni von Giotto5 Schüler Spinellv Aretino. Aon Gemach zu Gemach führ!e mich der Fattore, durch den alten Festsaal mit den rostig - goldenen Bronzinofresken und den alten, dunklen Porträten; durch den Speisesaal mit seinen hochlehnigen Lederstühlen aus der Zeit der Medici und den niedrigen Ruhebänken längs der Wände und den dunkelgrünen Brokatpolstern; durch den Bankettsaal und durch die großen und kleinen Prunkgemächer, die nun da standen kahl und leer. Jawohl, Signore,- sagte der VerWalter, man sagt, alles dies habe eheinals dem Cesare Borgia gehört, und selbst der Papst soll oft hier geweilt haden. Hier dieses Gemach wurde immer für ihn bereit gehalten" und dabei öffnete er die Thür zu einem großen, dunklen Gemach. Die Fenster waren dicht schlössen, und jene dumpfe Moderluft quoll uns entgegen, die davon zu erzählen wußte, wie seit Iahren Licht und Luft hier keine Stätte hattttL
Die Bilder waren herrlich. Aber alles Andere war voll Staub, unsauber und vernachlässigt. Wir kehrten in die große Halle zurück, wo der San Giovanni hing. Falls ich etwas kaufen möchte: was würde für dieses verlangt werden?" erkundtäte icb mich. A " xief er und deutete auf das Bild. Es ist das Beste. Der Prosessor von den Uffizien sagte, es stamme aus der Schule Giottos." Ma chlu meinte ich verächtlich. Eine Kopie, und dazu noch eine schlechte! Sind Sie vom Marquis zum Verkauf berechtigt?" Was soll es kosten?" Er zog eine Liste aus der Tasche und suchte darin schweigend eine Weile. Schließlich sagte er: Ich habe die Weisung, es nicht unicr vierhundert Lire zu verkaufen, Signore." Vierhundert Lire! Ich hielt den Athem zurück. Zwanzigmal so viel war es werth. Aber ich meisterte meine Freude. Wie man in Toskana stets thut, wenn man etwas kaufen will, begann ich zu handeln. Aber er blieb standhaft, bis ich schließlich meine Brieftasche herausnahm und ihm das Geld vorzählte. Als ich schon im Begriff war, zu gehen, hustete er verlegen und meinte dann: Haben Sie das Porträt beachtet im Festsaal, vom Kardinal Guilio di Medici, das mit dem rothen Hut und dem Wappenschild in der Ecke? Sagten Sie nicht, Sie taxirten es auf einen Pontormo?" Allerdings!" erwiderte ich. Warum?" Ja,"neinte er zögernd, vielleicht würden ie es nehmen. Die Sache ist nämlich die, Signore," flüsterte er vertraulich, der Padrone braucht Geld, er braucht sehr eilig Geld, aber er verkauft die Sachen lieber an Privatleute, als daß er sie an Händler fortgäbe. Sehen Sie sich es doch noch einmal an," drängte er. Es war allerdings ein sehr schönes Porträt, aus dem sechszehnten Jahrhundert, in ovaler, schwarzer Umrahmung, und die Versuchung, es noch einmal anzusehen, reizte mich. Vielleicht, dachte ich, könnte ich es um einen Spottpreis erwerben. So folgte ich denn dem Verwalter den langen Steinflur hinab. Sie sollen es sehr billig bekommen," sagte er imGehen, aber selbstverständlich muß das Geschäft streng geheim gehalten werden. Dem Signor Marchese würde es nicht lieb sein, wenn man erführe in Florenz von seiner Verlegenheit Aber selbstverständlich," sagte ich. Sie können sich auf mich verlassen." Dann betraten wir den alten, ehemals so prächtigen Festsaal, diesen Saal, der den Glanz und die Macht des Vorgia - Papstes gesehen hatte. Auf den Fresken sah man noch den rothen Stier und die Schönheit der berüchtigten Lukretia, in deren blonder Haare Maschen mancher Mann so verderblich sich verwickelte. Und den stolz dahinschreitenden Herzog von Valentinois. Durch diejen Raum waren die Medici gewandelt, von Cosimo bis Gaston, und alles an diesem Orte athmete noch die Erinnerung an jene bewegte und glanzvolle Vergangenheit. Wenn das graue Winterlichi auf die Balken der bemalten Decke fiel, da sah man noch den Rest eines aolcenen Schimmers, und an den Wänden stand noch der alte, vergoldete Hausrath, vom Wurm zernagt und halbzertallen. Auf der gelben Seide der Stuhllehnen war das Wappen der Borgia eingestickt der rothe Stier und darüber die Herzogskrone. Das Bild des großen Kardinals, der dereinst als Clemens VII. den päpstlichen Thron besteigen sollte, hing dunkel in der äußersten Ecke des mächtigen Raumes, unter dem steinernen Balkon, wo einst zur Nacht die Musiler spielten. In der Ecke des Bildes war das Wappen der Medici und darüber der rothe Kardinalshut mit seinen sechsunddreißig Quasten. Als ich näher trat, erkannte ich in dem Bilde einen echten Pontormo, wie ihn fchöner das Pitti nicht besitzt. Und vielleicht sollte ich es mein nennen um einen Spottpreis! Ich trat begierig näher heran. Das durch die großen Fenster einfallende
Licht war schon im Schwinden, und da. wo d.s Bild hing, war es in seinem rollen Werthe nicht zu erkennen. Äon der Tbür aus können Sie es besser ehcn," belehrte mich der Verwattcr, und den Blick auf das Bild gerichtet, ging ich langsam an den bezeichnet::? Platz. Kaum Hütte ich die hohe, weiß-gol-l;ene Thür erreicht, da öffl'.eten sich plötzlich unter mir die Sleinfliesen. und ich fühlte, wie ich jählings hinabstürzte m eine dunkel gähnende Kluft. Der Athem stockte mir. Ich dachte nichts, und in dem verzweifelten Drang, einen Halt zu gewinnen, streckte ich beide Arme von mir. Ich weiß nicht, wie es kam, aber eine Sekünde später fühlte ich, daß ich mit den Händen und Knieen an einem glitsch?aen, vorstehenden Stein hing, der langsam unter mir zu weichen schien. Um mich war schwarzes, undurchdringliches Dunkel. Nach und nach glitten meine Hände aus auf dem feuchten Schleim, und ich bemühte mich, einen sicheren Halt zu gewinnen. Es schien, als hinge ich in einem
schwarzen Schachte, auö dem feuchte Dünste heraufquollen, aber in jenem Augenblick hatte ich keine Vorstellung, wo ich mich befand. Plötzlich drang ein rauhes, rasselndes Raufchen herauf, ein knarrendes Aechzen, wenige Fuß unter mir. Als wenn eine plumpe Maschinerie langsam in Bewegung gesetzt würde, so war es. Nun begriff ich die fürchterliche Wahrheit meiner Lage. Ich war das Opfer eines Betrügers, in ein Trabocchetti war ich geschleudert worden, in eine jener mittelalterlichen Mordfallen, deren schreckliche Messer nun in Bewegung gesetzt waren, durch das Waffer, das man zu diesem Zweck hierher geleitet. Ich horte, wie das Wasser durch das Räderwerk plätscherte und davonrieselte in die Dunkelheit, und ich wußte, daß ich verloren war. Alles, was ich je gehört hatte von diesen teuflischen Vorrichtungen in den mittelalterlichen Bauten Toskanas, zog in rasender Jagd durch meine Vorstellungen; daß Cesare Borgia sie in allen seinen Palästen und Burgen hatte, und mit welcher grausen Skrupellosigkeit er sich ihrer bediente, um seine Feinde zu beseitigen. Meist waren die beweglichen Fliesen an der Thürschwelle angebracht. Dieser vorstehende Steinblock, an dem ich klammerte, hatte sich wahrscheinlich im Laufe der Zeiten aus der Wand des Schachtes gelockert. Das Mauerwerk war feucht und schlüpfrig, und ich fühlte, daß ich mich nur noch wenige Minuten würde halten können. Schon zogen sich bit Sehnen meiner Hand im Krampfe zusammen. Vergebens sann ich auf Rettung, auf einen Ausweg. Hier war alles umsonst. Ich war ein verlorener Mann. Mehr und mehr begannen meine Kräfte zu schwinden, und schon schienen meine Finger langsam abzugleiten. Verzweifelt suchte ich nach einem sicheren Halt, als ich plötzlich, einige sechs Fuß unter mir, den trüben Schein einer Oellampe gewahrte. Und dann sah ich die Umrisse zweier Menschen. Sonderbar, er ist nicht hier," sagte der eine der Mörder heiser und enttäuscht. Strano, aber du hast ihn doch verschwinden sehen, was?" meinte der andere, in dem ich den Fattore wiederkannte. Es ist doch kein Zweifel, daß er in das Trabocchetti gekommen ist!" Bah," erwiderte der andere und schaute herauf, glücklicherweise ohne mich zu sehen in dem dichten Dunkel, er ist in's Wasser gefallen, durch das Loch, wie dies Schwein von einem Teutschen letzte Woche. Wir müssen die fehlenden Messer doch endlich einmal ausbessern Immerhin haben wir 400 Lire," meinte der Fattore, und in dem Absluß da unten wird er schon keine Märchen erzählen können. Komm, Alberto, wir wollen ein Flaschchen leeren auf das Wohl dieses Narren und auf daö Bild mit dem rothen Hut, das sie alle so bewundern." Aber sagtest du nicht, er hätte mindestens noch tausend Lire in der Tasche gehabt?" Ach was, wir pfeifen darauf!" lachte der Fattore verächtlich. Es werden schon noch andere kommen, um an dem Bilde ihre Freude zu haben. Bedenke doch bloh, morgen haben wir ja den reichen Amerikaner Tagn Florenz. Der bringt schon Geld mit." Dann schwand das Licht, und ich hörte, wie eine Thür in's Schloß fiel. Wicder war ich allein in dem undurchdringlichen Dunkel, und die fiirchterlichen Messer unter mir rauschten und surrten Von den folgenden Augenblicken habe ich keine Erinnerung mehr. Ich eiß nur, ein kalter Schweiß trat mir auf die Stirne, und ich hörte, wie das Wasser plätscherte und wie das Messerwerk kreiste, das mich im nächsten Augenblick in Fetzen reißen mußte. Vlötzlich horchte ich auf. Ich vernahm' ein lautes, scharfes Knarren. Dann kam ein schwerfälltger, knirschender Laut, der schwächer und schwächer ward und schließlich verstummte. Darauf war es ganz still, und ich hörte nichts als das leise Rieseln des Wassers. Dn Strom floß schwächer. Das Rad stand still. Meine Hände verzerrten sich im Krampf. Die Knie waren mir aufge-
schürft von den Steinen, an denen ich mich klammerte wie im Wahnsinn. Schließlich versagten meine Kräfte. Ich glitt hinab, einige sechs Fuß tief, und stieß auf die großen, halb.kreisförmigen Messer. Sie waren befestigt an einem riesigen, eisernen Rad, das durch das Wasser in Drehung gesetzt wurde. Ich entzündete ein Streichholz. Bei dem unsicheren Flackern sah ich, daß ich in einer Art Kellergewölbe mich befand, aus schwarzen, von Schlamm überzogenen Steinen. Unter mir waren das Rad und der dunkle Wassersluß, der es bewegte. Seitwärts, in einer Nische, gewahrte ich ein kleines, hölzernes Standbrett, angefault und zerfallen, und dahinter lag die Thür, durch welche die Mörder gekommen waren. Ein zweiter Umblick zeigte mir, daß auf der anderen Seite jener widerlichen Messerreihe ein offener Raum war. ES fehlten eimge Klingen. Mein Glück war es aeweseh, daß ich im Fallen nicht in diese Oeffnung gerathen war. Ich wäre kopfüber in den schwarzen Abgrund gestürzt und fort-
geschwemmt worden in den Abzugskanal. Jene kleine, eisenbeschlagene Thür war die einzige Möglichkeit, dieser grausigen Stätte zu entfliehen. Mühsam suchte ich über die Messer zu dem zerbrochenen Standbrett hinüberzuklettern. In der Dunkelheit stolperte ich, fiel und verletzte meine Hand an den groben Klingen, daß das Blut
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rann. Ich versuchte, die Thür zu öffnen. Sie war verschlossen. 2? Niegel ging tief in den Stein. Von dem Oeffnen dieser Thür hing mem eoen av. Ich zwang mich zu ruhiqer Ueberlegung und erwog meine Lage. Dann beschloß ich, zu versuchen, den großen Stewblock der Thürumrahmung zu beHauen, bls der Riegel zurückzuschieben war. Auf dem Standbrett fand I Stücke altes Eisen. Darunter war ein Theil einer gebrochenen Messerklinge, und damit begann ich an dem Block zu arbeiten. 3urn Glück war die Tbür nack innen zu öffnen. Wenn es mir gelang, diesen großen Pietra Serena - Block zu bewegen, jo war ich gewiß, entfliehen zu können. Bei dem flackernden Schimmer meines kostbaren, letzten Zündholzes sah ich, daß es mir gelingen würde, den Stein zu lockern. Der Block war etwa zwei Fuß hoch und zweieinhalb Fuß lang. Die Tiefe mochte etwa neun Zoll betragen. Die Höhlung, die den Riegel aufnahm, befand sich in der Mitte der Mauer, zwiscben den Steinen. Mit dem Entfernen des Steines war die Thür geösfnet. Wie viel Zeit wohl verging, weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur. ich arbeitete ohne Vorstellung von Zeit oder Müdigkelt. Plötzlich fühlte ich. wie der Block longsam nachgab unter meinen Stemmoersuchen. Er war gelockert. Jede Muskel anspannend, mit zwei Eisenstücken als Hebel, arbeitete ich. Endlich gelang es mir, ihn aus dem Mauerwerk zu walzen. Polternd fiel er durch die Plattform hinab in's ajjer. Im nächsten Auaenblick stieß ich die Thür auf. Die Angeln knarrten, und dann stand ich in einem niedrigen, steinernen Gang. Er bog nach links ab und schien unter dem Gebäude einen großen Halbkreis zu beschreiben Die Windungen waren zahlreich, und es verging eine geraume Zeit, bis ich endlich auf die Ausgangsthür stieß. Glücklicherweise war sie nicht verschlossen. Sie führte auf eine schmale, aufwärtsführende Treppe. Ungestüm eilte ich die Stufen hinauf und öffnete eine letzte Thür Ich stand im Schatten des gewolbten Kreuzganges, und über mir war die schöne, sternklare Nacht. Zur Linten ragte das alte Bauwerk in's Dunkel, schweigend und finster. Und vor mir sah ich die kleine Pforte,, die zur Landstraße führte. Im Schatt.-n kroch ich über den großen f. Vorsichtig öffnete ich die Pforte. Und eine Sekunde später stand ich auf der Landstraße, ein freier Mann! . Die Karabinieri fanden beim Morgengrauen das Nest leer. Erst Wochen später, in Bologna, gelang die Festnahme der Kerle. Nun sind sie unschädlich. Auf Georzana, der Insel draußen im Mittelmeere, verrichten sie ihre Zwangsarbeit. Vor Kurzem geriethen nächtlicher Weile die Farmgebäude des 63jährigen Einsiedlers Chas. A. Wight, welcher in Bear Hill, Mass., ein einsames Leben führte, durch ein Waldfeuer in Brand, aber als die Nachbarn herbeikamen, um White zu retten, lief er in ein Haus hinein, verbarrikadirte sich darin und blieb, bis er von denFlammen vertrieben wurde. Dann stürzte er mit einer Axt und einer Handtasche hervor, verjagte Jedermann bis auf die Landstraße und hielt Wacke bei den Ruinen. Wight hat in seinem Anwesen bereits 30 Jahre lang gewohnt, aber, so viel man weiß, hat er noch zu Niemand ein Wort gesprochen. Für ben Neger George Ellis, welcher am 10. Januar fc. I., als Rosseau das Denkmal Friedrichs des Großen in Washington mittelst Dynamit zerstören wollte, mit Gefahr des eigenen Lebens die am StaZet hängende Retsetasche deS Attentäters mit dem Explosivstoffe HerabschleuderU und so das Monument rettete, bereitet man in Deutschland ein Ehrengeschenk vor. In dortigen Zeitungen wird erklärt, da in Washington außer einem Belobungsschreiben des KriegsMinisters keine Belohnung für Ellis erfolgte, so solle in Deutschland für den muthigen Schwarzen gesammelt werden, damit ihm ein namhaftes Geldgeschenk gemacht werden könne. Woylernevertraursgsren Szenen, die der über Snyder, Okla., hereiygebrochene Wirbelsturm im Gefolge hatte, war die Beerdigung von sieben Mitgliedern der Familie Hibbard in einem gemeinsamen Grabe. Während man Sarg auf Sarg in die Gruft hinabsenkte, rannen dem zehnjährigen John Hibbard, dem einzigen Ueberlebenden der Familie, die Thränen über die Wanaen.
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