Indiana Tribüne, Volume 28, Number 238, Indianapolis, Marion County, 30 May 1905 — Page 7
Jndiana Tribüne. SO. Mai 1909.
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(Fortsetzung.) rEinen Augenblick zögerte sie. Du hast recht, wie immer," sagte sie dann. Aber, verzeih, ich bin mißtrauisch geworden in dieser Zeit: kann der Verkauf Deinen Kredit nicht schädigen?" Da lachte er, und diesmal war etwas von dem fröhlichen siegessicheren Ton früherer Tage in diesem Lachen: Gottlob nein! Soweit sind wir heute schon, daß unser Ansehen wieder fest begründet ist. Das hat schwere Opfer gekostet. Lora aber der Lohn ist nicht ausgeblieben. Der höchste Lohn des Kaufmanns: im Kreise seinesgleichen als ein untadelhafter Ehrenmann zu geltm! Ich wollte nur. wir wären nit Willy und mit Konrad auch erst über den Berg fügte er nach einer kleinen Pause hinzu. Auch das wird kommen, Eberhard! Geduld!" Am Nachmittag fuhr Lora mn Herta nach der Pfalzburgerstraße hinaus. Während des ganzen weiten Weges war sie so in Gedanken versunken, daß es selbst dem Kinde auffiel. Einmal fragte die Kleine sogar: Was hast Du heute nur, Tante Lora?" Und sie sah dem Blondkopf in's Gesicht, als habe sie die Frage nicht recht gehört. Dann lächelte sie: Kind, wir gehen, einen Knoten zu lösen, der unentwirrbar erscheint. Aber das kannst Du ja doch nicht verstehen. Gib mir lieber Deine Hand! So! Und nun drücke sie einmal recht herzlich! Siehst 2u das thut mir gut Deine tapfere kleine Faust!" Es war ein schwüler Sommertan rutenoe Httze, rem ufizug. auuuj als sie endlich am Ziel vor dem Haust standen, mit dem Lora noch immer durch hundert feine Fäden sich verbunden fühlte, sah sie weit hinten über dem Saum des Grunewalds eine dunkle Wetterwolke. Es braute sich am Ende doch heute noch etwas zusammen. Ein Gewitter und danach wohlige Erfrischung Lora blickte sinnend auf die Wetterzeichen am Horizont. Vielleicht zog die Wolke vorüber, die Schwüle blieb. Oder die Wolke kam herauf und entlud sich mit vernichtenden Schlägen. Das Herz wurde Lora wieder schwer. Sie war so muthig gewesen, so zuversichtlich. Nun sank plötzlich ihr Vertrauen. Zum ersten Male in ihrem Leben wollte sie ja Opfer heischen und hatte nichts dagegen zu setzen! Nichts. Die Kleine zupfte sie am Rock: Du bist schon wieder so anders, Tante Lora!" Sie zuckte zusammen. Aber dann sah sie Herta in's Gesicht und sagte hastig: Komm nur " Hand in Hand gingen sie durch den dumpfigen Hausflur und im Schatten der Mauer entlang. Die Fenster des Prall'schen Laboratoriums standen weit geöffnet. Wie sie das alles an Tage gemahnte. die noch gar nicht so weit hinter ihr lagen, und von denen sie doch wie durch eine Welt getrennt war. Nun hörte sie Stimmen. Prall und Onkel Wellried. Sie schienen im Laboratorium zusammenzusitzen und stritten wieder. Mit Verlaub, Dottore, Sie sind ein kompletter Narr. Meine Lora " Da stand sie auch schon am Fenster, lugte hinein und ergänzte: Deine Lora ist hier. Guten Tag miteinander. Darf man eintreten?" Ohne eine Antwort abzuwarten, ging sie schnell weiter bis zur Thür. Sie hatte ganz unbefangen zu sprechen versucht, aber das Herz pochte ihr zum Zerspringen, und sie war froh, als der Onkel ihr anstatt des Doktors öffnete. In einer unwillkürlichen Bewegung des Anlehnungsbedürfnijses umarmte sie den kleinen Greis so leidenschaftlich, daß er sie ganz erschrocken ansah. Und dann sagte sie hastig: Bleib, bitte, mit Herta ein paar Minuten hier, Onkel Bruno. Ich muß mit Prall sprechen allein " Alles aus der Empfindung heraus: was ich ihm zu sagen habe, muß ich gleich sagen. Gleich vom Herzen herunter muß es! Sonst bringe ich es nie heraus!" Die Verbindungsthür zum Laboratorium stand offen. Sie trat über die Schwelle und zog die Thür hinter sich zu. Prall lehnte im Hintergrunde an der Wand. Er senkte nur wortlos de. Kopf zum Gruß. Einen Athemzug lang blieb sie stehen. Dann ging sie schnell auf ihn zu und nahm seine beioen Hände: Sie sind mein Freund, Doktor Prall?" Ich glaube es zu sein, und Sie, gnädige Frau, nannten mich einst so " gab er schwer zurück, ohne sie anzusehen. .Ich will mir den Glauben nicht nehmen lassen, Sie seien noch mein Freund. Schenken Sie mir zehn Minuten. Ich habe nothwendig mit Ihnen zu sprechen ungestört." Sie ixai an das Fenster, schloß die Flügel. Dann nahm sie das Hütchen ab. legte es mitten zwischen Gläser und Retorten aul den nächsten Tisch: es ton
als ob das leichte, winzige Ding sie ge-
drückt hatte. Wie erleichtert athmete sie auf. Nun hatte er doch das schwere Lid aeboben und war mit dem Blick der hohen, schlanken Gestalt gefolgt, hatte in dem ebenmäßigen Gesicht zu lesen versucht. Es sah so erregt aus. wie er es noch nie gesehen. Erregt und bedrückt. Kam sie zu ihm, weil sie unglücklich war? Ein merkwürdiges Gefühl: er konnte selbst nicht darüber klar werden, so gemischt war es aus häßlichster Schadenfreude, aus innigstem Mitleid, aus einem Triumphemvfmden, aus Zweifeln und agen. Sie kam zu ihm! Zu ihm, um an seine Freundschaft zu appelliren. Thut das eine gluckliche Frau? Er wollte beherrscht bleiben, sich nicht fortreißen lassen. So löste er sich von der Wand, schob einen Stuhl heran. Wollen Sie nicht Platz nehmen, gnädige Frau " Sie setzte sich und schloß auf einen Moment die Augen. Wie damals damals, als sie zum letzten Male vor ibrer Verlobuna bei Dir war " dachte er. Damals auch so hilfsbedürftig " Nun schlug sie die Augen wieder auf. sah ihn voll an. Jetzt merkwürdig gefaßt. In der alten Selbstbeherrschung. Bitte. Doktor, nehmen Sie sich auch einen Stuhl. Wir können dann besser reden. Und setzen Sie sich hierher zu mir Sie haben ja schon längst bemerkt, ich komme als Bittende zu Ihnen. Mit einer großen Bitte so groß, daß mir's die Kehle zuschnüren will. Ich bin's so schlecht gewohnt, zu bitten. Aber es muh sein. Es kommt mir wie eine heilige Pflicht vor . . ." Sie hatte sehr schnell gesprochen. Nun stockte sie, konnte nicht weiter. Jedes Wort, das sie ihm sagen wollte, hatte sie sich vorher hundertfach überlegt, jetzt versagte es ihr dennoch. Es war zu schwer Und sie faßte wieder nach den Händen des Freundes und bat. rührend, nie sie wohl vor Jahren dann und wann gebeten hatte: Doktor... so helfen Sie mir doch . . ." Er würgte an seinem Mitleid, an seiner innigen Herzenstheilnahme.. Er wollte sie nicht zeigen. Ganz rauh klang es: Wie kann ich Ihnen helfen, gnädige Frau?" Aber dann gleich: Könnt' ich's doch!" Er preßte ihre Hände in den seinen, die vor Erregung zitterten. Sie... Sie sind nicht glücklich . . . Lora . . ." Da fand sie plötzlich in entschiedener Abwehr die Brücke. Nein, mein Freund, Sie irren. Ich bin sehr glücklich. Jeden Abend denke ich voll inniger Dankbarkeit an die Stunde hier unten bei Ihnen, in der Sie mir sagten: .Der Entschluß befreit.' Denn dies gute Wort wurde zum Ausgangspunkt all meines großen Glückes, das mir Gott erhalten möge." Sie schöpfte tief Athem und fuhr fort: Gerade weil ich so glücklich bin durch die Liebe meines Mannes, gerade deshalb bm ich hier. Als Egoistin, wenn Sie trollen! Ja. als Egoistin und ich schäme Mich der Selbstsucht nicht. Denn ich will ja nichts, nichts, als den, der mich so beglückt, glücklich sehen. Doktor ... Sie wissen alles. was über ihn hereingebrochen ist. Aber was Sie nicht wissen können, ist, wie er es getragen, wie er gekämpft hat. Das elende Geld. Doktor... das war das wenigste! Aber der Sohn ganz zer brochen, die Tochter in der Pein der ungewissen Zukunft und nun . . . nun das schwere Verantwortungsge fühl allen denen gegenüber, die durch den unseligen Zusammenbruch geschädigt sind. Sehen Sie, Doktor . . . mein lieber Freund, darum bin ich hier. Mein Mann ahnt nichts davon, e würde diesen Schritt wahrscheinlich mcht einmal billigen . . . auch das drückt mich. Aber ich weiß, welch edler. guter hilfsbereiter Mensch Sie sind und daß Sie mir uns den Hunderten und Tausenden, die Baldin in's Unglück gestürzt hat, helfen wer den . . ." Doktor Prall hatte ihre Hände, wahrend sie immer schneller, immer lei denschaftlicher sprach, langsam steigegeben. Langsam auch, wie mit schweren Gliedern, erhob er sich. Ein paar mal strich er sich mit der Rechten über die Stirn, schob die graue Locke weit zurück, zerrte mit nervösen Fingern an der Schnur der schwarzen Augenbinde. Tann lachte er plötzlich bitter auf, so daß ne sich unterbrach und er schrocken zu ihm emporsah. Er mied ihren Blick, als wisse er, daß er dem schwer widerstehen könne. Gnädige Frau " sagte er mit hei serer Stimme, ich bin . . . ich bin im Ausdruck ein sehr ungelenker Mann. Sie wissen es noch von früher her. Ich mochte Ihnen nicht gern wehe thun Darum will ich mich möglichst kurz und geschäftlich fassen. Wenn ich Sie recht verstanden habe, wünschen Sie wahrscheinlich, daß ich durch meine neue Erfindung den verkrachten Bal din'schen Schwindelgründungen zur Möglichkeit einer Rekonstruktion vechelfe. Das muß ich entschieden ablehnen. Ich bin durch Schaden an Leib und Seele klug geworden. Ich bin dafür nicht zu haben " Lora hatte ihre Augen noch immer auf ihn gerichtet. Sein Lid blieb gesenkt, aber sie sah doch, wie starr sein Gesicht war. Wie eine Maske. War es nur eine Maske? Doktor" bat sie schmerzlich wollen Sie mich so geben lassend"
Er warf den Kopf zurück, zog die Achseln hoch, lief von dem Fenster zur Thür und wieder zurück, nahm eine lange Retorte und drehte an ihr, bis der Hals klirrend absprang. Foltern Sie mich doch nicht!" schrie er auf und schleuderte die Scherben auf den Boden. Ich follte wohl stolz sein und jetzt gehen," sprach sie. Aber mein alter Stolz ist dahin, seit ich soviel Leid sah und zwischen all denen, die litten, mit einem Lächeln dahergehen mußte, damit ihnen das Tragen leichter erscheine. Ich erinnere mich, Doktor, daß... ich war solch Ding von dreizehn oder vierzehn Jahren . . . daß Sie im Scherz mal die Finger hier in den Schraubsiock Ihrer Hände nahmen und mir sagten: ,mach' bitte bitte!
Oder . ..' Da hab' ich Sie ausgelacht. Heute hab' ich das Bitten gelernt onst wär' ich Nicht hier." Bitten! Bitten! Unsinn !" Er drehte und rückte an ftmen Glalern, ibr den Rücken zukehrend. Bitten Sie ür sich . . . und meinen letzten Blutsropfen . . . Der Rest verlor sich im Geräusch eines starken Windstoßes, der Beide aufschauen ließ, plötzlich wie er kam. Ueber den schmalen Hof raste er. Die Fensterflügel, die Lora wohl nicht gut geschlossen, schlugen auf rr M . . jr. f. V. Ort - 1 irrn lindes cyweigen m oer 'jcarar und zwischen den beiden Menschen im engen Raum. Ein dumpfes Grollen dann, fernher, em Auftakt Bitte ich denn nicht für mich, wenn ch für andre bitte, Doktor! Und was erbitt' ich dann? Nichts ja, als daß Sie sich mit meinem Manne in Berbindung setzen . . . oder wenn Ihnen das lieber ist . . . daß er sich mit Ihnen n Verbindung setzen darf, um eine Vereinigung der Interessen anzustreden. Warum wollen Sie Ihre geniale Erfindung irgend emem fremden Konsortium, englischen oder amerikanischen Geldleuten, verkaufen, anstatt durch sie mit Eberhard gemeinsam all den vielen, die durch Baldin . . Er stieß an den Tisch, vor dem er stand, daß die Gläser jäh zusammenklirrten: Nennen Sie den verfluchten Namen nicht, Lora. Das ist's ja eben! Das! All mein Haß loht auf, wenn ich an di:s Weib denke! Nennen Sie mir den Namen nicht! Ich kann's nicht ertragen . . . und Sie liebten sie doch Wieder lachte er bitter sah auf, ihr endlich in's Gesicht: Nun ja! Der Mensch ist ein Thor! Rasend geliebt habe ich das Weib und doch war das nicht die Liebe, die echte, wahre, tiefe, die dann dann Lora wich langsam zurück, und ihre Augen mochten einen so hoheitsvollen Ausdruck annehmen, daß er kurz abbrach, mitten im Satz. Er ging zum Fenster, sah hinaus, wandte sich und sagte m ganz verandertem Ton: Es kommt ein Gewitter herauf eine Wohlthat nach dieser Gluth Sie hatte den Hut vom Tnch ge nommen, nestelte mit der Nadel in dem feinen Stroh. Doktor ich kam nicht nur als Bittende," begann sie wieder, während der Donner stärker rollte. Ich wollte Ihnen auch etwas bringen. Etwas sehr Liebes in Ihre Einsamkeit etwas für's ganze Leben. Ich weiß nicht, ob ich's noch darf. Ein armes Wesen ist's, em ver lassenes Kind. Es wird in Ihnen viele schmerzliche Erinnerungen wecken, aber es wird Sie auch lehren, zu vergessen und zu verzeihen. Mehr noch, ich dachte es sollte Ihrem Leben wieder einen Inhalt geben und Aufgaben. Ich meinte nicht, daß Sie's ganz allein haben sollten. Dazu bin ich wieder ein mal zu selbstsüchtig. Aber ich hoffte, ich würde mein Theil behalren können, meinen bescheidenen Antheil . . . und ich hoffte dabei wohl sogar, dies liebe Kind würde auch in alle Zukunft zwischen uns Beiden die alte treue Freund schaft sichern . . . Ich weiß nicht mehr recht, kann ich's wagen? Er lehnte mit dem Rücken am Fen sterflügel, ohne sich zu rühren. Ganz dumpf sprach er mitten in den hallen den Donner hinein: ...Herta!" Ja... Herta! Ich fand sie elend. verlassen. Ich las sie auf rn der letz ten Stunde ehe die Polizei sich ihrer annahm, annehmen mußte " Und wie mit einem plötzlichen Entschluß ging sie zur Thür und stieß sie auf. Die Kleine jubelte ihr entgegen Tante Lora ... wie schön es donnert . . Sie nahm das Kind an der Hand und führte es zu Prall. Im Zimmer war es fast dunkel geworden. Die Silhouette des Mannes hob sich scharf vom Fenster ab. Er stand noch immer reaunqslos. Aber in seinem Gesicht zuckte es. Und mit einem Male beugte er sich und hob die Kleine hoch und an seine Brust. Herta lachte ihm entgegen, wie damals, oben in des Grafen Zimmer. Ohne Furcht und Scheu. Der Hahn legt die Eier nicht. Onkel das hast Du nur so erzählt " Und sie lachte wieder, ihr glückliches Kinderlachen. Und goldene Eier gibt es überhaupt nicht. Aber schön kannst Du doch er zahlen Er sah ihr tief in die blauen Augen. Sie verstummte. Willst Tu wohl bei mir bleiben und Dir viele Geschichten erzählen lassen?" fragte er. Wie weich seine Stimme jetzt klang. Deine Geschichten sind schön. Aber dann muß Tante Lora auch hier blei ben.-
Tante Lora besucht uns Du.
Herta, kennst Du die wunderschöne Geschichte von der Regentrude, die m der Tonne sitzt? Sieh mal, wenn draußen so wie jetzt die Tropfen fallen und wenn der kühle Wind nach solch einem heißen Tage über uns hinweht " Frau Lora war bis an die Seite des Onkels zurückgewichen. In der Thür standen sie Beide nebeneinander. Der Greis flüsterte leise: Welch schönes Bild!" Lora sprach kein Wort. Und sie horchten, wie Eugen Prall mit sanfter Stimme sein Märchen erzählte bis zu Ende. Dann ließ er das Kind niedergleiten, aber er hielt es mit beiden Händen fest. Und der Blick seines einen Auges ging zu der jungen Frau hinüber und er lächelte seltsam. Ihr war's, als müsse sie an seine Seite treten. Meine liebe Freundin " sagte er, ich darf Sie nun wieder so nennen. Denn ick kann Ihnen wohl nicht anders danken, als mit dem Namen. Danken aber muß ich Ihnen." Seine Rechte ließ die Schulter Hertas frei und glitt zärtlich über die blonden Locken. Herta mag jetzt mit Ihnen gehen. Morgen aber möchte ich sie mir holen ich hab' ihr nothwendig eine Geschichte zu erzählen ... viele Geschichten, Frau Lora. Von bösen Hexen und von guten Feen und von der Sonne, die drüben eben wieder über unsrer Dächerflucht aufsteigt. Sonnenschein nach dem Gewitter. Gottlob man athmet freier ... Ich muß ja morgen so wie so be: Ihnen vorsprechen, denn ich habe Ihrem Herrn Gemahl allerlei geschäftliche Vorschläge zu unterbreiten." 17. Kapitel. nsre 5)ardi ist doch ein tapferes Mädel!" Der Geheimrath sagte es mit leisem Stolz. Er freute sich seines C Kindes und der Festigkeit, mit der Bernhardine zu Konrad hielt. Das ist sie. Eberhard." gab Lora zurück. Ihr freilich erschien diese Festigkeit an sich als etwas so Selbstverständliches, wie die Treue. Aber auch sie freute sich, wie Hardi gerade im Unglück gewachsen war. Das verwöhnte Kind hatte es Nicht leicht mit ihrem Konrad. Denn in dem Deckte drch. in's Grade und Ehrenfeste übertragen, mehr von der harten Art des Vaters, als sie ehedem geahnt hatte. Draußen in Fnedenau hatte er für sich und die Mutter eine winzig kleine Wohnung genommen. Dort wollte er. bis auf Weiteres beurlaubt, die Entscheidung auf sein Gesuch abwarten. Er lebte der festen Ueberzeugung, dah ihm der Abschied bewilligt werden müsse, und er wünschte nichts andres. Was dann werden sollte, darüber sprach er sich nicht aus. aber er saß Tag und Nacht über Büchern und Landkarten. In die Stadt kam er nicht. So fuhr Bernhardine hinaus. Und wenn sie in der Abenddämmerung heimkehrte, war sie matt wie ein Voelchen. Matt, aber nicht muthlos. Sie kam dann meist noch im Hut und Mantel zu Lora in's Wohnzimmer. schmiegte sich an die Freundin, erzählte das Wenige, Eintönige, was zu erzäh len war von der armen gebrochenen Frau dort draußen und dem stummen inneren Rmgen des Mannes, den sie nebte, und war glücklich, wenn Lora sie an ihr Herz nahm. Bei Hardi fand iedes Wort schlich ten Zuspruchs eine gute Stätte. J-hre Augen leuchteten immer schon hoffnunasfreudic? auf, wenn Lora ihr sagte: Hab' Vertrauen und hab' Geduld. Prüfungen müssen überwunden werden. Und, glaub' es mir, Du wirst diese schweren Tage noch einmal preisen. Denn erst in ihnen habt Ihr. Eonny und Du, Euch recht kennen gelernt. Was fröhliches Gluck zusammenfügt, muß sich erst im Unglück bewähren, wenn's ein langes Leben mit Sonnenglanz füllen soll." Um Hardi brauchte man ferne Sorge zu haben Aber um Willy sorgte sick Lora. , (Fortsedung folgt.) Sn der MagiNratssrung. .Meine Serren. der Springbrunnen im Park muß errichtet werden, und wenn er noch mehr Staub aufwirbelt." Anerkennung. Waschfrau (zum Dichter, der die Gewohnheit hat. auf seine Manschetten zu schreiben): Nein. diesmal hatten Sie aber wieder schöne Gedichte bei der Wäsch', Herr Doktor! Ach. und so traurig waren manche... Ich sag' Ihnen, meine Tochter hat immer nur vorgelesen und wir drei haben a'weint!"
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