Indiana Tribüne, Volume 28, Number 237, Indianapolis, Marion County, 29 May 1905 — Page 7
Krcrch I Q KOMU X 6 Hanns von Zobeltitz A
(Fortsetzung.) r Gnädige Frau, ich danke Ihnen herzlich, innig für Ihre Trostesworte. Auch im Namen von Mutter. Und Ihnen und Bernhardine für Ihr Kommen. Es ist edel und ist großherzig. Aber wir, Mutter und ich, dürfen uns keinen Selbsttäuschungen hingeben, wenn wir den Kampf um ein neues Dasein aufnehmen wollen. Wir bleiden mit ewigem Makel behaftet... und wenn man dem Schimpf auch Mitleid beimischt ... er wird nicht leichter . . . vielleicht könnte ich gerade das Mitleid am wenigsten ertragen " Er scböpfte tief Athem, und er preßte die Rechte auf die Brust, als schmerze ihn da etwas. Wir müNen alle Faden zerlcyneiden. die rückwärts führen müssen! Hier ist mein Abschiedsgesuch Seine Majestät kann keinen Offizier gebrauchen, dessen Ehre befleckt ist. Ich wollt den Brief soeben zur Post bringen... und dann gu Tir kommen, Hardi! Das ist das . . . Schwerste ... Ich wollte Dir noch einmal danken, Hardi . . . und dann . . . dann wollte ich Dir . . . und ich thu's jetzt hier . . . Dein Wort zurückgeben . . . und Abschied nehmen ... für immer . . ." Erst bei den letzten Worten schwankte seine Stimme. Schwer stützte er sich mit beiden Händen auf den Tisch . . . Er hatte noch immer nicht aufgesehen. Nicht gesehen, dah Hardi langsam näher gekommen war, mit hocherhobenem Kopf, so stolz und sicher aufgerichtet, als sei sie plötzlich gewachsen. In ihren Augen standen Thränen, aber sie lächelte. Und nun legte sie ihre Hände auf seine Schultern und sagte leidenschaftlich: Konrad . . . sieh mich an ... Du kannst kein Mitleid vertragen! Aber meine Liebe, Konrad, die wirst Du doch nicht zurückstoßen! Und wenn Du's thust, ich lasse Dich nicht! Gehst Tu mit Mutter weit weg, über's Meer ich gehe mit Dir! Ueberallhin, Konrad!" Er war zusammengezuckt, als er den Druck ihrer Hände fühlte. Das Abschiedsgesuch glitt auf die Tischplatte. Er wandte sich, sah ihr in die Augen. Ein Aufleuchten flog über sein Gesicht, ein. Sonnenstrahl. Toch gleich wurden seine Züge wieder hart. Ich danke Dir. Hardi! Vieltausenomal danke ich Dir. Aber Du kennst die Welt nicht. Das. was an uns haftet, geht mit uns. Das werden wir nicht los . . . und drum müssen wir's allein tragen, Mutter und ich. Das ist nichts für Dich, arM . . . solch ein Loos! Gott bewahr' Dich davor! Schande und Noth, kommt's hoch, harte Arbeit ! Gottlob . . . vielleicht auch Arbeit!" Er wollte sanft ihre Hände lösen. Toch die hielten fest. Ihre Augen leuchteten Ihr habt mich als Kind emgeschätzt, und Ihr hattet wohl recht. Aber nun nicht mehr. Jetzt bin ich star!. Reißt mich in Stücke, ich weiche nicht! Tu willst mich aus Mitleid freigeben nun, das Mitleid kann auch ich nicht ertragen. Tas Mitleid ist schlimmer als Schimpf! Ich halte zu Tir ich gehöre zu Dir! Wenn Du mich fortstößt, ich krieche Tir nach! Ich folge Dir bis an's Ende der Welt! Es sei denn, Konrad, geliebter Connn, daß Tu mir in die Augen sehen kannst und sagen: Ich lieb' Tich nicht " Und plötzlich reckte sie sich, mit einem Jubellaut, und umklammerte ihn, zog seinen Kopf zu sich herab, küßte ihn wieder und wieder Conny . . . Conny! Tu großer Thor! Siehst Du... das kannst Tu nicht sagen ... Du hast mich ja viel zu lieb! Und alles andre ... alles .. . alles... das ist ja Asche und Staub! Das bleibt tief unter uns! Mutterchen... komm! Hab theil an unsrer Liebe! Denn wir siegen Konrad! Ich weiß es! Wir siegen " 16. Kapitel. er Schnitter Krach mähte wei31 ter Gerechte und Uegerechte (3 traf der scharfe Ctahl seiner Sense, Schuldige und Unschuldige, Verführer und Verführte. Betrüger und Betrogene. Reiche machte er arm. Fleißige arbeitslos, Arme brotlos. Durch alle Kulturländer Europas zog er seine Straßen. Ueberallhin, wo die Produktion dem Bedarf zu weit vorausgeeilt war, wo die Spekulation künstliche Werthe geschaffen hatte, traf sein weitausholender Arm. Was nicht ganz gesichert und ganz gefestet stand, das stürzte. Aber im Sturz riß manch Schwindelbau auch die kleineren Häuse: neben sich nieder, die in ehrlicher Arbeit aufgerichtet waren. Denn der panische Schrecken, der vor dem unersittlichen Schnitter einherflog, lahmte auch die gesunde Unternehmungslust, lich jedwede Thätigkeit stocken, unterband das Vertrauen, vernichtete den Kredit. Nur sehr 'wenige hatten das Herannahen des Umschwungs der wirthschaftlichen Konjunktur rechtzeitig be-
merkt, die Ueberfüllung des Weltmark-
tes. die polttischen Schwierigkeiten m Südafrika und Ostasien richtig eingeschätzt. Nur ganz vereinzelte Stimmen hatten rechtzeitig gewarnt. So jäh kam der Rückschlaa, daß er die Mehrzahl unvorbereitet traf. Unvorbereitet die Großen in neu geplanten, immer weiter ausgespannten Unternehmungen: unvorbereitet den wohlbabenden Mittelstand in den Anlagen seines Kapitals, das der Staat und die Kommunen durch die Herabsetzung des Zinsfußes ibrer Anlehen den scheinbar ertragreicheren Industriepapieren zugetrieben hatten; unvorbereitet die Arbeiter, die da glaubten, der Aufschwung alles Gewerbes müsse ewige Tauer haben und ihnen immer hobere Lohne sichern. Nur wenige hatten rechtzeitig den unvermeidlichen Niedergang vorausgesehen. Aber noch wenigere sahen, als er nun bereinaebrocken war. mit ruhigem weitem Blick in die Zukunft. Sehr wenige erkannten klar, daß, uralte? Erfabrung gemäß, das Wirthe schaftlickie Leben der Völker in ewigen Wellenbewegungen dahinströmt. daß einer Periode des Aufschwungs unweigerlicl- eine solche der Ebbe folgt und daß sie wieder von einer dritten steigenden Fluth abgelöst wird. Ganz vereinzelt waren in der ungeheueren Masse der Muihlosen diejenigen, die da fühlten, daß heute, in unsrer Zeit gesteigerter Verkehrsthätigkeit, schnelleren Pulsschlages, auch Fluth und Ebbe in kürzeren Zwischenräumen aufeinander folgen müssen, die Gegensätze sich schneller ausgleichen, die Uebergäng'' sich leichter vollziehen zum Bösen, aber auch zum Guten Zu diesen wenigen gehörte Eberhard Möller-Sieghard. Er hatte das Ringen mit beschwertem Herzen aufgenommen. Aber mitten im Kampf um die Existenz und um die Ehre seiner alten Firma wuchsen ihm Vertrauen und Kraft. Er wußte freilich: die Schwingen waren nicht ganz sein eigen. Tenn es kamen auch ihm düstere Augenblicke, in denen er verzagen wollte. Aber wenn dann sein junges Weib neben ihn trat, ihm die Hand drückte, ihm in die Augen sah, dann schwanden Sorgen und Zagen. An der Freude und an dem Stolz, mit dem sie auf seine rettende Thätigkeit blickte, richtete auch er sich immer wieder auf. Tag für Tag in der schwersten ersten Zeit, in der sein Haus noch m allen Grundfugen zitterte. In allen Grundfugen. Tenn es war durch Willy mitten hineingerissen in den unheimlichen Strudel, in dem die wagehalsigen Gründungen von Salester und Baldin untertauchten, in den öffentlichen, in Teutschland fast beispiellosen Skandal beider Konkurse. Beispiellos selbst in diesen Tagen allgemeinen Schreckens: man zählte jetzt schon auf, daß an den Baldin'schen Unternehmungen über hundert Millionen, an der Salester'schen Bank an achtzig Millionen verloren gehen würden Ter Eeheimrath kam von einer Sitzung des Gläubigerausschusses. Im Treppenhaus traf er auf Excellenz Graban, der langsam die Treppe hinunterstieg. Ich war bei Tir wollte Tich sprechen, lieber Möller." Sie drücken sich die Hände, sahen sich in die Augen, und Beide fanden wohl, daß sie nicht jünger geworden waren in diesen Tagen. Auch der alte Kriegsmann hatte ja, wie cr sich ausdrückte: das verflixte Mausen nicht lassen können." Wenn Tu Zeit hast, Graban, komm mit hinauf. Schenk mir eine halbe Stunde." Und dann mit einer ungewohnten Hast: Warst Du im Militärkabinett?" Ja natürlich! Aber, lieber Möller aber!" Das Sprechen während des Treppensteigens wurde ihm schwer. Aber der andre faßte ihn fest am Arm und bat, wie angstvoll: Schlechte Nachrichten, Graban? ' N . . . ein? Es ist noch nichts entschieden. Komm nur." Lora wollte das Zimmer verlassen, als Beide eintraten. Toch ibr Mann hielt sie zurück: Bleib, bitte! Wir haben keine Geheimniiie vor Dir." Ja also, gnädige Frau ... ich hab' gethan, was ich konnte. Man hat ja noch immer so seine kleinen Verbindungen, wenn man auch längst zum alten Eisen geworfen ist. Der eine Abtheilungschef 'n Namen nenn' ich lieber nicht war mal Adjutant bei mir und ist mir ein klein bissel verpflichtet. Da hab' ich also hingehorcht. Aber, mir scheint's, als ob die Ansichten im Kabinett selbst schwanken. Na, das thun sie ja neuerdings häufiger. So der gerade, feste Kurs, wie wir ihn liebten, der... aber ich will mir den Mund nicht verbrennen. Und dann . . . es ist ja auch 'ne ganz vermaledeite Geschichte das. Ter arme Kerl! Tenken Sie sich ihn mal, Gnädigste, so im Offizierkorps! Da spricht denn mal einer frisch von der Leber weg, meint gar nichts Böses . . . mein Gott, irgend ein Wort über einen Schwindler und der Bedauernswerthe muh das anhören . . ." Excellenz, ich denke zu hoch vom Takte preußischer Offiziere, als daß ich das für möglich halten könnte " Ja doch . . . tausendmal ja. gnadige Iran. Aber die Möglichkeit bleibt. Und überhaupt ... ich glaube, selbst unser milder alter Allergnädigstet Herr hätte kaum das Abschiedsgesuch nicht bewilligt." Ter Geheimrath stöhnte: .Das find c i m . w. I i m Ad ooen icylecyle caazricyttNi .Vraoan.
N . . . ein, lieber Möller. Das nicht gerade. Dein armer Schwiegersöhn hat außerdem eine ganz vorzügliche Qualifikation . . . man verliert solchen Offizier ungern. Man hat ja auch allgemein Mitleid mit ihm, herzliches Mitleid . . ." Excellenz über öern Mitleid muß die Eerecbtigkeit stehen. Was kann Konrad dafür, daß sein Vater ein Betrüger war?" N...ja, schönste Frau! Blitzen Sie mich mir mit Ihren großen Augen an. Ich nehm's gern auf mich. Die Gerechtigkeit! Sehen Sie, Frau Lora, der Große König war gewiß ein gerechter Herrscher ... und in der berühmten Sache des Müllers Arnold hat er doch ungerecht entschieden. Mit der Gerechtigkeit ist das solch eiaene Sache. Sie mutz sich leider bisweilen unter dem Interesse der Gesammtheit beugen. Ganz ehrlich gestanden: ich kann mir den armen Konrad auch nicht recht als Mitglied eines Offizierkorps denken ... er hat selbst das ricktize Gefühl dafür gehabt. Aber . . . vielleicht, fast hoffe ich es, vielleicht spreche ich zu sehr aus den Anschauungen meiner Zeit heraus. Vielleicht ist man heute weitherziger . . . gerechter in Ihrem Sinne ... Uebrigens: die Gesuchslisten liegen Majestät bereits vor . . ." Lora lehnte am Fcnsterkreuz. Mit geschlossenen Augen. Und es zog an ihr vorüber wie eine Vision. Sie stand wieder Unter den Linden und sah den Kaiser vorüberrciten. auf seinem weißen Rosse, den strahlenden Adlerhelm auf dem Haupte; sah, wie er den Blick über die bunte Masse schweifen ließ scharf, durchdringend und doch so gütig Plötzlich schlug sie die, Lider auf: Ja, Erccllenz man' wird heute weitherziger sein, gerecht nicht in meinem Sinne, sondern in dem der allgemeinen Menschheit! Ich hoffe es... nein ... ich weiß es!" Ter alte Herr sah bewundernd in das schöne Gesicht, von dem es wie ein Leuchten ausging in diesem Augenblick der Erregung. Er wollte zweifelnd den Kopf schütteln. aber er that gerade das Gegentheil: er nickte Lora zu und trat zu ihr, um ihr die Hand zu küssen. Eberhard! Lieber Freund, sitz nicht so trübsinnig da. Wir wollen uns alle ein Beispiel nehmen an dieser tapferen klugen Frau. Beim e vigen Gott, das wollen wir !" Auch der Geheimrath war aufgestanden. Ja, wenn ich sie nicht hätte, Graban wo wäre ich," sagte er warm. Aber Lora lachte. Sie lachte, weil sie wußte, ihr Lachen hatte für ihn eine befreiende Kraft. Ich ich schwaches Frauenzimmerchen was
kann ich thun? Höchstens Euch Herren zum Frühstück einladen. Angenommen, Excellenz? Schön! Und nun. lieber Eberhard, was bringst Du Neues, Neuestes mit?" Er zuckte die Achseln: Wenig Neues und noch weniger Gutes. Von Baldin nur ganz vage Nachrichten. Einer der Kriminalbeamten, die ihn verfolgen, hat erkundet, daß er in Monte Carlo bei seiner Frau gewesen ist auf eine Stunde nur. Sie soll ihm die Tbür gewiesen haben. Dann ist er in Genua gespürt worden, und man vermuthet, daß er sich nach Chile eingeschifft hat. Im Uebrigen können wir alle uns noch nicht in dem unentwirrbaren Knäuel dieser Gründungen, Tochtergesellschaften. Aktienverpfändüngen, Wechselschiebungen zurechtfinden. Wochen, Monate werden wohl vergehen, ehe die Bücherrevisoren volle Klarheit geschaffen haben. Nur das scheint klar, daß Salester, der immer so selbstsicher war, im Grunde doch der Geschobene gewesen ist, von Baldin in's Verderben gezogen wurde. Fast dem gleichen Manöver, das sie dann mit Willy versuchten, ist auch er erlegen. Mit kleinen Engagements fing er an, und als er einmal Blut geleckt hatte, trieb er's dann, feiner ganzen Naturanlage entsprechend, in's Ungemessene." Er muß doch über alles orientirt sein." Salester seht dem Untersuchungsrichte? einen scheinbar unbeugsamen Trotz entgegen. Wenn er nur noch ein halbes Jahr Zeit gewonnen hätte, wiederholt er immer wieder, wenn man ihm nicht im unglücklichsten Moment die Kredite gekündigt hätte, würde Niemand einen Heller verloren haben. Die alte Phrase aller derartiger Helden. Ein charakteristischer Zug n?urde heute von ihm erzählt: Sein Wärter draußen in Moabit hat ihm thränenden Auges gesagt: .Herr Direktor... ich habe bei Ihrer Bank auch all mein bischen Erspartes verloren!' Da hat er den Mann von oben bis unten angesehen und hochfahrend erwidert: .Ihnen ist nur recht geschehen. Leute wie Sie sollen nicht SpckulationsPapiere kaufen!' " Graban lachte es klang freilich sehr gezwungen. Toch der Geheimrath selbst stöhnte schmerzlich auf: Das ist nicht das Wenigste, was mich drückt. Du, lieber Graban, Tu kannst Deinen Verlust schließlich noch verschmerzen. Aber die Tausende kleiner Existenzen, die bis in's Mark getroffen sind! Und daß dabei auch unser altes Haus mitgethan hat " Ist denn nichts zu retten?" Nichts! Oder doch ein ganz winzige? Prozentsatz. Ich wenigstens halte eine Rekonstruktion der unseligen Prometheusgesellschaft für unmöglich. Denn und das ist das Merkwür-
digste dieser ganze riesige Schwindelbau ist augenscheinlich nicht auf einer einzigen gesunden Basis aufgebaut worden. Selbst das vielleicht einzig Gute, dtf Vrall'scben Patente, find
jetzt durch die neue Erfindung Deines Freundes, Lora, weit überholt. Man sprach heute natürlich viel von dieser neuen Prall'schen Lampe. Der Mann in klug geworden und er verlangt jetzt eine runde glatte Million für sein Patent, unterhandelt mit einem englischen Konsortium ... er wird sie erhalten . . ." Lora hatte schweigend zugehört. Sie stand neben Eberhard, den Arm um seinen Nacken aeleat. Und die -alte Excellenz vergaß, indem er die Beiden ansät), eine eiaenen Soraen. Wie hatte er doch anfangs, gleich den av dern Hausfreunden, den Kovf aescküttelt, über die Tollheit des guten Eberdaro. Nun empfand er es: was in hundert und aberhundert Bällen beiden Fällen zum Unglück abgeschlagen wäre, hier, diesen Beiden, war es zum Glück geworden. Sie gehörten zusammen, sie ergänzten sich gegenseitig, der unterichieo oer Jahre war wie fortgelöscht Ter greise Skeptiker strich sich mit der umgekehrten Handfläche über den etwas struppigen, grauen Schnurrbart, der noch ganz nach der Mode von 1866 eine Neigung nach unten hatte. Er dachte an ein altes Wort und suchte darin des Räthsels Lösung: Das Weib trachtet unendlich mehr danach, glücklich zu machen, als glücklich zu sein." Das mochte dann auch solch eine Art eigenen Glücks geben Aber da begegnete wieder fein Blick dem stillen, ruhigen Leuchten in Loras Augen. Das sprach eine beredte Sprache und strafte ihn Lügen. Er sah es wohl. Es überkam ihn etwas wie Rührung. Und umdie nicht laut werden zu lassen, sagte er knurrend: Aber, Gnädigste, wie war das eigentlich mit dem Frühstück?" Es war nicht gerade ein heiteres Zusammensein um den Tisch im Eßzimmer, der so oft fröhliche Menschen versammelt hatte. Fräulein von Schotten reservirt, Hardi mit stark ge rötheten Lidern, wie jetzt immer; Maria Apelhode mit der kleinen Herta beschäftigt, Willy wie in starrer Verbissenheit vor sich hinblickend. Auch die junge Hausfrau so eigen sinnend Es half nichts, daß Excellenz Graban das Glas gegen Vater und Sohn hob, seinen geliebten Großen König variirend: Wir haben eine Bataille verloren, Herrschaften. Das nächste Mal schlagen wir den Feind auf's Haupt." Und dann kam noch ein, wie beiläufiges Wort des Geheimraths, das tief in alle Herzen griff. Er sprach es ganz leicht, und doch fühlten sie, wie schwer es ihm wurde: Jch war heute bei Lepke, Sie wollen die Versteigerung d?r Gallerie doch lieber erst auf Ende September ansetzen " Wiederholt hatte er Lora schon von dem Verkauf seiner Jtwer gesprochen. Nun er jetzt, hier, vor allen seine Abstcht, als Thatsache Umstellte, empfand sie es doch wie einen schweren Schlag. Denn sie wußte, wie ftkin Herz an der Sammlung hing. Willy war kreidebleich. Er biß die Zähne zusammen. Das Weinglas bebte in seiner Hand. Wieder suchte Graban einzugreifen und traf wieder nicht das Rechte. Ganz recht, mein lieber Möller! Friedericus Rex hat die Silberschüsseln des Krontresors auch anschmelzen lassen und den großen Silberbalkon aus dem Schlosse. Kommen bessere Tage, dann kauft's man eben wieder. Na . . . und dann kommt auch das gräßliche Bild aus dem Hause ... das von dem Franzosen, dem Rochegrosse oder wie der Kerl heißt ... das nackte Weib mit dep Ketten an den Füßen . . . .Goldgier' taufte es ja wohl unsre gnädigste Herrin. Hol' mich der Geier: mir ist's immer so unheimlich, wie eine Art von Schicksalsbild vorgekommen." Nach Tisch, als sie Beide allein waren, faßte Lora die Rechte ihres Mannes und sagte ernst: Ist es wirklich eine Nothwendigkeit, daß Du Dich von Deiner Sammlung trennst, Eberhards Versieh mich recht, Du Lieber ich seh' kein Unglück darin. Gar nicht. Wenn es Dir nur ein Tausendstel Deiner Sorgen abnimmt, thu es ja. Und, ich bitte Dich, nimm meinen Schmuck dazu. Mich schmerzt es nur, weil es Dir weh thun wird . . Er schüttelte den Kopf. Eine unbedingte Nothwendigkeit, Lora, wär's wohl nicht. Wir kämen auch ohnedem an's rettende Ufer ... obwohl Willy, von allem andern abgesehen, WechselVerpflichtungen eingegangen ist, die mich schwer drücken. Aber schwerer drückt mich noch die Lage vieler kleiner Klienten unsrer Firma, die im Vertrauen auf unsre unbedingte Solidität in "den großen Wirrwarr mit hineingerissen wurden. Und um hier zu retten, zu helfen, wo es möglich ist, möchte ich kein Mittel scheuen. Was ist denn schließlich der flüchtige Genuß, den ich den wir einmal in der Gallerie haben, gegen das Bewußtsein, auch nur eine wirthschaftliche Existenz gerettet zu haben!" (Fortsetzung folgt.) V. " I n H a w a i dürfte in Bälde die Gummiproduktion eine einträgliche Industrie bilden. Die versuchsweise dort angepflanzten Gummibäume sind prächtig gediehen und versprechen einen reichen Ertrag.
Allerlei fkr's HanS.
Möbel-Politur. Man lasse eine Unze Alkannawurzel mit 5 6 Eßlöffel voll Leinöl in einem Topfe über gelindem Kohlenfeuer langsam sieden, bestreiche mit der erkalteten Flüssigkeit die Möbel und reibe diese 24 Stunden später ab. Oder man mische zu gleichen Theilen Alkohol, Terpentinöl und Pottasche, setze dieser Mischung etwas heißes Wachs hinzu und rühre das Ganze mit einem glatten Holzstäbchen wohl durcheinander. Die Mischung trägt man mit einem feinen Schwamm auf und reibt sie alsdann mit einem Stück Flanell. T h e e f l e ck e werden mit lauwarmem Salzwasser gewaschen und dann drei- bis viermal geschwefelt, das heißt, der Einwirkung der durch brennenden Schwefel entstehenden schwefligen Säure ausgesetzt. Wachs- und Stearinflecke werden durch eine Mischung von zwei Theilen Spiritus, einem Theil Terpentinöl und einem Theil Benzin rasch und sicher entfernt. Gegen Sodbrennen nimmt man mehrmals einen Theelöffel voll gebrannte Magnesia, auch das Tnnken von Selters- oder Sodawasser ist zu empfehlen. GegenMagendrücken. Man trinke bei Tische ein Glas kräftigen Rothwein oder nach Tische sogleich eine Tasche schwarzen Kaffee mit Rum. Vorhandene Säure im Magen wird durch doppelkohlensaures Natron getilgt. Das be st Zahnpulver ist Weizenmehl, gebrannt und gepulvert, ha es Zahnfäule völlig aufhält. Frisch gemangelte oder gebügelte Wäsche lege man einzeln in einen trockenen, erwärmten Raum zum Ausdünsten und Nachtrocknen auseinander, wodurch vorzeitiges Mürbewerden und Stockflecke vermieden werden. Nur wenn die Wäsche vollständig trocken ist. räume man sie in die Schränke etc. ein. Die zuletzt benutzte muß stets unter die noch im Schrank liegende kommen, damit alle Stücke derselben Sorte gleich oft gebraucht werden. Das Reinigen vonAlabast e r s a ch e n geschieht in lauwarmem Seifenwasser mit einer kleinen harten Bürste. Sie sind in klarem Wasser nachzuspülen und trocknen dann von selbst. Bei lackirten Gerathen und japanischen Holzwaaren erfolgt die Reinigung mittelst einer lauwarmen Boraxlösung. Die Sachen werden sodann gespült, abgetrocknet und mit dem Ledertuch blank gerieben. Um den gelblichen Ton echter Spitzen zu erzielen, werden dieselben durch ganz schwachen Kaffee - Aufguß gezogen, auf einem Kissen mit Nadeln festgesteckt und getrocknet. Zink - Badewannen putzt man gewöhnlich mit einer verdünnten Salzsaurelösung. Da es aber nicht jedem angenehm ist, Gift in seiner Wohnung aufzubewahren, und außerdem bei dieser Behandlung das Metall angegriffen wird, empfiehlt sich folgendes Mittel: Man nimmt weißen feinen Sand und etwas Salmiakgeist und reinigt und putzt auf diese Weise rasch die Wanne blank. Selbstverständlich kann man auf diese Weise auch andere Zinngegenstände reinigen. Feillere Ztnnsachen putzt man mit Schlemmkreide und Salmiakgeist. Waschwasfer gegen Sommersprossen. Sommersprossen lassen sich nicht gänzlich vertreiben, wohl aber entfärben. Feingeriebener Meerrettig in einer Glasflasche mit scharfem Weinessig Übergossen und so 24 Stunden wohlverpfropft stehen gelassen, wird mit Erfolg angewendet. Bestreicht man die Sommersprossen hiermit vor dem Schlafen, so werden dieselben nach ungefähr 14tägigem Gebrauch fast ganz verschwunden sein. Zum Vorschein kommen die Sommersprossen alle Jahre wieder, worauf man wieder zu derselben Kur schreitet. Glanzflecke aus schwarzem Kaschmir beseitigt man leicht durch Reiben mittelst fchwarzwollenen Lappens, den man zuvor in starken, schwarzen Kaffee getaucht hat. Braun gewordene Theekönnen. Man thut heißes scharfes Sodawasser in die Kanne und läßt die Lauge mehrere Stunden darin stehen. p Dann scheuert man die Kanne mit der Lauge aus und spult sie mit remem Wasser nach. Um ausgelassenem Schweineschmalz einen äußerst angenehmen Geruch und Geschmack zu geben, setzt man ihm einige Zwiebeln und geschälte Aepfel zu (beides mehrere Male durchschnitten), außerdem einige Pfefferkörner und etwas Nelkenpfeffer. Auf ein Pfund Schmalz gehören ungefähr ein bis zwei Zwiebeln und zwei Aepfel. Die Zwiebeln werden erst hin zugethan, wenn das Fett beinahe fertig ausgebraten ist, die Aepfel etwas frü her. Bei Gänsefett, mit Schweinefett gemischt, ist genau dasselbe Verfahren zu beobachten. Um Falten auö Kleidungsstücken, welche längere Zeit gedrückt gelegen haben, zu entfernen. genügt in den meisten Fallen das Auf hängen der in feuchte Tücher eingeschlagenen Kleidn in einem Keller. Sehr dichte Gewebe und Seidenstoffe werden am besten geplättet, nachdem man sie mit feuchter Leinwand unter-
Feuer - Signale.
?nmlv und Kartat I Snglish' Dvem$au 5 Eafl und Rv, York ' Noblk und Michlgan 1 N. Jcilry u. Mag 3U Pine und Nvrch Vtastet und Pine i Lenncnt nahe ttasl No. 8 SpNtzenhauS Vtaff Ac nahe Nble i Deiawanund Salnut . Jersey u Sentral A, e Rast, und Sorr.e? Sv 5 ZK m.d 11. Strafe ? Park Ave und 1? StJ Tolumlna undHlllsid ? Highland Ave u. Pratt i Jlllnoi und Et. I 3 Hennsylv. und Pratt 4 Äeridian und ll. Etr I 5-o. 5 Spritzenhaus IS. nahe Jiiinois I Senate Ave u. LtElai? 1 JUtnsis und Vnchigan Pe svlvania und 14. 2 Senate Sve. und li. 5!s. 1 Spritzenhaus JnoZldenccheich,gcm i Veridia und Walnut i Califorma u Vermont k Bake und New Kort Ind. v. u. St. lat? 7 City Hospiuu 8 Blak und North 9 Michigan und Lne , No. Svrltzenhau Sasdingten nah tot. i Ssndorf u Wash Missouri u New Fort 6 Meridian u Wash Jlllnoi und Ohw 1 eapltol Av. u Wash A Smgan'S PorthauA - Straßenbahn Gtöll W. Wqshinatoq.Stt Ro. 10 Spritzenhaus Jllino u errill Jllino u Louistana West und South 4 Oeft und McSartv Senat Ave, u Henry 7 ertdian und Rah 2 5to. 4 Spritzend adison v. u orrtS adiion kv.u Dunlop o Haken LeiterhauS South nah Delawar Pm.u errill a Delatvan u. ZktiZartx 38 W4 und W 99tv Jrsh u 9crri8 m Birg. Av. u radshiW aft und Prospekt icking und Higtz l 9to. ll Spritzenhauk Sir ve. nahe Hur 71 aft und orgw 71 Ledar und (Sin 74 Davidson u Seorgta r English Av. u Pin 76 Eheldh und Bäte No. 3 Spritzenhau Prospect nah Shlvtz 1 Fletcher v. u Shelby Market u. Rew Jersey Delaioar und Wash. st u Washington New York u. Davids !5 kaubstummm Anstalt 5 er. Staaten Arsmal " Orient! und WaA. Fraucn-Resormat. 't No. 13 Spritzenhaus Maryland nah Mer. 1 Meridian x eorqia. 5 Meridian und Louth '4 Pennshl) u. Louistaus Sirssini Av u, Atav. ' Hauptquartier. 7 Grand Hstel. Capital se und 0h! ?lo. IS Sphtzenhaul l. und Ah. ?! Alabama val I. 15 Eentrsl Ave und IS, i9 Jande und IS. i Srookside und Juyit S Centra! Av und 17. Delstvare und IS. S Alaboma und li. .2 Bellksontatne und 5. I College Are und t. S Dekan? an und 13. 5? A!aba?ut und Nerth iletrmann und 19. 38 College S!ve und 14. m Cornell A und 13. ü ZZilndeS und 19. -.i H.zhlsnd Ave und 10. i Tenimseh und 10. 6 Ne Jersey und 33. Zllöord nnd 17. :7o. 8 Spritzenhaus Hillfid Av und I, ü College Ave und t. Ssllege Av und 7. Park Ave und 5. ?s L S u. W ahn n. 33. 54 Raarsey Av und !. 66 Stoughton u Newma ii Ätlas und Pike. . 8 Blovd und Paiopaw. ss No. 31 Epritznhan Brightwosd Ji Ä.'den und Depot 55 Brightwood und 33. H Nural und Sloyd V St. Clair u. eystom 37 Arsenal Ave und 33. 8 llefdntaine und 313 5pttal Ave und 37. 13 Pamsylv. .ttoftias 314 Jllkuna nd m. 815 Senat ve und n. 16 Pennsylvania und 21 817 Meridian und 1. 218 Capital Ave und 2. 219 Broadway und 10. 831 Jilinois und 3ttc2eh 134 No. 14 Spritzenhau Nenwood und 30, 335 Illinois und 35. 6 Annetta und 3Y 327 No. V. Spritzend Ude'l und Rad 338 Udel! Ladber or 339 Jsabel und 37. 341 Meridian und 24. Juino u St. 9let 243 Eldridge und 23 313 Wcst uud Walnut 313 Lest und 12. 314 Howard unv 1&. 315 Tollet und Pa 16 Eapital Av und 317 Northweftcrn ve ' 819 Gent und 1. 319 Kanal und 10. 3 erealin WorkS 324 Vermont und Lynn 325 BiKmarcku Srandv'.etz 32 No. 80 Spritzenhaus Haghmlle. 27 Michigan u. HolmeS, 38S Vtichigan u. Ccncer 141 West und eJntyn 412 Vistouri u. Mary land 413 Missouri und fthio 415 Kapital xi. HeorgtO 416 Missouri u Nenruckh A. 417 Senate Ave u. Wash. 431 P und E fhmfciaul . Washington. 429 Jrrkn-Hospital. 434 Milev Av u. 3 T u& 425 Wash nnd Harr 426 No. i Spyenhaut . Washrigtvc' 427 Oliver und virch 48 Oliver und Osaoed 429 Nordyke und Von 431 Hadley Av u. Vorr 432 Rtver Ave u. Morri 4 Niver ve und Nah 455 Harding u. Big 4 ? 430 Harding und Oliv 417 0. 19 pritzenhaZ Morris und h I I N0n und in Hoyxutz und ba 403 on und J98M 66 Kunden und ti-V 457 RordtzSk ve a. 3M mtm Works 12 Best d Rah BIS entuckhvu.AD' 814 Meridian und MorrW 510 JlNnotS und Jtartal (17 Morris und Dalota 516 MorriS und Ehurch 019 Capital Z fkfarv 681 Meridian und Pal IM Pine und Lord 524 Madisor. Av u Llncsi IM Meridian und Velt R? 7 EarloS und Slay 528 Meridian und An? 20 .eridian u. Skavsnd 631 Meridian u. 3fcan 633 No. 17 Spritzende orri nah West 2 McKernanund txu 018 Saft u. Sincotn &4H 614 East und Beeche? 16 Wriaht uno Saumes 17 McSarty und ttrq 18 R Jersey n Spruce und Prs?P? 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Die fo bezeichneten Signale werde ma ächter angegeben da an d H3W3O euzungen keine Alarmkösten anflebencht send. u i n 'apanll ches E hepaar hat in einem New Forker GastHof Selbstmord durch Erschießen begangen. Die Veranlassung zu der blutigen That ist allem Anschein nach ein starker Verlust gewesen, welchen der Mann auf dem letzten Rennen bei New York erlitten hat. Eine Menge Zeitungsausschnitte, die sich auf die Favoriten" jenes Rfnnens bezogen, und Notizen, in den Geldsummen verzeichnet stehen, laffen errath, daß der Mann unglüälich gewettet hatte. Eine Anzahl im Besitz des Todten gefundener Schriftstücke in englischer und deutscher Sprache läßt erkennen, daß er eine gute Erziehung genossen hat und ungewöhnlich philosophisch veranlagt gewesen ist. Der New Dorker japanische Gener alconsul vermochte das Paar nicht zu idttltifi-iren.
legt und mit FiltruSüpur bedeckt hat.
