Indiana Tribüne, Volume 28, Number 237, Indianapolis, Marion County, 29 May 1905 — Page 6
Jndiana Tribünc. 29. Mai 190
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ßirnfep Im&S&wSm B vi l U pv i m. W Bl- rBBByM Aug. Diener,
Europäische Nachrichten.
Hftovma ZSrandenvrg. Berlin. Mit Alaun vergiftet hat sich die 22. Jahre alte Dienstmagd Emma Brose, die in der Löwestr. 16 in Stellung war. Sie hatte vier Iahre lang ein Verhältniß mit einem Sattler, der sich jetzt mit einem anderen Mädchen verheirathen will, und wollte diese Wendung ihres Schicksals nicht überleben. Vor einiger Zeit bezing Dr. med. A. Korn, Hallischestütze 22, fein Mjähriges DoktorjubiIcurn. Er ist seit 1869 hier als Arzt und war vielfach wissenschaftlich und gemeinnützig thätig, insbesondere auf dem Gebiete der öffentlichen Gemndheitspflege. Musikdirektor Otto Dienel, der Leiter der Marien-Con-certe, ist nach längerem, schwerem Leiden sanft entschlafen. Er war durch die von ihm zuerst hier eingeführten freien Orgelconcerte in weitesten Kreisen bekannt geworden. Der 22jährige Student Hans Ackenhausen, Sohn eines im Südwesten wohnhaften Kaufmannes, der seit October K Js. in Darmstadt seinen Studien oblag, hat sich in seiner dortigen Wohnung erschössen. Die Beweggründe zu der unseligen That sind nicht bekannt. Beim Spielen überfahren und getödtet wurde der 6 Jahre alte Sohn Erich des Oberpostassistenten Stahl aus der Fidizinstraße 27. Traurige Folgen hat ein Streit gehabt, in den ein Kutscher Friedrich Bohnenstengel, Henningsdorferstraße 11, mit einem Straßenreiniger gerieth, als er über die Marschallbrücke fuhr. Bohnenstengel wollte im Verlauf des Wortwechsels seinen Gegner mit der Peitsche schlagen, die Schnur fing sich aber in seinem Besen, und da nun keiner von beiden loslassen wollte, so wurde er vom Wagen gezogen und erlitt einen Oberarmbruch und andere Verletzungen. Obwohl diese nicht unmittelbar lebensgefährlich waren, so starb er doch im Krankenhause Moabit an ihren Folgen, da Wundfieber hinzutrat. 200,000 Mark überwies dieser Tage Kommerzienrath Fraenkel aus Anlaß seiner silbernen Hochzeit dem hiesigen Magistrat für eine milde Stiftung. B e l z i g. Der Weichensteller Richter hierselbst wollte den Bahnkörper überschreiten. Nachdem er die Weiche umgestellt hatte, siel er nieder und wurde vom Zuge zermalmt. Er war sofort todt. Groß - Lichterfelde. Dr. Hermann Schwenaberg, Mitglied der Ober - Militär?raminations - Commission und früher Professor an der Haupt - Cadettenanstalt, ist hi in seiner Wohnung nach langem schmeren Leiden im 62. Lebensjahr gestorben. K o t t b u s. Arbeiter Haschick wur'de nach ein,em unbedeutenden Streit in einem Restaurant vor seiner Wohnung
von mehreren Personen überfallen und durch Messerstiche lebensgefährlich verwendet. Rixdorf. Im Hause Prinz Handjerystraße 60 hat die 41 Jahre alte Schuhmacherfrau Anna Jupke ihr zweijähriges Söhnchen mit einer Zuckerschnur erdrosselt und sich dann im Bett auf gleiche Weise ums Leben gebracht. Frau Jupke ist schon seit längerer Zeit nervenleidend und ttrnite häufig von den furchtbarsten Kopfschmerzen geplagt. In letzter Zeit häuften sich diese Anfälle, so daß die unglückliche Frau ganz verzweifelt war. Senftenberg. Von einer Sokomotive wurde hier der Rangirmeister Jakubasch aus Thamm überfahren und derart schwer verletzt, daß er bald starb. Woldenberg. Vor einiger Zeit ertrank im nahe gelegenen Hermsdorfer See der zwölfjährige Sohn des Arbeiters Hamann beim Angeln. 'F'rc'Dinz Hstpreußen. Königsberg. Hier wurde die Wit'.we Böhm verhaftet, die ein ihr zur Pflege übergebenes Kind im Ofen verbrannt haben soll. A l l e n st e i n. Das hiesige Schwurgericht hat den 19 Jahre alten Wirthssohn Wilhelm Radzick wegen Vatermordes zum Tode verurtheilt. In der mehrtägigen Gerichtsoerhandlung wurde festgestellt, daß Radpzick am Abend des 14. Juli 1904 seinen Vater, der sich auf dem Heimwege nach Willenbcrg befand, meuchlings erschössen hat. Die Mutter des Verurtheilten ist unter dem Verdachte der Anstiftung zum Morde verhaftet worden. D i s s e l w e t h e n. Das ohne Aufsicht in der elterlichen Wohnung zurückgebliebenen Zjähige Kind desGärtners Starat war dem Ofen zu nahe gekommen. Die Kleider fingen Feuer, und das arme Kind starb infolge der erlittenen Verletzungen. G e r a u e n. Ertrunken ist der acht Jahre alte Sohn des Maurers Schulz von hier. Um sich den Weg abzukürzen, ging er über den See, wobei er in eine Wuhne hineingerieth. Da der Vorfall unbachtet blieb, konnte ihm keine Rettung gebracht werden. Die Leiche des Kleinen wurde geborgen. L o tz e n. Kürzlich wurden hier zwei Männer von einem Zuge überfahren und getödtet; der eine ift der Bahnarbeiter Sadowski aus Sulimmen. der andere ist unbekannt. Mühlhausen. Ein schreckliches
Ende nahm der Scharwerker Will aus Slodien. Will holte von unserm BahnHof Kohlen. Auf der Rückfahrt fiel er kurz vor seinem Ziele vom Pferde und blieb in dem Steigbügel hängen. wobei er eine Strecke fortgeschleppt wurde. Da platzte der Steiabüael, uno 2LM ftei zur Erve, wooel ujm das schwerbeladene Fuhrwerk über den Kopf ging und ihn zermalmte. P i l l k a l l e n. Vergiftet hat sich in seiner Wohnung der frühere Gutssitzer Emil Puchner. Puchner hatte fein Gut vor längerer Zeit verwirthschaftet und war in der letzten Zeit als Schreiber ve! einem Nechtsanwatt beschäftigt. Mit dem alten Mann zusammen arbeitete dort ein junger Schreiber. Da dieser in den Bureauarbeiten viel erfahrener war, kam es oft zu Auseinandersetzungen, die schließlich vor der Wohnung des Rechtsanwalts zu Thätlichkeiten führten. Puchner verletzte mit einem Spazierstock seinen Gegner im Gesicht. Da der Geschlagene ihn zu verklagen drohte, nahm Puchner Gift. Sen s bürg. Der Schornsteinfegermeister Abel von hier ist beiAusÜbung feines Berufes vom Dache des Schulhauses in Pustnik heruntergestürzt und nach kurzer Zeit gestorben. Provinz Westpreußen. Danzig. Der Arbeiter Mathias Nowack aus Johannisdorf war kürzlich hi?r eingetroffen, um seine neue Stellung als Koch auf dem Flußdampfer Brahe" anzutreten. Er begab sich zunächst an Bord des Schiffes, ging jedoch später noch einmal zur Stadt, um sich noch verschiedene Kleinigkeiten zu besorgen. Als er auf den Dampfer zurückkehrte, glitt er vonder Planke aus und fiel ins Waer. Zwar wurde er sofort herausgezogen, doch hatte er bei dem Sturze sehr schwere innerliche Verle.tzungen davongetragen, an denen er starb. G r z h w n a. Durch das Spielen mit Streichhölzern ist wieder ein Unglück geschahen. Der neunjährige Sohn des Bahnwärters Streuer hier spielte auf dem Heuboden mit Streichhölzchen und warf ein solches brennend ins Heu, welches sofort Feuer fing. Aus Furcht versteckte sich der Knabe auf der anderen Seite des Bodens. Als das Feuer entdeckt und auch bald gelöscht worden war, fand man den Knaben erstickt vor. Konih. Der Kronenorden 3. Klasse mit der Jahreszahl 50 ist dem Kanzleirath Laudon hier aus Anlaß seines 50jährigen Dienstjubiläums verliehen worden. M a r e e s e. Sein öOjähriges Meisterjubiläum feierte in voller Rüstigkeit der hiesige Tischlermeister Abraham. Der Vorstand der hiesigen Tiscklerinnuna brackte dem unisnr unter Ueberreichung eines Andenkens die Glückwünsche der Innung dar. Mahren. Einen unglücklichen Fall that der Rentier Martin Priebe von hier. Er zog sich dabei innere Verletzungen zu , woran er nach kurzer Zeit starb. S t u t t h o f. - Die goldene Hochzeit vergessen hatten im vorigen Iahre die Tischler Lingmannschen Eheleute von hier. Dieser Erinnerungstag hätte am 9. Februar 1904 gefeiert werden können, aber erst dieser Tage ging die Feier vor sich. Pfarrer Michalik aus Steegen überbrachte dem Jubelpaare das übliche Geschenk von 30 Mark. S a g o r s ch. Der Arbeiter Theodor Schlaß fand in der hiesigen Radtkeschen Schneidemühle den 11jährigen Sohn Gregor des Arbeiters Josef Strezewski von hier unter einem Schwungrade am Gatter todt auf. Die Ursachen des Unfalls sind nicht aufgeführt. Provinz 'Aornrnern. Stettin. Auf Veranlassung der Landwirthschaftskammer der Provinz Pommern ist für langjährige treue Dienste in der Lanwirthschaft eine große Anzahl Auszeichnungen an Gesinde und Arbeiter hiesigen Kreises verliehen worden. Die silberne Medaille haben erhalten: Karl Krause, Karl Kanzenbach, Michael Schöning, Rudolf Lohf, Wilhelm Ruske, Karl Kempf in Megow, Michael Spöhr in Sallentin, Friedrich Papendorf in Leine, Ferdinand Röhker in Reugrape; die bronzene Medaille: Wilhelm Bergemann in Vorwerk Malwinen, August Ladewig, Johann Beirow, Gottfr. Röhl, Daniel Hinz in Megow, Johann Dietert.WilHelm Kuck, Gottfried Brederlow in Sallentin, Wilhelm Büttner, August Lübke in Leine, Karl Berthow in Neugrape und Ferdinand Bergemann in Pyritz. B ü t o w. Von einem Zuge wurde in der Nähe der Sebnitz zwischen hier und Pomeiske der Landwirth Naumann mit seinem Gefährt überfahren. Die Chaussee läuft dort neben der Eisenbahn her; vor dem herankommenden Zuge scheuten die Pferde und wurden von dem Zuge erfaßt und getödtet. Der Wagen wurde zertrümmert. Naumann wurde in das hiesige KrankenHaus gebracht, wo er seinen Verletzungen erlag. G a r tz. Eine schreckliche Art, sein Leben zu enden, hat sich der Handelsmann Schröder ausgesucht. Er begoß sein Bett vollständig mit Petroleum, legte sich hinein und zündete es an. Als die Hausbewohner, durch den Qualm aufmerksam geworden, die Zimmerthür erbrachen, gelang es, den Brand zu löschen, aber Schröder hatte
veretts einen qualvollen Tod erunen,
man fand nur noch seine halbverkohlte Leiche. K ö s l i n. Das hiesige Schwurgericht verurtheilte den zwanzigjährigen Arbeiter Gustav Pommerening wegen Raubmordes an dem Bäckergesellen Röblitz zu 121 Jahren Zuchthaus. P ü st r o w. Vor einiger Zeit brannte hier das von den Bauern Korduan und Kosanke gemeinschaftlich bewohnte Wohnhaus nieder. S t a r g a r d. Letztens wurde am Schlachthof in der Jhna die Leiche des s. Zt. von hier verschwundenen Arbeiters Bartelt ausgesunden; es liegt unzweifelhaft Selbstmord vor. Swinemünde. Im Februar d. I. verschwand plötzlich der Castellan Wilhelm Schmiege! von hier. Dieser Tage wurde seine Leiche geborgen. Zwei junge Leute bemerkten eine Leiche im Strom treiben, nahmen ein Boot, ruderten heran, machten die Leichi mit Hilfe eines Taues fest und schleppten sie ans Bollwerk. Die Leiche wurde als die des Vermißten festgestellt. W e n d o r f. Selbstmord verübte die hier wohnhafte Arbeiterwittwe Matern, welche als Leiche in dem zum Gute Voigtshagen gehörigen Torfmoor aufgefunden wurde. Schwermuth und Lebensüberdruß infolge arger Nothlage dürften der That zu Grunde liegen. Provinz Schresig-Lbcrstein. E l m s h o r n. Dem pensionirten Postschaffner Peter Münster Hierselbst ist das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden. Hadersleben. Erschossen hat sich der hiesige Zimmermeister Tost. K u l p i n. Arbeiter Flink wurde von dem Göpelwerk einer Dreschmaschine an den Kleidern erfaßt und so schrecklich zugerichtet, daß er auf dem Wege nach dem Krankenhause starb. Er hinterläßt eine Wittwe mit fünf unmündigen Kindern. Kiel. In der hiesigen Essigfabrik von Stölting entstand Feuer, das das zweite Geschoß und einen Theil des ersten Stockwerks zerstörte und erheblichen Materialschaden verursachte. Todtgefahren von einem Wagen der elektrischen Straßenbahn wurde die dreijährige Tochter des Mechanikers Reinsch. Das Kind lief beim Spielen am Knooperweg kurz vor dem Wagen Über das Geleise und wurde ersaht und getödtet. Nordhast ed. Hauptlehrer und Organist I. Meyn hierselbst (Segeberger Seminarist 186265) feierte sein LSjähriges Ortsjubiläum. Sarlhusen. Das Fest ihrer goldenen Hochzeit begingen hier die Eheleute Peter Carstens und Frau. T L n n i n g. Die Wittwe Andres hier, deren Mann erst kürzlich gestorben ist, wurde dieser Tage wiederum in große Trauer versetzt, indem sie die Nachrichl erhielt, daß ihre beiden Söhne, die in Finkenwärder als Fischer thätig waren, ertrunken seien. W e st e r l a n d. Der hiesige Ort feiert in diesem Jahre sein 50;ähriges Bestehen. Wippendorf. Dem hiesigen Gemeindevorstehe? Heinrich Lammers wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. W i l st e r. Dieser Tage feierten Rentner Holm und Frau hierselbst im Kreise einer großen Familie das Fest der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar steht im Alter von 72 bezw. 78 Iahren. Seit 23 Jahren wohnt es in der Stadt. Letztens brannte das am Steindamm belegene Gewese desLandmannes Braker vollständig nieder. Eine größere Partie Futtervorräthe verbrannte. Ueber die Ursache des i,-rs ist nickits bekannt. ?i Der Oltopus als Nahrungsmittel. Von Italien wird in glaubwürdiger Weise berichtet, daß dort der Oktopus, ein großer achtarmiger Seepolyp, vielfach als Nahrung dient. Seine langen Tentakeln (Fangarme) werden in der Quere zerschnitten, sodaß sie als einförmige Stücke auf den Tisch kommen. Will man diese Molluske am Tage fangen, so lockt man sie aus den Spalten der Uferfelsen mittels eines Stückes rothen, an einen langen Bambusstab gebundenen Flanells, das der Oktopus zu fassen sucht und wobei man ihn mit einer dreizinkigen Gabel anspießt. Beim nächtlichen Fange befestigt man ein eisernes Gefäß, aus dem eine helle Holzflamme auflodert, am Bug des Bootes. Der Feuerschein lockt den Polypen an, und damit ist sein Schicksal besiegelt. Das Holzfeuer hat man in der letzten Zeit durch Azetylengasflammen ersetzt, die ein weit helleres Licht geben. Die ersten, die sich dieser Lichtquellen bedienten, haben überraschende Mengen des Seepolypen erbeutet. Jetzt benutzt man das Azetylengas zum Oktopenfange, schon fast ganz allgemein. Der auch da und dort an den Westküsten Europas vorkommende Oktopus soll der Fischerei durch Verzehren der Fischbrüt großen Schaden zufügen. Schwierige Frage. Lehrer: Alle Hauptwörter mit dem Artikel das" sind fächlichen Geschlechts. Was für ein Geschlecht hat also das Kind? Sag es mir, Sepperl!" Sep perl: Ja. da muß mir der Herr Lehrer z'erft sagen, ob's Kind a Madel oder a Bua js'
Polizeihunde. Jtercffante Drüsuug vierbeinig Sicherhcitwächter -Hund für den jarcn. Unter zahlreicher Betheiligung der Polizeibehörden, zahlreicher Offiziere und Interessenten fand kürzlich auf der Hasenhaide bei Berlin eine Prüfung von Polizeihunden statt, wobei sich namentlich die Hunde der Polizeidirektionen in Braunschweig und Altona hervorthaten. Die vorgeführten Thiere mußten ihre Kenntnisse auf dem Gebiete der gewöhnlichen Jagdhunddressur, ferner im Bewachen eines tZegenttandes, im Aufsuchen, Verfolgen und Stellen von Verbrechern, Fassen auf Befehl und zur Vertheidigung des Führers und im Folgen einer Blutspur beweisen. Besonders gut gelang mehreren Hunden die Verfolgung eines als Strolch verkleideten Mannes, dem sie aucb über eine ß hohe Bretterwand nachsetzten. Dagegen Zeigten sie beim Verlorensuchen eine große Nervosität. die von den Fachleuten auf die AnWesenheit eines zu zahlreichen Publikums zurückgeführt wurde. Jedenfalls bewies die Prüfung, daß die Hunde als Begleiter von Polizeibeamten r. unübersichtlichen Geländen werthvolle Dienste leisten. Am glänzendsten bewährte sich der in unserm Bild wiederaegebene Hund Luchs II des Polizei-Jnspektors Bus-
L ' fr?) vliN X5r -jd
" T ' ' , ... - 5 'm jx , fci V. - j &' v&kOSF&Z rrrvT5-;j - , .- . . Sprung über die Bretterwand. fenius aus Braunschweig. Ein Verwandter dieses Luchs, sowie ein Abkömmling des berühmtesten aller Polizeihunde, des Mörderentdeckers Har ras, wurden kürzlich von Inspektor Vussenius an den Zarenhof nach Zarskoje Selo geliefert, wo sie bei der Bewachung des Selbstherrschers aller Reußen Verwendung finden. Z'rcigrbigcr Admiral. Die Priscngcldcr Bowman . M?Uas und ihre generöse Verwendung. Indem der Rear-Admiral Bowman H. McEalla seine aus dem spanischen Kriege erhaltenen Prisengelder dazu verwandte, um die Fertigstellung des unlängst in Vallejo. Kal., eröffneten Klubhauses für die Matrosen der Ver. Staaten-Marine zu sichern, hat er sich unter den Theerjacken" zahlreiche Freunde erworben. An Bord ist er als strenger Herr bekannt. Vor 15 Jahren war er wegen allzuharter BeHandlung seiner Leute auf drei Jahre vom Dienste, suspendirt worden. Bowman H. McCalla, der 1844 in Camden, N. I.. geboren wurde und von 1861 bis 1864 die Marineakademie besuchte, verrichtete Dienste auf verschiedenen Stationen. Nachdem er im spanischen Kriege den Kreuzer Marblehead" befehligt hatte, wurde er 1899 nach den Philippinen abkommandirt, wo er mit 230 Offizieren und Rear-Admiral B. H. McCalla und Gattin. Ta Marine-KlubhauS. Marinesoldaten eine schwerbedrängte kleine Abtheilung des 33. Freiwilligen-Jnsanterie-Regiments in Vigan befreite und die Kapitulation der Infurgenten in den Provinzen Jsabella und Cagayan, sowie auf den Batan Inseln entgegennahm. Im Jahre 1900 betheiligte sich McCalla mit 112 Offizieren und Mannschaften unter Admiral Seymour an der Expedition nach Peking, wobei er dreimal verwundet ward, ohne indeß aus der Gefechtslinie zu weichen. McCalla, der sich 1875 mit einem Fräulein Sargent aus Boston, Mass., vermählte, ift gegenwärtig Kommandeur des Schiffsbauhofes auf Mare Island. Kal.
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Vom Auslande.
Auf der von Warschau nach Radzymin führenden Landstraße sind im Monat März nicht weniger als 63 Raubüberfälle verübt worden. Dabei sind 12 Personen schwer vermundet worden, von denen 3 den Wunden erlagen. Leichtere Wunden erlitten 45 Personen. Die Beraubten haben 2635 Rubel an baarem Gelde, 16 Wagen und eine Menge Pferde eingebüßt. B e i einer Versteiger U N g von Antiquitäten im Hotel Druot in Paris fand sich unter den im Katalog verzeichneten Gegenständen auch ein Stock u la Bennfeide" Was mochte das wohl für ein Stock sein? Ein Antiquar erzählte dem Berichterstatter eines Pariser Blattes, daß die Pariser des 18. Jahrhunderts mit in das Theater einen Stock nahmen, dessen Handgriff ein kleines Pfeifchen enthielt. Bei ttx Premiere des Trauerspiels Bnrnicide" machten die Zuschauer zum ersten Male Gebrauch von diesen Pfeifchen und pfiffen das Stück total aus, so daß es nicht einmal zu Ende gespielt wer den konnte. Zur Erinnerung an diese praktische Nutzanwendung erhielt der Pfeifchensiock den Namen canne I la Iaruik-ide"; nur wenige Exemplare sind noch vorhanden und der Preis hierfür ist natürlich entsprechend hoch. Mit besonders feierlichem Gepränge pflegt der Mai seit Alters seinen Einzug in der Universitätsstadt Tübingen zu halten. Gegen Mitternacht sammelt sich auf dem lauschigen Marktplatz, in dessen Mitte der angemorschte Neptunbrunnen aus vier stillosen Röhren dünne Wasserfäden spinnt, halb Tübingen, um bei dem Aufmarsch von des Maienkönigs Ehrengarde den Umstand" zu bilden. Zuerst erscheinen die vier Corps in ihren blauen, grünen, rothen und schwarzen Kneipjacken, und mit dem letzten Schlag der Rathhausuhr steigt die Maienhymne: Der Mai ist gekommen" zum laulichten Nachthimmel. Nach kurzer Ansprache und einem Schoppensalamander werden die Gläser am Fuße der Vrunnensäule zerschellt, worauf der Abmarsch folgt mit dem Lied: Wohlauf, die Luft geht frisch und reiu". Den Corps folgen dann noch verschiedene andere Studentenverbindungen. In diesem Jahre mußten indeß auf Geheiß des Rektorats die Gläser außerhalb des Brunnenrandes in Scherben gehen. da die Säule von den vielen Anwürfen" im Laufe der Jahre ziemlich wackelig geworden ist. E i n eigenthümlicher Vorfall ereignete, sich dieser Tage in Allenstein, Provinz Ostpreußen. Ein junger Mann machte eine Spazierfahrt mit Zweirad nach einem benachbarten Dorfe. Unterwegs stieß er auf eine Kreuzotter von etwa 2 Fuß Länge. Nachdem er sie mit einigen Stockhieben bearbeitet hatte, glaubte er, sie getödtet zu haben, nahm sie mit und steckte sie in die Satteltasche. Zu Hause angekommen, legte der Radfahrer die Satteltasche sammt der Schlange hinter den geheizten Ofen. Hier muß es der Schlange zu mollig gewesen sein, denn in der Nacht entfernte sie sich aus ihrem Versteck und kroch in das in demselben Zimmer befindliche Bett eines anderen schlafenden jungen Mannes. In nicht geringen Schrecken wurde der Schlasende beim Erwachen versetzt, als er die neben ihm liegende Schlange bemerkte, die längs seines Körpers die Nacht hindurch schlummerte, ohne ihn jedoch zu verletzen. Jetzt erst wurde die Schlange aus dem Hause entfernt und wirklich getödtet. Einen guten, aber sehr gewagten Spaß hat sich ein Stammtischfreund des Zwickauer Rathsdezernenten für das Polizeiwesen geleistet. Kürzlich hatte nämlich ein Gauner" die Abwesenheit des Stadtra.hs beim Frühschoppen benutzt und von dessen Haushälterin 200 Mark herausgeschwindelt". Er brachte den Schreibtischschlüssel" in einem Umschlag mit der Bitte des Stadtraths, dem Schreibtisch die Summe zu entnehmen und sie ihm, der plötzlich von liebem Besuch überrascht worden sei, durch den Ueberbringer zu übersenden. Der Schlüssel schloß nicht, aber die Hüterin der stadträthlichen Kasse wußte Rath und lieh sich die 200 Mark von einer Nachbarin. Auf die Ergreifung des Gauners" wurde eine Belohnung von 50 Mark ausgesetzt. Sie wird nie ausgezahlt werden, denn der Gauner" hat sich mittlerweile als ein guter Bekannter des Polizeichefs entpuppt. Der Herr Rath hatte nämlich am Stammtisch geprahlt: mit welcher Ruhe jeder Zwickauer das Haupt in den Schooß der Polizei legen dürfe, könne man daraus ersehen, daß er, der Polizeidirektor, sein Geld nur im Schreibtisch aufbewahre. Um ihn ad absurdurn zu führen, hatte dann einer der Stammiifchgenossen den Scherz in Szene gefetzt. Ob der Herr Stadtrath über die fchließliche Aufklarung ebenso vergnügt ist wie seine Haushälterin, die ihre 200 Mark wiedererhalten hat, bleibt dahingestellt. JnWien wurde einHund ohne Vorderbeine geboren, der gelernt hat, auf den Hinterbeinen zu gehen. Die Nebenprodukte der Ölraffinerien sollen einen ausgezeichneten Brennstoff für Gewächshäuser liefern.
