Indiana Tribüne, Volume 28, Number 237, Indianapolis, Marion County, 29 May 1905 — Page 1
Indiana
Tribune Caac und 5onntagsblatt lOeD Woche.
Sonntagsblatt 10c per wodje.
s (fhvTdjeitxt jeden Meunittag. Jahrgang 28. Indianapolis, Ind., Montag, 29. Mai 1905 IZy. 237.
Die russische Flotte im Osten vernichtet.
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10 russische Schiffe gesunlen und 2 gekapert. Die japanischen Schiffe sollen unbeschädigt geblieben sei.
Rojestveusky's Flaggschiff ebenfalls ge' funken. Der Vlusgang der Seeschlacht. Tokio, 29. Mai, 2.50 Nachm. In der am Samftag in der Straße von Korea auSgefochtenen Seeschlacht wurden die folgenden russischen Schlachtschiffe versenkt: Borodino und Alexander III., sowie auch die Kreuzer Admiral Nakhimoff, Dmitri DonSkoi und Vladimir Monmach, das KüstenvertheidigungZ. Schiff Admiral Aushakoff, die Panzerkreuzer Svitiana und Jemtchug, sowie auch das Reparaturschiff Kamschatka nebft dem Kreuzer Artesfim. Abgeschnitten von der Flotte und zur Uebergabe gezwungen wurden: die Schlachtschiffe Orel und Nickolai I. und die KüftenvertheidigungZ-Panzer kreuzer Admiral Seniavin und General Admiral Apraxine. Die russische Flotte ist faktisch völlig vernichtet. Togo berichtet seiner Regierung. W a s h i n g t o n, 29. Mai. Ein amtliches Telegramm aus Tokio berichtet, daß Admiral Togo seiner Regierung die russischen Verluste wie folgt meldet : 2 Schlachtschiffe, 1 KüftenvertheidigungS'Panzer, 5 Kreuzer, 2 Spezialschiffe und 3 Zerstörer gesun km. Gekapert wurden 2 Schlacht schiffe, 2 KüftenvertheidigungS'Panzer, 1 Spezialschiff, 1 Zerstörer und mehr wie 2000 Gefangene. Admiral Togo fetzt hinzu daß die Flotte der Japaner keinen Schaden litt. Offizielle Bestätigung. Wafh ington, 28. Mai. Im Staatö-Tepartement ist eine Depesche eingelaufen, die besagt, die japani sche Regierung habe angekündigt, daß die Flotte Japan'S die Russen in der Straße von Korea angegriffen und aufgehalten habe. In einer Depesche an das StaatsDepartement vom amerikanischen Kon sul zu Nagasaki wird erwähnt, daß das russische Schlachtschiff Borodino" zum Sinken gebracht worden sei.
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In hiesigen Marinekreisen schließt man auS den spärlichen und unfichenn Nachrichten aus dem fernen Osten, daß die Japaner ihren Angriff auf Rojtft' venSky'S Flotte hauptsächlich mit Tor pedobooten machten. Die Japaner haben zahlreiche Torpe dodoote und daß sie dieselben zu gebrau chen wissen, haben sie vor Port Arthur gezeigt, wenn aub andere Autoritä ten mit dem Erfolge itcht einverstanden waren. Wortlaut der KriegSdepescheu. W a s h i n g t o n, 23. Mai. FolgendeS ist der Wortlaut der Depesche, die vom amerikanischen Konsul zu Nagasaki einlief: Die Japaner brachten das russische Schlachtschiff Borodino" und vier andere Kriegsschiffe sowie ein Repara turschiff zum Sinken." Eine andere Depesche sagt: T o k i o, 27. Mai. Die japani. sche Flotte griff heute Nachmittag das baltische Geschwader in der Straße von Fushima an, die gehalten wurde. Der Geschützdonner wird von der Küste gehört."
,Mikasa" Admiral Togo's Flaggschiff.
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Togo. Günstig für die Japaner. W a s h i n t o n , 28. Mai. Der japanische Gesandte Takahira hat eine Depesche von Tokio erhalten, deren Inhalt besagt, daß die Seeschlacht, welche im Gange ist, zu Gunsten der Japaner verläuft. Die Depesche ist privater Natur. Seeschlacht. Tsingtau, 29. Mai. Zwi 'chen den russischen und japanischen Geschwadern ist in der Meerenge von Korea, nahe den OkiJnseln, ein Kamps im Gange. ES wird berichtet, daß nicht dir ganze russische Flotte an demselben betheiligt ist, da die langsameren Schiffe um Japan herumfuhren. Bis jetzt sollen von der japanischen Flotte ein Kreuzer und zehn Torpedoboote zum Sinken gebracht worden sein. Lassen die Hoffnung nicht sinken. St. Petersburg, 29. Mai. Die St. Petersburger Telegraphagen tur bringt folgende Depesche von Shanghai unter dem Datum des 28. Mai: Von allen Seiten laufen Depeschen ein von einer großen Seeschlacht, die zwischen Tsu.Meerengen und der japa Nischen Küste im Gange ist. Einzel heilen werden nicht gegeben, aber nach
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Admiral Depeschen von Tshifu scheint es, daß die Sache günstig für die russische Flotte steht. Die Depeschen melden auch, daß das Geschwader von Wladiwostock an dem Kampfe theilnahm, woraus man die Hoffnung schöpft, daß er günstig für Rußland aussiel. Eine englische Firma in Shanghai hat eine Nachricht von Tokio erhalten, daß die Japaner siegreich gewesen seien, aber hier glaubt eö Niemand. (!) St. Petersburg, 28. Mai. Der Zar war durch die ungünstige Nachricht, die über Washington kam, schwer erschüttert. Die Marineoffiziere wollen noch nicht daran glauben, daß RojeftwenSky sein eigentliches Schlachtgeschwader getheilt habe. Russische Kriegsschiffe zum Sinken gebracht. Washington, 28. Mai. Der amerikanische Consul zu Nagasaki depeschirte heute dem Staatsdepartement, daß die Japaner ein russisches Schlachtschiff, vier andere Kriegsschiffe und ein Reparaturschiff in der Straße von Korea zum Smken gebracht haben. Aufregung überSchlachtgerächte. Paris. 28. Mai. Die Nach, richt von einer Seeschlacht zwischen Das
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Rojestvensky.
Ruffen und Japanern hat hier das größte Interesse erregt. Die diplomatischen und Regierungskreise haben keine speziellen Nachrichten, sie find auf die Nachrichten der Äff. Presse ange wiesen, die von Amerika kommen. Der Temps" bringt eine Depesche von Rom, wonach der Marineminifter Admiral Mirabello eine Depesche von Tschifu erhalten hat, daß eine heftige Schlacht stattfand, in der beide Par teien schwere Verluste erlitten. In allen Zeitungen spricht sich große Besorgniß aus. Der Temps" zollt der Geschicktheit Rojeftvensly'S das höchste Lob für feine strategischen Fähigkeiten. Das Echo de Paris" erhielt von sei nem Petersburger Correspondenten die Mittheilung, daß daselbst ein Brief von RojeftvenSky angekommen fei, der vor sechs Wochen geschrieben war. Der Admiral sagt in demselben, er wünsche Wladiwostock ohne Kampf zu erreichen, aber er werde einem solchen auch nicht aus dem Wege gehen. Die Tragweite des KampfeS nochnichtzuer messen. W a shingtan, 23. Mai. Ob. gleich sich noch keine Ansicht über den AuSgang der Seeschlacht im Osten bil. den läßt, deuten doch alle Nachrichten auf einen japanischen Sieg. Borodino". von den Japanern zum Sinken gebracht
Was von größter Bedeutung ist, wie viele russische Schiffe an dem an scheinend ungünstigen Kampfe bethet' ligt waren, ist nicht ersichtlich und dieö würde erst die Tragweite des Kampfes ermeffen laffen. Nach den letzten Depeschen, die daS
StaatSoepartement erhielt, ließe sich annehmen, daß außer dem Borodino" auch das Schlachtschiff Orel" unter den versenkten Fahrzeugen ist. Nach der Straße von Korea. S t. P e t e r s b u r g, 28. Mai. Eine Depesche von Tschifu an ein hiestgeö Nachrichtenbureau meldet, daß der dortige japanische Konsul Prinatnachrichten erhalten habe, die Hauptmacht der russischen baltischen Flotte habe die japanische Flotte gestern Abend in der Straße von Korea angegriffen. Tokio, 28. Mai, 7.45 Uhr Abends. ES find absolut keine Nach, richten über die Operationen der rusfi schen nnd japanischen Flotten zu er. langen. Die Zeitungen werden unter scharfer Kontrolle gehalten; alle Tele graphlinien verweigern die Befördederung von Preßdepeschen. Kampf in der Straße von Korea. Tschifu, 28. Mai. PrivatDepeschen von Korea an den hiesigen japanischen Consul melden, daß gestern Nachmittag vor oder nahe der Meerenge von Korea ein Kampf zwischen der Hauptmacht der Russen und dem japaNischen Geschwader unter Admiral Togo stattfand. Andere Depeschen, die fast genau mit der obigen übeinstimmen, find hier ein gelaufen und melden weiter, daß ein großer Theil der russischen Flotte am Samftag Abend gesichtet wurde, wie er sich der Straße von Korea näherte und direkten Kurs auf den Kanal zwischen der Jnfel Tsu und der japanischen Küste hatte. Nach den zuverlässigsten Nachrichtm ist Admiral Togo'S Hauptmacht in den letzten Tagen fast andauernd in der Masampho-Bai gewesen. Drei russische Schlachtschiffe, drei Panzerkreuzer und verschiedene Kohlenschiffe sollen Freitag bei Shanghai gelegen haben. Man glaubt, das RojeftwenSky eine hinreichende Anzahl von Schiffen in die Nachbarschaft von Shanghai schickte, um den Glauben zu erwecken, daß seine Hauptmacht doU sei, während dieselbe auf die Straße von Korea losfuhr. Das versenkte russische Schiff. St. Petersburg, 28. Mai. In der Admiralität weiß man Nichts davon, daß Admiral RojeftwenSky einen (Fortsetzung auf der 5. Seite.) wurde.
