Indiana Tribüne, Volume 28, Number 235, Indianapolis, Marion County, 26 May 1905 — Page 7
Jndiana Tribüne, 2. Mai RS0S.
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u o m s n von Hanns von Zobrltitz O-O-OO-O-C (Fortsetzung.) Aber Eberhard und Lora sahen, hörten und fühlten noch über Sehen und Hören hinaus. Ihre Augen begegneten sich, und sofort trat Lora in einem schnellen Entschluß an die Seite ihres Mannes und faßte seine Hand. In aller Sorge ir.it dem frohen Empfinden: wie wir uns immer derstehen! Dann fragte der Geheimrath, und nun kam doch wieder der alte warme Klang in seine Stimme: Lieber Konrad, ic haben . . . aber wir sagen wohl Tu zueinander und Vater und Sohn ... Tu hast Deinem Herrn Papa Mittheilung von meinem Briefe gemacht . . Gewiß, Herr . . . Gewiß, lieber Vater. Mama kommt nachher selbst und auch mein Vater . . . sobald es seine Zeit erlaubt ... er ist augenblicklich im höchsten Maße überlastet ... sie sind sehr glücklich . . . Beide . . Es klang wieder so schwer, fast sorgenvoll. Und über dem offenen, frischen Gesicht lag es wie eine Trübung. Selbst Hardi konnte es nicht entgehen. Sie reckte sich plötzlich und strich ihm mit den Spitzen ihrer Fingerchen über die Stirn: Was sind denn das für häßliche Falten, Conny? Fort damit fort." Lcra versuchte ein Scherzwort: Daran mußt Du Dich gewöhnen, Hardi ... an die faltige Tenkerstirn des zukünftigen Generalstäblers." Ader es verfing nicht, denn es kam nicht aus der Tiefe der Seele. Und es war unter den vier Menschen, die so gern froh sein wollten, ein Augenblick beängstigender, schwüler Stille, wie vor einem Gewitter. Ich weih gar nicht, was Ihr habt . . ." sagte endlich Hardi mit hängendcr Unterlippe und feuchten Augen. Ich. . Da gina die Thür Willy stürzte herein Er sah kreidebleich aus, aber der Schireitz perlte ihm auf der Stirn. Und ohne auf die anderen zu achten, eilte er auf den Vater zu, faßte ihn am Arm, zog ihn mit sich in die nächste Fensternische. Ich muß Dich sprechen . . . verzeih . . . kaum warst Tu von der Börse fort, da brach ein wahrer Sturm los," brachte er keuchend hervor . Ga z plötzlich wurden große Posten Prometheus auf den Markt geworfen . . . unlimitirt augenscheinlich...gar nicht zu übersehen, wieviel . . . ganz sinnlos! Salester und ich nahmen auf, was wlr konnten . . . aber es gab kein Halten ... der Kurs fiel rapide . . ." Der Geheimrath stand schweigend, mit fest zusammengepreßten Lippen. Wer waren denn die Abgebe??" fragte er endlich. Es war kaum zu übersehen. Zwei kleine, fast unbekannte Pfuschmakler schienen die Hauptmacher Bornfeld und Kratwin. Vorgeschobene Personen natürlich . . ." Und " Und? Ich sagte Dir ja: es nahm gar kein Ende. Es müssen Unsummen gewesen sein. Bis Salester und ich das Vergebliche einsahen, den Kurs stützen zu wollen. Bis auf 83, glaub' ich, haben sie ihn heruniergebrüllt, wie die Tiger ... bis sich kein Mensch mehr fand, der auch nur ein Stück kaufen mochte. Es ist das Ende ... irgend eine gemeine Schurkerei ... ein Galgen streich ..." Möller-Sieghard hatte sich an das Fenerkreuz gelehnt. Ein paar ÄugenoNcke stand er stumm mit aesenktem Kopf. Dann richtete er sich langsam auf. Eine Schurkerei das mag sein, Willy. Ich fürchte nur, wir hören noch von größeren. Und nun merke auf: heute noch mußt Du alle orbereitungen treffen, jede, aber auch jede Verbindung mit Baldin und Salester 31 lösen auf die Gefahr jedes Ver lustes hin. Besprich das unten, ich komme in einer Stunde selbst rn Bu reau. Aber weiter: Du fährst sofort zum Vankpräsidenten. verschaffst Dir unter allen Umständen Gehör und ftaqst, wieviel Dir die Reichsbank morgen zur Verfügung stellen kann auf mein Accept! Ich denke, man wird das dort noch gelten lassen. Wl musfen auf alle Fälle gerüstet sein. Muth, mein Junge!" Sein Auqe hob sich Und Lora, die drüben stand, meinte: eS blitze ein jugendliches Feuer darin. Er war ganz ruhig. Komm, Willy! Gratulire Hardi vnd Konrad! Mit raschen Schritten ging er zu den Beiden. Bernhardrne wemte Konrad . . . wir gehen schweren Seiten entaeaen!" sagte der Vater. Aber wir wollen alle fest zusammenhalten. Dann werden wir überwinden. Kinder, das Geld ist nicht das Höchste in der Welt, beim ewigen Gott, nein! Lora, komm her zu mir... gib mir Deine liebe Hand... ich nehm' den Kampf auf! Von heute an betrachte ich mich wieder als den Seniorchef unsres alten guten Hausts -m
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14. Kapitel. an nannte den sonnigen 471 umtaq an der Bor e ivater den schwarzen Freitaa Am ffruumoraen nach der Eröffnung zeigte die mächtige Geschäftshalle der Mitteldeutschen Genossenschaftsbank noch ganz ihr Alltagsgesicht. Alle Schalter geöffnet. Dahinter die diensthabenden Beamten auf ihren Plätzen. Es war wenig Verkehr. Aber er wickelte sich durchaus ordnungsmäßig, in gewohnter Ruhe ab. Auf den Zahltischen rollten die Goldstucke, rechten sich oit Bank noten aneinander. Um elf Uhr kam Direktor Salester von der Reichsbank zurück. Mit trotzig erhobenem Haupte schritt er durch die Halle zum Fahrstuhl. Wenige Minuten später gellte die elektrische Klingel durch da!? ganze Haus. Die Abtheilungschefs eilten nach oben. Und wieder zehn Minuten später sanken die Schieber über die Schalteröffnungen herab, wie auf Kommando. Nur in der Mitte der Halle, dem säulengetragenen Eingang gerade gegenüber, blieb ein Schalter halb geöffnet. Ein einziger Kassirer saß mit verstörtem Gesicht dahinter. Raunend und flüsternd, auf leisen Sohlen, schlichen die andern Beamten über die weichen Teppiche der Korridore. In den Telephonzellen wurden die Filialen angerufen. Es war gerade ein Augenblick ganzlicher Geschäftöstille gewesen, als die Rolljalousieen sich vor den Schaltern schlössen. Der letzte Kunde, ein junger Lebemann, hatte noch einen Check über zehntausend Mark erboben er schob die braunen Lappen gleichgültig tn die Tasche. In der Thür begegnete ihm ein altes Mütterchen, gebückt und gebrechlich. In der Hand ein abgebrauchtes Portemonnaie. braun und runzlig, wie das Gesicht der Greisin. Der Beamte am Mittelschalter kannte sie seit Jahren. Sie kam in jedem Monat einmal. Eine kleine Plage für die Vielbeschäftigten. Und während ihr Check von hundert Mark honorirt wurde, erzählte sie jedesmal von ihrem guten Jungen in Chicago, der auf ihre alten Tage so liebevoll für sie sorge. Umständlich und weitschweifig. Man hatte sie manchmal im Dränge des Geschäfts hart angelassen. Heute zitterte dem Kassenbeamten das Herz, als er sie auf sich zukommen sah. Ich mochte gern meine hundert Mark erheben, lieber Herr . . . Hier . . . bitte. Mein guter Junge . . . Die Bank zahlt nicht . . . Es sollte ganz ruhig und kühl klinaen. Aber die stimme bebte. Mütterchen verstand nicht. Sie starrte den Beamten fassungslos an. Aber... mein guter Junge . . . Die Bank zahlt nicht . . Aber, lieber Herr, meine Miethe Die Bank zahlt nicht " Das verrunzelte braune Portemon naie glitt auf die Erde, und ein paar Silberstücke rollten über die Marmorplatten. Die gebrechliche Gestalt wankte Da sprang aber auch schon der Portier hinzu, faßte sie am Arm und fübrte sie zur nächsten Bank. Schon !amen neue Kunden Die Bank zahlt nick't " Die Bank nimmt keine Einzahlungen entgegen Jetzt kam es schon ganz eintönig. ganz kühl geschäftsmäßig heraus das Schreckenswort. Ein Schreckenswort. Die weite Haile füllte sich in wemgen Minuten. Immer neue Reihen schoben sich an den Schalter heran. Immer wieder der eine Satz: Die Bank zahlt nicht . . . Anfangs tiefe Stille. W betäubt standen die Menschen. Es war ja aar nicht zu fassen, es war ja unmöglich: die Mitteldeutsche Genossenschaftsbank zahlungsunfähig ! Schweden zuerst ein Raunen dann und dann der Sturm . . . Betrüger! Hunde! Heraus mit dem Gelde!" Der dicke Schlächtermeister von jenseits der Straße drängte sich, im wei ßen Arbeitsanzua, durch die Menge, brach sich rücksichtslos mit seinen wuchtigen Ellenbogen Bahn bis zum Mit telschalter, schleuderte sem Kontobuch dem Beamten vor die Füße, donnerte mit der geballten Faust auf, blutroth im Gesicht: Heraus mit dem Gelde! Schufte! Betrüger!" Und sie schoben sich neben ihm vorwärts, fluchend, brüllend, klammerten sich mit be-; Händen in das Holzwerk des Schalters: Unser Geld wollen wir wiederhaben! Ihr Diebe! Der Direktor soll kommen! Salester! Schwindler! Gauner! Unser Geld! Die Depositen!" Ter Beamte war zurückgewichen bis an die Wand todtenblah Da kam ihm Beistand. Zwei Schutzleute, mit gleichgiltigem Dienstgesicht, pflanzten sich neben der Schaltermitte hm, zwei andre suchten in der Halle Ordnung zu schaffen. Ter Helm des Revierleutnants tauchte in der Tbur auf. Die Polizei! Die Polizei muß uns zu unserm Gelde verhelfen! Die Geld schranke müssen geöffnet werden! brüllte der Schlächter. Ein paar Frauen jammerten laut auf. In der äußersten Ecke der Halle warf sich ein alter Mann lang hin über die Bank und lachte grell in nervösem Krampf, lachte, daß sich aller Augen nach ihm
hinwandten. Heute roth morgen todt! Verhungern
Und immer mehr Menschen drängten hinein. Wie ein Lauffeuer mußte sich die Schreckenskunde in der Umaeaend verbreitet haben. Auf der Straße staute sich Die Menge ms uoer oen Tamm hin. Der Verkehr stockte. Räumen Sie die Halle! Dann die Thüren schließen Schritt um Schritt wichen sie zurück, tobend, zeternd, heulend die Betrogenen, die Neugierigen Endlich rasselten die schmiedeeisernen Pforten, die Thürflügel schlössen sich. Ein Schutzmann faßte vor ihnen Posto Wie ein festgefugter Wall ballte die Masse sich draußen auss Neue. In der Frühlingssonne. Und die Fäuste hoben sich gegen die granitenen Mauern und die gleißenden gewaltigen Spiegelscheiben und die großen goldenen Buchstaben: Sechzig Millionen Grundkapital. Fünfzehn Millionen Reserve." Drüben auf den Treppenstufen des Schlächterladens stand Eugen Prall. Er hatte den braunen Kalabreser weit in's Genick geschoben. Un heimlich scharf zeichnete sich die schwarze Binde auf dem wachsbleichen Gesicht ab. Der Einäugige lachte Aber dann sah er im ersten Stock des niedrigen Nachbarhauses einen Fenstervorhang sich verschieben und, auf einen einzigen Augenblick, ein todtblaffes Frauenantlitz. Und er senkte den Kopf i Im Vörsensaal ein Surren und Flüstern und Raunen. Völliger Stillstand des Geschäftes. Wie eme Labmung auf der tausendkopfigen Versammlung. Mit schreckensvollen Gesichtern eilen die Makler von Gruppe zu Gruppe. Kein Anfangskurs ist festzustellen. Als ob die Tage von 1873 wiederkehrten ... der Krach . . . Hundert Gerüchte durchschwirren den Saal, falsche und wahre. Die Reichsbank hat Salester den Kredit gekündigt." ,Unsinn! Salester! Ja ganz unmöglich!" Salester hat Selbstmord begangen. 7N er ganze Aufsichtsrath ist heute früh verhaftet worden." Ist nicht wahr! Ich sah Assessor Möller-Sieghard vorhin auf der Straße." Kolossale Fälschungen ... das Aktienkapital ist verloren" . . . Alle Depositen sind verpfändet" . . . Baldm ist spurlos verschwunden" . . . Das ist der Hauptschuldige . . ." Ja! Und wien Sie auch: Salester und Baldin haben noch zu guter Letzt mit dem berüchtigten Lewy verhandelt, ganz im Geheimen, wegen Geldbeschaffung in London! Gleich und gleich gesellt sich gern Der Versuch eines Geschäftes dann. Ich gebe Prometheuslicht . . . 20.5! Salesterbank . . . 10 . , Kurzes Hohngelächter . . . Em paar Abschlüsse kommen doch zu Stande . . . Möller-Sieghard haben die Zahlungen eingestellt . . . ,Wien meldet Teroute auf hiesige Telegramme" . . . Die Frankfurter Zeitung bringt neue Enthüllungen über den Saleiter-Concern . . ." Die Ehefs der großen Häuser treten zusammen. Achselzucken. Und immer die Blicke auf den Möller-Sieqhard' schen Platz: Nur ein junger BörsenVertreter dort heute! Salesterbank . . . 5.50! . . . Prometheuslicht...2.70..." ,Die Reichsbank schränkt die Kredite allgemein ein." Denkt gar nicht daran, kauft Wechfel am offenen Markt!" London kommt stark verstimmt auf Berlin." Die Teutsche Bank will eine Hilfsaktion einleiten." Ach wo! Ist viel zu helle. Laßt d:e andern schmoren. Wetten, daß sie morgen neben Möllers eine Filiale aufmacht." Es muß was geschehen der Staat ...!" Bleibt mir blos vom Leibe mit der Regierung!" Plötzlich eine Stille, dann wie ein verstohlenes Aufathmen. Geheimrath Möller-Sieghard ist eingetreten. Er ist sehr blaß, aber augenscheinlich ganz ruhig. Nickt dem zu, schüttelt dem die Hand. Ein paar alte Freunde von den ganz Großen schaaren sich um ihn Was hat er gesagt?" Er lächelt m. via... Das kacheln!" Braucht keine Hilfe lehnt alles ab." Alte Freundschaft mit der Reichsbank ... Aber auch ganz in der Ordnung!" Famoser Mann! Nerven wie Stahl!" Anders als der Junge!" Der Willy, der arme Kerl . . . nettes Kerlchen doch . . ." Möller-Siegwrds stehen fest " lind wieder ein Summen und Raunen, wieder ein leichtes Aufflammen des Verkehrs, zagendes Tasten, ein neuer Angriff der Kontermine, ein Eingreifen der potenten Hände. Wieder Getratsch und Klatsch . . . D Kerl, der Baldin, ist an allem schuld! Ein Lump er ist spurlos verschwunden " Er hat den Salester hineingelegt " Wissen Sie, wer gestern die Unsummen Prometheus auf den Markt warf? Frau Baldin" . . . Wellblech!"... Ist doch so der Bornstein hat sich verschnappt" . . . m9nt Gemeinheit!" . . . .Was woll'n Sie
Zeder rettet, wc.5 er kann. Un so 'n chikes Frauchen will doch leben ... gut
leben . . . Ich hab' sie gesehen m Monte Carlo . . . dreimal hat sie 'S Maximum aeseizt an einem Abend . . ." Der alte Möller ist wieder in's Ge schüft eingetreten . . ." Er hat gesagt, daß er alle BeZiehungen zu Salester und Baldin svfort gelöst hat . . ."Verflixt spät" Ein paar Millionen kostet's ihn sicher, vielleicht sein ganzes Vermögen . . ." Ach wo! Unterschätzen Sie den Mann nicht. Ist schwer reich, und bei den Verbindungen . . ." Noch einmal ein Aufflackern des Geschäfts bei stark weichenden Kursen. Möller-Sieghard läßt große Engagementslösungen ausführen. Dann eine noch lebhaftere Bewegung, rückläufig auf allen Gebieten: die Provinzbankiers senden telegraphisch Verkaufsorder auf Vcrkaufsorder. Die Tepeschenboten durchsausen den Saal. Und als ob kein Unglück allein kommen könne: London meldet, daß sich die Friedensverhandlungen mit den Buren zerschlagen haben. Aus dem Rheinland die Nachricht, daß das Roheisensyndikat eine Förderungseinschrankung von fünfzehn Prozent Itrathe; allerlei Gerüchte über den Konkurs eines angesehenen Hauses in Dresden, über eine schwere Erschutterung in der elektrischen Industrie die Jobber der Kontermine setzen mit aller Kraft ein, schreien jeden Versuch eines Widerstandes nieder, stürzen sich nacheinander auf Bankwerthe, auf Industriepapiere, zwingen selbst den Rentenmarkt Ein blutiger Sieg. Eine vernichtende Niederlage. Wie die Mohnköpfe werden die Kurse gemäht vom Schnitter Krach Hunderte von Millionen verloren in wenigen Stunden Am schwarzen Freitag" im somiigen Jummonat. Auch auf das Haus Möller-Sieg-hard fand ein heftiger Run" statt, ein hastiges Zurückziehen der Depositen. Bis in den Nachmittag hinein währte der Ansturm. Aber die Kassen hütben weit geöffnet, die Beamten zahlten gelassen iede Summe, lieferten mit einem kleinen überlegenen Lächeln die hinterlegten Papiere aus, wohlgeordnet, mit Talons und Dividenden bögen. Im Privatkonto? saß Willy allein. ein gebrochener Mann. Völlig zusammengebrochen erst seit jener Frühstunde, in d.r Salester bei dem Vater und ihm eingetreten war Was soll das heißen? Sie wollen uns im Stich lassen?" Es ist Pflicht der Selbsterhaltung. Herr Salester. und noch mehr Pflicht geqen unsre Kunden." Ter Vater sagte es sehr ruhig, sebr bestimmt. Einen Augenblick hatten sie sich gegenübergestanden, Aug' in Auge. Sie stürzen uns und sich selbst in's Unglück." Wir werden allen unsern Ver pflichtunaen nachkommen." Salester lachte grell. Etwas mehr Vertrauen, etwas mehr Glauben an sich selbst etwas mehr Muth . . . und wir alle könnten nicht nur unsre Ver pflichtungen erfüllen, sondern auch Riescnciewinne erzielen Den Vorwurf mangelnden Muthes muß ich entschieden zurückweisen, Herr Salester. Ich handle, wie es mir mein Gewissen vorschreibt." Der Mann mit der eisernen Stirn biß die Zähne aufeinander. Ein paarmal ging sein Blick über Willy hin, als wolle er den zum Eingreifen, zum Widerstand aeaen den Vater auffor dern. Vergebens. Dann griff er nach seinem Hut und setzte ihn doch wie der hin. Und plötzlich brach es ihm, wie wider Willen, heraus: Es wird ein entsetzliches Desastre. Dieser Baldin! Wie er mich hineingezerrt hat Schritt um Schritt! Meine arme Frau... mein unglückliche-r Junge " Es war nur wie ein Augenblicksauf schrei. Gleich darauf hatte Salester seine starre Maske wiedergewonnen . . . Man muß versuchen, zu retten, was zu retten ist " und war gegangen. Aber der eine Moment lieh Vater und Sohn erkennen, daß die Situation des Mannes noch viel verzweifelter war, als sie je angenommen hatten. Kurze Zeit, nachdem dann der Vater zur Börse gefahren war, lieh stcr einer der Prokuristen der Prometheusgesellschaft bei Willy melden, um mit allen Zeichen des Entsetzens von ihm als Mitglied des Aufsichtsraths Verhalwngmaßregeln zu erbitren. Herr Baldm sei nirgends zu sin den; er habe, wie gewöhnlich, um zehn Uhr leine Villa verlassen, um rn's Ge schäft zu fahren, sei aber dort nicht angekommen. Und Herr Salester sei soeben in seinem Kontor verhaftet und nach Moabit abgeführt worden. Willy mußte all seine Kraft zusammenraffen, um die Anordnung zur schleunigsten Einberufung einer Auf sichtsrathssitzunq niederzus chreiben. Baldin flüchtig ... ohne Zweifel: Und Salester . . . verhaftet! Im Geiste sah er schon den. Kriminalbeamten auch in diesem alten, ehr würdigen Hause . . . folterte er sich mit dem Gedanken: hast Du nicht, unwissentlich, eme der Pflichten des sorgsamen Kaufmanns verabsäumt, die das Gesetz des Aufsichtsrath vorschreibt? Vor wenigen Tagen noch hatte er dem Vater ruhig in die Augen schauen
können: Meine Ehre tst mcht gesahr det!" (Fortsetzung fslgt.)
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Haus, Hos und Pind :'!-:-::!!-:::!-!- Gegen Magen krampf löst man eine Messerspitze doppeltkohlensaures Natron in einem Weinglas Wasser auf und trinkt es, wenn sich ein Krampfanfall einstellt. Kampferspiritus wird mit bestem Erfolg als Einreibung angewendet gegen Rheumatismus, Ghederreihen. Gesichtsreißen, Zahnschmer zen und Schwäche in den Gliedern. Kaffeezusatz. Man sagt, der Karlsbader Kaffee verdanke seine Güte einem geringen Zusatz von Natron zum gemahlenen Kaffee, und der Oesterreicher im Allgemeinen sei so vorzüg lich, weil man dort zu jedem Pfund Kaffee zwei geröstete Kakaobohnen mitmahle und mitkoche. Rübstiel-Gemüse. Die Rübstiele werden einigemale mit siedendem Wasser überkocht. Danach läßt man sie abtropfen, thut sie in kochende Fleischbrühe und dämpft sie vollends weich. Man rostet nun ein bis zwei feingeriebene Mundbrötchen in Butter, vermischt sie mit dem Gemüse und würzt dasselbe mit weißem Pfeffer oder Muskatnuß. Englisches Riechsalz, welches bei Ohnmachten, starken Gemüthserschütterungen, Nervenschwäche u. s. w. vorzügliche Dienste leistet, bereitet man aus einem Gramm Salmiakpulver unö zwei Gramm Kreide, miteinander vermischt, mit einigen Tropfen Hoffmannstropfen angefeuchtet und in einem verschlossenen Fläschchen aufbewahrt. Putzlappen für Messing. Man nimmt Barchent und durchtränkt denselben vollständig mit einer verdünnten Lösung von Wasserglas (zwei Theile Wasserglas und ein Theil Wasser); sodann wäscht man die Lappen vollständig mit Wasser aus und trocknet sie. Das Gewebe hält eine nicht unbedeutende Menge Kieselsäure zurück, und man kann damit Messing sofort reinigen und blank scheuern. Kalbskeule. Eine mindestens vier Tage alt geschlachtete Kalbskeule von zehn Pfund häute man ab, klopfe sie tüchtig, auch spicke man sie nach Be lieben. In eine Bratpfanne gebe man das abgeschnittene Fett, eine Zwiebel und eine Mohrrübe. Dann lege man die Keule darauf, übergieße sie mit Butter und lasse sie zwei Stunden langsam braten. Den Bratensatz koche man los und gebe die Jus, welche ziemlich fett sein kann, dazu. Glyzerin als Gurgelmittel dürfte wenig bekannt sein, und doch genügt ein kleiner Löffel reinen Glyzerins, wie man es in der Drogenhandlung bekommt, in einem Glase heißen Wassers, um ein gutes GurgelWasser herzustellen, das bei mehrmaligem Gebrauch Halsschmerzen und Heiserkeit schnell lindert. Glyzerm, mit h Wasser vermischt, ist ein vorzügliches Mittel gegen aufgesprungene und rauhe Haut. Auch Frostbeulen, öfters mit Glyzerm überstrichen, sollen rasch heilen. Blumenkohl-Kotelet t e n. Der Blumenkohl wird in Dampf gekocht und durch den Durchschlag getrieben; auf zwölf Löffel Blumenkohlbrei rechnet man zwölf Löffel fern gestoßene, alte Semmel, sechs Löffel saure Sahne, zwei Eigelb; das Eiweiß wird zu steifem Schnee geschlagen, Salz und Muskatnutz nach Geschmack dazu, alles tüchtig durchgemengt, Ko teletten aeformt, in Ei und einer Mi schung von Semmelbröseln und Mehl gewalzt, aus heißer Butter und Fett schön braun Herausaebacken. Durch die Unbedachts a m k e i t , daß man beim Aufziehen von Flaschen vermittelst eines Korkziehers die Flasche mit der linken Hand oben am Halse festhalt, anstatt unten, ist schon mancher Unfall herbeigefuhrt worden, da besonders bei sehr festsitzenden Korken der Flaschenhals häufig springt und die Scherben die Hände verwunden, ungünstigenfalls sogar die Pulsadern zerschneiden kon nen. Man achte daher streng darauf, daß aufzuziehende Flaschen mit der freien Hand unten angefaßt werden. Kleine Kuchen. Ein Pfund Mehl wird mit einem halben Pfund Butter, drei Fünftel Pfund Zucker, der femgewiegten Schale einer Citrone, vier Eiern und zwei Eigelb, einigen Löffeln Arrak zu einem Teig gut verarbeitet. Er muß ganz glatt und blätterig sein. Ueber Nacht stellt man den Teig wohl zugedeckt an einen kühlen Ort. Am nächsten Morgen wellt man die Portionen gut messerrückendick aus, legt diese auf ein Backblech, bestreicht sie mit Eigelb, bestreut sie mit Zucker und Zimmt, auch feingewiegten Mandeln, und bäckt sie schön hellbraun. Abneigung der Kran ken gegen Fleisch. Nichts ist verkehrter, als Kranken Fleisch und eiweishaltige Nahrung aufzudrängen, wovor sie Ekel empfinden, m der Mei nung sie zu kräftigen und zu stärken. Nur das bekommt Gesunden und Kranken, was sie ohne Widerwillen genießen, sonst laufen sie Gefahr, den Magen und die geringe Berdauungs kraft noch mehr zu schwächen. Im Allgemeinen kann man dem Instinkt des Kranken Rechnung tragen und ihm das geben, wonach seme Natur Berlan gen hat, wenn es sich um vernünftige Patienten handelt, die nicht aus Laune Widersinniges fordern.
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SRI Pan Handle Shops Bernwnt und Waltt 24 Wash. und State Atz. 86 Vaddm's Lounge Fad 0 Tker und D orsey 887 Wash. und Bev iS Av 62 Ro. 1 Spritzenhaus eville nah ich, 1 Southeaftern Ave uns Woodfid. 88 Wash. und Xttatm BU Soutyasien, u Arsenal wes. 86 Rew Bort Zentzb 12 Illinois und Martzt. 76 eglish Av. u Pw 7 Ehelöy und Bates 3 No. S Spritzenhaus Prospekt nahe Shelkch Fletcher v. u Shelby n Market u. New Zersetz Delawan und äff. S-ft u Washington Z4 New Vork u. David'o? Taubstummen Anstalt ?S Ber. Staaten ArsenaZ Orient! und Wash. 19 Frauen-Nesormat U No. 13 Spritzenhau Mry!and nahe Mer. Meridian u. ?eoraia. )S Meridian und South Pennshk u. Louisiana 15 Virgini Ave u. Alab. ,8 Hauptquartier. )7 Grand Hotel. 48 Capital Ave und OhU 3 No. 16 Spritzenhaus 16. und sh. 24 Alabama und 16. 25 Central Ave und li. 26 Pande und 16. n rookfide und Achtt 8 Central Av und 17. ?S Delaware und 1. ZI Alabama un 11. ? Bellesontawe und .-4, 54 College Ave unk , -6 Dclaware und 18. , Alabama und North tl Newmann und IS. 38 Ssllege Ave und 14. 39 Sornel! Ave und 16. 41 i und 19. A High land Ave und la. S Tecumieh und 10. 46 New Jersey und 2. 4b Nlvord und 17. 47 Ro. i Spritzenhaus Hilifide Ave und 16. 48 College Ave und 8. 4 College Ave und 7. 6 Park Ave und 12. 55 L C u. W Bahn . IS 64 Ramsey Ave und 1. 66 Stoughton u Newman 67 Alias und Pike. 68 Blvvd und Pawpaw. 69 No. l Spritzenhaus Brightwooy 9 A.'den und Depot 6 Brightweod und U. 4 Rural und Blohd 6k St. Clatr u. eyftone .7 Arsenal ve und KL. i8 Bellefontaine und l Jlltnois und 14 Peml, und 915 Delawar Mttz VaW Spezial Signale. srsten Schlage, zweiter Alarm, Zweiten s Schlage, dritter Alarm. Dritte Schlag, viert Harrn -i, Feuer aus und Schlauch ausgero. s Schlage, Sasserdruck ab. 1s Schläge. I Uhr Mittags. Die so bezeichneten Signale werde nur dichter n gegeben bei an ben detreftendo kreuuigeu rtne ttarntkö lten Unterirdis che SchwimmPartie. Ein eigenartiges Abenteuer erlebte oer 18 Jayre alte William Lamy, ein Student in dem St. Jo-sevhs-Seminar u Kirkwood, Mo. Er und mehrere andere Studenten nahmen m ein?m T?iche naye der Anstalt ein Schwimmbad. Dabei kam er dem Ende des Bassins, von wo eine 2h ftufe weite Röhre das Regenwasser aus dem Teiche leitet, zu nahe, wurde von der c?tromung erfaßt und mit dem Kopfe zuersi in die 30 Fuß lange Röhre gezogen. Zum Glück blieb er nicht in derselben stecken, sondern kam nach kaum einer Minute am anderen Ende bewußtlos aber sonst unverletzt wttder zu Tage. Wie er sagt, kam er gleich nach seinem Eintritt in die Unterwelt mit dem Kopfe so heftig mit der, Boden der Röhre m Kontakt, daß er das Bewußtsem verlor.
