Indiana Tribüne, Volume 28, Number 235, Indianapolis, Marion County, 26 May 1905 — Page 6
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JSxxqz Diener,
Europäische Nachrichten. Hldenburg. Oldenburg. Dem Generalagenten Gust. v. Gruben ist die Rothe Kreuzmedaille verliehen worden. Abbehausen. Der Müllergeselle Brandes war in der Mühle mit dem Schmieren des sog. Spills beschäftigt. Hierbei müssen die Kammräder seine Kleidung erfaßt haben, denn der Unglückliche wurde von den Rädern buchstäblich in Stücke gerissen. Bant. Aus dem Leben geschieden sind zwei der ältesten hiesigen Gemeindebürger, und zwar Herr Apotheker Karl König und Herr Tischlermeister Wilhelm Beushausen. N e u e n b u r g. Das Eigenthum des Schmiedemeisters Wieting hies. ist abgebrannt. Die Ehefrau wollte noch einige Fahrräder retten und wurde dabei von den Flammen erfaßt. Ihr Haar wurde abgesengt, und sie erlitt schwere Brandwunden. Nordermoor. Earsten Anton Lüerßen in Nordermoor ist in einem Alter von 67 Jahren in Oldenburg verstorben. Er wurde in Badenfleth (Moorriem) in der Familiengruft des dortigen Friedhofs neben seiner, ihm vor 21 Jahren vorausgegangenen Gemahlin, Jda geb. Heye, beigesetzt. Wreie Stciöte. Hamburg. In dem Hauptdepot der hiesigen Straßenbahn - Gefellschaft entstand in der WagenbauHalle großes Feuer. In kurzer Zeit stand der ganze Complez in hellen Flammen. Die Feuerwehr hatte angestrengt zu arbeiten, um des Feuers Herr zu werden. Die Halle ist total ausgebrannt, 13 Straßenbahnwagen sind vernichtet und außerdem noch eine größere Anzahl Wagen beschädigt. Der Schaden wird auf 300,000 Mark geschätzt. Dem früheren Matrosen, jetzigen Aufseher der Reserve - Leuchtschiffe, Hermann Lobeck, wurde von der Deputation für Handel und Schiffahrt in Anerkennung seiner fünfundzwanzigjährigen vorwurfsfreien Dienstzeit bei der hamburgischen Staatsmarine in Curhaven eine Belohnung von 50 Mark gewährt, welche dem Jubilar durch den Commandeur und Lootseninspektor Kördell übereicht wurde. Der Gerichtsschreiber des hiesigen Amtsgerichts, I. H. Rambow, beging dieser Tage die Feier seines 25jährigen Dienstjubiläums. Rambow trat im Jahre 1876 hier in den Staatsdienst und wurde am 15. März 1880 als Beamter des Standesamts 1 fest angestellt. An der Ecke der Bismarckstraße und dem Weidenstieg 'hängte sich der 11jährige Knabe Bernhard Wippermüllcr aus derTornquiststraße 32 an emen LZierwagen. Der Wagen fuhr über Straßenpflaster, das in Reparatur war, so daß die Steine noch nicht wieder festgerammt waren. Es fiel ein volles Faß vom Wagen und dem Knaben auf den Kopf, so daß der Kopf zermalmt wurde und der Tod sofort eintrat. Beim Hinunterrutschen eines Treppengeländers stürzte die 7jährige Anna Bartzcek ab, wobei sie eine Gehirnerschütterung davontrug, an deren Folgen sie jetzt gestorben ist. Bremen. Der Tischler Ponzel aus der Alsenstraße wurde in einem Neubau an der Lloydstraße, unten auf einer Treppen liegend, todt aufgefunden. Der Verunglückte hat vorher noch allein in dem Neubau gearbeitet, er scheint von der noch nicht völlig fertigen Treppe abgestürzt zu sein und ist mit dem Hinterkopfe auf die Treppenstufen geschlagen. Durch eine starke Gehirnerschütterung oder einen Schädelbruch scheint sein Tod herbeigeführi .zu sein. Der Verstorbene hinterläßt Frau und drei Kinder. Lübeck. Der hiesige Polizeihauptmann Munck ist an den Folgen einer Nierenoperation gestorben. Dieser Tage ist hier der langjährige Vorsitzende des Landes-KrikTerverban-des Lübeck, Leutnant a. D. Indersleben, gestorben. Schwof. Bern. Der Nationalrath und der Ständerath gaben einstimmig ihre Zustimmung zu dem Bundesanirag, der Bund soll sich an der Zeichnung der vom Kreise Huttingen-Zürich beschlossenen Schinerstifiung für nothleidende Schriftsteller mit 50.000 Francs betheiligen. B i e l. Die Leiche des Uhrmachers Louis Ritter, Vaters von 5 unerzogenen Kindern, wurde hier aus dem Schüßkanal gezogen. Ob Unglück oder Verbrechen vorliegt, muß die Untersuchung ergeben. Kerns. Frl. Nicola Heß. frühere Besitzerin des Schwidisch - Kaltbades und als solche in weiten Kreisen wohl bekannt, ist im Alter von 81 Jahren hier gestorben. Lachen. Hier wurde ein gewisser Gasser von zwei jungen Burschen derart mißhandelt, daß er todt auf der Straße liegen blieb. Die zwei Thäter sind verhaftet worden. S a f f h a u s e n. Vom hiesigen Kantor sgericht wurde der gewesene Gerbereibesiker I. Kirchhofer junior von Stein a. Rh. wegen Wechselsälschung im Betrage von 31,000 Francs, Betruges, Betrugsoersuches und leichtsinnigen Bankerotts zu 3y2 Jahren Gefängniß und vierjährigem EhrVerlust verurtheilt.
W a a d t. Der 70jährige Alfred Golan in L'Orient wurde halb verkohlt,aber noch lebend neben denScherben seiner Lampe am Boden liegend aufgefunden. Der unglückliche Alte scheint am Tisch von einem Schlag oder einer plötzlichen Schwäche überfallen worden zu sein und im Umsinken die Lampe mit sich gerissen zu haben. Nach 24stündigen Leiden gab er den Geist auf. Hcstcrreich-'Zlngcrrn. W i e n. In einem Hotel im neunten Bezirk hat sich der aus Prag hier eingetroffene 40jährige Kaufmann Leopold Bondy durch einen gegen die rechte Schläfe abgegebenen Revolverschuß getödtet. Der bei der Firma Herzmansky bedienstete Kommis Josef Kornfeld ist plötzlich bewußtlos zusammengestürzt und starb bald darauf. Der 61jährige Hausbesitzer August Löfermaier hat sich durch einen Revolverschuß getödtet. Das Motiv der That ist eine langwierige Krankheit. Der 79jährige FuhrWerksbesitzer Josef Galantin, der im Freihaus auf der Mieden wohnt, wollte beim Naschmarkte die Straße übersetzen. Die Deichsel des einspännigen Geschäftswagens des Fleischhauers Josef Ploil stieß ihn nieder. Der alte Mann erlitt einen Bruch der Schädelbasis; er wurde in seine Wohnung gebracht und ist dort bald darauf gestorben. Der 36jährige Pferdehändler Fr. Pecher hat sich erschossen. Schon vorher hat er einen Selbstmord versucht, sich jedoch mit einem Messer nur eine leichte Stichwunde an der linken Brustseite beigebracht. Der dreijährige Kellnerssohn Fr. Berger siel aus einem Fenster der im ersten Stockwerke des Hauses Simmering gelegenen elterlichen Wohnung auf die Straße und erlitt einen Bruch des Schädelgrundes. Budapest. Der Architekt und Professor an der Polytechnik, Viktor Czigler, ist nach langem Leiden gestorben. E g e r. Der Kassier der Vorschußlasse in Schildberg. Johann Pokorny, welcher nach Unterschlagung von 30,000 Kronen flüchtig geworden ist, wurde hier verhaftet. F r i e d l a n d. Letztens waren es 40 Jahre, daß Franz Weiß in die Dienste der hiesigen Flachsspinnerei trat, der er seither ununterbrochen, rnd zwar im ersten Dezennium als Spinnereileiter und die übrigen 30 Jahre als Direktor angehörte. K a n i tz. Der hiesige seit längerer Zeit vermißte 32jährige Schuhmacher Joh. Hora wurde im benachbarten Gebäude unter Buschwerk todt aufgefunden. S a a z. In der unteren Vorstadt brach in einem Hause ein Schadenfeuer aus, das die benachbarte Knopffabrik der Firma Mendl & Co. total einäscherte Luxemburg. Luxemburg. Die Zahl der Luxemburger Auswanderer nach Amerika beträgt für die drei ersten Monate dieses Jahres 160. Das Oesling stellte über zwei Drittel der Auswanderer; die Mehrzahl derselben sind junge Burschen im Alter von 20 bis 25 Jahren. Dippach. Zwischen Dippach und Betingen wurde der Knecht des Herrn I. P. Bosseler überfallen und mitMesserstichen derart traktirt, daß er bemußtlos niedersank. Als er wieder zu sich kam, fand er, daß ihm sein Geld abhanden gekommen war. Rodershausen. Herr Peter Collignon, bisher Kaplan in Remerschen - Wintringen, wurde zum Pfarrer von Rodershausen ernannt.
Die orthographischen Fehler. Sagen Sie, Fräulein, warum macht denn Ihre Frau in den Rechnungen immer so viele orthographische Fehler?" Sie sagte, daß Sie über die Correktur derselben die Preise nicht beachteten!" farbenblind. Herr (zum Arzt, der sehr kleine Augen hat): Ich brauche ein Attest, Herr Doktor, um in die Marine eintreten zu können; ha in die Marine eintreten zu können; haben Sie die Güte, untersuchen Sie mich auf Farben blindheit!" Doktor: Bitte, sthen Sie mich einmal an. Was habe ich für Augen?" Herr: Schweinsäuaerle, Herr Doktor!"
Der Sohn.
Von Helene Rekittke. In der Winternacht, als der Schnccsturm braust, Da hat er den Weg verloren. Man rieth ihm ab, doch er sagte: Ich gebl" Man rieth ihm wohl ab, dem Thoren! Ein Waczniß ist cS auf Leben und Tod! Du muNt vom Wege verirren! Es wird der rastlos treibende Schnee Augen und Smne verwirren!" Die Mutter stirbt mir! Ihr wißt eS wohl! Wie frug ich nach Sturm und Regen? Soll ohne den letzten Abschicdsgru Sich nicht in die Erde legen l" Er nahm den Stecken und wanderte fort. Nichts hielt ihn seit jener Stunde, Die ihm ein Bote nach schwierigem iang Gebracht in der Abendstunde. Die hinter ihm blieben in seinem Haus, Haben ihn nicht mehr gesehen, Er hat sich zur Mutter nicht durchgekämpft Durch Eissturm und Snceeswehen. Er fand sein Grab in dem Moore bei Nacht Und hat nicht mehr heimgefunden, Wo seine Mutter nicht sterben gekonnt Durch alle die bangen Stunden! EZ irrte ihr schon erlöschender Blick Nur immer wieder zur Thüre: Cb nicht ihr Ruf den gelicbtcsicn Sohn Zum Abschied noch zu ihr führe. Folgen eines Maökenscherzes. Humoreske von Hugo ost. Der Weinreisende Emt, "crurnild) war ein seelensguter Mensch, nur hatte er einen Fehler, den man bei Weinreisenden nicht eben selten findet, er renommirte gern. Emil .renommirte vorzugsweise gern mit feinen Bekanntschaften in hohen Kreisen", wie er sich geheimnißvoll auszudrücken beliebte. Wunderbarerweise fand er auch bei zwei Menschen Glauben für seine Renommistereien, und diese beiden waren seine Zimmerwirthin, die noch in den besten Jahren stehende Wittwe Aurora Süßmilch, und seine Braut, Fräulein Auguste Schneider. Als Herr Schumlich diese Braut wählte, war er sozusagen aus der Höhe seiner Bildung zum Volke herun tergestiegen, denn Auguste war die Tochter eines einfachen Handwerkers und hatte nicht etwa die höhere Töchterschule, sondern nur die Gemeindeschule besucht, mit deren Klassen sie noch nicht einmal fertig war, als die Einsegnung sie der Schule entriß. Schumlichs beständiges Sehnen und Bestreben war daher auch, seiner Braut ein wenig Bildung beizubringen. Sorge nur dafür, daß ich in höhere Kreise komme," sagte Auguste, und die Bildung kommt dann von selbst." Nicht weniger war es die schwärmerische Frau Süßmilch, welche ihren Zimmerherrn fort und fort bestürmte, sie nur ein einziges Mal in die hohen Kreise" einzuführen, da sie sich von jeher über das gemeine Pack" erhaben gefühlt hatte. So in die Enge getrieben, kam unserem Helden ein herrlicher Gedanke. Frau Sützmilch," redete er einst feine Wirtin an, endlich bin ich im Stande, Ihren langgehegten Wunsch zu erfüllen. Die Gräfin von Donnersmarck, meine intime Freundin, hat neulich den Wunsch ausgesprochen, das Leben und Treiben in Bürgerkreisen kennen zu lernen, und ich versprach ihr. sie in das bekannte Etablissement Elysium" zum Maskenball zu führen. Kommen Sie also in irgend einem Kostüm dahin. Freilich kommt die Gräfin ungern mit Bürgerlichen in nähere Bsrührung, ich werde daher genöthigt sein, Sie z. B. als Gräfin Hohenstein, wenn es Ihnen recht ist, vorzustellen." Frau Süßmilch sagte entzückt zu. Am'bestimmten Tage warf sich Emil in das Kostüm eines altnordischen Ritters, hüllte sich in seinen langen Regenmantel und fuhr per Droschke zu seiner Braut. Er trat siegesbewußt in die gute Stube, in welcher Auguste sich befand, uni erklärte triumphirend: Ja, liebe Auguste, heute ist mir eine große Ehre widerfahren. Die in hohen Kreisen bekannte Gräfin Hohenstein hat mich der Ehre gewürdigt, sie in das Elysium" zum Maskenball führen zu dürfen, weil sie gern das Leben und Treiben in Bürgerkreisen kennen lernen möchte. Du mußt auch hinkommen. Freilich kommt die Gräfin ungern mit Bürgerlichen in nähere Berü'hrung; ich werde daher genöthigt sein. Dich zum Beispiel als Gräfin Donnersmarck vorzustellen." Wer war froher als Auguste! In aller Eile holte sie vom Maskenverleiher das Kostüm eines Ritterfräuleins, und ebenso stolz als neugierig, die hohe Dame kennen zu lernen, betrat sie am Arme ihres Bräutigams den Ballsaal des Elysium". Bald führte Emil die beiden Gräfinnen zueinander, welche bei der Vorstellung möglichst tief knixt,n. Wie ist Ihnen denn hier unter den dielen Bürgerlichen zumuthe. gnädigste Gräfin?" flötete Frau Süßmilch.. O, ich danke," entgegnete Auguste geziert, allerdings bin ich diese Atmusphäre gar nicht gewohnt Fühlen Sie sich nicht auch etwas alterniri, allergnädigste Frau Gräfin?" Na, es geht," erwiderte diese, ich freue mich wenigstens, daß Sie mit mich zusammen sind." In diesem Tone ging es den ganzen Abend, möglichst steif und vornelzm.
ycur als Emil zum Schlüsse Kaffee und eine Menge Kuchen spendirte, wurden die Gräfinnen munterer, und sie wunderten sich im Stillen, daß man in hohen Kreisen doch so ausgelassen sein könne. Mit Wonneaefüblen verliefen di beiden Damen den Maskenball, und gewiß spielten die hohen Kreise" des Nachts in ihren Träumen eine kleine Rolle. Am anderen Morgen machte Emil pflichtschuldigst Augusten seine AufWartung, um sich nach ihrem Befinden zu erkundigen. Man unterhielt sich natürlich von hohen Kreisen" im Allgemeinen und von der Gräfin Hohenstein im Besonderen. Aber sag' mir eins, lieber Emil," fragte Auguste, ich sah beim Kaffee, wie sich die Gräfin eine Partie Kuchen heimlich einsteckte. Ist das in hohen Kreisen Sitte?" Es kommt bisweilen vor," erwiderte Schumlich etwas gezwungen. Ich habe es mir auch gleich zum Vorbild genommen und mich ebenfalls etwas Kuchen mitgenommen." Mir heißt es." Du wirst mich schön belehren! Die Gräfin Hohenstein sagte auch: mich." Dann hat sie sich versprochen. Aber thu' mir den Gefallen, Auguste, und sitz' nicht immer, beide Ellbogen auf den Tisch gestützt." Die Gräfin Hohenstein macht es genau so." Kurz und gut, Schumlich mußte die unliebsame Erfahrung machen, daß feine Braut viel Untugenden angenommen hatte, die ihrer Meinung nach zur Bildung gehörten, weil die Gräfin Hohenstein" sie an sich hatte. Da faßte er sich schließlich ein Herz und offenKarte dem jungen Mädchen, daß die angebliche Gräfin Hohenstein nur feine Zimmerwirthin gewesen wäre. Darauf fall' ich nicht herein," erwiderte Auguste verächtlich; hältst Du mich denn für so dumm, daß ich nicht eine echte Gräfin von einer falschen zu unterscheiden weiß? Du bist nur mißgünstig und willst nicht, daß ich wieder mit der Gräfin zusammenkomme, damit sie mich nicht in die hohen Kreise einführt, für die Du vielleicht nicht gut genug bist." Der Weinreisende schwieg und sann. Ihn in seiner Junggesellenwohnung zu besuchen, hatte Auguste wiederholt abgelehnt. O, sie wußte wohl, was sich in feinen Kreisen schickte. Als er aber auf seine nächste Tour ging, schrieb er ihr von einer entfernteren Stadt aus und bat sie, zu seiner Zimmerwirthin zu gehen und sie um Nachsendung eines Rockes zu ersuchen, den er daheim vergessen hatte. Einige Tage später erhielt er den Rock und dazu folgendes Schreiben feiner Braut: Lieber Emil! Denke Dir das Glück: als ich zu Deiner Wirthin gehen wollte, traf ich auf der Treppe wen denkst Du wohl keine Geringere, als die Gräfin Hohenstein. Sie hatte in dem Hause als Wohlthätigkeitsdame eine arme Familie besucht. Ich log vor, ich hätte meine Schneiderin in dem Hause wohnen, und da kamen wir überein, zusammen einen Spaziergang zu machen. Ach, es war herrlich. Ich hab wieder so viele neue Bildung von ihr gelernt. Wenn Du nach Hause kommst, erzähle ich Dir alles ausführlich. Deine Auguste." Als Schumlich zurückkehrte, kündigte er sofort seine Wohnung, um eine sernere Begegnung der beiden Gräfinnen" zu verhindern.
Tie Technik des Eislaufes. Wenn man unsere liebe Jugend mit kritischem Auge auf dem Eise bei AusÜbung des schönen und so gesunden Schlittschuhsportes beobachtet, so wird man mit Bedauern konstatiren müssen, daß Anmuth und Grazie der Bewegungen nur bei den .Wenigsten zu finden sind, daß die Meisten sogar einen unschönen Anblick gewähren Unschöne, zu weit nach vorn geneigte Haltung, fuchtelnde Arme, ungleichmäßiges Ausschreiten, heftige, stoßartige Bewegungen sieht man allenthalben, anstatt des eleganten, ruhigen Gleitens und Schwedens über die spiegelnde Eisfläche. Gerade beim Eislauf läßt sich so unerrdlich viel Grazie entfalten und kann der Körper zur Anmuth der Bewegungen geübt werden, mehr, viel mehr, als bei jedem anderen Sport. Deshalb sollten die Mütter junger Töchter und Söhne seiner AusÜbung mehr Beachtung schenken, als es meist geschieht, und die Anfangsgründe möglichst selbst überwachen. Denn im unzweckmäßigen und unrichtigen Lernen und Ueben des Anfängers wurzeln all die erwähnten üblen Angewohnheiten, und sie wurzeln tief, so tief, das) sie oft gar nicht wieder abzulegen sind. Nachstehend einige Winie für den Anfänger, bezw. für die die Anfangsstudien eines Neulings überwachende Person. Vor allen Dingen gilt es die jeden Anfänger beherrschende Furcht vor dem Hinfallen zu benehmen, da sie ihn ängstlich und unsicher macht. Man stelle ihm vor, daß ein Fall auf oem Eise absolut nichts Gefährliches, sondern ein unbedingt mit in den Kauf zu nehmendes Mißgeschick ist. Sodann lehre man den Anfänger das ruhige Stehen auf den Schlittschuhen und auf dem Eise, möglichst ohne Stützen, höchstens mit einer Hand einen leichten Halt gewährend. Die Schienen der Schlittschuhe müssen ine genau senkrechte Stellung jgum
Etse einnehmen, die Haltung deZ Korpers muß eine ruhige, aufrechte sein, und der Kopf darf nicht nach unten, sondern geradeaus gerichtet werden. Hat der Anfänger das Stehen gelernt, d. h. kann er ohne fremden Beistand das Gleichgewicht halten, so versuche er, wieder nur mit leichter Unterstü tzung. das Laufen. Er schiebe lang, sam und ruhig den linken Fuß vor und gebe sich dabei mit der Innenkante des ruhenden rechten Fußes einen Stoß, auf dem linken vorgeschobenen dabei ,in fötiirf vorwärts aleitend. Diese Prozedur wird mehrmals unternommen werden müssen, ehe sie gelingt und ehe man sie nun auf den anderen Fuß anwendet. Sowie diese Uebung nur einigermaßen geglückt ist, sehe man auf genaue Abwechslung der ausschreitenden Füße, damit die üble Angewohnheit des einseitigen, meistens mit dem rechten Fuße geübten Ausfchreitens von vornherein beseitigt wird. Weiter ist darauf zu achten, daß niemals mit der Spitze des Schlittschuhes, sondern stets nur mit der Innenkante abgestoßen wird. Das Gewicht des Körpers soll auf den Vordertheil des Fußes ruhen, man lege es nur dann auf die Hacken, wenn man anhalten, oder den Lauf plötzlich unterbrechen will. Die Hauptsache bleibt, daß man dem Lernenden keine zu gro ße Stütze bietet, er darf sich durchaus nicht an der begleitenden Person an klammern, sondern muß immer bemüht sein, aus eigener Kraft das Gleichgewicht zu halten. Das Benützen eines Stuhlschlittens zum Lernen des Eislaufes ist ganz falsch, es erzeugt nur die häßliche vornübergeneigte Haltung und um so größere Unsicherheit, sobald die Stütze fehlt. Erfahrungsgemäß lernen den Eislauf die Personen am allerbesten, die man, nachdem sie das Stehen auf dem Eise gelernt haben, einfach ihrem Schicksal überläßt und nur durch belehrende Zurufe unterstützt. Auf die eigene Kraft angewiesen, finden sie sehr bald die Stellungen und Bewegungen heraus, die ihnen das Gleichgewicht sichern. Sobald das erreicht ist, hat man wie auch beim Radfahren die Hauptschwierigkeit überwunden. Daß man Anfänger weder auf eine stark besuchte, noch zu spiegelglatte Eisfläche führt, ist wojjl selbstverständlich, weniger bekannt dürfte sein, daß ältere, abgefahrene Schlittschuhe zum Lernen bener sind, als neue. Ein zu langes Verweilen auf dem Eise, ein Ueberanstrengen im Anfange ist zu vermeiden. Ein ermüdeter Fuß nimmt leicht üble Angewohnheiten an. Lieber gehe man im Anfange mehrmals an einem Tage auf die Eisbahn, und sei es jedesmal ein Viertel- oder ein Halbstündchen; das ist besser, als stundenlanger Aufenthalt, bei dem viel gestanden oder gar gesessen wird. Letzteres ist ganz verwerflich und kann böse Erkältungen zeitigen. Wer schwache Knöchel am Fußgelenk hat, sollte sich Lederriemcn für die Schlittschuhe anschaffen, die nach unten schmal, über den Spann aber breiter sind. Derartige Riemen geben einen guten Halt und werden oft sogar von Kunstläufern benützt. Eine weitere Hauptbedingung ist ein ganz tadellos grades und festes Anschnallen oder Anschrauben des Schlittschuhes. Schiefe Lage, lockerer Sitz sind eine Pein für den Läufer und führen auch leicht zu al lerhand häßlichen Angewohnheiten. Die eigentliche Kraft des Eislaufes beginnt erst dann, wenn man durch stete Uebung soviel Sicherheit gewonnen hat, daß man die äußerste Kante der Schlittschuhschiene benützen und das Gewicht des Körpers auf einem Fuße ruhen lassen kann. Hebt man dann dabei den anderen, ruhenden Fuß, so entsteht unwillkürlich eine Kurve, die man durch eine begleitende Wendung des Körpers und des Kopfes ganz wesentlich unterstützen, d. h. weit auslaufen lassen kann. Richtiges Ueben dieses Kurvenfahrens führt, abwechselnd ausgeübt, zu der beliebten Bewegung des Holländerns", einer der elegantesten, reizvollsten Arten des Eislaufes. Wer einmal gut und sicher u Holländern" versteht, für den sind die so amüsanten Eisfiguren leicht errcichbare Ziele. Das Beschreiben von Doppelbogen, einer Acht", einer Drei" sind selbst für eine Dame angemessene Uebungen, vorausgesetzt, daß die Bewegungen recht ruhig und elegant ausgeführt werden, denn eine Dame kann niemals durch Schnelligkeit, sondern nur durch vornehme Ruhe und Einfachheit der Bewcgungen imponiren.
"X Ein Bcschetdener. Na. wie gefällt es Ihnen in Jbrer reuen Stellung?" Dance, es macht sich, ich habe alles reichlich, viel Arbeit, viel Aerger und sehr viel zu wenig Gehalt." Der Material: st. Junge Wittwe (mit ihrem Vetter im Restaurant): Ich bin doch eigentlich ein unglückseliges Geschöpf, lieber Max. Un ausgesetzt quält mich ein so gräßliches Gefühl von innerer Leere." ' Vetter: .Kellner! Speisekarte!" Bestrafte Prahleret. Alte Kokette: Wie, Sie wollen sich phowgraphiren lassen? Das finde ich nicht fein. Ich lasse mich immer malen. Schon mit dreiundzwanzig Iahren hat mich ein Künstler porträtirt." Dame: Das glaube ich schon. Da mals wird es eben noch keine Photographen gegeben haben!"
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