Indiana Tribüne, Volume 28, Number 234, Indianapolis, Marion County, 25 May 1905 — Page 7
Jndiana Tribüne, SS. Mai R0S.
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V o m i n von HannS von Zobeltitz (Fortsetzung.) T veryard, was schiert mich das Geld! Schimpfliche Last wär's für mich! Gib es Willy" Nun lächelte er doch: Lora . . . und Tu wolltest verständig sein!" Nicht verständig, wenn Willvs Ehre und die Eures Geschäfts auf dem Spiel steht!" Es kam in einem leidenschaftlichen Aufschrei heraus. Ich gab ihm heute Anweisung, ein? Million für sich flüssig zu machen mit schwerem Herzen. Ich fragte ihn dann, ob seine Ehre als Kaufmann. als Mensch irgendwie gefährdet sei. Wäre das der Fall gewesen. Lora voll unbedingten Vertrauens wäre ich zu Dir gekommen, um Dir zu sagen: wir stnd arm geworden. Denn ich hätte von Dir gewußt. Tu würdest auf alles verzichten. Siehst Du. Lora. darum war ich ruhig, konnte ich rubiz bleiben. Gottlob, das Opfer ist unnöthig Willy mag sehr unklug, mag leichtfertig gehandelt haben, aber die Ehre ist rein Er hatte sehr ernst gesprochen. Noch immer hielt er ihre Hand fest in der seinen, mit warmem Druck. War's so recht, Lora?" Stumm neigte sie den Kopf. Und das feste Vertrauen, von dem er sprach. das war nun auch wieder in ihr und tcuch3 und wuchs. Das Vertrauen, das sie zu ihm geführt hatte: auf ihn kannst Du Dich verlassen in guten und in bösen Tagen. Jetzt mochte kommen, was da wollte Er hatte auf sie gerechnet, er hatte in ihrer Seele gclesen. Darauf war sie stolz. Den Ehrenschild rein erhal ten! Seine Losung war es wie die ihre. Eine ganze Weile saßen sie wortlos beieinander, Hand in Hand. In ihrem Herzen war eine große, stille Freudigkeit. Im Empfinden geistiger Uebereinstimmung, des Einklangs von Fühlen und Denken. So recht gute Kameraden sein in Glück und Unglück, Freud und Leid . . . Ja vielleicht im Schatten noch mehr als im Sonnenglanz. Für ihn für seine Kinder für sein Haus. Zu jung? nein nein doch! Die Jugend hat stärkere Schultern... Heute freilich hatte sie Stunden des Zagens gehabt. Das aber das war nun vorüber. Jetzt war sie stark, im wechselseitigen Vertrauen . . . Und sie hob den Kopf und bat: Eberhard wir wollen heim " Da umspannte seine Hand die ihre mit noch festerem Druck: Ja, Lora! Wir wollen nach Hause. ES ist Pflicht, Heute konnte ich noch helfen mit der That. Vielleicht ist's bald noch wicbtiger. zu helfen mit dem Rath! Ich danke Dir, Lora 13. Kapitel. ugen Prall wanderte durch die Großstadt, seiner Gewohnheit nach, und suchte mit dem durchdringenden Blick seines einen Auges den Wandel der Zeit. Wer da oberflächlich schaute, dem mochte das Bild ganz unverändert erscheinen. Der ssh immer den gleichen haftenden Verkehr, sah den Prunk und den Luxus in den gleißenden Auslagen der Hauptstraßen, elegante Frauen in lhren Karossen, fröhliche Gesichter Eugen Prall sah schärfer und tiefer. Er ging hinaus zum Norden, in die Stadt des Eisengewerbes, hinaus zum Osten, wo neben hundert andern Betrieben die Textilinöustrie ihre Stätten hat. Und er fah die Hälfte der !PIa schinen ruhen, die langgestreckten, kaum vollendeten Neuanlagen leer stehen aber vor ihnen, wandernd von der einen Fabrikpforte zur andern, die düsteren Schaaren der Arbeitslosen, Männer und Frauen mit vergrämten, sorgenvollen Mienen, auf denen geschrieben stand: Gebt uns Arbeit, gebt uns Brot unsre Kinder hungern! Er sah auf den Lagerplätzen die Vorräthe anschwellen und wachsen. Denn die Käufer, auf die man in den Geschäften so sehnsüchtig rcartete, Hie ben aus dieselben Käufer, die noch vor wenigen Wochen auf schnellste Lieferung gedrungen hatten, fehlten. Als fei plötzlich, mit einem Schlage, jeder Bedarf geschwunden. Und Eugen Prall durchquerte die neuen Viertel des Westens. Sonst reckten und dehnten sich um diese Iahreszeit hier me Straßenzuge, wuchs Hausmauer an Hausmauer empor Heuer vollendete man nur, was begon nen war. Der jähe Sturz der Hypoihekenbanken hatte auch die Lebensader des Baugewerbes, den Kredit unterbunden. Und auch hier standen die Manner m't finsteren Blicken, arbeits los, und starrten neidvoll den wenigen Glücklichen nach, die noch Hammer und Kelle handhaben durften. Und Euaen Prall sah auf den Bahn Köfen die Räckfluth derer, die der Traum leichten Verdienstes, die gröhere Ungebundenhelt von der Tcholl wea nach der Großstadt gezogen hat ten, den breiten Strom derer, die aus den Berawertsdistrikten des Westens
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nack dem Osten beimflüchteten. Nun
mochten Pflug und Egge bei ihnen
oieder zu Ehren kommen Er sah hinein m die großen Vermiethungsgeschäfte. Vor Jahr und Tag lagen sie verödet, und die Hausfrauen priesen sich glücklich, gegen böchsten Lohn eine helfende Hand zu inden. Heute waren sie überfüllt von geduldig Wartenden: die Fabriken, die nicht genug Arbeiterinnen einstelen konnten, gaben sie jetzt zu Hunderen und Aberhunderten dem Ursprungichen Berufe zurück. Hundert und Aberhundert andre ballten sich vor den Zeitungscrpeditionen zusammen, bis die ersten, noch druafeuchten Blatter des Arbeitsnachweises vertheilt wurden und von Hand zu Hand gingen. bis dann die Schaaren sich lösten und der große Wettlauf begann nach der feinsten Brotstelle Die Treppen zur Börsengallerie stieg er hinan und blickte hinunter in den weiten Raum. Auch hier, als ob ein Hauch des Verdcrbens über die vielköpfige Bersammlung geweht hätte. Eine Stille, wie sonst kaum je in teil schwülsten Tagen des Hochsommers. Plötzlich ein ncrvöses Aufzucken in der Masse... irgendeine Sckreäensnachricht, ein Fallissement, das Moratoriumsbegekren einer angesehenen Firma, eine neue schlechte Kunde vom westfälischen Eisenmarkt. aus den schlesischen Kohlenbezirken, uberraichende Verkaufsordres eines rheinischen Großspekulanten! Sprungweises Fallen der Papiere ... ein paar johlende Jobber, die stch auf die Seite der Kontermine warfen und den Kurs weiter und immer weiter hcrunterzuschreien versuchten . . . dann wieder die öde Stille von vorher. Die bleierne Wolke der Kras - losigkeit Schärfer blickte Prall hrnab. urd sein Gesicht verzog stch schmerzlich. Tort rechts an der Schranke die b?he stattliche Gestalt mit dem feingeschnittenen Kopfe war das nicht MöllerSieghard. . . Loras Gatte? Die waren doch in Italien, :n Rom Aber er mutzte es sein. Da war a der Sohn neben ihn, der Wagehals, der sich hatte hinreißen lassen in dies wüste Treiben . . . Unten umdrängten sie den Geheimrath, schüttelten ihm die Hand, als ob sie ihn beglückwünschen wollten zur Heimkehr, zur Rückkehr . . . vielleicht auch noch zur Heirath. Einer nach dem andern von den Börsengewaltigen, den Chefs der gro ßen Häuser, den Direktoren der erstc i Banken, kam heran, um ein paar Worte mit dem Freunde, dem langjährigen Bekannten, dem allgemein beliebten Manne zu wechseln. Und er lächelte nickte dem zu gab dort die Hand schien mit dem dritten ein Scherzwort auszutauschen. Der Geheimrath mußte soeben eingetreten sein, die Nachricht seines Hierseins sich grad erst verbreiten. Mit einem Male kam drüben, wo die Industriepapiere gehandelt werden, Leben. Bewegung in die träge Menge. Man flüsterte, raunte, und dann ein paar Stimmen: Prometheuslicht 188 190 193 " Doch es war nur wie ein kurze? Windstoß, dem gleich wieder die Flaute folgte, ein Aufflackern, ein erfolgloser Versuch. Eugen Prall wollte lachen, recht bitter lachen. Aber über seine Lippen kam nur rn leiser Wehlaut, der fast klang wie: arme Lora . . . Tann stand Eugen Prall vor den hohen stolzen Mauern des Prunkbaues der Salester'schen Bank. Wie der sich breitete, selbstbewußt, massiv, für die Ewigkeit gebaut! Wie die Frühlingssonne sich spiegelte in den blanken Riesenscheiben und auf den goldenen Aufschriften: Aktienkapital sechzig Millionen, Reserven fünfzehn Millionen. Und nun das schlichte graue Haus daneben! Er wollte nicht, aber es zwang ihn, hinaufzuschauen zu den Fenstern des ersten Stockwerkes, ob sich nicht einer tx gelben Stores lüftete ie Zähne biß er aufeinander, daß sie schmerzten, so fest, wie damals, als Lora zu ibm gekommen war und ihm gesagt hatte: Ich habe mich verlobt mit dem Geheimrath Möller-Sieg-hard." Aufschreien hätte er mögen und hatte doch nur ihre Hand genor men und sanft gestreichelt: Möge es Ihr Glück lein ... ich hörte, er ist ein Ehrenmann." Nein nein! Es war doch besser, die Vorhänge dort oben blieben geschloffen Und nun das dritte, das Riesenhaus aus Glas und Eisen, das Haus der Prometheusgesellschaft mit den breitausladenden Schaufenstern im Erdgeschoß und den Guirlanden von Glühlampen dann, buntfarbig, TA! lernd in allen Nüancen des Regenbogens. Jetzt konnte er lachen, bitter, mit den geballten Fausten m der Tasche. Denn dicht daneben lag ein ganz unscheinbarer kleiner Laden mit einem einzigen Fenster. Aber davor blieben seit vorgestern früh die Leute stehen, wieder und wieder, sahen auf den merkwürdigen Schrank in der Ausläge, schüttelten die Köpfe und lachten auch. Der Schrank hatte zwei Hälften: in der linken Hälfte brannten in sechs Reihen übereinander je sechs Glühstrümpfe und jede Reihe trug eine Inschrift brennt seit vier Wochen," seit drei Wochen," seit zwei Wochen," seit einer Woche," seit vier Tagen," sit ,f0i"' nnrtihfY in iinfnisf aben: Fabrikat der Prometheus.
licht-Gesellschaft: nebenan gekauft."
Ganz entsprechend war die rechte Halste eingerichtet, aber sie trug nur eine Aufschrift: Neue Erfindung von Dr. Eugen Prall Reichspatent 249,231 brennen sämmtlich seit acht Wochen. Vorläufig unverkäuflich." Die Leute lächelten oder lachten. Am Abend nun gar, wenn die linke Hälfte , wie in einem Schatten lag. Aber heut Morgen hatten bereits alle Zeitungen über die seltsame Reklame berichtet, und gestern n ar Prall hatte es erfahren Herr Direktor Baldin perfönlich auf dem Polizeipräsidium aewesen, um die Entfernung der Schaustellung auf Grund des Gesetzes über den unlautenn Wettbewerb zu verlangen. Vergebens man verwies ihn auf den Weg der Klage. Und Prall lachte wieder, wenn er an die zu erwartende Verhandlung vor bzm hohen Gerichtshöfe dachte. War ste zu erwarten? Vielleicht auch das nickt einmal Ein paar Augenblicke stand er zwischen den sich vor dem Schaufenster drängenden Leuten und vergnügte stch Über ihre neugierigen Gesichter, über einige kurze Sätze: Das ist mal ein Schlaufuchs!" Amerikanische Reklame!" Ach . . . 's wird wohl auch nur ein Schwindel sein!" Tann schien derte er langsam zurück. Als er vor dem Möller - Sieghard'schen Portal vorüberkam, stieg gerade der Geheimrath aus dem Wagen. Die Herren hatten sich nur ein einziges Mal gesehen und gesprochen. Bei Graf Wellri-'d, kurz nach Loras Verlobung. Aber Möller-Sieghard hatte ein autzerqewöhnlichs gutes Personengedächtniß die Physiognomie Pralls war ja auch nicht zu vergessen und was hatte Lora nicht alles von ihm erzählt. So grüßte der Geheimrath, und Beide blieben unwillkürlich einen Augenblick stehen. Schon zurück von der Reise, Herr Geheimrath?" fragte Prall, wie immer etwas befangen, wenn er mit Fremden sprechen muhte. Seit gestern. Herr Doktor. Eigentlich wollten sich Beide damit trennen. Aber Beide blieben unter der Einwirkung eines ganz verschiedenen Jdeenkreises stehen. Prall rang mit der Frage: wie geht es Ihr... Lora . . . Ihrer Frau Gemahlin ?" Möller dachte: vielleicht gebrauchen wir den Beistand dieses merkwürdigen Mannes noch sehr nothwendig . . . und es ist ein Unrecht an ihm gut zu machen." Herr Doktor, meine Frau wurde sich sehr freuen, wenn Sie einmal bei uns vorsprechen wollten," sagte der Geheimrath dann. Sie hat mir so viel von Ihnen erzählt." Prall antwortete nicht direkt. Er bewegte nur kurz den Kopf. Es konnte ebensogut eine Zustimmung, wie eine Art von Ablehnung bedeuten. Aber er fragte nun doch: Wie geht es der gnädigen Frau? Danke sehr. Gut, Herr Doktor." Bitte, meine Empfehlung " Der Geheimrath streckte ihm die Hand hin. Mit leichtem Zögern legte er die seine hmem. Dann war es, als gereue ihn selbst das, so plötzlich wandte er sich ab, mit knappem Gruh. so schnell schritt er die Straße hinunter. Es war fast verletzend. Auch Möl-ler-Sieghard empfand es so, aber er sagte sich wieder, während er die Treppe hinaufstieg: man hat ihm unrecht gethan... er muß ja verbittert sein..." Auf dem Absatz blieb er stehen, um Athem zu schöpfen. Vielleicht zum ersten Male, seit er diese Treppen emporstieg, seit seinen Kindheitsjahren. Er war müde, abgespannt, uberarbei tet. Fast von der Stunde der Ankunft an hatte er Mit Willy und den Prokuristen zusammen berathen, Ein ficht in die eigenen Bücher genommen, die letzten Bilanzen, die letzten Jahresberichte der Prometheusgesellschaft, bxt Protokolle über die letzten Aufstchts.rathssitzungen geprüft. Und das Betrübendste für ihn war dabei das G?fühl gewesen: Du stehst hier wie vor einer Mauer, über die Du mit Deinem erfahrenen Blick nicht hinwegschauen kannst. Traust Du allen diesen Darlegungen, Zahlenreihen, so darfst Tu wohl einzelnes tadeln, die Gesammt läge des Unternehmens bleibt jedoch eine glänzende. Es ist nichts verloren. Aber verdienen alle diese schönen Worte Dein Vertrauen? Verbergen sie, beschönigen sie einen beispiellosen und immer wieder schoß ihm das starke Wort durch den Sinn: einen beispiellosen Betrug? Die Organisation der ganzen Gesellschaft war durch d:e zahlreichen Filialen, die Tochtergesellschaften in fast allen europäischen Ländern, di fortgesetzten Erweiterungen des Gc schäfts, den Ankauf von Konkurrenz Unternehmungen, die Verschmelzun mit anderen Fabriken eine so verwickelte und verzwickte, daß er noch immer keinen klaren Ueberblick zu gewinnen vermochte. Den ungeheuren Unkosten standen scheinbar riesige Ge winne gegenüber. Aber es gab einen solchen Rattenkönig verschiedener Kon ten. daß er so sorgfältig sie in den Abschlüssen geordnet schienen die unangenehme Empfindung nicht loswerden konnte: es liegt ein System der Täuschung vor. Em genial erdach tes. mit eiserner Konsequenz durchge führtes Schwindelsystem. Nicht die leiseste Spur emes Beweises hatte er 1 dafür gefunden, dazu reichte das vor.
liegende Material jedenfalls nicht aus,
nur sein Instinkt sagte es ihm. Aber durfte er auf diesen Instinkt bauen? Auf Vermuthungen hin einen Mann wie Baldin vor sich selbst einen Schwindler nennen? Emen Mann von unzweifelhaft erstaunlichem Organisationstalent und ganz ungewöhnlicher Begabung! War es nicht auch möglich, daß er sich tauschte? Daß das Mißrauen, mit dem er von vornherein Blatt um Blatt, jede Vilanzzahl berachtete. ganz falsche Vorstellungen in seiner Seele wachgerufen hatte? Aber weiter: wenn nun doch ein großartiger Betrug vorlag, wie er in der deutschen Geschäftswelt seit Menschengedenken nicht vorgekommen war, dann mußte Baldin Mitwisser haben und Mitschuldige. Es mußte eine Quelle geben, aus der ihm die Riesenmittel zu all diesen undurchsichtigen Transaktionen zugeflossen waren Salester . . . Heute in der schlaflosen Nacht war ihm der Gedanke zuerst gekommen. Er hatte ihn sogleich wieder verworfen. Denn alles sprach für das Gegentheil: die ganze Art des Mannes, dieser groden, ungekünstelten, kernigen Natur; die Stellung, der Ruf der Bank, an deren Spitze er stand: die günstigen Resultate ihres Geschäftsbetriebes, die a offen vor Jedermanns Augen lagen. Und dennoch dennoch! Salester war doch nun einmal die Hauptstütze des ganzen Unternehmens, war dessen erster finanzieller Beirath. Und für einen Wagehals hatte er ihn im Grunde des Herzens stets gehalten. An Strousberg hatte er ihn bisweilen erinnert oder an Bontoux. den Gründer der berühmten und berüchtigten Länderöank. Dem Sohn dieses Mannes wollte er heut seine Tochter anverloben! Es stieg siedend heiß in ihm empor. Er bereute fast, daß er auf Loras Fürsprache die Wartezeit um einen Monat gekürzt, daß er den feuchten, bittenden Augen Hardis nicht festeren Widerstand entgegengesetzt hatte. Wenn nun seine Befürchtungen doch zutrafen? Sollte er jetzt noch einen Rückzug er zwingen ! Es wäre eine todtliche Beleidigung gewesen. Es war eine Unmöglichkeit. Und wenn das Schlimmste zutraf, was konnte der junge Offizier für die Leichtgläubigkeit, für den Leichtsinn, selbst für die geschäftliche Verfehlungen seines Vaters! Langsam, schwer stieg Moller-Sieg hard die letzten Stufen hinan. Als er die Wohnungsthur öffnete, trat gerade Maria Apelhode von der anderen Seite in die Diele ein. Sie hatte einen großen Packen Wäsche auf den Armen, legte ihn aber schnell beifeite, um ihm Paletot und Hut abzunehmen, und er duldete es, denn er wußte, sie war glücklich über jede kleine Dienstleistung für ihn. Und so ernst seine Gedanken waren. er hatte doch ein freundliches Lächeln für sie. Er streichelte ihr die Wangen: Nun, Heimchen ... ist er schon Da? Sie nickte hastig: Jawohl, Onkel Eberhard ... und Hardi ist so glücklich." Was für ein süßes Stimmchen sie hatte Aber Du hast Dich ja gar nicht ein bischen geputzt zu dem großen Ereigniß. Maria." Eine flüchtige Röthe huschte über ihr Gesicht. War das am Ende ein Vorwurf? Wenn Du es willst, Onkel Eberhard, kann ich mir ja ganz schnell ein andres Kleid anziehen' Nun lachte er wirklich. Als ob ste in diesem schlichten, hellen Kattunkleidchen. das ihre kindliche Figur weich umschloß, nicht gerade reizend genug ausgesehen hätte! Wie das Kind sich in dem einen halben Jahr ent wickelt hatte! Das kleine Heideröscken Bewahre, Heimchen. Tu bist mir aam recht so." Da war schon wieder die feine Nöthe bis unter die Haarwurzeln innern. Immer kam ste, bei der kleinsten Ge mütbserreauna Er nickte ihr noch einmal zu und aina m den Seinen. Die kurze Beaeanuna mit der Klei nen hatte ihm doch etwas die Schatten von der Stirn gescheucht. Ais er nun die drei vor sich sah Lora und Hardi und Konrad Salester da rang sich der alte Optimismus siegreich durch und der Wunsch: laß diese elenden Sorgen draußen, halte sie fern von der Schwelle Deines Hauses . . . Hardi flog ihm entgegen, umhalste, küßte ihn. Er mußte sie schließlich abwehren, um Konrad die Hand drücken zu können: Machen Sie Bernhardine glücklich, lieber Sohn . . Das soll meines Lebens Aufgabe sein!" Konrad Salester sagte es sehr ernst. Er legte seinen Arm um die Braut und sah ihr in die leuchtenden Auaen und füate bmzu: Nicht wayr. Hardi... wir werden glücklich sein? Denn wir haben uns sehr lieb. Glücklich in guten und. kommen auch die, in schweren Tagen." Es flrnq so ernst, fast feierlich . . Als ob der iunae Mann in dieser Glücksstunde das düstere Gespenst irgend einer Gefahr auf seinem Wege schaue, die Wolken irgend eines Drohenden Unwetters am Horizont, der doch vor ,hm liegen mußte in leuchten der. sonniger Klarheit. Hardi bemerkte es nicht. Sie nickte nur hastig: Ja, Conny, sehr, sehr . 27
!ieo . . . immer: (Fortsetzung fslgt.)
Mittel gegen Schlangenbiß. Peter GruberS eigenartige Liebhaberei ,,o lehrreiche Erfahrungen.
Einer eigenartigen Liebhaberei röhnt schon seit seiner Jugendzeit ein gewisser Peter Gruber in Rochester, N. A. Sie betrifft das Einfangen und Sammeln von Giftschlangen. Gruber edient sich hierbei eines Stockes, der am Ende eine Astgabel hat, mit der er den Hals der Schlange auf den Boden niederdrückt. Dann kann das Thier nicht beißen. Nichtsdestoweniger ist Gruber schon viele Male durch Schlaugen verwundet worden, ohne daß er indeß ernstlichen Schaden erlitten hatte. In seinem 15. Lebensjahre wurde Gruber zum ersten Male von einer Klapperschlange in den Daumen gebissen. Er machte mit seinem Taschenmesser um die Bißstelle einen Rundschnitt, saugte die Wunde aus und kam mit einer Anschwellung der Hand, des Arms, mit einer starken Anschwellung der Zunge und dem Verlust der Geschmacksfähigkeit für einige Zeit davon. Gruber diente dies als Warnung. Er hat seit der Zeit nie wieder eine Wunde ausgesaugt, denn er weiß, wie gefährlich die kleinste Rißwunde an den Lippen oder im Munde beim Aussaugen werden kann. Gruber wendet ein ganz anderes Mittel an, um die Bisse der Giftschlangen zu paralystren. Visher galt bei den Aerzten als bestes Mittel gegen den Schlangenbiß eine starke Tosis Alkohol. Gruber führt auf seinen Expeditionen, neben einem scharfen Messer und dem Gabelstock. immer übermangansaures Kali Mit sich. Ist er gebissen, so schneidet er mit dem Messer sofort einen Kreis um die Wunde und bringt stch dann eine zweite Wunde zwischen der Bißstelle und dem Herzen bei.- Beide Wunden verreibt er mit übermanaansaurem Kali, das das Schlangengift paralnsirt. Hat nämlich das Gift im BlutUmlauf erst das Herz erreicht, so ist eine Rettung in den meisten Fällen un möglich. Peter Gruber entnimmt den gefanqenen Schlangen das Gift, das einen Handelsartikel bildet. Auch verkauft er Scklangen an Sammlungen und Privatliebhaber. Fraftcnbewegung in Japan. In Japan, wo die Frauen jetzt ebenso wie in Europa nach Gleichberechtigung mit den Männern streben. wird diese Bewegunq auf's Eifrigste von der hochgebildeten Kaiserin unterstutzt. Sie hat die Aufhebung des alten Gesetzes, das den Frauen die Ausübung der Schauspielkunst verbot, durchgesetzt und die Berufung von europäischen Theaterdirektoren und Regisseuren nach allen größeren Städten veranlaßt, um das japanische Theater zu reformiren. Ferner hat ste hervorragende Werke der Dichtkunst, sowohl ältere als auch moderne dramatische Meisterwerke übersetzen lassen. Infolge eines japanischen Gesetzes sind Madchen wie Knaben nur bis zum 14. Lebensjahr schulpflichtig; auf Veranlassung der Kaiserin sind aber in verschiedenen Städten außer den Volksschulen höhere Töchterschulen errichtet worden, die junge Mädchen aufnehmen, die schon das 14. Lebensjahr vollendet haben, und die hier Unterricht erhalten können in Chinesisch, Englisch, Französisch und Deutsch sowie in der Buchführung u. s. w. Ferner hat die Kaiserin die Erlaubniß ausgewirkt, daß die jungen Mädchen zum Universitätsstudmm zugelassen werden können. Im Post- und Telegraphendienst finden junge Mädchen schon vielfach Verwen dung. Auch gibt es in Tokio schon einen weiblichen Rechtsanwalt. Durch das Beispiel der Kaiserin ermuthigt. haben die drei reichsten und vornehmsten Hofdamen, die Varonessin Jvisatt, Misinis und Chibusova, beschlossen. eine Universität für Frauen in's Leben zu rufen. Prozeß um 4 5 Cents. Die Ver. Staaten General -Ab-schätzungsbehörde in New Fork hat dieser Tage entschieden, daß ein Frl. Mary M. Goodwin von Boston die Summe von 45 Eents nicht zurück erhalten kann, die der Zolleinnehmer von Vangor, Me., als Zoll auf einen in den Ver. Staaten angefertigten Souvemr-Loffel, der aber von Neu Fundland zurückqeschickt worden war. erhoben hatte. Frl. Goodwin hatte den Löffel in Boston gekauft und ihn an Verwandte in St. Johns geschickt, die ihn, da er nicht zu anderen Silberfachen paßte, zurückschickten, damit sie ihn gegen einen andern umtausche. Der Zolleinnehmer in Banaor erhob aber 45 Cents Zoll und Frl. Goodwin appellirte an die Generalbehorde. bedeutend, daß sie das Geld nöthiger brauche, als die Regierung. Der Prozeß hat die Regierung bereits mehrere hundert Dollars gekostet. Durch einen Zufall kam die Zollbehörde in Boston, Mass., einem großangelegten Schmuggel von Goldblättchen auf die Spur, welche in der schmutzigen Wäsche eines aus Liverpool angelangten Dampfers verSeckt worden waren. Das betreffende Metall wird auf $12.000 geschätzt. Das Tabakscknupfen war in Spanien zu Ansang des 17. Jahrhunderts derart verbreitet, daß Papst Urban VIII. im Jahre 1624 das Schnupfen in den Kirchen mit dem Banne belegte und die Konfiskation aller Schnupfgerathe anbefahl.
Seuer - Signale.
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WaHingtonStt No. 10 Svritzchau Illinois u errtU -f Jllino n Loutsiana West und South '4 West und ckarttz 44 Senat ve , u Henry eridian und Xah o.4 SpritzchA adtson . u orrU viüdiion Av.u DuTilop o Haken Leitchau4 South nahe Dawar, Penn, u VerrtU Delawar u. UcOart U tatl unc ffetattj 5 Ren? Jersech u. Auiltt 7 irg.v.u radsh, Saft und Prospekt in und Htgtz n 9k. u pntznihaut Wir Ave. nahe Hu 7 st und eorgia 71 Eedar und Sin 74 Davidson u Seorgia 7 English v. u Pine 7 Sheliy und ate No s Spritzenhaus Prospekt nahe Shelbtz 5 Kletcher v. u Helot) 81 artet u. New Zersetz 3 Delatvare und Wash, 8 Sst u Washington 34 New Nork u. David? 96 Taubstummen Anstalt Ber. Staaten Arsenal ?7 Orient! und Wash. 19 Frauen-Resormat, n No. 13 Spritzenhaus Varvland nahe er. Meridian u. ?eoraia. i9 VZnidian und South U Pennspl) u. Louisiana 16 Virgini Av u. lab. ? Hauptquartter. 17 Grand Hotel. )3 Capital Ave und 0$U li No. 16 Spritzenhaus 14. und Ä'h. 21 Alabama und 16. 25 Central Ave und & 86 Jande und 16. 27 Brookstdk und 3ita 3 Eentral Ave und 17 Z9 Delaware und 1. ö! Alabama und 11. ?Z Bellesontaw und t. 34 College Ar und . "5 Delatvare und 15. 35 Alabama und Nrtv 37 Revmann und 19. 88 College Ave und 14. 2 CorneU Ave und 18. 41 DanteS und 19. .42 High land Ave und 10. 43 Tecumseh und 10. 4 Re Jersey und 2. 44 lvord und 17. 47 No. t Spritzenhau Hikstde Ave und 48 College Ave und ft. 49 Sollege &X und 27. 52 Part Ave und . 58 L C u. W Bahn n. . .64 Ramsch Are und 16. .66 Stoughtvn u Reknnan 57 AtlaS und Pik. 58 Blopd und Paiopsw. .6, No. 21 Spritzend! Snghtwood .45 Acden und Depot U Brightwood und I. 84 Rural und Vlohd 65 5t. Ciair u. evstor .87 Arsenal Ave und 5. M ellesontatne und t& M9 Part Ave n 118 Santa! 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Wittwe, die in kurzer Zeit zwei Männer verloren: Aber für den nächsten bitte ich um eine Garantie von mindestens drei Jahren."
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