Indiana Tribüne, Volume 28, Number 234, Indianapolis, Marion County, 25 May 1905 — Page 6
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Jndiana Tribüne, SS. Mai 1909
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Europäische Nachrichten. Wayern. München. Der Prinzregent machte anläßlich seiner 70jährigenZugeHörigkeit zum ersten FeldartillerieRegiment neuerdings eine Stiftung für die Offiziere und Unteroffiziere und erhöhte dadurch den Gesammtbetrag der dem Regiment zugewandten Stiftungskapitalien auf 70,000Mark. Ferner wandte der Regent dem Verband der Prinzregent Luitpoldkanoniere zu Unterstützungszwecken 5000 Mark zu. Im hiesigen HauptbahnHofe wurde der verheiratheteStationsmeister Max Rettenberger von hier durch zwei Kohlenwagen, welche unter Leitung eines Maschinenbegleiters rückwärts geschoben wurden, übersahren und schwer verletzt. Ansbach. Kürzlich wurde der Finauzrechnungsrevisor Donhauser am ftufte der Treppe zu seiner Woh-
nung mit gebrochenem Genick todt aufgefunden. Augenscheinlich ist er auf der Treppe ausgeglitten und abgestürzt. Feldkirchen. Der Vauerssohn Zeitler von Unttrreit wurde von einem Münchener Automobilisten in der hiesigen Ortschaft überfahren und schwer verletzt. Der Autler wurde ermittelt. I r l b a ch. Schloßgärtner Anton Pittrow beim Grafen Bray - Steinbürg feierte fein 30jähriges Dienstjubiläum. Er ist zugleich der älteste Diener der gräflichen Wirthschaft. Haushofmeister Spann, ebenfalls beim Grafen Bray - Steinburg, vollendete sein vierzigstes Dienstjahr. Kochel. Prinz Rupprecht hat das Protektorat über das Fest, welches anläßlich der 200jährigen Gedenkfeier für die in der Sendlinger Bauernschlacht gefallenen Oberländer Hierselbst abgehalten wird, übernommen. Die Feier findet Ende Juni oder Anfang Juli statt. L a u b e n z e d e l. Diese? Tage wurde der 67 Jahre alte Waldau,,eher Johann Zischler von hicr auf einer Ueberfahrt der Strecke TreuchtlingenAnsbach von einem Zug überfahren, wobei ihm der Kopf, ein Arm und ein Bein vom Rumpfe getrennt wurden. Zischler hatte die Schlagbäume der Zugsschcanke eigenmächtig geöffnet. Oberkreuzberg. Als letztens der hiesige Bader Pregler betrunken nach Hause kam, bedrohte er seine Frau mit dem Rasirmesser. Während die Frau flüchtete, erhängte sich Pregler vor den Augen seiner entsetzten Kinder, von denen das älteste acht Jahre zählt. W ö r t h. Der hiesige Pfarrer Freimuth hat behufs Einführung von Schulschwestern hier 10,000 Mark gestiftet und die Aufbringung der zur Herstellung passender Wohnungen nothwendigen Mittel gewährleistet, soweit die Stiftungsmittel nicht ausreichen sollten, unter der Bedingung, daß die Schulgemeinde die Kosten für Herstellung geeigneter Schulsäle aufzubringen sich verpflichtet. Die Vertreter der Schulgemeinde haben sich mit diesem Vorschlage einverstanden erklärt. Mhcinpfnrz. Ludwigshafen. Im Lagerhaus der hiesigen Gesellschaft für Rheinschiffahrt und Transport fiel dem Tagner Peter Kühn ein Sack Kleie auf das Bein, fo.daß es brach. Zur selben Zeit brach 'im Lagerhaus der Firma Fügen der Tagner Paul Ohlenschläger den Arm. M i t t e l b e x b a ch. Auf der MitTagschicht verunglückten die verheiratheten Bergleute Leopold Omlor von Frankenholz und Johannes Zeis von hier. Dieselben waren auf der 3. Sohle Flötz 7 auf der hiesigen Grube mit dem Schießen eines Dachloches beschäftigt, wobei der Schuß etwas zu früh losging und die beiden sehr schwer verletzte. Die Verunglückten mußten in's Lazareth verbracht werden. An dem Aufkommen des Omlor wird gezweifelt. (gCTag-Lot Dringen. S t r a ß b u r g. Die Strafkammer des Oberlandesgerichts verurtheilte den 15jährigen Alfons Siffert aus Munnweiler, der vor zwei Jahren ein 5jähriges Mädchen ermordet hatte, zu fünf Jabren Gefängniß. B o l ch e n. Herr Le Secq de Crepy. langjähriger früherer Bürgermeister von Bolchen und Mitglied des Bezirkstages, Ritter der französischen Ehrenlegion, ist im hohen Alter von 91 Jahren gestorben. Colmar. Wegen Urkundenfälschung hatte sich der Kantonarzt Kintz aus Weiler vor dem Landgericht zu verantworten. Er hatte eine Anzeige an die Landwirthschaftliche Berufsgenossenschaft gemacht und diefe mit dem Namen des Bürgermeisters von Bassenberg unterzeichnet. Das Urtheil lautete auf 1 Woche Gefängniß. Lauterfingen. Der hiesige Bürgermeister Bau wurde von dem Tagner Kieffer und dem Schuhmacher Prince überfallen und schwer mißhandelt. Her B. muhte bewußtlos aufgehoben und in seine Wohnung verbracht werden. Der herbeigerufene Arzt stellte einen B cuch des Nasenbeins und schwere Verletzungen am Kopfe und am ganzen Körper fest. M e tz. Musketier Böhle vom In-fanterie-Regiment 98 ist vom Kriegs-
gericht wegen vorsätzlicher Tödtung ohne Ueberlegung unter Mißbrauch der Dienstwaffe und Verletzung des Wachreglements zu acht Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Böhle hatte, als er am Bahnhof devant le Pont Posten stand, den Rentner Bangener erschössen. Württemberg. Stuttgart. Der Kaiser von Oesterreich verlieh dem hiesigenRechtsanwalt Hugo Faißt für dessen Verdienste um den österreichischen Tondichter Hugo Wolf durch Verbreitung dessen Werke das Offizierskreuz des Franz Josef - Ordens. B r u h l. Der 50 Jahre alteSpinnmeister A. Schweizer hier ist seit 40 Jahren als Arbeiter in der württ. Baumwollspinnerei und Weberei eingestillt und konnte dieser Tage sein 40jähriges Arbeiterjubiläum feiern. B o ch i n g e n. Der jüngst in Stuttgart verstorbene Heinrich Thalheiiur hat unter seinen verschiedenen Verm.üchtnissen auch seinen Geburtshii bedacht. Er hat diesem die Sumnie von 2000 Mark ausgesetzt, deren Zinsen für die Armen des Ortes, ohne Unterschied der Confession, je halbjährlich zur Vertheilung kommen sollen. E ß li n g e n. Das Jubiläum seiner 25jährigen Amtsthätigkeit beging hier der Dekan Planck. Ludwigsburg. Beim Verlassen einer Wirthschaft stürzte Fuhrmann Laidig von hier so unglücklich die Treppe herab, daß er den Folgen des Sturzes erlag. Langenargen. Kürzlich brach in der hiesigen Parkettfabrik von Ernst von Franke Feuer aus und griff mit rapider Schnelligkeit um sich. Die Fabrik mit allen Holzvorräthen ist vollständig zerstört. Der Schaden ist enorm und wird aus ca. 800,009 Mark geschätzt. Murrhardt. Im Alter von 103 Jahren und 1 Monat ist hier Freu Anna Maria Hübner, die älteste Schwäbin, an Influenza gestorben. Vor einiger Zeit feierte sie noch in voller Rüstigkeit ihren 103. Geburtstag; mit 88 Jahren hatte sie noch eine Reise nach Amerika zu ihrem Sohn unternommen. R e u t l i n g e n. Die 22jährige
Contoristin Kantt aus Betzingen wurde todt aus dem Echatzkanal gezogen. Das Mädchen hatte die Wohnung seiner Eltern verlassen, war aber nicht ins Geschäft gegangen. U l m. Ein 16jähr!ger Kaufmannslehrling Namens Reinbold, dem sei?: Mutter wegen seines allzuflotten Lebens während des Karnevals Vorstellungen gemacht hatte, schnitt sich mit einem doppelgriffigen Käsemesser im Gesellschaftszarten der Teutonia den Hals durch. Cr wurde bald darauf todt aufgefunden. Waden. Ebnet. Die 26 Jahre alte ledige Louise Ruh erlitt durch Explosion einer Petroleumkanne so schwere Brand wunden, daß sie starb. Frei bürg. Vor einiger Zeit wurde im Hofe des hiesigen Landesgefängnisses der Arbeiter Karl Laubach durch das Fallbeil hingerichtet. Laubach, der im October v. I. die 53jährige Näherin Eva Disch von Zähringen ermordet hat, war im Januar vom hiesigen Schwurgericht zum Tode verurtheilt worden. G u t a ch. Auf der hiesigen Station wurde der 62jährige verheirathete Bahnwartsablöser I. Brohammer von einem Güterzuq überfahren. Der Tod trat sofort ein, da dem Verunglückten der Kopf vom Leibe getrennt wurde. Mannheim. Auf der Rheinau mißhandelte der Kesselschmied Jakob Walter seine Ehefrau, weil diese etwas verspätet vom Einkaufen zurückkehrte, derart, daß sie bald darauf verstarb. Walter wurde verhaftet. Die Familie hat sechs Kinder. Offnadingen. Vor einiger Zeit konnten die Altbürgermeister Gebri Eheleute die goldene Hochzeit begehen. Der Großherzog verlieh dem Jubelpaare die silberne Erinnerungsmedaille. Hütten. Hier brannte das Wohnund Oekonomiegebäude des Andreas Hofmann nieder. Die Fahrnisse und einiges Vieh wurden ein Opfer der Flammen. Der Schaden beträgt etwa 8000 Mark. I g e l s ch l a t t. Kürzlich brannte das mit Stroh und Schindeln gedeckte Anwesen des Landwirths und Küfers Modespacher nieder. Mehrere Stück Vieh und Geflügel fielen dem Feuer gunt Opfer. K i r ch h e i m. Kaufmann Benz von Heidelberg wurde von seinem Fuhrwerk gegen eine Mauer gedrückt und so schwer verletzt, daß er starb. Benz wollte unlängst Hochzeit feiern. Pforzheim. Der 19 Jahre alte Presser Knöller aus Simmerzheim bei Calw versetzte dem 19 Jahre alten Friedrich Kelle: im Streite einen lebensgefährlichen Stich in die Schulter. Der Thäter wurde verhaftet. S u l z b u r g. Landwirth Erwm Engler fuhr mit seinem Fuhrwerk den Laufener Berg hinunter, wobei der Wagen in schnelles Tempo gerieth. Engler fiel vom Wagen zwischen die Pferde und erlitt schwere Verletzungen. Der Schwiegervater des- Engler, Altbürgermeister Ludwig, der sich ebenfalls auf dem Wagen befar d, kam mit leichteren Verletzungen davon.
Wenn der ?enz erwacht.", Novellen von Marie Stahl. Du mußt ihr Vernunft beibringen, Albert!" Frau Amtsrath Vrösigke putzte heftig an ihren Brillengläsern und sah sehr streng aus. Albert, der breitschultrige Riese mit den mächtigen Stiefeln und den großen Ohren, sah aus, als hielte er ein Mauseloch für einen willkommenen Schlupfwinkel zum Verkriechen. Die ganze Kaffeestunde war ihm heute verdorben, die gemüthlichste Stunde am Tage! Es gab auf der Welt kein traulicheres Plätzchen, als den altmodisch runden Kaffeetisch vor dem grünen Ripssofa im Stübchen seiner Mutter. Nach der herrschenden Mode war Alles geschmacklos in diesem Zimmer, und es blieb ein unaufgeklärtes Geheimniß, warum dieses altväterische Wohngemach schöner und behaglicher schien, als die modernsten, elegantesten Salons der Nachbarschaft. ' Aber, Muttchen " wandte der Riese schüchtern ein. Hier gibt es kein Aber," unterbrach ihn die alte Dame schnell. Du weißt, Bertha hat das Mädchen hergeschickt, um der thörichten Liebschaft mit dem Musiklehrer ein Ende zu machen. Und das war das Klügste, was sie thun konnte. Henny blühte ja in kurzer Zeit bei uns auf, und ich sah mit Freude, wie sie sich unter unserem Einfluß mit Interesse der praktischen Seite des Lebens zuwandte. Nun frage ich Dich, kann es ein größeres Glück für das Mädchen geben, als dieser unerwartete Antrag? Henny ist ganz arm, Bertha wird ihr nicht einmal eine ordentliche Ausstattung geben können; es wäre der reine Frevel, wollte sie diese glänzende Partie ausschlagen! Doktor Brunner ist außerdem ein statilicher Mann und mit seinen achtunddreitzig Jahren durchaus nicht zu alt für sie!" Muttchen!" rief Albert nach einer kleinen Pause freudestrahlend, ich habe eine Idee! Wenn Henny Doktox Brunner nicht mag, kann sie ja bei uns bleiben!" Dummer Junge!" entegnete Frau Brösigke ärgerlich, das bietet ihr doch keine Sicherheit für die Zukunft! Ich bin alt und kann jeden Tag sterben. Und bei Dir allein kann sie nicht bleiden, wenn Du auch noch so ungefährlich bist." Albert sah todtunglücklich aus, er erstickte fast an dem großen Stück Topfkuchen bei dem Gedanken, daß Muttchen jeden Tag sterben konnte, und daß Henny nicht immer bei ihm bleiben durfte. Ich habe bemerkt, daß sie viel auf Dich hält," fuhr die alte Dame fort. Thue mir die Liebe und sprich gleich nachher mal ein ernstes Wort mit ihr, damit wir Doktor Brunner bald Antwort geben können." Albert schwieg und starrte nachdenklich vor sich hin. Nach einer Pause erhob er sich, reichte der Mutter die Hand und sagte: Na ja, wir wollen mal sehen." Damit ging er langsam hinaus. Er fand Henny im Schafstall. Sie saß auf einer Hürde, baumelte mit den Füßen, aß ein großes Butterbro.d und beobachtete die jungen Lämmer. Albert athmete erleichtert auf. Er hatte erwartet, sie in Thränen oder sehr erregt zu finden. Ein Heirathsantrag war doch für ein junges Mädchen immerhin eine aufregende Sache. Furchtbar drollig!" sagte Henny und lachte laut auf über die Kapriolen der Lämmerschaar. Albert dachte, er habe nie etwas Hübscheres gesehen, als ihr rosig angehauchtes Gesichtchen unter dem Pelzmützchen. Er lehnte neben ihr an der Hürde und machte sie voll Stolz auf die schönsten Exemplare seiner Schafzucht aufmerksam. Es war erstaunlich, wie viel Interesse und Verständniß sie für seine Belehrungen zeigte. Fast hätte er den leidigen Brunner ganz vergessen. Fräulein Henny," sagte er endlich, Sie haben wohl gar keine Lust zum Heirathen?" Hnny wurde blaß und dann sehr roth. Sie drehte nervös an der Troddel ihrer Pelzboa.
Ooo sagte sie gedehnt. Vielleicht könnten Sie sich doch dazu entschließen?" fuhr er in weichem Ton fort. Henny wurde noch röther. Ach " flüsterte sie mit bebenden Lippen. Wenn wenn Sie vergessen könnten ich meine das mit Ihrem Musiklehrer?" Hier wurde Albert zaghaft, er wußte nicht, wie si diese gewagte Anspielung aufnehmen'würde. Zu seiner Ueberraschung lachte Henny fröhlich auf. Ach der! Der ist mir ganz gleichgültig. Ich weiß jetzt, daß er ein Fatzke ist mit seiner Künstlermähne und der genialen Pose!" Albert fiel ein Stein vom Herzen, ihm wurde seltsam froh zu Muth. Na türlich nur in Brunners Interesse. Sie sind ein verständiges Mädchen, Sie werden mit einem verständigen Mann sehr glücklich werden nicht wahr? fragte er erndrmgltch. Henny sah ihn mit einem unbeschreiblichen Blick von unten herauf an, und bei diesem Blick stieg es ihm eigenthümlich zu Kopf rote em Rausch. .Ja, ia, Hennychen ein verstän
diges Mädchen ein braveZ, kleines Mädchen," murmelte er, ihre Hand
streichelnd. Eine Taube gurrte vom Dachsparren, und ein kleines weißes Lamm drängte sich schnuppernd an Henny's Knie. Die Dämmerung stieg aus den tallwmrein, und im Nevengelag blökten die Mutterschafe. Ein Moment schweigender Verzauberung lag über dem Paar an der Hürde, da knarrte die Stallthür, und der alte Schafhirt trat mit einer brennenden Laterne ein. Henny alitt von ihrer Hürde herab und war mit wenigen Sprüngen über einige Strohbunde im Freien. Von Stund an zeiate sich eine Veranderung bei Albert und Henny. In den Augen des jungen Madchens stand ein heimlich seliges Leuchten, während der phlegmatische Riese unter einer schweren Verstimmung zu leiden schien. Seine Mutter beobachtete beide mit einem feinen Lächeln. Auf ihre Frage, wie weit er bei Henny sei, erwiderte er merkwürdig brummig: Warte es nur ab, sie wird sich nicht mehr lange besinnen." Und plötzlich kam der Frühling. Der Schnee war wie forizeblasen, und die eisigen Märzwinde wandelten sich in ein feuchtwarmes Wehen aus Westen. Die Sonne hing goldene Zauberschleier über das alte, graue Landhaus, und auf den Grasplätzchen im Garten lag es wie blaue Seide, so üppig blühten die Veilchen. Ich denke, wir laden Brunner zum Sonntag ein, es wird nun Zeit, daß er eine entscheidende Antwort bekommt," sagte Frau Amtsrath Brösigke zu ihrem Sohn. Hast Du es denn so eilig? Laß doch dem Mädchen noch Zeit," erwiderte Albert verdrießlich. Es vergeht keine Stund' in der Nacht, Daß nicht mein Herz erwacht Und an Dich denkt " Henny ging über die Wiesen in die blühenden Sträucher hinein. Albert hatte es plötzlich sehr eilig; er kürzte die Kaffeestunde ab, und seme Mutter bemerkte, daß feine Kaffeetasse unberührt geblieben war. Hinter der Schlehdornhecke, zwischen dem Garten und einem weiten Saatfeld, trafen sie zusammen. Henny hatte einen Strauß von Weidenkätzchen in der Hand und wollte Zweige von den blühenden Schlehen brechen, aber die Dornen stachen sie in die Finger. Albert half mit seinem Taschenmesser nach. Ueber dem Saatfeld stand das goldene Flimmern der Abendsonne, und im klaren Himmelblau trillerte eine Lerche. Nun, haben Sie es sich überlegt, Henny?" fragte er, nachdem er sich stark geräuspert hatte; es war ihm. als wäre ihm ein Suppenkloß vom Mittagsmahl in der Kehle stecken geblieben. Henny wurde wieder blaß und roth und stand zitternd neben ihm. Sie nickte leise und senkte den Kopf. Er fühlte ein rasendes Mitleid, und das Herz wurde ihm centnerschwer. Hennychen!" flüsterte er weich, nahm ihre Hand zwischen seine Riesenfäuste und streichelte sie krampfhaft. Sie sind ein braves, kleines Mädchen, ein gutes liebes " Der vermeintliche Suppenkloß machte jede Fortsetzung unmöglich. Henny schluchzte leise. Das brachte Albert um die letzte Fassung. Nicht weinen, Hennychen, nicht weinen," stammelte er, und in seinem Eifer, sie zu trösten, zog er sie in seine Arme und streichelte sie, wobei er immer heftiger und eindringlicher TrostWorte flüsterte, die sich in Liebkosungen verwandelten. Und wie der goldene Frühlingsabend seinen Zauber über das stille Land breitete und mitDuft und Klang das große Geheimniß neu erwachenden Lebens verkündete, überkam ihn eine nie gekannte Seligkeit. Henny schmiegte sich fester, inniger an ihn, und als die Schwarzdrossel in der Dornenhecke ihre lenzfrohe Weise sang, erlag er dem Zauber und küßte wieder und immer wieder die frischen Mädchenlippen. Er wußte plötzlich, daß Henny ihn liebte, wie sie nie einen anderen geliebt. Wie ein Blitz schlug diese Erkenntniß bei ihm ein, und nun sah er alles im rechten Licht. Mutter," gestand er später, ich war ein Esel." Das wußte ich längst," erwiderte die alte Dame aufrichtig. Ich habe Henny vom ersten Tage an lud gehabt, aber nie kam mir der Gedanke, daß ich sie heirathen könnte. Erst stand der Musiklehrer zwischen uns und dann der fatale Brunner," fuhr er fort, ohne die Bemerkung feiner Mutter übel zu nehmen. Na endlich!" rief Frau Brösigke mit einem Seufzer der Erleichterung. Ich wußte längst, wie es um Euch swnd, aber Dich aus Deinem Phlegma aufzurütteln, das war ein Kunststück! Wäre Brunner nicht gekommen Ach waS, Brunner! Der Frühling ist gekommen!" rief Albert. DeT Frühling hat's gethan!" Vertröstet. Frau: Du haft meiner Mama nicht einmal einen Kuß gegeben, als sie ankam! Mann: Sei ruhig. . . wenn sie wteder abfal
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Unter geheimnißvoll e n Umständen ist in Wien ein Raubmord an einer alten jüdischen Frau verübt worden. Es handelt sich um die Wittwe Johanna Natzler. die mit Saiten und Därmen handelte, aber im Rufe stand, durch Agenten Wuchergeschäfte betrieben zu haben und im Besitze großer Geldbeträge zu sein. Sie war eine Tante der beiden Schauspieler Siegmund und Leopold Natzler und wohnte am Tabor gegenüber dem Nordwestbahnhof. Das jüdische Osterfest feierte sie am Donnerstag im Kreise Verwandter und wurde noch am Freitag gesehen, ebenso eine Dienstmagd, die sie entlassen, aber wieder aufgenommen hatte. Auch diese Dienstmagd ist verschwunden. Seit Freitag versuchten viele Leute, zu Frau Natzler in die Wohnung zu gelangen. Am Montag ließ die Polizei endlich die Thüren öffnen. Sie fand im Schlafzimmer die blutüberströmte Leiche der Frau, die durch zwölf Axthiebe, meist gegen den Kopf, getödtet worden war. Bei der Gegenwehr wurde der Natzler ein Arm gebrochen. Auch ein Ohr war ihr abgeschnitten worden. In der benachbarten Wohnung will jemand am Sonnabend früh einen dumpfen Fall und Wimmern aus Frau Natzlers Wohnung gehört haben. Niemand weiß, ob die Frau, die 56 Jahre alt war, Geld und Werthpapiere oder Preziosen in ihrer Wohnung verwahrte. Von den Thätern fehlt bisher jede Spur. GroßesPech hatte in Dortmund ein beurlaubter Gefreiter der Schutztruppe. Am Bahnhof traf er einen gleichfalls beurlaubten Jnfanteristen, dem er sich anschloß. Nach eiNiger Zeit entfernte sich der Infanterist, angeblich, um ein Bedürfniß zu verrichten. Er kam jedoch nicht wieder zurück, und nun entdeckte der Gefreite, daß ihm sein Portemonnaie mit 200 Mark gestohlen worden war. Doch ein Unglück kommt selten allein! Unser Gefreiter wurde nunmehr von einem Civilisten, der das Verschwurden des Infanteristen beobachtet hatte, angesprochen und eingeladen, mit ihm in sein Logis zu kommen. Dieser Einladung leistete der jetzt mittellose Gefreite Folge. Später in der Nacht wurde er wach und nahm wahr, daß der Civilist verschwunden war und des Gefreiten vollständige Tropen - Uniform mitgenommen hatte. In Civilkleidern begab sich der Bestohlene auf die Suche nach dem Diebe, und es gelang mit Hilfe der Polizei, diesen zu ermitteln und festzunehmen. Er war in der Uniform des Gefreiten in den Wirthschaften umherstolzirt. Nach Empfang seiner' Uniformstücke kehrte der Schutztruppen - Gefreite dem ungastlichen Dortmund den Rücken. Der diebische Infanterist ist bisher nicht gefaßt worden, er ist, wie sich nachträglich herausstellte, von seinemTruppentheil desertirt. Hm. Ihre Gattin hat Ihnen gestern einen Blumenstock an den Kopf geworfen?" Ja, weil ich gerade Namenstag hatte." Die gute Freundin. Braut: Mein Bräutigam hält das viele Küssen für gesundheitsschädlich." Freundin: Würde ich an seiner Stell auch vorschützen." Boshaft. Freundin: Findest Du noch immer, daß mein Mann alt neben mir aussieht?" Jetzt nicht mehr; Du hast Dich sehr zu seinem Vortheil verändert!" Empfindlich. Redakteur (zu einer Schriftstellerin): Ihre Novellen zeugen wirklich von großer Reife!" Schriftstellerin: Na, erlauben Sie mir, gar so alt bin ich denn doch noch nicht!"
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