Indiana Tribüne, Volume 28, Number 234, Indianapolis, Marion County, 25 May 1905 — Page 5
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Mittagsruhe.
Von Ottilie Grüber. D stille, müde, traumvcrlor'ne Stunde! Nach jauchzend junger Morgenherrlichkeit Ruht nun oie goldenübergofl'ne Runde Im warmen, schwülen Arm des Mittaqs hcut'. Behaglich dehnt der Berg den breiten Rücken Am Himmclsrand der lieben Sonne zu. Tie nmi aus ihren dunkelblauen Decken, Eo blind, als ob auch sie ein Weilchen ruh'. Selbst Batcr Nachbar dort ist eingeschlafen, Ei, ei, und auf dem ctein der Hausthür gar! Gesegnet sei das Nickerchen dem Braven! Ein üfrchcn spielt mit seinem grauen Haar. Schwingt auch um mich die duft'gcn Flügel leise. Die Linden rauschen mckit vor meiner Thür. Und Büchlein raunt in seiner Träumerweise. Ein süßes Tcblummcrlicd der Seele für. Mademoiselle Toinette. Von Hedda Lenganer. .Monsieur Emil ist Ihr Freund, und Sie haben ihn wohl sehr lieb?" fragte mich meine alte, gutmüthige Hauswirthin schon zu wiederholten Malen. Etwas dabei schien ihr nicht ganz zu stimmen! Ich nickte schweigend; Aufklarung konnte und wollte ich ja nicht geben. In Wirklichkeit war Monsieur Emil gar nicht mein Freund, und ich liebte ihn auch nicht. Aber er war der Freund meines jüngeren Bruders, der. etwas leichtsinnig veranlagt, von ihm eine größere Summe geborgt hatte, die zurückzuzahlen in den nächsten Jahren nicht möglich war. Halte mir ja den Emil warm." bat mich mein Bruder bei meiner Abreise. Und ich hielt ihn warm, das heißt, ich schlenderte mit ihm täglich durch die Straßen, ging mit ihm zum Frühstücken, speiste mit ihm in den Restaurants und ließ mich von ihm zu den zweifelhaftesten Vergnügungslokalen schleppen. Ob mich Emil liebte, weiß ich auch nicht! . . . Aber er duldete mich gerne um sich, und ich wußte den Grund hierfür. Emil war ein hübscher Kerl und maßlos eitel. Ten Weibern gefiel er ausnahmslos; die Männer fanden ihn zu weichlich, zu fad, zu geckenhaft Er war von mäßigem Embonpoint, besaß einen damenhaft - schönen, rosigen Teint, rothblondes Haar, ein schwaches, gekräuseltes, goldschimmerndes Schnurrbärtchen, und wenn er den Zwicker abnahm, was selten geschah, bemerkte man, daß er müde, glanzlose Augen mit verschwommenem fast blödem Ausdruck hatte. Die Damen fanden das interessant und schwärmten für seinen Blick . . . Meine eigene unscheinbare Persönlichkeit konnte ihm keinen Abbruch thun. In meiner wenig eleganten Erschei nung, meiner stets sauberen, aber keineswegs luxuriösen oder modernen Kleidung lag nichts, was die Aufmerkfamkeit der Damenwelt von ihm ablenken kennte. Er tüüi- und blieb stets der Hübschere und Bewunderte, und das war ihm recht so, das wollte er ... . Emil hielt, wie gesagt, sehr viel auf Aeußerlichkeit. Bien chausse" und dien gante" war sein Lieblingsfpruch. Darin war er ganz Franzose, obgleich er seinen Bart nach englischer Manier trug und bei seinen Ueberröcken den englischen Schnitt bevorzugte. Er ließ niemals Stiefel zum zweiten Mal sohlen und kaufte sich vor jedem Theater- oder Concertabend ein neues Paar Handschuhe. Wir thaten das stets in einem kleinen Laden neben der Rheinbrücke. Die Ladeninhaberin war eine grauhaarige, robuste Frau mit dicken, rothen Backen. Sie verschwand jedesmal bei unserem Erscheinen rasch im dunkeln Hintergrunde des Lädchens und' ließ uns von Mademoiselle Toinette bedienen. Monsieur, bitte, welche Nummer?" . . . So fragte mich jedesmal Mademoisclle Toinette, und es war nichts Merkwürdiges dabei, da sie viele Kunden hatte und doch nicht die Handschuhnummer eines jeden im Kopfe behalten konnte. Sehr merkwürdig aber war es, daß sie meinen Freund Emil niemals um seine Nummer befragte . . Sie wickelte ihm die Handschuhe nur lächelnd ein, und sie waren stets nach Wunsch in der Farbe und paßten wie angegossen . . . Das überraschte mich sehr! .... Ich besah mir daher Mademoiselle Toinette etwas näher! Sie war von entzückender zarter Jugend'!chkeit. Blaß und süß wie eine Maiblume hob sich das schmale Köpfchen aus der Umrahmung eines gelblichen Spitzenkragens, der, ein wenig ausgeschnitten, das schneeige Hälschen mit den blauschimmernden Adern sehen ließ. Trockenes, lichtgoldenes, natürliches Lockengewirr umgab wie ein Heiligenschein das sanfte, madonnenhafte Äesichtchen . . . Emils müde, verschwommene Augen brannten in Gluth und Flamme, wenn er seine Blicke auf Mademoiselle Toinette richtete . . . Später tauften wir unsere Hand-
schuhe nicht mehr im kleinen Laden an der Rheinbrücke. Emil wünschte es so; er behauptete, das Leder sei zu spröde und reiße bald, obgleich er früher sehr zufrieden mit der Waare gewesen war. Ich selbst fand das Leder geschmeidi.q und dauerhaft wie sonst. Da ärgerte sich Emil und verbot mir, meine Handschuhe nochmals dort zu kaufen. Dennoch that ich es einmal, aus Neugierde Mademoiselle Toinette war nicht mehr zu sehen. Die Ladeninhaberin bediente mich. Als ich schon im Gehen war, trat ich noch einmal zurück und fragte kurz: Wo ist Mademoiselle Toinette?" Die alte Frau erröthete, wandte sich zur Seite und sagte verlegen: ..Mademoiselle Toinette? Oh . oh . . Monsieur weiß also gar nicht? . . oh . . oh . . und war stets ein so braves Mädchen. . . ." Da ging ich schnell hinweg und wußte genug .. Sechs Monate waren vergangen! Ein kurzer Zeitraum, dennoch lang genug, daß Emil Toinette geliebt, verlassen und vergessen hatte. Eines Abends kam er noch spät zu mir auf meine Bude. Er schien sehr ärgerlich und gereizt.
Du mußt mir morgen einen Gefallen thun, Fred," sagte er. Was ist es... was soll ich thun?" Er zog einen Brief aus der Tasche. Da lies einmal selbst . . . eine ÜnVerschämtheit, so etwas..." Ich las. T)er Armenarzt theilte mit, daß Mademoiselle Toinette ihrem Ende nahe sei und den Wunsch hege, Emil noch einmal zu sehen. Bringe Du ihr diesen Hundertmarkschein," sagte Emil, sie braucht sicher Geld, und sterben thut sie auch noch ... es gibt sehr viele andere, die nicht daran sterben " Und in seiner Stimme bebte der Grimm darüber, daß das arme, verlassene Geschöpf es wagte, am gebrochenen Herzen zu sterben. Ich will morgen, ganz früh schon, zu ihr geben," sagte ich. Mich fröstelte plötzlich trotz des warm geheizten Zimmers. Emil drückte mir dankbar die Hand. Wie weiß und wohlgepflegt diese Hand war, wie die Brillanten der Ringe glitzerten und wie weich, gleitend und teigig der Druck dieser fetten, rundlichen Finger empfunden wurdc! Mir ekelte ordentlich vor ihrer Berübrung; am festen, kräftigen Händedruck soll man den Mann erkennen. Dieser hier war ein erbärmlicher Feigling, ein gefühlloser Genutzmensch, dessen Fuß achtlos dahinschritt über Menschenglück, als wäre es werthloses Gras am Wege. Es war ein Morgen voll goldigen Sonnenscheines! Doch in die enge, schmutzige Straße der Vorstadt, wo Mademoiselle Toinette wohnte, konnte kein Strahl eindringen. Die dunklen, feuchten, hohen Mauern der Häuser sahen trübe und tröstlos aus. An keinem Fenster blühte eine Blume, nirgends sang ein Vöglein, und im Erdgeschoß schon drang einem ein athembeklemmender Geruch von faulendem Gemüse, verbrauchter Zimmerluft und Küchendunst entgegen. Ich stieg die eine Treppe bis zur Mansarde empor. Eine schmutzige, unfrisirte alte Frau öffnete die Thüre. Ah . . . sehr gut . . . Sie sind also der Herr, den die arme Kleine noch zu sprechen wünscht . . ." Nein ... ich bin es nicht, doch komme ich in seinem Auftrag . . ." Die Alte läßt mich eintreten. Ich sehe zwischen weißen Kissen ein spitzes, wachsgelbes Gesichtlein. Alle Schönheit, alle Jugendfrische hat die Hand des nahenden Todes schon darin ausgelöscht. Nur die großen, flackernden Fieberäugen leuchten mir freundlich entgegen. Ich legte den Veilchenstrauß, den ich unterwegs gekauft hatte, auf die Bettdecke. Die abgezehrten Händchen greifen hastig danach, sie drücken die Blumen gegen die schmalen, trockenen Lippen, die fast von gleicher bläulicher Farbe sind. Wie schön ... wie gut von Emil . . er hat sie mir geschickt und kommt sicher bald selbst . . Morgen oder übermorgen," lüge ich, denn ich sehe, daß ihre Lebensdauer nicht viel langer ist. Mademoiselle Toinette ist zufrieden. Wie ich mich freue, ihn nochmals zu sehen ... ich habe ihn so sehr lieb gehabt . . . Sie bedeckt schamvoll das Wachsge sicht mit den Händchen . . . Da gebe ich den Hundertmarkschein lieber draußen der Alten. Sie knirt dankend, wischt die Hand an der Schurze ab und reichte sie mir Dann gehe ich fort! Am gleichen Abend noch ist Toinette sanft entschlafen. Ich habe dafür aesorgt, daß der rohe kistenartlge Armensarg einigen Blumenschmuck er hielt. Ich nahm auch an der Beerdigung theil, um Emil davon berichten zu können, falls er danach fragen sollte. Aber er fragte niemals . . , Die Nacht darauf träumte mir, ich bätte das arotze Los aewonnen und
Jndiana Tribüne,
vare dann zu Emil gegangen, um ihm alle Scheine und Goldstücke auf den Tisch zu werfen, damit die Schuld meines Bruders abgezahlt sei. Wie leicht, wie frei ums Herz wurde :s mir da. Als ich erwachte, war es schon spät am Morgen, und die Sonne schien mir ins Gesicht. Bald darauf holte mich Emil zum Spaziergang ab, und ich ging mit ihm . . . Nach drei Monaten kauften wir unsere Handschuhe wieder im kleinen Laden neben der Rbeinbrücke. Emil schien alles vergessen zu haben . . . Es war auch noch alles wie früher! Die dicke, alte Ladeninhaberin trat bei unserem Eintreten etwas zurück, und ein junges Mädchen bediente uns. Bitte, welche Nummer, Monsieur?" . . Emil streckte ihr seine weiche, weiße Hand entgegen. Ich athmete auf. Umarmen hätte ich das Mädchen mögen für diese Frage! Und dann sah ich mir die Kleine näher an. Sie hatte eine eckige, magere, vierschrötige Gestalt, einen häßlichen Wuchs, eine niedere, platte Stirn, eine aufgestülpte Nase und einen breiten Mund mit schlecht gepflegten Zähnen. Und in meinem Herzen erregte diese Häßlichkeit des Mädchens eine stille Freude, und ich war nahe daran, Gott zu danken dafür, daß er diesem armen Geschöpfchen den Segen einer echten Häßlichkeit bescheert hatte. Der Zremde. Novllette von Gayde Teramond. Von der mit fleckenlosem weinen Schnee bedeckten großen Ebene hob sich nur der leichte Rauch eines kleinen Häuschens ab; ein ziemlich schlecht gekleldeter Greis, der langsam über die große Landstraße wanderte, den Rücken unter einem schweren Felleisen beugend, blieb vor der Thur dieses Hauses stehen und klopfte schüchtern mit seinem Stocke an. Die Thür öffnete sich bald, eine alte Bäuerin steckte den Kopf durch und fragte in rauhem Tone: Was willst Tu?" Weib." versetzte er, Christus sei mit Dir; sage mir, ob das Dorf Polowna noch weit von hier liegt?" Es ist gut noch zwei Stunden Weges." Ich werde nicht vor Nacht ankommen, jeufzte der unbekannte, vielleicht verirre ich mich, und man soll Wölfe in der Umgegend haben herumstreifen sehen. Komm herein!" sagte das Weib. Er trat in die Jsba; die Nachtlampe, die vor dem Heiligenbilde brannte, warf einen blassen Schimmer auf das Zimmer. Der Mann verneigte sich vor der Jungfrau Maria, schlug das Zeichen des Kreuzes und murmelte: Ich bete zu Gott. Weib, er möge Dir Deine Gastfreundschaft hundertmal vergelten." Setze Dich!" sagte sie und wärme Dich!" Sie rückte einen Sessel an das helle Zseuer des Herdes, öffnete den Schrank und holte etwas Essen heraus, das sie auf eine Ecke des Tisches stellte; dann lud sie ihn mit einer Handbewegung ein, den Speisen Ehre anzuthun. Hast Tu Hunger?" .Ja." Während des Essens fragte er sie: Wie heißt Du, Weib?" Maria Feodora Petrowitsch." Der Mann konnte ein Zittern nicht unterdrücken, er richtete seine Augen auf die Frau und sah sie starr an; doch da sie nur damit beschäftigt war, ihm aufzutragen, so bemerkte sie das nicht, und fuhr fort: Ich bin Wittwe, oder wenigstens glaube ich es. Mein Mann ist eines Tages vor mehr als 20 Jahren fortgezogen, um in fernen Ländern sein Glück zu suchen. Er ist nie zurückge kommen und muß wohl todt sein. Da habe ich denn meinen Hof, auf dem ich arm und einsam gelebt, nach Kräften in die Höhe zu arbeiten versucht, aber Du siehst ja, das Glück hat mir nicht gelächelt." Und Du liebst Deinen Mann, Feodora?" Wir hatten uns aus Liebe geheirathet." Gott wird ihn Dir eines Tages wieder zufuhren. Der Herr erhöre Dich, aber wie beinest Du. Wanderer, wie ist Dein Name?" Der Greis blieb einen Augenblick stumm, dann schüttelte er seinen kahlen Kopf und sagte: Ich weiß es nicht mehr, ich habe ihn vergessen .... es ist so lange her, daß ihn Jemand ausgesprochen hat . MV .. -T s !ü5te zu ant, war oas eoen auch zu mir hart ... Ich habe viel aearbei tet ... Ich habe viele Länder durchzogen, um das Glück zu suchen, aber ich fand nicht immer ein Dach, wo ich mich ausruhen konnte. Sie fühlte sich von tiefem Mitleid beweat. Ich werde Dir ein Bett für die Nacht aufschlagen," sagte sie, und weiße Laken hineinlegen; Du magst hier ruhig bis zur Stunde des Aufbruchs schlafen. Dank. Weib!" Nun aoc er aus seinem Felleisen ein sorgfältig verschnürtes Päckchen, reichte es ihr und sagte: Bewahre es mir bis morgen auf.
S. Mai OS.
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Wenn ich nicht erwache, soll e8 Dir ge hören. Es ist alles, was ich besitze, und Du sollst es nicht bereuen, gut zu mir gewesen zu sein." Als sie schlafen ging, legte sie den ostbaren Gegenstand unter ihr Kissen, onnte aber nicht einschlummern: die Neugier hielt sie wach. Was konnte das Päckchen wobl enthalten? Was besaß denn dieser arme Landstreicher, das er ibr wie einen Schatz anvertraut hatte? Unaufhörlich drehte sie das qeheimnihvollePäckchen hin und her, schüttelte L tf.lM.l i p 5 uno oeiaiieie es, oyne oan es iyr möglch war, auch nur das geringste zu errathen. Schließlich hielt sie es nicht mehr aus. Vorsichtig machte sie dit Knoten des Bindfadens los und offnete das Päckchen ; ein Schrei der Beturzung entrang sich ihrer Kehle: aus dem Papier war ein dicker Packen Banknoten gefallen, es waren wohl mehr als dreihundert. ie drehte sie in ihren zitternden Händen und zählte sie mehrmals. Der Unbekannte war ein reicher Mann. Und sofort dachte sie daran, wie sich ibr Leben gestalten würde, wenn ihr dieses ganze Gelv gehörte; sie sah sich in einem kleinen koketten und behaglichen Häuschen von Polowna mit einer Magd, die unter ihrem wachsamen Auge alles in Stande halten wurde. Ihn bestehlen! Dieser Gedanke schoß ihr sofort durch den Kopf... wenn sie sich dieses Vermögens bemächtigen könnte, das man ihr so unklugerweise anvertraut hatte ... aber wie? . . . er würde sich nicht bestehlen lassen.. Er würde sich schnell bei der Polizei beklagen, die das Haus durchsuchen und die versteckten Banknoten wiedersinden würde . . . Dann wäre die Knute, das Gefängnis, das Zuchthaus ihr Loos ... schlechtes Mittel! Wenn sie ihn lieber bei sich zurückzuhalten versuchte? .. . Wenn sie so that, als kenne sie seinen Reichthum nicht, und ihm einfach vorschlug, si nicht mehr zu verlassen, ihre Armuth zu theilen, und ihre weißen Haare zu vereinen? . . . Aber, ach, dieses Original, das in Lumpen, mit einem Vermögen im Felleisen, über die elseskalten Landstraßen zog, würde gewiß nie darauf eingehen, sich irgendwo niederzulassen; und außerdem war sie ja noch verheirathet, da der Tod ihres Gatten ja nur eine Vermuthung von ihrer Seite war, den keinerlei beweistrafiiaes Dokument unterstützte. Aber wenn . Wie der Blitz durchschoß es plötzlich ihr Hirn, als sie sich erinnerte, daß der Unbekannte ihr gesagt, das Päckchen gehöre ihr, wenn er nicht mehr erwachte . Wenn er nicht mehr erwachte! Unwillkürlich fielen ihre Augen auf die nicht fern von ihr an der Wand hängende Axt, die ihr im Falle einer Gefahr stets schnell erreichbar war. Niemand hatte den Mann bei ihr eintreten sehen ... ein Loch ist schnell gegraben . . . und der Schnee macht bald ein unauffindbares Grab daraus. Der Anblick der auf dem Tische aus gebreitet liegenden Banknoten wirktt auf sie mit zauberhafter Gewalt. Sie ergriff die Axt mit einer Hand, die Lampe mit der anderen, und ging. indem sie das Geräusch ihrer Schritte nach Möglichkeit dämpfte, langsam hinunter. Der Mann schlief ruhig, und sein reaelmäßiaer Athem unter brach allein das Schweigen der Nacht. Sie ging zu der Lampe, die vor dem Heiligenbild brannte, und löschte sie aus. Dann aina sie wieder zu dem Bett, stellte die Lampe nieder, erhob die Axt, und spaltete mit einem einzigen Schlage, als schlüge sie auf einen Baumstamm los, dem Fremden den Schädel. Infolge des heftigen Schlages war der Stuhl umgefallen, auf den er seine Sachen gelegt; aus den Taschen waren Papiere aus die Erde qerollt. Sie hob sie auf, näherte sich dem Lichte und begann sie mit fieberhafter Elle zu lesen. Plötzlich stieß sie einen schrecklichen Schrei aus, drehte sich um sich selbst und stürzte zu Boden. Der Mann, den sie ermordet, war ihr Gatte! Die verschwundene Büste. Aus Sachsen schreibt man: Eine ergötzliche Begebenheit bei einer Schillerfeier im ftafi 1859, die sich in Zwickau ereignete, wird jetzt wieder der Vergessenheit entrissen. Auf vem vortiaen Gvmnasium war. wie überall. die Gedächtnißfeier des 100. Geburt? taaes Schillers festlich begangen wor den. Am anderen Tage fehlte die Büste des Dichters, die im Festsaale aufgestellt war. Man suchte und suchte, sie war nirgends zu finden, aber an der Stelle, wo sie gestanden, entdeckte man einen Zettel, der die Worte trug: Ueber die in allerhand Sprachen gehaltenen Reden bin ich ganz weg.. Friedrich v. Schiller." Zu Anfang der siebziger Jahre fand sich dann bei der Räumung einer Amtswohnung hoch oben auf einem Dachbalken deS Hauses die vermißte Büste wieder. Jetzt war es klar, daß der Schalk von 1859 Niemand anderer als ein Gymnasiaft gewesen sein mußte, der damals im Hause gewohnt hatte. Ein Schwerenöther. Gastgeberin (bei der Tafel): Nun, Herr Baron, mit dem Effen zufrieden?" Baron: Meine Gnädigste, 0, daß ich tausend Lungen hätte"!-
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